urn:cts:dhd:2018.dahnke_michael_professionalisierung_der_ausbildung_von_geis:1.1.2 Diesem Anliegen fühlt sich der als Dozent für die Vermittlung von Digitalisierungskompetenz an der Universitäsbibliothek Würzburg arbeitende Autor verpflichtet. Er engagiert sich in der AG Referenzcurriculum Digital Humanities, ist Mitglied des Würzburger Arbeitskreis Digitale Editionen und unterstützt das Editionsprojekt Narragonien digital. Er plädiert mit seinem Beitrag dafür, die DH-Ausbildung bezüglich der Bilddigitalisierung und des OCR (Optical Character Recognition) stärker zu kanonisieren. Mit seiner eigenen Lehrveranstaltung Bilddigitalisierung und OCR für Geisteswissenschaftler , deren Schwerpunkt auf der Erstellung der Digitalisate und dem OCR liegt, bietet er eine Referenz, die er hiermit zur Diskussion in der Community stellt. urn:cts:dhd:2018.dahnke_michael_professionalisierung_der_ausbildung_von_geis:1.1.3 Das Ziel der Lehrveranstaltung ist die Vermittlung von Kenntnissen des gesamten Digitalisierungsprozesses für MA-, BA- und LA-Studentinnen und Studenten aller geisteswissenschaftlichen Fachrichtungen. Diese nachfolgend als Zielgruppe Bezeichneten sollen in die Lage versetzt werden, selbständig strukturiert ausgezeichnete, digitale Volltexte zu erzeugen und die Ergebnisse der Erstellung derselben beurteilen zu können. Diese Kenntnisse sind wichtig, weil Projekte häufig auch dadurch gefährdet sind, dass Vertretern der Zielgruppe die mangelnde Qualität der ihnen vorliegenden Digitalisate zu spät bewusst wird. Darum müssen sie von Beginn an Digitalisate auf ihre Brauchbarkeit für die automatische Texterkennung beurteilen können. Strukturiert ausgezeichnete, digitale Volltexte sind unabdingbar beispielsweise für Topic Modeling oder Sentiment Analysis auf größeren Textcorpora und als Zwischenstufe für die Erstellung digitaler Editionen. urn:cts:dhd:2018.dahnke_michael_professionalisierung_der_ausbildung_von_geis:1.2.2.1 Um den Teilnehmern den typischen Arbeitsablauf der Textdigitalisierung möglichst stringent und ohne thematische Abschweifungen vorzuführen, werden sie zuerst intensiv mit den juristischen Grundlagen der Bilddigitalisierung vertraut gemacht. Dazu gehören urn:cts:dhd:2018.dahnke_michael_professionalisierung_der_ausbildung_von_geis:1.2.3.2 Ausgehend von den skizzierten Anforderungen werden den Vertretern der Zielgruppe in der Veranstaltung die Grundlagen der Bilddigitalisierung nahe gebracht. Vertieft wird hier auf das menschliche Sehen und die Farbreproduktion, die Entstehung digitaler Bilder (Rastergraphik, optische und interpolierte Auflösung, Farbtiefe), Farbräume, Color-Management-Systeme, verschiedene Graphikspeicherformate, Speichermedien und verschiedene Scannertypen eingegangen. Auch für die Berücksichtigung konservatorischer Aspekte werden die Teilnehmer sensibilisiert. urn:cts:dhd:2018.dahnke_michael_professionalisierung_der_ausbildung_von_geis:1.2.5.1 Entsprechend der zunehmenden Spezialisierung des Digitalisierungszentrums der UB Würzburg ist es erstens wünschenswert, in der Lehrveranstaltung besonders auf das Training eigener Modelle beispielsweise mit OCRopus einzugehen. Zweitens soll ein Arbeitsablauf für die Digitalisierung eigener Texte vorgestellt werden, der von den Vertretern der Zielgruppe selbständig mit möglichst geringem technischen Aufwand realisierbar ist. Diese Form der Digitalisierung von Texten soll als handhabbares Mittel zum Zweck wahrgenommen werden. urn:cts:dhd:2018.dahnke_michael_professionalisierung_der_ausbildung_von_geis:1.3.2 Unverzichtbar für die gesamte Ausbildung im DH-Bereich ist neben dem Praxisbezug die Orientierung am neuesten Stand der Forschung in allen Teilbereichen. Dem wird bei der skizzierten Lehrveranstaltung erstens durch die Forschung einzelner Mitglieder des Digitalisierungszentrums als die Veranstaltung verantwortende Abteilung Rechnung getragen (1. Reul/Wick/Springmann/Puppe: 2017. 2. Springmann: 2016. 459–462). Zweitens ist die enge Zusammenarbeit des Digitalisierungszentrums mit dem Lehrstuhl für Informatik VI der Universität Würzburg zu nennen. urn:cts:dhd:2018.dahnke_michael_professionalisierung_der_ausbildung_von_geis:1.3.3 Denkbare Erweiterungen für eine zukünftig breiter angelegte Lehrveranstaltung der beschriebenen Art sind die Vorstellung a) des OCR von Handschriften, beispielsweise in der Kooperation mit einer Transkribus anwendenden Institution, idealerweise der Digitalisierung und elektronische Archivierung – DEA der Universität Innsbruck, und b) des Einsatzes virtueller Forschungsumgebungen zur Herstellung digitaler Ressourcen. urn:cts:dhd:2018.dahnke_michael_professionalisierung_der_ausbildung_von_geis:1.3.4 Aus Sicht des Autors ist nach der erfolgreichen Durchführung die kritische Diskussion mit den Autors ähnlicher oder gleicher Veranstaltungen von anderen Institutionen unverzichtbar. Ausgehend von http://cceh.uni-koeln.de/digitale-geisteswissenschaften-studiengange-2011/ befragt er aktuell die Mitarbeiter einschlägiger Institutionen nach deren Angeboten im Bereich der Digitalisierung von Texten. Er hofft mit seinem Beitrag wie dem AG Treffen an der DHd2018 auf einen fruchtbaren Meinungsaustausch. urn:cts:dhd:2018.dahnke_michael_professionalisierung_der_ausbildung_von_geis:2.1.1.8 Vogeler, Georg : Die Text Encoding Initiative (TEI) als Werkzeug des Urkundeneditors – Erfahrungen und Desiderate . In: Fees, Irmgard Prof. Dr.; Hotz, Benedikt; Schönfeld, Benjamin (Hrsg.): Papsturkundenforschung zwischen internationaler Vernetzung und Digitalisierung. Neue Zugangsweisen zur europäischen Schriftgeschichte . Göttingen. 2015. urn:cts:dhd:2018.dahnke_michael_professionalisierung_der_ausbildung_von_geis:2.1.1.9 Weitzmann, John H. / Paul Klimpel : Rechtliche Rahmenbedingungen für Digitalisierungsprojekte von Gedächtnisinstitutionen. Berlin: Zuse Institute Berlin. digiS – Servicestelle Digitalisierung Berlin. (3)2016. urn:cts:dhd:2020.schulz_julian_schmankerl_time_machine:1.1 Die Web-Applikation Schmankerl Time Machine wurde im Rahmen des Hackathons für offene Kulturdaten, „Coding da Vinci Süd 2019“ (Bergmann, 2019), von einem interdisziplinären Team aus Informatikern, Statistikern und Geisteswissenschaftlern entwickelt (Deck, 2018). Das Projekt basiert auf den digitalisierten Speisekarten Münchner Restaurants, die die Monacensia der Stadtbibliothek München für den Hackathon zur Verfügung gestellt hatte. Am Ende der sechswöchigen Sprintphase konnte der Prototyp reüssieren und wurde von der Jury mit dem Preis in der Kategorie „Most Technical“ bedacht (Lehr, 2019). Seitdem lädt die Schmankerl Time Machine zu einem lukullischen Streifzug durch die traditionsreiche Münchner Wirtshausgeschichte der vergangenen 150 Jahre ein. Einen ähnlichen Weg schlägt die Plattform „What’s on the Menu?“ ein, die auf dem Speisekartenbestand der New York Public Library basiert und die überwiegend US-amerikanische Gastronomie zwischen 1851 und 2008 abbildet. Andere interessante Bestände harren dagegen noch ihrer Digitalisierung aus. urn:cts:dhd:2022.rissler_pipka_nanette_barcamp_headlines_highlights_der_:1.1.1 Als Arbeitsgruppe “Zeitungen & Zeitschriften” im Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum befassen wir uns in wissenschaftlichen und infrastrukturellen Kontexten mit historischen Zeitungen und Zeitschriften. Mit deren Digitalisierung, Digitalisaten, digitalen Präsentationsformen und -formaten sowie mit digitalen Analyseverfahren setzen wir uns kritisch auseinander und setzen uns für deren Weiterentwicklung ein. Die Bandbreite der möglichen Themen ist dementsprechend groß und orientiert sich am Interesse und Engagement der Mitglieder, die erfreulicherweise aus den unterschiedlichsten Kontexten stammen und damit einen offenen Diskurs zwischen Infrastruktur und Wissenschaft befördern, der aktuell vor allem im Kontext der NFDI Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Weiterentwicklung ist. Um die ganze Bandbreite der laufenden und möglichen AG-Aktivitäten abbilden zu können und mit interessierten Menschen ins Gespräch zu kommen, die (noch) nicht aktives Mitglied der AG sind, haben wir uns für das Format eines Barcamps entschieden, bei dem sich verschiedene Kleingruppen konkreten Arbeitsfeldern widmen können und deren Ergebnisse abschließend im Plenum präsentiert und diskutiert werden. urn:cts:dhd:2022.rissler_pipka_nanette_barcamp_headlines_highlights_der_:1.2.7.1 In dieser Gruppe geht es vornehmlich um die theoretische Debatte, die sich auch auf den Forschungsgegenstand der historischen Zeitungen und Zeitschriften bezieht: Wie kann das Medium in seiner Komplexität adäquat als digitales Objekt abgebildet werden? Welche Elemente müssen im Rahmen der Digitalisierung bereits bedacht und erfasst werden? Wie können ggf. flexibel später Merkmale von Intermedialität, Multimodalität und Materialität digital annotiert werden? Hier ergibt sich möglicherweise eine Schnittstelle zur DHd-AG Theorie, die sich schon in Vorgesprächen angedeutet hat und bei dieser Gelegenheit vertieft werden kann. urn:cts:dhd:2022.seifert_sabine_datenbiographik_im_literaturarchiv_konzept_u:1.1.1 Die Arbeit von Literaturarchiven steht seit deren ersten Konzeptualisierungen im 19. Jahrhundert (Dilthey 1970 [1889]; vgl. Thaler 2011, Schöttker 2016) in einem komplexen Wechselverhältnis zu den philologischen Tätigkeiten der Editorik und Biographik, die im 20. und 21. Jahrhundert noch ergänzt werden u.a. um Textgenetik und Material Media Studies. Während das Zusammenspiel von Archiv und Editorik dabei zuletzt vor dem Horizont der Digitalisierung intensiv diskutiert wird (vgl. exemplarisch Nutt-Kofoth 2019), steht eine Neujustierung des Verhältnisses von Archiv und Biographik (vgl. Fetz 2009) im Zeichen der digitalen Transformation (Wettmann 2018) noch aus. urn:cts:dhd:2017.panel.noyer:1.11 2. Gemeinfreie Werke werden (insbesondere im Zusammenhang mit der Digitalisierung) keinen neuen Nutzungsbeschränkungen unterworfen. urn:cts:dhd:2017.panel.noyer:1.15 Damit wird für die Metadaten das Open-Data-Prinzip verankert. Bei den eigentlichen Inhalten wird die Respektierung der Public Domain eingefordert, aber ansonsten viel Spielraum gelassen. Erwünscht ist allerdings, dass Gedächtnisinstitutionen nicht nur gemeinfreie Inhalte für die freie Weiterverwendung durch Dritte bereitstellen, sondern auch alle übrigen Inhalte aus ihren Beständen, sofern keine urheberrechtliche oder andere rechtliche Gründe dagegen sprechen. Damit wird nämlich die Nutzung der Daten durch Verringerung der Transaktionskosten merklich erleichtert. Neben der Öffnung von Daten und Inhalten steht auch das Schaffen neuer Partizipationsformen im Vordergrund, die durch das Internet ermöglicht werden. Damit lässt sich OpenGLAM als logische Fortschreibung der Entwicklung verstehen, die mit dem Aufkommen des Internets (Web 1.0 und Web 2.0) und der zunehmenden Digitalisierung von Überlieferungsobjekten angestossen wurde. urn:cts:dhd:2017.poster.herme:1.2 Paradoxerweise scheint die Public History trotz ihres modernen Selbstanspruchs den Fehler der herkömmlichen Geschichtswissenschaft zu wiederholen: Die Digitalisierung ihrer Arbeit bleibt weit hinter den technischen Möglichkeiten zurück und beschränkt sich größtenteils auf die Erleichterungen einer erweiterten Schreibmaschine. Doch Öffentlichkeiten, die sie schon ihrem Namen nach im Blick hat, migrieren zusehends in den digitalen Raum der sozialen Netzwerke und sollten genau dort angesprochen werden. urn:cts:dhd:2018.doerk_marian_der_sammlung_gerecht_werden_kritisch_generative:1.1.1 Das Versprechen hinter Digitalisierungsprojekten in sammelnden Institutionen ist oft die Erweiterung des Zugangs zum kulturellen Erbe, sei es für die Forschung oder im Sinne der Vermittlung. Bei kritischer Betrachtung fast aller Benutzerschnittstellen für Sammlungen scheint es aber an Ansätzen zu fehlen, reichhaltige Informationsräume einladend bereitzustellen. Diese Diskrepanz zwischen Digitalisierung von Sammlungen und ihrer digitalen Verfügbarmachung lässt sich dadurch begründen, dass Kultureinrichtungen selten über die nötige Kapazität verfügen, eigenständig Benutzerschnittstellen zu konzipieren und umzusetzen. Die Zielstellung des dreijährigen Forschungsprojektes Visualisierung kultureller Sammlungen (VIKUS) an der Fachhochschule Potsdam war die Erforschung graphischer Benutzerschnittstellen zur explorativen Sichtung von Kulturobjekten. Im Projekt wurden in Kooperation mit Kultur- und Technologiepartnern Erkenntnisse zur visuellen Exploration digitalisierter Sammlungen gewonnen (Glinka et al. 2017a), die Entwicklung nachhaltiger Technologielösungen behandelt (Glinka et al. 2017b) und in experimentellen Settings kritisch-generative Methoden erprobt. Zu letzterem zählt die Übertragung der Forschungsfragen in den Kontext eines interdisziplinären Lehrformats, welches wir in unserem Beitrag diskutieren. Wir gehen insbesondere auf den produktiven Zusammenhang zwischen Kritik und Konzeption von Informationsvisualisierungen ein und zeigen auf, welche Potenziale ein bewusster Bruch mit disziplinären Konventionen und Sehgewohnheiten mit sich bringt. urn:cts:dhd:2018.doerk_marian_der_sammlung_gerecht_werden_kritisch_generative:1.2.1 Mit der Digitalisierung von Sammlungen erhält eine breite Öffentlichkeit Zugriff auf zahlreiche Kulturobjekte, welche zuvor hauptsächlich für Wissenschaftler*innen zugänglich waren. Dieser Zugriff basiert häufig auf digitalisierten Museumskatalogen oder Archivsystemen, welche ursprünglich als Bestandsnachweis und der Ortung physischer Originale und nicht als eigenständige „Repräsentation“ der Sammlungsobjekte dienten. Das Forschungs- und Lehrprojekt VIKUS stellte sich der Frage, wie die digitale Repräsentation als eine für sich stehende Perspektive auf Sammlungen zu begreifen sein könnte und welche Interfacekonzepte diese unterstützen würden. Hier eröffnet sich die Gelegenheit, die Stärken des Digitalen bei der Bereitstellung kultureller Sammlungen zu berücksichtigen. So kann zum Beispiel die vergleichsweise statische Anordnung in Ausstellungen in digitalen Benutzeroberfllächen mittels dynamischer Arrangements durchbrochen werden. Obwohl die Auswahl und Anordnung von Objekten bei der Gestaltung von Ausstellungsräumen große Aufmerksamkeit erfährt, werden diese Überlegungen im digitalen Kontext häufig noch vernachlässigt. Vor kultureller Intention stehen zumeist technische Konventionen, die dem vielschichtigen Gehalt der Sammlung kaum entsprechen. urn:cts:dhd:2018.doerk_marian_der_sammlung_gerecht_werden_kritisch_generative:1.4.1 Disziplinäre Konventionen und die „digitale Vernunft“ in Sammlungsinstitutionen legen bei Digitalisierungs- und Erschließungsprojekten häufig den Fokus auf die strukturierte und möglichst vollständige wissenschaftliche Erfassung von Metadaten und die Entwicklung von Datenbankstrukturen, welche meist für interne Prozesse optimiert wird. Obwohl dieses Vorgehen im Sinne einer infrastrukturellen Entwicklung von digitalen Forschungsumgebungen zu Recht weite Verbreitung findet, werden auf diesem Wege kritische und gestalterische Ansätze nicht begünstigt. In den ersten Beschäftigungen mit den in den Kurs eingebrachten Datensätzen wird angeregt, dass sich die Studierenden einerseits „sensibel“ mit den Spezifika der Sammlungen auseinandersetzen und sich in einen engen Austausch mit den Wissenschaftler*innen der datengebenden Institutionen begeben, gleichzeitig aber im Sinne eines kritisch-generativen Annäherns auch neue und möglicherweise „ungewöhnliche“ Sichten auf die Sammlungen in Betracht ziehen. In den einführenden Sitzungen finden daher ebenso Impulsvorträge zur musealen Praxis des Ausstellens, zur Infragestellung disziplinärer Deutungshoheit und zur Diskrepanz zwischen Materialität von Sammlungen und deren Distanz schaffenden Präsentationsformen in Vitrinen, Schaukästen oder gesicherten Displays statt. Nach teilweiser Skepsis vonseiten der Institutionen am Anfang der Zusammenarbeit mit den Projektgruppen führt diese kritisch-generative Annäherung jedoch immer dazu, dass auch die Expert*innen neue Blicke auf „ihre“ Sammlungen gewinnen können. Einige der Projekte werden, auch auf Wunsch der Sammlungsinstitutionen, über das Ende des Kurses hinweg weiterentwickelt und zeugen somit davon, dass alternative Entwürfe zur gängigen Darstellungspraxis und das Hinterfragen des Status Quo für alle Seiten ein Zugewinn bieten kann: für die Expert*innen in den Sammlungsinstitutionen, den mit den Sammlungen arbeitenden Wissenschafter*innen, der breiteren Öffentlichkeit, welche über interaktive und anregende Visualisierungen Zugang zu den Sammlungen erhält und für die Studierenden, die selbständig neuartige Zugänge zu spannenden Beständen entwickeln und erforschen. urn:cts:dhd:2025.stahn_lena_luise_wissensspeicher_projektmodell_organisatio:1.2.1 Das Akademievorhaben Niklas Luhmann – Theorie als Passion (2015-2030) hat die Digitalisierung und Erschließung des wissenschaftlichen Nachlasses des Soziologen Niklas Luhmann zum Ziel. Projekt-Datenmanagement und -Kommunikation erfolgen dabei über eine von der Universitätsbibliothek Bielefeld gehostete GitLab-Instanz. urn:cts:dhd:2022.drach_sviatoslav_semi_automatische_erschliessung_von_rechnung:1.3 Um mit den in Rechnungsbüchern enthaltenen Informationen auch quantitativ arbeiten zu können, müssen sie in strukturierter Form erfasst werden. Dabei müssen die enthaltenen Kennzahlen nicht nur transkribiert, sondern auch nach ihrem jeweiligen Typ unterschieden werden, etwa nach verschiedenen Ausgabe- und Einnahmearten, etc. Nicht zuletzt aufgrund des sehr großen Umfangs von mehreren hunderttausend Seiten ist eine vollständige manuelle Transkription kaum zu leisten. Jedoch können Methoden der Digital Humanities hier eine starke Unterstützung bieten. Dabei lässt sich der Umstand nutzen, dass Rechnungsbücher im Vergleich zu anderen historischen Quellen über einen relativ hohen Grad an Strukturierung verfügen (Pollin 2020: 5ff), insbesondere bei Kostenaufstellungen, die in Form von Tabellen festgehalten sind. Hierbei denkt man in der Regel zuerst an vorgedruckte bzw. vorgezeichnete Tabellen mit sichtbaren Linien. Neben diesen gibt es aber auch Rechnungsbücher, die rein konzeptionelle Tabellen ohne diese Linien beinhalten - so auch die Rechnungsbücher des Stadtarchivs Leuven. Ein Workflow zur Informationsextraktion aus Rechnungsbüchern muss demnach neben der Digitalisierung und Transkription auch eine Erkennung der Tabellen und eine anschließende Entity Recognition beinhalten. Für die Transkription existieren schon diverse etablierte Services wie beispielsweise Transkribus. Diese bieten teilweise auch bereits Lösungen zur Layouterkennung, die auf Tabellen mit Linien ausgerichtet sind. Rein konzeptionelle Tabellen können dagegen nicht effektiv mit diesen Tools erkannt werden. urn:cts:dhd:2020.dennerlein_katrin_datamodelling_drama_and_musical_theater:1.1 Die Katalogisierung von Sammlungs- und Bibliotheksbeständenund zahlreiche Datenbankprojekte aus der Dramen-, Theater- und Musikforschung haben in den letzten Jahrzehnten eine bisher kaum berücksichtigte Fülle von Material zum (Musik-)theater in gedruckter und handschriftlicher Form zu Tage gefördert und recherchierbar gemacht. Die ebenfalls rasch voranschreitende Bild- und Metadatendigitalisierung macht dieses Material der Forschung einfach zugänglich. Ein Portal, das die vielen Einzelprojekte zu Aufführungsdaten, Texten, Noten und Werken gemeinsam recherchierbar machen würde, so dass Strukturen und Zusammenhänge wie Werk- und Aufführungsserien, Gattungszusammenhänge oder Popularität und Wirkung sichtbar werden, gibt es derzeit jedoch nicht. urn:cts:dhd:2025.calvo_tello_jos_tei_dokumente_in_textgrid_repository_ver_ff:2.2.1.7 Calvo Tello, José, Florian Barth, Stefan Funk, Daniel Kurzawe, Nanette Rißler-Pipka, und Ubbo Veentjer . 2023. „Between corpora, tools and standards data: TextGrid Repository for Hispanic Studies“. In Hispanistik in neuen Umwelten: Digitalisierung, Schnittstellen, Reinskriptionen , 253–56. Graz. https://doi.org/10.25364/513.2023.1 . urn:cts:dhd:2018.blanken_christine_endstation_digital_herausforderung_metad:1.1.2 Das erste Digitalisierungsprojekt umfasste die sogenannten Originalquellen zu Johann Sebastian Bachs Musik, also Autographen und originales Aufführungsmaterial Bachs, die sich zu etwa 90 % im Besitz der oben genannten Bibliotheken befinden. 2010 ging diese erste Stufe als www.bach-digital.de online. urn:cts:dhd:2018.blanken_christine_endstation_digital_herausforderung_metad:1.1.3 Daran schloss sich von 2013 bis 2016 die Digitalisierung von sogenannten Sekundärquellen Bachscher Musik aus der Generation der Bach-Söhne und -Schüler an, ein Bestand, der besonders viel Tastenmusik J. S. Bachs umfasst, die vielfach nicht autograph überliefert ist und damit Forschungen zu individuellen Fassungen ermöglicht sowie Bachs Arbeitsweise in der Klavier- und Orgelmusik zwischen Kunstwerk und Unterrichtspraxis transparent zu machen hilft. urn:cts:dhd:2018.blanken_christine_endstation_digital_herausforderung_metad:1.1.4 Mittlerweile wurde die dritte Stufe gezündet: die konsequente Ausweitung der Datenbank in Metadaten und Digitalisaten auf die Musik der Bach-Söhne im Projekt „Quellenkorpus Bach-Söhne – Erschließung und Digitalisierung der Primärüberlieferung zu Werken Wilhelm Friedemann, Carl Philipp Emanuel, Johann Christoph Friedrich und Johann Christian Bach sowie deren Einbindung in das zu erweiternde Portal Bach digital“. urn:cts:dhd:2018.rau_felix_audio_mining_fuer_die_geistes_und_kulturwissenscha:1.4.7 Für die Sprachtechnologien stellen die Audiodaten vieler Fachrichtungen der Digital Humanities interessante Herausforderungen dar. Denn während die Spracherkennung bei Sprachaufnahmen aus dem Nachrichtenbereich (optimale Aufnahmebedingungen und Aufnahmetechnik, artikulierte Hochsprache professioneller Sprecher) inzwischen gute Ergebnisse liefert, stellen zum Beispiel Zeitzeugeninterviews noch eine erhebliche Herausforderung dar. Ursachen sind die oft schlechte Qualität der Audiodaten bedingt durch Modalitäten der Aufzeichnung (Rauschen, Übersteuerung, geringe Lautstärke durch schlechte Platzierung des Mikrophons), Alterungsprozesse der Magnetbänder bis zur Digitalisierung und Fehlentscheidungen bei der Wahl des Audioformats sowie die Charakteristiken der Spontansprache (undeutliche Aussprache, schnelles Sprechen und Dialektfärbung). Bei den Aufnahmen aus Linguistik und Interaktionsforschung handelt es sich oft um Daten aus wenig erforschten Sprachen, zu denen es kaum Ressourcen und wenig andere linguistische Information gibt. Aber selbst Daten aus gut erforschten Sprachen wie dem Deutschen können für die Analyseverfahren anspruchsvoll sein. Datensets bestehen in beiden Fällen häufig aus natürlicher, spontaner Sprache mit mehreren Gesprächsteilnehmern und entsprechenden Sprechüberlappungen. Werkzeuge und Verfahren, die an Daten aus geplanter Sprache trainiert wurden, stoßen bei diesen Aufnahmen schnell an ihre Grenzen. Da diese Daten nicht unter Studiobedingungen erhoben werden können, ist darüber hinaus die Aufnahmequalität zumeist deutlich geringer als bei Aufnahmen aus Hörfunk und Fernsehen. Die im Vergleich zu Daten auf dem Rundfunk recht kleinen Datensets erschweren dabei die Anwendung von intelligenten Analyse- und Auswertungsverfahren noch weiter. So bestehen eine Vielzahl von Forschungsthemen im Bereich der Sprachanalyse, wie beispielsweise die Detektion von überlappenden Sprachsegmenten, eine robuste Sprechersegmentierung von kurzen Dialogsequenzen, Diarisierung von Aufnahmen für die Analyse von Turn-Takings, die Erkennung von Sprechern, Erkennung von Dialekten, robuste Transkription von Sprachdaten hinsichtlich Hintergrundgeräusche und Raumhall, Code-Switching in gesprochener Sprache, Erkennung von Pausen und gegebenenfalls Satzzeichen. urn:cts:dhd:2025.lang_sabine_digital_provenance_research_eine_computerassist:1.1.1 Im Dezember 1998 verpflichtete sich Deutschland mit der Verabschiedung der Washingtoner Prinzipien (Washingtoner Prinzipien, 1998) nach Kulturgütern zu suchen, die von den Nationalsozialisten verfolgungsbedingt entzogen wurden (DZK). Seither steigt die Zahl der Museen, Bibliotheken und anderen Einrichtungen, die Provenienzforschung betreiben, stetig an. Provenienzforschung untersucht dabei die Herkunft von Objekten und beschäftigt sich mit deren Besitzer:innen und den Bedingungen des Besitzwechsel. Das Wort Provenienz geht auf das lateinische Verb provenire (hervorkommen, herkommen, entstehen) zurück, das die Herkunft einer Sache oder Person meint (Zuschlag, 2022, 11-12). Im Rahmen deutscher Kulturpolitik fokussiert sich Provenienzforschung neben NS-Raubgut auch auf „in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR enteignetes oder aus kolonialen Kontexten stammendes Kulturgut“ (DZK et al., 2019, 113). Ziele der Provenienzforschung sind die lückenlose Rekonstruktion der Herkunft von Objekten und die Klärung von Besitzwechseln (DZK et al., 2019, 43), im Idealfall von der Entstehung bis zum heutigen Aufbewahrungsort. Dazu werden das Objekt untersucht, Personen und Institutionen recherchiert oder Archivalien, Literatur und Online-Datenbanken durchsucht (DZK et al., 2019, ab 43). Da durch die Digitalisierung immer mehr für die Provenienzforschung relevante Ressourcen wie Archivalien oder Geschäftsunterlagen online publiziert werden, gewinnt der Zugang über Online-Ressourcen zunehmend an Bedeutung. urn:cts:dhd:2017.poster.mathi:1.2.1 Eines der wichtigsten neuen Handlungsfelder der Forschung, welche im Zuge der Digitalisierung von Information entstanden ist, betrifft das Management von Forschungsdaten. Die Hochschulen müssen sich darauf einstellen, ihren Wissenschaftlern und Forschern die notwendigen Infrastrukturen und Services zur Verfügung zu stellen. Auf diese Dringlichkeit verwies auch jüngst der Rat für Informationsinfrastrukturen in seinen Empfehlungen Leistung aus Vielfalt (Rat 2016). Denn noch immer gehen laut Schätzungen der DFG bis zu 90% der digital produzierten Daten und Ergebnisse nach kurzer Zeit verloren bzw. verschwinden in der Schublade (Kramer 2014) und stehen somit keiner weiteren Verwendung und Nachnutzung zur Verfügung (Winkler-Nees 2011). Auch deshalb verabschiedete die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gleich zwei Grundsatzpapiere, in denen das Management von Forschungsdaten als zentrale strategische Herausforderung für die Hochschulleitungen angesehen wird (Hochschulschulrektorenkonferenz 2014 und 2015). Um einerseits die vielfältigen Aktivitäten und Akteure zu koordinieren und andererseits die Anschlussfähigkeit möglichst aller Hochschulen in den Scientific Communities auf nationaler und internationaler Ebene zu gewährleisten, erarbeitete die HRK einen 6-Punkte-Leitfaden, die sich aus ihrer Sicht beim Auf- oder Ausbau des institutionellen FDM ergeben und berücksichtigt werden sollen (Hochschulrektorenkonferenz 2015: 6-15). Im Rahmen dieses Maßnahmenkatalogs wird explizit empfohlen, zu Beginn eine Standortbestimmung an der jeweiligen Hochschule vorzunehmen, z.B. mittels geeigneter interner Erhebungen zum Verhalten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aber auch zu deren Bedarfen. (Hochschulrektorenkonferenz 2015: 9) urn:cts:dhd:2019.koenig_mareike_wandel_in_der_wissenschaftskommunikation_erge:2.1.1.4 König, Mareike (2015): Herausforderung für unsere Wissenschaftskultur: Weblogs in den Geisteswissenschaften , in: Wolfgang Schmale (ed.): Digital Humanities. Praktiken der Digitalisierung, der Dissemination und der Selbstreflexivität . Stuttgart: Steiner 57-74. urn:cts:dhd:2018.boenig_matthias_ground_truth_grundwahrheit_oder_ad_hoc_l_su:1.1.5 Die Volltext-Digitalisierung von Archiv- und Bibliotheksbeständen, größeren Dokumentsammlungen oder Korpora wird heute von unterschiedlichen Seiten verfolgt: So werden beispielsweise seit 2005 massenhaft Bibliotheksbestände von Google im Rahmen von öffentlich-privaten Partnerschaften sowohl als Bild als auch als Text digitalisiert. Daneben unterstützen Stiftungen, Fördereinrichtungen wie die DFG sowie die Haushaltsmittel der Institutionen die Digitalisierungen im Rahmen spezifischer Projekte. Im Ergebnis dieser Digitalisierungsbemühungen stehen Volltextsammlungen höchst unterschiedlicher Qualität, Vollständigkeit, Interoperabilität und Nachnutzbarkeit. urn:cts:dhd:2023.neuber_frederike_open_jean_paul:2.1 Siehe für Band 1 der Briefe von Jean Paul im Deutschen Textarchiv https://www.deutschestextarchiv.de/jeanpaul_briefe01_1956 (zugegriffen: 26. Juli 2022). Zum DFG-Projekt der Digitalisierung der Briefe von Jean Paul siehe https://www.jeanpaul-edition.de/von-briefe-digital.html (zugegriffen: 26. Juli 2022). Zum DFG-Projekt der Erschließung der Umfeldbriefe siehe https://www.jeanpaul-edition.de/umfeldbriefe.html (zugegriffen: 26. Juli 2022). Perspektivisch soll die digitale Edition um das noch zu retrokonvertierende Korpus der Briefe an Jean Paul ergänzt und damit vervollständigt werden. Für Informationen zu den Schnittstellen siehe https://www.jeanpaul-edition.de/daten.html (zugegriffen: 26. Juli 2022). Siehe https://notes.jan-oliver-ruediger.de/korpora/ (zugegriffen: 26. Juli 2022). Siehe https://twitter.com/jeanpaultoday (zugegriffen: 26. Juli 2022). Neben den genannten Aspekten wird das Poster die nächsten Schritte hinsichtlich der weiteren Pflege und Verbesserung der Daten und ihrer Publikation aufzeigen, die u.a. die XML-Schemata und die API betreffen. urn:cts:dhd:2019.muenster_sander_das_wissen_in_der_3d_rekonstruktion:1.2.2 Wie verändert die Digitalisierung die Forschung zu Kulturerbe? Was kennzeichnet eine disziplinäre Kultur der 3D-Rekonstruktion? Aus organisationaler Perspektive changiert die Nutzung digitaler Technologien und Ansätze derzeit zwischen einer Einordnung als Teilbereich der Geisteswissenschaften und der Neudefinition der traditionellen Geisteswissenschaften mit digitalen Mitteln Adams 2013 7130 (Adams and Gunn, 2013) 7130 7130 0 43 Jennifer L. Adams Kevin B. Gunn Keeping Up With...Digital Humanities American Library Association American Library Association April 5, 2013 2013 http://www.ala.org/acrl/publications/keeping_up_with/digital_humanities (Accessed October 28, 2016) ?>(Adams and Gunn, 2013). Zur Untersuchung führten wir 15 Interviews mit Digital Humanists in London, die sich mit Objekten und Bildern beschäftigten Münster accepted paper 7227 (Münster and Terras, accepted paper) 7227 7227 17 Münster, S. Terras, Melissa The visual side of digital humanities. A survey on topics, researchers and epistemic cultures in visual digital humanities Digital Scholarship in the Humanities Digital Scholarship in the Humanities accepted paper ?>(Münster and Terras, accepted paper). Welche allgemeinen Forschungsansätze sind dabei ersichtlich? Neben der durch Technologie ermöglichten Beantwortung neuartiger Forschungsfragen und dem Einsatz von Computertechnologien als Medium für neue Forschungspraktiken ohne zwangsläufige Transformation der Forschungsmethoden Long 2014 7067 (Long and Schonfeld, 2014) 7067 7067 0 6 Matthew P. Long Roger C. Schonfeld Supporting the Changing Research Practices of Art Historians 2014 Ithaka S+R ?>(Long and Schonfeld, 2014) wird ein dritter Typ sichtbar: geisteswissenschaftliche Forschung, welche technologiebezogene Fragen beispielsweise zu User-Engagement, Forschungsethik oder Wissenschaftsphilosophie Harari 2017 8685 u.a. (u.a. Harari, 2017) 8685 8685 6 Harari, Yuval Noah Homo Deus: A Brief History of Tomorrow 2017 Vintage Penguin Random House ?>(u.a. Harari, 2017) beleuchtet und eine umfassende Erklärung technischer Entwicklungen und Phänomene zu ermöglicht. Dabei sind die Digital Humanities als Mode-2-Forschung durch eine transdisziplinäre und anwendungsorientierte Forschung gekennzeichnet Nowotny 2003 8664 c.f. (c.f. Nowotny et al., 2003, Hessels and Lente, 2007) 8664 8664 0 17 Helga Nowotny Peter Scott Michael Gibbons Introduction Minerva Minerva 179–194 41 2003 Hessels 2007 8663 8663 8663 0 6 Laurens K. Hessels Harro van Lente Re-thinking new knowledge production: A literature review and a research agenda 2007 Utrecht Utrecht University ?>(c.f. Nowotny et al., 2003, Hessels and Lente, 2007). Weitere Attribute wie eine interdisziplinäre Teamarbeit, die arbeitsteilige Wissensproduktion und der Einsatz von Maschinen bzw. Software De Solla Price 1963 112 (De Solla Price, 1963) 112 112 0 6 De Solla Price, D. Little Science - Big Science 1963 New York Columbia Univ. Press ?>(De Solla Price, 1963) sind vor allem in den Ingenieurwissenschaften, aber weniger in den Geisteswissenschaften anzutreffen. Dies mag erklären, warum Geisteswissenschaftler über eine gegenüber Ingenieuren tendenziell höhere Hürde für den Einstieg in die Digital Humanities berichten. Dieser Befund gilt insbesondere für die 3D-Rekonstruktion, welche durch die Nutzung von 3D-Werkzeugen als komplexe Expertensysteme eine langwierige Qualifizierung oder aber eine Arbeitsteiligkeit voraussetzt. urn:cts:dhd:2025.sander_ruth_pdb18_der_deutsche_brief_im_18_jahrhundert_a:1.2.1 Seit 2022 arbeitet das Projektteam an einem Workflow zur Digitalisierung, Volltexterstellung und Metadatenerfassung von Briefeditionen aus dem 18. bis zum 20. Jahrhundert. Digitalisate der gedruckten Editionen werden von der ULB Darmstadt bereitgestellt. Die Text- und Layouterkennung der auf TUeditions präsentierten Editionen werden mit der OCR-Software Transkribus gewährleistet. Konvertiert werden die Transkripte in TEI-XML, auf der Grundlage des vom Deutschen Textarchiv bereitgestellten Formats. Die Präsentationsoberfläche zeigt Faksimile und Volltext nebeneinander unter Verwendung des Framework wdbplus. urn:cts:dhd:2022.rettinghaus_klaus_die_vermessung_der_musikalischen_welt:1.2.2 Umso erstaunlicher ist, dass trotz der Digitalisierungswelle der vergangene Jahre, die insbesondere die Geisteswissenschaften erfasste, die Musiknotation im Wesentlichen in ihrer papiernen Körperlichkeit gefangen blieb. Eine wirkliche digitale Transformation der traditionellen Notenschrift bleibt ein Desiderat. Zwar bieten zahlreiche Sheet-Music-Apps, die über die einschlägigen Distibutionsplattformen erhältlich sind, digitale Surrogate verschiedenster musikalischer Werke, im Gros handelt es sich dabei jedoch lediglich um Scans der (papiernen) Notenseiten und nicht um genuin digitalen Notensatz. Zugegebenermaßen ist eine wirkliche digitale Übersetzung des musikalischen Schriftbildes ein immenses Unterfangen, denn „eine ‚amtliche Rechtschreibung‘ existiert in der Musik nicht.“ (Weber 2015) Hinzu kommt, dass durch die langjährige Tradition der westlichen Musiknotation eine gewisse Erwartungshaltung an das Schriftbild auf Seiten der Leserschaft existiert. Und gerade Musikschaffende sind hier selten bereit Kompromisse einzugehen. Warum existiert von so vielen Werken der Musik eine Vielzahl an unterschiedlichen Ausgaben? In den seltensten Fällen, weil eine Ausgabe „richtiger“ (was auch immer das genau heißen mag) ist als eine andere. Interpretinnen und Interpreten schwören zumeist auf Ausgaben eines bestimmten Verlags, weil sie deren „Qualität“ schätzen; und das bezieht sich üblicherweise nicht auf editorische Grundsatzentscheidungen, sondern vielmehr auf den visuellen Gesamteindruck der Notation. urn:cts:dhd:2023.aehnlich_barbara_das_thueringische_flurnamenportal:1.4 Die Digitalisierung der umfangreichen Belegsammlung des Flurnamenarchivs wird seit 2019 von der Thüringer Staatskanzlei gefördert und zielt auf die öffentliche Sicht- und Nutzbarkeit des in Kooperation mit der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) entstehenden Portals. In diesem Digitalisierungsprojekt werden die Belege transkribiert und in die Datenbank Collections@UrMEL eingetragen. Abkürzungen und bibliographische Angaben werden dabei nach Möglichkeit aufgelöst. Etwa 72.000 Namenbelege sind bereits im Portal sichtbar. Parallel zur Abschrift werden die gescannten Belege mit den Gemarkungen verknüpft und in einem gemeinsamen Viewer zur Verfügung gestellt. Außerdem werden die Gemarkungen mit der zugehörigen Orts-ID der Gemeinsamen Normdatei (GND) und künftig die Flurstücke mit den offenen Geodaten des Thüringer Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation verknüpft. Durch die in diesen Datensätzen enthaltenen Informationen wird eine Präsentation der Gemarkungen und Flurstücke in OpenStreetMap möglich. Das Portal macht also das Datenmaterial sicht- und nutzbar und ergänzt die Gemarkungen mit Kartenmaterial. Es stellt den bisher nur in Zettelform zur Verfügung stehenden Archivbestand dar und ist ein wichtiger Schritt, die Thüringer Flurnamenforschung in die Zukunft zu führen. urn:cts:dhd:2025.m_hleder_peter_hands_on_workshop_entwicklung_von_interaktiv:1.6.2 Franziska Naether - Wissenschaftliche Mitarbeiterin im KompetenzwerkD an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mit Fokus u. a. auf digitalen Ausstellungen. Hat Erfahrungen im analogen und digitalen Kuratieren im In- und Ausland sowie in der 3D-Digitalisierung antiker Artefakte (u. a. Digital Rosetta Stone Project, South Africa, Greece and Rome: A Digital Museum). urn:cts:dhd:2020.gius_evelyn_korpusbereinigung_fuer_groessere_textmengen:1.1.2.2 Im daraus resultierenden Korpus von mehr als 2.500 Texten mussten Artefakte behandelt werden, die durch unterschiedliche Digitalisierungsstrategien verursacht wurden. Nicht nur die Erhaltung von Sonderzeichen wie das recht häufige lange s (ſ) zwischen oder innerhalb der Repositorien war inkonsistent, sondern auch die Verwendung von Bindestrichen (Wortverbindung, Worttrennung an Zeilenumbruch, andere Bindestriche, Gedankenstriche) oder die Kodierung von Zeilenumbrüchen und Absätzen. Diese Probleme konnten mit einer relativ einfachen Heuristik angegangen werden. urn:cts:dhd:2020.gius_evelyn_korpusbereinigung_fuer_groessere_textmengen:1.3.1 Die Digitalisierung hat die Arbeit mit literarischen Korpora erheblich gefördert. Die schiere Menge an Texten in einem Korpus muss sowohl technisch als auch konzeptionell unterstützt werden. Für die Erreichung dieser Ziele ist es umso wichtiger, Qualitätskriterien für die Zusammenstellung von Korpora im Hinblick auf die verfügbaren Daten, d. h. für Texte aus heterogenen Quellen unterschiedlicher Qualität, zu entwickeln und umzusetzen. Zusätzlich zu diesen noch zu entwickelnden Kriterien für die wissenschaftliche Qualitätssicherung können einige pragmatische Entscheidungen die Qualität eines Korpus und seiner Texte in Fällen mit geringer Daten- und insbesondere Metadatenqualität erheblich verbessern. urn:cts:dhd:2020.saric_sanja_topic_modeling_der_hugo_schuchardt_korrespondenz:1.2.1 Das Forschungsmaterial besteht aus Briefen des Grazer Sprachwissenschaftlers Hugo Schuchardt (1842-1927). Die umfangreiche und mehrsprachige Korrespondenz dieses schon seinerzeit sehr geschätzten Wissenschaftlers ist seit 2007 Teil des Digitalisierung-Projektes Hugo Schuchardt Archiv (Hurch 2019). Für die Topic-Modeling-Analyse werden 2261 Briefdateien im TEI-Format in Betracht gezogen, da die restlichen zurzeit noch in keinem entsprechenden Format vorhanden sind. Der Vorteil einer solchen Methode ist es aber, dass das gleiche Modell jederzeit auf eine erweiterte Menge an Daten anwendbar ist. Eine Besonderheit dieses Korpus ist, dass Schuchardt in mehreren Sprachen korrespondiert hat, von denen hier elf repräsentiert sind (Abbildung 1). Daher wird das Modell für einzelne Sprachen separat angewendet. Dies ist insofern eine Herausforderung, weil 1) Vorgänge den jeweiligen Sprachen angepasst werden müssen (wie etwa die Lemmatisierung), 2) der Textumfang bei vielen Sprachen nicht ausreichend ist und daher nicht auf alle Sprachen effektiv angewendet werden kann und 3) die verschiedenen Ergebnisse pro Sprache verglichen werden sollten. Ein weiteres Problem für das Topic Modeling ist die große Diskrepanz in den Textlängen der einzelnen Dateien (Abbildung 2), da die Korrespondenz auch kürzere Formen wie Postkarten und Telegramme beinhaltet. So enthalten etwa die kürzesten deutschsprachigen Dateien etwa drei Tokens, die längste jedoch 3947. Dies ist aber ein Zustand, den viele Briefkorpora in der Realität begegnen, da wir als ForscherInnen selten einem ‚idealen‘ Korpus gegenüberstehen. Die Auseinandersetzung mit solchen Problemen ist ein fester Bestandteil unserer Arbeit. urn:cts:dhd:2023.schenk_nicolas_vom_heben_verborgener_schaetze_literarische_:2.2.1.15 Knapp, Lore. 2014. Künstlerblogs. Zum Einfluss der Digitalisierung auf literarische Schreibprozesse (Goetz, Schlingensief, Herrndorf). Berlin: Ripperger & Kremers. urn:cts:dhd:2019.goetzelmann_germaine_wie_sich_die_bilder_gleichen_bildaehnlic:1.2.2 Im VD16 stehen von den ca. 106000 verzeichneten Drucken des 16. Jahrhunderts etwa 68500 mit Link zu einem Komplettdigitalisat zur Verfügung, die aus den verschiedensten Digitalisierungsprojekten stammen. Dies entspricht auch bei vorsichtigster Schätzung mehreren Millionen von Einzelseiten. Die Posterpräsentation stellt einen Workflow vor, der ausgehend von diesen Digitalisaten diejenigen Buchseiten mit Illustrationen einer Bildähnlichkeitssuche unterzieht und so die Verwendung gleicher und ähnlicher Bilder in verschiedenen Buchexemplaren sichtbar macht. urn:cts:dhd:2019.rettinghaus_klaus_semantische_minimal_retrodigitalisierung_v:1.1.3 OCR-gestützte Retrodigitalisierung von Volltexten kritischer Editionen ist hier qualitativ zumeist noch nicht ausreichend. Erschwerend kommt hinzu, dass diese nicht-semantisch ist – und bei urheberrechtlich geschützten Werken in aller Regel völlig unmöglich. urn:cts:dhd:2019.rettinghaus_klaus_semantische_minimal_retrodigitalisierung_v:1.2.1 Als möglicher Lösungsansatz wäre eine sogenannte semantische Minimal-Retrodigitalisierung vorzuschlagen, um gedruckte Editionen zu erschließen und online auffindbar zu machen. Hierbei werden ausschließlich die Metadaten der Briefe digitalisiert, das heißt die Namen des Schreibers und des Empfängers sowie das Datum des Briefes. Weitere Informationen, beispielsweise zu den Orten, sind wünschenswert, jedoch nicht notwendig. Versieht man diese Metadaten mit Normdaten und stellt sie im TEI-Austauschformat CMIF ( Correspondence Metadata Interchange-Format ) bereit, könnten sie auch im Kontext von vielen tausend weiteren Briefen im Webservice correspSearch.net sichtbar werden, der von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften bereitgestellt wird. urn:cts:dhd:2019.rettinghaus_klaus_semantische_minimal_retrodigitalisierung_v:1.4.1 Das Poster soll die hier skizzierte Idee der Semantischen Minimal-Retrodigitalisierung von Brief-Editionen vorstellen und den vorgeschlagenen Workflow sowie die bereit stehenden Software-Tools präsentieren. urn:cts:dhd:2022.blaess_sandra_forschendes_lernen_digital:1.5.1 forTEXT ist ein Disseminationsprojekt, das Interessierten einen Einstieg in die Digital Humanities ermöglicht. Über die Homepage fortext.net (vgl. Gius et al. 2021) werden zitierfähige Methodenbeschreibungen, Textsammlungen und Tools verfügbar gemacht, die niedrigschwellige Einführungen vor dem Hintergrund der nicht-digitalen Geisteswissenschaften geben. Thematisch reichen diese von Digitalisierung über Annotation zu Interpretation und Visualisierung. Die präsentierten Materialien sind unterteilt in Routinen, Ressourcen und Tools. Sie werden aus literaturwissenschaftlicher Perspektive bewertet und – zum Teil mit der Hilfe von Videos – erklärt. urn:cts:dhd:2022.meier_vieracker_simon_aktualitaet_und_gedaechtnis_zur_korpusa:1.3 Für das DFG-Projekt „Schreibweisen der Gegenwart. Zeitreflexion und literarische Verfahren nach der Digitalisierung“ (2020-2022), das nach Wechselwirkungen von Zeitreflexion und literarischen Verfahren unter den Bedingungen der Digitalisierung fragt, haben wir im Februar 2020 ein Twitter-Korpus mit den Timelines von 117 öffentlichen Accounts erstellt, die sich in einem erweiterten Sinne der deutschsprachigen Literaturszene zurechnen lassen. Der Datenerhebung war eine teilnehmende Beobachtung über zwei Monate vorausgegangen, die neben der Identifizierung relevanter Accounts auch ergeben hat, dass eine starke Trennung Autor*innen/Literaturbetrieb nicht sinnvoll ist. Unter Nutzung der API über die Software rtweet (Kearney 2018) konnten den Beschränkungen der API entsprechend pro Account bis zu 3000 Tweets erhoben werden, das Korpus umfasst insgesamt 219.450 Tweets aus dem Zeitraum 2009–2020 im Umfang von 3.552.773 Wörtern. Für korpuslinguistische Untersuchungen wurden die Daten in einem XML-Format mit umfangreichen Metadaten aufbereitet, das über den Text hinaus auch interaktive Aspekte wie Reply-Strukturen (Hoppe et al. 2018) und Social Media-charakteristische Metadaten wie Anzahl der Likes und Retweets erfasst. Die Entscheidung für ein eigenes Datenmodell begründet sich durch die fehlenden Standards zur Encodierung von Social Media-Texten (etwa nach TEI), welche die für unsere Fragestellung relevante Interaktivität erfassen. Die Daten wurden mithilfe der auf Social Media-Daten trainierten Python-Module SoMaJo und SoMeWeTa (Proisl & Uhrig 2016; Proisl 2018) tokenisiert, nach Wortarten annotiert und lemmatisiert. Über die webbasierte Korpusanalyseplattform CQPweb (Hardie 2012), das äußerst flexible Abfragen der annotierten Daten und der Metadaten erlaubt, wird das Korpus den Projektbeteiligten zur Verfügung gestellt. Formulierungsmuster, semantische Profile, aber auch Interaktions- und Vernetzungsstrukturen können so computergestützt untersucht werden. Dafür können die in die Software implementierten korpuslinguistischen Methoden wie Keywords in Context, Kollokationsanalysen, Ngramm-Analysen, Distributionsanalysen und Keyword-Berechnungen genutzt werden. Darüber hinaus sind im Projekt auch andere digitale Textanalysemethoden wie etwa Topic Modeling zum Einsatz gekommen (Schöch 2017). urn:cts:dhd:2022.kienbaum_janna_wahrnehmungsstrukturen_und_user_experience_de:1.3 Im Zuge der Digitalisierungsstrategien von Museen spielt die Veröffentlichung und Repräsentation des kulturellen Erbes im Web eine essenzielle Rolle , deren Dringlichkeit durch die pandemiebedingte Schließung noch einmal verstärkt wurde. Untersuchungen des Erfahrungspotentials und der vermittelnden Wirkung von musealen Online Sammlungen gewinnen daher ebenso an Aktualität. An die Stelle von physischer Materialität, Originalität, Größenformat und sinnlicher Erfahrung der Objekte treten in den Online Sammlungen die Faktoren Information, Zweidimensionalität der Bildschirmfläche und systematischer Vergleich. Online Sammlungen beziehen ihre Informationen meist aus den intern genutzten Datenbanken, welche als digitaler Zugang für Expert*innen die physischen Bestandskataloge ersetzen soll. Neben der Veröffentlichung von wissenschaftlicher Dokumentation sollen Online Sammlungen auch ein kuratiertes Angebot darstellen (Vgl. Krämer 2001: 181). urn:cts:dhd:2022.kienbaum_janna_wahrnehmungsstrukturen_und_user_experience_de:2.1 Seit 2015 ist eine breite Welle an Digitalisierungsstrategien und -papieren der Museumshäuser und Kultureinrichtungen wahrzunehmen. Vgl. u.a. das Verbundprojekt „Museum4punkt0“. Entwickelt werden seit Mai 2017 „digitale Prototypen, um neue Formen der Kommunikation, Partizipation, Bildung und Vermittlung in Museen zu ermöglichen“: http://www.museum4punkt0.de/ [letzter Zugriff 13. Juli 2021]. Erwähnenswert ist ebenso das Förderprojekt der Landesregierung Baden-Württemberg „Digitale Wege ins Museum I bzw. II“, das seit Oktober 2017 „die Entwicklung innovativer digitaler Vermittlungsprogramme in sechs Landesmuseen und dem Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM)“ für die nächsten zwei Jahre unterstützt: https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/kunstministerium-foerdert-digitale-wege-ins-museum/ sowie https://www.mfg.de/ueber-die-mfg/portfolio/detailansicht/93-digitale-wege-ins-museum-ii/ [letzter Zugriff 13. Juli 2021]. Vgl. u.a. die Studie von dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und dem Innovationsverbund »Future Museum«. Angesichts der Corona-Pandemie wurden innovative virtuelle Formate der Museumsvermittlung erfragt und erste Ergebnisse nun publiziert. Die Umfrage ergab u.a., dass “zwei Drittel der Befragten bereits an virtuellen Museumsbesuchen teilgenommen haben, jedoch nur 35 Prozent diese als zufriedenstellend beschreiben würden.” https://www.iao.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/aktuelles/ist-der-virtuelle-museumsbesuch-zukunftsfaehig.html [letzter Zugriff 13. Juli 2021]. Das Konzept der „ digitalen Vermittlung” bezieht sich in erster Linie auf die vielfältigen Zugangsmöglichkeiten zum Objektbestand im digitalen Raum und wird z.B. in der „ Digitalen Strategie” des Städel Museums als „ neuartige, umfassende Wissensvermittlung [...], die verstärkt auf interaktive, partizipative und narrative Elemente setzt”, beschrieben. https://www.staedelmuseum.de/de/digitale-strategie [letzter Zugriff 13. Juli 2021]. Als Beispiel kann der “Vikus Viewer” genannt werden: https://vikusviewer.fh-potsdam.de/ [letzter Zugriff 13. Juli 2021]. Gegenüber einer reinen Digitalisierung von Museumsobjekten im Sinne einer „digitalisierten Kunstgeschichte“ spricht Johanna Drucker hier von der digitalen Kunstgeschichte: „ But a clear distinction has to be made between the use of online repositories and images, which is digitized art history, and the use of analytic techniques enabled by computational technology that is the proper domain of digital art history“ (Drucker 2013: 7; Vgl. Zweig 2015). Mit dem Begriff der User Experience (UX) wird das Nutzungserleben als die Wahrnehmung und Bewertung einer Person beschrieben, die sich vor, während und nach der Benutzung eines interaktiven Systems ergeben. Im Unterschied zur Usability ist User Experience der deutlich weiter gefasste Begriff, der sich nicht allein auf die Effektivität und Effizienz der Aufgabenerfüllung beschränkt, sondern explizit hedonische und pragmatische Qualitätsaspekte des User Interface umfasst (Vgl. Diefenbach / Hassenzahl 2017: 8). urn:cts:dhd:2022.kindler_sebastian_das_puzzle_zusammensetzen_von_analogen_:1.2.1 Die Digitalisierung der Archivdokumente bildet den ersten Schritt auf dem Weg vom Papierdokument zur digitalen Gefangenenbiografie und erfolgt nach Maßgabe der „DFG-Praxisregeln ‚Digitalisierung‘“ (DFG 2016). Aufgrund der Arbeit in einer Vielzahl internationaler Archive und daraus resultierender unterschiedlicher Rahmenbedingungen (technische Ausrüstung, Zustand der Dokumente, Kooperationsbereitschaft etc.) ist dieser „Goldstandard“ jedoch nicht immer umsetzbar. urn:cts:dhd:2022.kindler_sebastian_das_puzzle_zusammensetzen_von_analogen_:1.3.1 Die Erstellung datenbankbasierter Gefangenenbiografien sowjetischer Kriegsgefangener des Zweiten Weltkriegs stellt auf mehreren Ebenen eine Herausforderung dar, bis aus einem Papierdokument eine digitalisierte Quelle mit Potenzial für Schicksalsklärung und Forschung wird. Bei dem vorgestellten Projekt sind es neben bilateraler deutsch-russischer Koordination der Arbeitsschwerpunkte auf politischer und inhaltlicher Ebene die technische Umsetzung der Digitalisierungs- und Indexierungsmaßnahmen sowie die detaillierte konzeptionelle Vorbereitung der einzelnen Arbeitsschritte. Darüber hinaus betreffen rechtliche und ethische Einschränkungen nicht nur die Nachnutzbarkeit der Digitalisate, sondern auch den Umgang mit den personenbezogenen Daten z.T. noch lebender Personen. Diese und weitere Faktoren sind angesichts des immensen Quellenkorpus zu beachten, um eine Balance zwischen Qualität und Quantität der Verarbeitung zu gewährleisten und die Nutzbarkeit der Gefangenenbiografien für Wissenschaft und Erinnerungskultur zu maximieren. urn:cts:dhd:2022.kindler_sebastian_das_puzzle_zusammensetzen_von_analogen_:2.1.1.1 Deutsche Forschungsgemeinschaft (2016): DFG-Praxisregeln ‚Digitalisierung‘ [12/16], https://www.dfg.de/formulare/12_151/12_151_de.pdf [letzter Zugriff 6. Juli 2021]. urn:cts:dhd:2025.beck_clemens_herausforderungen_und_perspektiven_von_3d_daten:1.1 Öffentlich zugängliche Repositorien für 3D-Modelle erhalten bisher vergleichsweise wenige Modelldaten. Obwohl sich derzeit zahlreiche Infrastrukturen für 3D-Modelle auf nationaler Ebene im Aufbau befinden, stellt der Ausbau des öffentlich gehosteten Modellpools noch eine große Herausforderung dar.(Münster 2022) Ein zentrales Problem für die Bewahrung besteht darin, Repositorien zu finden, die in der Lage sind, die außergewöhnlich großen Datenmengen aufzunehmen, die bei der Digitalisierung großer Objekte in sehr hoher Qualität entstehen. Viele Modelle sind immer noch nicht öffentlich zugänglich, da sie in lokalen Datenspeichern gespeichert sind. urn:cts:dhd:2016.plenarvortraege.002:1.1.2 Wenn es auch bisher so aussieht, als sei die nutzbringende Komponente der Beziehung zwischen Informatik und den Geisteswissenschaften rein auf der Algorithmenseite zu finden, zeigt die obige Analyse, dass wir Informatiker mehr denn je der Geisteswissenschaften bedürfen, um die Digitalisierung human gestalten zu können. Algorithmen werden heute dazu verwendet, um kriminelle Persönlichkeiten zu identifizieren, Kredite zu verleihen, oder um Versicherungstarife zu bestimmen. Wie können wir in einer solchen Situation vermeiden, dass Algorithmen verzerren, diskriminieren oder gar manipulieren? Wie können sensible Machtbalancen zwischen Privatheit und Sicherheit, ökonomischem Erfolg und Transparenz hergestellt werden? Hier brauchen wir die Analogiebildung der Historiker, die besten Einsichten in das Werden von Gesellschaft von Soziologinnen und Wirtschaftswissenschaftlern, fundierte Einblicke in die menschliche Psyche durch Psychologinnen, und nicht zuletzt das rechte Maß an Regulierung durch Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftler. Es könnte das Jahrhundert der Geisteswissenschaften werden. urn:cts:dhd:2022.althage_melanie_digitale_methodenkritik_die_integration_co:1.2 Die digitale Durchdringung der Alltags- und Arbeitswelt hat die Art und Weise des Forschens in den Geistes- beziehungsweise Geschichtswissenschaften modifiziert: Nicht nur das womit , sondern auch das worüber geforscht wird, ist zunehmend geprägt von “Digitalität”, also dem Umstand, dass die Quellen als maschinell (re-)produzierte wie verarbeitbare Daten vorliegen, d.h. als “in Zahlen gefasste Informationen” (Emich 2019: 213), die abstrakte Repräsentationen und Rekonstruktionen von Objekten, Konzepten oder Ereignissen darstellen (Schöch 2013; Drucker 2011; Owens 2011). Die (kommunikations-)technologischen Entwicklungen seit Mitte des 20. Jahrhunderts begünstigten einerseits die von umfangreichen Digitalisierungsprojekten angestoßene freiere und ortsunabhängige Zugänglichkeit zum digitalisierten kulturellen Erbe über bspw. Archiv- oder Bibliotheksdatenbanken im Web. Andererseits führten sie zu einem grundlegenden Wandel der gebräuchlichen Kommunikationsverfahren sowie der Mediennutzung im Beruflichen wie im Privaten. Dadurch entstanden neuartige, multimediale und genuin digitale Quellengattungen, die nicht zuletzt für die Zeitgeschichte von essenzieller Bedeutung sind (u.a. Milligan 2019; Haber 2012; Patel 2011). urn:cts:dhd:2019.hohmann_georg_herausforderungen_des_digital_storytelling_am_:1.2.1 Das 1903 gegründete Deutsche Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik ist das weltweit größte Technikmuseum und als Forschungsmuseum und Mitgliedseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft ein international führendes Zentrum für die Erforschung der wissenschaftlich-technischen Kultur. Im Rahmen einer Zukunftsinitiative wird bis 2025 das gesamte Ausstellungsgebäude saniert und erneuert. Ein bedeutender Bestandteil dieser Zukunftsinitiative ist die Maßnahme „Deutsches Museum Digital“. Mit diesem Projekt führt das Deutsche Museum eine der größten Digitalisierungsmaßnahmen an deutschen Kulturinstitutionen durch. Bis 2025 wird ein Bündel umfassender Maßnahmen umgesetzt, um das Deutsche Museum auch als digitale Forschungsressource zu etablieren und es um einen digitalen Erlebnisraum für breite Gesellschaftsschichten zu erweitern [Hohmann 2013]. urn:cts:dhd:2019.hohmann_georg_herausforderungen_des_digital_storytelling_am_:1.2.2 In den vergangenen Jahren wurden die technischen Grundlagen gelegt, die Infrastruktur aufgebaut, digitale Arbeitsabläufe etabliert und umfangreiche Digitalisierungsmaßnahmen in den Objektsammlungen, der Bibliothek und dem Archiv des Deutschen Museums durchgeführt. Dabei wurde bereits ein hoher Prozentsatz der insgesamt rund 120 000 Objekte des Hauses digital abgelichtet, in einer Datenbank erfasst und mit standardisierten Metadaten angereichert. Die Ergebnisse werden der allgemeinen Öffentlichkeit über das Portal „digital.deutsches-museum.de“ zur Verfügung gestellt. urn:cts:dhd:2019.hohmann_georg_herausforderungen_des_digital_storytelling_am_:1.3.1.1 Neben der „klassischen“ Digitalisierung von Kulturgut wurden und werden in flankierenden Projekten auch innovativere Methoden der Digitalisierung erprobt. Besonders die Möglichkeiten der 3D-Digitalisierung haben in den letzten Jahren eine hohe Aufmerksamkeit bekommen [CORDIS 2008], so dass es Nahe lag, die Möglichkeiten aktueller Methoden und Techniken der 3D-Digitalisierung zu eruieren. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die Art und Beschaffenheit unserer Sammlungsobjekte dar. urn:cts:dhd:2019.hohmann_georg_herausforderungen_des_digital_storytelling_am_:1.3.1.2 Im Projekt kamen sowohl 3D-Laserscan als auch fotogrammetrische Verfahren zum Einsatz. Um einen möglichst differenzierten Einblick in die Möglichkeiten zu bekommen, haben wir bedeutende Objekte zur Digitalisierung herangezogen: Erste Präzisionsventil-Dampfmaschine von Sulzer (1865), die Nachbildung des Normal-Segelapparat von Otto Lilienthal (1894/1962), das Modell des Apollo-15 Mondfahrzeugs (Lunar Roving Vehicles, 1971/2009) und der Benz Patentmotorwagen (1886). Die Objekte unterschieden sich stark in Größe, Material und Beschaffenheit. urn:cts:dhd:2025._akir_d_lan_canan_999_und_noch_etliche_mehr_georg_nikol:1.2.1 Wie digitalisiert man ein Buch, das aber auch ein Spiel ist? Wie macht man es so erfahrbar, dass es ludologisch erforscht werden kann? Einerseits gehören digitale Editionen zum Kerngeschäft der Digital Humanities. Sie fallen (nach Roth 2019) in den Bereich der »digitalisierten« Geisteswissenschaften. Projekte dieser Art sind etwa die Ausgaben der Werke von Hannah Arendt (Berlin), Arthur Schnitzler (Wien), Johann Wolfgang Goethe (Weimar) oder digitale Editionen, die das Material einer ganzen Epoche zusammenstellen wie die »Korrespondenzen der Frühromantik« (Mainz). Da es sich bei unserem Digitalisierungsprojekt jedoch nicht um einen Fließtext handelt, sondern eine zu lesende Textversion erst durch Würfeln zusammengestellt werden muss, ist es mit einer digitalen Edition allein nicht getan. urn:cts:dhd:2025._akir_d_lan_canan_999_und_noch_etliche_mehr_georg_nikol:1.5.1 An dieser Stelle können wir nun die Analysemöglichkeiten ausloten, die durch eine adäquate Digitalisierung dieses Werkes entstanden sind. Zunächst interessiert uns, wie unterschiedlich die verschiedenen zufällig generierten Stücke voneinander sind. Während der Autor in der Einleitung die Struktur als transparent und einfach beschreibt, möchten wir herausfinden, welche Variationen es bei den erwürfelten Stücken gibt. Sind die Änderungen in der Handlung bedeutend oder handelt es sich lediglich um subtile Abweichungen, die aber die Gesamthandlung nicht verändern? urn:cts:dhd:2025._akir_d_lan_canan_999_und_noch_etliche_mehr_georg_nikol:1.6.1 Der Würfel-Almanach stellt aufgrund seiner Fragmentierung eine besondere Herausforderung für eine Digitalisierung dar, die das Werk auch durch die Implementierung des Spielmechanismus erfahrbar machen möchte. Durch die Umwandlung des Almanachs in ein maschinenlesbares Format und die Bewahrung seiner interaktiven Elemente wird einerseits die Erforschung der gebotenen Textvarianten erleichtert. Auf der anderen Seite wird durch die Herstellung des Ausgangszustands von Bärmanns Projekt aber auch deutlich, dass der Variantenreichtum – rein rechnerisch ergeben sich ja aus dem Material mehr individuelle Einakter als Atome im Weltall – auf 200 zumeist kleineren Variationen von je sechs vergleichbaren Textfragmenten beruht. urn:cts:dhd:2019.nasarek_robert_texterkennung_mit_ocropy_vom_bild_zum_text:1.3.1 OCR-Software erzielt bessere Ergebnisse mit hochauflösenden und fehlerfreien Digitalisaten. Bilddateien sollten mindestens eine Auflösung von 300 DPI besitzen und nicht bereits durch Programme oder Algorithmen bearbeitet worden sein. Google Books referenziert zwar auf viele gescannte Werke, diese liegen aber meist in schlechter Qualität und verlustreich binarisiert vor. Bekannte Repositorien wie das zentrale Verzeichnis digitalisierter Drucke oder das Münchener DigitalisierungsZentrum bieten exzellente Anlaufstellen zur Beschaffung digitalisierter Drucke; aber auch Sammlungen wie das Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienen Drucke des 16. - 19. Jahrhunderts der Universität- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt verfügen über frei zugängliche Digitalisate mit einer Auflösung bis zu 600 DPI. urn:cts:dhd:2019.nasarek_robert_texterkennung_mit_ocropy_vom_bild_zum_text:2.1.1.2 MDZ (2018): Münchner DigitalisierungsZentrum , Bayerische Staatsbibliothek, München, URL: https://www.digitale-sammlungen.de/ , [zuletzt besucht am 12.10.2018]. urn:cts:dhd:2019.flueckiger_keynote:1.1.5 Grundlagenforschung, Primär- und Sekundärquellen zur Technik, Ästhetik, Analyse, Messung und Restaurierung / Digitalisierung von Filmfarben werden seit 2012 in der interaktiven Web-Plattform Timeline of Historical Film Colors (Flueckiger 2012 ff.) publiziert, einschließlich der fotografischen Dokumentation von historischen Farbfilmkopien aus Archiven in Europa, den USA und Japan, die inzwischen mehr als 20‘000 Fotos umfasst. urn:cts:dhd:2022.franken_lina_erweiterungen_der_digital_humanities_durch_kult:1.8 Durch eine stärkere Verankerung der Kulturwissenschaften in den DH können sich DH und Kulturwissenschaften wechselseitig gewinnbringend erweitern. Eine entsprechende Etablierung rückt näher: In den deutschsprachigen ethnologischen Fachverbänden hat die Diskussion von und Bezugnahme auf die Digital Humanities in den letzten Jahren ebenso zugenommen wie die Referenz auf Prinzipien der Open Science, die Digitalisierung und Erschließung von Archivmaterialien oder die Hinwendung zu digitalen Plattformen zur Analyse und Veröffentlichung von Forschungsergebnissen. Es ist anzunehmen, dass sich in naher Zukunft weitere Fachwissenschaftler:innen gerade auch der Nachwuchsgeneration hin zu den DH öffnen und ihre Expertise, aber auch ihre spezifischen Bedürfnisse und Problematisierungen einbringen. Konkrete methodische Perspektiven der DH sind nicht immer auf diese ausgerichtet, die Lücke von Struktur und Bedeutung ist oft noch sehr groß. Deshalb bieten digitale Methoden aktuell insbesondere als Vorarbeit für die eigentliche Interpretationsleistung Potential. Das computationelle Vorgehen führt zu granularen Perspektiven, die zusammengefügt werden müssen. Das Kontextwissen der Forschenden wächst damit in seiner Bedeutung ebenso wie das Wissen um die Begrenztheit der computationellen Verfahren, die mit anderen Zugängen zum Datenmaterial ergänzt werden müssen. urn:cts:dhd:2023.burckhardt_daniel_opening_sources_modulare_wege_zur_quelle:1.3.2.2 Wenn Technik und Bewusstsein voranschreiten: die drei Leben der Korrespondenz der Constance de Salm (1767-1845) Mareike König (Deutsches Historisches Institut Paris) Bisweilen verhindern zögerliche Projektpartner die freie Bereitstellung von Digitalisaten, begrenzen die Mittel das Maximalziel bei Digitalisierung und Erschließung von Quellen und eröffnet die technische Entwicklung neue Möglichkeiten. So geschehen beim Projekt der Digitalisierung und Inventarisierung der Korrespondenz von Constance de Salm . Zu Projektbeginn war weder die besitzende Institution bereit, die Digitalisate ohne Anmeldung und ohne Wasserzeichen online zu stellen, noch gab es die Mittel für eine zweisprachige Erschließung geschweige denn für eine vollständige Transkription der Briefe. Der Impulsbeitrag zeichnet exemplarisch nach, wie dennoch in den oben genannten Einzelstufen – vom Digitalisat zum Text und vom Text zur Edition – trotz Pausen die Korrespondenz der Constance de Salm schrittweise ediert werden konnte: durch einen langen Atem beim Verhandeln mit Partnern, Vernetzung mit ähnlichen Projekten, Nachnutzung von Workflows und Verfolgen kleiner Etappenziele. urn:cts:dhd:2019.meyer_nils_sachthematische_zugaenge_im_archivportal_d_am_beis:1.1.2 In dem aktuellen, ebenfalls von der DFG geförderten Projekt sollen diese Nutzungsmöglichkeiten um einen dritten Zugang erweitert werden. Am Beispiel zweier Digitalisierungsprojekte des Landesarchivs Baden-Württemberg und des Bundesarchivs zum Thema „Weimarer Republik“ soll ein neuer, themenbasierter Zugang zu den Objekten im Archivportal entwickelt werden. Im Zentrum stehen dabei die Anreicherung der Erschließungsdaten des Archivguts mit sachthematischen Begriffen und die Nutzbarmachung der angereicherten Informationen für ein intuitives, forschungsgerechtes Angebot. Das Projekt läuft über zwei Jahre seit dem 1. Juni 2018. Projektpartner sind neben Bundesarchiv und Landesarchiv Baden-Württemberg die Deutsche Nationalbibliothek als Betreiberin der DDB sowie FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur. urn:cts:dhd:2019.meyer_nils_sachthematische_zugaenge_im_archivportal_d_am_beis:2.1.1.6 Laux, Susanne / Wolf, Christina (2016) : Forschungsprojekt Von der Monarchie zur Republik gestartet . Digitalisierung von Quellen zur Demokratiegeschichte im deutschen Südwesten 1918-1923, in: Archivnachrichten 52, 28-29. urn:cts:dhd:2018.busch_hannah_auf_der_suche_nach_der_verlorenen_materialit_t_:1.1.1 Die Materialitäten von Handschriften und ihrer digitalen Abbilder bieten den Ausgangspunkt unseres Vortrags, der zwei Disziplinen in einen Dialog bringt, die sich mit der Materialität handgeschriebener Artefakte beschäftigen und an der Digitalisierung beteiligt sind: die digitale Kodikologie und die Restaurierungwissenschaft. Die handwerkliche Arbeit der Buchrestauratoren ist für Digitalisierungsprojekte unerlässlich und gehört zur Vor- und Nachbereitung: In der Regel geht jeder Kodex zunächst durch ihre Hände, da unter Umständen der Zustand des Objekts bewertet, Festigungsmaßnahmen oder andere Eingriffe vorgenommen werden müssen, um die Digitalisierung physisch zu ermöglichen. Restauratoren sind aber mehr als bloße Dienstleister, sondern verfügen über einen speziellen Blick auf die Materialität von Originalen, der zusätzliche Informationen für digital basierte kodikologische Untersuchungen bereitstellen kann. Umgekehrt verfügen die Digital Humanities über Methoden, die für Anliegen der Restaurierung nützlich sein und gemeinsam weiterentwickelt werden könnten. Nur durch interdisziplinäre Ansätze, so die These, kann das Potenzial des Digitalisats erkannt und ausgeschöpft werden. Gleichzeitig führt die Synergie zur Kompetenzerweiterung der beteiligten Disziplinen. urn:cts:dhd:2018.busch_hannah_auf_der_suche_nach_der_verlorenen_materialit_t_:1.1.2 Seit mehr als zwanzig Jahren werden sukzessive Handschriftenbestände digitalisiert. Zunächst beschränkte sich dieses Unternehmen auf besonders hervorzuhebende Bestände und Einzelstücke von erhöhtem öffentlichem Interesse. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Digitalisierungsmaßnahme in erster Linie der allgemeinen Bereitstellung und dem Schutz des Originals galt. Das digitale Faksimile ersetzt das Original im ‘alltäglichen’ Gebrauch und schont damit das materielle Objekt, zudem dient es zumindest als visuelle Sicherung im Falle eines Verlustes des Originals. Im Gegensatz zur Ausstellung im musealen Raum, in dem in der Regel nur ein auf eine Doppelseite begrenzter Einblick in das Kulturgut gegeben werden kann, bietet das Digitalisat die Möglichkeit, die Handschrift zu durchblättern. Durch Bereitstellung im World Wide Web wird zudem die örtliche und zeitliche Begrenzung aufgehoben und ein Zugang für Forscher weltweit ermöglicht. Der Einblick in die Handschrift kann ortsunabhängig nahezu unbegrenzt vielen Personen zur selben Zeit ermöglicht werden und auch beliebig oft, ohne Verschleißerscheinungen am Original und am Digitalisat zu hinterlassen. Seitdem die Anschaffung hochwertiger Scanner oder Konstruktionen, die mit digitaler Fotografie arbeiten , nicht nur für die großen Digitalisierungszentren erschwinglich geworden ist, werden auch immer mehr Gesamtbestände mittelalterlicher Bibliotheken digitalisiert und der Forschung sowie interessierten Personen zur Verfügung gestellt. Digitalisierung ermöglicht also, vergessene und/oder besonders fragile handschriftliche Kulturgüter wieder in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu bringen und bestandsübergreifende Forschung zu erleichtern. urn:cts:dhd:2018.busch_hannah_auf_der_suche_nach_der_verlorenen_materialit_t_:1.1.3 Angesichts der gewaltigen Masse finanzieller und personeller Ressourcen, die Digitalisierungsprojekte innerhalb von Institutionen binden, erscheint das Nachdenken darüber, welche Bearbeitungsschritte und technischen Features in bestehende Workflows im Kontext der Digitalisierung eingebunden werden könnten, sowohl in wissenschaftsorientierter als auch in wirtschaftlicher Hinsicht lohnenswert. Die Tatsache, dass im Rahmen von Digitalisierungen eine immense Zahl an Objekten einzeln in die Hand genommen und Seite für Seite durchblättert wird, birgt ein bislang noch nicht ausgeschöpftes Potential für interdisziplinäre Anschlussmöglichkeiten. urn:cts:dhd:2018.busch_hannah_auf_der_suche_nach_der_verlorenen_materialit_t_:1.2.1 Dem digitalisierten Objekt wird häufig seine Materialität abgesprochen; darüber zu diskutieren, dass das digitale Faksimile einer mittelalterlichen Handschrift nicht die gleiche synästhetische Erfahrung bieten kann wie das Original, ist obsolet. Es ist wahr, dass das digitale Faksimile zunächst nicht dazu geeignet scheint physische Eigenschaften, wie Lagenstrukturen, Linierung, den Erhaltungszustand oder Eigenschaften der Bindung zu untersuchen (vgl. Pierazzo 2016:94). Dass dennoch gerade eHumanities-Projekte, die sich im Feld der digitalen Kodikologie angesiedelt haben, materielle Eigenschaften von Handschriften ins Zentrum zu rücken verstehen, zeigen etwa das groß angelegte Projekt der Wasserzeichendatenbank , die Untersuchungen des Archimedes Palimpsest , VisColl zur Visualisierung von Lagenstrukturen oder eCodicology . Das Potenzial des Digitalisats liegt im Material des Originals. Restaurierungswissenschaft kann Materialaspekte bestimmen; die Digital Humanities computergestützte Techniken bereitstellen, um diese Informationen zu erfassen, zu dokumentieren und so aufzubereiten, dass die Daten z.B. miteinander verglichen, auf unterschiedliche Weise systematisiert, visualisiert und eine Nachnutzung ermöglicht werden kann. Der Beitrag möchte sich deshalb weniger der allgemeinen Defintion von Materialität widmen, sondern bisherige Digitalisierungspraktiken hinterfragen. Dabei steht immer die Frage im Hintergrund, welche Synergieeffekte sich durch den Austausch der Disziplinen ergeben, die in die Digitalisierungsabläufe involviert sind. urn:cts:dhd:2018.busch_hannah_auf_der_suche_nach_der_verlorenen_materialit_t_:1.3.1 Wirft man einen Blick auf die Unterfangen der Digitalisierung und der Restaurierung fällt auf, dass sie die Kernaufgabe, Kulturgut zu erhalten und zugleich der Forschung und dem allgemeinen Nutzen zugänglich zu machen, gemeinsam haben. Sie teilen aber auch die mit diesen gemeinsamen Aufgaben und Zielen einhergehenden Probleme der Finanzierung der Maßnahmen, das ungeklärte und teils unabsehbare Problem der Langzeiterhaltung und den Kampf um die nötige Aufmerksamkeit auf institutioneller und politischer Ebene. Sammlungen und Einzelexemplare mit einer hohen Nutzungsintensität stehen in einem erhöhten Interesse der Zugänglichmachung und werden mit einer höheren Priorität der Bestandserhaltung zugeführt, während andere Handschriften ihr einsames und weitgehend ungeachtetes Dasein in den Magazinen von Bibliotheken und Magazinen fristen. Durch die Motivation, vollständige Handschriftenbestände zu digitalisieren – beispielsweise um dislozierte Bestände digital wieder zusammenzuführen – rücken jedoch inzwischen auch bisher wenig beachtete Bestände in den Fokus und erhalten den ‚Luxus‘ restauratorischer Begutachtung und Behandlung sowie der prioritären Bestandserhaltung mittels Digitalisierung . Geht man einen Schritt weiter und richtet seinen Fokus auf die daraus resultierenden neuen Möglichkeiten für die Forschungsdisziplinen Kodikologie und Restaurierungswissenschaft, lassen sich weitere Gemeinsamkeiten erkennen: beide bedienen sich derselben Techniken – der Bildverarbeitung und Mustererkennung – um neue Erkenntnisse und Arbeitsabläufe zu kreieren (vgl. Weber / Hähner 2014: 139ff und Busch / Chandna 2017), beide stehen vor den selben Herausforderungen, wie dem Mengenbetrieb sowie der daraus resultierenden Verwaltung großer Datenmengen. urn:cts:dhd:2018.busch_hannah_auf_der_suche_nach_der_verlorenen_materialit_t_:1.4.1 Hinsichtlich der authentischen Abbildung originaler Materialität im Digitalisat stellt sich immer auch die Frage nach dem ‚digitalen Erhaltungszustand‘. Informationsverluste bei der Digitalisierung betreffen v.a. Farbigkeiten und Oberflächenstrukturen, letztere sind in herkömmlichen Auflichtaufnahmen kaum wahrnehmbar, sodass Tiefendimensionen eingeebnet sind. Die Restaurierung arbeitet im Rahmen von Dokumentationen mit Streiflicht und Durchlicht, um Unebenheiten, Knicke, Risse, Trockenstempel, Linierungen etc. sichtbar zu machen. Könnten solche Aufnahmetechniken in Digitalisierungsprozesse einbezogen werden, um kodikologische Merkmale im Digitalisat zu bewahren? Und wie können die Resultate von restauratorischen Dokumentationen erfasst und beispielsweise in die Metadaten digitalisierter Sammlungen einfließen? Verschiedene Belichtungsarten (UV, IR etc.) eröffnen auch Zugänge zu nicht nur ‚einer Materialität‘, z.B. können durch die unterschiedliche Reichweite der Strahlungen frühere materielle Zustände ‒ z.B. gelöschte oder überdeckte Schriftzeichen ‒ rekonstruiert, sichtbar und darstellbar gemacht werden, vgl. Archimedes Palimpsest oder die Weimarer lösch- und brandgeschädigte Notenhandschriften (Weber / Hähner 2014: 140ff.). urn:cts:dhd:2018.busch_hannah_auf_der_suche_nach_der_verlorenen_materialit_t_:1.5.1 Die authentische Wiedergabe kodikologischer Merkmale ist nicht zuletzt für Methoden der digitalen quantitativen Kodikologie relevant (vgl. Chandna et al. 2015). Untersuchungen zur Mise-en-page etwa (bspw. Verhältnis von beschriebenem und unbeschriebenem Raum einer Handschriftenseite) würden zu realistischeren Ergebnissen führen, wenn mit einbezogen werden könnte, ob eine Handschrift einer Trockenreinigung, Bleiche o.ä. unterzogen worden ist, da dies Einfluss auf den Ist-Zustand des Textträgers hat. Durch die durchgeführten Maßnahmen weichen Farbwerte von Handschriften gleicher Provenienz, gleichen Alters und gleicher Materialität voneinander ab; der Kontrast von Schrift zu Hintergrund verändert sich. Durch die Festlegung eines Koeffizienten zur Korrektur dieser Abweichung könnte dem entgegengewirkt und eine größere Vergleichbarkeit gewährleistet werden. Die Dokumentation von Restaurierungsmaßnahmen könnte ein solches Verfahren ermöglichen. Andersherum könnten Techniken der Datenverarbeitung aus den DH genutzt werden, um restaurierungsrelevante Daten wie Schadensbilder, Zustandsbeschreibungen oder objektbezogene Informationen zum Einband etc. zu erfassen, die etwa für die Vorbereitung von großangelegten Restaurierungsmaßnahmen genutzt werden könnten. In Prozessen der Bestandserhaltung und Restaurierung von Schriftgut – wie sie zum Beispiel vor der Digitalisierung oder nach Notfällen wie Bränden und Archiveinstürzen durchgeführt werden – stehen die materiellen Aspekte der Objekte bei der Schadensdokumentation im Mittelpunkt und werden in schriftlichen Schemata festgehalten; die Inhalte der Dokumentationen werden aber nur teilweise und eher selten in weiteren Projekten weitergenutzt oder virtuell zur Verfügung gestellt. In der HAAB Weimar wird an einer digitalen Form des dort analog verwendeten Dokumentationsschemas gearbeitet; im Bibliothekskatalog sind für die beim Brand geschädigten Exemplare Felder zur Materialbeschreibung und der Art des Schadens vorgesehen. Umgekehrt werden bei der Digitalisierung Materialdaten nicht erfasst, die sowohl für die Forschung als auch für die Bestandserhaltung (Langzeitarchivierung und analoger Objekterhalt) von Bedeutung sein könnten. urn:cts:dhd:2018.busch_hannah_auf_der_suche_nach_der_verlorenen_materialit_t_:1.5.2 Mit dem hier skizzierten Beitrag soll nicht nur eine Kritik an der bisherigen Digitalisierungspraxis ohne ausreichende Einbeziehung der Restaurierungswissenschaften geübt werden, sondern vielmehr das mögliche Potenzial der interdisziplinären Zusammenarbeit bei zukünftigen Initiativen an konkreten Anwendungsbeispielen aufzeigen. Darüber hinaus erhoffen wir uns, das Thema interdisziplinärer Synergieeffekte hinsichtlich der Erfassung von Materialität in Digitalisaten ins Gespräch zu bringen und Anregungen zu sammeln, inwiefern sich der vorgestellte Ansatz in Zukunft in der Praxis umsetzen lässt. urn:cts:dhd:2018.busch_hannah_auf_der_suche_nach_der_verlorenen_materialit_t_:2.1 Bsp. der Steppkapitale der neugebundenen Mattheiser Handschriften in Trier, die vor der Digitalisierung aufgelöst und hinterher wieder erneuert werden mussten, um den nötigen Aufschlagwinkel zu erreichen. Den größten Bekanntheitsgrad haben hier vermutlich der Grazer Büchertisch und der Wolfenbütteler Buchspiegel, aber auch Aufsichtsscanner liefern digitale Aufnahmen die hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden. Nicht zuletzt entsteht so auch ein Instrument für die Institutionen, ihre Relevanz für die Öffentlichkeit nachzuweisen (z.B. durch die Zahl der Zugriffe auf die digitalisierten Bestände). In Zeiten, in denen eine Vielzahl kultureller Einrichtungen um verhältnismäßig wenige öffentliche finanzielle Mittel buhlen muss und Evaluierung einen Teil des Arbeitsalltags ausmacht, ist es unerlässlich geworden, ein öffentliches Interesse der eigenen Tätigkeit nachweisen zu können, um mit einer Zuwendung bedacht zu werden (s. bspw. Knoche 2017). Welchen Nutzen birgt das Digitalisat, abgesehen von der Bereitstellung und Zugänglichmachung von Texten inklusive eines Eindrucks des originalen Textträgers? Welche Erkenntnisse kann uns die Materialität liefern? Wir können wir sie digital Erfassen und Präsentieren? Welchen Verlust der Materialität im Digitalen haben wir tatsächlich zu verzeichnen? Siehe hierzu Initiativen wie den Berliner Appell aus dem Jahr 2013 und dem Weimarer Appell von 2014. An dieser Stelle sei auf den im Dezember 2015 veröffentlichten Masterplan zur „Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften in deutschen Bibliotheken“ verwiesen. Die Verlust- und Schadensdokumentation der HAAB Weimar ist unter einsehbar [letzter Zugriff 24. September 2017]. urn:cts:dhd:2018.busch_hannah_auf_der_suche_nach_der_verlorenen_materialit_t_:2.2.1.6 Schreiber, Carolin / Fabian, Claudia (Red.) (2015): Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften in deutschen Bibliotheken. Masterplan. München. http://www.handschriftenzentren.de/wp-content/uploads/2016/06/Priorisierungsfragen-Masterplan_pub.pdf urn:cts:dhd:2025.wegener_marius_kontrollierte_vokabulare_thesauri_klassifik:1.1.1 Die Bedeutung von Vokabularen und Normdaten hat sich in der digitalisierten Welt intensiv gewandelt. Sie besitzen wesentliche Funktionen bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz und Natural Language Processings (Ehrmann 2024), aber auch bei der Datenkuration, -erschließung,-vernetzung und letztlich bei der Datenanalyse. Mit der Digitalisierung steigt daher auch das Interesse an Vokabularen und Normdaten rasant. Gleichzeitig wächst die terminologische Unübersichtlichkeit. Dabei ist heute nicht immer klar, was genau unter kontrollierten Vokabularen, Thesauri oder Ontologien zu verstehen ist, wo Schwerpunkte, Zielsetzungen oder Nutzungsoptionen genau liegen. urn:cts:dhd:2016.posters.048:1.5 Das dariahTeach Projektkonsortium, bestehend aus Maynooth University (Koordination), Aarhus Universitet , Athena Research and Innovation Center in Information Communication & Knowledge Technologies , Belgrade Centre for Digital Humanities , Erasmus Universiteit Rotterdam , Österreichische Akademie der Wissenschaften und Université de Lausanne erarbeitet zumindest 5 Kernmodule zu den folgenden Themen: Einführung in Digital Humanities; Textkodierung; Multiliteralität und audio-visuelle Medien; Ontologien & Wissensrepräsentation; Retrodigitalisierung von Wörterbüchern. urn:cts:dhd:2020.engl_elisabeth_volltexttransformation_fruehneuzeitlicher_druc:1.3.9 Bibliotheken geben den Nutzenden mit ihrem Bestand und dessen Erschließung ein Qualitätsversprechen. Die Nutzenden können sich auf die vorhandenen Daten verlassen und sie z.B. in Bibliographien verwenden. Das Volltextangebot aus der automatischen Texterkennung kann dagegen häufig nur unpräzise als “schmutzige OCR” bezeichnet werden. Diese pauschale Angabe ermöglicht den DH keine verlässliche Qualitätseinschätzung und führt dazu, dass Volltextbestände oft a priori als minderwertig eingeschätzt werden. Daher besteht die Gefahr, dass projektintern eine erneute Volltextdigitalisierung durchgeführt wird, die nicht immer sinnvoll ist, da die Erkennung teilweise nur durch eine Korrektur verbessert werden könnte. Oder es könnten im umgekehrten Fall auf Grund einer ungenauen bzw. zu groben Einschätzung aufwendige Korrekturen vorgenommen werden. In beiden Fällen werden finanzielle und personelle Ressourcen verschwendet. urn:cts:dhd:2020.engl_elisabeth_volltexttransformation_fruehneuzeitlicher_druc:1.4.1 Zu 1: Die bisherigen umfassenden Bilddigitalisierungsarbeiten im VD17 wurden über einen Masterplan gesteuert, um die große Anzahl an Titeln effizient, in nachnutzbarer Form verarbeiten zu können und Doppelarbeiten zu vermeiden. Ein ähnliches Vorgehen, bei dem die zu prozessierenden Titel an interessierte Einrichtungen verteilt werden, dürfte auch für die Volltexttransformation der VD zielführend sein. Die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für diese Arbeiten wurden von dem OCR-D-Koordinierungsprojekt um die Jahreswende 2019/2020 durch eine Umfrage mit den VD-Bibliotheken zusammengetragen. OCR-D wird die mehrjährige Projekterfahrung im Austausch mit den verschiedenen Stakeholdern nutzen, um die Nachnutzbarkeit von Daten und Abläufen zu verbessern, sowohl mit technischer Dokumentation und Best Practices, als auch als Katalysator für einen ergebnisorientierten, inklusiven Diskurs zur Etablierung von Standards. urn:cts:dhd:2020.engl_elisabeth_volltexttransformation_fruehneuzeitlicher_druc:2.2.1.6 Kempf, Klaus (2015): „Data Curation oder (Retro-)Digitalisierung ist mehr als die Produktion von Daten“ in: o-bib 4: 268–278. urn:cts:dhd:2017.vortrag.vonwa:1.6 Der Open- Trend ist eine Chance: Der Ruf nach Öffnung von Daten ist ein weltweiter Trend, die Rede ist von Open Access, Open Government Data, Open Data, OpenGLAM, usw. Gedächtnisinstitutionen – oder eben die mit dem Akronym GLAM gemeinten Galleries, Libraries, Archives and Museums – folgen bei der Erschliessung internationalen Standards und verwenden Normdaten. Ihre Metadaten, vor allem die bibliografischen Beschreibungen der Bibliotheken, gelten als qualitativ hoch stehend. Mit den fortwährenden Digitalisierungsbemühungen werden ausserdem laufend attraktive Inhalte auf verschiedenen Plattformen online gestellt. Communities wie die Wikipedianer, Open Data- und Public Domain-Aktivistinnen, sowie Forschende der Digital Humanities interessieren sich für diese Daten, sofern sich diese dank einer freien Lizenz problemlos weiterverwenden lassen. urn:cts:dhd:2020.schlicht_helene_opaque_digitale_arbeitsumgebung_fuer_die_hu:1.1.4.4 Bezüglich der Qualität der Eingabedateien (z.B. Scans) offerierenwir Hinweise zur bestmöglichen Digitalisierung von Ausgangsmaterialienund orientieren uns an gängigen Standards zur Speicherung undVeröffentlichung von Forschungsdaten (z.B. FAIR), um deren Nachnutzungzu gewährleisten. Dies schließt neben den Forschungsdaten auch dieNachhaltung und Bereitstellung von für den Forschungsprozess genutzterSoftware in den jeweils genutzten Versionen mit ein, um dieReproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen sicherzustellen. urn:cts:dhd:2022.klaes_jan_sebastian_volltexterkennung_fuer_historische_sammlu:1.1 Mit der Initiierung und Durchführung von Massendigitalisierungsprojekten haben Bibliotheken eine wesentliche Grundlage für den Zugang und die Nutzung digitaler Quellen geschaffen. Vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung digitaler Forschungsmethoden u.a. im Bereich der Digital Humanities stellt sich nun zunehmend die Frage nach der Qualität der Volltexterkennung (OCR). Die Volltextqualität in den digitalen Sammlungen ist dabei nicht nur abhängig von Materialbesonderheiten, sondern auch von dem eingesetzten Texterkennungssystemen und deren Weiterentwicklungen. urn:cts:dhd:2022.klaes_jan_sebastian_volltexterkennung_fuer_historische_sammlu:1.2 Die Zusammenarbeit zwischen dem Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI), dem Zentrum für Philologie und Digitalität “Kallimachos” (ZPD) und dem Lehrstuhl für Mensch-Computer-Interaktion (HCI) der Universität Würzburg zielt darauf ab, das Web-GUI-basierte Open-Source-Werkzeug OCR4all (Reul et. al 2017; 2019) so zu erweitern und anzupassen, dass Bibliotheken und Archive bei ihrer Massendigitalisierung die im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten OCR-D-Verbundprojekts (Engl, 2020) erarbeiteten Lösungen niederschwellig, flexibel und eigenständig einsetzen können. Als Use Case fungiert die Forschungsbibliothek des GEI mit ihrer digitalisierten Schulbuchbibliothek GEI-Digital. urn:cts:dhd:2022.klaes_jan_sebastian_volltexterkennung_fuer_historische_sammlu:1.4 Die besonderen Bedarfe nach hochwertiger Texterkennung unter der Gruppe der Forscher*innen und der digitalen Schulbuchbibliothek wurden 2014 in Form einer Befragung ermittelt. Darauf aufbauend erfolgte eine Studie zur Qualität der Texterkennung der seit 2009 eingesetzten kommerziellen und Open-Source-Softwarelösungen für Texterkennungsverfahren bei der Massendigitalisierung. Die Ergebnisse der Studie zeigten auf, das Massenverfahren nicht die Bedarfe der Forscher*innen decken. Der digitale Bestand weist erhebliche Unterschiede in der OCR-Qualität auf, auch weil ein komplexes Layout und uneinheitliche Typographien noch immer große Hürden für eine hochwertige Volltexterkennung darstellen. Um die OCR-Qualität gezielt zu verbessern, soll ausgehend vom konkreten Use Case der Forschungsbibliothek des GEI ein möglichst generisch anwendbares Verfahren implementiert werden, das eine nach Sammlungen mit jeweils ähnlicher Materialgrundlage organisierte Volltexterkennung erlaubt. urn:cts:dhd:2018.schassan_torsten_im_netz_der_moeglichkeiten_wechselwirkung:1.5.1 Wo nun mehr Texte in TEI-konformer Auszeichnung vorliegen, umso wichtiger wird die Existenz von Tools, um diese Daten zu nutzen. Wo Text- und Image-Digitalisierung Quellen einfacher zugänglich macht, werden diese Materialien potentiell als Gegenstand der Digital Humanities nützlich. Ähnlich wie bei der Theorie- oder Methodenbildung befruchten sich zur Verfügung stehende Materialien und daran anzulegende Fragestellungen gegenseitig. Die Kritik der digitalen Methoden wird hier ansetzen müssen, wo das Markup vom Ende her zu denken ist, weil bestimmte Funktionalitäten gewünscht sind: Dokumente sollen nach bestimmten Kriterien sortiert werden? Was bedeutet dies für die Aufbereitung der Daten? – Dokumente sollen im Rahmen des LOD genutzt werden? Welche Eigenschaften müssen sie hierfür haben? urn:cts:dhd:2020.roeder_torsten_digital_humanities_from_scratch:1.1.3 Angesichts der voranschreitenden Digitalisierung aller Wissenschaftszweige ist DH-Koordination als grundlegende Aufgabe aller Wissenschaftseinrichtungen anzusehen. Hinzu kommt die allgemeine Forderung nach Interdisziplinarität und Methodenvielfalt, die durch Vernetzung verschiedener Fachbereiche, in den Geisteswissenschaften aber speziell durch die Öffnung für digitale Arbeits-, Forschungs- und Publikationsverfahren erwidert werden kann. Allerdings kann die Vielfalt an den Möglichkeiten, die sich durch Digitalisierung und speziell im Feld der DH bieten, sowie die Komplexität der Anforderungen, die dies an den Wissenschaftsbetrieb stellt, für Forschende und Institutionen eine Überforderung bedeuten und Unsicherheit erzeugen. Ein zentrales Anliegen der DH-Koordination liegt deshalb darin, Prozesse des Umdenkens und Neugestaltens zu begleiten, (Denk-)Räume zu schaffen, zu öffnen und darin Handlungsoptionen zu vermitteln („Change Management“). urn:cts:dhd:2020.roeder_torsten_digital_humanities_from_scratch:1.1.4 Versteht man die DH als Teil eines umfassenden Digitalisierungsprozesses, sind sie als Vielzahl von Schnittstellen zwischen Forschenden, Lehrenden, Studierenden, Bibliothek, IT, Administration, Leitung, Forschungsförderung etc. anzusehen. Diese Schnittstellen können, wenn nicht als (Kompetenz-)zentren, in Form von Arbeitsgruppen, Schulungen, Veranstaltungen etc. ausgestaltet werden, benötigen aber Organisation und Moderation. Dies bringt aktuell mehrere Problemstellungen mit sich. Zuvorderst konfligieren hier typische DH-Stellenprofile (mit vornehmlich informationstechnischen Qualifikationen) mit dem tatsächlichen Aufgabenfeld der DH-Koordination: Kommunikation, Vermittlung, Projektmanagement, Outreach, vielfach auch institutionelle Strategie (Wuttke 2019). Desweiteren sind DH-Koordinationsaufgaben an Universitäten oft fächer- oder fakultätsübergreifend angelegt, Forschungsverbünde schaffen Querschnittsstellen, und Akademien pflegen zum Teil eigene Referate; auch die Verortung der Stellen (Bibliothek, Administration, Forschungsabteilung) wird sehr unterschiedlich gehandhabt. urn:cts:dhd:2022.kurz_stephan_protokolle_modellierung_einer_administrativen_:2.1.1.5 Neuber, Friederike / Thorsten Schaßan / Dominik Kasper / Martina Gödel / Thomas Stäcker. (2020). Altbausanierung mit Niveau – die Digitalisierung gedruckter Editionen (DHd 2020, ) urn:cts:dhd:2020.mertgens_andreas_re_collecting_theatre_history_wissensdin:1.2.1 Aus methodischer Sicht lässt sich das Projekt auf den ersten Blick zwar noch als klassische Nachlassdigitalisierung und Erschließung beschreiben, doch schon auf den zweiten Blick wird deutlich, dass die einfache Erfassung von objektbezogenen Metadaten keine ausreichende Datengrundlage für die intendierte Aufdeckung und Erforschung der beschriebenen komplexen Netzwerk- und Interaktionsstrukturen bieten würde. Die Gesamtheit der Objekte und, in Konsequenz daraus, die Objektdatenbank bildet zwar das Rückgrat des Projektes, sie muss aber den gesamten sozio-historischen Wirkungsraum und Kontext der Objekte erfassen können und darf nicht auf die reine materielle Beschreibung beschränkt sein. urn:cts:dhd:2018.althof_daniel_neue_wahlverwandtschaften:1.1.3.1 Die Liste der Einwände könnte sicherlich detailliert fortgeführt werden. Der Vortrag soll jedoch nicht noch einen Grund mehr zu dieser Liste hinzufügen. Vielmehr soll aus der Kernkompetenz der DH, nämlich aus der Digitalisierung, eine intime Verbindung mit den Anliegen der GW herausgearbeitet werden. Es ist also nicht Ziel des Vortrages, die Kluft zwischen den Paradigmen (aus Geistes- und Naturwissenschaften) vermittels einer Rückbesinnung auf eine Kompetenz der GW (äußerlich) zu überbrücken (wie es (Liu 2012) Liu 2012 8 (Liu 2012) 8 8 5 Liu, Alan Gold, Matthew K. Where is Cultural Criticism in the Digital Humanities? Debates in the Digital Humanities 490-509 2012 Minneapolis The University of Minnesota Press ?> oder auch (Berry und Fagerjord 2017) Berry 2017 4 (Berry and Fagerjord 2017) 4 4 6 Berry, David M. Fagerjord, Anders Digital Humanities: Knowledge and Critique in a Digital Age 2017 London Polity Press ?> tun). Es ist die Ambition, eine Wesensverwandtschaft in den Heuristiken zu enthüllen, die sich aus dem Charakter der Digitalität selbst entwickeln lässt. Hermeneutik und Computation müssen auf diese Weise also nicht extern (über pragmatische Argumente) verklammert, sondern können vermittelt über Digitalität immanent ineinander überführt werden. Auf diese Weise entsteht eine neue Wahlverwandtschaft zwischen Hermeneutik und Computation. Und so wird eine kleine Theorie der Digitalität zu entwickeln sein, die die Limitation der mathematisch-logische Formalisierung transzendiert. Das Ergebnis ist damit ein Verständnis von Digitalisierung, das den Einsatz von Computern in den GW nicht nur als gewinnbringendes Unterfangen zeigt, sondern sogar als folgenrichtigen Schritt ausweist. urn:cts:dhd:2018.althof_daniel_neue_wahlverwandtschaften:2.1 Das reicht zurück bis Francis Bacon, der mit der Scholastik gebrochen hat. Dass Induktion für die Rechtfertigung einer Theorie nicht hinreichend ist und im weiteren Verlauf der Wissenschaftsgeschichte weiter ausdifferenziert werden wird, sei hier der Vollständigkeit halber angemerkt. Vgl. hier die exemplarischen Positionen von August Comte (Comte 1830-1842) Comte 1830-1842 12 (Comte 1830-1842) 12 12 6 Comte, Auguste Cours de la philosophie positive 1830-1842 Paris Bachelier ?> und John Stuart Mill (Mill 1974) Mill 1974 13 (Mill 1974) 13 13 6 Mill, John Stuart John M. Robson A System of Logic Ratiocinative and Inductive The Collected Works of John Stuart Mill VII+VIII 1974 London/Toronto Routledge and Kegan Paul/University of Toronto Press ?>. Vgl. den Wiener Kreis, aber auch den frühen Ludwig Wittgenstein (Wittgenstein 1998). So z.B. bei Karl Popper (Popper 2005). Vgl. wiederum den Wiener Kreis und besonders Bertrand Russel. Gewichtige Argumente gegen die Sinnhaftigkeit eines solchen Vorhabens versammelt (Marche 2012) Marche 2012 9 (Marche 2012) 9 9 56 Marche, Stephen Literature Is not Data: Against Digital Humanities Los Angeles Reviews of Books 2017 22. September 2012 ?> Ich werde diesen terminus technicus hier verwenden, um damit die computerseitigen Prozesse der Digitalisierung abzubilden, die eine sozio-kulturelle Umwälzung ist. Datenverarbeitung als Alternativ-Begriff wäre zu eng gefasst. urn:cts:dhd:2023.hopp_meike_provenienzforschung_und_ihre_quellenbestaende_akt:1.8 Allerdings gibt es aktuell verschiedene Ansätze zur Aufarbeitung von Archivbeständen stärker maschinell gestützten Verfahren einzusetzen, die über Volltexterschließung, Natural Language Processing (NLP) oder der Named Entity Recognition (NER) Dokumente zugänglich machen. Doch auch hier bliebt fraglich wie z.B. ein bundesweit angelegtes Projekt zur Digitalisierung der Wiedergutmachungsakten die zahlreichen archiv- und personenschutzrechtlichen Beschränkungen und Fristen umgehen wird bzw. wie transparent die Ergebnisse schließlich publiziert werden können, womit alle Digital-Projekte in diesem sensiblen Bereich in rechtlichen Grauzonen agieren. Bedarf es nicht sogar gerade in diesem Fall eines speziellen Schutzes von Daten zu Opfern der NS-Verfolgung? Die Akten, mit denen die Provenienzforschung arbeitet, sind Zeugnisse eines totalitären Unrechtsregimes. Neben den Akten der Finanzämter, die Auskunft über Vermögenswerte und fiskalische Verfolgung geben, erlauben Auflistungen des vor der Emigration in den Speditionen deponierten Hausrats unmittelbare Einblicke in Hausstand und Familienleben. Schließlich finden sich in Entschädigungsverfahren nicht selten Zeugnisse, die Foltermethoden benennen, die die Geschädigten über sich ergehen lassen mussten, ebenso sowie die davongetragenen medizinischen Spätfolgen. Dürfen wir heute über dieses Wissen, diese Daten frei verfügen? urn:cts:dhd:2016.posters.038:1.2.1 In der Romanistik wird zunehmend wahrgenommen, wie der geisteswissenschaftliche Alltag seit einigen Jahren tiefgreifenden und nachhaltigen Veränderungsprozessen unterliegt, die auf der gesellschaftlich und technologisch bedingten Bedeutungszunahme und zunehmenden Selbstverständlichkeit der Verwendung von digitalen Medien, elektronisch verfügbaren Informationen und computergestützten Werkzeugen beruhen. Die weitreichende und immer stärkere Vernetzung der Forschenden, die schnellere Kommunikation von Forschungsergebnissen und die zunehmende Digitalisierung der Forschungsgegenstände sind in diesem Kontext nur drei zentrale Aspekte eines weitreichenden Prozesses, der bekanntlich häufig unter dem Stichwort der „Digitalen Geisteswis-senschaften“ verhandelt wird. Der Vorstand des Deutschen Romanistenverbands hat die Einrichtung der Arbeitsgruppe „Digitale Romanistik“ gut geheißen, weil es sich hier gleichermaßen um ein wissenschaftliches und wissenschaftspolitisches Arbeitsfeld handelt. Die deutschsprachige Romanistik sollte über die Möglichkeit verfügen, sich in die zunehmend wichtigen Prozesse von Standard- und Normsetzungen in diesem Bereich einbringen zu können. urn:cts:dhd:2016.posters.038:1.3.1 Das übergeordnete Ziel der Arbeitsgruppe „Digitale Romanistik“ ist es, die Konsequenzen der Digitalisierung in ihren Herausforderungen und Chancen für unterschiedliche Fachgebiete und Teilaspekte zu reflektieren. Dies bedeutet, die spezifische Perspektive der romanistischen Sprach-, Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften sowie der Fachdidaktik auf die Digitalisierung sichtbar zu machen und die Bedürfnisse der Romanistik an digitale Datenbestände, Infrastrukturen, Ausbildungsmöglichkeiten, Förderstrategien und vieles mehr zu formulieren. Die Arbeitsgruppe möchte auf diese Weise den DRV und die Romanistik als Fach dabei unterstützen, zu den anstehenden Fragen eigene Positionen weiter zu entwickeln, Empfehlungen für Zukunftsstrategien zu formulieren, sich aktiv an nationalen und europäischen Prozessen zu beteiligen sowie das bedeutende Gewicht der Romanistik in den Geisteswissenschaften auch im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften gegenüber Forschungsförderern, Universitätsleitungen und der breiteren Öffentlichkeit deutlich zu machen. Außerdem wollen wir Ansprechpartner für Kolleg_innen sein, die mit konkreten Fragen zum Thema Digitale Romanistik an die Arbeitsgruppe heran treten möchten, weiterführende Informationen benötigen oder eine strategische Beratung suchen. urn:cts:dhd:2023.horstmann_jan_grenzen_der_offenheit_eine_digitale_sammlung_:1.2.3 Zu Beginn lag ein Großteil der physischen Artefakte als ungesichtete Blattsammlungen in Kartons vor, zu denen nur in Teilen Metadaten erfasst waren. Daten auf Artefaktebene oder auch Aussagen über mögliche Ordnungsprinzipien in Bezug auf Kartons oder andere physische Objektklammern gab es i.d.R. nicht. Die Digitalisate bisher nicht archivierter Schriftstücke wurden daher mit Inventarnummern versehen, die Rückschlüsse auf Ort, Lagerform und Blattnummer zulassen. Auf diese Weise sollte die Wiederauffindbarkeit der physischen Blätter an den jeweiligen (musealen) Standorten gewährleistet sein, um einem durch die Digitalisierung möglicherweise entstehenden Informationsverlust (Bindung, Ordnungsprinzipien) entgegenzuwirken. Anschließend wurden die Digitalisate inklusive der bereits existierenden Metadaten in eine easydb-Datenbank importiert. Die an der ULB Münster betriebene Datenbank erlaubt eine flexible Gestaltung des Datenmodells, sodass auf die Anforderungen des interdisziplinären Forschungs- und Erschließungsprojekts eingegangen werden konnte. Geschaffen wurde so eine standardisierte Datenbank, in welcher die heterogenen Bestände unterschiedlicher Provenienz zusammengeführt, erfasst und verwaltet werden. urn:cts:dhd:2023.horstmann_jan_grenzen_der_offenheit_eine_digitale_sammlung_:1.5.7 Wie diese Balance aussehen sollte, ist, wie das Beispiel der Daten der Arzneimittelrezepte zeigt, nicht einfach zu beantworten. Es zeigt sich, dass eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Frage hilfreich wäre, um gegebenenfalls rechtliche Rahmenbedingungen neu zu bewerten. Für Museen ergibt sich mit diesem Aspekt der Digitalisierung die neue Herausforderung, wie sie einerseits dem Anspruch des Open Access genügen können und andererseits den Schutz der Daten vor Zugriff durch rechtlich Unbefugte gewährleisten. Dieser Beitrag veranschaulicht jene Herausforderung, ohne eine eindeutige Empfehlung aussprechen zu können. urn:cts:dhd:2023.horstmann_jan_grenzen_der_offenheit_eine_digitale_sammlung_:2.2.1.6 DFG-Praxisregeln Digitalisierung [12/16]. https://www.dfg.de/formulare/12_151/ (zugegriffen: 28. Juli 2022). urn:cts:dhd:2019.roeder_torsten_digital_humanities_from_scratch_:1.4.5.1 Die DH verändern das traditionelle Verhältnis zwischen Fachwissenschaft, IT/Rechenzentrum und Bibliothek. Deren Aufgabenfelder greifen an mehreren Stellen ineinander und überlagern sich, sind jedoch von unterschiedlichen Aufgaben und Mandaten geprägt. Während die IT die Grundversorgung mit EDV und Netzinfrastruktur stellt, benötigen die DH spezifische Entwicklungsumgebungen und Webapplikationen. Ebenso fordern sie bei Bibliotheken informationswissenschaftliche Expertise, spezielle Digitalisierungsverfahren sowie Datenmodellierung, -archivierung und -kuration an, während bisher bibliografische Erfassung und Literaturbeschaffung das Arbeitsfeld dominierten (Maier 2016). Die neuen Aufgaben übersteigen nicht selten die inhäusigen Kapazitäten und Kompetenzen. Wie können IT und Bibliothek in den Aufbau von DH-Strukturen integriert werden? Was ist bei der Nutzung außerhäusiger Dienste zu berücksichtigen? urn:cts:dhd:2019.roeder_torsten_digital_humanities_from_scratch_:1.5.6.1 Die Abteilung Digital Humanities am Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris wurde Ende 2014 eingerichtet und arbeitet an der Schnittstelle zwischen kunstgeschichtlicher Forschung und IT. Neben der Durchführung eigener Forschungsarbeit auf diesem Gebiet versteht sie sich als Ansprechpartnerin für alle Abteilungen des Hauses bei Fragen rund um Digitalität in der Forschung. Dazu gehören sowohl die Konzeption digitaler Editionen, die Digitalisierung und Pflege geisteswissenschaftlicher Forschungsdaten als auch deren Analyse. Die Verknüpfung mit den internationalen Entwicklungen der Forschungsgemeinschaft geschieht direkt aus den Forschungsvorhaben und Kollaborationen heraus. urn:cts:dhd:2019.kissinger_timo_nomisma_org_numismatik_und_das_semantic_web:1.6.1 Die Digitalisierung von „Fundmünzen der römischen Zeit in Deutschland“ erweist sich als anspruchsvoll. Der Ansatz, die Daten über reguläre Ausdrücke zu gewinnen und zu extrahieren, erscheint bisher am vielversprechendsten. Die dabei auftretenden Abweichungen zwischen den Münzfundkomplexen lassen sich durch auf die FMRD-Struktur zugeschnittene Ausdrücke ausbessern. So erhoffen wir uns, die bisher über Nomisma.org veröffentlichten Datenbestände durch wichtige archäologische Kontexte zu erweitern und zu bereichern. urn:cts:dhd:2022.hall_mark_workshop_repraesentativitaet_in_digitalen_archiven:1.2 Das digitale Archiv reduziert dabei per se die Barrieren, die den Zugriff auf die Artefakte im physischen Archiv erschweren. Zugleich fügt das digitale Archiv zusätzliche Abstraktions- und Verarbeitungsschichten zwischen den physischen Artefakten und den digitalen Repräsentationen ein. Historische Artefakte müssen zuerst digitalisiert werden, dann mit Metadaten versehen und schlussendlich auffindbar gemacht werden. Wenn auf den digitalisierten Inhalten des digitalen Archivs aufbauend gearbeitet wird, dann repräsentiert jeder dieser Schritte einen Eingriff in die Datengrundlage mit dem Potential, die Arbeitsergebnisse zu verzerren. Welche Artefakte werden im Digitalisierungsprozess priorisiert? Wer erzeugt wie die Metadaten für die digitalisierten Artefakte? Wie werden die gesuchten Artefakte im digitalen Archiv gefunden? Die Antwort auf jede dieser Fragen beeinflusst die Repräsentativität des Archivs insgesamt und die Verlässlichkeit der darauf aufbauenden Ergebnisse. urn:cts:dhd:2022.hall_mark_workshop_repraesentativitaet_in_digitalen_archiven:1.3 Die Frage der Repräsentativität wird insbesondere im Rahmen der Intersektionalitätsforschung aktuell stark thematisiert, nicht selten verbunden mit einer Kritik, u.a. an den Digital Humanities (vgl. Risam, 2015), wobei die zugrundeliegende Debatte zum Kanon und der Kritik daran, dass er zu ‘weiß’ und zu ‘männlich’ sei, bis in die 1960er Jahre zurückreicht. Das Bewusstsein wächst dabei bei verschiedenen Akteuren, dass Auswahlen, und insbesondere auch Digitalisierungsprozesse, Ergebnisse hegemonialer Machtstrukturen sein können und es wird mit entsprechenden Erklärungen und Selbstverpflichtungen darauf reagiert (z.B. Ziegler, 2019). Das wird etwa auch vor dem Hintergrund des postcolonial computing thematisiert (Irani et al., 2010; Chan, 2017; Kizhner et al., 2021). urn:cts:dhd:2022.hall_mark_workshop_repraesentativitaet_in_digitalen_archiven:1.5 Die Komplexität in dieser Frage ergibt sich nicht zuletzt daraus, dass die Interessen und Anforderungen einer Reihe von Akteuren zusammentreffen, insofern es sich bei der Digitalisierung um ein ‚boundary object‘ handelt (Star & Griesmer, 1989). Geisteswissenschaftler_innen, die mit den digitalen Archiven arbeiten wollen, Archivar_innen, die Digitalisierungs- und Metadatenprozesse leiten und durchführen, Geldgeber_innnen, die Mittel für die Digitalisierungsprozesse bereitstellen, und Informatiker_innen, die Archivierungs- und Suchsoftware entwickeln – jede dieser Gruppen hat unterschiedliche Sichtweisen darauf, was Repräsentativität für sie bedeutet, aber was fehlt, ist ein Forum, in dem ein Austausch über diese Fragen über die Gruppengrenzen hinweg möglich ist. urn:cts:dhd:2022.hall_mark_workshop_repraesentativitaet_in_digitalen_archiven:1.9.1 Im Rahmen des DHd 2022 findet ein ganztägiger Workshop statt, der sich der Frage der Repräsentativität im digitalen Archiv widmet. Diese Frage wird insbesondere im Rahmen der Intersektionalitätsforschung stark thematisiert, nicht selten verbunden mit einer Kritik, u.a. an den Digital Humanities. Welche Artefakte werden im Digitalisierungsprozess priorisiert? Wer erzeugt wie die Metadaten für die digitalisierten Artefakte? Wie werden die gesuchten Artefakte im digitalen Archiv gefunden? Das Bewusstsein wächst dabei, dass Auswahlen, und insbesondere auch Digitalisierungsprozesse, Ergebnisse hegemonialer Machtstrukturen sein können, wie es u.a. das postcolonial computing thematisiert. Der zentrale Ansatzpunkt der Kritik am möglichen Quellenbias der Archive und den Digitalisaten ist zudem, dass oftmals viel zu wenig über die Zusammensetzung, die Auswahlkriterien usw. einzelner Korpora in digitalen Archiven bekannt ist und es an Transparenz mangelt. Die Komplexität ergibt sich nicht zuletzt daraus, dass die Interessen und Anforderungen verschiedener Akteur_innen zusammentreffen, die jeweils unterschiedliche Sichtweisen darauf haben, was Repräsentativität für sie bedeutet. urn:cts:dhd:2022.hall_mark_workshop_repraesentativitaet_in_digitalen_archiven:1.10.2.5 Corinna Dziudzias Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Begriffs- und Wissenschaftsgeschichte, insbesondere zur Tradierung von literarischem Wissen und Kanonbildung. Wesentlich ist dafür die Digitalisierung und die dabei beobachtbaren Effekte. urn:cts:dhd:2025.thomas_christian_faire_forschungsdaten:2.2.1.4 Neuber, Frederike, Thorsten Schaßen, Dominik Kasper, Martina Gödel und Thomas Stäcker . 2020. Altbausanierung mit Niveau – die Digitalisierung gedruckter Editionen. In: DHd 2020 Spielräume: Digital Humanities zwischen Modellierung und Interpretation. 7. Tagung des Verbands „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“ (DHd 2020), Paderborn , hg. von Patrick Helling und Christof Schöch. doi: , . urn:cts:dhd:2017.poster.schel:1.9 Als Beispiel wird hierzu ein laufendes Digitalisierungsprojekt für die genannte historische Glasdiasammlung an der Humboldt-Universität als Poster vorgestellt, an dem die genannten Aspekte dargestellt werden können. urn:cts:dhd:2018.burr_elisabeth_kinder_des_buchdrucks_im_digitalen_zeitalte:1.2.1 Dem Versuch zugrunde liegt ein Projekt, das es sich zum Ziel setzt, die kulturellen, politischen, gesellschaftlichen, ideologischen, genderbedingten etc. Vorstellungen, Ideen und Ziele, die sich hinter sprachbetrachtenden, sprachbeschreibenden und sprachnormierenden Werken, wie Grammatiken und Sprachtraktate, der frühen Gutenberg-Ära verbergen, vergleichend und in ihren Zusammenhängen über die einzelnen romanischen Kulturen und Sprachen hinweg zu untersuchen. Um diese Werke systematisch erforschbar zu machen, bedarf es allerdings zunächst einmal ihrer Digitalisierung und Erschließung. urn:cts:dhd:2018.burr_elisabeth_kinder_des_buchdrucks_im_digitalen_zeitalte:2.1.1.15 Meigret, Louis (1550): Le tretté de la GRAMMeRE FRANCOEZE . Paris: Chrestien Wechel (Digitalisat: PDF, Bayrische Staatsbibliothek, Münchner Digitalisierungszentrum Digitale Bibliothek 05.09.2015, JPG 10.11.2017). urn:cts:dhd:2019.mayr_eva_visualisierung_zwischen_pluralismus_und_fragmentier:1.1.1 Die Digitalisierung der Sammlungen zahlreicher Museen, Archive und anderer Kulturinstitutionen ermöglicht den raschen Zugang zu historisch bedeutsamen Kulturgütern: Millionen von Bildern, Skulpturen, Musik- und Schriftstücken sind heutzutage mit nur wenigen Klicks als digitale Objekte erreichbar. Allerdings gelangen klassische Such-Interfaces rasch an ihre Grenzen, wenn das Ziel die freie Exploration und die Gewinnung eines effektiven Überblicks über eine kulturelle Sammlung sind. Bei hunderten von Objekten kann eine Sammlung in den üblichen Listen- und Rasteranordnungen kaum vollständig erfasst werden. Darüber hinaus stellt die produktive und aufschlussreiche Anordnung der Exponate auf dem Bildschirm eine konzeptuelle Herausforderung dar, da viele Arrangements möglich sind und die kulturellen Sammlungen eine Vielzahl von Metadaten-Dimensionen aufweisen. Wie kann man die Darstellung von solchen multidimensionalen Datenbanken und den darin befindlichen Objekten und damit die Gewinnung eines Überblicks über kulturelle Sammlungen verbessern? urn:cts:dhd:2022.mueller_melissa_moeglichkeiten_und_grenzen_eines_digitalen_bar:2.1 Zum Begriff des kulturellen Gedächtnisses: Assmann/Assmann 1990; Assmann 1992; 1995. Welchen Beitrag Dramen zum Gedächtnis und zu Erinnerungen leisten, legt Assmann (1999) am Beispiel von Shakespeares Dramen dar. Der Persistent Identifier (PID) lautet: https://hdl.handle.net/11022/0000-0007-F00B-E . Im DFG-Projekt wurde auf eine Digitalisierung und Annotation der Kommentare verzichtet, da der Fokus auf sprachlichen Strukturen, die als interaktional zu beschreiben sind (auf die Kommentare trifft dies nicht zu), lag. urn:cts:dhd:2022.helling_patrick_pragmatisches_forschungsdatenmanagement_qu:2.2.1.3 Kleinkopf, Felicitas / Jacke, Janina / Gärtner, Markus (2021): „Text- und Data-Mining: urheberrechtliche Grenzen der Nachnutzung wissenschaftlicher Korpora und ihrer Bedeutung für die Digital Humanities“ in: MMR: Zeitschrift für IT-Recht und Recht der Digitalisierung , Jahrgang 2021, Heft 3. München: C.H.BECK oHG 196 ff. Online: http://dx.doi.org/10.18419/opus-11445 . urn:cts:dhd:2018.raunig_michael_digitale_methoden_sind_weder_digital_noch_inn:1.1.1 Das „Digitale“ hat den allgemeinen Sprachgebrauch unabhängig von unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen erreicht: Man spricht etwa von der Digitalisierung der Wirtschaft, konstatiert einen allgemeinen Trend zur digitalen Transformation oder gar einen „digital turn“, im Bildungsbereich etablieren sich Netzwerke und Initiativen wie das Hochschulforum Digitalisierung, in dessen Rahmen man sich über Anforderungen, Potenziale und Hindernisse im „digitalen Zeitalter“ austauscht ( https://hochschulforumdigitalisierung.de/ ). In Österreich wurde 2017 mit der Digital Roadmap Austria „[d]ie digitale Strategie der österreichischen Bundesregierung“ für den Bildungssektor vorgelegt ( https://www.digitalroadmap.gv.at/ ). Auch in den unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen ist eine verstärkte Auseinandersetzung mit „Digitalität“ und ihren Folgen zu beobachten, nicht zuletzt und neuerdings auch verstärkt in den Geisteswissenschaften (z. B. http://digitalitaet-geisteswissenschaften.de/ ). urn:cts:dhd:2018.raunig_michael_digitale_methoden_sind_weder_digital_noch_inn:1.2.1 Vielfach wird der Anschein erweckt, dass mit den Prozessen der Digitalisierung des Wissenschaftsbetriebs im Lehren und Lernen auch ein Aufkommen genuin digitaler Methoden und Praktiken verbunden sei, die sich einerseits grundlegend von den tradierten Methoden unterscheiden und andererseits neue Formen der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Disziplinen ermöglichen. Dieser Eindruck wird durch einen unbefangenen Sprachgebrauch in Bezug auf das Attribut „digital“ („digitale Arbeit“, „digitale Strategien“, „digitales Lernen“, „digitale Forschung“ bis hin zu neuen, „digitalen“ Wissenschaftsdisziplinen) und ungelenk-plakative Metaphorik (etwa der bereits erwähnte „digital turn“) verstärkt. urn:cts:dhd:2018.raunig_michael_digitale_methoden_sind_weder_digital_noch_inn:1.2.3 Dass Methoden per se nicht digital sind, ist einigermaßen trivial, da digital (im engeren, technischen Sinn und im Gegensatz zum Begriff „analog“) lediglich eine Form der Datenrepräsentation (Dale & Lewis 2016: 57ff) benennt. Selbst die sogenannten „digitalen Medien“, deren sich digitale Methoden bedienen, sind nur in einem abgeleiteten Sinn digital, indem ihre technische Infrastruktur auf der Verarbeitung digitaler bzw. binär codierter Daten beruht. Die wahrgenommene Umgebung, die die „digitale Medien“ konstituieren („Multimedia“), entspricht vielmehr den Mustern analoger Datenrepräsentation, da die wahrgenommenen Inhalte aufgrund ihrer hohen „Auflösung“ kontinuierlich und „naturnah“ erscheinen – seien es auch „virtuelle“ oder dynamische/interaktive Gegenstände. Man nimmt nach wie vor Text, Sprache, Ton, (Bewegt-)Bild sowie (simulierte) Objekte und Situationen über die Sinne wahr; das Digitale an den „digitalen Medien“ ist lediglich für den Computer relevant. Insofern kann die Rede von digitalen Methoden - wenn man nicht den Methodenbegriff auf maschinelle Prozesse ausdehnen will - nur auf die maßgebliche Verwendung von technischen Hilfsmitteln (PCs, mobile Geräte, Internet, World Wide Web und aufbauende Technologien) in der Wissenschaft abzielen. Kerres (2016) deutet im Anschluss an seine Problematisierung des Begriffs der „digitalen Bildung“ - der nicht ernst gemeint sein bzw. buchstäblich genommen werden könne - an, dass die gegenwärtigen, mit der Digitalisierung verbundenen Transformationsprozesse nicht als Umstellung von traditionellen/analogen auf digitale Modi (im Sinne einer Dichotomie) zu verstehen sind, sondern vielmehr als „Durchdringung“ des Digitalen, die letztlich Digital-Attribuierungen selbstverständlich und gleichzeitig überflüssig machen würden. urn:cts:dhd:2018.raunig_michael_digitale_methoden_sind_weder_digital_noch_inn:1.4.2 Die (gewiss nicht vollständig) angeführten Effekte der Nutzung digitaler Medien in der wissenschaftlichen und unterrichtlichen Arbeit sind auch dasjenige, was ihren innovativen Charakter ausmacht und eine „Digitalisierung“ von Wissenschaft und Hochschule begrüßenswert macht. Innovative Methoden ergeben sich daraus jedoch keine. urn:cts:dhd:2018.raunig_michael_digitale_methoden_sind_weder_digital_noch_inn:2.1.1.3 Kerres, Michael (2016): „E-Learning oder Digitalisierung in der Bildung: Neues Label oder neues Paradigma?“, in: Grundlagen der Weiterbildung - Praxishilfen (7.30.10.80): 159–171. urn:cts:dhd:2023.henning_pia_das_preussische_kriegsspiel_als_forschungsobjekt:1.2.1 Aus einem vorangegangenen Projekt liegen Faksimiles von 18 Originalen vor. Diese wurden mit OCR4all (Reul et al. 2019) erfasst. Da die Faksimiles in unterschiedlichen Frakturschrifttypen vorliegen, musste das OCR-Modell jeweils neu trainiert und für eine erste statistische Analyse einzeln vorverarbeitet werden. Aufgrund des Umfangs und der unterschiedlichen Bildqualität kann die Digitalisierung und Standardisierung des Korpus als zentrale Aufgabe betrachtet werden, bevor die eigentlichen Analysen stattfinden können. Die manuelle Nachkorrektur der Texte und die einheitliche Auszeichnung nach TEI ist ein laufendes Projekt. Weiterhin ist bekannt, dass diverse Übersetzungen der Regelwerke veröffentlicht wurden, allerdings sind diese noch gänzlich unerforscht und bisher nicht im Korpus integriert (Henning 2021a; 2021b, Wintjes 2022). urn:cts:dhd:2016.sektionen.003:1.1.1 Die “Digitalisierung” von Objekten hat viele Gesichter. Sie kann in einer formalisierten Beschreibung bestehen, in Abbildungen, in einer Kombination aus beidem oder in der geometrischen Nachbildung, sei diese maschinell generiert (gescannt) oder gezeichnet und konstruiert. Um mit den entstehenden digitalen Daten nachhaltig arbeiten zu können, bedarf es der Strukturierung und der Vereinheitlichung. Anders etwa als die Gegenstände des Bibliothekswesens, die Bücher, haben Artefakte der Archäologie, Kunstgeschichte und anderer Disziplinen keine standardisierten formalen Eigenschaften, die direkt erfasst werden könnten. Die Merkmale der Beschreibung müssen von außen definiert werden. Langjährige Diskussionen um zugleich spezifische und universell anwendbare Metadatenschemata wie etwa CDWA oder MIDAS zeugen von den besonderen Mühen, diese Beschreibung zu formalisieren. Ein anderer Weg, sich dem Objekt zu nähern besteht darin, es abzubilden, zu vermessen und nachzuformen. Es tritt uns dann in verschiedenen bildlichen oder graphischen Formaten bis hin zur 3D-Visualisierung entgegen. Sieht man einmal davon ab, dass die ab- und nachbildenden Formate im Fall komplexerer Artefakte oft so heterogen ausfallen, dass sie nur schwer prozessierbar sind, dokumentieren sie vor allem nicht ohne Weiteres die Bedeutung und den Sinngehalt der Gegenstände, so dass zusätzliche beschreibende Informationen notwendig bleiben. urn:cts:dhd:2016.sektionen.003:1.3.5 Dass dem so ist, liegt gewiss daran, dass in der Digitalen Kunstgeschichte anfangs nicht neue Anforderungen an ein wissenschaftliches Verweissystem im Vordergrund standen, sondern vor allem die Möglichkeiten der Digitalisierung des Primärmaterials gesehen und genutzt wurden. Kunst- und Quellenwerke standen dadurch in besserer Abbildungsqualität als je zuvor zur Verfügung, und zwar direkt auf dem eigenen Arbeitsplatz. Aufgrund der kontinuierlich wachsenden Zahl von Digitalisaten, die auf Servern in aller Welt verstreut lagen, wurde die Aufgabe wichtig, diese zu finden. Mit dem Aufkommen mächtiger Suchmaschinen wie Google, die die Indexierung dieser Primärdaten übernahmen, gewannen die sogenannten Metadaten an Bedeutung. Ziel der Anstrengungen ist seitdem, diese Metadaten möglichst zu vereinheitlichen, um weltweit mit den gleichen Suchbegriffen arbeiten zu können. Die üblichen Bezeichnungen der Artefakte, die Namen der Künstler und Auftraggeber und viele weitere Angaben werden zur Identifizierung und Katalogisierung herangezogen. Große Meta-Datenbanken wie die “Europeana” entstehen, in denen die Bestände einzelner lokaler Datenquellen gemeinsam, zentral und nach einheitlichen Prinzipien erschlossen werden. Digitale Editionen von Büchern und Texten finden Eingang in traditionelle Bibliothekskataloge und können nun auch auf konventionellem Wege gefunden werden. urn:cts:dhd:2016.sektionen.003:1.4.6 Da die zunehmende Digitalisierung von Kulturgut auch zu - in Zukunft vermutlich exponentiell schnell - wachsenden Beständen von 3D-Daten führt, gibt es bereits mehrere EU-Projekte, die an gemeinsamen Beschreibungsformaten (Metadaten Schemata), z. B. 3D-COFORM, CARARE und 3D-ICONS, arbeiten. Aktuell kommt den Bedürfnissen der Forschung, die an einer möglichst umfassenden Dokumentation und semantischen Erschließung der 3D-Datensätze interessiert ist, das Metadaten Schema CARARE 2.0 entgegen. Dieses Schema entspricht vor allem den Anforderungen hinsichtlich der Beschreibung und semantischen Anreicherung von 3D-Digitalisaten, die beispielsweise mit moderner Fotogrammetrie, Streifenlichtscanning, Laserscanning oder der „Structure from Motion“ Technologie von existierenden räumlichen Objekte erstellt werden. Die CARARE 2.0-Basiskategorien – wie Heritage Asset, Activities, Digital Resources und Collections – berücksichtigen jedoch nicht die besonderen Anforderungen einer digitalen hypothetischen 3D-Rekonstruktion von nicht (mehr) existierenden Kunst- und/oder Bauwerken. Somit eignet sich dieses Schema vorzugsweise für die Beschreibung von 3D-Digitalisaten von existierenden Objekten, weniger aber für die Beschreibung von hypothetischen, hoch interpretativen, 3D-Rekonstruktionen auf der Basis primärerer und sekundärer Quellen. Dies ist aber gerade das Arbeitsfeld der (kunst-)historischen Wissenschaften, die nicht nur Vorhandenes in einem anderen Medium abbilden, sondern wissensbasierte Annahmen über vergangene oder vielleicht auch nur geplante Sachverhalte in ihrer ganzen Komplexität erforschen und dokumentieren möchten. urn:cts:dhd:2020.capelle_irmlind_theatre_tool_erschliessung_verknuepfung_und_:1.18 Mit der zunehmenden Digitalisierung der Bestände durch die Bibliotheken könnten diese über iiiF in das Theatre Tool eingebunden werden, wodurch etliche rechtliche Probleme gelöst werden könnten. Wie damit auch eine Vertaktung verbunden werden kann, wäre zu überprüfen. urn:cts:dhd:2020.capelle_irmlind_theatre_tool_erschliessung_verknuepfung_und_:2.1.1.5 Pernerstorfer, Matthias J. (2012): Theater – Zettel – Sammlungen. Erschliessung, Digitalisierung, Forschung . Wien (= Don Juan Archiv Wien: Bibliographica, 1) urn:cts:dhd:2020.wuttke_ulrike_barcamp_data_literacy_datenkompetenzen_in_den:2.2.1.13 Schüller, Katharina / Busch, Paulina / Hindinger, Carina (2019): Future Skills: Ein Framework für Data Literacy . Hochschulforum Digitalisierung. Arbeitspapier Nr. 47. [letzter Zugriff 10.09.2019]. urn:cts:dhd:2019.schloer_daniel_multimedia_aus_rezipientenperspektive_wirkung:1.1.1 Die Wirkung, die Medien wie Literatur, Musik oder Film auf Rezipienten haben, ist häufig Gegenstand kultur- und geisteswissenschaftlicher Arbeiten. Das Rezipieren von beispielsweise Literatur oder Film involviert emotionale Prozesse (Schwarz-Friesel, 2013), welche sich durch physiologische Reaktionen, wie die Veränderung von Atmung, Herzfrequenz oder Schweißabsonderung, ausprägen (Hergovich, 2018). Eben diese Ausprägung in Form von klar messbarer Kenngrößen erlaubt die Digitalisierung der Rezipientenwirkungen durch körpernahe Daten. Diese Digitalisate ermöglichen den digitalen Kultur- und Geisteswissenschaften gezielte Rückschlüsse auf die Wahrnehmung inhaltlicher, narrativer oder stilistischer Aspekte rezipierter Medien zu ziehen. urn:cts:dhd:2019.klaus_carsten_ocr_nachkorrektur_des_royal_society_corpus:1.1.1 Linguistische Analysen historischer Texte stellen Forscher oftmals vor große Herausforderungen. Im Gegensatz zur Digitalisierung moderner Dokumente kann es bei jahrhundertealten Texten zu Schwierigkeiten kommen. Diese weisen oftmals eine geringere Qualität auf, sodass es beim Einlesen zu Fehlern kommt. Solche können schwerwiegende Störfaktoren für weitere Analysen sein. In diesem Beitrag beschreiben wir den Noisy Channel Spell Checker , ein Verfahren zur automatisierten Korrektur von Optical Character Recognition (OCR) induzierten Rechtschreibfehlern in historischen Texten, genauer dem Royal Society Corpus . urn:cts:dhd:2022.elwert_frederik_bruecken_bauen_fuer_buddha:1.1 Das Projekt „Digitalisierung Gandharischer Artefakte“ (DiGA) digitalisiert und erschließt ein Korpus von 1.791 buddhistischen Skulpturen, die derzeit im Dir Museum in Chakdara und im Missionshaus der Missione Archeologica Italiana in Pakistan (MAIP) in Saidu Sharif (Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, Pakistan) aufbewahrt werden. Dabei handelt es sich um Statuen des Buddha, der Bodhisattvas, der Schutzgottheiten und der Stifter sowie um narrative Reliefs, die Ereignisse aus den vorherigen und dem letzten Leben des Buddha Siddh ā rtha Gautama darstellen. urn:cts:dhd:2022.elwert_frederik_bruecken_bauen_fuer_buddha:1.4 Die Digitalisierung dieser Sammlungen ist nicht nur eine technische und logistische Herausforderung. Um sicherzustellen, dass die entstehende digitale Sammlung kein isoliertes Silo darstellt, betrachten wir das Vorhaben ebenso als soziale Herausforderung, die die Einbeziehung möglichst vieler relevanter Akteure schon in der Konzeptionsphase erfordert. Daher haben wir parallel zur Erstellung des Digitalisierungskonzeptes eine Working Group im Rahmen des Pelagios-Netzwerkes initiiert, die relevante Stakeholder aus der internationalen Forschungscommunity umfasst und gemeinsam Leitlinien erarbeitet hat, die eine zukünftige Vernetzung der heterogenen Bestände bestehender und geplanter Projekte erleichtern soll (Elwert/Pons 2020). urn:cts:dhd:2022.elwert_frederik_bruecken_bauen_fuer_buddha:1.5 Das im Februar 2021 gestartete DiGA-Projekt folgt diesen Leitlinien und will mit der Digitalisierung und Erschließung der Sammlungen zugleich in mehrfacher Hinsicht Brücken bauen: urn:cts:dhd:2022.elwert_frederik_bruecken_bauen_fuer_buddha:1.8.1 Die Gandhara-Forschung ist ein internationales Feld, mit wichtigen Zentren in Italien, Frankreich, Großbritannien und Pakistan. Die Umsetzung des Digitalisierungsvorhabens kann sich daher nicht allein an deutschen Beschreibungsstandards (etwa GND) beschränken. Zugleich laufen Digitalisierungsprojekte unter europäischer Leitung Gefahr, Teil einer neo-kolonialen Wissensextraktion aus Ländern des globalen Südens zu werden, die lokale Ressourcen nur als Rohstoff für die (akademische wie finanzielle) Wertschöpfung in den Ländern des globalen Nordens begreifen (Rojas Castro 2020). Das DiGA-Projekt wird in enger Partnerschaft mit dem Direktorat für Archäologie und Museen der Provinz Khyber Pakhtunkhwa durchgeführt und berücksichtigt dabei auch die Rechte und Interessen der lokalen Akteure, etwa in Bezug auf die Speicherung der Digitalisate in lokalen Repositorien, die Wissensvermittlung und den Aufbau eigener Infrastrukturen. urn:cts:dhd:2022.elwert_frederik_bruecken_bauen_fuer_buddha:1.8.2 Das Poster präsentiert das DiGA-Projekt, die Pelagios Working Group und die Ergebnisse der ersten Digitalisierungsphase: Die erstellten Vokabulare und Gazetteers sowie den Stand der Digitalisierungs- und Erschließungsarbeiten. urn:cts:dhd:2025.schelbert_georg_die_de_und_re_konstruktion_der_photothek:1.3.3 Kern des Projekts ist die Aufbereitung und multiperspektivische Erweiterung der in verschiedener Form und Tiefe vorhandenen Daten zu den einzelnen Fotoobjekten. Dabei wird insbesondere auf die Unterscheidung der Beschreibungsebenen der Sammlungsgegenstände und ihrer Digitalisierung geachtet (das Digitalisat, das materielle Fotoobjekt, die zugrundeliegende fotografische Aufnahme, der Gegenstand der Aufnahme). Besondere Bedeutung kommt den Informationen aus den Inventarbüchern zu, die nach der Digitalisierung und OCR-Texterkennung mithilfe von KI in strukturierte Daten überführt werden. Zunächst werden die in den Inventaren enthaltenen, und mangels Trenner oder Feldbezeichner weitestgehend unstrukturierten Informationen manuell mit der Software Azure Document Intelligence Studio gelabelt. Nach dem Training des Modells werden strukturierte Daten ausgegeben, die weitere Aufteilung der Inhalte erfolgt durch ein LLM (Large Language Model). Der Zugriff auf die gewonnenen Daten erfolgt momentan über eine Suchmaschine auf der Basis von Elasticsearch. Das Ergebnis sind strukturierte Daten, die mit dem für andere Teile der Sammlung bereits vorhandenen digitalen Inventar (HIDA-Datenbank, Laupichler 1998) zusammengeführt werden. Anschließend erfolgt ein Mapping mit weiteren Metadaten, die bereits in verschiedenen Erschließungstiefen vorliegen. urn:cts:dhd:2025.schelbert_georg_die_de_und_re_konstruktion_der_photothek:2.1.1.5 Klingen, Stephan. 2006. “Die Überlieferungsgeschichte des Farbdiabestandes aus dem Führerauftrag von 1943 bis zur Digitalisierung” In Führerauftrag Monumentalmalerei. Eine Fotokampagne 1943-1945 , hg. von Christian Fuhrmeister, Stephan Klingen, Iris Lauterbach, Ralf Peters, 63-81. Köln, Weimar: Böhlau. urn:cts:dhd:2025.lemke_karoline_qualitativ_hochwertige_metadaten_in_digitalen:1.3.3 LIDO (Lightweight Information Describing Objects) ist ein Metadatenschema für die Darstellung und Publikation von Informationen zu Objekten des kulturellen Erbes. (Knaus et al., 2019: 11–31) Die AG Minimaldatensatz, ein Zusammenschluss wichtiger Akteur:innen im Bereich der Kulturgutdigitalisierung, hat auf LIDO aufbauend eine Minimaldatensatz-Empfehlung für Museen und Sammlungen erarbeitet. Diese Definition einer kleinstmöglichen Schnittmenge von sammlungsübergreifend relevanten Datenfeldern unterstützt die Online-Veröffentlichung musealer Erschließungsinformationen. Die Empfehlung orientiert sich an relevanten Dokumentationsstandards und ist als sogenanntes LIDO-Anwendungsprofil vollumfänglich kompatibel mit dem LIDO-Austauschformat. Die Minimaldatensatz-Empfehlung ist für den praktischen Einsatz im Museumsalltag konzipiert. Durch ihren niedrigschwelligen Ansatz soll das Bewusstsein für Datenqualität in den Einrichtungen gefördert werden. Darüber hinaus erleichtert sie den Datenaustausch und die Datenweitergabe, u. a. an die Deutsche Digitale Bibliothek und Europeana, ein Aspekt, der gerade für diese Daten nachnutzende digitale Projekte von entscheidender Bedeutung ist. Insofern könnte LIDO als Metadatenstandard auch in digitalen Editionsprojekten dazu beitragen, spezielle Bedarfe abzudecken. urn:cts:dhd:2022.de_guenther_sabine_digitale_kontextualisierung_und_visualisie:1.2.4 In dem interdisziplinären Forschungs- und Digitalisierungsprojekt „Restaging Fashion. Digitale Kontextualisierung vestimentärer Quellen“, angesiedelt am UCLAB der Fachhochschule Potsdam in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz und dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg wird die Quellen-Trias Bild-Text-Realie mit unterschiedlichen bildgebenden Verfahren digitalisiert, die Daten werden modelliert, semantisch angereichert, annotierbar gemacht und in unterschiedlichen Granularitäten visualisiert. Die digitale Verzahnung verschiedener vestimentärer Quellen ist in der Forschung ein methodisches Desiderat. Der wissenschaftliche Ansatz liegt demnach in der inhaltlichen Kontextualisierung der Quellen und darüber hinaus in dem Angebot zu disziplinenübergreifenden und kollaborativen Forschungsmöglichkeiten. urn:cts:dhd:2022.de_guenther_sabine_digitale_kontextualisierung_und_visualisie:1.3.6 Der Fokus richtet sich dabei zunächst auf die historische und geografische Verortung von dargestellter Kleidung und darüber hinaus auf ihre Funktion als Kommunikationsmittel, als Distinktionsmittel sowie als Bildargumentation. Am Beispiel der genannten webbasierten Forschungsinfrastruktur werden die Möglichkeiten der Digitalisierung, der inhaltlichen Erschließung, der Visualisierung und deren Funktion als Erkenntnismittel aufgezeigt. Die Forschungsinfrastruktur beschreibt und dokumentiert nicht nur dieses Konvolut, sondern auch den Kontext zu weiteren Daten, die als LOD verfügbar sind. urn:cts:dhd:2022.de_guenther_sabine_digitale_kontextualisierung_und_visualisie:1.4.1 Ein besonderer Schwerpunkt in „Restaging Fashion“ liegt auf der prototypischen 3D-Digitalisierung historischer Kleidung. Die Inszenierung von Kleidern in Online-Sammlungen lehnt sich bisher weitestgehend an den Darstellungen in Print-Katalogen an: die vorherrschende Dokumentation umfasst eine Schauseite und Detailaufnahmen (Rijksmuseum 2017: 13 ff.). Die digitale Bilderfassung und photogrammetrische Verarbeitung dagegen wurde bisher vorrangig in Bereichen wie topographische Kartierung, Architektur und Ingenieurwesen und erst seit kurzem für 3D-Museumsobjekte wie Skulpturen oder Reliefbilder eingesetzt. Für die Erfassung der historischen Kleiderensembles steht in dem Projekt „Restaging Fashion“ die Erprobung eines objekt- und materialangemessenen 3D-Digitalisierungprozesses nach dem Prinzip der Photogrammetrie sowie eine webbasierte dreidimensionale Präsentation im Vordergrund. In diesem Projekt wird sowohl das einzelne Objekt in seiner Materialität und seinen Eigenschaften verfügbar gemacht als auch abstrakte Dimensionen und der größere Kontext der Sammlung aufgezeigt. urn:cts:dhd:2022.de_guenther_sabine_digitale_kontextualisierung_und_visualisie:1.4.3 Die detaillierte fotografische 3D-Reproduktion soll über die reine Präsentation hinaus mit einem Annotationswerkzeug erweitert werden. In einem weiteren Schritt kann eine Animation der 3D-Digitalisierung verwendet werden, um verblasste Farben, fehlende Kleiderelemente, realistische Bewegung, Dichte, Steifheit oder Bewegtheit des historischen Kleidungsstücks zu simulieren. Das Ziel ist es, einen Workflow zu erproben, um die Vorzüge und Grenzen der 3D-Reproduktionstechnologie für die Kleiderforschung zu untersuchen. urn:cts:dhd:2022.de_guenther_sabine_digitale_kontextualisierung_und_visualisie:1.7.1 Im Ergebnis des Projekts steht eine webbasierte Verfügbarkeit von drei Sammlungskonvoluten durch Digitalisierung, inhaltlicher Erschließung und Interface-Design. Ein wesentlicher Teil des Projektes beinhaltet dabei die Erforschung von Bildquellen, die Modellierung der Daten und die Verknüpfung dieser Quellen. Das Projekt soll zudem übertragbare Arbeitsprozesse und Szenarien für den Umgang mit 3D-Objekten, hier historischen Kleidungsstücken, deren digitale Erfassung, Datenverarbeitung und Visualisierung im Web liefern. Den Innovationsgrad dieses Projektes stellt einerseits die Integration ausgewählter textiler Objekte wie auch die gleichwertige visuelle Präsentation der verschiedenen Quellen- und Materialarten dar. Ziel ist es die Quellentrias Bild-Text-Realie zusammenzuführen. Dabei steht die Methode der Visualisierung im Fokus, die nicht als bloße Präsentationsform der Objekte aufgefasst wird, sondern als Forschungsinstrument durch semantische Arrangements und interaktive Zugriffsmöglichkeiten die Grundlage für neue Erkenntnisse bildet. urn:cts:dhd:2022.richts_kristina_kultur_daten_kuratierung_was_speichern_:1.2.1 Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Gegenständen der materiellen und immateriellen Kultur basiert in steigendem Maße auf digitalen Prozessen und auf der Arbeit mit digitalen Objekten. Die Bedeutung IT-gestützter Auswertungsverfahren nimmt ebenfalls zu. Häufig entstehen im Zusammenhang solcher Projekte neue Korpora von Digitalisaten, spezifische Modelle, formale Beschreibungen und Verknüpfungen von materiellen oder immateriellen Objekten, Ereignissen und Wissensbeständen, beispielsweise in Form von 3D-Digitalisierungen, Scans, Kodierungen, Audio- und Videoaufnahmen oder Simulationen. Aber auch wenn vorhandene Digitalisate herangezogen, angereichert, transformiert, verknüpft, visualisiert usw. werden, entstehen vielgestaltige Datenbestände von mitunter hohem Komplexitätsgrad, deren Relevanz sich keineswegs in der Funktion beispielsweise des 'Anhangs' zu klassischen Publikationsformen – Journal Papers, Konferenzbeiträge, Qualifikationsschriften usw. – erschöpft. Vielmehr gehen kulturbezogene Datensätze potenziell selbst als Arbeitsdaten, d.h. als Gegenstand, in den wissenschaftlichen, aber auch in den kulturellen Diskurs bis hin zur kulturökonomischen Praxis ein. urn:cts:dhd:2022.kuper_heinz_guenter_who_cares_really_:1.1 Spätestens seit dem Sarr/Savoy-Report (Sarr/Savoy 2018) ist die Diskussion über den Umgang europäischer Gedächtnisinstitutionen mit ihren Sammlungen aus kolonialen Kontexten neu [vgl. Savoy 2021] entbrannt. Welchen Ansprüchen muss in diesem Zusammenhang die Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes genügen? Das Poster veranschaulicht diese Frage am Beispiel der Ethnografica-Sammlung im Nachlass von Karl Schmidt-Rottluff aus dem Bestand des Brücke-Museums Berlin. Die Digitalisierung der Sammlung wird durch das Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS) in beratender Funktion begleitet. Schmidt-Rottluff, Gründungsmitglied der expressionistischen Künstlergruppe Brücke (1905–1913), sammelte in großem Umfang Skulpturen und Objekte aus Gebieten, die zum Teil unter deutscher Kolonialherrschaft standen. Provenienz und Erwerbungsumstände sind in den meisten Fällen nicht endgültig geklärt. Die Art und Weise der digitalen Verfügbarmachung birgt daher im Vergleich zu europäischen Kulturgütern eine große Brisanz. digiS untersucht in diesem Zusammenhang bestehende Technologien hinsichtlich des Urheberrechts, der Dateninfrastruktur zur Veröffentlichung der Digitalisate und des Metadatenmodells. urn:cts:dhd:2022.kuper_heinz_guenter_who_cares_really_:1.2.1 Der Forderung von Sarr und Savoy nach einer systematischen Digitalisierung und Open-Access-Publikation von Kulturgut aus kolonialen Kontexten durch europäische Institutionen (Sarr/Savoy 2018: 58) halten Pavis und Wallace (2019) entgegen, dass dies einer Übertragung kolonialer Machtverhältnisse in den digitalen Raum gleichkäme. Dieses Argument spiegelt sich in den Forderungen indigener Gruppen in Australien, Neuseeland und Nordamerika nach Indigenous Data Governance (Carroll u.a. 2020) im Gegensatz zur unkontrollierten weltweiten Verfügbarmachung wider. Offensichtlich müssen also die FAIR-Prinzipien auch in Bezug auf digitale Objekte aus kolonialen Kontexten um ein Äquivalent des aus dem indigenen Bereich stammenden CARE-Regelwerks (dies. 2020) ergänzt werden, um gemeinsamen Nutzen und Mitspracherechte der betroffenen Gruppen zu gewährleisten. Digitalisierte Objekte aus außereuropäischen kolonialen Kontexten können also nicht pauschal als gemeinfreies Kulturgut betrachtet und also solches veröffentlicht werden. urn:cts:dhd:2023.klaes_jan_sebastian_die_digitale_schulbuch_bibliothek_gei_di:1.1.1 GEI-Digital startete als Digitalisierungsprojekt im Jahr 2009 und bietet Zugang zu digitalisierten Schulbüchern zahlreicher Fächer, Epochen und Regionen. Das Schulbuchkorpus umfasst die Themengebiete Geschichte, Geographie und Politik sowie Fibeln, Atlanten, Realien- und Lesebücher („GEI-Digital“ unter https://gei-digital.gei.de/viewer/index/ ). urn:cts:dhd:2023.klaes_jan_sebastian_die_digitale_schulbuch_bibliothek_gei_di:1.1.2 Der Digitalisierungsprozess umfasst dabei die Herstellung hochauflösender digitaler Images, die Erzeugung von Meta- und Strukturdaten, die Volltexterfassung, die Präsentation der Digitalisate auf der GEI-Digital-Website und Maßnahmen zur Langzeitsicherung. Gegenwärtig liegt der Fokus von GEI-Digital auf deutschsprachigen Werken, die in der Zeit zwischen dem ersten Aufkommen des Schulbuches im 16. Jahrhundert bis zum Ende des Kaiserreiches im Jahre 1918 erschienen sind. urn:cts:dhd:2023.klaes_jan_sebastian_die_digitale_schulbuch_bibliothek_gei_di:1.1.4 Digitalisiert und unter einer Public Domain-Lizenz zur freien Nachnutzung zur Verfügung gestellt, werden nach dem geltenden Urheberrechtsgesetz (UrhG) bislang nur Werke, deren Autoren seit mehr als 70 Jahren verstorben sind. Derzeit beinhaltet GEI-Digital circa 7.400 Schulbücher mit über 1,8 Millionen Seiten. Davon konnten bereits 1,4 Millionen einer Volltexterkennung zugeführt werden. Zu den nicht im Volltext vorliegenden Beständen zählen aufgrund der überwiegend grafischen Darstellungen, Atlanten, sog. Schreiblesefibeln, und Bestände in Frakturschrift mit einem Erscheinungsjahr vor 1800. Die Implementierung einer Volltexterkennung insbesondere für ältere Frakturschriften bei mittelgroßen Sammlungen ist Gegenstand eines von der DFG geförderten Verbundprojekts „OCR-D OCR4all-libraries“ (Engl et.al. 2020 und „DFG – GEPRIS“ o.J.). Dabei wird in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Philologie und Digitalität (ZPD) der Universität Würzburg das Open-Source-Werkzeug OCR4all (Reul et. al. 2019) so erweitert und angepasst, dass es von Bibliotheken und Archiven bei der Digitalisierung größerer Mengen eigensetzt werden kann. urn:cts:dhd:2023.klaes_jan_sebastian_die_digitale_schulbuch_bibliothek_gei_di:2.1.1.5 Hankiewicz, Steffen. 2018. „Goobi entwickeln – Eine Open-Source Software zur Verwaltung von Workflows in Digitalisierungsprojekten“. In Digitalisierung in Bibliotheken , herausgegeben von Gregor Neuböck, 77–88. De Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783110501094-006 . urn:cts:dhd:2020.prell_martin_altbausanierung_mit_niveau_die_digitalisierun:1.1.1 Während das Buch immer noch den höchsten Stellenwert in der geisteswissenschaftlichen Forschung im Allgemeinen besitzt, sind Editionen, die als Buch erscheinen, seit Jahren rückläufig (Eggert 2009). Bestehende Druckeditionen wirken mittlerweile neben ihren digitalen Nachfolgerinnen wie Relikte aus einer anderen Zeit. Ihr wissenschaftlicher Wert bleibt weitestgehend in den Grenzen des Buches verhaftet, während der digitale Editionskosmos wächst und perspektivisch zu einem dichten Wissensnetz wird. Um Druckeditionen besser verfügbar zu machen, sie mit anderen Editionen zu vernetzen, oder einen neuen Blick auf die Quellen zu ermöglichen, häufen sich in den letzten Jahren Unternehmungen zur Digitalisierung von Druckeditionen. urn:cts:dhd:2020.prell_martin_altbausanierung_mit_niveau_die_digitalisierun:1.1.2 Die mit der Digitalisierung von Editionen verbundenen, generalisierbaren Anforderungen und Implikationen sind, trotz ihrer unmittelbaren Relevanz für den Bereich der Digitalen Editionen, bisher noch nicht systematisch und projektübergreifend untersucht worden. Da bis dato zudem kaum auf die zahlreichen Erfahrungen bestehender Digitalisierungsprojekte zurückgegriffen werden kann, existiert sowohl bei laufenden als auch neuen Projekten stets die Gefahr, dass die organisatorischen, konzeptionellen und technischen Herausforderungen unterschätzt oder gar nicht erst erkannt werden. So entpuppen sich bspw. Projekte, die zunächst mit geringem Aufwand umsetzbar scheinen, nicht selten als Mammutaufgaben, die in Bezug auf Komplexität und Ressourcenbedarf die Anforderungen vergleichbarer born digital- Editionen teils deutlich übersteigen können. urn:cts:dhd:2020.prell_martin_altbausanierung_mit_niveau_die_digitalisierun:1.2.1 Das Panel richtet sich als Forum für den Erfahrungsaustausch und die Diskussion über theoretische und praktische Implikationen bei der Digitalisierung von Editionen sowohl an SoftwareentwicklerInnen aus den digitalen Geisteswissenschaften als auch an FachwissenschaftlerInnen. Vier Fragefelder sollen aus der Perspektive verschiedener Akteure im Panel diskutiert werden: urn:cts:dhd:2020.prell_martin_altbausanierung_mit_niveau_die_digitalisierun:1.2.2 Das Panel beginnt mit einer Einleitung durch die Moderatoren, der kurze Statements der Beitragenden mit Schwerpunkt auf bestimmte Fragefelder folgen und die mit einer These oder Fragestellung enden. Sie dienen als Problemaufriss und zur Identifizierung unterschiedlicher Positionierungen im Kontext der (Retro)Digitalisierung, über die im Anschluss debattiert wird. Es folgt eine Diskussion im Plenum. Darauf aufbauend werden die Beitragenden (sowie weitere Interessierte) im Nachgang der DHd2020 die Arbeit an einem Leitfaden aufnehmen, der sowohl technisch-praktische als auch methodische Fragen der Digitalisierung von Druckeditionen berücksichtigt und als Ausgangspunkt für einen weiterführenden Diskurs dient. Der Entwurf des Leitfadens soll online vorab veröffentlicht werden. Die diskutierte und finalisierte Fassung (in englischer und deutscher Sprache) wird dauerhaft zugänglich gemacht werden. urn:cts:dhd:2020.prell_martin_altbausanierung_mit_niveau_die_digitalisierun:1.3.1.2 Im editionswissenschaftlichen Diskurs unterscheidet man im Spektrum der digitalen Editionstypen meist zwischen „ born digital ” und „Retrodigitalisierungen”. Letzterem Typus wird dabei abgesprochen, eine „digitale Edition” im engeren Sinne zu sein; laut Sahle etwa überschreiten „ retrokonvertierte gedruckte Editionen oder vertiefende Digitalisierungs- und Erschließungsprojekte […] oft nicht die Schwelle zu ‚digitalen Editionen’ (Sahle 2014). Sind digitalisierte Editionen also dazu verdammt, als ‘digitalisierte Bücher’ im Paradigma der Druckkultur verhaftet zu bleiben oder konstituieren sie einen weiteren, und neu zu definierenden Editionstyp? Bei der Beantwortung dieser Frage spielt zum einen der Grad ihrer „ Verdatung ” (Krämer/Huber 2018) eine zentrale Rolle. Zum anderen rückt der doppelte Rückbezug auf eine historische Quelle/Dokument einerseits und die Druckedition andererseits die digitalisierte Edition in ein Spannungsfeld von Tradition und Wandel. urn:cts:dhd:2020.prell_martin_altbausanierung_mit_niveau_die_digitalisierun:1.3.2.2 In der Umsetzung der Retrodigitalisierung können vor allem zwei paradigmatische Schwierigkeiten ausgemacht werden: Zum einen wird der mit dieser Transformation verbundene Aufwand unterschätzt. Zum anderen wird der gedruckten Vorlage allzu häufig ein sakrosankter Status zugeschrieben. Damit verbunden sind zahlreiche Fragen, die einer Klärung im jeweiligen Projektkontext bedürfen. Häufig unklar ist bspw. ob und wenn ja, in welcher Form in den Text eingegriffen werden darf; sei dies aus Gründen der Fehlerkorrektur oder der Angleichung an den aktuellen Forschungsstand. Zentraler Diskussionspunkt wird im Statement die Frage nach dem Einfluss des Layouts der Druckedition auf die digitale Präsentation sein. Ebenso wird in die Debatte der Aspekt eingebracht, dass die Retrodigitalisierung häufig als rein technischer Prozess ohne philologischen Anspruch und wissenschaftlichen Mehrwert bewertet wird (Ball et. al 2016; Sahle 2012) und die beteiligten digital affinen WissenschaftlerInnen zum Dienstleister marginalisiert werden. Dies wird auch durch Missverständnisse bedingt, die mit dem Eingang neuer Terminologie in das Editionsprojekt aufgrund der Datafication einhergehen können. urn:cts:dhd:2020.prell_martin_altbausanierung_mit_niveau_die_digitalisierun:1.4.2 Torsten Schaßan ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Er betreut dort den Bereich Digitale Editionen. An der HAB wurden mehrere Retrodigitalisierungsvorhaben umgesetzt, darunter die Briefe der Fruchtbringenden Gesellschaft und Controversia et Confessio. urn:cts:dhd:2020.prell_martin_altbausanierung_mit_niveau_die_digitalisierun:1.4.3 Dominik Kasper ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Erfahrungen mit Retrodigitalisierung konnte er in den Projekten “Deutsche Inschriften Online” und “PROPYLÄEN – Goethes Biographica” (Leiter der Frankfurter Arbeitsstelle) sammeln. urn:cts:dhd:2020.prell_martin_altbausanierung_mit_niveau_die_digitalisierun:1.4.4 Martina Gödel ist seit 2011 freiberuflich unter dem Namen textloop im Bereich Texterkennung, -korrektur und TEI-Auszeichnung tätig. Erfahrungen mit der Digitalisierung von gedruckten Editionen konnte sie unter anderem in der Arbeit für die Projekte Dingler-Online, Blumenbach-online, Schule von Salamanca oder der Leibniz-Edition sammeln. Sie ist Mitglied in der DTABf-Steuerungsgruppe. urn:cts:dhd:2020.prell_martin_altbausanierung_mit_niveau_die_digitalisierun:1.4.6 Max Grüntgens (Moderation) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Erfahrungen mit Retrodigitalisierung konnte er in den Projekten “Deutsche Inschriften Online” (Leiter der Mainzer Arbeitsstelle) und “PROPYLÄEN – Goethes Biographica” sammeln. urn:cts:dhd:2020.prell_martin_altbausanierung_mit_niveau_die_digitalisierun:2.1 Unter Digitalisierung von Editionen verstehen wir die Überführung bereits gedruckter Publikationen in ein elektronisches Format zum Zwecke der digitalen Verarbeitung und Bereitstellung. Beispiele dafür sind u.a. die Teilvorhaben von PROPYLÄEN - Goethes Biographica , ; Jean Paul - Sämtliche Briefe digital, http://jeanpaul-edition.de oder Briefe der Fruchtbringenden Gesellschaft und Beilagen. Die Zeit Fürst Ludwigs von Anhalt-Köthen 1617–1650 , . urn:cts:dhd:2020.hermes_juergen_public_humanities_tools_der_bedarf_an_nieders:1.3.3 Museen sind einer umfangreichen Transformation unterworfen, in der sie ihre Aufgaben unter dem Vorzeichen der Digitalisierung, Social Media und Virtual Reality neu definieren müssen (Kohle 2019). So eröffnet die Publikation der Sammlungsdaten als Open Data neue Möglichkeiten, die kulturellen Artefakte in neue, zeitgenössische Zusammenhänge zu bringen, in denen sie neue Bedeutungszuschreibungen erhalten können. Durch die Verwendung von autoChirp können offene Sammlungsdaten und globale Öffentlichkeit durch das visuelle Medium Twitter zusammengebracht werden. Auch hier erlaubt Twitter nicht nur die Kommunikation in eine Richtung, sondern auch die Partizipation des Publikums durch Kommentare, Retweets und das Einbinden in neue Kontexte. urn:cts:dhd:2023.pollin_christopher_digedtnt_digital_edition_creation_pipel:1.1 Digitale Editionen sind ein Kernbereich der Digital Humanities; sie machen historische Quellen zugänglich. Dabei werden computergestützte Methoden zur Umsetzung, Verbreitung und Erforschung von wissenschaftlich fundierten Quellenveröffentlichungen herangezogen. Digitale Editionen umfassen dabei textuelle, visuelle und ggf. auch quantitative Daten und erfordern oft spezielle Benutzeroberflächen, um domänenspezifische Forschungsfragen zu bearbeiten. Obwohl jedes Editionsprojekt seine eigenen spezifischen Anforderungen hat, lassen sich einzelne Schritte identifizieren, die für Editionsvorhaben generell notwendig sind. Das ist im weitesten Sinne die Digitalisierung der Quelle mit der Verwaltung von Bildern und Text, die Transkription, die Modellierung relevanter Textphänomene mittels adäquater Auszeichnungssprachen, die Annotation semantischer Informationen und Named Entities, die Erstellung von Indizes, sowie eine den FAIR-Kriterien entsprechende Publikation über das Web. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl an Tools entwickelt, die für all diese Schritte eingesetzt werden. urn:cts:dhd:2017.vortrag.zihlm:1.6.1 Freilich wäre es zwecks Ressourcenschonung wünschenswert, dass andere Projekte von Schemata, von Satzroutinen, von der Arbeitsumgebung und der digitalen Präsentation profitieren könnten, die in unserem oder einem anderen Projekt entwickelt wurden. Tatsächlich sehen wir ein gewisses Potential im Erfahrungsaustausch. Dass eigentliche Übernahmen von Projektstrukturen hingegen schwierig sind, liegt weniger an den Codierungsstandards als an heterogenen Editionstypen und -prinzipien. Verbindliche Prinzipien der Textwiedergabe und Apparatierung könnten die Digitalisierungsprozesse wie auch die langfristige Sicherung vereinfachen ( ein Prozedere, ein Umwandlungsschema für alle Daten) und möglicherweise kostensenkend wirken. Die Diversität von Editionen entspringt aber nicht zufälligen Entwicklungen, sondern ist tief in heterogenen Forschungstraditionen verankert, und die Entscheidung für einen Editionstyp geht in der Regel mit einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Editionsgegenstand einher. So rechtfertigt die Berner Parzival-Edition ihr Projekt nicht zuletzt durch Annahmen über den mittelalterlichen Textbegriff (Stolz 2002), und die Berner Gotthelf-Edition hebt auf den politisch-publizistischen wie diskursiven Charakter der Texte ab, der nur durch eine umfassende Kommentierung adäquat dargestellt werden kann (von Zimmermann 2014). urn:cts:dhd:2022.windhager_florian_daten_im_raum_visualisierungen_und_physi:1.1.2 Die durch COVID-19 erzwungenen Schließungen physischer Ausstellungsräume beschleunigten zwar vielerorts die Verschiebung von musealen Inhalten in digitale Schauräume (Hoffman, 2020; Markopoulus et al., 2021), machten aber auch die Unersetzbarkeit von Originalobjekten und die spezifische Räumlichkeit von Ausstellungserfahrungen für viele umso deutlicher spürbar ( Amorim, J. P., & Teixeira , 2021). Zudem können räumlich situierte Visualisierungen und Physikalisierungen in Ausstellungsräumen in direkten kontextuellen Relationen zu räumlichen Objekten des “close readings” kinetisch und körperlich erfahren werden, die über web-basierte Darbietungen weit hinausgehen (Rogers et al., 2014; Alexander et al., 2019). Aus Digitalisierungs- und Visualisierungsperspektive resultiert daraus ein Bedarf nach einer intensivierten Diskussion von Visualisierungen und Physikalisierungen in hybriden und realräumlichen Formaten. Während sich die methodologische und theoretische Reflexion von web-basierten Visualisierungen im Kontext von kulturellen Sammlungen bereits konsolidiert (Dörk & Glinka, 2018; Windhager et al., 2018), so steht die Reflexion von Visualisierungen und Physikalisierungen im Ausstellungsraum bislang noch aus. urn:cts:dhd:2018.scholger_walter_rechtsfragen_in_dh_projekten_alles_was_man:1.2 Dieser Workshop soll die gängigsten Fragen beantworten, die sich aus unterschiedlichen Rechtsbereichen bei der Realisierung von Digitalisierungsvorhaben und digitalen Forschungsprojekten ergeben. Besonders eingegangen wird auf jüngste Entwicklungen und Neuerungen in den Legislaturen speziell der deutschsprachigen Länder, die für die DH von besonderer Relevanz sind (etwa die UrhWissG -Novelle in Deutschland oder die EU-Datenschutz-Grundverordnung , die jeweils 2018 in Kraft treten). urn:cts:dhd:2018.scholger_walter_rechtsfragen_in_dh_projekten_alles_was_man:1.5.4 Vom Urheberrecht erfasst sind neben dem Digitalisierungsbereich beispielsweise auch die folgenden (häufigen) Vorhaben: urn:cts:dhd:2022.hinrichsen_lena_dokument_transkription_forschungsdatum_te:1.9 Während die technischen Aspekte von Transkription mit fortschreitender Digitalisierung an Bedeutung gewinnen, dürfen die soziokulturellen Umstände von Transkriptionsarbeit nicht außer Acht gelassen werden. Zunächst sei darauf hingewiesen, dass Transkribieren keine neutrale Aktivität ist, sondern immer im Kontext der Transkribierenden verortet werden muss (vgl. z.B. Alpert-Abrams 2016). Bei manueller Transkription entscheidet ein Mensch, welche Phänomene – und welche nicht – in welcher Form kodiert werden sollen. Diese Selektion und Kodierungspraxis ist abhängig von der Forschungsfrage bzw. der intendierten weiteren Verarbeitung der transkribierten Daten. Während für eine stilometrische Analyse der reine Text benötigt wird, kann für andere Perspektiven auf das Werk das Layout wichtig sein. Für weitere Ansätze sind wieder andere Faktoren interessant, wie Abbildungen, handschriftlich Anmerkungen, die Materialität des Werkes betreffende Informationen wie Wasserzeichen und Papiertextur oder die Lagenformel einer Handschrift. Die Landkarte ist nicht das Gebiet – es ist unmöglich, eine Vorlage unter allen denkbaren Gesichtspunkten exakt zu beschreiben, ohne sie zu reproduzieren. Es ist aber sehr wohl möglich, diese impliziten Selektionskriterien in Form von Transkriptionsrichtlinien explizit zu machen, um potentiellen Nachnutzenden die Einschätzung der Bedeutung einer Transkription für ihre Forschungsfrage zu erleichtern. urn:cts:dhd:2018.jacke_janina_digital_vs_humanities_didaktische_aufbereitun:1.2.3.2 (a) Routinen: Im Teilbereich Routinen finden sich zum einen Informationstexte zu digitalen Methoden, die der Analyse und Interpretation von Texten dienen (bspw. zu taxonomiebasiertem Annotieren, zur Textanalyse mittels individualisierter Abfragen auf Text- und Annotationsdaten, zu Topic Modeling etc.), sowie zu vorbereitenden Prozeduren wie der Digitalisierung von Texten. In diesen Informationstexten finden sich darüber hinaus Links zu digitalen Tools (s.u.), mithilfe derer die fraglichen Methoden ausgeführt werden können. urn:cts:dhd:2017.panel.hohma:1.2.1.1 Die Digitalisierung von Objekten hat inzwischen flächendeckenden Einzug in die Museen gehalten. Grundsätzlich geht es dabei um den Vorgang, von analogen Objekten digitale Abbilder zu generieren, aber auch um die Überführung analoger Informationsträgern in digitale Formate. Hier sind eine Vielzahl von grundlegenden Entscheidungen zu treffen. Dazu gehört die Definition des eigenen Qualitätsanspruchs und dessen Abwägung mit den Anforderungen einer ökonomischen Massendigitalisierung. Durch die ständige Weiterentwicklung im Bereich der digitalen Erfassungstechniken stellt sich auch die Frage, ob eine schlichte Digitalfotografie zur Digitalisierung überhaupt ausreichend ist. Soll ein Digitalisat ein Original in der Ausstellung und für Forschungsfragen gar ersetzen, um das Original besser zu schützen? urn:cts:dhd:2017.panel.hohma:1.2.2.1 Ein Aspekt der Digitalisierung, der oft subsumiert wird, ist die wissenschaftliche Erschließung von Objekten zur Erzeugung digitaler Daten. Im Museum ist dies oft kein einfacher Vorgang der Übertragung von analoger in digitale Information, da die Information im Vorfeld gar nicht strukturiert vorhanden ist, sondern erst wissenschaftlich erarbeitet werden muss. Die Tiefe und die Perspektive mit der digitalisiert und erschlossen wird, bestimmen zu einem nicht geringen Grad die Möglichkeiten der späteren wissenschaftlichen Bearbeitung. In der Praxis ist die Erschließung häufig eher von pragmatischen Erwägungen geprägt als von konzeptuellem Vorgehen (Koch 2015). Auch stellt sich die Frage nach dem Umfang. Werden einzelne Objekte in der Tiefe erschlossen, oder wird – in einem ersten Schritt - auf eine flächendeckende Flacherschließung gesetzt, um die Quantität (mit Verlust der Qualität) zu steigern? Nicht zuletzt sind die Kenntnis und die Anwendung von adäquaten Standards, Normdaten und Techniken für eine nachhaltige Erschließung unabdingbar. urn:cts:dhd:2017.panel.hohma:1.4.5.1 Sowohl für die Bewahrung des Kulturellen Erbes als auch für dessen Präsentation bietet die Digitalisierung neue Möglichkeiten; dass in der Regel erhebliche Ressourcen aufzuwenden sind, um diese Chancen des Digitalisierungstrends zu nutzen, ist vor allem für kleine und mittlere Institutionen eine große Herausforderung. Zudem ist eine nachhaltige Ausgestaltung der digitalen Innovationen ein Schlüssel für ihren langfristigen Nutzen. urn:cts:dhd:2017.panel.hohma:2.1.1.4 Koch, Gertraud (2015): „Kultur digital. Tradieren und Produzieren unter neuen Vorzeichen“, in: Bolenz, Eckard / Franken, Lina / Hänel, Dagmar: Wenn das Erbe in die Wolke kommt: Digitalisierung und kulturelles Erbe . Essen: Klartext. urn:cts:dhd:2017.panel.hohma:2.1.1.6 Hamburger Note (2015): Hamburger Note zur Digitalisierung des kulturellen Erbes http://hamburger-note.de/ [letzter Zugriff 24. August 2016]. urn:cts:dhd:2023.galka_selina_weissbuch_digitale_edition:1.2 Anfang 2021 wurde als Abschluss des vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung geförderten Projekts KONDE - Kompetenznetzwerk Digitale Edition eine als Nachschlagewerk konzipierte Publikation, das sogenannte Weißbuch zum Thema Digitale Edition veröffentlicht: https://www.digitale-edition.at . Im HRSM-Projekt wurde im Rahmen von thematisch einschlägigen Arbeitsgruppen (z.B. Transkription und Textauszeichnung, Netzwerkanalyse und Datamining, Archivierung oder Quellendigitalisierung) Inhalte und Lemmata des Weißbuchs erarbeitet. Die Weißbucheinträge wurden von den Autorinnen und Autoren mithilfe eines vorgefertigten Google-Doc-Template, das eine überschaubare Menge an relevanten Formatierungen enthielt, erstellt. Nach der Redaktion durch das Projektteam wurden die Dokumente nach einem Export aus Google Drive mittels XSLT in das für das Projekt erarbeitete TEI/XML-Datenmodell transformiert und in das Geisteswissenschaftliche Asset Management System (GAMS) eingespeist, welches am Institut Zentrum für Informationsmodellierung in Graz entwickelt wurde (und wird). Die TEI-Dokumente stehen unter einem PID (Persistent Identifier) langzeitarchiviert und stabil referenzierbar zur Verfügung und wurden mit umfassenden Metadaten versehen. Die HTML-Ansicht des Weißbuchs wird direkt aus den Daten mittels XSLT generiert. urn:cts:dhd:2022.mayr_eva_leben_werke_und_datensilos_zur_verknuepfung_und_vi:1.1.1 In den letzten Jahren wurde die Digitalisierung der Objektsammlungen von zahlreichen Kulturerbe-Institutionen vorangetrieben. Materielle Kulturgüter aus europäischen Museen, Archiven und Bibliotheken sind als Digitalisate in großem Umfang auf transnationalen Plattformen wie Europeana.eu einer breiten Öffentlichkeit und der Wissenschaft zugänglich gemacht worden. Gleichzeitig, aber davon unabhängig, wurde immaterielles Kulturerbe – wie biografisches Wissen über bedeutende nationale Persönlichkeiten – digital erfasst und als strukturierte und verknüpfte Aggregate in Biographie-Datenbanken verfügbar gemacht. Diese Entwicklungen bieten eine gute Basis für eine digital vermittelte Rezeption, Analyse und Kommunikation von historischen Beständen zum kulturellen Erbe. Jedoch verhindern fehlende Verknüpfungen (zwischen den biographischen Datenbanken und Europeana) und Standardisierungen (zwischen den biographischen Datenbanken der verschiedenen Nationen) sowie mangelnde (Maschinen-)Lesbarkeit und Sichtbarkeit lokaler Datensammlungen oft eine optimale Nutzung – für die wissenschaftliche Analyse durch Expert*innen ebenso wie für ein besseres Verständnis von kulturhistorischen Themen für die interessierten Öffentlichkeit und eine leichtere Exploration von materiellem gemeinsam mit immateriellem Kulturerbe. urn:cts:dhd:2022.mayr_eva_leben_werke_und_datensilos_zur_verknuepfung_und_vi:1.4.2 Die Zusammenführung von Biographie- und Objektdaten in einem synoptischen Wissensgraphen und in einem korrespondierenden Visualisierungssystem, ermöglicht es, auch über alternative Formen der Objektmodellierung und -visualisierung nachzudenken: Bisher wurden digitale kulturelle Objekte oft nur mit statischen Metadaten verknüpft, jedoch lassen sich diese in InTaVia auch als geschichtliche Objekte mit veränderlichen Eigenschaften (z.B. dynamischen Klassifikationen, Standorten, oder Personenrelationen) modellieren und entsprechende Objektbiographien visualisieren. Eine solche Modellierung erhöht zwar die Anforderungen an die vorhandenen Digitalisierungsprozesse in Kulturinstitutionen, andererseits eröffnet sie auch neue Möglichkeiten für die DH-gestützte Forschung beispielsweise zur Provenienz von Objekten. urn:cts:dhd:2018.goedel_martina_digitale_differenz_luhmanns_zettelkasten_als:1.1.1 Inwieweit verändert der Einsatz digitaler Verfahren die sozialwissenschaftliche Forschung? Diese Frage lässt sich am Beispiel der Digitalisierung des Zettelkastens Niklas Luhmanns stellen, die im Rahmen des Forschungsprojektes “Niklas Luhmann - Theorie als Passion. Wissenschaftliche Erschließung und Edition des Nachlasses” erfolgt. Das Langzeitvorhaben (2015-2030), in dem die Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld mit dem Cologne Center for eHumanities kooperiert, wird im Akademienprogramm durch die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaft und der Künste gefördert. urn:cts:dhd:2018.goedel_martina_digitale_differenz_luhmanns_zettelkasten_als:1.1.2 Luhmann (1927-1998) zählt zu den bedeutendsten Soziologen des 20. Jahrhunderts. Im Laufe seiner 35-jährigen Forschungstätigkeit entwickelte er eine universale Sozial- und Gesellschaftstheorie, die er in annähernd fünfzig Monographien und 500 Aufsätzen publiziert hat. Als Basis für diese erstaunliche Produktivität diente Luhmann ein Zettelkasten, den er über vierzig Jahre lang systematisch gefüllt und gepflegt hat. Im Zuge der seit 2015 laufenden Nachlasserschließung wurden die ca. 90.0000 Zettel digitalisiert, in einem zweiten Schritt werden sie nun transkribiert und fachwissenschaftlich editiert sowie in eine Internetpräsentation überführt. Ziel dieses Prozesses ist zunächst eine digitale Reproduktion des Zettelkastens, die aber zugleich die Möglichkeiten der modernen digitalen Technik nutzt, um die nicht linear strukturierte Sammlung lesbar und ihre Genese nachvollziehbar zu machen. Indem die Digitalisierung über die reine Reproduktion hinausgeht, macht sie den Kasten selbst zu einem Forschungsobjekt. urn:cts:dhd:2018.goedel_martina_digitale_differenz_luhmanns_zettelkasten_als:1.4.1 Die Digitalisierung des Zettelkastens erfolgt als ein Editionsprojekt im Rahmen einer Nachlasserschließung, insofern ist das primäre Ziel eine digitalisierte Reproduktion mit der Intention, die Nutzbarkeit im Luhmannschen Sinne zu rekonstruieren und zu erleichtern. Die dafür notwendige digitale Modellierung hatte eine vertiefte Reflexion über das Design des Zettelkastens zur Folge, insbesondere aufgrund der damit einhergehenden Notwendigkeit einer eindeutigen Typendifferenzierung von Zettelanschlüssen. Durch diese Differenzierung, die ihren Niederschlag in einer entsprechend komplexen Navigationsstruktur des digitalen Kastens gefunden hat , die eine erleichterte Nutzbarkeit des Kastens ermöglicht, kam es zu einer deutlichen Konkretisierung der zweiten fachwissenschaftlichen Intention der Publikation: der Möglichkeit einer werkgenetischen Lesbarkeit des Kastens über eine Rekonstruktion der Einstellhistorie. Gerade weil die Zettel selbst undatiert sind, ist eine solche historisierende Les art nur über die (fachwissenschaftliche) Identifizierung von ursprünglichen Zettelanschlüssen und späteren Einschüben möglich; die Les barkeit der dadurch implizierten Zettelfolgen, die sich von der physischen Stellordnung der Zettel in Teilen unabhängig macht, ist dann aber nur aufgrund der entsprechenden technischen Umsetzung möglich. urn:cts:dhd:2022.brottrager_judith_doctoral_consortium_judith_brottrager:1.3.1 Der Korpusaufbau folgt einem systematisch angepassten Ansatz von Algee-Hewitt und McGurl, der darauf abzielt, von einem vorgefundenen zu einem maßgeschneiderten Korpus zu gelangen, indem Bestenlisten, Bestsellerlisten und von Expert*innen kuratierte Literaturlisten kombiniert werden, um ein repräsentatives Korpus für die englischsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts zu erstellen (Algee-Hewitt/McGurl 2015). Durch die Kombination dieser Listen decken Algee-Hewitt und McGurl drei Ebenen der literarischen Produktion ab: den normativ-exklusiven Kanon, populäre Texte und von Expert*innen für Postkoloniale und Feministische Literaturwissenschaft vorgeschlagene Werke. Für die Umsetzung für die Zeitspanne von 1688-1914 wurde dieser Ansatz systematisch adaptiert, indem narrative Literaturgeschichten, Anthologien und (spezialisierte) Sekundärtexte, die diese Ebenen abdecken, identifiziert und als bibliografische Quellen für die Korpuserstellung genutzt wurden. Der Workflow umfasst Webscraping, X-Technologien/Transformationen und Retro-Digitalisierungen. urn:cts:dhd:2022.dennerlein_katrin_emotionen_im_kulturellen_ged_chtnis_bewahr:2.1 Während ‚Gattung‘ im Anschluss an Fricke als literaturwissenschaftlicher Ordnungsbegriff verwendet wird, soll im Folgenden der Begriff ‚Genre‘ für alle gruppenförmigen Erscheinungen von Dramen gebraucht werden, die durch historisch identifizierbare „ge- und bewußte[] Normen [bestimmt sind, die] die Produktion und Rezeption von Texten bestimmen“. (Fricke 1981: 132). Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für drei Jahre im Rahmen des Schwerpunktprogramms Computational Literary Studies (SPP 2207/1) gefördert https://dfg-spp-cls.github.io/projects_en/2020/01/24/TP-Emotions_in_Drama/ (Projektnummer 424207618 , Sachbeihilfen DE 2188/3-1 und WO 835/4-1). In der literaturwissenschaftlichen Emotionsforschung lassen produktions-, rezeptions-, text- und kontextbezogene Ansätze unterscheiden (Winko 2003). Das Annotationsschema wurde zu Projektbeginn iterativ bei der Annotation erprobt und mehrfach angepasst, wie es für die Geisteswissenschaften üblich und empfohlen ist (Reiter 2020). Die Bewertung erfolgt ausgehend von der empfindenden Figur. Schadenfreude ist hier folglich deshalb als positive Emotion ausgewiesen, weil sie für die Figur, die sie empfindet, eine freudig-positive Empfindung ist. http://lithes.uni-graz.at/maezene/maezene_startseite.html . Die Ergänzungskorpora müssen teilweise aufwändig volltextdigitalisiert und alle noch mit TEI ausgezeichnet werden. Vgl. z.B. https://www.germanistik.uni-wuerzburg.de/lehrstuehle/computerphilologie/mitarbeiter/dennerlein/digitalisierung-von-libretti-der-hamburger-gaensemarktoper-von-1678-1730/ . Die Zuordnung einzelner Emotionen zu Oberklassen funktioniert hier noch leicht abweichend. urn:cts:dhd:2016.workshops.007:1.1.1 Im Verlauf der letzten 10 Jahre hat die Menge an digital verfügbaren, fachwissenschaftlich annotierten Volltexten für die historische Forschung stark zugenommen. Damit einher geht auch eine Veränderung sowohl der Nutzungsformen digitaler Quellen als auch der Möglichkeiten der historischen Arbeitsweise. Bestand um die Jahrtausendwende noch enger Kontakt zwischen Historiker_innen und Quellen, nimmt dies mit zunehmender Digitalisierung perspektivisch ab. Hat der / die Forscher_in früher die für seine Forschungsfragen relevanten Quellen in der Regel alle mindestens einmal gelesen, scheint dies bei den heute recherchierbaren Mengen an digitalen Quellen kaum noch möglich. Ein Hauptproblem ergibt sich hier aus der Schnittstelle zwischen Forscher_innen und den im Netz erreichbaren Quellendatenbanken. Die Suchinterfaces der Datenbanken sind oft für die Nutzung durch Expert_innen des jeweiligen Materials optimiert. Dies ist auf der einen Seite zu begrüßen, da sie den Fachwissenschaftler_innen damit besten Zugriff auf das Material gewähren. Daneben sollten aber weitere Zugriffsmöglichkeiten für übergreifende Text-Mining- oder Big-Data-Recherchen bereitgestellt werden, mit denen verschiedene Quellenkorpora parallel im Hinblick auf übergreifende Fragestellungen untersucht werden können. urn:cts:dhd:2019.prell_martin_ein_editionsportal_nicht_nur_fuer_th_ringen:2.2.1.4 Mutschler, Thomas (2017) : „Neue Wege der Kulturgutdigitalisierung in Thüringen“ , in: Bibliotheksdienst 51, 310-321. urn:cts:dhd:2017.workshop.kampk:1.5.9 ist aktuell in den Bereichen Metadaten und Datenmodellierung im Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel am Standort Wolfenbüttel tätig. In diesem Kontext beschäftigt er sich mit Fragen und Methoden zu den Themen der Interoperabilität von digitalen Editionen und der Retrodigitalisierung von bereits im Druck vorliegenden Editionen (z. B. »Controversia et Confessio« und »Die Briefe der Fruchtbringenden Gesellschaft«). urn:cts:dhd:2023.wettlaufer_joerg_semantic_web_und_linked_open_data_in_den_ges:1.34 Koordination Digitalisierung und Datenkuration | Digitale Akademie urn:cts:dhd:2018.friedrichs_kristina_digitale_bildrepositorien_wirkliche_ar:2.1.1.1 Bauer, Elke (2015): „Analoge Bildarchive auf dem Weg ins digitale Zeitalter“ in: Irmgard Christa Becker (ed.): Digitalisierung im Archiv - Neue Wege der Bereitstellung des Archivguts . Marburg: Archivschule Marburg: 61–74. urn:cts:dhd:2025.eichenberger_nicole_ein_baukasten_f_r_handschriftenkundliche:2.2.1.8 Glaßner, Christine . 2015. “Handschriftenkatalogisierung im Zeitalter der Digitalisierung. Eine Annäherung.” In Quelle & Deutung II , hg. von Sára Balász, 11-18. Budapest: Eötvös-József-Collegium. urn:cts:dhd:2023.lang_sarah_data_feminism_in_dh_hackathon_und_netzwerktreffe:1.3.2.1 Positionen des Data Feminism halten bereits insofern Einzug in die DH, als in den vergangenen Jahren Hegemonie-kritische Forschungsthemen wie Gender-sensible Datenmodellierung, Korpuskritik, Decolonializing DH usw. stärkere Berücksichtigung finden (Risam 2015, Wernimont 2015, Koh/Stommel 2018, Losh/Wernimont 2018, Kim/Koh 2021, Guiliano/Heitmann 2019, Mandell 2019, Risam/Bordalejo 2019). Da ein feministischer und intersektional angelegter Umgang mit Daten in der Regel mit einer Analyse von Machtstrukturen beginnt, bieten die DH einen besonders geeigneten Nährboden für diesen Ansatz. Grundsätzlich gilt es nicht nur, dem Gender Data Gap durch die Erhebung von Daten zu Frauen* entgegenzuwirken, sondern es müssen auch die bestehenden Kategorien, Klassifizierungen und Datenmodelle auf Grundlage intersektionaler feministischer Perspektiven kritisch hinterfragt und ggf. komplexer gestaltet werden (Kyvernitou/Bikakis 2017) – dazu gehören Überlegungen zu Marginalisierungen an der Intersektion von Gender und rassistischen, klassistischen, ableistischen und weiteren Diskriminierungserfahrungen. . Denn personenbezogenen Daten lassen sich in der Regel nicht durch Selbstbezeichnungen und/oder zusätzliche Befragungen ergänzen – Gender-bezogene Daten sind bei historischen Datensätzen in der Regel Zuschreibungen, die auf äußerlichen Merkmalen beruhen. In aller Regel erlauben diese Datensätze weder eine Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht und Gender, noch gehen sie über das binäre Geschlechtermodell hinaus. Data Feminism muss in den DH nicht nur den Data Gender Gap im Blick behalten und die Digitalisierung von bislang nicht digitalisierten Quellen forcieren, sondern auch bestehende Klassifizierungen, Datenmodelle und -kuratierungen kritisch hinterfragen. urn:cts:dhd:2020.franken_lina_anwendungen_von_dh_methoden_in_der_erschliessung:1.1 Bevor Kulturerbe digital verfügbar und nachnutzbar ist, stehen komplexe Prozesse an, die als spezifische „invisible work“ (Star/Strauss 1999) bezeichnet werden können. Diese werden kaum außerhalb der engeren Community problematisiert: Wo finde ich in den analogen Katalogen, Zettelkästen, Findbüchern u.ä. die notwendigen Informationen zur Erfassung und Erschließung? Welche Sammlungsbestände sind besonders wichtig und deshalb zu digitalisieren? Ist eine Massen-Digitalisierung mit geringer Detailtiefe der Erfassung oder eine detaillierte Erschließung einiger Teilbestände sinnvoll? Wie können die Vorgehensweisen von unterschiedlichen Personen und Institutionen vereinheitlicht werden? Und wie können Informationen, die bereits digital vorliegen – etwa in Tabellen oder älteren Erfassungssystemen – an internationale Regelwerke und Standards zur Metadatenhaltung angepasst werden? urn:cts:dhd:2020.franken_lina_anwendungen_von_dh_methoden_in_der_erschliessung:1.2 Kernanliegen des vorgeschlagenen Beitrags ist es, für die Sammlungserschließung und Digitalisierung – gerade in Museen, aber auch in Archiven und Bibliotheken – Methoden, Tools und Analyseperspektiven der Digital Humanities stärker als bisher zu nutzen. Dafür werden mögliche Synergien und exemplarische Anwendungen in einer ersten Exploration aufgezeigt. Dabei wird auf eigene Projekterfahrungen zurückgegriffen, die im Kontext des Digitalisierungsvorhabens „Digitales Portal Alltagskulturen im Rheinland“ (2013-2017) gesammelt wurden. Diese sind bereichert um Perspektiven des DH-Forschungsverbundes an der Universität Hamburg, „Automatisierte Modellierung hermeneutischer Prozesse (hermA)“ (2017-2020). urn:cts:dhd:2020.franken_lina_anwendungen_von_dh_methoden_in_der_erschliessung:1.3.1 Im LVR-Institut für Landeskunde lagern umfangreiche Bestände, die nach Sammlungsgeschichte gegliedert und nur rudimentär erschlossen sind. Vor allem die Fotodokumentationen sind für Erschließung und Digitalisierung prädestiniert, zeigen sie doch plurale Facetten immateriellen Kulturerbes seit etwa 1900 . Dazu kommen umfangreiche Materialien zu 31 schriftlichen Befragungen aus den 1970er bis 2000er Jahren sowie kleinere Einzelsammlungen. Die Fotobestände liegen in unterschiedlichen Negativformaten sowie als Dias chronologisch sortiert vor. Dazu sind Fotoabzüge auf Karteikarten geklebt, mit Metadaten versehen und thematisch abgelegt in einer über Jahrzehnte gewachsenen Systematik. Negative und Abzüge sind also unterschiedlich archiviert und nur in Einzelfällen einander zuzuordnen. Es bestehen auf Einzelplatzrechnern gepflegte Bestandslisten sowie eine Datenbank mit Teilinventarisierung. Seit 2013 werden im Rahmen der LVR-weiten Digitalisierungsstrategie Digitalisate erstellt, mit angereichert und Metadaten abgelegt, um sie mittelfristig öffentlich zugänglich zu machen. Die Systeme werden aktuell in die Datenbank digiCULT.web übertragen, wodurch mit dem LIDO-Format größere Datenmengen standardkonform publiziert werden können. urn:cts:dhd:2020.franken_lina_anwendungen_von_dh_methoden_in_der_erschliessung:2.2.1.11 Schönholz, Christian (2017): „Jede Kopie ein Original!. Aspekte eines kulturellen Größenverhältnisses.“ In: Koch, Gertraud (Hg.): Digitalisierung. Theorien und Konzepte für die empirische Kulturforschung . Konstanz/München 2017, S. 157–182. urn:cts:dhd:2025.nantke_julia_projekt_mumoka:2.1.1.2 Becker, Irmgard Christa und Stephanie Oertel . 2013. “Digitalisierung im Archiv: neue Wege der Bereitstellung des Archivguts: Beiträge zum 18. Archivwissenschaftlichen Kolloquium der Archivschule Marburg.” Archivschule Marburg. urn:cts:dhd:2020.kroeber_cindy_bildrepositorien_und_forschung_mit_digitalen_bi:1.3.6 WissenschaftlerInnen als potentielle NutzerInnen sollten schon in den frühen Phasen der Digitalisierungsprozesse einbezogen werden, in dem ihre Bedarfe identifiziert und berücksichtigt werden. Ebenso wichtig ist die Transparenz hinsichtlich der Entscheidungen, die beim Aufbau einer digitalen Ressource getroffen werden. urn:cts:dhd:2016.posters.042:1.3 Das Projekt greift mehrere von Herausforderungen auf, die heutzutage vor den Dokumentationsinstitutionen wie Bildarchiven stehen: auf internationalem Forschungsstand beruhende Dokumentation von herausragenden Kunstdenkmälern, hochwertige Digitalisierung von historischen Bildmaterialien und Erzeugung aktueller Fotografien des Kulturerbes sowie Bereitstellung valider Daten im Internet in einem zeitgemäßen, nutzerorientierten Angebot für Wissenschaft und Öffentlichkeit. Dieses Vorhaben steht auch in Zusammenhang mit der transnationalen Vernetzung von Institutionen und der Kooperation bei der Erstellung von „traditionellen“ wie auch digitalen Erzeugnissen nach internationalen Standards und nicht zuletzt mit dem sich wandelnden Umgang mit Bildquellen in der Geschichts- und Kulturwissenschaft. urn:cts:dhd:2018.scholz_martin_digitale_sammlungserschlie_ung_mit_wisski_und_:1.1 Die systematische Erfassung und wissenschaftliche Erschließung einer Sammlung sind grundlegende Voraussetzungen, um ihr wissenschaftliches Potential sichtbar zu machen. Häufig aber fehlen Software-Lösungen und Know-How für eine flächendeckende Digitalisierung und Online-Präsenz. urn:cts:dhd:2018.scholz_martin_digitale_sammlungserschlie_ung_mit_wisski_und_:1.3.1 Neben Museen beherbergen auch Universitäten einen großen Schatz an Sammlungen, die der Wissenschaftsrat 2011 „als wertvolle Infrastruktur für [...] Forschung” mit „beachtliche[m] wissenschaftliche[n] Potential” identifiziert hat. Allein in Deutschland existieren rund 1000 Sammlungen an über 80 Universitäten. Zwar sind darunter auch renommierte Sammlungen, doch leidet das Gros an unzureichender Erschließung, Sichtbarkeit, Betreuung, Pflege oder Unterbringung. Auch bei der Digitalisierung gibt es enormen Aufholbedarf: Lediglich ein Drittel der Sammlungen sind digital zugänglich. Grund dafür sind u.a. auch das Fehlen von Software-Lösungen und Know-how für eine flächendeckende Digitalisierung und Online-Präsenz. urn:cts:dhd:2018.scholz_martin_digitale_sammlungserschlie_ung_mit_wisski_und_:1.3.2 Seit einigen Jahren gibt es vermehrt Anstrengungen, universitäre Sammlungen aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken und sie zu einer wichtigen Ergänzung objektgebundener Forschung und Lehre weiter zu entwickeln. Dies drückt sich unter anderem in deutschlandweiten Förderprogrammen aus, wie etwa der „Allianz für universitäre Sammlungen” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Das darin geförderte Projekt „Objekte im Netz” konzentriert sich auf die Digitalisierung universitärer Sammlungen und entwickelt in einer Kooperation zwischen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (GNM) eine gemeinsame Erschließungs- und Digitalisierungsstrategie für die Sammlungen der FAU, um die wissenschaftliche Nutzbarkeit der reichhaltigen Bestände zu verbessern. urn:cts:dhd:2018.scholz_martin_digitale_sammlungserschlie_ung_mit_wisski_und_:1.6.1 Martin Scholz ist einer der Hauptentwickler der Virtuellen Forschungsumgebung WissKI. Er studierte Informatik und Sinologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach seinem Diplom 2008 arbeitete er für die Arbeitsgemeinschaft Digital Humanities der FAU für das DFG-geförderte Projekt “Wissenschaftliche KommunikationsInfrastruktur” (WissKI). Seit 2017 engagiert er sich für die Digitalisierung der Sammlungen der FAU im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts “Objekte im Netz”. Seine Forschungsinteressen liegen in den Digital Humanities, insbesondere in den Bereichen Wissensrepräsentation, Semantic Web und Verarbeitung natürlicher Sprache. urn:cts:dhd:2018.boettger_lucie_wahrnehmung_und_digitale_mustererkennung_am_be:1.17 Eine ökonomische Massendigitalisierung von 3D-Artefakten stellt weiterhin ein ungelöstes Problem dar. Obwohl die semantische Anreicherung von 3D-Daten anspruchsvoll ist, sind Methoden zur Verwendung der Geometrie der 3D-Form für das Data Mining ein aktives Forschungsgebiet [De Luca et al. 2014; Aggarwal 2015]. Verschiedene Verfahren der 3D-Object-Recognition sind seit vielen Jahren bekannt: CAD-Modelle, datengesteuerte geometrische Grundelemente, Oberflächen-Klassifizierung auf Grundlage des Gaußschen Image [Amann 1990; Taylor – Kleeman 2006] und digitaler Bildvergleich [Hueting et al. 2015]. Sie basieren meistens darauf, Grundformen automatisch aus Bereichsdaten zu extrahieren und bekannten Mustern zuzuweisen, um unbekannte Objekte zu klassifizieren. Die Formanalyse wird in der Regel statistisch durchgeführt [Dryden – Mardia 1998]. Statistische Werte, die geometrische Eigenschaften ähnlicher Formen beschreiben, werden mit der Hauptkomponentenanalyse (PCA) [Jolliffe 2002] ausgewertet, um die Formvariabilität zu analysieren. Darüber hinaus sind aber auch partielle Formanpassungsmethoden weit verbreitet [Funkhouser – Shilane 2006] Daneben läuft ein Umrissvergleich eines oder mehrerer Scheiben des 3D-Modells [Tal 2014] und mit bildbasierten 3D-Rekonstruktionsansätzen und formalisierten Grundelementen, um eine Elementbibliothek durch die einfache Deklaration einer Sequenz von Formteilen zu erzeugen [De Luca et al. 2014]. Im Allgemeinen ist es viel einfacher, die Form eines konzentrischen Feststoffs abzurufen als die einer komplexen Struktur. Die verfügbaren Methoden und Technologien bieten keine endgültige Lösung für diese. So entstehen Forschungsfragen in der inhaltsbasierten 3D-Objekt-Retrieval-Adressenabfrage und -klassifizierung auf texturierten 3D-Modellen, Bereichs-Scans-basierte 3D-Formwiedergewinnung, Formabfrage auf nicht starren 3D-Wasserdicht-Meshes, umfangreiches 3D-Formular-Retrieval und 3D-Objekt-Retrieval mit multimodalen Ansichten. Diese verschiedenen algorithmenbasierten Ansätze klassifizieren 3D-Modelle nur in Form von Grundinstanzen (wie Frau, Hund, Becher usw.). urn:cts:dhd:2023.haider_thomas_nikolaus_barockpoetik_als_wikibase_eine_daten:1.3.1 Die Datenbank leistet im Bereich der Geschichte der Poetik als einem zentralen Forschungsgebiet der germanistischen Literaturwissenschaft einen substantiellen Beitrag zur Exploration aktueller Methoden der Linked Open Data (Chiarcos et al., 2022; Sturgeon, 2022) und der Nutzung von Wikidata in den Digital Humanities (Zhao, 2022) in einem (frühneuzeit-)historischen Forschungsgebiet, indem es nicht nur um die Digitalisierung und (forschungs-)öffentliche Bereitstellung von Textdaten geht, sondern diese zugleich mit einem auf Fragen der Konfessionalität gerichteten Erkenntnisinteresse digital aufbereitet und empirisch ausgewertet werden. Übergeordnetes Forschungsziel ist es dabei, von der Universität Göttingen aus ein erweiterbares Portal „Barockpoetik digital“ zu etablieren, in dem die Forschungsdaten zum Thema zentral gebündelt und verfügbar gehalten werden. Als konkrete Erweiterungsperspektive erschließt das Team derzeit im Rahmen des DFG-Schwerpunkprogramms „Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit“ sämtliche Aspekte, die im Poetikkorpus translationsgeschichtlich relevant sind. urn:cts:dhd:2022.roettgermann_julia_literaturgeschichtsschreibung_datenbasiert:1.4.1 Als Datengrundlage zur Modellierung von literaturhistorisch relevanten Aussagen dienen uns drei Kategorien an Texten: Primärliteratur (Romane), Sekundärliteratur (Fachliteratur) und bibliographische Quellen. Die erste der drei Informationsquellen besteht aus einem Korpus aus französischen Romanen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Röttgermann 2021). Dieses umfasst derzeit 115 Texte und wird laufend durch Volltextdigitalisierung mit dem auf historische Drucke spezialisierten OCR-Tool OCR4all (vgl. Reul et al. 2019) und durch Transformation frei verfügbarer EPUBS zu XML-TEI erweitert. urn:cts:dhd:2020.landes_lisa_geschichte_aus_erster_hand_der_aufbau_eines_na:1.1.1 Historische Zeitungen wurden in den letzten Jahren von deutschen Kulturerbe-Einrichtungen verstärkt digitalisiert und zugänglich gemacht. Dadurch stehen der Forschung hunderte Millionen digitalisierter Zeitungsseiten zur Verfügung – ein Reichtum an Primärquellen, dem man mit den herkömmlichen geisteswissenschaftlichen Forschungsmethoden („Close Reading“) kaum gerecht werden kann. Zunehmend gewinnen daher Analysemethoden der Digital Humanities, wie z.B. „Distant Reading“ (Burckhardt u.A. 2018), an Bedeutung, um die bei der Massendigitalisierung entstandenen Daten auswerten zu können. urn:cts:dhd:2020.landes_lisa_geschichte_aus_erster_hand_der_aufbau_eines_na:1.1.2 Die Aufgabe eines nationalen Zeitungsportals ist es jedoch, nicht nur für Forschende, sondern auch für eine interessierte Öffentlichkeit einen niedrigschwelligen Zugang zu entwickeln. Während mit ANNO, Delpher oder dem British Newspaper Archive im europäischen Raum mehrere Projekte – teilweise in Kooperation mit kommerziellen Partnern – entstanden sind, die große digitale Zeitungsbestände in einem nationalen Portal verbinden, existieren in Deutschland bislang nur lokale und regionale Portale einzelner Bibliotheken oder Regionen. Ein übergreifendes Portal, das einen zentralen Zugriff bietet, ist bislang noch ein Forschungsdesiderat (Blome 2018: B.6-33). Dank verschiedener DFG-Förderinitiativen zur Digitalisierung historischer Zeitungen sowie der Förderung der Errichtung eines nationalen Zeitungsportals wird sich das nun ändern. Anfang 2019 wurde das Projekt „Deutsches Zeitungsportal“ gestartet. Es wird im Rahmen der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) umgesetzt. Ende 2020 soll das Portal, an dessen Aufbau vier Projektpartner beteiligt sind, online gehen. urn:cts:dhd:2020.landes_lisa_geschichte_aus_erster_hand_der_aufbau_eines_na:1.1.7 Durch den Aufbau der Datenverarbeitungsstrukturen für Zeitungen und die dafür nötigen Standardisierungsprozesse sollen auch Impulse für die Digitalisierung, Erschließung und Referenzierung der Zeitungsbestände der kooperierenden Datenpartner ausgehen, ein Effekt, der sich bereits beim Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek gezeigt hat. Darüber hinaus soll der Aufbau eines Zeitungsportals Kulturerbe-Einrichtungen dazu anregen, weitere Digitalisierungsvorhaben von historischen Zeitungen anzugehen. Um ein Portal mit für die Zukunft gerüsteten offenen Schnittstellen zu schaffen, ist die perspektivische Integration der IIIF-Technologie sowie eine Anbindung an die Europeana Newspapers Collection geplant. urn:cts:dhd:2020.landes_lisa_geschichte_aus_erster_hand_der_aufbau_eines_na:1.2.1 Das Medium Zeitung zeichnet sich dadurch aus, dass es alle Bereich des Lebens abdeckt. Digitalisierte historische Zeitungen bieten den (Geistes-)Wissenschaften die Möglichkeit, eine Vielzahl von Forschungsfragen zu adressieren (Blome 2018). Das Interesse aus der Wissenschaft fließt beim Aufbau des Zeitungsportals auf mehreren Wegen in die Konzeption ein: So waren die oben genannten vier Kernfunktionalitäten Ergebnis eines Workshops mit WissenschaftlerInnen, der im Herbst 2014 im Rahmen des DFG-Pilotprojektes „Digitalisierung historischer Zeitungen“ in Bremen stattfand. Auch der laufende Entwicklungsprozess des Zeitungsportals wird von einem internationalen wissenschaftlichen Beirat begleitet. Im Gegensatz zu führenden Zeitungsprojekten der Digital Humanities wie Impresso, NewsEyes oder Oceanic Exchanges, welche ausschließlich ein wissenschaftliches Publikum im Blick haben, richtet sich das Angebot des Zeitungsportals auch an allgemeininteressierte NutzerInnen. Wie bereits bestehende, internationale Zeitungsportale zeigen, werden ihre Angebote sehr gut angenommen und von unterschiedlichsten Nutzergruppen besucht (für Nutzergruppen des österreichischen Zeitungsportals ANNO vgl. z.B. Müller 2016: 86). Vor allem die Volltextsuche, also die Möglichkeit, nicht nur in den Zeitungstiteln und anderen Metadaten, sondern in den eigentlichen Zeitungstexten zu suchen, macht das Zeitungsportal zu einem sehr niedrigschwelligen Angebot: Auch ohne große Recherchekenntnisse können NutzerInnen Artikel oder Informationen zu allen vorstellbaren Themen finden – sei es zum eigenen Sportverein, zu einer berühmten Persönlichkeit oder zur Geschichte der eigenen Familie. urn:cts:dhd:2020.landes_lisa_geschichte_aus_erster_hand_der_aufbau_eines_na:1.3.8 Ein Beispiel für eine übereinstimmende Anforderung ist der Wunsch nach möglichst umfassenden Inhalten. Sowohl die allgemeine Öffentlichkeit als auch die Wissenschaftscommunity wünscht sich ein Zeitungsportal, das weitreichende Bestände anbietet, sodass sich die Recherche im besten Fall über ein einziges Portal erledigen lässt. Zwar ist genau dies der Anspruch und das angestrebte Alleinstellungsmerkmal des Deutschen Zeitungsportals, aber die Umsetzung dieses Zieles kann nicht allein vom Zeitungsportal erreicht werden. Viele Faktoren und Stakeholder – wie die schiere Menge des Materials, die Zerstreuung der Bestände in viele unterschiedliche Einrichtungstypen, die von der DFG überhaupt nicht erreicht werden, und nicht zuletzt das Urheberrecht, das die Digitalisierung und Verbreitung der besonders interessanten Bestände aus dem 20. Jahrhundert einschränkt – spielen hier eine Rolle. Ein kompletter Nachweis aller deutschen digitalisierten Zeitungsbestände kann darum eher als Vision der Community der Kulturerbe-Einrichtungen und ihrer Träger beschrieben werden, denn als ein kurzfristig erreichbares Ziel (Bürger 2018: 131f.). urn:cts:dhd:2020.landes_lisa_geschichte_aus_erster_hand_der_aufbau_eines_na:2.2.1.3 Bürger, Thomas (2016): „Zeitungsdigitalisierung als Herausforderung und Chance für Wissenschaft und Kultur“ in: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 63, H 3, 123-132, DOI: 10.3196/186429501663332. urn:cts:dhd:2020.landes_lisa_geschichte_aus_erster_hand_der_aufbau_eines_na:2.2.1.9 DFG-Ausschreibung „Digitalisierung historischer Zeitungen des deutschen Sprachgebiets“ im Rahmen des LIS-Förderprogramms von 2018 ( ) [letzter Zugriff 10. September 2019]. urn:cts:dhd:2020.landes_lisa_geschichte_aus_erster_hand_der_aufbau_eines_na:2.2.1.10 DFG-Ausschreibung „Digitalisierung historischer Zeitungen des deutschen Sprachgebiets“ im Rahmen des LIS-Förderprogramms von 2019( https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/programme/lis/ausschreibung_zeitungsdigitalisierung_2019.pdf ) [letzter Zugriff 10. September 2019]. urn:cts:dhd:2020.landes_lisa_geschichte_aus_erster_hand_der_aufbau_eines_na:2.2.1.12 Empfehlungen zur Digitalisierung historischer Zeitungen in Deutschland (Masterplan Zeitungsdigitalisierung): [letzter Zugriff 05. September 2019]. urn:cts:dhd:2016.panels.004:1.1.1 Durch die Digitalisierung der Forschung und die damit verbundenen gestiegenen Anforderungen an das Forschungsdatenmanagement ergibt sich ein zunehmender Bedarf an umfassender und forschungsorientierter Datenexpertise. Während die Geisteswissenschaften in diesem Prozess einen großen methodischen Fundus an Analysemethoden entwickeln, mangelt es noch an der Infrastruktur, den Institutionen und stabilen Praktiken, die notwendig sind, um Forschungsdaten für künftige Forschergenerationen zu bewahren und auf geeignete Weise zur Verfügung zu stellen. Datenzentren spielen im Idealfall nicht nur zum Zeitpunkt der Aufnahme abgeschlossener Projekte, also bei der Übernahme, Archivierung und ggf. Einbettung in eigene Repositorien eine wichtige Rolle. Vielmehr werden die Weichen für die optimale Archivfähigkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten bereits vorher gestellt und erfordern ggf. eine Beratung von Anfang an. Auf der anderen Seite ist die Kuratierung von Daten und Anwendungen kein einmaliger Akt, sondern eine andauernde Aufgabe. Es stellt sich deshalb die Frage, welche Funktionen geisteswissenschaftliche Datenzentren und Forschungsinfrastrukturen für Forschende in den Digital Humanities insgesamt haben können und sollen. Wenn ein Mehrwert für die Forschung durch die dauerhafte Anschlussfähigkeit von Daten und Anwendungen an den ganzen Forschungsprozess entstehen soll, dann erfordert dies anscheinend einen ganzen Strauß an Diensten und Angeboten, die sich von der koordinierten Unterstützung durch Fachberatung, der Vermittlung von Hardware, der Beantragung von Mitteln, dem Betrieb von Repositorien bis zur anhaltenden Pflege von Daten und Anwendungen erstrecken. urn:cts:dhd:2019.diehr_franziska_wie_katalogisiert_man_eigentlich_virtuelle_r:1.2.1 Mit museum4punkt0 wurde 2017 erstmals in Deutschland ein museales Forschungsprojekt initiiert, welches Kulturinstitutionen verschiedener Sparten, Größen und institutionellen Strukturen mit dem Ziel der Entwicklung und Beforschung digitaler Anwendungen in einem Verbund vereint. 1 Zentrales Merkmal des Verbundes ist die Vernetzung und gegenseitige Unterstützung der beteiligten Institutionen bei der Entwicklung und Evaluation von digitalen Vermittlungs- und Kommunikationsangeboten (Glinka 2018a). Untersucht wird, wie neueste digitale Technologien effektiv für die Aufgaben von Museen, insbesondere in der Wissensvermittlung, nutzbar gemacht werden können. In modular strukturierten Teilprojekten entstehen digitale Kommunikations- und Vermittlungsformate mit Fokus auf Virtual- und Augmented Reality, 3D-Digitalisierung, Gamification sowie weiteren Formen der digitalen Kommunikation. 2 urn:cts:dhd:2022.hegel_philipp_die_aktualitaet_des_unzeitgemaessen:1.1 Der Vortrag möchte die neuen Forschungspraktiken und -möglichkeiten, die sich mit der Digitalisierung jenes Bereichs des kulturellen Gedächtnisses, den das Berliner Aristotelesarchiv bewahrt, in den Fokus rücken. Nicht unerwähnt bleiben sollen dabei die mit der Digitalisierung verbundenen Herausforderungen mit Lizenzrechten und der institutionellen Kuratierung. Dabei soll sich zeigen, dass auch ein Rückgriff auf ein nicht mehr zeitgemäß scheinendes Medium wie den Mikrofilm Optionen bereithält, digitale Verfahren anzuschließen. urn:cts:dhd:2022.hegel_philipp_die_aktualitaet_des_unzeitgemaessen:1.3.1 Erfreulicherweise digitalisieren große Bibliotheken (z. B. Biblioteca Vaticana, Biblioteca Medicea Laurenziana) seit einigen Jahren ihren Handschriftenbestand und stellen die Digitalisate in Farbe online. Als Fazit der Digitalisierungsbewegung der weltweit auf die Bibliotheken zerstreuten Aristoteleshandschriften bleibt aber auch festzuhalten, dass sich ein sehr großer Teil der Handschriften in kleinen Bibliotheken befindet, die noch nicht mit der Digitalisierung der Handschriften begonnen haben. Andere Bibliotheken mit einem größeren Bestand von Aristoteleshandschriften (z.   B. die Biblioteca Ambrosiana in Mailand) verbinden weiterhin ein Kostenmodell mit der Bestellung von Handschrift-Digitalisaten, so dass ein freier Onlinezugang der Handschriften in näherer Zukunft als unsicher gelten muss. Es wäre vermessen, eine umfangreiche oder gar eine umfassende, frei zugängliche Sammlung von digitalisierten Aristoteleshandschriften in den nächsten Jahrzehnten zu erwarten. Damit bietet die Sammlung des Berliner Aristotelesarchivs auch perspektivisch einzigartige Möglichkeiten für um digitale Methoden erweiterte Forschungen zu dem kulturell-handschriftlichen Erbe des Autors. urn:cts:dhd:2022.hegel_philipp_die_aktualitaet_des_unzeitgemaessen:1.3.2 Das Aristotelesarchiv mag somit mit seinem Bestand nur auf den ersten Blick antiquiert scheinen. Es besitzt den Vorteil, dass es mit dem Erwerb der Mikrofilme auch Lizenzen für die Arbeit an diesen erworben hat, die den Aufbau einer digitalen Forschungsinfrastruktur erlauben. Die einzige Einschränkung bleibt, dass für viele Handschriften die Digitalisate nicht online gestellt werden dürfen. Heute finden sich Forscher*innen vor der Situation, dass einige Bibliotheken im Ausland keine Digitalisierungen ihrer Aristoteleshandschriften mehr zur Verfügung stellen. Hinzu kommt, dass viele kleine Bibliotheken mit einem kleineren Handschriftenbestand ihre Aristoteleshandschriften mit großer Wahrscheinlichkeit angesichts einer mangelnden Infrastruktur erst einmal nicht digitalisieren oder online stellen werden. Aus diesem Grund spielt das Aristotelesarchiv für innovative und digital gestützte Forschungsansätze zu dem kulturellen Erbe der mehr als 1000 bekannten Aristoteleshandschriften eine unverzichtbare Rolle. In diesem Vortrag wird der Aufbau einer solchen Forschungsinfrastruktur für das Aristotelesarchiv vorgestellt, wie sie bislang im Rahmen des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichs 980 „Episteme in Bewegung. Wissenstransfer von der Alten Welt bis in die Frühe Neuzeit“ erfolgte. urn:cts:dhd:2022.hegel_philipp_die_aktualitaet_des_unzeitgemaessen:1.4.2 Ein solches Repositorium ermöglicht nun eine vielfältige Forschung zu den Aristoteleshandschriften, weil erstmals Digitalisierungen von allen Handschriften (schwarz-weiße Scans von Mikrofilmen und Farbdigitalisate) digital an einem Ort zusammengeführt werden können. Im Falle eines Projekts im Rahmen des genannten Son derforschungsbereichs erfolgte zunächst eine Digitalisierung der Handschriften, welche die logischen Schriften des Aristoteles überliefern. In einer Kooperation von Forschenden der Informatik, Computerphilologie und gräzistischer Fachwissenschaft wurden Werkzeuge mit Bottom-Up-Ansatz spezifisch für Forschungsfragen entwickelt oder weiterentwickelt, die Fachwissenschaftler*innen eine Reihe von erweiterten Möglichkeiten und neue methodische Zugänge für Forschungen zur Kodikologie, Paläographie, der Überlieferungsgeschichte des Aristoteles oder auch des Wissens- oder Texttransfers ermöglichen. urn:cts:dhd:2019.schassan_torsten_erneuerung_der_digitalen_editionen_an_der_h:1.1.2 Im Hintergrund wurde die Präsentationsoberfläche zum Workflow-Tool zur Objektdigitalisierung ausgebaut. Ebenfalls PHP-Skript-gestützt wurden Eingabeoberflächen für die Eingabe von Bestellungen von Digitalisaten und die Prüfergebnisse der Restaurierung, für die Dokumentation des Bearbeitungsstandes in der Fotowerkstatt und der Veröffentlichung von Digitalisaten programmiert und an die bestehenden Struktur angebunden. urn:cts:dhd:2019.schassan_torsten_erneuerung_der_digitalen_editionen_an_der_h:1.1.3 Nach und nach erweiterte sich die Bandbreite der Inhalte, die über die WDB zugänglich gemacht werden sollten. Neben die Repräsentation von vollständigen Objektdigitalisaten, die von Cover zu Cover digitalisiert wurden, traten Digitalisierungen, die primär in anderen Systemen zur Anzeige kommen sollten wie beispielsweise die Digitalisate des Virtuellen Kupferstichkabinetts. Es entstanden die ersten digitalen Editionen, in denen komplexe digitale Inhalte gemeinsam auf den Bildschirm gebracht werden mussten. E-Books und Rundum-Digitalisate von Handschriften, die in besonderer Weise zur Anzeige gebracht werden mussten, sind weitere Beispiele. Dadurch verkomplizierte sich nach und nach die Struktur der Programmierung der WDB abermals. urn:cts:dhd:2016.sektionen.004:1.3.2.1 Wissensarten sind an Darstellungsformate gebunden. Informationen über das Medienmaterial, seine Gestaltung, Beschaffenheit und Platzierung gehen bei der Verarbeitung von Daten im Zuge der Digitalisierung größtenteils verloren oder werden isoliert vom Textkorpus z. B. in Form von Metadaten gespeichert. Dieser Verlust wird in den interpretierenden Disziplinen oft in Kauf genommen, da quantitativ motivierte Fragestellungen bereits an diese Reduktionssituation angepasst sind. Doch es setzt sich gleichzeitig in linguistischen und (sozial)semiotischen Forschungskontexten die Erkenntnis durch, dass Wissen immer situiertes Wissen in materiellen und institutionellen Umgebungen ist (Fix 2008), und dass mit Blick auf multimodale Gebrauchsmuster die Wahl der semiotischen Ressource (O'Halloran 2004) und nicht zuletzt die Raumbasiertheit von Kommunikation semantische und Diskurs strukturierende Effekte haben können (Habscheid / Reuther 2013). urn:cts:dhd:2016.sektionen.004:1.3.2.2 Kaum ein „Text“ ist so eng mit seinem Ort verknüpft wie ein aufgedruckter „Name“. Am Beispiel der Namen für Straßen, Gebäude und Plätze zeigen wir in unserem Beitrag Digitalisierungsmöglichkeiten auf, die die Verknüpftheit von stadtgeschichtlichem Wissen mit Orten auf (technisch) verschiedene Weise modellieren. Hierfür wird mit dem Smartphone ein mobiles Instrument gewählt, das über eine App Schnittstellen zwischen materiellem und digitalem Raum erzeugt (Weber 2012), um Stadtgeschichte in unterschiedlichen Deutungsrahmen (visuell, auditiv) verfügbar zu machen. Der Raum erweist sich dabei als interaktive Ressource (Hausendorf / Mondada / Schmitt 2012), auf die die kulturellen Sinnangebote ausgerichtet sind und die sie selbst als solche hervorbringen (reflexiver Raumbegriff). urn:cts:dhd:2023.lemaire_marina_hands_on_workshop_datendokumentation:1.2.9.5 − Abschließend wird Yvonne Rommelfanger (Datenkuratorin am Servicezentrum eSciences der Universität Trier) für den Bereich der qualitativen Daten am Beispiel der (Re-)Retrodigitalisierung der Edition der Kabinettsprotokolle des Landes Nordrhein-Westfalen (http://protokolle.archive.nrw.de/), von der Datenaufbereitung für die online-Publikation berichten. urn:cts:dhd:2023.lemaire_marina_hands_on_workshop_datendokumentation:1.2.10 Programmablauf Uhrzeit Programmpunkt 09:00 Begrüßung und Einführungsvortrag 09:20 Use Case 1: Quantitative Daten (20+20 Min.) 10:00 Use Case 2: Netzwerkanalyse (20+20 Min.) 10:40 Kaffeepause 11:10 Use Case 3: Bildannotationsdaten (20+20 Min.) 11:50 Use Case 4: Qualitative Daten/Re-Retrodigitalisierung (20+20 Min.) 12:30 Mittagspause 13:30 Kategorisierung der Aspekte der Datendokumentation auf der Basis der Berichte 14:00 Vorstellung, Diskussion und Zusammenführung der Gruppenergebnisse 14:30 Datathon 16:00 Kaffeepause 16:15 Vorstellung, Diskussion und Zusammenführung der Gruppenergebnisse 16:45 Next Steps 17:00 Ende urn:cts:dhd:2020.geiger_jonathan_spielplaetze_der_theoriebildung_in_den_digita:2.1.1.20 Koch, G. (ed.) (2017): Digitalisierung. Theorien und Konzepte für die empirische Kulturforschung. Köln: Herbert von Halem Verlag. urn:cts:dhd:2018.roeder_torsten_horizontales_lesen_das_verdi_requiem_und_d:1.3.1.1 Die Analyse der Metadaten mithilfe geographischer und einfacher statistischer Visualisierungstools (z. B. OpenLayers/MapWarper und Google Chart API) gab Aufschluss über die geographische und chronologische Verteilung der Texte. Die Presseresonanz ist in den Monaten der Erstaufführungen an den jeweiligen Orten wie erwartet am stärksten. Dabei fiel auf, dass die Verteilung im Deutschen Reich großflächiger ist als in dem stark auf Wien zentrierten Österreich (vgl. Abbildung 1). Die Anzahl der Berichte an einem Ort ist in Österreich durchschnittlich höher als im Deutschen Reich, da dort durch das Digitalisierungsprojekt ANNO erheblich mehr Periodika digitalisiert wurden und relevante Texte durch Suche im OCR-Volltext viel leichter aufzufinden sind als in realen Zeitungsbänden. Im Deutschen Reich überwiegt deshalb auch der Anteil an Texten aus den bereits umfassend digitalisierten Musikfachzeitschriften (vor allem aus Leipzig) um so mehr. urn:cts:dhd:2020.ulrich_mona_science_data_center_fuer_literatur:1.1 Die Digitalisierung verändert die Bedingungen für die Produktion, Distribution und Rezeption und damit auch für die Erforschung von Literatur. In den Digital Humanities stehen dabei bislang insbesondere die neuen Möglichkeiten der digitalen Auswertung (Distant/Scalable Reading) und die Digitalisierung vorhandener Druckbestände im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die veränderten medialen Bedingungen führen jedoch nicht nur zu einer Übersetzung von gedruckten Texten in digitale Objekte, sondern bringen selbst produktiv neue literarische Formen und Gattungen hervor, für die computergestützte Elemente konstitutiv sind. Hierzu zählen etwa literarische Hypertexte, Blog-Formate, computergestützte kollektive und kollaborative Projekte, literarische Tweets und Twitter-Bots, Texte und Textgeneratoren, die auf computerlinguistische Methoden setzen, schließlich auch frühere Formen computergestützter Literaturproduktion wie der Poesieautomat von Hans Magnus Enzensberger oder die Stochastischen Texte von Theo Lutz. (Rettberg 2019, Suter 2012, Tomaszek 2011, Lutz 1959). Hinzu kommen im Bereich Literaturforschung und -archive zunehmend digitale Vor- und Nachlässe, die eine Vielzahl von unterschiedlichen Datenträgern und Datenformaten beinhalten. urn:cts:dhd:2023.jannidis_fotis_korpuszusammensetzung_und_verlaesslichkeit_des:1.8.7 Allerdings ist der sehr steile Anstieg der Buchzahlen in Fig. 4 ziemlich überraschend. Wir wissen, dass Google Books auf den Ergebnissen der Digitalisierungskampagne Googles in Kooperation mit einer ganzen Reihe von internationalen Forschungsbibliotheken beruht. Die deutschsprachigen Ergebnisse verdanken sich nicht zuletzt den Kooperationen mit der Österreichischen Nationalbibliothek und der Bayerischen Staatsbibliothek. Deren Bestände speisen sich in den letzten Jahrzehnten aus Pflichtabgabeexemplaren und einer umfassenden Erwerbspolitik. Woher kommt also der plötzliche Anstieg? Sind – den Klagen der Verlage zum Trotz – seit 2005 sehr viel mehr Bücher als früher gedruckt worden?. urn:cts:dhd:2023.jannidis_fotis_korpuszusammensetzung_und_verlaesslichkeit_des:1.9.9 Fassen wir zusammen: Nach 1998 ändert sich die Zusammensetzung des deutschsprachigen Ngramm-Korpus einschneidend, so dass es für die meisten Analysen zur Entwicklung von Sprache und Kultur weitgehend unbrauchbar wird. Dazu tragen eine Reihe von Faktoren bei, von denen zwei identifiziert werden konnten: Schwerwiegender ist, schon aus Umfanggründen, der Anteil der Publikationen des GRIN-Verlags. Sie geben zwar einen Einblick in eine bestimmte Form universitärer Wissenschaftskommunikation, haben aber nichts mit der sonstigen Buchproduktion zu tun. Hinzukommen die falsch datierten Retrodigitalisierungen einiger Verlage. Zugleich zeigt die Analyse der Daten, dass dies nicht die einzigen Faktoren sind, die hier ins Gewicht fallen. Wenn man sich auf die Wörter mit den steilsten Karrieren in den letzten 25 Jahren konzentriert (Fig. 11), dann fällt auf, dass dies allgemeine Token sind, die sich eher in Romanen als in Fachtexten finden (besonders die Anführungszeichen, mit denen in den meisten deutschen Drucktexten direkte Rede markiert wird): „Augen Blick Du Frau Gesicht Hand Kopf Leben Mal Mann Moment Mutter Stimme Tag Tür Vater « »“ Da zugleich die Länge ansteigt und die Anzahl der Texte sehr hoch bleibt, außerdem diese Texte aber wohl nicht in den offiziellen Verlagsstatistiken auftauchen, handelt es sich vermutlich um Texte aus literarischen Selfpublishing Verlagen, die in der Umfrage des Börsenvereins nicht miteinbezogen waren. Darüber, ob diese nicht doch Teil eines Kulturgraphen sein sollten, lässt sich allerdings trefflich streiten. urn:cts:dhd:2016.workshops.004:1.2.3 Die Beantwortung der jeweiligen Forschungsfrage stützt sich dann häufig auf Interpretationen in Form von Annotationen in einem Korpus, deren Formen sich disziplinübergreifend ähneln können. Dennoch existieren vielfältige manuell zu erstellende oder automatisch generierbare Annotationsarten wie zum Beispiel Named-Entity-Recognition, Referenzierung auf Personendatenbanken (wie z. B. die Gemeinsame Normdatei 2 ), GEO Tagging (vgl. z. B. Elliot / Gillies 2009), Lemmatisierung (z. B. Schmid 1994) oder syntaktisches Parsing (z. B. Malt Parser 3 ), die die interpretatorischen Analysegrundlagen stellen. Da die Digitalisierung der historischen Texte (auf Grundlage von Handschriften, Drucken oder Editionen) und deren Annotation aufwändig und vielschichtig sind (vgl. u. a. Rissanen 2008, Kytö / Pahta 2012) kann die Wiederverwendung von historischen Korpora von Vorteil sein. Die Vorstellung der verschieden disziplinspezifischen Sicht- und Zugriffweisen auf solche textbasierten Daten (vgl. Pitti 2004) und deren Wiederverwendung ist ein zentraler Themenbereich des Workshops. urn:cts:dhd:2023.wintjes_jorit_die_historische_konfliktsimulation_als_wissens:1.1.1 Die Modellierung von Forschungsgegenständen sowie die Operationalisierung von Forschungsfragen sind zentrale Bestandteile geisteswissenschaftlicher Forschung (Beynon et al. 2006, Flanders and Jannidis 2015, Thaller 2017, Piotrowski, 2019). Mit Einzug der Digitalisierung können Forschungsgegenstände in strukturierte Forschungsdaten transformiert und durch diese formalisierte Modellierung mit informationstheoretischen Methoden untersucht werden. Die Kompetenzen, die für eine adäquate konzeptionelle und formale Modellierung sowie für eine quantitative Analyse geisteswissenschaftlicher Forschungsinteressen erforderlich sind, bilden den “fächerübergreifende[n] Kern der Digital Humanities” (Thaller 2017, S. 16). urn:cts:dhd:2020.donig_simon_multimodaler_bedeutungstransfer_vom_text_zum_bil:1.2.6 Da durch Sammlungspraxis der Gedächtnisinstitutionen (Sammelwürdigkeit, geographischer Schwerpunkt) und Zugänglichkeit des Materials (Lizenzierung, Grad der Sammlungsdigitalisierung) die Verteilung der Artefakte nach Klassen unbalanciert ist (Abb. 1), haben wir die Klassengewichte dementsprechend angepasst (seltene Klassen werden höher gewichtet als häufig vorkommende Klassen (Johnson, Khoshgoftaar 2019: 27). Um eine Situation zu vermeiden, in der ein Machine Learning Modell derart an ein Eingabedaten-Set angepasst wird, dass es darin scheitert, auf ähnlichen Daten zu generalisieren (Overfitting), wurde die übliche Early-Stopping-Methode verwendet. urn:cts:dhd:2023.deicke_aline_living_handbook_digitale_quellenkritik_:1.9.2 Die flächendeckende Nutzung von Computern in Wissenschaft und Gesellschaft, die rasante Entwicklung des Internets mit einer enormen Zunahme der Digitalisierung u.a. mit Hilfe von künstlicher Intelligenz führt zu einer unumkehrbaren Veränderung der menschlichen Informationsrezeption. Wissen wird nicht mehr ausschließlich über traditionelle Wege rezipiert, sondern oftmals über populär (wissenschaftlich)e Zugänge wie z. B. YouTube-Videos, Social Media Beiträge etc. Je mehr Informationen vorliegen und generiert werden, umso schwieriger wird es zu identifizieren, welche Beiträge wissenschaftlichen, peer-geprüften Forschungsprozessen entstammen. Insbesondere geht oft verloren, wie und von wem Informationen zu Sachverhalten erstellt, kommuniziert und verändert wurden. Für eine digitale Quellenkritik und -analyse bedeutsam sind u.a. soziale und geografische Unterschiede in der Verfügbarkeit von Ressourcen, in der Zugänglichkeit von Dokumenten angesichts (staatlicher) Geschichtspolitik und Zensur, eine sorgfältige Dokumentation der Datenhistorie sowie die Gewährleistung einer langfristigen Auffindbarkeit. Dennoch stellt sich die Frage, ob und in welchem Umfang es in Zukunft für Institutionen, Gremien oder auch Einzelakteur*innen überhaupt möglich sein wird, die Genese von Informationen umfassend zu recherchieren und nachzuvollziehen, und welchen Einfluss diese Unsicherheiten auf Prozesse der Wissensproduktion haben werden. urn:cts:dhd:2022.busch_anna_digitale_archive_fuer_literatur:1.1.1 Die Reflexion der institutionellen Transformation von Literaturarchiven angesichts der Digitalisierung überschreitet die Einzelinstitutionen notwendig, gerade dort, wo es gemeinsame Praktiken, Routinen, Standards und Infrastrukturen zu entwickeln gilt. Das Panel greift diesen Bedarf durch seinen internationalen und interinstitutionellen Ansatz auf. urn:cts:dhd:2022.busch_anna_digitale_archive_fuer_literatur:1.1.2 Literaturarchive stehen durch die Digitalisierung vor einer Vielzahl an Herausforderungen: Begriff, Praxis und Materialität des Literaturarchivs befinden sich in einem Transformationsprozess, den die Institution ‘Literaturarchiv’ in dieser Grundsätzlichkeit seit ihrer konzeptionellen Erfindung im 19. Jahrhundert (Goethe 1823, Dilthey 1970 [1889], Thaller 2011) nicht durchlaufen hat. Die Anforderungen nach Partizipation (Theimer 2018), die Digitalisierung der Bestände und die Umsetzung von Open Access- und Data-Strategien (Szekely 2017), die Adressierung der Fragen, die born-digitals mit sich bringen, gehen in vielen Fällen einher mit einem Umbau von Routinen und Handlungsprogrammen wie mit einer Befragung und Neuerfindung der eigenen Identität als Institutionen (Cook 2013). urn:cts:dhd:2022.busch_anna_digitale_archive_fuer_literatur:1.1.4 Es gilt folglich, über die Aufgaben und Herausforderungen, die die fortschreitende Digitalisierung des kulturellen Gedächtnisses speziell für Literaturarchive mit sich bringt, nachzudenken und Lösungsansätze zu entwickeln, wie ihnen zukünftig begegnet werden kann. Mit dem Panel soll ein in der Community der Literaturarchive – etwa im Netzwerk “KOOP-LITERA”, in der Schriftenreihe Literatur und Archiv (Dallinger / Kastberger 2017ff.) oder auf der Konferenz #LiteraturarchivederZukunft des Deutschen Literaturarchiv Marbach – seit einiger Zeit sich intensivierender Austausch entschieden in den Raum der Digital Humanities getragen werden. urn:cts:dhd:2022.busch_anna_digitale_archive_fuer_literatur:1.1.7.1 Digitale Werkzeuge und Infrastrukturen durchdringen die Praktiken heutiger ArchivarInnen, die beim Sammeln, Bewahren, Erschließen, Vermitteln immer häufiger zugleich Daten- und CodeexpertInnen sein müssen. Im Kontext der Digitalisierung ist ein neues Verständnis von Praktiken und Handlungsprogrammen der Tätigkeiten in Literaturarchiven zu entwickeln. urn:cts:dhd:2022.busch_anna_digitale_archive_fuer_literatur:1.2.4.3 Archivobjekte Materielle Dokumente oder digitale Daten – das ist eine falsche Distinktion, auch digitale Daten haben materielle Träger. Daten lassen sich ablösen, unterscheiden sie sich darin vom Original? Wir stehen in einer Verunsicherung in Bezug auf das Original (nicht das Kunstwerk) und seine Reproduzierbarkeit (Walter Benjamin). Dabei ist das Sammeln digitaler Dokumente nicht zu verwechseln mit der Digitalisierung von Dokumenten: Diese setzt minimal beim Scan ein und geht maximal bis zur genetischen Edition. Eine andere Aufgabe der Literaturarchive ist das Sammeln und Aufbereiten digitaler Daten (digital born). Eine Herausforderung ist es, die technischen Zugänge und die Lesbarkeit der digitalen Datenträger aus den Anfängen des PC, der Mails und der fotografisch-/filmischen Selbstdokumentation zu gewährleisten. Wichtiger wird die Entwicklung der Standards & Normen, die Pflege und Sicherung der Metadaten und ihre intelligente Vernetzung. Erhalten (im doppelten Wortsinn) die Archive und verwalten sie künftig technisch und rechtliche aufbereitete Daten und dokumentieren deren Nutzung? urn:cts:dhd:2023.fischeidl_kathrin_das_deutsche_kunstarchiv_auf_neuen_wegen:1.3.2 Bei der Konzeption der Erweiterung des CIDOC CRM wurden nicht nur die Vorgaben der inhaltlich beschreibenden Bestandserschließung berücksichtigt, sondern auch Anforderungen der Dokumentation, der Digitalisierung und der Vernetzung innerhalb der Bestände mitbedacht. Aus intensiven Diskussionen mit allen archiv- und datenbankerprobten Mitarbeiter:innen ging die Konzeption von Mechanismen zur Erfassung von archivinternen Workflows hervor. So wurden im Datenmodell Eingabefelder für restauratorische Maßnahmen, Akzessionierung oder das Depotmanagement ergänzt. Die weiteren beschreibenden Erfassungsfelder basieren auf den Erschließungsstandards ISAD(G) sowie RNAB (Ressourcenerschließung mit Normdaten in Archiven und Bibliotheken für Personen-, Familien-, Körperschaftsarchive und Sammlungen). Das entwickelte Archivinformationssystem bietet den Verzeichner:innen auf diese Weise die Möglichkeit auf allen Ebenen - vom Gesamtbestand bis hin zum Einzeldokument - inhaltliche Informationen mit Daten zur Bestandsverwaltung und -konservierung zu verknüpfen. urn:cts:dhd:2023.windhager_florian_data_driven_storytelling_zu_kulturellen_ob:1.2.1 Das InTaVia-Projekt (“In/Tangible European Heritage - Visual Analysis, Curation and Communication, https://intavia.eu ) zieht größere Bestände von materiellem und immateriellem Kulturerbe in eine transnationale Datenbasis zusammen (Windhager, Mayr, Schlögl, & Kaiser, 2022, in Druck). In den letzten Jahrzehnten wurde sowohl die Digitalisierung von materiellen Objektsammlungen vorangetrieben ( Khan, Shafi, & Ahangar, 2018 ), wie auch die Digitalisierung von biografischem Wissen über Kulturschaffende (ter Braake et al., 2015; 2017). Diese Entwicklungen bieten eine gute Basis für eine digitale Analyse und Kommunikation des Lebens und Werks von Kulturschaffenden ( Khulusi et al., 2016; Schlögl, Windhager, Mayr, & Kaiser, 2019; Windhager et al., 2018), aber fehlende Verknüpfungen, Harmonisierungen und ein Mangel an Werkzeugen erschweren die entsprechende Arbeit - besonders für Praktiker*innen im Bereich der Kulturvermittlung. Mit Blick auf etablierte Nationalbiografien und korrespondierende kulturelle Objektdaten arbeitet das InTaVia-Konsortium an der Entwicklung von Lösungen und harmonisiert zu diesem Zweck nationale Datenbestände (inkl. der Biografieprojekte von Finnland, Niederlande, Österreich und Slowenien). Darauf aufbauend entwickelt es ein prototypisches Informationsportal für die visuelle Analyse und Kommunikation dieser integrierten Kulturdaten. So werden synoptische Ansichten auf historischen Daten zu Leben und Werken aus verschiedenen Perspektiven der Datenvisualisierung (geografisch, relational, kategorial, chronologisch) möglich, sowie die narrative Gestaltung und Vermittlung dieser Information mittels Methoden des individuellen und kollektiven Storytellings. urn:cts:dhd:2023.schumacher_mareike_disko_zur_einbindung_von_citizen_humanit:1.2.1 DisKo ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Deutschen Nationalbibliothek (DNB), der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Hamburg. Die DNB sammelt im gesetzlichen Auftrag seit 1913 u.a. alle in Deutschland veröffentlichten Medienwerke; seit 2006 schließt dies auch die sogenannten Netzpublikationen, also genuin digitale Werke, mit ein. Die Digitalisierungsstrategie zielt auf eine systematische und auch projekt- und anlassbezogene Digitalisierung der physischen Bestände sowie die Vernetzung zur Wissenschaft ab und schreibt seit 2020 mit dem jährlichen DH-Call ein Unterstützungsangebot für Forschende aus, die mit den Daten der DNB arbeiten möchten. Grundlage dieser Aktivität bildet die Reform des Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes (UrhWissG) im Jahr 2018. Die konkrete Förderung durch die DNB besteht in der Bereitstellung von Metadaten, digitalen bzw. digitalisierten Objekten und einer passenden Infrastruktur zur Bearbeitung und Analyse der teilweise sensiblen Daten. Das Projekt DisKo ist seit Frühjahr 2022 Teil dieser Förderlinie und kann darum nicht nur auf genuin digitale Medien zugreifen, sondern auch Texte retrodigitalisieren lassen, die bisher von keinem Digitalisierungsprojekt erfasst wurden. Darüber hinaus bietet die Zusammenarbeit mit der DNB die Möglichkeit, bei der Korpusbildung eine quantitative Einschätzung der Grundgesamtheit (Calvo Tello 2021: 96–97, Schöch 2017: 225) aller in einer definierten Zeitspanne in Deutschland erschienen Romane zu berücksichtigen, da jedes mit einer deutschen ISBN erscheinende Buch hier gemeldet und in doppelter Ausführung abgegeben oder als digitales Objekt eingereicht werden muss. urn:cts:dhd:2017.poster.wuttk:1.4 Die Grundidee für AGATE beruht auf den Erkenntnissen der SASSH-Umfrage ( Survey and Analysis of Basic Social Science and Humanities Research at the Science Academies and Related Research Organisations of Europe , 2013-2015), in der erstmals über 600 Forschungsvorhaben an europäischen Wissenschaftsakademien und ähnlichen Forschungsinstitutionen systematisch zu verschiedenen Themengebieten befragt wurden (Leathem & Adrian 2015). Viele der europäischen Wissenschaftsakademien sind wichtige nationale Forschungszentren im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften (SSH). Die Umfrage zeigte, dass die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung an den europäischen Wissenschaftsakademien angesichts der zunehmenden Digitalisierung mit großen Herausforderungen konfrontiert ist. Es zeigten sich bislang ungenutzte Potentiale in den Bereichen Kooperationen und Erfahrungsaustausch, digitale Infrastrukturen sowie digitale Forschungsmethoden und Publikationspraktiken. urn:cts:dhd:2018.schwengelbeck_isabel_tei_editionswerkstatt_urkunden_upb_:1.1.1.6 Im Kontext von „Kritik der digitalen Vernunft“ ist das Projekt als praktisches Beispiel im Rahmen der digitalen Angebote, Projekte und Werkzeuge zu verorten. Dabei liegt nicht nur die Erstellung einer „zeitgemäßen“ Quellenedition im Fokus der Arbeitsgruppe. Darüberhinausgehend wird im Rahmen des Projektes der digitale Horizont der (angehenden) HistorikerInnen erweitert sowie bereits vorhandene Kompetenzen im Sinne historischen Denkens und wissenschaftlichen Arbeitens gefördert. Dem kritischen Anspruch der Geisteswissenschaften wird insofern Rechnung getragen, als dass die permanente Reflexion und Ausdifferenzierung der Vorgehensweise und das kritische Hinterfragen der Sinnhaftigkeit des Einsatzes angewandter Tools eine reflektierte Vereinbarkeit der „daten-, algorithmen- und werkzeuggetriebenen“ Wissenschaft mit geisteswissenschaftlichen Ansprüchen generieren. Das praktische Beispiel der „Editionswerkstatt“ ermöglicht die Diskussion gesellschaftlicher Dimensionen der konkret in diesem Kontext wirksamen Digitalisierungsprozesse besonders unter Berücksichtigung heterogener Begrifflichkeiten wie Interaktionsformen, Partizipation und Bildung – es postuliert geradezu die Diskussion ihrer Konsequenzen in Wissenschaft und Gesellschaft. urn:cts:dhd:2023.thoden_klaus_forschung_informationswissenschaft_und_archiv_:1.2.2 Im Anschubprojekt wurde die pädagogische Korrespondenz alphabetisch nach Korrespondenzpartner*innen sowie chronologisch strukturiert, erfasst und gemäß den DFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ (Deutsche Forschungsgemeinschaft 2016) digitalisiert. Den Korrespondent*innen wurden projekteigene Grundsignaturen, den Briefen Dokumentsignaturen zugewiesen. Die grundlegenden Metadaten der Dokumente (1) Signatur, (2) Verfasser*in/Empfänger*in, (3) Ausstellungsdatum, (4) Ausstellungsort, (5) Umfang, (6) Dokumenttyp, (7) Sprache, (8) Prüfvermerke und (9) Dateinamen der zugehörigen Images wurden im Bibliographieprogramm Zotero erfasst. Als Grundlage zur Auszeichnung und Auswertung der Quellen wurden eine Indexsystematik und ein fachsystematischer Index zur kontrollierten Indexierung entworfen. Im Juli 2019 wurde mit der Recherche bio-bibliographischer Angaben zu den Verfasser*innen begonnen, welche in der aktuellen Projektphase fortgeführt wird. urn:cts:dhd:2023.thoden_klaus_forschung_informationswissenschaft_und_archiv_:2.2.1.1 Baillot, Anne . 2020. „Digitalisierung und ihre Einflüsse auf den Umgang mit alten wie neuen ‚Briefen‘ in deutscher wie internationaler Perspektive.“ In Handbuch Brief , hg. von Matthews-Schlinzig, Marie Isabel, Jörg Schuster, Gesa Steinbrink und Jochen Strobel, 387–398. Berlin: De Gruyter. 10.1515/9783110376531-025 . urn:cts:dhd:2023.thoden_klaus_forschung_informationswissenschaft_und_archiv_:2.2.1.4 Deutsche Forschungsgemeinschaft . 2016. DFG Praxisregeln „Digitalisierung.“ https://www.dfg.de/formulare/12_151/index.jsp (zugegriffen: 3. August 2022). urn:cts:dhd:2018.stadler_peter_storied_collections_ein_kritischer_blick_au:1.3 Innerhalb der Musikwissenschaft decken die digitalen Projekte des Detmold/Paderborner Virtuellen Forschungsverbunds Edirom und des Zentrums Musik – Edition – Medien sowie die damit assoziierten Vorhaben einen weiten Bereich der digitalen Aktivitäten im Fach ab. Es handelt sich einerseits um Projekte im Bereich der Musikedition (u.a. Weber-Gesamtausgabe, Freischütz Digital , Bargheer-Fiedellieder , Beethovens Werkstatt ), andererseits um Methoden- und Softwareentwicklung ( Edirom , ZenMEM , VideApp , WeGA-WebApp ), sowie um neuartige Erschließungskonzepte ( Detmolder Hoftheater ) bzw. Beiträge zur Entwicklung von Codierungsstandards (TEI, MEI). Vor allem in Rückbindung an TEI und MEI sind dabei Publikationen entstanden, die weit über eine schlichte Digitalisierung hinausgehen: Metadaten, die wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werden, extensive Verknüpfungen und inhaltliche Auszeichnungen der Dokumente sind selbstverständlich. Ferner sind unterschiedliche Annotationspraktiken erprobt. urn:cts:dhd:2018.stadler_peter_storied_collections_ein_kritischer_blick_au:1.12.2 Unbestritten sind an dieser Stelle die vielen Vorteile und Mehrwerte einer digitalen Edition gegenüber der klassischen, analogen Edition in Buchform. Die Digitalisierung von Musikeditionen schafft aber gleichzeitig auch ganz neue Problemstellungen und Herausforderungen. Im Projekt durchgeführte problemzentrierte Leitfadeninterviews mit Editoren zeigten bspw. deutlich das Spannungsfeld zwischen Offenheit und Abgeschlossenheit insbesondere bei der (Nach-)Nutzung: urn:cts:dhd:2019.kuroczynski_piotr_historic_building_information_modeling_hb:1.2 Dabei stellt die 3D-Retrodigitalisierung vorhandener Artefakte infolge der 3D-Laserscanner und Photogrammetrie sowie die quellen-basierte, hypothetische 3D-Rekonstruktion physisch nicht (mehr) vorhandener Objekte einen adäquaten Zugang zum Forschungsobjekt in der Archäologie, Kunst- und Architekturgeschichte sowie der Denkmalpflege dar. Als Repositorien für die wissenschaftlichen 3D-Modelle bieten sich in erster Linie die Universitätsbibliotheken an, sodass über eine metadatenbasierte Kontextualisierung der 3D-Datensätze nachgedacht wird (Blümel, 2013), auch wenn noch keine Institution bereit ist die Ergebnisse aus 3D-Rekonstruktionen als wissenschaftlichen Sammlungsbestand aufzunehmen und langfristig zur Verfügung zu stellen. urn:cts:dhd:2019.kuroczynski_piotr_historic_building_information_modeling_hb:1.13 Wir befinden uns am Anfang eines technologischen Prozesses, bei dem die Digital Humanities im Bereich der Handhabung und Nutzbarmachung der 3D-Datenstätze von vorausgehenden Branchen lernen können. Wir stecken noch in Kinderschuhen der Digitalisierung und sind am Anfang einer langwierigen inhaltlich-methodologischen Etablierung digitaler 3D-Rekonstruktion als einer bewährten Forschungsmethodik. Erst wenn unsere 3D-Modelle semantisch strukturiert, langfristig und offen im Netz zur Verfügung gestellt werden können, können zukunftsweisende Anwendungen wie 3D Wikipedia (Russell, Martin-Brualla, Butler, Seitz, & Zettlemoyer, 2013) sowie ein daraus resultierender Diskurs im Sinne von Open Science an den Modellen geführt werden. Der vorliegende Beitrag möchte eine Diskussion und Entwicklung in diese Richtung anstoßen. urn:cts:dhd:2022.schneider_sophie_back_em_up_computerspiele_als_objekte_ku:2.2.1.4 Deutsche Forschungsgemeinschaft (2018): „Erschließung und Digitalisierung“, in: DFG Förderung von Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft. Ein Positionspapier der Deutschen Forschungsgemeinschaft 20-27 https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/programme/lis/positionspapier_informationsinfrastrukturen.pdf [letzter Zugriff 08. Juni 2021]. urn:cts:dhd:2022.boenisch_dominik_training_the_archive_von_der_maschinellen_:1.1 Die Digitalisierung in Kunstmuseen verspricht einen erweiterten Zugriff auf Sammlungsobjekte sowohl für die Wissenschaft als auch für eine interessierte Öffentlichkeit und das bestenfalls online ortsunabhängig und jederzeit (Glinka / Dörk 2018: 236). Dabei reicht es nicht aus, die hiesige Archivlogik eins zu eins in den digitalen Raum zu übertragen und die Suche in Datenbanken auf eng gedachte Stichworte zu limitieren. Vielmehr sollen über spezielle Interfaces und Visualisierungen eine Exploration von digitalen Beständen, sowie ein Schlendern durch die Online-Sammlung möglich gemacht werden, ohne dabei zwingend einem vorgegebenen Suchbegriff folgen zu müssen (Brüggemann et al. 2016: 227). Beispielhafte Lösungen wie PixPlot , iArt oder imgs.ai ermöglichen bereits heute mittels künstlicher Intelligenz die systematische und strukturierte Aufbereitung von Sammlungsdaten. Denn durch maschinelles Lernen können Zusammenhänge und Verbindungen zwischen Kunstwerken offenbart werden, die Kurator*innen nicht (mehr) mit bloßem Auge wahrnehmen können (Bell / Ommer 2016: 68). Ein maschinengestütztes, exploratives Aufdecken von Verknüpfungen innerhalb der eigenen musealen Sammlung ist Untersuchungsgegenstand des Forschungsprojekts Training the Archive am Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen im Verbund mit dem HMKV Hartware MedienKunstVerein, Dortmund und dem Visual Computing Institute der RWTH Aachen University. urn:cts:dhd:2025.m_bus_dennis_prompt_engineering_und_hermeneutik_best_pract:2.1.1.5 Eckenstaler, Sophie . 2023. ChatGPT in den Geschichtswissenschaften? Ein Praxisversuch. https://hochschulforumdigitalisierung.de/chatgpt-in-den-geschichtswissenschaften-ein-praxisversuch-2/ . urn:cts:dhd:2023.roeder_torsten_greening_dh_individuelle_handlungsspielraeume:1.2.2 In der Forschungsliteratur wird die Thematik der ökologisch nachhaltigen Digitalisierung bereits seit einigen Jahren behandelt (dazu ausführlich Lange/Santarius 2018). So haben sich im Bibliotheksbereich Akteurs-Netzwerke wie Libraries4Future und Netzwerk Grüne Bibliothek formiert (dazu Hauke et al. 2013). Ein weiterer Diskursstrang behandelt das Gebiet der ökologisch nachhaltigen Softwareentwicklung (z.B. Gröger/Köhn 2014; Eder/Gallagher 2017; Höfner/Frick 2018). Daneben liegen Untersuchungen zum Energiebedarf von Datenzentren (exemplarisch: Schomaker et al. 2014) und Methoden zu umweltverträglicher Langzeitarchivierung (exemplarisch: Pendergrass et al. 2019) vor. Letzteres gilt es im Zusammenhang mit Minimal Computing und insbesondere Minimal Publishing (hierzu Holmes/Takeda 2019) zu betrachten, die in den DH steigende Beachtung erfahren. Für die fachübergreifende Thematik der umweltverträglichen Konferenzorganisation liegen spätestens seit dem “Zoom-Jahr” 2020 zahlreiche Untersuchungen vor (Stroud/Feeley 2015, Klöwer et al. 2020; Faber 2021; Glausiusz 2021). Ferner entstanden Frameworks zur Evaluierung der Nachhaltigkeit von Forschungseinrichtungen (Ferreboeuf et al. 2019; Mariette et al. 2021). Für den Bereich der DH sind aus dem Kontext der Digital Humanities Climate Coalition inzwischen erste Beiträge erschienen, die sich konkret mit dem ökologischen Impact der DH auseinandersetzen und konkrete Handlungsempfehlungen zusammenstellen (DHCC Information, Measurement and Practice Action Group und DHCC Toolkit Action Group 2022). urn:cts:dhd:2023.roeder_torsten_greening_dh_individuelle_handlungsspielraeume:2.1.1.10 Höfner, Anja / Frick, Vivian (eds.). 2018. Was Bits und Bäume verbindet. Digitalisierung nachhaltig gestalten , Oekom (zugegriffen: 15. Dezember 2022). urn:cts:dhd:2023.roeder_torsten_greening_dh_individuelle_handlungsspielraeume:2.1.1.13 Lange, Steffen; Santarius, Tilman. 2018. Smarte Grüne Welt? Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit , Oekom (zugegriffen: 15. Dezember 2022). urn:cts:dhd:2018.ernst_thomas_critical_digital_cultural_studies_digitale_kul:1.1 Die Digitalisierung hat weltweit nicht nur positive Effekte hervorgebracht, sondern auch vielfach kritisierte Probleme verursacht – man denke nur an die monopolistische Marktmacht intransparenter Firmen der digitalen Information (Google, Facebook), die neuen Formen der Überwachung (Snowden vs. NSA) oder die Popularisierung politischer Öffentlichkeiten und deren Beitrag zu unerwarteten Entwicklungen (Präsident Trump, Brexit, AfD). Während zwar einerseits die digitalen Medien und Kommunikationsverhältnisse den Alltag der meisten europäischen Bürgerinnen und Bürger bestimmen, hat sich andererseits noch keine digitale Kultur etabliert, in der die Bürger auf breiter Ebene kritisch und bewusst mit der Macht von Algorithmen oder den Inhalten Allgemeiner Geschäftsbedingungen umgingen. urn:cts:dhd:2025.rastinger_nina_c_von_aachen_bis_zwickau_semi_automatische_:1.3.1 Die “Wiener Zeitung”, die bis vor kurzem als die älteste noch erscheinende Tageszeitung der Welt gelten durfte, liegt heute seit ihrer Gründung als analoger Quellenbestand lückenlos vor. Ihre Digitalisierung erfolgte für beinahe alle erhaltenen Ausgaben ab 2012 durch die Österreichische Nationalbibliothek, wo im Projekt Austrian Newspapers Online (ANNO) mit damaligen OCR-Methoden auch Volltexte generiert wurden. Um die Qualität der in Frakturschrift gedruckten Texte für die Forschung zu optimieren (vgl. Resch 2023), konnte dann an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ab 2017 im Projekt “ Das Wien[n]erische Diarium: Digitaler Datenschatz für die geisteswissenschaftlichen Disziplinen ” mit Hilfe der KI-gestützten Plattform Transkribus anhand von 6.000 Textseiten ein eigenes Texterkennungsmodelll trainiert werden, das als “German Fraktur 18th Century – WrDiarium_M9” (Resch und Kampkaspar 2020b) öffentlich zur Verfügung steht und seither breite Anwendung findet. Das Trainingsmaterial, auf dem dieses Modell basiert – 330 Ausgaben verteilt über das 18. Jahrhundert – ist als “Wienerisches DIGITARIUM” (Resch und Kampkaspar 2020a) ebenfalls veröffentlicht. urn:cts:dhd:2025.gollenstede_andreas_umgang_mit_raumzeitlicher_unsch_rfe_er:1.1.1 Der Forschungsverbund DiViAS (Digitalisierung, Visualisierung und Analyse von Sammlungsgut) (DiViAS 2024) beschäftigt sich mit der Erforschung neuer technischer Methoden für die Museums-, Geschichts- und Kulturwissenschaften sowie Provenienzforschung. Eines der Projektziele, das auch in diesem Workshop thematisiert wird, ist die Nachvollziehbarkeit der Bewegung von Schiffen, Personen und Objekten, welche durch eine kartographische Visualisierung erleichtert werden kann. Dafür werden neben der automatisierten Auswertung der historischen Quellen, zum Beispiel Logbücher oder Reiseberichte, durch künstliche Intelligenz (KI) auch neue Ansätze entwickelt, um unscharfe Daten in Datenbanken abzulegen und mit neuen Methoden zu visualisieren. Die genaue Reiseroute eines Schiffs kann aufgrund fehlender, unvollständiger oder fehlerhafter Informationen in den zur Verfügung stehenden historischen Quellen oftmals nur in Teilen nachvollzogen werden, sodass für eine lückenlose Visualisierung der Daten oftmals eine räumliche und/oder zeitliche Interpolation zwischen den verschiedenen Stationen oder Ereignissen notwendig ist. Hinzu kommt, dass beispielsweise (historische) Ortsangaben ungenau beschrieben sein können, oder diese aufgrund von Umbenennungen nicht mehr korrekt sind. Weiterhin sind die Zeitangaben, an dem ein Ereignis stattgefunden hat (z. B. als Zeitspanne), oftmals ungenau hinterlegt. Daher ist es erforderlich, diese Unschärfe in den Daten geeignet visuell zu kommunizieren, sodass unscharfe Daten im Gegensatz zu exakt hinterlegten Daten auch bei Betrachterinnen und Betrachtern als solche verstanden werden. urn:cts:dhd:2025.gollenstede_andreas_umgang_mit_raumzeitlicher_unsch_rfe_er:2.1.1.2 DiViAS. 2024. „Digitalisierung, Visualisierung und Analyse von Sammlungsgut (DiViAS).“ In divias.de , https://divias.de (zugegriffen: 22. Juli 2024). urn:cts:dhd:2020.homburg_timo_linked_ogham_stones_semantische_modellier:1.3.2 Als Datenbasis für die Analysen stützen wir uns auf eineWikidata-Retrodigitalisierung des CIIC Corpus von Macálister (1945, 1949), Epidoc-Daten des Ogham in 3D Projekts, sowie auf die Celtic Inscribed Stones Project (CISP ) Datenbank, die uns dankenswerterweise von Dr. Kris Lockyear zur Verfügung gestellt wurde. Des Weiteren pflegen wir aktiv fehlende und passende Elemente in Wikidata ein, um so später die Daten der Research Community im Sinne des SPARQL Unicorn (Thiery and Trognitz 2019a, 2019b) bereitzustellen. Der Sourcecode unserer App steht quelloffen auf GitHub zur Verfügung (Homburg & Thiery 2019). urn:cts:dhd:2017.vortrag.daxen:1.1.1 Mit dem Auftreten der Keilschrift am Ende des 4. Jt. v. Chr. bis zur Zeitenwende sind zahlreiche Sprachen des Vorderen Orients aufgezeichnet, deren Kenntnis sich heute allein dem Erhalt der Schriftträger dankt: Eine nicht mehr überschaubare Anzahl von Tontafeln stellt das wesentliche Medium zur Rekonstruktion einer alle menschlichen Lebensbereiche umfassenden dreitausendjährigen Geschichte der heutigen Staaten Syrien, Libanon, Türkei, Irak und Iran dar. Zu den besser bezeugten Sprachen gehört neben dem semitischen Akkadischen das isolierte Sumerisch und das indoeuropäische Hethitisch. Auch wenn sich inzwischen diverse Projekte mit der Digitalisierung des keilinschriftlichen Kulturschatzes befassen, z.B. Cohen et al. (2004) und Tyndall (2012) , ist der Zugang zu den kulturell, historisch und linguistisch hochbedeutsamen Textcorpora, die zu großen Teilen noch unpubliziert in den Museen der Welt lagern, meist auf Fachwissenschaftler begrenzt. Um eine adäquate Verwendung der durch Grabungen stetig wachsenden Anzahl von Texten auch in fernerliegenden Arbeitsbereichen zu ermöglichen, ist ein umfassendes Angebot von Übersetzungen in moderne Sprachen höchst wünschenswert. urn:cts:dhd:2022.siebold_anna_transformation_der_geschichtsschreibung_der_ei:2.2.1.1 Alexandrakis, Katja / Walther, Daniel (2021): „Gastbeitrag: ‚Digital Humanities. Geistes- und Kulturwissenschaften im Fokus der Digitalisierung.‘ Digitale Geisteswissenschaften in der Forschungs-, Arbeits- und Medienwelt von heute und morgen – ein Interview mit Dr. Mareike König (Deutsches Historisches Institut Paris)“. https://wbg-community.de/themen/gastbeitrag-digital-humanities-geistes-kulturwissenschaften-im-fokus-digitalisierung-von-katja-alexandrakis-dr-daniel-walther-fzi-forschungszentrum-informatik . urn:cts:dhd:2023.hessbrueggen_walter_stefan_offene_daten_fuer_die_digitale_phil:1.4.1 Erster Schritt der Erstellung einer Datensammlung und demnach auch ihrer Bewertung ist nach Schöch 2017, 224 die Angabe, wie Gegenstand und Umfang eingregrenzt werden. Malaterre u. a. 2021, 2885 geben den Umfang ihrer Datensammlung mit 15897 englischsprachigen Aufsätzen an, die zwischen 1934 und 2017 in acht wissenschaftsphilosophischen Zeitschriften veröffentlicht worden sind. Die Volltexte wurden von JSTOR zur Verfügung gestellt. Dass die Vollständigkeit der Digitalisierung und die Korrektheit zugrundegelegten Metadaten mit Hilfe von weiteren Quellen überprüft wurden, ist nicht ersichtlich. Noichl 2021, 5092 nutzt als Ausgangspunkt der Erstellung der zugrundeliegenden Datensammlung die Fachbibliographie „Philpapers“ (Bourget und Chalmers o. J.). Die dort verzeichneten 1.782.816 Aufsätzen werden in zwei Schritten auf eine Datensammlung von insgesamt 68.152 Aufsätzen reduziert, indem zunächst Zeitschriften ausgeschlossen werden, die nach Meinung des Autors nicht zum fachlichen Kern der Philosophie zu zählen sind, allerdings ohne die Anzahl der damit ausgeschiedenen Aufsätze anzugeben. Für die verbliebenen Zeitschriften werden die in der Zitationsdatenbank „Web of Science“ enthaltenen Texte abgefragt. Aufsätze, die nicht mindestens viermal in anderen in „Web of Science“ enthaltenen Aufsätzen zitiert werden, werden ausgeschlossen. Es verbleiben 87.720 Datensätze. Aus dieser Teilmenge werden alle Datensätze entfernt, die nicht mindestens drei Zitationen enthalten, die auch in anderen Aufsätzen angeführt werden. Damit umfasst die zu analysierende Datensammlung am Ende Metadatensätze zu 68.152 Aufsätzen. Die zeitliche Erstreckung des erfassten Schrifttums wird nicht angegeben. urn:cts:dhd:2019.herrmann_elisa_vom_gedruckten_werk_zu_elektronischem_volltex:1.1.1 In den vergangenen 30 Jahren ist ein beträchtlicher Teil des in Deutschland gedruckten Materials aus der Zeit von 1500 bis ca. 1850 in mehreren, durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Kampagnen in den Verzeichnissen der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 16.-18. Jahrhunderts (VD16, VD17, VD18) zunächst nachgewiesen und seit 2006 digitalisiert worden. Zusätzlich vorliegender Volltext wird mittlerweile auf breiter disziplinärer Front als Schlüssel zu einer ganzen Reihe von geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschungsfragen gesehen und gilt zunehmend als elementare Voraussetzung für die Weiterentwicklung der transdisziplinär arbeitenden Digital Humanities. Deshalb werden bereits an verschiedenen Stellen OCR-Verfahren angewendet; viele dieser Unternehmungen haben allerdings noch sehr starken Projektcharakter. Die informationswissenschaftliche Auseinandersetzung mit OCR kann an der großen Zahl wissenschaftlicher Studien und Wettbewerbe ermessen werden, die Möglichkeiten zur Verbesserung der Textgenauigkeit sind in den letzten Jahrzehnten enorm gestiegen. Der Transfer der auf diesem Wege gewonnenen, oftmals sehr vielversprechenden Erkenntnisse in produktive Anwendungen ist jedoch häufig nicht gegeben: Es fehlt an leicht nachnutzbaren Anwendungen, die eine qualitativ hochwertige Massenvolltextdigitalisierung aller historischen Drucke aus dem Zeitraum des 16. bis 19. Jahrhundert ermöglichen. Auf dem DFG-Workshop „Verfahren zur Verbesserung von OCR-Ergebnissen“ (Deutsche Forschungsgemeinschaft 2014) im März 2014 formulierten Expertinnen und Experten daher folgende Desiderate um die Weiterentwicklung von OCR-Verfahren zu ermöglichen. Es bestehe eine dringende Notwendigkeit für freien Zugang zu historischen Textkorpora und lexikalischen Ressourcen zum Training von vorhandener Software zur Texterkennung bestehe. Ebenso müssen Open-Source-OCR-Engines zur Verbesserung der Textgenauigkeit weiterentwickelt werden, wie auch Anwendungen für die Nachkorrektur der automatisch erstellten Texte. Daneben sollten Workflow, Standards und Verfahren der Langzeitarchivierung mit Blick auf zukünftige Anforderungen an den OCR-Prozess optimiert werden. Als zentrales Ergebnis dieses Workshops stand fest, dass eine koordinierte Fördermaßnahme der DFG notwendig ist. Die „Koordinierte Förderinitiative zur Weiterentwicklung von Verfahren der Optical Character Recognition (OCR)“, kurz OCR-D, begann im September 2015 und versucht seitdem einen Lückenschluss zwischen Forschung und Praxiseinsatz, indem für die Entwicklungsbedarfe Lösungen erarbeitet und der aktuelle Forschungsstand zur OCR mit den Anforderungen aus der Praxis zusammengebracht werden. urn:cts:dhd:2019.herrmann_elisa_vom_gedruckten_werk_zu_elektronischem_volltex:1.2.2 Das Projekt ist in zwei Phasen geteilt: In der ersten Phase hat das Koordinierungsgremium von OCR-D Bedarfe für die Weiterentwicklung von OCR-Technologien analysiert und sich intensiv mit den Möglichkeiten und Grenzen der Verfahren zur Text- und Strukturerkennung auseinandergesetzt. Zahlreiche Gespräche mit ExpertInnen aus Forschungseinrichtungen und Bibliotheken sowie Sichtung vorhandener Werkzeuge aber auch Betrachtung vorhandener Textsammlungen sowie aktueller und geplanter Digitalisierungsvorhaben mündeten in der Erkenntnis, dass der Lückenschluss zwischen Wissenschaft und Praxis das primäre Desiderat im Bereich der Textdigitalisierung darstellt. Zudem hat sich im Lauf der ersten Projektphase eine technologische Wende auf dem Gebiet der Zeichenerkennung vollzogen - an die Stelle traditioneller Verfahren der Mustererkennung, die auf einer Segmentierung von Textabschnitten in Zeilen, Wörter und schließlich einzelne Glyphen basieren, die anschließend aufgrund charakteristischer Merkmale (z.B. Steigung an Kanten) erkannt werden, ist eine zeilenorientierte Sequenzklassifizierung auf Basis statistischer Modelle, insbesondere verschiedener Arten neuronaler Netze (sog. Deep Learning ), getreten. Grund für diesen Technologiewechsel ist die vielfach nachgewiesene Überlegenheit segmentierungsfreier Erkennungsverfahren bezüglich der resultierenden Textgenauigkeit. Diese Überlegenheit gilt insbesondere für schwierige, historische Vorlagen. Dieser Technologiewandel hat sich bisher nicht oder nur äußerst begrenzt auf die Digitalisierungspraxis ausgewirkt. Der Grund dafür liegt vor allem in den bisher bestehenden Hürden beim Einsatz verfügbarer OCR-Lösungen auf Basis neuronaler Netze. Ohne weitreichende projektspezifische Anpassungen ist ein produktiver Einsatz derzeit nicht möglich. Das betrifft unter anderem die Erstellung passender Erkennungsmodelle, die durch das Trainieren eines neuronalen Netzes auf Basis ausgewählter Ground-Truth-Daten generiert werden. Dafür sind zum einen hochqualitativer und umfangreicher Ground Truth aber auch Erfahrungen bzgl. freier Parameter wie z.B. Anzahl der Trainingsschritte, Lernrate, Modelltiefe unabdingbar. Aus OCR-D heraus ist daher ein Datenset mit Trainings- und Ground-Truth-Daten entstanden, welches für Trainings und Qualitätsanalysen im Vorhaben selber genutzt wird aber auch durch andere Forschungsprojekte nachgenutzt werden kann. Neben der Qualität der Zeichenerkennung sind es vor allem Umfang und Korrektheit der strukturellen Annotationen, die die Utilität eines Volltexts für wissenschaftliche Kontexte determinieren. Auch im Bereich der automatischen Layouterkennung (OLR) gab es innerhalb des bisherigen Projektzeitraums vielversprechende Forschungsergebnisse durch den Einsatz innovativer statistischer Verfahren. Der Übertrag in die Praxis in Form nachnutzbarer Software ist hier jedoch noch nicht gegeben. Kommerzielle OCR-Lösungen ignorieren diesen Bereich weitestgehend und bieten nur minimale Strukturinformationen auf Seitenebene (Text, Tabelle, Abbildung etc.) an. Tiefergehende strukturelle Auszeichnungen (Kapitelstruktur, Bildunterschriften, Inhaltsverzeichnisse) werden daher manuell erfasst und in METS/MODS repräsentiert. Eine Verknüpfung zwischen Struktur und Volltext findet, obwohl technisch möglich, in vielen Digitalisierungsvorhaben nicht statt. Für die philologische, editorische oder linguistische Wissenschaftspraxis bedeutet das eine massive Einschränkung die bspw. eine sinnvolle Transformation in hochstrukturierte Formate wie TEI verhindert. urn:cts:dhd:2019.herrmann_elisa_vom_gedruckten_werk_zu_elektronischem_volltex:1.2.3 Die Erkenntnisse dieser Bedarfsanalyse mündeten in einem OCR-D-Funktionsmodell, welches den Rahmen für die Modulprojekt-Ausschreibung der DFG im März 2017 bot. Vor diesem Hintergrund wurden acht Modulprojekte bewilligt die seit 2018 an Lösungen zur Bildvorverarbeitung, Layouterkennung, Textoptimierung (inkl. Nachkorrektur), zum Modelltraining und zur Langzeitarchivierung der OCR-Daten arbeitet. Die Entwicklungen schöpfen dabei das Potential innovativer Methoden für den gesamten Bereich der automatischen Texterkennung für die Massenvolltextdigitalisierung von historischen Drucken aus. Sie werden anschließend nahtlos in den OCR-D-Workflow zur optimierten OCR-basierten Texterfassung integriert. Das so entstehende OCR-D-Softwarepaket steht damit Kultureinrichtungen wie Forschenden für die automatische Texterkennung als Open-Source-Software zur Verfügung. urn:cts:dhd:2019.herrmann_elisa_vom_gedruckten_werk_zu_elektronischem_volltex:1.4.2 Der erste Abschnitt stellt die Hintergründe zum Vorhaben vor und geht auf Besonderheiten der Volltextdigitalisierung von historischen Beständen ein. Anschließend wird das Trainings- und Ground-Truth-Datenset präsentiert, das im Rahmen von OCR-D auf- und weiter ausgebaut wird. Besonders die dazu entwickelten Guidelines geben Hinweise für eine spätere Nachnutzung und die Erstellung eigener Ground-Truth-Daten in anderen Projekten. Der Fokus des Workshops liegt auf dem zweiten Abschnitt, in welche der derzeitige Entwicklungsstand präsentiert wird. Die benötigten Test-Dateien werden auf GitHub 1 veröffentlicht. Abgerundet wird der Workshop durch eine Diskussionsrunde zu Anforderungen aus der Wissenschaft heraus an OCR-Techniken und die dafür eingesetzte Software. urn:cts:dhd:2022.seltmann_melanie_elisabeth_h_digitale_texte_vom_religionsfr:1.4.3 In Kooperation mit dem Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU Darmstadt das Projekt „Digitalisierung des Darmstädter Tagblatt“ durchgeführt. Das „Darmstädter Tagblatt“ erschien seit ca. 1739 über 3 Jahrhunderte hinweg in diversen Titelformen, Ausgaberhythmen und Formaten, bis es 1986 nach 248 Jahren im „Darmstädter Echo“ aufging. urn:cts:dhd:2016.posters.031:1.1 Erkenntnisse der Digital Humanities, so die Hoffnung vieler Wissenschaftler, führen das Wissen aus den Elfenbeintürmen der Universitäten heraus (vgl. etwa Lauer 2013). Viele Bildungspotenziale, wie die Demokratisierung von Wissensbeständen im Sinne von Zugang, Partizipation, Reflexion und Emanzipation, lassen sich den Digital Humanities problemlos zuschreiben. Auch wenn die Digitalisierung, Auszeichnung und Verarbeitung digitaler Artefakte bislang im Zentrum der Digital Humanities stehen, gilt es gleichzeitig, die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer zu erschließen. Letztendlich entstehen Wissen und Bildung nicht singulär, sondern in sozialen Kontexten, indem Menschen auf Basis ihres bislang erarbeiteten Wissenstandes Ressourcen nutzen, sich mit ihnen auseinandersetzen und diese transformieren. Wie aber werden Technologien innerhalb der Digital Humanities gegenwärtig genutzt, welche wissenschaftlichen Potenziale eröffnen sich und welche Restriktionen bestehen? Damit gilt es die Wissenschaftlerin und den Wissenschaftler in den Blick zu nehmen (vgl. auch Edwards 2012) und vom forensic zum formal layer (vgl. Kirschenbaum 2008) zu wechseln. Aber auch Kirschenbaums formal layer bringt nicht ganz zum Ausdruck, was Drucker (2013) mit der performativen Ebene von Materialität beschreibt: Handeln, der Umgang der Nutzer mit kulturellen, aber auch immateriellen Artefakten, prägt die Wahrnehmung, Beurteilung und kulturelle Bedeutung dieser Artefakte mit. Digitale Editionen, Softwareentwickler und Editorinnen und Editoren befinden sich neuerdings in einem komplexen reziproken Verhältnis und entwickeln derzeit durch ihre Arbeit andere Repräsentationen und damit ein neues Verständnis von Editionen. urn:cts:dhd:2016.posters.031:1.4 Die quantitative Erhebung zeigt, dass durch die überwiegend projektbezogene Forschung neue Anforderungen an Werkzeuge gestellt werden, welche das vernetzte, kooperative und kollaborative Arbeiten unterstützen. Dabei deutet sich an, dass sich die über viele Jahrzehnte bewährten Arbeitsabläufe in den Geisteswissenschaften im Zuge der Digitalisierung grundlegend verändert haben. So zeigt sich bereits ein stetiger Prozess, in welchem sich die neuen Werkzeuge in die Arbeitsabläufe der Editorinnen und Editoren einfügen. Die Befragung bestätigt zudem Warwicks (2012) These, dass Geisteswissenschaftler eben keine Technikverweigerer sind, sondern einfach spezifische Anforderungen und Arbeitsabläufe formulieren, was zu den in den DH diskutierten und zu bearbeitenden Herausforderungen für die Entwickler von Werkzeugen und Software führt. urn:cts:dhd:2025.meyer_wienke_imke_digitale_erforschung_von_historiographie_:1.3.1 Die Quellen sind bisher, wenn überhaupt, als PDF zugänglich – meistens liegen sie als Buch und in Frakturdruck vor. Der erste Schritt ist dementsprechend die Digitalisierung, die mittels OCR4all (bietet ggf. manuell korrigierbares Preprocessing, Segmentation, Line Segmentation, Recognition, Ground Truth Production sowie Structuring und Training zum jeweiligen Schriftsatz (Reul et al., 2019)) gelöst wurde. Dadurch liegen momentan sechs Quellen in TXT und XML-Format vor. urn:cts:dhd:2025.meyer_wienke_imke_digitale_erforschung_von_historiographie_:1.3.4 Die qualitative, via digitalem Tagging relevanter Textstellen durchgeführte und eher interpretierende Analyse fokussiert sich auf tiefer liegende Text- und Bedeutungsebenen. Sie kann etwa das zugrundeliegende Gottesbild oder Geschichtsbewusstsein aufdecken. Durch die quantitativen Methoden, die eher auf der Textoberfläche arbeiten, können beispielsweise über mehrere Werke hinweg die Einzelpersonen und Personengruppen zugeschriebenen Attribute verglichen werden. Relevant ist auch, ob und wie häufig Begriffe wie „Häretiker“ oder Bibelzitate vorkommen. Diese Analyse wird ergänzt um eine nur digital durchführbare Paratextanalyse. Durch sie kann die didaktischen Entwicklung der Texte sichtbar gemacht werden, die sich in der zunehmenden Einbeziehung von Karten oder Zusammenfassungen und strukturierenden Elementen wie Überschriften und Kleindruck niederschlug. Zusätzlich kann so das historiographische Format anhand der äußeren Struktur untersucht werden: Für die Benutzung und die Wirkung der Werke machte es einen Unterschied, ob ein ausführliches Lesebuch vorlag oder ein zum Auswendiglernen gedachter Abriss. Darüber hinaus wird durch die Digitalisierung der Vergleich verschiedener Auflagen desselben Werks möglich. urn:cts:dhd:2017.panel.kuroc:1.1 Die Digitalisierung der Gesellschaft hat längst alle Sparten unseres Lebens erfasst. Die computer-gestützte Forschung in den Geisteswissenschaften, allen voran die Computerlinguistik, blickt bereits auf eine über fünfzigjährige Tradition zurück. Mit dem informationstechnologischen Fortschritt der letzten drei Dekaden verfügt die zeitgenössische Wissenschaft über ein reichhaltiges, teils unüberschaubares Arsenal an digitalen Forschungswerkzeugen und Applikationen, Dokumentationsstandards, Datenformaten, etc. Gleichzeitig führen die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien zu einem nie zuvor beobachteten Wachstum von Daten und Wissen (Abb. 1). urn:cts:dhd:2023.hall_mark_schlendern_im_digitalen_museum:1.1 Die Digitalisierung unseres Kulturguts hat zu riesigen Sammlungen geführt, welche über Suchsysteme öffentlich verfügbar sind. Im Sinne der “Open Culture” ist Verfügbarkeit aber nicht genug (Walker 2022), da die weiße Suchmaske für nicht-Expert:inn:en eine signifikante Hürde für den Zugriff darstellt (Belkin, Oddy, and Brooks 1982; Whitelaw 2015). Nicht-Expert:inn:en fehlt oft das notwendige Wissen und das spezifisches Suchziel (Mayr et al. 2016), um erfolgreich Suchschlüsselwörter für die Suche zu entwickeln. Für digitale Sammlungen ist daher eine Bounce-rate von über 50% normal (Hall et al. 2012; Walsh et al. 2020). urn:cts:dhd:2023.windhager_florian_skalierbare_blicke_auf_leben_und_werk_vis:1.1.1 In den letzten Jahrzehnten wurde die Digitalisierung der materiellen Objektsammlungen von zahlreichen Kulturerbe-Institutionen vorangetrieben ( Khan, Shafi, & Ahangar, 2018; Münster et al., 2019 ). Gleichzeitig wurde immaterielles Kulturerbe – wie biografisches Wissen über KünstlerInnen – digital erfasst und in biografischen Datenbanken verfügbar gemacht (Hyvönen, 2018; ter Braake et al., 2015; 2017). Diese Entwicklungen bieten eine gute Basis für eine digitale Analyse und Kommunikation des Lebens und Werks von Kulturschaffenden ( Ruecker, Radzikowska, & Sinclair, 2016; Khulusi et al., 2016; Schlögl, Windhager, Mayr, & Kaiser, 2019; Windhager et al., 2018), jedoch verhindern mangelnde Verknüpfungen von lokalen Datensammlungen sowie fehlende Werkzeuge oft eine optimale Nutzung durch interessierte Forscher*innen und Praktiker*innen. urn:cts:dhd:2025.nitsche_stephanie_die_bibliothek_als_partner_der_digital_hum:1.2.4 Als Servicestelle für verschiedene Dienstleistungen wie der Datenbereitstellung (technischer Infrastruktur), der Digitalisierung oder auch als „Wegweiser“ zu weiteren Angeboten und Anlaufstellen intern wie extern. urn:cts:dhd:2025.nitsche_stephanie_die_bibliothek_als_partner_der_digital_hum:1.3.5.1 Auch als Projekt- und Kooperationspartner ist die DNB im Kontext der Digital Humanities aktiv. Im vom BMBF geförderten Verbundprojekt HERMES ( Humanities Education in Research, Data and Methods ) liegt der Schwerpunkt der DNB auf zwei Teilbereichen: Im Forschungsstudienprogramm werden Studien ausgeschrieben, die sich auf bestimmte Datenbestände der DNB stützen; die Vergütung ist im Gegensatz zum Stipendienprogramm an die Abgabe eines Werkes (Bericht zum abgeschlossenen Forschungsprojekt) gebunden. Die Transferwerkstatt hat das Ziel, Akteure aus Bibliotheken, Archiven und Museen mit Forschung und Ausbildungseinrichtungen zu vernetzen, um Veränderungen der Berufsfelder durch die Digitalisierung und die hierfür benötigten Datenkompetenzen des Personals zur Erfüllung der neuen Aufgaben zu erheben. urn:cts:dhd:2025.nitsche_stephanie_die_bibliothek_als_partner_der_digital_hum:1.5.4 Aus den praktischen Erfahrungen im DNBLab sowie mit den DH-Stipendien wird deutlich, dass Digitalisate und Volltexte von der Forschung zwar stark nachgefragt werden und für viele Projekte unabdingbare Grundlage sind, spannende DH-Projekte aber auch rein auf Basis von Metadaten durchgeführt werden. Anders als von Schüpbach, Langenegger und Suntharam impliziert, ist ein hoher Digitalisierungsstand einer Bibliothek daher nicht zwingende Vorrausetzungen für das Betreiben eines Library Labs (Schüpbach et. al. 2022, 223). Vielmehr können alle Daten, die der Forschung zur Verfügung gestellt werden können, für diese relevant sein, so dass eine erfolgreiche Unterstützung von DH-Projekten vom Stand der Digitalisierung unabhängig ist und Bibliotheken aller Art ermuntert werden sollten, ihre Angebote sichtbar zu machen. urn:cts:dhd:2025.bayerschmidt_philipp_doctoral_consortium_philipp_bayerschmi:1.1 Die Digitalisierung in der Oral History eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten, die vielschichtigen Quellen einer vertieften digitalen Analyse im Sinne von Distant Reading zu unterziehen. Das Zusammenwachsen verschiedener Interviewsammlungen, etwa durch das Online-Portal Oral-History.Digital (OHD) (OHD, 2023), erlaubt das breit angelegte Vergleichen und Erforschen von lebensgeschichtlichen Interviews. In meinem Promotionsprojekt untersuche ich, wie Personen, die nach 1945 nach Deutschland migriert und entschieden haben, zu blieben, Heimat definieren und inwiefern sich ihr Verständnis im Laufe ihres Lebens eventuell verschoben oder verändert hat (Egger, 2022; Mitzscherlich 2019; Oesterhelt, 2022). Um ein so komplexes und oft auch implizit besprochenes Thema zu analysieren, reicht es nicht, die Interviews mit Volltextsuche oder Metadaten zu durchsuchen, besonders da einige Sammlungen noch nicht vollständig inhaltlich erschlossen sind und lediglich das Transkript vorhanden ist. urn:cts:dhd:2023.tietz_tabea_knowledge_graph_basierte_forschungsdatenintegrat:2.2.1.2 Bicher, Katrin et al. 2022. Digitalisierung des Kulturellen und digitale Arbeitskultur im Forschungsverbund NFDI4Culture. Community-Arbeit an, durch und mit fachspezifischen Datenkorpora und Elementen der FDM-Infrastruktur. Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Jahrgang 69, Heft 1-2, S. 26-36. http://dx.doi.org/10.3196/1864295020691258 urn:cts:dhd:2023.trilcke_peer_open_archives_vr_ein_3d_modell_des_theodor_fon:1.1.2 Forciert durch die Pandemie bedeutet dies zunehmend auch, translokale Formen der Präsenz im Archiv zu erproben und damit das Archiv als Ort (Cunningham 2017) neu zu denken. Gepaart mit den Digitalisierungs- und Bereitstellungsbestrebungen von offenen Kulturdaten und -objekten im digitalen Raum, bieten sich so neue Experimentierräume für digitale Interaktionen (vgl. museum4punkt0 2022). Dabei sind die Akteure auf Technologien angewiesen, die Forschungs- und Vermittlungsziele offenlegen und derart kommunizieren, dass über eine museale Präsentation hinaus eine Interaktion mit Kulturobjekten und -praktiken im digitalen Raum möglich wird. Das kann durch virtuelle Lern- oder Spielumgebungen geschehen, die interaktive Erzählräume schaffen. Datenvisualisierung und Datendesign erfolgen beispielsweise durch virtuelle und räumliche Darstellungen (vgl. Glinka u.a. 2020) sowie zunehmend durch simulierte Umgebungen und virtuelle Welten, etwa 3D-Rundgänge (vgl. z.B. Österreichisches Staatsarchiv o.J.). urn:cts:dhd:2023.trilcke_peer_open_archives_vr_ein_3d_modell_des_theodor_fon:1.2.2.1 Der detailgetreuen Modellierung der Villa Quandt (siehe Abb.1), ihrer Innenräume und ausgewählter Objekte (siehe Abb. 2) liegt ein objekt- und materialangemessener 3D-Digitalisierungsprozess nach dem Prinzip der Photogrammetrie (siehe Abb. 3.) sowie eine webbasierte 3D-Präsentation über Mozilla Hubs zugrunde. Während ein fotorealistisches Modell des Archiv-Gebäudes die Grundlage bildet, werden einzelne Räume zugleich gezielt ›fiktionalisiert‹, d.h. mit Möglichkeiten etwa zur musealen Präsentation und Kontextualisierung von Archivobjekten ausgestattet, die in der realen Villa Quandt nicht gegeben sind (Abb. 3). Damit ist das 3D-Modell nicht nur eine Abbildung des Archivortes, sondern eine Erweiterung, die VR bewusst zum Aufbau zusätzlicher archivarischer Funktionen nutzt. urn:cts:dhd:2022.dogunke_swantje_peer_to_peer_workshop_zum_projekt_management:1.5.4.3 Forschungsinteressen: Digitalisierung der Wissenschaften, Projektmanagement, Forschungsförderung, Wissenschaftspolitik urn:cts:dhd:2017.vortrag.gruen:1.3 Eine Voraussetzung für die Aufnahme eines Neuvorhabens in das Akademienprogramm ist ein ausgearbeitetes Digitalisierungskonzept, zu dem unter anderem eine Strategie zur Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit der Forschungsergebnisse gehört (Vgl. Herrmann 2016: 9). Häufig konzentriert sich dieses auf eine enge Definition von Forschungsdaten, die unter diesem Begriff lediglich edierten Text versteht. Im Falle einer Forschungsplattform wie der PROPYLÄEN sind nicht nur die in der Datenschicht – Faksimiles, Editionstext, kurz die Gesamtheit der digitalen Forschungsdaten – befindlichen Komponenten für eine nachhaltige und langfristige Bereitstellung vorzusehen (zu Archivierungsschicht und Präsentationsschicht vgl. Pempe 2012: 141). Daneben sollte auch die Auswahl geeigneter Technologien ein Teil der Antragsstrategie sein. Unter Technologie sei alles vom Datenformat über ein Content-Management-System bis zur virtuellen Forschungsumgebung verstanden. Angesichts des Verhältnisses zwischen langfristiger Projektförderung – die Akademienvorhaben werden 12 bis 25 Jahre gefördert – und der technischen Entwicklung ist die Vorstellung der einmaligen Einrichtung einer digitalen Arbeitsumgebung und Publikationsplattform am Anfang der Projektlaufzeit, welche daraufhin für 25 Jahre verwendet würde, nur mit begleitender Wartung und Weiterentwicklung denkbar. Wird das gewählte Datenformat in 30 Jahren noch maschinenlesbar sein? Absolute Sicherheit gibt es in diesem Fall nicht, aber allgemein gilt die Verwendung von (semistrukturierten) Rein-Textformaten – wie XML nach TEI – gegenüber proprietären Formaten als nachhaltiger. urn:cts:dhd:2020.klaffki_lisa_digitales_publizieren_im_spiegel_der_zeitschrif:1.3 Mit der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften bietet der Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) in Zusammenarbeit mit dem Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) seit 2015 ein Forum zur Präsentation und Diskussion von Forschungsergebnissen im Kontext der Digital Humanities. Die Geisteswissenschaften richten ihr Augenmerk zunehmend auf Fragestellungen, die digitale Möglichkeiten in ihre Überlegungen einbeziehen oder diese vermehrt zum Ausgangspunkt ihrer Forschungen und Projekte machen. Auch lassen sich alte Fragestellungen mit Hilfe digitaler Methoden neu bearbeiten, überprüfen oder auf wesentlich größere Korpora beziehen. Von der Digitalisierung der Primärquellen bis zur Änderung der Publikationskultur und Fachkommunikation unter digitalen Bedingungen reichen die Möglichkeiten, auf denen solche Fragestellungen basieren oder von denen sie ausgehen können. Die Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften versteht sich als Organ, das all diese Entwicklungen disziplinenübergreifend begleitet und auch die philosophischen, politischen, sozialen und kulturellen Implikationen und Konsequenzen beleuchtet, die der digitale Wandel mit sich bringt. Durch ein klares Bekenntnis zu Open Access sind die Beiträge für alle zugänglich, durch die Verfügbarkeit der Beiträge als XML stehen auch sie als potentielles Quellenmaterial für weitere Forschungen zur Verfügung. urn:cts:dhd:2016.sektionen.005:1.2.8 Eine auf intertextuelle Verlinkung orientierte transbiblionome Literaturforschung wird also auf biblionome Digitalisierungen von Datensätzen erster Ordnung funktional aufsetzen. Ihre methodische und technische Entwicklung hätte sich vor dem skizzierten Erfahrungshintergrund an drei Leitlinien zu orientieren: urn:cts:dhd:2025.burghardt_manuel_die_zukunft_der_digital_humanities_eher_c:1.2.2.2 Und auch die Hinzufügung der Vorsilbe digital hin zu Digital Environmental Humanities (DEH) boomt seit einigen Jahren, wie eine Reihe von Aufsätzen und Sammelbänden belegt (vgl. etwa Jørgensen, 2014; Ryan & Hearn, 2023; Travis et al., 2023). Betrachtet man jedoch die digitalen Aspekte dieser bestehenden DEH-Ansätze, so sind diese meist in jenen Zweigen des Big Tent DH zu finden, in denen wir uns mit digitalen Medien, digitaler Kommunikation und anderen digitalen Phänomenen beschäftigen, die die Umwelt betreffen, oder auch mit Aspekten der Digitalisierung und der Erfassung und Archivierung von Umweltdaten über Crowdsourcing. Der Bereich der DH im Umweltkontext ist hingegen noch verhältnismäßig unterentwickelt, was meiner Meinung nach einige interessante Möglichkeiten birgt. Ich möchte nun im nächsten Teil des Beitrags den größeren konzeptionellen Rahmen der Environmental Humanities verlassen und auf einige spezifische Methoden aus der Bioinformatik eingehen, die seit vielen Jahren mit großem Erfolg in den DH genutzt werden. urn:cts:dhd:2019.moeller_katrin_methoden_auf_der_testbank_ein_interdisziplin:1.1 Digital Humanities in die Lehre und Ausbildung stärker zu integrieren, ist eine vielfach geäußerte Forderung im Rahmen von DH und geisteswissenschaftlichen Fachverbänden (Sahle 2017). Während in den ersten beiden Jahrzehnten der Digitalisierung vor allem der Wandel von der analogen zur digitalen Erschließung und Präsentation, Open Access, Blended Learning und digitales Publizieren im Mittelpunkt der Forschung stand, haben sich Ansätze und Themen zur universitären Vermittlung von DH-Technologien in der jüngeren Vergangenheit stark verändert. Mit den Digital Humanities ist eine Community entstanden, die innovative neue Methoden, vor allem aber eine Vielzahl von Tools und Werkzeugen bereitstellt. Sie entspringen nicht einem einzelnen fachspezifischen Kontext, sondern setzen auf interdisziplinäre Konzepte und vor allem vertiefte informatische Kenntnisse. Mittlerweile lässt sich in der Fachlandschaft eine Etablierung neuer Formen von Studiengängen und Curricula beobachten, die solche spezifischen DH-Anwendungen vermitteln und so zur Ausbildung der dringend benötigten DH-Spezialisten beitragen. Grundsätzlich deckt diese Form der parallelen Ausbildung von DH-Spezialisten zu den eigentlichen Fachwissenschaften daher einen sehr wichtigen Bedarf ab (Sahle 2013). urn:cts:dhd:2019.moeller_katrin_methoden_auf_der_testbank_ein_interdisziplin:2.1.1.14 Malte Rehbein: Digitalisierung braucht Historiker/innen, die sie beherrschen, nicht beherrscht , in: H-Soz-Kult, 27.11.2015, www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-2905 . urn:cts:dhd:2020.halling_thorsten_sonar_idh_datenschnittstellen_fuer_histor:1.2 Im Ergebnis der Digitalisierungsprojekte unserer Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen stehen inzwischen signifikant große, vielfältig repräsentative Datenkorpora bereit. Durch stete Innovation und Standardisierung in der Aufbereitung digitaler Bestände – beispielhaft genannt seien Optical Character Recognition (OCR) und Named Entity Recognition (NER) – gewinnen diese Daten auch das Interesse einer noch jungen quantitativen Perspektive auf historische Phänomene. Doch trotz der erheblichen Potenziale beruhen bisherige Angebote in erster Linie auf den Logistik- und Nutzungskonzepten für analoge Bestände: So erfolgt die Datennutzung und -generierung über Kataloge, Discovery-Systeme oder digitale Sammlungen einzelner Einrichtungen für die ebenso konventionelle Beschäftigung mit Einzelobjekten. Einrichtungsübergreifende Aggregatoren wie die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) optimieren zwar den zeit- und ortsunabhängigen Zugang, aber die quantitative Verwertung der Daten bleibt hinter den Möglichkeiten zurück. urn:cts:dhd:2016.posters.069:1.5 Das Datenmodell von CFDB beruht auf den aktuellen Guidelines der Text Encoding Initiative und verwendet Bestandteile der Module transcr (Kapitel 11: Representation of Primary Sources) für das Markup der Bild-Text-Relation sowie des gaiji-Moduls (Kapitel 5: Characters, Glyphs, and Writing Modes) . Die digitale Version der Standardzeichenliste, die im Zuge des Projekts erstellten Bildsegmente, Transkriptionen sowie die zugehörigen Metadaten und Annotationen werden nach Projektende sowohl eingebettet in cfdb als auch als Datenset in TEI-XML der Forschungsöffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Anbindung an relevante Initiativen zur Digitalisierung und zum Korpusaufbau von Keilschrifttexten (Cuneiform Digital Library Initiative CDLI, Neo-Babylonian Cuneiform Corpus NaBuCCo) ist geplant. urn:cts:dhd:2018.garces_juan_kritik_der_digitalitaet_am_beispiel_der_digitale:1.1 Welche Konsequenzen birgt die Digitalisierung der textbasierten Geisteswissenschaften? Zweifelsohne bringt die computerbetriebene Verarbeitung digital erschlossener Texte einen beachtlichen quantitativen Fortschritt mit sich: in dem Maße, in dem historische Texte digital erschlossen bzw. eine kritische Masse an digital erzeugten Texten zur Verfügung stehen, lassen sich aus den größeren, nun handhabbaren Datenmengen jetzt neues Wissen extrahieren und analysieren, das dieser Masse an Informationen gerecht werden kann. Neben den für das Druckzeitalter typischen akribischen Lektüren ( close reading ) gesellen sich jetzt beispielsweise „Lektüren aus der Distanz“ (Moretti: distant reading ; vgl. Jockers‘ macroanalysis ), eine Kontrastierung, die sich in der Folge als allzu holzschnittartig erweisen wird. Nur schwerlich wird sich diese Unterscheidung aufrecht erhalten lassen, ohne das „close reading“ als einen Anachronismus zu begreifen, der aber nur nachträglich in Kontrast zum distant reading funktioniert. urn:cts:dhd:2017.plenary.seele:1.1 Digitalisierung und Nachhaltigkeit stellen zwei der thematisch wichtigsten Themenkreise und Treiber sowohl des gesellschaftlichen Diskurses als auch der akademischen Forschung dar. Dies betrifft nicht nur die sogenannten ‚harten‘ Wissenschaften, in denen naturwissenschaftliche Messungen von Nachhaltigkeitsthemen wie Klimawandel, Kohlendioxid Emissionen oder Biodiversität Gegenstand der Forschung darstellen. Die beiden Themenkreise Digitalisierung und Nachhaltigkeit haben in den letzten Jahren auch die Kultur- und Geisteswissenschaften erreicht. Der Plenarvortrag geht auf diese Neuerung als Form der Kombination von Digitalisierung und Nachhaltigkeit in den Humanities und hier insbesondere in den Digital Humanities ein. urn:cts:dhd:2017.plenary.seele:1.3 1. Digitale Nachhaltigkeit als Mittel . Dies bedeutet, dass Digitalisierung als Mittel verstanden wird, nachhaltige Entwicklung zu fördern. Wie lassen sich also Big Data und Co dazu einsetzen, Nachhaltigkeit zu fördern? urn:cts:dhd:2018.hodel_tobias_konsequenzen_automatischer_texterkennung_ein_:1.3.2 Die Editionswissenschaften waren es auch, die im Zuge der Digitalisierung Überlegungen zum Verständnis von Text hervorbrachten und sich – ganz im Sinne post-moderner Texttheorie – darauf einigten, dass es nicht den neutralen zu edierenden Text gibt. Ausgefaltet und visuell umgesetzt in Form eines „Textrads“ durch Patrick Sahle (Sahle 2013: 45-52). Erst das Verständnis von der Mehrschichtigkeit und Formbarkeit des Textbegriffes machte mehr oder minder konsequente Umsetzungen von digitalen Editionen überhaupt möglich und entspannte die Diskussion zwischen Philologie und Geschichtswissenschaft zu den je eigenen Vorstellungen von Text(-aufbereitung). Das Verständnis von Text unterscheidet sich dabei stark. Es kann vom Text als materiellem Ding ebenso ausgegangen werden, wie Text als Werk oder als Folge von Zeichen. Gerade für Fragen zur Umsetzung von Editionen, hilft das Textrad bei der Identifikation von Schwerpunkten, die Editionsentscheidungen unterstützen. urn:cts:dhd:2018.hodel_tobias_konsequenzen_automatischer_texterkennung_ein_:1.4.2 Das digitalisierte Objekt agiert bei der automatisierten Erkennung jeweils als Ausgangspunkt, das erneut konsultiert werden kann und bei Kontrolle und Überprüfung hilft. Das bedingt jedoch, dass auch die Art und Weise der Digitalisierung (Auflösung und Farbechtheit, aber auch Format und Aufnahmeverfahren), bei einer Kritik berücksichtigt werden müssen. Bereits der zugrundeliegende „Text“ ist also technisch geprägt. urn:cts:dhd:2018.strobel_jochen_zur_zukunft_der_digitalen_briefedition_koop:1.3.25 In der Schlussdiskussion sollen die Impulsreferate diskutiert und ein Fazit gezogen werden. Dabei sind auch forschungspolitische Schlussfolgerungen zu thematisieren. Editionen und insbesondere Briefeditionen sind in der Regel langfristige Projekte und deshalb vor allem an Akademien angesiedelt. Durch die sich verbreiternde Retrodigitalisierung und verfügbare digitale Werkzeuge können Projektlaufzeiten perspektivisch weiter verkürzt und Projektfortschritte transparent in Forschung und Lehre eingebunden werden. Wie groß ist der Bedarf an digitalen Editionen und wie können sie Teil einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur werden? Welche drängenden Fragen sind zeitnah in weiteren Workshops zu besprechen? urn:cts:dhd:2023.meier_vieracker_simon_was_heisst_eigentlich_offen_eine_kor:1.1.2 Im interdisziplinären Projekt „Digitalisierung als Disruption von Wissenssystemen – Opening Knowledge“ (DiaDisK; Laufzeit 10/2021 – 03/2025) im Rahmen des EXU-Verbundes „Disruption and Societal Change“ an der TU Dresden fragen wir nach den disruptiven Auswirkungen der Digitalisierung in den für die Wissensgesellschaft zentralen Institutionen Universität, Bibliothek und Schule. Wir gehen davon aus, dass sich gerade im Prinzip der Offenheit und seiner diskursiven Verhandlungen Deutungsmuster manifestieren, welche die Disruptionen, die digitale Technologien für die traditionellen Routinen in Bildung und Wissenschaft mit sich bringen, positiv als Chancen, Transformationen usw. rahmen (Koch, Nanz, und Pause 2016, 19). Diese Deutungsmuster nehmen wir in einem der linguistischen Arbeitspakete des Projektes, das sich den Open-Science-Aktivitäten der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) widmet, aus einer korpuslinguistischen Perspektive in den Blick. Wir untersuchen, welche komplexen diskurssemantischen Profilierungen des Begriffs der Offenheit sich in diesem konkreten Diskurs nachweisen lassen, die seinen Schlagwortcharakter (Schröter 2011) grundieren. Damit soll eine Schärfung des Begriffs ermöglicht werden, die es erlaubt, die oft strikt nach Pro und Kontra geführten Debatten über Openness differenzierter zu führen, nicht zuletzt in wissenschaftspolitischen Kontexten. urn:cts:dhd:2020.horstmann_jan_routinen_ressourcen_und_tools_der_digitalen_t:1.2.1 In der Rubrik Routinen stellen wir einführende Einträge zu digitalen Methoden der Textdigitalisierung, -annotation, -analyse, -visualisierung, -präsentation etc. zur Verfügung, in denen neben Definition, Diskussion und technischen Hintergründen stets auch die literaturwissenschaftliche Tradition der jeweiligen Methode betont wird. In Lerneinheiten zum Selberlernen werden Nutzerïnnen schrittweise an die Umsetzung der vorgestellten Methode in Kombination mit der Anwendung eines konkreten Tools (vgl. Abschnitt 4) und ausgewählter Ressourcen (vgl. Abschnitt 3) herangeführt. Die Lehrmodule bieten ebenfalls in Verbindung mit konkreten Ressourcen und Tools die Möglichkeit, das bereitgestellte Material in die eigene universitäre Lehrveranstaltung zu integrieren. Es werden zudem Unterrichtsmaterialien für den schulischen Unterricht erarbeitet, die durch eine noch erhöhte Komplexitätsreduktion Routinen der digitalen Literaturerforschung zugänglich machen und dezidiert an fachliche und KMK-Lernziele anknüpfen. urn:cts:dhd:2025.burghardt_manuel_buchkindheiten_digital_werkstattbericht:2.2.1.14 Putjenter, Sigrun . 2022. “Colibri – Klein, flink, bunt. Ein Digitalisierungsprojekt der Universitätsbibliotheken Bielefeld und Braunschweig, der Staatsbibliothek zu Berlin und der Internationalen Jugendbibliothek München.” In Bibliotheksmagazin. Mitteilungen aus den Staatsbibliotheken in Berlin und München 17/2, 5-8. urn:cts:dhd:2018.barzen_johanna_sustainlife_erhalt_lebender_digitaler_syst:1.1 Der digitale Wandel verändert die Wissenschaft grundlegend (Kramp 2013). Das exponentielle Wachstum, die steigende Komplexität sowie der zunehmende Gebrauch von digitalen Forschungsdaten beeinflussen den Forschungsprozess signifikant. Um das Potential der fortschreitenden Digitalisierung optimal nutzen zu können, müssen entsprechende Infrastrukturen geschaffen werden, die das Management von Forschungsdaten, die Möglichkeit ihrer Vernetzung, ihre dauerhafte Verfügbarkeit und einen freien Zugang gewährleisten. urn:cts:dhd:2018.barzen_johanna_sustainlife_erhalt_lebender_digitaler_syst:2.1.1.6 Kramp, Leif (2013): “Wie die Digitalisierung die Wissenschaft verändert”, in: sueddeutsche.de, 20.11.2013, http://www.sueddeutsche.de/wissen/digitales-morgen-debatte-zur-digitalisierung-wie-die-digitalisierung-die-wissenschaft-veraendert-1.1823133[letzter Zugriff 20. September 2017]. urn:cts:dhd:2023.elwert_frederik_digitalisierung_kulturellen_erbes_und_postko:1.1.1 Der Nutzen der Digitalisierung von Objekten kulturellen Erbes scheint auf den ersten Blick selbstevident: Der Zugang zu Objekten wird unabhängig vom physischen Zugriff und somit die artefaktbezogene Forschung deutlich erleichtert. Artefakte, die bislang an verschiedenen Orten aufbewahrt werden, können digital zusammengeführt, kontextualisiert und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Und nicht zuletzt kann die umfassende digitale Dokumentation auch angesichts der Bedrohung des kulturellen Erbes durch Raub, Krieg oder Umweltzerstörung zumindest ein digitales Gedächtnis sicherstellen. urn:cts:dhd:2023.elwert_frederik_digitalisierung_kulturellen_erbes_und_postko:1.1.2 Zugleich steht diese vermeintliche Selbstevidenz zuweilen einer kritischen Auseinandersetzung mit den epistemologischen Grundlagen und politischen Konsequenzen im Wege. Oder, wie es Monika Stobiecka zusammenfasst: “Digital archaeology has been used largely to avoid the politics and ethics of dealing with difficult questions concerning the field of heritage studies” (Stobiecka 2020; siehe auch Thompson 2017). Dabei bietet die Praxis der Digitalisierung von Kulturerbe genügend Anknüpfungspunkte für eine kritische (Selbst-)Reflexion, insbesondere dann, wenn sie in postkolonialen Kontexten stattfindet. In diesem Panel geht es uns daher darum, einen Diskussionsraum zu eröffnen, in dem Anfragen an die Praxis der Digitalisierung und die eigene Rolle gestellt werden können. urn:cts:dhd:2023.elwert_frederik_digitalisierung_kulturellen_erbes_und_postko:1.1.3 Eine solche Auseinandersetzung muss letztlich schon beim Konzept des kulturellen Erbes ansetzen. Wie Stuart Hall in seinem Essay “Whose Heritage?” schreibt, hat der scheinbar unverdächtige Begriff eine unsichtbare, eingeschriebene Agenda, indem darin ein bestimmtes Bild der Vergangenheit und die Konstruktion einer oft national gefassten Identität in der Gegenwart eingeschrieben ist. Um diese unsichtbare Funktion kulturellen Erbes sichtbar zu machen, sei zu fragen: Wofür Kulturerbe, und für wen (Hall 2004)? Dies ist vor allem dann von besonderer Bedeutung, wenn das Kulturerbe im Kontext postkolonialer Machtgeflechte thematisiert wird. So wird etwa die Digitalisierung des kulturellen Erbes in Krisenregionen des Mittleren Ostens in erster Linie von westlichen Akteuren vorangetrieben, was Fragen nach einem neuen „digitalen Kolonialismus“ aufwirft (Thompson 2017, 155). Diese Fragen können und müssen dabei auf ganz verschiedenen Ebenen verhandelt werden. Grundlegend kann etwa gefragt werden, inwieweit Digitalisierungsprojekte hier in der Tradition der Archäologie des 18. und 19. Jahrhunderts stehen, in der westliche Akteure als wahre Kenner und Bewahrer vergangener Kulturen auftraten und vergleichbare Narrative der Errettung des Kulturerbes eine Rolle spielten (Thompson 2017, 162). In der konkreten Praxis kann gefragt werden, welche Kriterien für die Auswahl für Digitalisierungsprojekte eine Rolle spielen oder ob Open-Access-Mandate mit indigenen Vorstellungen von Zugang und Sichtbarkeit bestimmter Objekte in Einklang zu bringen sind (Manžuch 2017, 4–5). Auch rechtliche Fragen spielen hier eine Rolle, wenn etwa die physischen Objekte selbst aufgrund ihres Alters als gemeinfrei klassifiziert werden, auf die Digitalisate aber neue Schutzrechte reklamiert werden (Thompson 2017, 172). urn:cts:dhd:2023.elwert_frederik_digitalisierung_kulturellen_erbes_und_postko:1.1.5 Während die FAIR- und CARE-Prinzipien zumeist in Forschungsprojekten zum Tragen kommen, ist ihre Umsetzung in der Digitalisierung von großen Sammlungsbeständen, wie etwa in Museen, Archiven oder Bibliotheken, oft von vielen Ungewissheiten geprägt und stellt Institutionen vor enorme Herausforderungen. Die Rückgabe von Benin-Bronzen hat etwa die Frage des Umgangs mit den Objektdaten sowie der intellektuellen Autorität, die durch die Daten ausgeübt wird, aufgeworfen (Geismar 2018, 111-2; Pavis und Wallace 2019; Wallace und Euler 2020). Die intellektuelle Autorität zeigt sich beispielsweise in den Objektbeschreibungen und den eingesetzten Vokabularen, die in kleinteiliger Arbeit von Kurator*innen erstellt wurden, um Objekte beschreiben und finden zu können. Einerseits ist es notwendig koloniale Begriffe in Sammlungsdatenbanken zu entfernen, damit koloniale Weltbilder durch die rasche Verbreitung von offenen Daten nicht weiter reproduziert werden. Andererseits sollten diese Begrifflichkeiten nicht vollständig eliminiert werden, da sie über die historische Entwicklung von Institutionen Auskunft geben können. Noch weitgehender lässt sich fragen, wie Metadatenschemata gestaltet werden müssten, um nicht nur einen westlichen Blick auf die Artefakte zum Ausdruck bringen. Das digitale Medium eröffnet neue Wege, um die intellektuelle Autorität neu zu verteilen, nämlich die Aufnahme von unterrepräsentierten Stimmen in Sammlungsdatenbanken und Objektbeschreibungen (Risam 2019, 9), doch stellt sich hier die Frage wer an der Wissensproduktion beteiligt sein darf, kann oder soll und in wie weit Infrastrukturen anderes Wissen und Wissensstrukturen zulassen (Scholz et al. 2021, 299-315). . urn:cts:dhd:2023.elwert_frederik_digitalisierung_kulturellen_erbes_und_postko:1.1.6 Dieses Panel will diese und ähnliche theoretische Fragen in Beziehung setzen zu unserer eigenen Praxis in den Digital Humanities und in Digitalisierungsprojekten. Dabei geht es uns darum, einen Schritt zurückzumachen und mit einer gewissen Distanz noch einmal auf unser eigenes Tun und seine epistemologischen Grundlagen zu blicken. Das Ziel ist nicht, moralisch eindeutige Urteile zu fällen, sondern einen Raum zu eröffnen, in dem kritische Fragen gestellt, aber auch eigene Ansätze zum Umgang mit ihnen vorgestellt werden können. urn:cts:dhd:2023.elwert_frederik_digitalisierung_kulturellen_erbes_und_postko:1.2.1 Claudia Berger: Im Projekt „Kartographien Afrikas und Asiens“ (KarAfAs) digitalisieren wir einen ganz besonderen Bestand, der von Kolonialismus in verschiedenen Vermittlungsgraden durchdrungen ist. Unser Digitalisierungsvorhaben speist sich daher zu nicht unerheblichem Anteil aus dem Anliegen, dieses Material, das teils autoritativ koloniale Weltbilder zu manifestieren geholfen hat, teils durch indigene Mitproduzent*innen entstanden ist, global verfügbar zu machen und damit zugänglich für eben jene, die in jenen Gegenden leben und forschen, die von diesem kartographischen Material beschrieben wurden und betroffen waren. Die Frage ist allerdings, ob ein Digitalisierungsvorhaben diesem Anspruch gerecht werden kann. Hierein spielen Fragen der Digitalisierungskultur und des digital divide , aber auch der Aufbereitung der Sammlung zur Zugänglichmachung und Kommunikationsstrategien. urn:cts:dhd:2023.elwert_frederik_digitalisierung_kulturellen_erbes_und_postko:1.2.2 Nicole High-Steskal: Das Linking Viennese Art through Artificial Intelligence - Projekt beschäftigt sich mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um die offenen Bestände von drei Museen in Wien zusammenzuführen. Die Digitalisierungsgrundlage der Museen ist sehr gut und ein Großteil der Objekte wurden zwischen 2002 und 2010 digital erfasst als koloniale Bezüge in Objektbeschreibungen und Vokabularen noch nicht thematisiert wurden, gleichzeitig lag der Fokus der Provenienzforschung vielfach auf Objekte, die zwischen 1938 und 1945 in die Sammlungen gelangt sind und nicht auf koloniale Bezüge. Im Rahmen des LiviaAI-Projektes stellt sich daher die Frage, wie wir sicherstellen können, dass unser Zugang rassistische oder koloniale Sichtweisen nicht reproduziert oder verstärkt, insbesondere bei großen Datensätzen, wo es nicht möglich ist alle Datensätze durchzuschauen. Um mögliche Biases in den Datensätzen besser einschätzen zu können, wurde im Projekt ein spezieller Fokus auf die Aufarbeitung der Digitalisierungsgeschichte und Kontextualisierung der einzelnen Datensätze gelegt. Der Beitrag stellt das LiviaAI-Projekt vor und greift ausgehend davon theoretische Fragestellungen auf. urn:cts:dhd:2023.elwert_frederik_digitalisierung_kulturellen_erbes_und_postko:1.2.3 Clemens Neudecker: Die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz verfügt durch den Vollständigkeitsanspruch der „Sammlung Deutscher Drucke“ der SBB über besonders dichte Bestände aus den Jahren 1871 bis 1912. Im Zuge eines geplanten Digitalisierungsvorhabens “Digitalisierung von Quellen zur deutschen Kolonialzeit 1876-1919” beabsichtigt die SBB die reichen Quellen aus der deutschen Kolonialzeit zu digitalisieren um so insb. Forschung und Projekte zu Fragen der De-Kolonisation, aber auch der Herausbildung des Kolonialgedankens und der Gründung der deutschen Kolonien, zu unterstützen. Die einschlägigen Titel sind mittlerweile ganz überwiegend urheberrechtsfrei und können via Open Access digital bereitgestellt werden. Parallel wird in einem Forschungsprojekt der SBB zu Künstlicher Intelligenz (KI) für das digitale Kulturelle Erbe untersucht, wie digitalisierte Kulturdaten als Datensets (“collections as data”) besser Eingang in die Entwicklung von Verfahren und Modellen aus dem Bereich der KI finden können, wobei insbesondere Fragen zur Provenienz und Kontextualisierung der Daten eine Rolle spielen, da im Bereich der KI verbreitete Daten und Modelle oft bereits über ethisch und sozial problematischen Bias verfügen (vgl. z.B. Bender et al. “On the Dangers of Stochastic Parrots: Can Language Models Be Too Big?”, 2021, und Inke Arns: “Can Artificial Intelligence be biased? On the critique of AI's 'algorithmic bias' in the arts”, 2022). Besonderer Fokus wird daher auf die Dokumentation und Kontextualisierung von digitalen Kulturdaten aus der Kolonialzeit als Datensets gerichtet, so dass die im Zuge des Digitalisierungsvorhabens entstehenden Daten als Use cases dienen können, um gemeinsam mit der Community Empfehlungen und Richtlinien zu erarbeiten, wie digitalisierte Kulturdaten aus kolonialen Kontexten angemessen dokumentiert, kontextualisiert und als Datensets für die Forschung zugänglich gemacht werden können. urn:cts:dhd:2023.elwert_frederik_digitalisierung_kulturellen_erbes_und_postko:1.2.4 Jessie Pons: Das Projekt „Digitalisierung Gandharischer Artefakte“ (DiGA) digitalisiert buddhistische Skulpturen, die in zwei Sammlungen pakistanischer Museen in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa aufbewahrt werden. Die Digitalisate und beschreibende Metadaten werden frei zugänglich gemacht. Dennoch stellen wir uns im Projekt die Frage, inwieweit unser Vorhaben Teil eines neuen digitalen Kolonialismus ist, wenn Infrastrukturen, Metadatenstandards und Einkommen innerhalb des westlichen Wissenschaftssystems verbleiben. Wir sind daher im engen Austausch mit lokalen Stakeholdern, insbesondere dem Direktorat für Archäologie und Museen (KP), um die Interessen und Bedürfnisse der pakistanischen Partner in der Planung und Umsetzung zu berücksichtigen. Im Rahmen des Panels möchte ich einige unserer Ansätze vorstellen, aber auch offene Fragen und Herausforderungen diskutieren. urn:cts:dhd:2023.elwert_frederik_digitalisierung_kulturellen_erbes_und_postko:2.1.1.9 Scholz, Andrea, Thiago da Costa Oliveira, und Marian Dörk, 2021. „Infrastructure as digital tools and knowledge practices: Connecting the Ethnologisches Museum Berlin with Amazonian Indigenous Communities“, in Digitalisierung ethnologischer Sammlungen: Perspektiven aus Theorie und Praxis , Hans Peter Hahn, Oliver Lueb, Katja Müller, und Karoline Noack, Bielefeld : transcript Verlag: 299–316 . urn:cts:dhd:2022.nantke_julia_best_of_both_worlds_zur_kombination_algorithmi:1.1.2 Begreift man Erinnerung mit Jan Assmann als kreativen Gestaltungsprozess (vgl. Assmann 1999: 16), so lässt sich zunächst grundsätzlich feststellen, dass digitale Verfahren der Erschließung und Präsentation eine andere „Formung“ (Assmann 1999: 32) kultureller Vergangenheit ermöglichen als analoge, maßgeblich gedruckte Formate. In Bezug auf das Briefnetzwerk der Dehmels ermöglicht die Digitalisierung durch neue Verfahren der computergestützten Erschließung und Präsentation eine Konzeptualisierung und Darstellung des Briefnetzwerks als kulturhistorischer Zusammenhang. Diese Forschungsperspektive rekurriert auf die Fähigkeit insbesondere schriftlicher Alltagsdokumente, Dialoge, Gedanken und Diskurse als „Zeitinseln“ (Assmann 1988: 12) zu transportieren und für die Nachwelt zu konservieren. Im Zuge einer kuratierenden Erschließung lassen sich diese Zeitinseln entsprechend für die wissenschaftliche und kulturhistorische Rezeption in der Gegenwart repräsentieren. Als „immutable mobiles“ (Latour 1990: 26) zeugen die Briefe zudem nicht nur von zeithistorischen Ereignissen und gesellschaftlichen Entwicklungen des europäischen kulturellen Lebens um 1900, sondern in ihnen materialisieren sich auch die mit dem Medium Brief in dieser Zeit verknüpften kulturellen Praktiken und Kommunikationsformen. Nicht zuletzt zeigt außerdem der Fall des zu Lebzeiten weltberühmten und nach seinem Tod 1920 rasant dekanonisierten Dichters Richard Dehmel eindrücklich, wie stark literarische Moden und personell-institutionelle Konstellationen von kulturbetrieblichen, gesellschaftlichen und politischen Dynamiken abhängen und sich im Laufe der Zeit verändern. urn:cts:dhd:2022.nantke_julia_best_of_both_worlds_zur_kombination_algorithmi:1.3.3 Die Digitalisierung des kulturellen Gedächtnisses ermöglicht in der Kombination manueller und algorithmischer Arbeitsprozesse zum einen überhaupt erst die quantitativ-qualitative Erschließung des Dehmelschen Korrespondenznetzes. Zum anderen ist die digitale Repräsentation ebenfalls die Bedingung für die vielfältigen und skalierbaren Rezeptionsszenarien desselben als kulturelles Artefakt – und zwar nicht als Zeugnis einer isolierten Vergangenheit, sondern einer, die durch Diskussion und individuelle Aneignung der Quellen mit der Gegenwart verbunden werden kann (vgl. Assmann 1988: 13). urn:cts:dhd:2020.wieners_jan_gerrit_showtime_sehen_und_gesehen_werden_erze:1.5.9 BA Enes Türkoğlu ( enes.tuerkoglu@uni-koeln.de ) ist am Cologne Center for eHumanities, Institut für Digital Humanities und an der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln tätig. Er hat an der Universität Istanbul Radio, TV und Kino studiert, 2009 kam er nach Deutschland, wo er in Köln seinen Bachelorabschluss in Medieninformatik absolviert hat. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Digitalisierung heterogener Objektarten und der Relevanz ihres kulturellen Kontextes. urn:cts:dhd:2020.lueschow_andreas_automatische_extraktion_und_semantische_mode:1.4.2 Das vorgestellte Projekt hat durch die Kombination von modernen Verfahren zur Informationsextraktion und die Zusammenstellung von aktuellen Ontologien zur Repräsentation bibliographischer Metadaten einen für die Datengrundlage passenden Ansatz entwickelt, der als Standard-Workflow für ähnliche Projekte verwendet werden könnte und in solchen überprüft und verfeinert werden sollte. Denkbar wären z. B. die Digitalisierung und Metadatenextraktion weiterer Bibliographien, um den erzeugten Datenbestand zu ergänzen, zu erweitern oder anzureichern. Auch die Überprüfung des hier beschriebenen Vorgehens in verwandten Kontexten (andere Nachschlagewerke, andere Sprachen, andere Epochen) unter Nutzung weiterer oder anderer Features wäre sinnvoll. urn:cts:dhd:2025.vignoli_michela_voll_automatisiert_die_natur_in_historischen:2.2.1.5 Fritze, Christiane und Martin Krickl . 2020. Austrian Books Online – Acht Jahre Digitalisierung des historischen Buchbestandes der Österreichischen Nationalbibliothek mit Google. Bibliothek Forschung und Praxis 44,1: 89–99. doi:10.1515/bfp-2020-0008. urn:cts:dhd:2020.wuttke_ulrike_wege_bereiten_vermitteln_und_denkraeume_schaff:1.1.3 Während sich auf nationaler und internationaler Ebene bereits verschiedene – mehr oder weniger breit angelegte – Initiativen, Projekteu. ä. auf das Ermitteln von Bedarfen und die Entwicklung und Bereitstellung entsprechender Ressourcen und Dienste für die Digital Humanities spezialisiert haben (wie z. B. der DHd-Verband, CLARIAH oder einzelne Konsortien der zukünftigen NFDI), besteht bezüglich der durch die zunehmende Digitalisierung der Geisteswissenschaften bedingten neuen Organisationsformen und infrastrukturellen Bedarfe an einzelnen Standorten noch konkreter Forschungs- und Handlungsbedarf (vgl. HRK 2014, Roeder et al. 2019). urn:cts:dhd:2020.wuttke_ulrike_wege_bereiten_vermitteln_und_denkraeume_schaff:1.2.2 Fakt ist, dass die Digital Humanities nicht in einem luftleeren Raum existieren. Ihr „Spielraum“ befindet sich zwischen „traditionellen“ geisteswissenschaftlichen Fächern und je nach Forschungskontext anderen relevanten Fächern, wie z. B. der Informatik oder den Medienwissenschaften. Es stellt sich damit die besondere Herausforderung, Rahmenbedingungen zu schaffen, die einerseits „genuinen“ Digital Humanities-Forschungsaktivitäten (im engeren Sinn als Brückenfach zwischen Geisteswissenschaften und Informatik, vgl. Sahle 2015) und anderseits der breiteren Digitalisierung geisteswissenschaftlicher Forschungsprozessedienlich sind, d. h. Wissenschaftler*innen und Studierende bei der nachhaltigen Implementierung neuer Forschungsparadigmen zu unterstützen (vgl. Harrower 2015: 12). urn:cts:dhd:2022.mischke_dennis_hackathons_als_kollektiv_kreative_bildungsere:1.4.1.2 Problem : Wie können komplexe Fragestellung der unmittelbaren Gegenwart (z.B. Digitalisierung oder Klimawandel) im Kontext des forschenden Lernens und Lehrens entdeckt und gemeinsam mit Studierenden bearbeitet werden? Wie können Studierende in geistes- und kulturwissenschaftlichen Master-Studiengängen (Germanistik und Anglistik/Amerikanistik) didaktisch an diese interdisziplinäre und thematische Offenheit herangeführt werden? urn:cts:dhd:2022.mischke_dennis_hackathons_als_kollektiv_kreative_bildungsere:2.1.1.6 Heidrich, Jens / Bauer, Pascal / Krupka, Daniel (2018): Strukturen und Kollaborationsformen zur Vermittlung von Data-Literacy-Kompetenz (= Hochschulforum Digitalisierung, Arbeitspapier Nr. 32). Berlin: Hochschulforum Digitalisierung. https://doi.org/10.5281/zenodo.1408600 [letzter Zugriff 14. Juli 2021]. urn:cts:dhd:2018.burckhardt_daniel_schluesseldokumente_zur_deutsch_juedischen_g:1.2 Mit der Auswahl und Digitalisierung von Text-, Bild-, Ton- und Sachquellen, die exemplarisch Einblick in historische Zusammenhänge und Ereignisse von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart bieten – den sog. Schlüsseldokumenten – führt sie das aufgrund von Vertreibung und Migration verstreute jüdische Erbe der Stadt digital wieder zusammen und trägt zu seiner langfristigen Sicherung für zukünftige Generationen bei. Ziel ist dabei, das Digitale nicht nur als ein weiteres Medium zu begreifen, sondern als einen Werkzeugkasten, mit dem das Material auf unterschiedlichen Ebenen bearbeitet werden kann. Zum einen führt die Digitalisierung selbst zur besseren Zugänglichkeit und nachhaltigen Sicherung, zum anderen erlauben die technische Auszeichnung nach TEI und Verknüpfung der bereitgestellten Materialien die Auswertung bislang nicht systematisch erfasster Informationen. Und schließlich bietet eine digitale Publikationsumgebung die Möglichkeit, neben Textquellen Bild-, Ton- und Videodokumente (sowie zukünftig 3D-Repräsentationen von Objekten) einzubinden und damit in den Geschichtswissenschaften bislang eher stiefmütterlich behandelte Quellengattungen verstärkt in den Blick zu nehmen. urn:cts:dhd:2018.burckhardt_daniel_schluesseldokumente_zur_deutsch_juedischen_g:1.4 Da die Digitalisierung und Online-Stellung von Quellen jedoch auch immer ein Herauslösen aus dem Überlieferungszusammenhang bedeutet und damit mit einer Entkontextualisierung und Entmaterialiserung verbunden ist, wird bei dieser Edition Wert darauf gelegt, neben der Bereitstellung der digitalisierten Quelle, diese durch begleitende Interpretations- und Hintergrundtexte verstärkt in ihre historischen Kontexte einzubetten und zusätzliche Informationen zur Überlieferung, Rezeptionsgeschichte und zu wissenschaftlichen Kontroversen bereitzustellen. urn:cts:dhd:2018.burckhardt_daniel_schluesseldokumente_zur_deutsch_juedischen_g:1.5 Indem für die Digitalisierung, Textauszeichnung und Metadatenerschließung auf existierende Standardformate digitaler Editionen und der Langfristarchivierung wie MODS (Katalogdaten), METS (Digitalisate), TEI (Textauszeichnung der Transkriptionen und Übersetzungen), DOI (persistente Adressierung) sowie GND-Beacon-Dateien zurückgegriffen wird und bestehende Werkzeuge (Oxygen XML Editor) und technische Infrastrukturen (MyCoRe, Zotero) nachgenutzt werden, zugleich aber die Nutzerfreundlichkeit und Bedienbarkeit im Vordergrund steht, wurde eine innovative digitale Quellenedition zur jüdischen Geschichte Hamburgs geschaffen, die das Digitale als eine Möglichkeit ansieht, analoge Quelle neuartig zu präsentieren und mit weiteren (Informations-)schichten anzureichern und damit neue Impulse für die Forschung zu geben. Der Quellcode der Webanwendung ist für andere Projekte frei nachnutzbar (https://github.com/burki/jewish-history-online). urn:cts:dhd:2023.koenig_mareike_hands_on_workshop_wissenschaftsbloggen_mit_de_:2.2.1.5 König, Mareike . 2015. “Herausforderung für unsere Wissenschaftskultur: Weblogs in den Geisteswissenschaften.“ In Digital Humanities. Praktiken der Digitalisierung, der Dissemination und der Selbstreflexivität , hg. v. Wolfgang Schmale, 57-74. Stuttgart: Franz Steiner Verlag. urn:cts:dhd:2023.koenig_mareike_hands_on_workshop_wissenschaftsbloggen_mit_de_:2.2.1.9 Tantner, Anton . “Wikipedia und Weblogs in der universitären Lehre.“ In Digital Humanities. Praktiken der Digitalisierung, der Dissemination und der Selbstreflexivität , hg. v. Wolfgang Schmale, 45-56. Stuttgart: Franz Steiner Verlag. urn:cts:dhd:2025.bogdanovic_arsenije_layout_und_para_text_erprobung_hybrid:1.5.2 Die DLA ist eine unentbehrliche Vorstufe der Zeichenerkennung (OCR im engeren Sinne), steht aber im Gegensatz zu dieser weiterhin vor nicht wenigen Schwierigkeiten. Defizite und Desiderata im Bereich historischer Drucke sind in der Community allgemein bekannt und betreffen Segmentierung wie Semantic Labeling (z.B. Girdhar et al. 2024) Offenkundig wird das etwa, wenn im Rahmen von Massendigitalisierungsbemühungen entstandene Volltexte eingesehen werden. Je nach angewandter Software kann es sich um mehr oder minder unstrukturierten Output handeln. Daraus extrahierte Texte geben etwa durch fehlerhafte Spaltentrennung – um nur eine berüchtigte Fehlerquelle zu nennen – auch bei verhältnismäßig hoher OCR-Genauigkeit unentwirrbare Wortgeflechte wieder. Hinzu kommen fehlende semantische Unterscheidungen, wodurch etwa Absatz- und Anmerkungsbereiche ineinanderfließen; grafische Elemente bleiben zumeist komplett ausgeblendet oder werden fälschlicherweise als Textteile erkannt. All dies kann nachfolgende Analyseschritte stark beeinträchtigen (Bartsch et al. 2023; Laramée 2019). Berücksichtigt man die oben dargestellte Variabilität gewinnt die Layoutproblematik für das Hagedorn-Korpus zusätzlich an Gewicht. urn:cts:dhd:2019.roessel_julia_auf_alles_gefasst_metadaten_im_virtuellen_kupf:1.2.4 Nach nunmehr zehnjähriger Digitalisierungs- und Erschließungsarbeit wird an Informationsobjekten des Virtuellen Kupferstichkabinetts deutlich, dass sich die Praxis der Verzeichnung und Konzepte der Digitalisierung weiter entwickelt haben. Ähnlich wie sich eine stets wandelnde Nutzung auf die Struktur materieller Sammlungen niederschlägt, verändern sich unter anderem auch die Auffassungen darüber, welche Informationen auf welche Weise als Metadaten aufgenommen werden sollen, was ein eigenständiges Informationsobjekt konstituiert oder wie eine adäquate Datenhaltung und -präsentation aussehen sollte. Unterschiedliche Wissenskontexte in den Sammlungen (z.B. wissenschaftliche Herangehensweisen an Zeichnungen und Druckgraphiken) spielen bei ihrer Formung ebenso eine Rolle, wie Unterschiede in der Erfassungstiefe oder Weiterentwicklungen der zugrundeliegenden technischen Systeme. Hinzu kommt die Verschiedenartigkeit der digitalisierten Objekte, die neben Einzelblättern auch Serien, Sammelbände und Graphik in Büchern mit einschließt, deren Bestandteile allerdings nicht in hierarchischer Form verzeichnet werden konnten. All diese Komponenten beeinflussen die Struktur eines „Objektes“, dessen (Feld-)Struktur nur auszugsweise im Poster präsentiert werden wird. urn:cts:dhd:2025.eggert_lisa_gemeinsame_baustellenbegehung_digital_humaniti:1.3.2 Dabei werden nicht nur am ZfW sondern im gesamten Feld der Wissenschaftsforschung – angetrieben durch die Science and Technology Studies (STS) – bislang insbesondere die Naturwissenschaften in den Blick genommen. Zumindest für den deutschsprachigen Raum lässt sich feststellen, dass die DH noch wenig Gegenstand der Wissenschaftsforschung sind. Als ein Grund dafür wäre eine starke Fokussierung der Diskussion in Deutschland auf die Digitalisierung von kulturellen Artefakten denkbar. urn:cts:dhd:2018.wissik_tanja_elexis_eine_europaeische_forschungsinfrastrukt:1.4 Die ELEXIS Infrastruktur wird zum einen Tools und Services zur Erstellung, Verarbeitung und Retrodigitalisierung von lexikographischen Daten und zum anderen den Zugang zu bereits existierenden lexikographischen Daten anbieten. Damit die zukünftigen Nutzer das Potential der Infrastruktur vollends ausnutzen können, sind die Entwicklung von online Trainingsmaterialien sowie die Abhaltung von Traininsworkshops geplant. Weiters sollen GastforscherInnen-Programme den Austausch zwischen den Forschungsgruppen aktiv fördern und für Forschungsvorhaben den Zugang zu Daten ermöglichen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht Open Access zur Verfügung gestellt werden können. urn:cts:dhd:2022.scheltjens_werner_szenario_basierte_planung_eines_semantisch:1.1 Die Retrodigitalisierung von nicht urheberrechtlich geschützten Bibliothekssammlungen hat zahlreiche gedruckte Texte als digitale Quellen verfügbar gemacht und fordert HistorikerInnen heraus, sich mit neuen Methoden der Nutzung dieser Quellen vertraut zu machen (Paju et.al. 2020). Für die historisch metrologische Forschung sind Nachschlagewerke und Lexika zu Handel und Gewerbe von besonderem Interesse, die im 18. und 19. Jahrhundert versuchten, das Wissen ihrer Zeit zu systematisieren. Insbesondere in der Übergangszeit zum metrischen System (bis etwa 1870) waren diese Werke weit verbreitet. Sie kombinierten eine positivistisch anmutende Neugier auf Maße, Gewichte und Münzen in aller Welt mit dem Versuch den neuen Anforderungen einer zunehmend auf Standardisierung und Systematisierung hinarbeitenden Gesellschaft gerecht zu werden (Kramper 2019). Wie alle historischen Texte sind auch metrologische Nachschlagewerke und Lexika Zeugen einer Epoche. In digitalisierter Form liegen sie nunmehr als neue Quellen für historische Untersuchungen vor. urn:cts:dhd:2022.scheltjens_werner_szenario_basierte_planung_eines_semantisch:1.2 Ein bekanntes Beispiel ist das angesehene und bis heute häufig zitierte Vollständige Taschenbuch der Münz-, Maass- und Gewichtsverhältnisse von Christian und Friedrich Noback (Noback & Noback 1850; Denzel 2002; Witthöft 2018). Die Bayerische Staatsbibliothek hat dieses Nachschlagewerk digitalisiert und stellt zusammen mit den Scans im PDF-Format auch eine Textdatei mit dem Volltext aus der OCR für die nicht-kommerzielle Nutzung zur Verfügung. Die Retrodigitalisierung hat eine digitale Version des Vollständigen Taschenbuchs hervorgebracht, die den lesenden Zugriff auf einzelne Artikel des Lexikons erheblich vereinfacht. Erkenntnisse über die Zusammensetzung historischer metrologischer Systeme ergeben sich aber vor allem aus der vergleichenden Auswertung einer großen Zahl von Lexikonartikeln, etwa aus allen Artikeln zu Handelsorten einer Wirtschaftsregion mit den darin aufgeführten Getreidemaßen. Solche eine Auswertung lässt sich durch Blättern oder Volltextsuche im Digitalisat nur sehr mühsam durchführen. Auch wenn Nachschlagewerke über die historische Metrologie, wie das Vollständige Taschenbuch, in digitaler Form vorliegen, steht die semantische Erschließung ihrer Inhalte noch aus. urn:cts:dhd:2022.scheltjens_werner_szenario_basierte_planung_eines_semantisch:1.3 Wir argumentieren, dass für bestimmte, konkret identifizierbare Forschungsfragen der historischen Metrologie eine zweite oder semantische Retrodigitalisierung unabdingbar ist. Diese ergänzt die erste, größtenteils automatisch realisierte Retrodigitalisierung und strebt die Extraktion und explizite Modellierung der semantischen Struktur des enzyklopädischen Wissens an. Für die Planung der auf die Explizierung semantischer Beziehungen zielenden Digitalisierung historischer Quellen steht im Prinzip das allgemeine Methodeninventar der ontologischen Modellierung zur Verfügung. An erster Stelle sind hier szenario-basierte Methoden zu nennen, die den Planungsprozess an sogenannten Kompetenzfragen orientieren, d.h. einem Katalog derjenigen Fragen, die FachanwenderInnen anhand der Modellierung untersuchen und beantworten wollen (Kendall, McGuinness, 2019). Dieses bewährte szenario-basierte Vorgehen haben insbesondere Lodi et al. (2017) sowie Carriero et al. (2021) auf Fragestellungen der Digital Humanities übertragen. Konkret waren Metadaten italienischer Gedächtnisinstitutionen semantisch zu modellieren, was durch Abbildung der Kompetenzfragen auf Ontologieentwurfsmuster gelöst wurde. urn:cts:dhd:2022.scheltjens_werner_szenario_basierte_planung_eines_semantisch:1.5 Anhand eines Beispiels aus dem Bereich der historischen Metrologie werden Arbeitsabläufe für das Explizieren von semantischen Beziehungen in historischen Texten vorgestellt und diskutiert. Ziel des semantischen Digitalisierungsvorhabens ist es, einen Beitrag zur Erforschung von historischen Texten zu liefern, indem zwischen der Planung der „ersten“ und der Planung der „zweiten“ oder semantischen Retrodigitalisierung unterschieden wird und Vorschläge für die systematische Erschließung der semantischen Ebene digitalisierter historischer Texte formuliert werden. urn:cts:dhd:2022.hess_jan_ja_jetzt_ist_das_langweilig_aber_in_zwanzig_jahr:2.2.1.9 Knapp, Lore (2012): “Christoph Schlingensiefs Blog. Multimediale Autofiktion im Künstlerblog”, in: Ansgar Nünning und Jan Rupp (Hrsg.), Narrative Genres im Internet: Theoretische Bezugsrahmen, Mediengattungstypologie und Funktionen. Trier: Wissenschaftlicher Verlag, 117-132. Knapp, Lore (2014): Künstlerblogs. Zum Einfluss der Digitalisierung auf literarische Schreibprozesse (Goetz, Schlingensief, Herrndorf), Berlin: Ripperger & Kremers. urn:cts:dhd:2018.hug_marius_beweb_3d_zur_digitalisierung_interaktiver_buch:1.1 Im Rahmen des Projekts BeWeb-3D und in Kooperation mit dem Zentrum für digitale Kulturgüter in Museen (ZEDIKUM ) wurde an der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz ein Konzept zur Digitalisierung sogenannter Bewegungsbücher erarbeitet. Dabei handelt es sich um Buchobjekte, die bewegliche Teile enthalten und damit eine Interaktion erfordern, die über das reine Umblättern der Seiten hinausgeht (vgl. Schmitz-Emans 2016). Populäre Formen dieses Buchtyps sind Klappbilderbücher – bereits im 16. Jahrhundert gab es anatomische Lehrbücher mit Papierklappen – oder Bücher mit Volvellen, i.e. drehbare Papierscheiben, die bspw. für kalendarische Berechnungen genutzt wurden. Einen richtigen Boom erfuhr das Medium Bewegungsbuch, als im Laufe des 19. Jahrhunderts das sogenannte Spielbilderbuch die (gutbürgerlichen) Kinderzimmer Mitteleuropas eroberte. In diesen aufwendig und von Hand produzierten Kinderbüchern finden sich alle Formen des angesprochenen Papierdesigns wieder, was im direkten Kontext zu den industriellen Fortschritten in den Bereichen der Papierproduktion und Buchdrucktechnologie (Lithographie und v.a. Chromolithographie) zu sehen ist. Eine besondere Ausprägung sind die in den 1880er und 90er Jahren in Perfektion vom Münchner Buchkünstler Lothar Meggendorfer produzierten Ziehbilderbücher (siehe Abb. 1), die historisch in enger Verwandtschaft zu den damals populären Marionetten- und Schattentheatern einerseits und Laterna Magica Vorführungen andererseits rezipiert werden müssen. urn:cts:dhd:2018.hug_marius_beweb_3d_zur_digitalisierung_interaktiver_buch:1.3 All diesen Buchtypen – seien es wissenschaftliche Bücher aus der Zeit des 12. Jahrhunderts oder Kinderbücher ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts – ist eines gemein: Sie verfügen über eine zusätzliche (räumliche oder zeitliche) Dimension und verweigern sich so gängigen Digitalisierungspraktiken aus dem Bereich der Buchdigitalisierung. Elena Pierazzo beschreibt diese Objekte als „notable exceptions“ (Pierazzo 2015, 32) und verweist damit einerseits auf deren Exklusivität, andererseits aber auch auf die unbestrittene Relevanz des Gegenstands. urn:cts:dhd:2018.hug_marius_beweb_3d_zur_digitalisierung_interaktiver_buch:1.4 Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt schlägt einen Digitalisierungsworkflow vor, der der Komplexität des Gegenstands gerecht wird und entsprechend aufwendig ist. Unterschiedliche Ausgabeformate (Bild, Film, 3D) sollen in einer additiv-synoptischen Präsentation zugänglich gemacht werden. 1) Für die 2D-Digitalisierung bedeutet die spätere Datenverarbeitung, dass unterschiedliche Zustände der beweglichen Bilder aufgenommen werden müssen (Stichwort Keyframing). 2) Um eine entsprechende metrische Präzision des Digitalisats zu erreichen, wird das aus dem Bereich der Kulturgutdigitalisierung bekannte Structure from Motion-Verfahren (SfM) eingesetzt. 3) Um schließlich die Interaktion mit dem Digitalisat zu ermöglichen, kommen bei der Datenvisualisierung Game und/oder Physik Engines aus dem Computerspielebereich (z.B. Unity) zum Einsatz. Das Ziel ist ein multimodales Replikat bestehend aus Bild, Film, 3D-Objekt und einem eigenen Metadatenmodell, in welchem die bereits erwähnte Möglichkeit der Interaktion abgebildet ist. urn:cts:dhd:2018.hug_marius_beweb_3d_zur_digitalisierung_interaktiver_buch:1.5 Im Rahmen der Posterpräsentation werden verschiedene bis dahin replizierte Buchtypen unter Berücksichtigung der jeweiligen Digitalisierungstechnologien vorgestellt. Die digitalisierten Spielbilderbücher stehen browserbasiert oder als Augmented Reality hands-on zur Verfügung. Der so durch BeWeB-3D zwischen datenbasiertem Poster und Android-App buchstäblich aufgespannte Raum soll zu einem Raum der kritischen Befragung konkreter Möglichkeiten und Grenzen von Digital Humanities werden. Das Bewegungsbuch als Teil einer „ergodic edition“ (Vanhoutte 2015, 141f) eignet sich dafür nicht zuletzt aufgrund der noch immer fehlenden Standards im Bereich der (interaktiven) 3D-Digitalisierung. urn:cts:dhd:2016.vortraege.031:1.1 ePoetics ist ein Forschungskooperationsprojekt der Universität Stuttgart und der Technischen Universität Darmstadt. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zielt es gleichermaßen auf einen Erkenntnisgewinn für die Informatik sowie die Sprach- und Literaturwissenschaft dank einer wechselseitigen Anregung und Ergänzung im Sinne des ‚Algorithmic Criticism‘ nach Stephen Ramsay (Ramsay 2007). Dieser Ansatz ist explizit nicht darauf ausgerichtet, lediglich hermeneutische Hypothesen mit algorithmischen Verfahren zu überprüfen. Vielmehr zielt er darauf, durch den iterativen Einsatz analoger und digitaler Methoden verschiedene Perspektiven auf Texte einnehmen und abgleichen zu können. Darüber hinaus ist ein zentraler Aspekt dieses Forschungsparadigmas, Erschließungsentscheidungen und -verfahren sowie Analyseschritte transparent bzw. nachvollziehbar und nachnutzbar zu machen. Das Projekt ePoetics ist der Digitalisierung, Annotation, Analyse und Visualisierung eines für die Geisteswissenschaften zentralen Textkorpus‘ gewidmet: Poetiken und Ästhetiken von 1770 bis 1960. Diese Texte dokumentieren das Denken und Schreiben über Literatur und andere Künste in der zentralen Periode nach der Abkehr von der Normen- und Regelpoetik (vor 1770) und vor dem Übergang zur Literaturtheorie und damit dem Ende der Poetik als literaturwissenschaftlicher Textgattung (nach 1960). Sie enthalten dabei grundlegendes Wissen über Sprache und Literatur (-wissenschaft), etwa die Erläuterungen zentraler Begriffe und deren Zusammenhänge. ePoetics betreibt die Entwicklung und Untersuchung eines Testkorpus‘ von zwanzig Poetiken, ausgewählt aus einem Gesamtkorpus von 1240 Texten (inkl. aller Auflagen), die Sandra Richter in ihrer Studie ‚A history of Poetics‘ (Richter 2010) als zur Gattung ‚Deutschsprachiger Poetik‘ zählbarer Werke bibliographiert hat. Die Auswahl des Testkorpus‘ enthält – historisch und systematisch betrachtet – die repräsentativsten Texte des Gesamtkorpus‘, d. h. die, die am häufigsten zitiert und in den meisten Auflagen herausgegeben wurden, und stellt dennoch auf den ersten Blick ein sehr heterogenes Korpus dar. Aus sprach- und literaturwissenschaftlicher Sich zeigen wir auf, wie sich diese Heterogenität im Einzelnen darstellt, aber auch, welche tiefergehenden Gemeinsamkeiten und Abhängigkeiten die Texte auf den zweiten Blick aufweisen und auf welche Ursprünge sich diese zurückführen lassen. Für ausführlichere Informationen zum ausgewählten Textkorpus und zum Projekt insgesamt besuchen Sie unsere Homepage (vgl. Ertl et al. 2013-2016 ). urn:cts:dhd:2016.vortraege.017:1.3 Im Zeitalter der Globalisierung und Massenmigration haben diese Fragen nach der nationalen Identität in lokalen und internationalen Kontexten nichts an Brisanz eingebüßt, auch wenn (oder gerade weil) ihre Beantwortung mittels traditioneller Methoden nur in Ansätzen gelungen ist. Dass dies mit herkömmlicher Analyse nicht mehr zu erreichen ist, hängt im großen Maße mit der Fülle an Lesematerial zusammen, der mit normaler Lektüre nicht beizukommen ist (McIsaac 2014: 185). Erst mit der Digitalisierung ganzer Zeitschriftenauflagen, wie dies Google in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen HathiTrust-Consortium unternommen hat, ist es möglich geworden, mit computerbasierten Techniken an diese Fragen heranzugehen. Diese Techniken bergen insbesondere die Möglichkeit einer kartographischen Visualisierung der geowissenschaftlichen Daten in den Familienblättern in sich, und zwar eine, die das langjährige Erscheinen der Blätter in regelmäßigen Zeitabständen historisch zu verwerten trachtet. In Bezug auf die angestrebte historisierende Visualisierung geowissenschaftlicher Daten gibt es allerdings technische, finanzielle und methodische Probleme, deren Lösung für große Mengen von historischen Texten weder trivial noch vollkommen ist. urn:cts:dhd:2016.vortraege.032:1.1.3.2 111 Funeralschriften Simon Dachs wurden im Verlauf des DFG-Pilotprojektes zum OCR-Einsatz bei der Digitalisierung der Funeralschriften der Staatsbibliothek zu Berlin (2009-2011) (Federbusch / Polzin 2013) digitalisiert und per OCR erfasst. Die in der vorliegenden Studie genutzten Drucke zeichnen sich dahingehend aus, dass eine einheitliche Schrifttype sowie ein einfaches Layout vorliegen. Im Unterschied zu Texten des 18. und 19. Jahrhunderts war für diese Drucke noch ein relativ hoher manueller Aufwand erforderlich. Die Schrifttypen weisen daher eine vergleichsweise hohe Varianz bzgl. ihrer Form auf. Die 111 Trauergedichte weisen eine Textgenauigkeit von bis zu 95% auf. Der Schwerpunkt der folgenden Studie liegt auf der Entwicklung und Prüfung von Methoden, die perspektivisch eine korrektere Übertragung der Textquellen aus dem 17. Jahrhundert liefern soll. urn:cts:dhd:2022.knecht_david_hisb_vorgestellt_eine_virtuelle_arbeitsumgebun:1.1.1 Die Digitalisierung von Archivalien erlaubt einen neuartigen Zugang zum kulturellen und gesellschaftlichen Gedächtnis. Zum einen sollen sich so breitere Gesellschaftsgruppen einfach mit digitalisierten Zeitzeugnissen auseinandersetzen können (Kansy 2012: 3). Zum anderen soll dank den vielfältigen Methoden zur Bearbeitung digitaler Objekte auch die Beantwortung neuer Forschungsfragen ermöglicht werden. Dabei ist es besonders herausfordernd, Arbeitsumgebungen zu schaffen, die es erlauben digitalisierte Archivalien im Sinne von primären Forschungsdaten zu verbinden mit den sekundären Forschungsdaten, welche im Rahmen der Bearbeitung eines Forschungsgegenstandes zusätzlich erfasst werden (Maier 2020). Erst recht, wenn das digitalisierte Archivgut in einem ersten Schritt prozessiert, strukturiert und in neuer Form zugänglich gemacht werden muss, damit es den nötigen Grad an Granularität der strukturierten Informationen aufweist, welcher zur Bearbeitung der Forschungsfragen von Nöten ist. Dieser Aufgabe hat sich das Projekt HISB (Historisch-genealogisches Informationssystem Basel) angenommen, welches sich auf die Bevölkerung der Stadt Basel im 19. Jahrhundert konzentriert. Das HISB hat sich zum Ziel gesetzt, Informationen zu den Bewohnern der Stadt Basel aus den Quellen des Staatsarchivs Basel-Stadt für die Forschung, wie auch für die Nutzung durch die interessierte Öffentlichkeit aufzubereiten. urn:cts:dhd:2022.knecht_david_hisb_vorgestellt_eine_virtuelle_arbeitsumgebun:1.4.1 In der Umsetzung der ersten Projektphase (2019-2021) wurde zum einen die Plattform Geovistory maßgeblich weiterentwickelt, um den Anforderungen des HISB an eine Arbeitsumgebung für seine Mitarbeitenden gerecht zu werden (Importer-Funktionalitäten). Zum anderen wurden erste Datensätze (Volkszählung 1850 und 1860 der Stadt Basel) des BBS ins HISB importiert und integriert (gematched). Bei beiden Aufgaben stellten sich verschiedene Herausforderungen typisch für ein Digitalisierungs- und Datentransformations-Projekt, das darauf abzielt, fein-granulare, sauber strukturierte und semantifizierte Daten zu produzieren. Zwei Herausforderungen waren besonders gross: urn:cts:dhd:2022.knecht_david_hisb_vorgestellt_eine_virtuelle_arbeitsumgebun:1.5.1 Der angebotene Workshop ist als Tutorial geplant. Er soll den Teilnehmenden ermöglichen, einen Einblick in ein spannendes und ambitioniertes Digitalisierungsprojekt zu gewinnen, inklusive dessen zu meisternde Herausforderungen wie auch großes Potential. Dabei ist die Zielsetzung des Workshops zweifach: urn:cts:dhd:2022.knecht_david_hisb_vorgestellt_eine_virtuelle_arbeitsumgebun:1.5.3 Zielpublikum und Anforderungen Für diesen Workshop sind keine technischen Vorkenntnisse erforderlich. Der Workshop ist gedacht für Personen/Institutionen, die sich mit Digitalisierungsprojekten beschäftigen, wie auch für Forschende, die eine neue virtuelle Arbeitsumgebung kennenlernen möchten. Es können 20 bis 30 Personen am Workshop teilnehmen. Jede/r Teilnehmende benötigt einen Laptop mit Wifi-Zugang. urn:cts:dhd:2022.knecht_david_hisb_vorgestellt_eine_virtuelle_arbeitsumgebun:2.1.1.3 Kansy, Lambert (2012): „Digitalisierungsstrategie. Strategie für Digitalisierung von Archivgut (2013-2018).“ Präsidialamt des Kantons Basel-Stadt, Staatsarchiv. Basel. urn:cts:dhd:2016.posters.045:1.2.9 Für das DARIAH-CC werden Miniprojekte pilotmäßig umgesetzt. Im konkreten Paper stellen die Autor.innen den SADE Use Case (Näheres s.u.) vor, in welchem die „Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich (DBÖ)“ basierend auf unterschiedlichen Formaten und Arbeitschwerpunkten – Archivierung, Digitalisierung (cf. Wandl-Vogt 2007-*), technische Professionalisierung und Georeferenzierung (cf. explore.AT (2015-*), semantisch-kulturelle Vernetzung (Näheres s.u.; cf. COST-ENeL 2013-*)- weiterentwickelt wird. Im Rahmen des laufenden Nationalstiftungsprojekts exploreAT! (1. April 2015; 48-60 Monate) werden methodisch neue Wege der Lexikographie erprobt. Schwerpunkte der aktuellen Arbeit liegen in der semantisch-kulturellen Vernetzung (Linked Open Data), visuellen Analyse, der Entwicklung von Serious Games sowie einer Erarbeitung und Umsetzung von Bürgerbeteiligungsmodellen (Citizen Science) und der Implementierung von Open Science. Methodisch werden damit Schritte in Richtung eines neuen digitalen Wörterbuchs (WBÖ 3.0) gesetzt. urn:cts:dhd:2018.glueck_david_an_den_grenzen_der_interoperabilitaet_eine_kriti:1.1.1 Der Beitrag diskutiert kritisch, welche nicht allein arbeitsökonomischen, sondern vor allem intellektuellen, methodologischen und wissenschaftstheoretischen Kosten mit der Digitalisierung und dem dadurch etablierten Fokus auf Fragen der Interoperabilität entstehen. Die deutlichen wissenschaftlichen Vorteile von Interoperabilität müssen nämlich einem Umbau (und z.T. Rückbau) in wissenschaftlichen Modellierungen und im Verständnis wissenschaftlicher Erkenntnisvermehrung gegenüber gestellt werden. Dabei wird im Sinne des doppelten Genitivs Kritik der digitalen Vernunft sowohl das naheliegende Phänomen diskutiert, dass die digitale Transformation Hoffnungen weckt und Lösungen wissenschaftlich-methodologischer Schwierigkeiten nahelegt, die sich (z.T. erst bei der Implementierung) als wissenschaftlich nicht akzeptabel erweisen, als auch der umgekehrte Fall, dass die digitale Transformation ein kritisches Umdenken in der Ausrichtung der eigenen wissenschaftlichen Arbeit und eine Umorientierung wissenschaftlicher Ambitionen erzwingt. urn:cts:dhd:2018.scholz_martin_objekte_im_netz_die_digitalisierung_der_samm:1.1 Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (GNM) eine gemeinsame Dokumentations- und Digitalisierungsstrategie für die Sammlungen der FAU, um ihre Sicht- und Nutzbarkeit zu erhöhen und sie als bedeutende und noch immer zu wenig genutzte Infrastrukturen für Forschung und Lehre auszubauen. Digitalisierung kommt dabei nicht nur als Methode und praktische Anwendung zum Einsatz, sondern wird ebenso als kritisch zu befragender Gegenstand untersucht. Der Beitrag stellt Hintergrund, Ziele und bisherige Ergebnisse der Zusammenarbeit vor und skizziert Vorgehen und Methodik. urn:cts:dhd:2018.scholz_martin_objekte_im_netz_die_digitalisierung_der_samm:1.2.1 Universitäre Sammlungen erleben in den letzten Jahren eine beachtliche Renaissance. Allein in Deutschland existieren rund 1.000 solcher Sammlungen an über 80 Universitäten, die eine Vielzahl an Dingen und Disziplinen umfassen. Das wissenschaftliche Potenzial universitärer Sammlungen ist enorm, weshalb ihr Ausbau zu Forschungsinfrastrukturen in einer Empfehlung des Wissenschaftsrats von 2011 dringend empfohlen wurde (Wissenschaftsrat 2011). Allerdings sind längst nicht alle Sammlungen und Bestände erfasst, nur gut ein Drittel ist digital zugänglich. Die systematische Erfassung und Erschließung wissenschaftlicher Sammlungen sind jedoch grundlegende Voraussetzungen, um sie möglichst effektiv in Forschung und Lehre einsetzen zu können. Die Vorteile einer digitalen Dokumentation sind dabei inzwischen unbestritten. Der Relevanz universitärer Sammlungen für die Forschung und dem Bedarf nach ihrer Nutz- und Verfügbarkeit stehen häufig nicht nur unzureichende monetäre Mittel und fehlendes Personal entgegen, sondern auch das Fehlen von angemessenen Software-Lösungen und Know-how für eine flächendeckende Digitalisierung und Online-Präsenz. Die Situation der digitalen Dokumentation universitärer Sammlungen hat sich in den vergangenen Jahren zwar erheblich verbessert, die Fortschritte sind allerdings meist auf einzelne Sammlungen begrenzt. Übergreifende Strukturen wurden hingegen kaum entwickelt und haben sich auch nicht ergeben. Zahlreiche Sammlungen wurden ad hoc inventarisiert, jedoch ohne hinreichend standardisierte Erfassung oder weiterführende Digitalisierungsstrategie. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Objekte im Netz” setzt hier an und entwickelt im Verbund mit dem GNM eine gemeinsame Digitalisierungsstrategie für die Sammlungen der FAU. urn:cts:dhd:2018.scholz_martin_objekte_im_netz_die_digitalisierung_der_samm:1.3.2 Das Forschungsprojekt „Objekte im Netz” zielt auf die Entwicklung einer digitalen Infrastruktur, die langfristig eine gesicherte Erfassung und Vernetzung der Bestände der FAU erlaubt sowie deren weitere Sicht- und Nutzbarkeit befördert. Von zentraler Bedeutung sind dabei gemeinsame Erfassungsstandards und -formate sowie eine gemeinsame Software-Lösung und Webpräsenz. Als Ergebnis des Vorhabens werden weiterhin ein allgemeines Konzept zur digitalen Dokumentation sowie eine dazu passende Software zur Verfügung gestellt. Damit dient das Projekt längst nicht nur der infrastrukturellen Verbesserung und Dynamisierung der hiesigen Bestände, sondern bietet weit darüber hinaus auch anderen wissenschaftlichen Sammlungen Werkzeuge und Workflows an, mit deren Hilfe sich heterogene Bestände erfassen, erforschen und vernetzen lassen. Nicht zuletzt strengt das Projekt einen kritischen Dialog über die Herausforderungen, Hindernisse und Folgen der Digitalisierung wissenschaftlicher Sammlungen an und trägt damit zu einem notwendigen Diskurs bei, der bislang nur wenig entwickelt ist und kaum in die digitale Sammlungspraxis einfließt. urn:cts:dhd:2018.scholz_martin_objekte_im_netz_die_digitalisierung_der_samm:1.4.1 Das Projekt „Objekte im Netz“ versteht sich als gemeinschaftliches Vorhaben sämtlicher Projektbeteiligter und wird daher im überaus engen Austausch vorangetrieben. Für die Entwicklung eines standardisierten Erfassungsschemas für die universitären Sammlungen wurden insgesamt sechs Teilbestände der FAU ausgewählt, die mit ihren heterogenen Beständen und ihrem unterschiedlichen Stand der Erschließung, Digitalisierung sowie den dazu eingesetzten Methoden und Werkzeugen die Bandbreite universitärer Sammlungen repräsentieren sollen: Die Graphische Sammlung, die Medizinische Sammlung, die Geowissenschaftliche Sammlung, die Schulgeschichtliche Sammlung, die Ur- und Frühgeschichtliche Sammlung sowie die Studiensammlung Musikinstrumente und Medien der Universität Würzburg mit den Beständen des ehemaligen musikwissenschaftlichen Seminars der FAU. Ausgehend von und anhand dieser Auswahl wurde ein Metadatenschema unter Berücksichtigung bestehender Dokumentationsstandards entwickelt, das mit Blick auf die übrigen Sammlungen grundlegende Aspekte, aber auch sammlungsspezifische Eigenheiten zu berücksichtigen hat. urn:cts:dhd:2018.scholz_martin_objekte_im_netz_die_digitalisierung_der_samm:1.4.6 Das gewählte Vorgehen setzt allerdings eine hohe Bereitschaft der beteiligten Sammlungsbeauftragten voraus, sich eingehend mit oft fachfremden Werkzeugen und Techniken auseinanderzusetzen, im Gegenzug festigt es das Verständnis für die eingesetzten Technologien und Verfahren. Nicht zuletzt bauen die Sammlungen über die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eigene Kompetenzen im Bereich der digitalen Dokumentation auf. Die Herausforderungen der ontologischen Modellierung sowie die fächer- und sammlungsübergreifende Anlage des Projekts führen dabei zu einer vertieften Reflexion über die eigenen Bestände und Sammlungslogiken, aber auch zur Einsicht in die notwendige Standardisierung von Begrifflichkeiten, Werkzeugen und Workflows, wie sie eine übergreifende Digitalisierungs- und Dokumentationsstrategie unbedingt zu berücksichtigen hat. urn:cts:dhd:2018.scholz_martin_objekte_im_netz_die_digitalisierung_der_samm:1.5.1 Die neuen Möglichkeiten der Informationstechnologien und die allerorten wachsenden digitalen Dingarchive verändern die Arbeit, Forschung und Lehre an und mit den Objektbeständen. Das Thema Digitalisierung wird im Rahmen des Projektes deshalb nicht alleine aus Sicht methodischer und technischer Aspekte der digitalen Dokumentation behandelt, sondern im Sinne einer reflexiven Digitalisierung auch hinsichtlich der Herausforderungen und Folgen des Aufbaus digitaler Infrastrukturen sowie des Einsatzes digitaler Mittel und Methoden. In welchem Verhältnis stehen analoge und digitale Bestände, Original und Digitalisat? Welchen technischen, rechtlichen und nicht zuletzt epistemologischen Problemen hat sich die Anwendung digitaler Methoden in der Sammlungspraxis zu stellen und welche Herausforderungen muss sie bewältigen? Welche Kompetenzen erfordert sie und welchen Wandel erfahren Sammlungspraxis und sammlungsbezogene Forschung dadurch? Inwiefern verändern also digitale Sammlungen die kustodiale und wissenschaftliche Arbeit an und mit den Beständen? Zur Beantwortung dieser Fragen arbeitet das Projekt eng mit dem Interdisziplinären Zentrum für digitale Geistes- und Sozialwissenschaften der FAU (IZdigital) zusammen und bietet darüber hinaus ein fächer- und sammlungsübergreifendes Lehrangebot im Bereich der Digital Humanities und der Museologie an. Die Ergebnisse und Erkenntnisse der innerhalb des Projekts geführten Diskurse finden wiederum Eingang in die Sammlungspraxis und digitale Dokumentation der Bestände. Der Einsatz digitaler Werkzeuge und Praktiken erscheint aus dieser Sicht gleichermaßen als zu untersuchender Gegenstand und angewandte Methode. Für die Entwicklung einer an der Arbeit mit und an wissenschaftlichen Sammlungen orientierte Digitalisierungsstrategie gilt es beide Perspektiven angemessen zu berücksichtigen und möglichst zusammenzuführen. urn:cts:dhd:2019.wettlaufer_joerg_linked_open_travel_data_erschliessung_gesell:2.2.1.11 Wettlaufer, Jörg (2010): Europäische Reiseberichte des Späten Mittelalters. Das Projekt einer Digitalisierung der Editionen und eines Themenportals im Internet [Les récits de voyageurs européens à la fin du Moyen Âge. Le projet de digitalisation des éditions et d‘un portail de recherche sur internet] , in: Guenée, Bernard / Moeglin, Jean-Marie (hg.): Relations, échanges et transferts en Europe dans les derniers siècles du Moyen Âge , Paris: Éditions de Boccard, 539-555. urn:cts:dhd:2020.scholger_walter_kein_spiel_raum_rechtliche_und_ethische_ra:1.2 Von besonderem Interesse für Kulturerbeeinrichtungen und GeisteswissenschaftlerInnen sind Fragen des Urheberrechts sowie der Bereitstellung von und des Zugangs zu digitalisiertem Quellenmaterial (Darling 2012; Galina 2017). In der Europäischen Union besteht ein erkennbarer politischer Impuls, den freien und öffentlichen Zugang zu kulturellem Erbe und zu Forschungsdaten, die an öffentlich finanzierten Einrichtungen gehostet werden, zu erleichtern und entsprechende Digitalisierungsvorhaben zu fördern (Europäisches Parlament 2013 et al). Der Mangel an rechtlicher Harmonisierung und die vielfältigen und oft unklaren nationalen Rechtsvorschriften über die Nutzung und Bereitstellung von Ressourcen durch öffentliche Kulturerbe-, Forschungs- und Bildungseinrichtungen – auch die jüngste europäische Urheberrechtsrichtlinie (Europäisches Parlament 2019), die eine Reihe von zentralen Themen der digitalen Geisteswissenschaften wie Text- und Datamining und die grenzübergreifende Nachnutzung von Ressourcen thematisiert, wird sich in den nationalen Umsetzungen sehr unterschiedlich niederschlagen – lösen jedoch Unsicherheit aus oder bedingen restriktive Regelungen an betroffenen Institutionen. Auch die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) (Europäisches Parlament 2016) sorgte für große Unsicherheit und führte mangels konkreter, praxisbezogener Information und Beratung der Forschungsgemeinschaft zu überstürzten Aktivitäten, die oft über die tatsächlichen gesetzlichen Anforderungen hinausgingen und die Forschung erheblich erschwerten. Die großen Themenbereiche des Urheberrechts (und insbesondere der Lizenzierung) sowie des Datenschutzes (vor allem der Zulässigkeit von Datenverarbeitungen in Forschungskontexten) sind zentral für jede wissenschaftliche Tätigkeit. Um auf die vorherrschende Unsicherheit zu den rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen geisteswissenschaftlicher Forschung zu reagieren, wurde eine Reihe von Arbeitsgruppen und Interessensgemeinschaften ins Leben gerufen, die diese Fragen zu beantworten versuchen und die entsprechenden Kenntnisse in Form von Best Practice-Beispielen, Leitfäden und Workshops zu vermitteln – umso schwieriger, als nationale Gesetzgebungen sich mitunter stark unterscheiden, Fragen der Haftung und Legalität aber keine Spielräume gestatten. urn:cts:dhd:2022.fischer_nebmaier_wladimir_the_digitized_minutes_of_the_habsb:1.6 Daraus ergaben sich drei unterschiedliche Textbasen, die sich in drei verschiedenen Zuständen befanden, als die TEI-Digitalisierung begonnen wurde: urn:cts:dhd:2022.fischer_nebmaier_wladimir_the_digitized_minutes_of_the_habsb:1.22 Die Digitalisierung hat den ohnehin schon komplexen Workflows der Edition eine neue Dimension der Komplexität verliehen und zwingt zur Reflexion derselben. Besonders das Erstellen, Betreuen und Einbinden der peripheren Datenbanken erfordert zusätzliche Arbeitskraft und Planung. urn:cts:dhd:2018.schulz_daniela_abgrenzung_oder_entgrenzung_zum_spannungsver:1.3 Während Professuren mit einer DH-Ausrichtung oder Denomination auf dem Vormarsch zu sein scheinen – in seinem Beitrag „Zur Professoralisierung der Digital Humanities“ zählt Sahle mittlerweile 53 Ausschreibungen (Stand: Januar 2018) im deutschsprachigen Raum mit allerdings äußerst diversen Ausrichtungen (Sahle 2016) – ist in den letzten Jahren die Zahl der Universitätsstandorte, die HGW im Programm haben, zunehmend kleiner geworden, so dass diese heute mit zu den strukturprekären Disziplinen gehören. (Arbeitsstelle Kleine Fächer) Diese Situation war Ende 2015 Anlass für die Formulierung des Positionspapieres „Quellenkritik im digitalen Zeitalter. Die Historischen Grundwissenschaften als zentrale Kompetenz der Geschichtswissenschaft und benachbarter Fächer“ von Eva Schlotheuber und Frank Bösch (Schlotheuber / Bösch 2015), welches eine breite Diskussion auf „H-Soz-Kult“ in Gang setzte, bei der (teils beiläufig) auch immer wieder das Verhältnis von HGW und DH thematisiert wurde. Trotz aller Differenzen, die bei diesem – mitunter durchaus kontrovers geführten – Austausch zutage kamen, herrschte hinsichtlich eines Aspektes mehrheitlich Einigkeit: Der Wegfall von Professuren, Studiengängen und Lehrveranstaltungen, die das notwendige methodische, grundwissenschaftliche Rüstzeug an heutige und künftige Generationen von Studierenden weitergeben, resultiert in einem Mangel an entsprechenden Fachkompetenzen. In einer Zeit, in der im Zuge zunehmender Digitalisierung historische Quellen in großer Zahl allgemein und jederzeit verfügbar geworden sind, führt dies zu der grotesken Situation, dass das Auffinden von Quellen und der Zugriff auf sie heute zwar deutlich einfacher geworden ist, die Mittel, mit diesen adäquat umzugehen, vielen Personen aber nicht mehr (oder noch nicht) zur Verfügung stehen. Dass der Zugang zu Datenbanken, die beispielsweise bei der Datierung, Verortung oder Einordnung von Einbänden, Wasserzeichen, Initialen etc. helfen, die Arbeit der Grundwissenschaftler|innen und auch anderer Forschenden heute erleichtert und ökonomisiert, wird von den Nutzer|inne|n niemand bestreiten. Das Gros des heutigen in den HGW beschäftigten Lehrpersonals ist allerdings selbst oft nicht ausreichend geschult, um die notwendigen Kenntnisse im Umgang mit diesen Ressourcen an die Studierenden zu vermitteln. urn:cts:dhd:2018.schulz_daniela_abgrenzung_oder_entgrenzung_zum_spannungsver:2.2.1.2 Hiltmann, Torsten (2015): „Hilfswissenschaften in Zeiten der Digitalisierung“, in: H-Soz-Kult, 14.12.2015. URL: www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-2936 [letzter Zugriff 24.09.2017] urn:cts:dhd:2018.schulz_daniela_abgrenzung_oder_entgrenzung_zum_spannungsver:2.2.1.3 Rehbein, Malte (2015): „Digitalisierung braucht Historiker/innen, die sie beherrschen, nicht beherrscht“, in: H-Soz-Kult, 27.11.2015. URL: www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-2905 [letzter Zugriff 24.09.2017] urn:cts:dhd:2017.vortrag.meise:1.1 Zusammenfassung: Digitale Daten stellen den zentralen Forschungsfokus der Digital Humanities dar. Fragen der Modellierung, Repräsentations-, Analyse- und Annotationsmöglichkeiten sind dabei wichtige Forschungsdimensionen, ebenso wie etwa die Weiterverarbeitung und Nachnutzbarkeit. Die digitalen Daten sowie die beschrieben Prozeduren werden jedoch auch von EditorInnen bearbeitet und wirken sich auf deren wissenschaftliche Arbeit aus. In diesem Beitrag wird aus qualitativ empirischer Sicht die Perspektive der EditorInnen als besondere Nutzer- und Produzentengruppen im Prozess der Digitalisierung von Musikeditionen vorgestellt. Dabei gilt es weder WissenschaftlerInnen noch Daten singulär zu betrachten, sondern im Akt der Bearbeitung, Analyse, Repräsentation und Annotation eine besondere Perspektive in der Auseinandersetzung von Medien, Materialien und Subjekten zu erschließen und zu reflektieren. In diesem Sinne werden in diesem Abstract zuerst theoretische Verortungen für die Relevanz des Nutzers diskutiert. Darauf aufbauend werden die methodischen Grundlagen der Interviewstudie vorgestellt, um anschließend einen Ausblick auf die Ergebnisse zu geben, der im Vortrag vertieft wird. Dabei stehen die Veränderungen des wissenschaftlichen Arbeitsprozesses von analog zu digital im Vordergrund. Darauf aufbauend stehen die Chancen und Herausforderungen dieses Paradigmenwechsels im Zentrum des Interesses, die sicherlich nicht nur für die Arbeitskontexte der digitalen Musikeditionen zutreffen. Abschließend werden Kristallisationspunkte und Konsequenzen zukünftiger Fragestellungen hinsichtlich der Digitalisierung von Musikeditionen, Veränderungen von Arbeitsstrukturen sowie der Bildungs- und Wissensarbeit resultierend aus diesen Ergebnissen thematisiert. urn:cts:dhd:2017.vortrag.meise:1.5 Neben Fragen der Daten werden somit zunehmend die Arbeitsprozesse interessant, die durch die Digitalisierung der wissenschaftlichen Arbeit beeinflusst werden. An dieser Stelle bietet sich die seltene Gelegenheit die Veränderungsprozesse dieses medialen Paradigmenwechsel und dessen Einfluss auf Forschung und Wissenschaft zu beobachten und zu begleiten. Damit gilt es die NutzerInnen in den Blick zu nehmen (vgl. auch Stone 1982, Edwards 2012, Warwick 2012; Brockman 2001) und vom forensic zum formal layer (vgl. Kirschenbaum 2008) zu wechseln. Aber auch Kirschenbaums formal layer bringt nicht ganz zum Ausdruck, was Drucker (2013) mit der performativen Ebene von Materialität als Nutzungsakt beschreibt: Handeln, der Umgang von NutzerInnen mit kulturellen, auch immateriellen Artefakten, prägen die Wahrnehmung, Beurteilung und die kulturelle Bedeutung dieser Artefakte. Um die Bedeutung von Medien, konkreter von musikeditorischen Ergebnissen unter digitalen Bedingungen, erschließen zu können, ist es notwendig, die vielschichtigen Auseinandersetzungsprozesse der Nutzer mit der Software bzw. der Auszeichnungssprachen und Metadaten zu erforschen. Damit verbunden ist die sogenannte radikale Kontextualisierung in den Cultural Studies, bei der davon ausgegangen wird, dass »Objekt und Subjekt, Medientechnologie und Kontext« (vgl. Winter 2010): sich stetig beeinflussen und miteinander verwoben sind. Erst in der Analyse dieser komplexen Verbindungen kann letztlich das Phänomen konturiert und erforscht werden. Medientechnologien und ihre Nutzer gehen demnach in zahlreichen Auseinandersetzungsprozessen eine Allianz ein, die in dieser Perspektive eine besondere Qualität hervorbringt. Einen Schritt weiter geht Rainer Winter, indem er mit Rekurs auf Heidegger darauf hinweist, dass Medien nicht nur technische Artefakte sind, sondern gerade in ihrer Einbettung in soziale und kulturelle Prozesse, Optionen und Zugänge zur Welt umgestalten (vgl. ebd.). In dieser Hinsicht gilt es weitergehend Wissensgenerierungsprozesse in den Blick zu nehmen. In diesem Beitrag stehen die EditorInnen als besondere Nutzergruppe im Zentrum des Interesses. Diese arbeiten an der Schnittstelle vom computer und cultural layer (Manovich 2001). Sie arbeiten mit Metadaten und Auszeichnungssprachen und müssen somit die Logiken des Prozessierens des Computers verstehen, gleichzeitig arbeiten sie mit den Transformationen an der Oberfläche, lassen sich Teile oder Überblick bestimmte Werkaspekte anzeigen, um editorische Entscheidungen zu treffen und bilden damit einen ganz versierten Nutzer- und Produzententypus ab. urn:cts:dhd:2020.keck_jana_what_s_in_the_news_erfolgs_rezepte_fuer_das_wiss:1.1.1 Why newspapers? Wie geht man methoden-kritisch mit digitalisierten Zeitungskorpora um? Welcher technische Aufwand ist nötig? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Bibliotheken zum Thema Verfügbarkeit und Lizenzierung? Die zahlreichen Panels, Präsentationen und Poster auf der DH2019 haben gezeigt, dass ein großes Interesse seitens der Wissenschaft und auch der Bibliotheken besteht umfangreiche Zeitungs- und Zeitschriftensammlungen für die Öffentlichkeit und Wissenschaft digital verfügbar zu stellen (vgl. ADHO). Dabei konzentrierten sich die Debatten aber überwiegend auf die Provider-Perspektive, d.h. welche Herausforderungen sind im Rahmen des Digitalisierungsprozesses und der Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen zu überwinden. Im Spielraum der Wissenschaft bedeutet diese Erzeugung der Forschungsdaten, Zeitungen als Primärtexte aufgrund ihrer Menge, Zeitspannen und textuellen und thematischen Vielfalt nutzen zu können, um temporale, grenzübergreifende, multilinguale und -modale Querbezüge zu erstellen. Diese Forschung bietet die Möglichkeit operative, methodische und organisatorische Herausforderungen anzugehen, um innovative computergestützte Modelle, Tools, Codes, Daten und Infrastrukturen zu entwickeln. Die Panelvorträge geben Einblicke in Forschungsprojekte zu digitalisierten Zeitungen, die mit unterschiedlichen Korpora und Fragestellungen, aber teils ähnlichen Verfahren und Forschungsdesigns an umfangreichen historischen Zeitungssammlungen arbeiten. Dabei sollen die folgenden Kategorien angesprochen werden: Herausforderungen, Forschungsfragen, Methoden (inklusive Tools), Teamkomposition, Korpusbeschreibung, Projektformat und Projektdauer. Das Ziel dieses Panels ist es gemeinsam das Generalisierungspotential der Methoden und den wissenschaftlichen Output zu diskutieren, um eine Zutaten- und Werkzeugliste für das wissenschaftliche Arbeiten mit digitalisierten Zeitungen zu generieren. Entsprechend der vorgestellten Beiträge sollen gemeinsame Fragen diskutiert werden wie: urn:cts:dhd:2020.keck_jana_what_s_in_the_news_erfolgs_rezepte_fuer_das_wiss:1.2.3.2 Zeitungen und Zeitschriften sind spätestens seit dem 19. Jahrhundert - bis in die Jetztzeit - ein Medium für öffentliche Debatten über Kunst und Kultur. Während historische Untersuchungen sich vor nicht allzu langer Zeit noch aufgrund der diffusen Quellenlage auf Einzelfalluntersuchungen beschränken mussten, macht aktuell die immense Menge an Material, das durch die Digitalisierung verfügbar ist und wird, die Entwicklung und Anwendung neuer Verfahren notwendig. Ein Ansatz besteht in dem Verfahren des horizontalen Lesens, mit dem sich thematisch zusammenhängende Texte zu einem (historischen) Meinungsspektrum anordnen lassen. Den Named Entities fällt dabei eine Schlüsselrolle zu, da diese die zentralen Vergleichspunkte liefern. Anhand einer ausgewählten Entity (z.B. der Titel eines musikalischen Werkes) und aller Textausschnitte, die sich direkt darauf beziehen, kann manuell und ggf. mithilfe übertragener Anwendung von Sentimentanalyse oder ggf. Topic Modeling die gesamte Bandbreite zu einem historischen Zeitpunkt oder an einem historischen Publikationsort abgebildet werden. Voraussetzungen dafür sind jedoch eine hochwertige Texterschließung und semantische Annotationen, bestenfalls mit Normdaten versehene Eigennamen von Personen, Orten, Werken etc. p.p. Während diese Methode durchaus verwertbare Ergebnisse produziert, bleibt für alle Anwendungsfälle, an welcher Stelle für die notwendige Qualität der Daten Sorge zu tragen ist: Kann dies bereits durch Provider geschehen, oder muss dies notwendigerweise - ggf. auch abgestuft - im jeweiligen Forschungsprojekt geschehen? urn:cts:dhd:2025.sauer_philipp_work_s_in_progress_datenmodellierung_zum_ku:2.1.1.15 Widmer, Ruedi und Ines Kleesattel (Hg.) . 2018. “Scripted Culture. Kulturöffentlichkeit und Digitalisierung”. Zürich: Diaphanes. urn:cts:dhd:2025.dennerlein_katrin_zum_aufbau_digitaler_dramenkorpora_ocr4al:1.1.2 Auf edierte und normalisierte Neuausgaben, wie sie der Digitalen Bibliothek und den auf sie aufsetzenden Projekten Textgrid und GerDracor zu Grunde lagen, kann für diese Erweiterungen allerdings nicht zurückgegriffen werden, weil die fehlenden Dramentexte nicht neu ediert wurden. Digitalisierungsvorhaben zu Dramen des 17.–19. Jahrhunderts müssen deshalb von Bilddigitalisaten von Frakturexemplaren ausgehen, wie sie inzwischen in großem Umfang zur Verfügung stehen. urn:cts:dhd:2025.dennerlein_katrin_zum_aufbau_digitaler_dramenkorpora_ocr4al:1.1.3 Dabei stellen sich sowohl editorische Fragen der Transkription und Normalisierung als auch die Fragen der Automatisierung des TEI-Taggings. Im Folgenden sollen einige Vorgehensweisen zur Edition, Volltextdigitalisierung und Textauszeichnung historischer Dramentexte mit und im Anschluss an die Open Access-Software OCR4all beschrieben werden, die als vollständig kostenfreie Digitalisierungssoftware für jedermann zugänglich ist. Vor allem soll ein Skript vorgestellt werden, mit dem man die Ergebnisse der OCR-Erkennung, die PAGE-XMLs, automatisch mit Elementen des DraCorTEI-Tagsets auszeichnen kann (Reul et al., 2019; Fischer et al., 2019). Dieses Skript kann im Anschluss an jede OCR-Software verwendet werden, solange die Ergebnisse als valides PAGE ausgegeben bzw. in dieses konvertiert werden können. Die ausführlichen und vollständigen Guidelines und das Konvertierungsskript sind auf Zenodo zu finden (Dennerlein/Rupnig/Kasenhofer, Dennerlein/Rupnig). urn:cts:dhd:2025.dennerlein_katrin_zum_aufbau_digitaler_dramenkorpora_ocr4al:1.2.2 Eine weitere Besonderheit stellt die uneinheitliche Gestaltung von Figurenaufzählungen dar. Üblicherweise beginnen Szenen mit einer Aufzählung aller in der Szene auftretenden Figuren gefolgt von den Dialogen. Einige Dramen verzichten jedoch in einzelnen Szenen auf die Aufzählung ganz oder integrieren die Nennung der Figuren in die anfängliche Regieanweisung. Um alle diese Elemente berücksichtigen zu können, sollte eine Digitalisierungsumgebung gewählt werden, die eine differenzierte semantische Auszeichnung von Segmenten erlaubt. Da es bei den knappen Ressourcen im wissenschaftlichen Bereich unabdingbar ist, eine kostenfrei nutzbare Digitalisierungsumgebung zu verwenden, die dennoch bestmögliche Ergebnisse liefert und stetig gewartet und aktualisiert wird, bietet sich OCR4all an. Integriert in OCR4all ist die Bearbeitungsumgebung LAREX, in der, basierend auf dem PAGE-Schema, die folgenden Regionsbezeichnungen für die jeweiligen Layoutelemente verwendet werden können: urn:cts:dhd:2025.dennerlein_katrin_zum_aufbau_digitaler_dramenkorpora_ocr4al:1.3.4 Das Ergebnis des Digitalisierungsprozesses in OCR4all, wie auch von fast allen anderen OCR-Programmen, sind PAGE-XMLs, die neben dem gesamten Textinhalt der einzelnen Seiten weitere Informationen wie Erstellungsdatum, Metadaten, Layoutregionen und Koordinaten enthalten. Die Angabe der Reading-Order ist für jene Fälle wichtig, in denen die Koordinaten von Textregionen als Information nicht ausreichen, um die gewünschte Struktur in DraCorTEI abzubilden. urn:cts:dhd:2025.dennerlein_katrin_zum_aufbau_digitaler_dramenkorpora_ocr4al:1.5.1 Mit dem hier beschriebenen Verfahren der Auszeichnung, der Transkription mit OCR4all und der XML-Kodierung, benötigt die Digitalisierung eines Dramas derzeit noch immer acht bis zehn Stunden. Verzichtet man auf die Korrektur des automatisch erfassten OCR-Textes, weil man bspw. sehr große Textmengen erfassen möchte, bei denen Fehler nicht mehr ins Gewicht fallen, verkürzt sich die Bearbeitungszeit um die Hälfte. Für andere Zeitabschnitte müsste das Verfahren zudem angepasst werden, wenn das Layout signifikant abweicht. Ein besonderer Fall sind bspw. Drucke wie die Libretti der Hamburger Gänsemarktoper aus der Zeit um 1700, bei denen sich die Sprecher:inbezeichnung in einer eigenen Spalte links neben dem Haupttext befinden und die Regieanweisungen oftmals rechtsbündig stehen. Für diese Fälle wurde bereits ein Verfahren getestet, bei dem die Sprecher:in in der Reading-Order zunächst an die letzte Stelle gesetzt werden und erst später wieder über die Koordinaten der Regionen vor die zugehörigen Textteile gesetzt werden. urn:cts:dhd:2025.dennerlein_katrin_zum_aufbau_digitaler_dramenkorpora_ocr4al:1.5.2 Insgesamt ist zu bedenken, dass der Prozess der Volltextdigitalisierung historischer Dramentexte verhältnismäßig komplex ist und dass man für ideale Ergebnisse deutlich mehr Zeit investieren muss als etwa für Prosatexte. Die händisch segmentierten und korrigierten Daten können jedoch als Trainingsdaten genutzt werden, so dass der Automatisierungsgrad in Zukunft sukzessive gesteigert werden kann. urn:cts:dhd:2025.dennerlein_katrin_zum_aufbau_digitaler_dramenkorpora_ocr4al:2.2.1.5 PAGEtoDraCorTEI: https://github.com/dennerlein/Dramendigitalisierung-PAGEtoDraCorTEI urn:cts:dhd:2025.dennerlein_katrin_zum_aufbau_digitaler_dramenkorpora_ocr4al:2.2.1.9 Dennerlein, Katrin, Martin Rupnig und Nadine Kastenhofer . Guidelines zur Volltextdigitalisierung von Dramen des 17 bis 19. Jahrhunderts mit OCR4all. Zenodo 2024 (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.12805233 ) urn:cts:dhd:2025.dennerlein_katrin_zum_aufbau_digitaler_dramenkorpora_ocr4al:2.2.1.10 Dennerlein, Katrin und Martin Rupnig . PAGEtoDraCorTEI. 2024 https://github.com/dennerlein/Dramendigitalisierung-PAGEtoDraCorTEI urn:cts:dhd:2020.hall_mark_die_kanonfrage_2_0:1.2.5 1. Die Kanonfrage vor dem Hintergrund der Digitalisierung neu zu stellen urn:cts:dhd:2020.hall_mark_die_kanonfrage_2_0:1.2.6 2. Lücken in der Digitalisierung von Werken außerhalb des Kanons aufzuzeigen urn:cts:dhd:2020.hall_mark_die_kanonfrage_2_0:1.3.1 Um diese Ziele erreichen zu können, wird im Rahmen des Projekts ein Online-Portal entwickelt, zusammen mit den notwendigen Werkzeugen, die darin enthaltenen Daten zu verwalten. Eine Grundidee in der technischen Umsetzung ist es, nicht noch ein weiteres Archiv für Digitalisate bereitzustellen, sondern die in den verschiedenen existierenden Archiven vorhandenen Digitalisate mit allgemeinen Informationen über tendenziell vergessene Autor_innen zusammenzuführen. Der These folgend, dass Vieles ‚unter der Oberfläche‘ schlummert, wenngleich nicht immer in optimalen Formaten, geht es dem Projekt primär um das Sichtbarmachen dessen, was da ist und seien es zunächst nur die Namen von Autorinnen. Es geht dem Projekt nicht um die Digitalisierung oder Archivierung von Werken, die noch nicht vorliegen, vielmehr um das Aufzeigen von potentiell systematischen Leerstellen. urn:cts:dhd:2019.gius_evelyn_korpuserstellung_als_literaturwissenschaftliche_:1.4.1 Die Digitalisierung fördert die literaturwissenschaftliche Korpuserstellung in neuem Umfang und macht dadurch die Textzusammenstellung als literaturwissenschaftliches Problem offensichtlich, das methodologisch kaum beleuchtet ist. Oft dominiert die Frage, welche Texte überhaupt ins Korpus können, also aus welchen bereits digitalisierten oder noch digitalisierbaren Texten ausgewählt werden kann, die literaturwissenschaftlichen Überlegungen zur Textauswahl. urn:cts:dhd:2020.liedtke_clemens_dh_s_next_top_model_digitale_editionsentwic:1.1.3 Dies lässt sich in besonderem Maße an dem Teilbereich der Handschriftenforschung exemplifizieren: Gerade durch die großen Digitalisierungsinitiativen der letzten Jahre an hebräischen Manuskripten, v.a. National Library of Israel, der Polonsky Foundation in Zusammenarbeit mit der British Library und der Bodleian Library stehen der wissenschaftlichen Community umfangreiche Quellenbestände zur Verfügung, die erst die Grundlage für weitere inhaltliche Tiefenerschließung, Edition und Corpusanalyse bilden. urn:cts:dhd:2020.liedtke_clemens_dh_s_next_top_model_digitale_editionsentwic:2.2.1.8 Pousttchi, Key (2017): “Digitale Transformation.”, in: Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik. http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/lexikon/technologien-methoden/Informatik--Grundlagen/digitalisierung/digitale-transformation/digitale-transformation/?searchterm=digitale%20transformation. urn:cts:dhd:2016.vortraege.001:1.5 Dafür ist eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), dem Trier Center for Digital Humanities (TCDH), der Universität Marburg und den Partnerinstitutionen – den zahlreichen, über hundert Archiven – erforderlich. Die Werkzeuge, die in diesem Workflow zum Einsatz kommen, weiterentwickelt werden und ineinander spielen, sind die Digitalisierungssoftware Goobi ( Bonte ) sowie die in Trier entwickelte virtuelle Forschungsumgebung und Editionsplattform Forschungsnetzwerk und Datenbanksystem FuD ( FuD 2014 ; Bamberg / Burch 2014) Goobi wird inzwischen von rund 50 Anwendern genutzt, mit FuD arbeiten zahlreiche vom TCDH betreute Editionsprojekte. Über Standardschnittstellen können die Metadaten mitsamt Image-Digitalisaten der Handschriften automatisch abgerufen und übertragen werden. urn:cts:dhd:2016.vortraege.001:2.1.1.1 Bamberg, Claudia / Burch, Thomas (2014): „Inventarisieren, Analysieren und Archivieren vernetzt. Digitalisierung und Edition größerer Briefkorpora mit der virtuellen Editionsplattform 'Forschungsnetzwerk und Datenbanksystem' (FuD)“, in: Delf von Wolzogen, Hanna / Falk, Rainer (eds.): Fontanes Briefe ediert . Würzburg: Königshausen und Neumann 265–282. urn:cts:dhd:2018.kamocki_pawel_das_neue_gesetz_zur_angleichung_des_urheberre:1.9 Anzumerken ist, dass die neuen Schrankenregelungen nicht mehr durch vertragliche Regelungen umgangen werden können, d.h. auf Vereinbarungen, die erlaubte Nutzungen nach den §§ 60a bis 60f UrhG zum Nachteil der Nutzungsberechtigten beschränken oder untersagen, kann sich der Rechteinhaber nicht berufen (vgl. § 60g UrhG). Allerdings sind die Nutzungen zu vergüten; dieser Anspruch kann erneut nur durch die Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden. Auch die angemessene Höhe dieser Vergütung wird wahrscheinlich Gegenstand langer Verhandlungen werden, die Preisfestsetzung wird jedenfalls eine abschreckende Wirkung haben. Beispielsweise setzte eine Vereinbarung zwischen den Bibliotheken und den Verwertungsgesellschaften im Jahr 2006 die Vergütung für die Digitalisierung und öffentliche Zugänglichmachung von Büchern fest auf 120 % des Nettopreises des Buches. urn:cts:dhd:2023.seltmann_melanie_elisabeth_h_die_perfekte_digitale_open_acc:1.2.2 Michael Dahnke hat 2017/2018 als Dozent für Digitalisierungskompetenz an der Universität Würzburg gearbeitet und war 2018/2019 für das Forschungsdatenmanagement im SFB 1187 der Universität Siegen verantwortlich. Als digitaler Editionsphilologe hat er sich seit 2017 in mehreren Editionsprojekten für die technische Koordination verantwortlich gezeichnet. urn:cts:dhd:2023.seltmann_melanie_elisabeth_h_die_perfekte_digitale_open_acc:1.2.3 Patrick Dinger arbeitet seit 2020 an der Universitäts- und Landesbibliothek Münster/Universität Münster und ist als Referent für das digitale Service- und Sammlungsmanagement zuständig. Der studierte Historiker interessiert sich u.a. für die Digitalisierung und die digitale Präsentation von Kulturerbe, Standards, Infrastrukturentwicklung sowie digitale Publikationsformen. urn:cts:dhd:2017.poster.burgh:2.1 Anmerkung: Erste Vorarbeiten zu den hier beschriebenen Vorhaben erfolgten im Rahmen des DFG-Projekts „Erschließung von Quellen der Volksmusikforschung, Zugänglichmachung durch Digitalisierung sowie virtuelle Wiederherstellung zerstreuter Bestände“, vgl. http://rvp.ur.de. Projekt „What’s the Score?“ online: https://www.bodleian.ox.ac.uk/weston/our-work/projects/whats-the-score urn:cts:dhd:2016.vortraege.006:1.5.4 Als wichtiger Faktor stellte sich auch die Qualität der OCR-Digitalisierung heraus. Bei Daten aus historischen Quellen (Schriftbild Sütterlin / Fraktur) werden auch mit aktueller Technologie aufgrund der verwendeten Schriftarten teilweise über 10 Prozent der Zeichen falsch erkannt, was bei der Auswertung der maschinell generierten Topics durch die Benutzer zu Problemen bei der Interpretation und Weiterverwendung führt. Daher muss die Frage gestellt werden, wie Daten zukünftig in den Vorverarbeitungsschritten aufbereitet werden, damit Topic Modelling und andere automatische Methoden zu hilfreichen und interpretierbaren Ergebnissen führen. urn:cts:dhd:2025.will_larissa_escriptorium_meets_llms_moderne_ki_systeme_im_:1.9.1 Larissa Will war Projektmitarbeiterin im Projekt OCR-BW an der UB Mannheim. Sie ist dort weiterhin im Bereich OCR und Forschungsdatenmanagement tätig als Referentin für Forschungsdatenmanagement und Digitalisierung und berät Forschende aus den Geisteswissenschaften vor allem im Bereich OCR mit Fokus auf eScriptorium. urn:cts:dhd:2025.will_larissa_escriptorium_meets_llms_moderne_ki_systeme_im_:1.9.5 Dorothee Huff war seit 2019 Projektmitarbeiterin im Projekt OCR-BW an der UB Tübingen und weiterhin für den OCR-Service der UB Tübingen mit Schwerpunkt Transkribus zuständig. Zudem arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Narrative Vermittlung religiösen Wissens“. Mittlerweile ist sie Leiterin der Abteilung Handschriften und Historische Drucke mit Restaurierungswerkstatt und Digitalisierungszentrum an der UB Tübingen. urn:cts:dhd:2022.adamczak_katarzyna_digitalisierte_ego_dokumente_als_quellen_:1.5 Die physikalische Vielfalt der digitalisierten Materialien (handschriftlich verfasste Manuskripte, born digital, Einzelblätter, Fotos, Fotonegative, Filme, Audioaufnahmen) ging einher mit der Erarbeitung von technischen Workflows, bei denen größtenteils auf bestehende Best Practices, die im Kontext anderer Projekte an der Bayerischen Staatsbibliothek entwickelt wurden, zurückgegriffen werden konnte. Als besonders herausfordernd erwiesen sich jedoch die Digitalisierung von Dias sowie das Verfahren zur Angabe von Wasserzeichen und Bildunterschriften – beides musste in mehreren Schritten per Trial and Error optimiert werden. urn:cts:dhd:2022.adamczak_katarzyna_digitalisierte_ego_dokumente_als_quellen_:1.6 Das Poster fokussiert zwei Aspekte der digitalen Bereitstellung von Ego-Dokumenten: Erstens die digitale Transformation unveröffentlichter Selbstzeugnisse, beginnend mit deren Anwerbung und Auswahl über die Klärung von Rechtsfragen bis hin zu Digitalisierung, Katalogisierung, Langzeitarchivierung und Online-Bereitstellung; zweitens die Verwendung von digitalisierten Ego-Dokumenten in Forschung und Lehre und der daraus resultierenden Kooperationsmöglichkeiten zwischen Privatpersonen, Forschungsinstituten, Universitäten und Bibliotheken. urn:cts:dhd:2023.wagner_sarah_how_to_open_heritage_digitale_erschliessungskon:1.2.3 Das Ziel dieser Digitalisierung ist es, ein sowohl für Menschen als auch Maschinen langfristig abfragbares Repositorium dieser Informationen zu erstellen. Bei der Modellierung der Daten waren vor allem drei Anforderungen relevant: Erstens mussten Textsequenzen und ihre jeweiligen Kontexte repräsentiert werden, die über die Jahre von unterschiedlichen Autoren und damit aus unterschiedlichen Perspektiven verfasst wurden. Deshalb wurde als Methode eine manuelle semantische Annotation der Textteile mit INCEpTION , einem für diesen Zweck an der TU Darmstadt entwickelten Tool, ausgewählt. Zweitens sollte die Möglichkeit bestehen, einerseits die semantischen Entitäten durch zusätzliche Quellen, sowohl aus digital noch unerschlossenem Archivmaterial als auch aus Repositorien wie Wikidata, inhaltlich zu bereichern, andererseits die strukturierten Daten im Sinne eines Linked Open Data Ansatzes in fremde Datensätze barrierefrei zu inkludieren – die Modellierung in einem Wissensgraphen lag damit nahe. Schließlich mussten die in den Jahresberichten angesprochenen Themenbereiche adäquat abgebildet werden können. Die von dem International Council for Documentation (CIDOC) des International Council of Museums als ISO-Standard entwickelte Ontologie CIDOC CRM bot sich als ISO-Standard mit ereigniszentriertem Dokumentationsansatz dafür an. Mithilfe dieses Ansatzes konnten aus den Jahresberichten über 12.000 individuelle Transaktionen von Objekten an das Museum rekonstruiert werden. Nahezu 80% davon konnten über 2.300 Sammler*innen sowie über 1.200 einzigartige Ursprungsorte der Objekte zugeordnet werden. urn:cts:dhd:2023.wagner_sarah_how_to_open_heritage_digitale_erschliessungskon:1.4.3 Die vorgestellten digitalen Erschließungsmethoden bieten Ansätze für erforderliche Strategien der digitalen Provenienzforschung für eine „mögliche[...] ‘Sichtbarmachung’ von räumlichen und zeitlichen Abläufen des Kulturguttransfers” (Hopp 2018, 42) – auch für naturkundliche Sammlungen, die in diesem Diskurs bislang unterrepräsentiert sind. Die Rekonstruktion und Sichtbarmachung der historischen Kontexte der Sammlungsbestände des MfN liegen in der Verantwortung des Museums, insbesondere wenn diese aus Gewaltkontexten des Imperialismus oder Kolonialismus stammen, unter machtasymmetrischen Erwerbsbedingungen oder im Zuge problematischer Sammlungs- und Forschungspraktiken in das Museum gelangt sind. Die Transparenz und Sichtbarmachung kolonialer Verflechtungen innerhalb der Bestandskonstitution naturkundlicher Sammlungen setzt daher die Aufarbeitung der Provenienzen der Sammlungsbestände und ihre möglichst niedrigschwellige Bereitstellung durch Digitialisierungsmaßnahmen voraus. Dabei erfordert der koloniale Kontext der Sammlungspraktiken und die Sensibilität der betreffenden Sammlungsgegenstände auch eine Reflexion und sensible Herangehensweisen in der Forschungs- und Digitalisierungspraxis, die Forschende vor spezifische Epistemologien sowie Logistiken stellt, ethische und politische Standards benötigt, aber auch einen kritischen sowie politischen Reflexionsprozess anregen kann. urn:cts:dhd:2023.wagner_sarah_how_to_open_heritage_digitale_erschliessungskon:2.1 https://www.museumfuernaturkunde.berlin/sites/default/files/mfn_zukunftsplan_digital.pdf (zugegriffen: 5. Dezember 2022). Siehe dazu den „Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ des Deutschen Museumsbundes, https://www.museumsbund.de/wp-content/uploads/2021/03/mb-leitfanden-web-210228-02.pdf (zugegriffen: 5. Dezember 2022), die „Ersten Eckpunkte zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“, https://www.kmk.org/fileadmin/pdf/PresseUndAktuelles/2019/2019-03-25_Erste-Eckpunkte-Sammlungsgut-koloniale-Kontexte_final.pdf (zugegriffen: 5. Dezember 2022) oder die „3 Wege-Strategie“ für die Erfassung und digitale Veröffentlichung von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland, https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/PresseUndAktuelles/2020/201014_Kontaktstelle-Sammlungsgut_Konzept_3-Wege-Strategie.pdf (zugegriffen: 5. Dezember 2022). https://www.museumfuernaturkunde.berlin/de/wissenschaft/forschungscluster-openheritage (zugegriffen: 5. Dezember 2022). Brigitta Kuster, Britta Lange und Petra Löffler rücken in einem Dreiergespräch dabei in den Fokus, dass auch die Praktiken der wissenschaftlichen Arbeit, der Nutzung oder der Entscheidungsfindungen im Archiv ebenfalls als Teile von diesen in einem „Meta-Archiv” dokumentiert werden müssten. Da bei der Digitalisierung von Sammlungen auch eine Reevaluierung darüber stattfinden würde, was der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werde und was nicht, müssten auch entstehende Leerstellen sichtbar gemacht werden. (Kuster et al. 2019, 104-111). Die genannte Integration von Mehrstimmigkeit wurde in diesen Projekten noch nicht umgesetzt. Im Rahmen des Forschungsclusters beschäftigen sich jedoch andere Projekte wie „Civic digitisation” und „Academic solidarities” konkret mit Partizipationsmöglichkeiten und deren Gestaltungsweisen im digitalen Raum, für welche auch die vorgestellten virtuellen Forschungsumgebungen weiterentwickelt werden könnten. https://www.museumfuernaturkunde.berlin/de/wissenschaft/forschungsfokus-provenienz sowie https://github.com/marquart/naturkundemuseum-annotation (zugegriffen: 5. Dezember 2022). http://www.digi-hub.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-d-6653534 (zugegriffen: 5. Dezember 2022). https://inception-project.github.io (zugegriffen: 5. Dezember 2022). https://cidoc-crm.org (zugegriffen: 5. Dezember 2022). https://www.museumfuernaturkunde.berlin/de/wissenschaft/das-fenster-zur-natur-und-kunst (zugegriffen: 5. Dezember 2022). https://berlinerkunstkammer.de (Launch: 15. Dezember 2022). https://wiss-ki.eu/ (zugegriffen: 5. Dezember 2022). https://readcoop.eu/de/transkribus/ (zugegriffen: 5. Dezember 2022). https://transkribus.eu/r/rezesse-niederdeutscher-staedtetage/#/ (zugegriffen: 5. Dezember 2022). https://kosmos.uni-bonn.de/wisski_basa/ und https://www.postcolonial-provenance-research.com/datenbank/ (zugegriffen: 5. Dezember 2022). Den Ansatz der Sichtbarmachung und der „größtmögliche[n] Transparenz” über die Herkunft der dokumentierten Objekte strebt auch die bereits genannte PAESE-Verbunddatenbank an (vgl. Andratschke/Müller 2021, 3). Die kommentierte Online-Edition der fünf Reisetagebücher Hans Posses vom Germanischen Nationalmuseum bildet ein herausragendes Beispiel einer virtuellen Forschungsumgebung und der kommentierten Annotation von Quellenmaterial, https://editionhansposse.gnm.de/ (zugegriffen: 5. Dezember 2022). Ein Artikel zu solcherart Fragen und Herausforderungen ist von Kolleg*innen des Clusters Open Heritage derzeit in Begutachtung (vgl. Kaiser et al. 2023). urn:cts:dhd:2022.langhanki_florian_flexibles_arbeiten_mit_ocr4all_massenvol:1.1.3 Es ist unstrittig, dass entsprechende Werkzeuge frei verfügbar sein, kohärente OCR- bzw. HTR-Workflows zur Verfügung stellen müssen und außerdem einfach und selbstständig durch nicht-informatische, geisteswissenschaftliche Nutzer:innen bspw. über eine grafische Benutzeroberfläche nutzbar sein sollten. Hinzu kommen jene spezifischen Anforderungen, die mit der Massenverarbeitung von Texten einhergehen, sowie der Wunsch nach größtmöglicher Flexibilität und nach Vielfalt von Werkzeugen. Den besonderen Anforderungen einer massenhaften Textdigitalisierung wendet sich besonders das DFG-geförderte Projekt OCR-D (Engl et al. 2020) mit dem Ziel zu, die Werke in den Verzeichnissen der deutschsprachigen Drucke (VD 16–18) durch vollautomatische Texterkennung als Forschungsdaten zur Verfügung zu stellen. Während in OCR-D also der Fokus auf Massenverarbeitung, Skalierbarkeit und Flexibilität sowie vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten liegt, vereint die an der Universität Würzburg entwickelte Software OCR4all (Reul et al. 2019) die erstgenannten Notwendigkeiten einer einfachen Nutzbarkeit entsprechender Technologien mithilfe einer grafischen Benutzeroberfläche und richtet sich dabei dezidiert an Geisteswissenschaftler:innen. urn:cts:dhd:2022.langhanki_florian_flexibles_arbeiten_mit_ocr4all_massenvol:1.1.4 Mit dem im Juli 2021, im Rahmen der dritten Projektphase von OCR-D , gestarteten Würzburger Forschungsprojekt OCR4all-libraries rückt mit der geplanten Integration der OCR-D-Lösungen in die dort entwickelte Software nun noch einmal verstärkt eine notwendige Vereinfachung und Individualisierung komplexer und projektspezifisch flexibel anwendbarer OCR- und HTR-Workflows in den Fokus. Die Anwendung der Software im Spannungsfeld einer Massenvolltextdigitalisierung wie jener der VD16 – 18 und einer hochqualitativen Erfassung mittelalterlicher Handschriften erfährt hier einen neuen wie nachhaltigen Rückenwind. urn:cts:dhd:2022.langhanki_florian_flexibles_arbeiten_mit_ocr4all_massenvol:1.4.5 Dr. Christian Reul leitet die Digitalisierungseinheit des ‘Zentrum für Philologie und Digitalität’ der Universität Würzburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind die OCR/HTR auf historischem Material sowie die Neu- und Weiterentwicklung der entsprechenden Software. urn:cts:dhd:2018.dunst_alexander_hin_zu_einer_visuellen_stilometrie_automati:1.1.1 Stilometrische Untersuchungen haben eine lange Tradition in der Literaturwissenschaft und erleben mit der Digitalisierung von Textkorpora und Analysemethoden in den letzten drei Jahrzehnten einen erneuten Aufschwung (Holmes und Calle-Martín & Miranda-García). Ähnliche Tendenzen sind in den vergangenen Jahren auch in der Kunstgeschichte zu verzeichnen (Kohle; Qu, Taeb & Hughes; Manovich). Im Gegensatz dazu sind stilometrische Untersuchen visueller Erzählungen noch nicht etabliert. In den Bereich visueller, oder multimodaler, Narrative fallen etwa Comics, Filme und Fernsehserien, aber auch zu einem gewissen Grad Computerspiele, und damit viele der populärsten Erzählformen des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Fehlen einschlägiger Forschung gründet einerseits auf die technischen Herausforderungen digitaler Bildanalyse, andererseits auf den Fokus auf qualitative und ideologiekritische Zugänge in großen Teilen der Medien- und Kulturwissenschaft. Auf Basis eines Corpus von 138 graphischen Romanen (Comicbüchern in Romanlänge) stellt unser Vortrag eine Methode zur automatischen Genre- und Autorunterscheidung vor. Weiters erörtern wir die Herausforderungen stilometrischer Methoden für Erzählformen, die Text und Bild kombinieren, und diskutieren abschließend die potenzielle Übertragbarkeit des vorgestellten Zugangs auf andere Medien. urn:cts:dhd:2018.dunst_alexander_hin_zu_einer_visuellen_stilometrie_automati:1.4.1 In diesem Vortrag haben wir automatische Bildanalysen vorgestellt, die stilometrische Unterscheidungen zwischen Genres und Autoren auf den Bereich visueller Erzählungen übertragen. Dazu ist anzumerken, dass sich dieser Zugang in einem experimentellen Stadium befindet. So werden wir demnächst zusätzliche visuelle Maße zu den hier verwendeten erproben. In einem ersten Schritt ist dabei an Farbigkeitsmaße gedacht. Die Datenbasis wird mit Fortschreiten der Retrodigitalisierung unseres Corpus auf rund 250 Werke erweitert. Bei den Genreunterscheidungen hat sich die relativ aufwändige Berechnung der internen Entwicklung eines Werkes als wenig aussagekräftig herausgestellt. Allerdings fließt diese bei den Autorenunterscheidungen in die PCA ein. Auch die Genrekategorien bedürfen einer weiteren Verfeinerung: bei Versuchen, die interne Kohärenz der Genres zu berechnen (Distanzmaße vom Zentroiden eines Clusters) hat sich die Sammelkategorie Graphic Fantasy als weniger kohärent als eine zufällige Vergleichsgruppe herausgestellt. Hier sollten bei neuerlichen Berechnungen Subgenres wie Superheldennarrative herangezogen werden. Als graphische Kunstwerke, die von Hand gezeichnet werden, unterscheiden sich Comics deutlich von Filmen, Fernsehserien, aber auch von Computerspielen. Dennoch birgt die hier präsentierte Methode unserer Meinung nach Potenzial für diese Medien, da Fragen zur Stilistik von Genre und Autorschaft auch dort eine Rolle spielen. So könnte etwa erforscht werden, ob sich das Genre des Film Noir tatächlich stilistische Kohärenz aufweist, oder ob sich komplexe Qualitätsserien wie The Wire oder The Sopranos visuell von anderen TV-Erzählungen unterscheiden. urn:cts:dhd:2016.workshops.001:1.1.1 Die Entwicklung digitaler Medien und die daraus resultierenden Chancen für eine Weiterentwicklung computergestützter Verfahren zeitigt weitreichende Folgen auch für die musikwissenschaftliche Grundlagenforschung. Die philologisch arbeitenden Disziplinen profitieren ungemein von den Digitalisierungsvorhaben in Bibliotheken oder haben selbst an solchen Vorhaben ihren Anteil. Und sie haben starke gemeinsame Interessen: Neben Tools zur digitalen Edition sind dies vor allem Schreiber-Erkennung, Papier- und Wasserzeichenforschung sowie Provenienzrecherchen. Das Interesse, über Standards zu diskutieren und die Grundlagen für gemeinsame digitale Standards weiterzuentwickeln ist bei Editionsvorhaben genauso vorhanden wie bei Bibliotheken. Derzeit bereits gegebene Vernetzungsmöglichkeiten werden genutzt und sollten weiter ausgebaut werden; ein Beispiel dafür ist eine übergeordnete Forschungsinfrastruktur, wie sie etwa in Bezug auf Papierforschung das Wasserzeichen-Informationssystem und die Papierhistorischen Sammlungen der DNB zur Verfügung stellen. urn:cts:dhd:2016.workshops.001:1.1.8 Hier nun sollen Erfahrungen, Perspektiven und Wünsche anderer und eventuell vergleichbarer Datenbanken oder Digitalisierungsprojekte einbezogen werden. urn:cts:dhd:2016.workshops.001:1.2.1.2 Provenienz-Forschung (Dokumentation historischer Musiksammlungen, Digitalisierung von Besitz- oder Auktionskatalogen, Geo-Referenzierung etc. urn:cts:dhd:2025.geiger_jonathan_das_dalia_interchange_format_eine_metadate:2.1.1.10 Schüller, Katharina, Paulina Busch und Carina Hindinger . 2019. “Future Skills: Ein Framework für Data Literacy.” Hochschulforum Digitalisierung 47. DOI: 10.5281/zenodo.3349865. urn:cts:dhd:2020.kunze_kristina_digitalisierung_und_erschliessung_arkaner_quel:1.1 Das Projekt Virtuelles Archiv „Sachsen und das östliche Europa“ – Erschließung arkaner Quellen für die Osteuropaforschung beschäftigt sich mit der Digitalisierung und Erschließung zweier spezieller Quellengattungen, Dia-Kleinbild und Film. Dabei ist es Teil des sächsischen Verbundprojektes „Virtuelle Archive für die geisteswissenschaftliche Forschung“ welches sich dem Thema digitaler Archive von unterschiedlichen Standpunkten aus annähert. Ziel des Projektes am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) ist es, die Sammlungen für die Forschung zugänglich zu machen und die erarbeiteten Workflows in einem Best-Practice Leitfaden zu dokumentieren. Anhand der zwei sehr unterschiedlichen Quellengattungen sollen Fragen zur Nutzung geeigneter Metadatenstandards, Möglichkeiten der Präsentation der Quellen, Eignung digitale Methoden zur Beantwortung von Forschungsfragen, sowie zur Schaffung nachhaltiger Strukturen für ähnliche Projekte beantwortet werden. Die Ergebnisse und erarbeiteten Workflows sollen auf dem Poster präsentiert und zur Diskussion gestellt werden. urn:cts:dhd:2020.kunze_kristina_digitalisierung_und_erschliessung_arkaner_quel:1.2 Im Projekt wird die Dia-Sammlung aus dem Nachlass desPrähistorikers und Archäologen Joachim Herrmann digitalisiert underschlossen. Auf Basis einer bereits im Projekt erstellten Übersichtüber den Bestand von ca. 5400 Dias werden die Digitalisate mitMetadaten versehen. Die Auswahl geeigneter Standards stellte sichallerdings als nicht trivial heraus. Die Vielzahl an Standards, dieAbhängigkeit von der genutzten Software und den darin unterstütztenStandards sowie begrenzte Nutzungsrechte für die Sammlung erschwertendiese. Als Anhaltspunkt für die Digitalisierung wurden dieDFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ (Deutsche Forschungsgemeinschaft2016) herangezogen sowie weitere Checklisten (u.a. Wendel undETH-Bibliothek). Hinsichtlich der Nutzung von Normdaten konnte sich imVerbundprojekt auf die GND Daten zu Personen und Orten geeinigtwerden, mit dem Ziel die Teilprojekte über diese Normdaten mithilfedes Beacon Service miteinander zuverknüpfen. Bei den Dias wurden vor allem Normdaten zu Geografika undspeziellen Kulturerbestätten verwendet, da es sich vorwiegend umFotografien von Ausgrabungsstätten handelt. Um die Wahl einergeeigneten Software zur Präsentation der Digitalisate flexibel zubleiben, wurden die Metadaten bisher nur in .csv Dateien und alsIPTC ,EXIF und XMP Daten direkt im Bild abgespeichert. Die im Bild enthaltenen Metadaten können so später direkt ausgelesen, weiterverarbeitet und bei Bedarf in andere Formate übertragen werden. Die Digitalisierung der Dias ermöglicht die Zugänglichmachung der Fotografien für Forscher, die letztendlich die Relevanz dieser Sammlung erst bewerten können. Dafür ist es weiterhin notwendig die Digitalisate mit weiteren Metadaten anzureichern. Zwar gibt es auf einem Großteil der Diarahmen Beschriftungen zur jeweiligen Abbildung, diese müssten jedoch noch mit aussagekräftigen Schlagworten ergänzt werden. Eine Idee dafür ist die Einbindung der Diasammlung in die Lehre und die Erarbeitung eines Thesaurus zur Verschlagwortung in einem Seminar. Außerdem sollen über die Orte/Geografika weitere Daten durch Abfrage von Wikidata zu den Dias ergänzt werden um diese beispielsweise auf einer Karte anzeigen zu lassen. urn:cts:dhd:2020.kunze_kristina_digitalisierung_und_erschliessung_arkaner_quel:2.2.1.1 Deutsche Forschungsgemeinschaft (2016): DFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ [12/16]: https://www.dfg.de/formulare/12_151/12_151_de.pdf [letzter Zugriff 16.12.2019] urn:cts:dhd:2020.kunze_kristina_digitalisierung_und_erschliessung_arkaner_quel:2.2.1.2 ETH-Bibliothek DigiCenter (2016): Best Practices Digitalisierung, Version 1.1: https://www.library.ethz.ch/de/ms/DigiCenter/Best-Practices-Digitalisierung [letzter Zugriff 16.12.2019] urn:cts:dhd:2020.kunze_kristina_digitalisierung_und_erschliessung_arkaner_quel:2.2.1.3 Wendel, Klaus (2013): „Checkliste“ zur Bewertung von Angeboten zur Digitalisierung von Kulturgut, Version 1.1: https://www.digis-berlin.de/wp-content/uploads/2016/07/Checkliste_Digitalisierung_v1.1.pdf [letzter Zugriff 16.12.2019] urn:cts:dhd:2022.gerstenberg_annette_die_sprache_der_erinnerung_analysieren:1.2.5 Im ersten Block des Workshops widmen sich drei Impulsreferate diesen Koordinaten des Themas. Zuerst wird thesenartig entwickelt, welche Implikationen die Digitalisierung für die Auswertung des Quellentyps Oral-History-Interviews hat (Almut Leh). Daran anschließend wird das Projekt Oral-History.Digital vorgestellt, das verschiedene Interviewbestände in einer webbasierten Erschließungs- und Forschungsumgebung verbindet und damit sammlungsübergreifende und vergleichende Zugänge ermöglicht (Cord Pagenstecher). Mit dem Interesse, die sprachliche Konstruktion der Erinnerung auszuloten, werden darauf aufbauend linguistische Fragerichtungen der Pragmatik und Semantik entwickelt, die sich auf Oral-History-Interviews anwenden lassen (Annette Gerstenberg). urn:cts:dhd:2025.kunzmann_markus_vom_digitalisat_zur_ressource_der_workflow_:1.4 Im Projekt „DWA Österreich Pilotstudie“ (Kunzmann 2023) wurde eine Volltexterschließung hinsichtlich ihrer Machbarkeit untersucht. Das Pilotprojekt wurde 2022/2023 am Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage (ACDH-CH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Zusammenarbeit mit der Universität Wien und dem Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas (DSA) der Universität Marburg durchgeführt. Dabei wurde ein Digitalisierungs-Workflow erarbeitet und auf der Grundlage von 200 Bögen aus dem Gebiet des heutigen Österreich getestet. Der Workflow umfasst in erster Linie die Schritte der Vorbereitung der Digitalisate für die automatische Transkription in Transkribus, die Korrektur der Ergebnisse zur Schaffung eines Ground-Truth-Datenbestandes sowie den automatischen Export in XML/TEI zur weiteren Nutzung der Ergebnisse. Hierfür bietet die Plattform auch die Möglichkeit, Dokumente sowohl mit Struktur- als auch Text-Tags zu versehen Anwendungsseitig wird die Character Error Rate (CER) bzw. die Word Error Rate (WER) jeweils auf das Trainingsset selbst oder ein eigenes Validierungsset angeboten. urn:cts:dhd:2025.kunzmann_markus_vom_digitalisat_zur_ressource_der_workflow_:1.5 Das Poster soll die einzelnen Bearbeitungsschritte des Digitalisierungsworkflows sowie die weitere Verarbeitung und Nutzung der Daten umfassen. Ein wesentlicher Bestandteil soll auch die Gegenüberstellung des zeitlichen Aufwands von manueller Transkription, automatischer Transkription auf der Grundlage bereits vorhandener HTR-Modelle sowie die Anwendung quellenspezifischer HTR-Modelle bilden. Dabei soll insbesondere der Ressourcenaufwand zum Aufbau solcher Modelle kritisch beleuchtet werden. Die Verarbeitung profitiert einerseits von der Einheitlichkeit des Aufbaus der Quelldokumente, andererseits sind sie im Hinblick auf das Schriftbild und den Inhalt äußerst heterogen, was den praktikablen Einsatz bereits vorhandener größerer Texterkennungsmodelle ausschließt. Diesbezüglich soll auch diskutiert werden, welche Einschränkungen die CER als Kennzahl für die Güte eines HTR-Modells mit sich bringt. urn:cts:dhd:2020.hessbrueggen_walter_stefan_positivismus_der_geistigen_gegenst:1.5.4 Ich habe eingangs behauptet, dass ein positivistisches Verständnis der digital humanities neue Spielräume eröffnen würde. Hierfür wäre auf dem Hintergrund des Gesagten wie folgt zu argumentieren: Die digital humanities operieren mit Gegenständen, die bereits als das Resultat einer Formalisierung, nämlich der Digitalisierung, anzusehen sind. Nur in diesem Sinne formalisierte Gegenstände können nämlich weiter durch rechnende Transformationen untersucht werden. Gegenstand der DH ist also das digitale Objekt. Transformationen von digitalen Objekten sind intersubjektiv nachvollziehbar und gehören damit unfraglich in den von Carnap umrissenen Bereich der Wissenschaft, die ‚intersubjektive Welt‘. Damit ist der Bereich dessen, was in den DH nach Carnap Wissenschaft sein kann, jedoch noch nicht erschöpft. Subjektive Aussagen müssen nicht aus dem Bereich der Wissenschaft entfernt werden. Sie müssen nur explizit als solche ausgewiesen werden. Gerade positivistische digitale Geisteswissenschaftler müssen also nicht ‚am digitalen Buchstaben kleben‘. Sie sind allerdings gezwungen, die nicht durch Daten selbst ausgewiesenen Aussagen explizit als solche zu kennzeichnen. Diese Form der methodischen Selbstreflexion macht es möglich, sich mit anderen über den Bereich des Subjektiven streitbar auseinanderzusetzen. Hierin, so meine ich, liegt der methodologische Gewinn der digitalen Geisteswissenschaften für die Geisteswissenschaften als ganze, wenn wir digitale Geisteswissenschaft im hier entwickelten Sinn als positivistische auffassen. urn:cts:dhd:2022.doering_marten_grenz_berschreitendes_textmining_von_historisc:1.1.3 1. Dokumenten-Silos: Portale für digitalisierte Zeitungen bieten aufgrund rechtlicher Restriktionen und digitalisierungspolitischer Zwänge zwangsläufig unvollständige, nicht repräsentative Sammlungen, die einer automatisierten Verarbeitung in unterschiedlicher Qualität unterzogen wurden. urn:cts:dhd:2020.kraft_anneli_das_gute_glas_glasgestaltung_im_zeitalter_der:2.1 Hitchcocks „Suspicion“ (Verdacht) ist eines der filmischen Meisterwerke zum selben Grundthema. Einer der Höhepunkte ist die Szene, in der Johnnie, gespielt von Cary Grant, seiner Frau Lina (Joan Fontaine) ein Glas mit vergifteter Milch bringt, das szenisch inszeniert und von innen beleuchtet ist. (Jacobi 2014) Wissenschaftliche Kommunikations-Infrastruktur CIDOC CRM (CIDOC conceptual reference model) bietet eine erweiterbare Ontologie für Begriffe und Informationen im Bereich des kulturellen Erbes, als Norm für einen kontrollierten Austausch von Daten. Ontologien (Informatik) sind meist sprachlich gefasste und formal geordnete Darstellungen einer Menge von Begrifflichkeiten und der zwischen ihnen bestehenden Beziehungen in einem bestimmten Gegenstandsbereich, eine Art Schlagwortsystem. Repositorien (lat. Lager) sind im allgemeinen Verständnis gut sortierte und verwaltete Speicherorte für digitale Forschungsdaten, welche entweder öffentlich oder in den meisten Fällen einem beschränkten Nutzerkreis zur Verfügung stehen. In der Regel werden damit Forschungsdaten zugänglich gemacht und im besten Fall auch die Infrastruktur geboten, die eine Langzeitarchivierung der Daten sicherstellt. SPECTRUM ist der britische Dokumentationsstandard für Museumsobjekte ( The UK Museum Documentation Standard). Online unter: http://museumswesen.smwk.sachsen.de/download/spectrum-de-3-1_21-1-2013.pdf , [Stand: 05.07.2019] Eine Verlinkung kann beispielsweise zu Wikidata, Getty oder der GND erfolgen, sie ist aber nicht vorher festgelegt. Die digitalen Geisteswissenschaften versuchen über die Interessen an einem Fachgebiet hinaus Prozesse der Gewinnung und Vermittlung neuen Wissens unter den Bedingungen einer digitalen Arbeits- und Medienwelt weiter zu entwickeln. Dazu forschen und lehren sie z.B. im Bereich der Digitalisierung des Wissens und des kulturellen Erbes, der Anwendung und Weiterentwicklung von Werkzeugen, der Operationalisierung und Beantwortung von Forschungsfragen und der Reflexion über die methodischen und theoretischen Grundlagen der Geisteswissenschaften in einer digitalen Welt. (Sahle 2011: 4) urn:cts:dhd:2018.blessing_andre_nlp_meets_regnlp_meets_regesta_imperii:1.6 Methoden aus der Computerlinguistik helfen diesen manuell sehr aufwendigen Grapherweiterungsschritt semi-automatisch durchzuführen. Dazu werden im ersten Schritt alle Regesten mit einer auf der Clarin-D Infrastruktur basierenden Sprachverarbeitungs-Pipeline (Malow 2012) maschinell verarbeitet: Auflösung von Abkürzungen, Tokenisierung, Part-of-Speech Tagging, Parsing und Entitätenerkennung. Im zweiten Schritt werden die Texte der einzelnen Regesten in einer interaktiven Webanwendung ausgewertet. Für jedes Regest werden alle Registereinträge (Personen, Orte, usw.), die während der Digitalisierung manuell mit Regesten verbunden wurden, angezeigt. Abbildung 2 stellt rechts den Regestentext und links alle verbundenen Registereinträge dar. In den Ausgangsdaten ist nicht gespeichert wie die Regeistereinträge im Text erwähnt werden, z.B. dass sich „der Stadt“ im Text auf den Eintrag „Aachen“ bezieht. Unsere Anwendung ermöglicht es hingegen jede im Text erkannte Entität mit den Registereinträgen per einfachem Mausklick zu verbinden. Mittels dieses Verfahrens konnten bereits ca. 4000 Registereinträge mit passenden Textstellen verbunden werden. urn:cts:dhd:2016.posters.053:2.1 Das Projekt „travel!digital. Exploring People and Monuments in Baedeker Guidebooks (1875–1914)” wird im Rahmen der Plattform Digital Humanities Austria gefördert. Dominique Maingueneau (2014: 437) nennt Reiseführer explizit als Vertreter sogenannter Diskursgenres , „[…] das heißt, soziohistorisch variierende Kommunikationsdispositive“. Gründe dafür finden sich u. a. darin, dass die Textwissenschaften in der Vergangenheit stets der Reiseliteratur den Vorrang gegenüber den Gebrauchstextsorten eingeräumt haben. Koshar, der das Fehlen einer allgemeinen Geschichte des Genres beklagt, verweist auf den schlechten Ruf der Reiseführer und bringt dies u. a. damit in Zusammenhang, dass die Textsorte äußerst variabel und daher konzeptuell schwer fassbar ist (Koshar 2000: 15-16). Eine Einschätzung, die eineinhalb Jahrzehnte später noch immer zutreffend ist. Als erwähnenswerte Ausnahme sei die Arbeit von Sabine Müller (2012) genannt. Dass die digitalen Geisteswissenschaften bisher kaum zur Verbesserung der Lage beigetragen haben, hängt vermutlich damit zusammen, dass die (Retro-)Digitalisierung der komplex strukturierten historischen Bände sehr aufwändig ist. Derzeit stehen wenige exemplarische Analysen kleiner analoger Korpora mit Fokus auf entweder Textsortenmerkmalen (vgl. Gorsemann 1995; Pretzel 1995; Ramm 2000; Mittl 2007) oder der Entwicklung einzelner Regionen (Gorsemann 1995: Island; Pretzel 1995: Rheinland; Forschungsgruppe Tüschau 16 1998: Polen; Epelde 2004: Indien; Bock 2010: Rheinland), noch wenigeren computerlinguistischen Arbeiten gegenüber. Die letzteren basieren zwar auf umfangreicheren digitalen Datenmengen, nachdem jedoch ausschließlich rezentes Material herangezogen wird, bleiben historische Aspekte unberücksichtigt (vgl. Neumann 2003; Lam 2007; Gandin 2013, 2014). Für die breite Untersuchung kultureller Narrative war es naheliegend, Reiseführer zu außereuropäischen Destinationen in das Korpus aufzunehmen. Es war Fritz Baedeker, dritter Sohn des Verlagsgründers Karl Baedeker und seit 1869 Leiter des Hauses, der das Verlagsprogramm um außereuropäische Titel erweiterte: Palästina und Syrien (1875), Unter- (1877) und Ober-Ägypten (1891), Nordamerika und Mexiko (1893), Konstantinopel und Kleinasien (1905), die afrikanische Mittelmeerküste (1909) und Indien und Ceylon (1914). Die strukturelle und deskriptive XML-Annotation nach TEI-Richtlinien (Version P5) konnte bereits für das gesamte Korpus abgeschlossen werden. Aktuell befindet sich der OpenSKOS Editor in Überarbeitung. Die neue um SKOS-XL Komponenten erweiterte Version soll mit Jahresende zur Verfügung stehen. Unterschieden werden: Kapelle, Kirche, Kloster, Mausoleum, Friedhof, Bildungs- und Wissenschaftseinrichtung, Gesundheits- und Sporteinrichtung, Museum, Sammlung, Palast, Theater, Industriebau, Inneneinrichtung, Verkehrsbau, Ensemble, Park. Unterschieden werden: Denkmal, Skulptur, Gemälde, anderes Kunstwerk, Sammlung. Die Applikation basiert auf der corpus_shell (Ďurčo et al.), einem modularen Framework für die Publikation von Sprachressourcen. Zum FCS / SRU-Protokoll siehe CLARIN ERIC sowie Stehouwer et al. 2012. urn:cts:dhd:2018.du_keli_sentimentanalyse_in_unstrukturierten_texten_am_bsp_:1.1.1 Die fortschreitende Retrodigitalisierung von Kulturzeitschriften und anderen Publikationsformen mit literaturkritischen Inhalten eröffnet der literaturgeschichtlichen Rezeptionsanalyse die Möglichkeit, mit historisch repräsentativen Korpora zu arbeiten. Dabei stellt sich jedoch das Problem, dass insbesondere Zeitschriftendigitalisate in der Regel nicht als edierte Texte von standardisierter Qualität vorliegen, sondern mit ‘schmutzigen Texten’, also Texten mit fehlerhafter OCR und ohne linguistische Strukturierung gearbeitet werden muss. Wir wollen im Rahmen des Themas “Kritik der digitalen Vernunft” einen konstruktiven Umgang mit diesem Problem vorstellen. Wir unterscheiden dazu grundsätzlich zwei Zielperspektiven: urn:cts:dhd:2022.leyrer_katharina_doctoral_consortium_katharina_leyrer:1.1.2 Dabei stehen vor allem Suchmaschinen und Soziale Netzwerk-Seiten in der Kritik. Als Informationsintermediäre vermitteln sie zwischen den Produzierenden und den Rezipierenden von Inhalten, indem sie Informationen auswählen und gewichten. Dies bietet Nutzer*innen einerseits Orientierung in der Informationsfülle, nimmt andererseits aber Einfluss auf die Inhalte, aus denen Nutzer*innen auswählen können (Jürgens & Stark 2017). In der Diskussion wird dabei oft ausgeklammert, dass die Vorauswahl von Information durch Intermediäre kein Phänomen der Digitalisierung ist, sondern ebenso durch traditionelle Intermediäre wie publizistische Medienangebote, Verlage, Buchhandlungen oder Bibliotheken vorgenommen wird (Hagenhoff 2017). urn:cts:dhd:2022.leyrer_katharina_doctoral_consortium_katharina_leyrer:1.4.4.1 Schließlich wird untersucht, wie sich die Digitalisierung auf die Autonomie und die Position der Nutzer*innen von Informationsintermediären auswirkt. Auf Basis der Network Gatekeeping Theorie von Barzilai-Nahon (2008) wird für jeden Intermediärs-Typ untersucht, welche Beziehung der*die Nutzer*in ( Gated ) zum Intermediär ( Gatekeeper ) hat. Die Position der Gated gegenüber dem Gatekeeper wird dabei anhand von vier Attributen beschrieben: politische Macht, Informationsproduktion, Beziehung zum Gatekeeper und Alternativen. Anhand der Ausprägung dieser vier Attribute wird verglichen, wie sich die Position der Nutzer*innen bei traditionellen und Internet-Gatekeepern unterscheidet. urn:cts:dhd:2022.leyrer_katharina_doctoral_consortium_katharina_leyrer:1.5.1 Ziel der Arbeit ist es, eine systematische empirische Analyse als Beitrag zur Debatte um die Informationsauswahl und die Nutzer*innen-Autonomie im Kontext von Internet-Informationsintermediären zu leisten. Erste Ergebnisse zeigen beispielsweise, dass sich die Position der Nutzer*innen gegenüber Informationsintermediären durch die Digitalisierung zwar verändert, aber nicht verschlechtert hat. urn:cts:dhd:2020.wehner_maximilian_ocr4all_eine_semi_automatische_open_sour:1.4.5 Christian Reul ist Kommissarischer Leiter der Digitalisierungseinheit des Zentrums für Philologie und Digitalität „Kallimachos“ der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind die OCR auf historischem Material sowie die Entwicklung von OCR-Software. urn:cts:dhd:2016.vortraege.007:1.8 Die Ursache kann drucktechnisch bedingt in den Buchausgaben liegen, in denen Sprechernamen abgekürzt werden, um Platz und Papier zu sparen, es können auch schlicht Fehler im Satz auftauchen und eine weitere Fehlerquelle kann der Digitalisierungsprozess sein. In all diesen Fällen ist die Korrekturaufgabe denkbar simpel: man muss jene Sprecher zusammenführen, bei denen es sich offensichtlich um die gleiche Person handelt. Getreu der Buchausgaben handelt es sich dabei nicht um Fehler, das Encoding muss hier schlicht um semantische Information erweitert werden, wie es das Attribute who in den TEI Guidelines vorsieht. Dazu zählen auch Fälle, in denen das Markup innerhalb des TextGrid-Korpus fehlerhaft ist. Das betrifft leere speaker-Elemente, solche, in denen noch Teile der Bühnenanweisung mit einfließen und auch jene, die noch ein leeres Element stellvertretend für zum Beispiel einen Seitenumbruch beinhalten und dadurch als Auswertung des Inhaltes von tei:speaker ein Leerzeichen voran steht. urn:cts:dhd:2017.vortrag.goede:1.1 Der hier vorgestellte Workflow für die Digitalisierung und Integration bibliographischer Informationen ist Teil des Forschungsprojektes Niklas Luhmann - Theorie als Passion. Wissenschaftliche Erschließung und Edition des Nachlasses . Das Langzeitvorhaben (2015-2030) an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem Cologne Center for eHumanities (CCeH) wird im Akademienprogramm durch die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaft und der Künste gefördert. Weitere Kooperationspartner sind das Archiv und die Bibliothek der Universität Bielefeld. 1 urn:cts:dhd:2017.vortrag.goede:1.2 Ziel des Gesamtprojektes ist die Sicherung, Digitalisierung, Erschließung, werkgenetische Erforschung und teilweise Edition des wissenschaftlichen Nachlasses Niklas Luhmanns. Zu diesem Zweck werden die bewahrenswerten Teile des Nachlasses (Manuskripte, Zettelkasten, Korrespondenz, Bibliothek etc.) zunächst archivarisch gesichert und in den Teilen, die wissenschaftlich erschlossen werden sollen, digitalisiert, sowie für die weitere Bearbeitung bereitgestellt. Die daran anschließende Edition will den Luhmannschen Nachlass als geistesgeschichtliches Dokument der wissenschaftlichen Forschung sowie der interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen. Sie bildet dadurch zugleich die Grundlage für die Entwicklung einer kritisch gesicherten infrastrukturellen Wissensressource, auf welche die interdisziplinäre und internationale Forschung zur und mit der Theorie Luhmanns zukünftig zurückgreifen kann. urn:cts:dhd:2018.schilz_andrea_exakt_historisch_im_digitalen_versu:2.1.1.9 Klawitter, Jana / Lobin, Henning / Schmidt Torben (2012): „Kulturwissenschaftliche Forschung – Einflüsse von Digitalisierung und Internet“, in: Diess. (eds.): Kulturwissenschaften digital. Neue Forschungsfragen und Methoden. Frankfurt am Main: Campus Verlag 9-29 urn:cts:dhd:2018.schilz_andrea_exakt_historisch_im_digitalen_versu:2.1.1.17 Rehbein, >Malte (2015): Forum: „Digitalisierung braucht Historiker/innen, die sie beherrschen, nicht beherrscht“, in: H-Soz-Kult, 27.11.2015 http://www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-2905 [letzter Zugriff 11. September 2017]. urn:cts:dhd:2018.schilz_andrea_exakt_historisch_im_digitalen_versu:2.1.1.19 Schaller, Martin (2015): „Arbeiten mit digitalisierten Quellen. Herausforderungen und Chancen“, in: Schmale, Wolfgang (ed.): Digital humanities. Praktiken der Digitalisierung, der Dissemination und der Selbstreflexivität. Stuttgart: Steiner 15-30 urn:cts:dhd:2019.tuerkoglu_enes_vom_digitalisat_zum_kontextualisat_einige_ge:1.2 Zu den Schätzen der Sammlung zählt ein Bestand türkischer Schattentheaterfiguren, in denen ein künstlerisches Spektakel ruht, welches die reglosen Figuren nur erahnen lassen können – die mit ihnen verbundene Spielpraxis bleibt abwesend. Das Vorhaben einer Digitalisierung dieser Bestände, die die Figuren lediglich in leblose Abbilder auf einem Bildschirm übersetzt, greift hier zu kurz. Vielmehr ist die Untersuchung der den Figuren innewohnenden Bewegungsmöglichkeiten unmittelbar forschungsrelevant und ermöglicht Erkenntnisse darüber, wie die Handlungsmöglichkeiten der Figuren die theatralen und narrativen Praktiken des türkischen Schattentheaters als Ganzes bestimmen. urn:cts:dhd:2019.tuerkoglu_enes_vom_digitalisat_zum_kontextualisat_einige_ge:1.3 Es gilt demnach eine Form von Digitalisierung und Bereitstellung auszuarbeiten, die der mit den Objekten verbundenen Spielpraxis Rechnung trägt. Als gangbare Lösung hierzu hat sich im Rahmen der laufenden Forschung ein interaktiver Zugang über die Spieleentwicklungsumgebung Unity Engine erwiesen, der die Erforschung der Expressivität der physikalischen Objekte und die Erfahrung ihrer Spielpraxis möglich gemacht hat. Unter anderem wurde auf diese Weise im vorliegenden Projekt die Figur des Frenk erarbeitet. Frenk spielt in den Stücken die Rolle des Frankophilen, des geizigen „Möchtegern-Europäers“, der sich seinen Mitmenschen grundsätzlich überlegen fühlt, und dies auf herabwürdigende und angeberische Art auch beständig kundtut. Diesen antipathischen, und politisch durchaus geladenen, Grundeigenschaften wird aber darüber hinaus auch ein bestimmend komischer Zug verliehen. Die spezifischen Bewegungsmöglichkeiten der Schattenfigur korrelieren mit dieser Charakterisierung, v.a. in der Besonderheit einer unversehens ausklappbaren Hand, welche bspw. Geld verlangen kann. Dieser äußerst komische Effekt lässt sich im Programm deutlich erfahren. Es handelt sich hier also um eine interaktive Kontextualisierung, die sich aber explizit nicht etwa als Umgebung für „Digital Puppetry“ oder als unterhaltsames Spiel mit kulturellem Hintergrund versteht, sondern als Projekt der Digital Humanities. urn:cts:dhd:2019.tuerkoglu_enes_vom_digitalisat_zum_kontextualisat_einige_ge:2.1 https://github.com/enestezi/shadowthing . Für die genaue Darlegung der im Rahmen des Projekts gewonnen Erkenntnisse siehe „das türkische Schattentheater – eine Digitalisierungsversuch“ (Türkoglu 2017b) urn:cts:dhd:2019.tuerkoglu_enes_vom_digitalisat_zum_kontextualisat_einige_ge:2.2.1.1 Ahrndt, Wiebke (2014): Das Digitalisierte Museum – Sammlungen Und Museumsforschung Im Zeitalter Der Digitalisierung . Eröffnungsvortrag „Das Museum von Babel“, Panel „Sammlungen und Museumsforschung“, Senckenberg Museum Frankfurt, http://www.senckenberg.de/files/forschung/projekte/museumvonbabel/babel_ahrndt_neu.pdf [letzter Zugriff 12 Oktober 2018]. urn:cts:dhd:2019.tuerkoglu_enes_vom_digitalisat_zum_kontextualisat_einige_ge:2.2.1.27 Türkoglu, E. (2017b): das türkische Schattentheater – eine Digitalisierungsversuch . doi: http://dx.doi.org/10.7767/muk.1970.16.34.345 [letzter Zugriff 12 Oktober 2018]. urn:cts:dhd:2023.rastinger_nina_c_listen_in_historischen_zeitungen_herausfo:1.7 Erste Ergebnisse dieser Fallstudie demonstrieren, dass Listen in frühneuzeitlichen Zeitungen aufgrund ihrer makrotypographischen Gestaltung (u.a. vermehrte Zwischenüberschriften, Einrückungen) zwar eine Herausforderung für automatische Layoutanalysen bilden, ihnen durch ihre starke Strukturiertheit, ihren diachron konsistenten Aufbau und ihre hohe semantische Dichte aber ein besonderes Potenzial für (semi-)automatische Informationsextraktionsprozesse innewohnt – wodurch ihre Volltextdigitalisierung und korpuslinguistische Untersuchung letztlich auch auf dieser Ebene einen hohen Erkenntnisgewinn verspricht. urn:cts:dhd:2023.mayer_desiree_der_nfdi4culture_helpdesk_ein_beratungsangeb:1.6.1 Der Helpdesk-Service stößt auf gute Resonanz. Seit dem Projektstart von NFDI4Culture zu Jahresbeginn 2021 gingen 230 Anfragen ein (Stand 1.8.2022). Häufig beziehen sich Anfragen auf Aspekte der Projekt- und Workflowplanung bei der Digitalisierung, Erschließung und Sicherung von Beständen, auf rechtliche Themen, den Einsatz von Normdaten oder auf Softwaretools für bestimmte Anwendungskontexte der digital gestützten Forschung. Die überwiegende Anzahl der Anfragen stammte bis jetzt von Forscher:innen, die im institutionellen Kontext Projekte planen oder durchführen. Beachtlich ist aber auch das Interesse aus bestandshaltenden Institutionen und von Service- und Infrastruktureinrichtungen. Auch Anfragen aus Kontexten, die an den Schnittstellen zu anderen geisteswissenschaftlichen Disziplinen liegen, werden gern entgegen genommen. urn:cts:dhd:2018.gius_evelyn_herma_zur_rolle_von_annotationen_in_hermeneutis:2.1.1.4 Koch, Gertraud (Hrsg.). 2017. Digitalisierung Theorien und Konzepte für die empirische Kulturforschung . Köln: Herbert von Halem Verlag. urn:cts:dhd:2018.zirker_angelika_teasys_kollaborative_digitale_annotationen_:1.2 Die Praxis des erklärenden Annotierens, d.h. der Anreicherung eines Textes mit Zusatzinformationen um ihn verständlicher zu machen, wird durch die Digitalisierung grundlegend beeinflusst. Während die Erstellung von annotierten Buch-Editionen vor allem Einzelforschern vorbehalten war (und ist), eröffnen sich durch Digitalität neue Möglichkeiten der Generierung von social knowledge : Viele digitale Editionen bzw. Plattformen (z.B. The Readers‘ Thoreau , Infinite Ulysses , PyncheonWiki, Genius.com ) und Tools (z.B. Annotation Studio, A.nnotate, hypothes.is ) ermöglichen es Lesern, zur Erläuterung von Wörtern und Passagen beizutragen. Dadurch löst sich die Grenze zwischen Leser und Annotierendem auf (Sahle 2013: 177, 258). Gleichzeitig gibt es in einer digitalen Edition keine zeitlichen oder räumlichen Einschränkungen, so dass Annotatoren kontinuierlich neue Informationen zu einer Annotation hinzufügen können. Damit ist Digitalität im Sinne des Tagungsthemas auch der Kritik zu unterziehen. Denn sie kann dazu führen, dass endlose Abhandlungen zu jedem einzelnen Wort eines Textes entstehen, was zu Informationsflut, irrelevanten oder unstrukturierten Informationen und infolgedessen zu einem Qualitätsverlust der digitalen Annotation führen kann. Damit laufen digitale erklärende Annotationen Gefahr, den Nutzer bei seinem Anliegen, einen Text zu verstehen, zu verwirren oder in die Irre zu führen (s. Bauer/Zirker 2017b). urn:cts:dhd:2023.pichler_axel_urheberrechtlich_geschuetzte_texte_nachnutzen_:2.2.1.4 Kleinkopf, Felicitas, Janina Jacke und Markus Gärtner. 2021. “Text- und Data-Mining – Urheberrechtliche Grenzen der Nachnutzung wissenschaftlicher Korpora bei computergestützten Verfahren und digitalen Ressourcen.” MMR Zeitschrift für IT-Recht und Recht der Digitalisierung 24, H. 3: 196–200. DOI: http://dx.doi.org/10.18419/opus-11445 . urn:cts:dhd:2019.andorfer_peter_dhd_2019_book_of_abstracts_hackathon:1.2.2 Neben den wissenschaftsökonomischen und wissenschaftspolitischen Vorteilen digitalen Publizierens eröffnen digitale Formate neue wissenschaftliche Methoden zur Weiterverarbeitung. Diese Potentiale sind sich insbesondere die mit digitalen Quellen und Daten arbeitenden Geisteswissenschaftler*innen bewusst und Formulieren entsprechende Ansprüche an die Digitalisierung und Bereitstellung der Untersuchungsgegenstände, wie etwa Volltexte mit standardisierter Strukturierung und Interoperabilität sowie mit Entitäten und komplexen Strukturmerkmalen angereichert (Klaffki et al. 2018: 19-20). Diese Ansprüche müssten in den Geisteswissenschaften, in der die eigenen Texte in Form einer kritischen Rezeption und Iteration Teil der Informationsquellen sind, auch an die eigene Textproduktion gestellt werden. Folgerichtig lautet die Empfehlung der DHd-AG “Digitales Publizieren”, die semantischen Strukturen zu kodieren, die Dokumente maschinenlesbar und prozessierbar zu machen und PDF nicht als primäres Publikationsformat zu verwenden (DHd-AG 2016). Die TEI-basierten Veröffentlichungen der Digital Humanities Community demonstrieren das Potential der Publikationen als Untersuchungsgegenstand des Faches (Sahle/Henny-Krahmer 2018 und Hannesschläger/Andorfer 2018). Allein die Zusammenführung der strukturierten Datenbasis der Texte mit den vorhandenen Technologien und Methoden neuer Publikationsformate steht häufig noch aus. Diese Lücke adressiert das vorliegende Konzept. urn:cts:dhd:2019.andorfer_peter_dhd_2019_book_of_abstracts_hackathon:2.1 Dies zeigt sich am Beispiel der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZfdG), die als Vorbild für die Zeitschrift Medieval and Early Modern Material Culture Online (MEMO) fungierte. Siehe die Digitalisierungsklassen IV und V für Texte. Die vielgestaltigen TEI-Kodierungen aus den Einreichungen und Transformationen wurden einheitlich angeglichen, dokumentiert auf: https://github.com/GVogeler/DHd2018 . urn:cts:dhd:2019.andorfer_peter_dhd_2019_book_of_abstracts_hackathon:2.2.1.7 Klaffki, Lisa / Schmunk, Stefan / Stäcker Thomas (2018) : “Stand der Kulturgutdigitalisierung in Deutschland. Eine Analyse und Handlungsvorschläge des DARIAH-DE Stakeholdergremiums 'Wissenschaftliche Sammlungen'” , DARIAH-DE Working Papers 26, Göttingen, URN: urn:nbn:de:gbv:7-dariah-2018-1-3 . urn:cts:dhd:2018.resch_claudia_historische_zeitungen_kollaborativ_erschliessen:1.2 Im Zuge des wachsenden Interesses an historischem Zeitungsmaterial in digitaler Form haben Bibliotheken eigene Portale mit Bild-Digitalisaten und Kalenderübersichten eröffnet (vgl. etwa die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen , die Staatsbibliothek zu Berlin , die Universität Bonn oder die Österreichische Nationalbibliothek ) oder stellen ihre Daten Europeana zur Verfügung. Um historische Zeitungen besser durchsuchbar zu machen, wird vereinzelt bereits an der sorgfältigen Volltexterschließung besonderer historischer Zeitungen gearbeitet, vgl. etwa das Projekt „Volltextdigitalisierung der Staats- und Gelehrte[n] Zeitung des Hamburgischen Unpartheyischen Correspondenten und ihrer Vorläufer (1712-1848)“ (Schuster, Wille 2016: 7-29) oder das „Mannheimer Korpus für Historische Zeitungen und Zeitschriften in COSMAS II“ . Internationale Vernetzungsinitiativen machen einerseits auf die Herausforderungen bei der Erschließung historischer Zeitungen aufmerksam (enorme Textmenge, fehlerhafte OCR-Ergebnisse, wenig Trainingsdaten) und lassen andererseits die Entwicklung gemeinsamer Strategien und Standards bei der Aufbereitung erkennen. urn:cts:dhd:2018.resch_claudia_historische_zeitungen_kollaborativ_erschliessen:1.4 Anhand eines laufenden Projektes, das sich der Volltextdigitalisierung ausgewählter Nummern des „Wien[n]erischen Diariums“ aus dem 18. Jahrhundert widmet, sollen all diese Aspekte kritisch hinterfragt und anhand von Beispielen, Erfahrungswerten und Zwischenergebnissen dargestellt werden. Das methodische Konzept, auf dem dieses konkrete Vorhaben beruht, wurde ausgehend von der Überzeugung gestaltet, dass insbesondere bei einer vielseitig nutzbaren Ressource wie dem “Wiennerischen Diarium” die einzelnen Fachdisziplinen und NutzerInnen bereits möglichst früh in den interdisziplinären Erschließungsprozess einzubeziehen sind. Im Vortrag soll darüber berichtet werden, welche Maßnahmen bereits gesetzt wurden, um die Fachwissenschaften zu vernetzen, welche Tools im Projekt entwickelt wurden, um Personen außerhalb des Kernteams zu involvieren, und durch welche digitalen Angebote diese Kollaboration ermöglicht wird und gelingen kann. urn:cts:dhd:2018.resch_claudia_historische_zeitungen_kollaborativ_erschliessen:1.5 Auswahl der Ausgaben: Um ein ausgewogenes Korpus von mehreren hundert Ausgaben verteilt über das 18. Jahrhundert zu erstellen, waren sowohl ExpertInnen mehrerer geisteswissenschaftlicher Disziplinen als auch LeserInnen der heutigen Wiener Zeitung dazu aufgefordert, jene Nummer(n) online zu nominieren, die sie als besonders relevant einstufen würden. Bei der Auswertung dieses Calls hat sich erneut bestätigt, wie breit das Themenspektrum und damit die individuellen Erkenntnisinteressen sind: Nominiert und zur Volltextdigitalisierung empfohlen wurden Ausgaben mit Geburten, Taufen und Sterbefällen bekannter Persönlichkeiten, Geburts- und Namenstage, Krönungen und Erbhuldigungen, kirchliche und weltliche Feste, Ankündigungen, Eröffnungen und Einweihungen sowie die Besuche prominenter Gäste in der Residenzstadt. Errungenschaften im weitesten Sinn – wie die Erklärung der Menschenrechte oder der Beginn der Luftfahrt – waren ebenso in der Auswahl wie das medienimmanente Thema der Herausgeberschaft. Die Ergänzungen, die das Projektteam letztlich vorgenommen hat, betrafen daher weniger die Vielfalt der angesprochenen Themen, sondern waren darauf ausgerichtet, zeitliche Lücken zu füllen. Um das Wien[n]erische Diarium als Korpus in einer kontinuierlich chronologischen Jahresabfolge plausibel dokumentieren zu können, wurden die Nominierungen dahingehend komplettiert, dass sich die Umbrüche und Wendungen in einer Periode sich verändernder politischer, sozialer, wissenschaftlicher und künstlerischer Bedingungen im 18. Jahrhundert, idealerweise auch korpusgestützt nachvollziehen lassen. urn:cts:dhd:2018.resch_claudia_historische_zeitungen_kollaborativ_erschliessen:2.1 Vgl. https://www.suub.uni-bremen.de/ueber-uns/projekte/alte-zeitungen/ [letzter Zugriff 14. Januar 2018] Vgl. http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/ [letzter Zugriff 14. Januar 2018] Vgl. http://digitale-sammlungen.ulb.uni-bonn.de/ulbbnz/date/list/229854 [letzter Zugriff 14. Januar 2018] Vgl. http://anno.onb.ac.at/ [letzter Zugriff 14. Januar 2018] Vgl. http://www.europeana-newspapers.eu/ [letzter Zugriff 14. Januar 2018] Vgl. https://kw.uni-paderborn.de/institut-fuer-germanistik-und-vergleichende-literaturwissenschaft/germanistische-und-allgemeine-sprachwissenschaft/schuster/forschung/projekte/der-hamburgische-unpartheyische-correspondent-volltextdigitalisierung/ [letzter Zugriff 14. Januar 2018] Vgl. http://repos.ids-mannheim.de/mkhz-beschreibung.html [letzter Zugriff 14.01.2018] Vgl. etwa die Einrichtung einer “Special Interest Group Newspapers” bei der TEI-Konferenz 2016 in Wien, das CLARIN-Vernetzungstreffen “Working with Digital Collections of Newspapers” 2016 in Leuven oder das “Transatlantic Digitised Newspaper Symposion” 2017 in London. Das „Wien[n]erische Diarium“ ist am 8. August 1703 erstmals erschienen, als „Wiener Zeitung“ bis heute erhältlich und somit die älteste, noch existierende Tageszeitung der Welt. Insbesondere im 18. Jahrhundert lässt sich die Entwicklung der Zeitung von den Anfängen des modernen Journalismus in einer spannenden Zeit und unter sich verändernden politischen, sozialen und künstlerischen Bedingungen gut nachverfolgen und mitvollziehen. Vgl. http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz [letzter Zugriff 14. Januar 2018] Vgl. https://transkribus.eu/Transkribus/ [letzter Zugriff 14. Januar 2018] Vgl. https://www.oeaw.ac.at/acdh/projects/wienerisches-diarium-digital/ [letzter Zugriff 14. Januar 2018] urn:cts:dhd:2018.resch_claudia_historische_zeitungen_kollaborativ_erschliessen:2.2.1.4 Digitalisierung der vollständigen deutschsprachigen Zeitungsbestände des 17. Jahrhunderts der Staats- und Universitätsbilbiothek Bremen : https://www.suub.uni-bremen.de/ueber-uns/projekte/alte-zeitungen/ [letzter Zugriff 14. Januar 2018] urn:cts:dhd:2018.resch_claudia_historische_zeitungen_kollaborativ_erschliessen:2.2.1.8 Projekt „Volltextdigitalisierung der Staats- und Gelehrte[n] Zeitung des Hamburgischen Unpartheyischen Correspondenten und ihrer Vorläufer (1712-1848) : https://kw.uni-paderborn.de/institut-fuer-germanistik-und-vergleichende-literaturwissenschaft/germanistische-und-allgemeine-sprachwissenschaft/schuster/forschung/projekte/der-hamburgische-unpartheyische-correspondent-volltextdigitalisierung/ [letzter Zugriff 14. Januar 2018] urn:cts:dhd:2019.rissler_pipka_nanette_zeitungen_und_zeitschriften_als_multim:1.1.1 Zeitschriften und Zeitungen aus den verschiedenen historischen Epochen und Ländern werden seit Jahren digitalisiert und der Öffentlichkeit und Forschung zugänglich gemacht. Allein im europäischen Raum gibt es dazu groß angelegte Projekte, die untereinander z.T. eng vernetzt sind (Europeana, ANNO, The British Newspaper Archive, Delpher, Gallica, Hemeroteca digital, ZDB, ZEFYS). Diese Erzeugung neuer Forschungsdaten bzw. das Zugänglichmachen von bisher auf der ganzen Welt verstreuter kultureller Zeitzeugen wirft für sich allein genommen bereits eine Reihe praktischer und theoretischer Fragen auf. Da die meisten Digitalisierungsprojekte von Bibliotheken initiiert werden, herrschen zumindest in der Art und Weise der Erstellung und Verwaltung gewisse Standards vor (DFG 2013). Die Einigung auf ein Dateiformat, in dem die Zeitungen und Zeitschriften präsentiert werden oder welche Zugriffsrechte bestehen, scheint aber dennoch schwierig zu sein. Wenn sich Forschende ein Zeitungs- oder Zeitschriftenkorpus zusammenstellen, dann gehen sie zumeist eine Kooperation mit der besitzenden Bibliothek ein oder verfügen selbst über die Rechte an der Sammlung (vgl. dazu DH-Projekte wie: Oceanic Exchanges, illustrierte magazine, Die Fackel, Chinese Entertainment Newspapers, Chinese Women's Magazines, WeChangEd, Blue Mountain, MJP, MMP, Revistas Culturales 2.0, Journalliteratur, Literatur im Zeitalter der Illustrierten, u.v.m.). Es stellen sich schon bei der Datenerzeugung eine Reihe von Fragen, deren Klärung zu einer vereinfachten Zugänglichkeit der Forschungsdaten und -objekte führen würde (vgl. Panelbeiträge Neudecker, Kampkaspar/Resch). urn:cts:dhd:2019.rissler_pipka_nanette_zeitungen_und_zeitschriften_als_multim:1.1.2 Daneben sind Zeitungen und Zeitschriften als Medien per se multimodal (Igl / Menzel 2016; Fricke 2012) und -medial konzipiert. Sie setzen sich aus Bild-Text-Arrangements zusammen und nutzen verschiedene Modalitäten (Interaktion versch. Codes im selben Medium) zur Kommunikation. Da Zeitungen und Zeitschriften in verschiedene Bereiche untergliedert sind, verlangen sie von Leser*innen einen anderen Lektüremodus als das Buch, der Brief, das Plakat, das Comic oder andere Druckwerke. Dabei können sie aber selbst diese anderen Medien enthalten und abbilden. Gerade die Mischung der Formate und Inhalte zeichnet das Medium aus und definiert Sub-Genres (Tages- oder Wochenzeitung, Sport- oder Kulturzeitschrift). Zusätzlich zur schlichten Menge der Inhalte, kommt normalerweise auch ein Layout, das sich von anderen Druckwerken unterscheidet. Bei Zeitungen sind es zumeist Kolonnen, bei Zeitschriften können es auch buchähnliche Aufteilungen sein, die sich zudem im Laufe der Entwicklung vom 17.-21. Jahrhundert verändern (Rißler-Pipka 2017). All diese Merkmale, die hier nur angerissen werden können, bescheren uns beim Wechsel vom analogen Druckwerk zum Digitalisat eine Reihe von Herausforderungen – sowohl theoretischer als auch technischer Art. Von theoretischer Perspektive aus behaupten wir, historische Brüche und Veränderung anhand multimodaler Wahrnehmung diagnostizieren zu können. Das geht einher mit der von Walter Benjamin beschriebenen technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks (Benjamin 1935-39) und reicht bis zu aktuell kritischen Beobachtungen aus Lateinamerika, die die Rezeption der modernen Presse und Zeitschriften mit der Nutzung digitaler Medien vergleichen (Macciuci 2015: 209). Aus technischer Perspektive stellt sich zum einen das Problem der Texterkennung auf Artikelebene (OCR, NewsEye). Zum anderen gilt es zu überlegen, wie man diese Besonderheiten des Artefakts Zeitung oder Zeitschrift ins digitale Forschungsobjekt überträgt (Drucker 2009: 109; Gooding 2017: 173). Nicht nur die Lesesituation wird eine andere sein, ob das Werk aus Papier im Kaffeehaus gelesen wird oder ob es am Bildschirm digital geblättert oder als XML-Datei dargestellt wird. Auf der anderen Seite gibt es Sorgen um den Verlust der Materialität, der Haptik, der multimodalen Wahrnehmung. Dazu haben sich schon lange vor der Digitalisierung eigene Theorien gebildet (Gumbrecht et al. 1995; Genz / Gévaudan 2016). Niemand möchte ernsthaft ein Äquivalent zum Artefakt finden, aber es sollte auf der anderen Seite die Flexibilität und Interoperabilität bestehen, um sowohl die Anforderungen von FAIR (Wilkinson et al.) als auch diejenigen der Forschung zu erfüllen. Entsprechend der vorgestellten Beiträge sollen gemeinsame Fragen diskutiert werden wie: urn:cts:dhd:2019.rissler_pipka_nanette_zeitungen_und_zeitschriften_als_multim:1.1.3 Die Panelvorträge zeigen verschiedene Seiten aus den Bereichen der Digitalisierung und Bereitstellung (1-2) sowie der späteren Analyse (3-4), um so anhand konkreter Beispiele aus der Praxis die Diskussion anzustoßen. urn:cts:dhd:2019.rissler_pipka_nanette_zeitungen_und_zeitschriften_als_multim:1.2.1.1 Die Zeitungsdigitalisierung wurde in Deutschland im internationalen Vergleich lange Zeit vernachlässigt. Vom DFG-Pilotprojekt zur Digitalisierung historischer Zeitungen wurde 2016 ein Master-Plan vorgelegt, dem neben einer DFG-Ausschreibung zur Massendigitalisierung von Zeitungen auch ein Projekt zur Errichtung eines nationalen Zeitungsportals innerhalb der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) folgte. Das Ziel dieser Initiativen ist es, in den kommenden Jahren eine maßgebliche Erhöhung der digitalisierten Zeitungen in Deutschland und deren zentralen Nachweis für die Forschung zu ermöglichen. In Vorbereitung darauf wurde bereits die Zeitschriftendatenbank (ZDB) überarbeitet und bietet nun forschungsrelevante Mehrwertdienste wie u.a. die Visualisierung von Zeitungsnetzwerken. Aber auch auf europäischer (Europeana Newspapers) und internationaler Ebene finden Bemühungen statt, die zum Ziel haben, Suche und Analyse für digitalisierte Zeitungen über Sprach- und Landesgrenzen hinaus zu vereinfachen. Parallel dazu sind zahlreiche Digital Humanities Projekte entstanden (Oceanic Exchanges, impresso, NewsEye) die mit unterschiedlichen Verfahren und Forschungsdesigns an umfangreichen Zeitungskorpora arbeiten. Die Interoperabilität von Datenmodellen spielt dabei für die Digital Humanities eine ebenso große Rolle wie die Möglichkeit, zusätzliche durch Analyse und Annotation gewonnene Informationen zu vorhandenen Metadaten hinzuzufügen. Andererseits stoßen auch die im Zuge der Digitalisierung entstehenden Metadaten zur Provenienz auf zunehmendes Interesse bei Forschenden. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich die Dynamiken von (Massen-)Digitalisierung und spezifischen Anforderungen der diversen Forschungsvorhaben in Einklang bringen lassen und inwieweit hierbei neue Technologien wie IIIF und das W3C Web Annotation Data Model von Nutzen sein können. urn:cts:dhd:2019.rissler_pipka_nanette_zeitungen_und_zeitschriften_als_multim:1.2.2.1 Wie sich historische Zeitungen vom analogen Druckwerk in digitale Medien überführen lassen, wird derzeit am Beispiel der ältesten, bestehenden Zeitung der Welt, der Wiener Zeitung (im 18. Jahrhundert: Wien(n)erisches Diarium) an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erprobt. Das Projektteam nutzt die Plattform Transkribus, um aus mehreren Hundert historischen (Frakturtext-) Ausgaben, die derzeit im Portal ANNO als Bild-Digitalisate vorliegen, verlässliche Volltexte zu generieren und diese schrittweise online zur Verfügung zu stellen. Am Beispiel des Projekts soll gezeigt werden, wie gemeinsam mit künftigen User*innen im Rahmen der technischen Möglichkeiten eine Benutzeroberfläche entwickelt wird. In diesem Zusammenhang wird das Projektteam seine aktuelle Umfrage unter Forschenden, die mit der Zeitung vertraut sind und häufig mit ihr arbeiten, vorstellen. Denn je konkreter die individuellen Interessen der zukünftigen Zielgruppen am Datenmaterial formuliert sind, desto besser lässt sich einschätzen, worin die Herausforderungen bei der Digitalisierung historischer Zeitungs- und Zeitschriftenbestände in Zukunft liegen (vgl. Gooding 2017: 172). urn:cts:dhd:2019.rissler_pipka_nanette_zeitungen_und_zeitschriften_als_multim:2.1.1.8 Deutsche Forschungsgemeinschaft (2013) : DFG-Praxisregeln 'Digitalisierung' , http://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/programme/lis/praxisregeln_digitalisierung_2013.pdf [letzter Zugriff 31. August 2018] urn:cts:dhd:2019.rissler_pipka_nanette_zeitungen_und_zeitschriften_als_multim:2.1.1.9 DFG Ausschreibung Digitalisierung historischer Zeitungen des deutschen Sprachgebiets vom 22. März 2018: http://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/info_wissenschaft_18_08/index.html [letzter Zugriff 31. August 2018] urn:cts:dhd:2019.rissler_pipka_nanette_zeitungen_und_zeitschriften_als_multim:2.1.1.14 Empfehlungen zur Digitalisierung historischer Zeitungen in Deutschland (Masterplan Zeitungsdigitalisierung) : http://www.zeitschriftendatenbank.de/fileadmin/user_upload/ZDB/z/Masterplan.pdf [letzter Zugriff 31. August 2018] urn:cts:dhd:2016.posters.018:1.2.3 Trotz der fortgeschrittenen Digitalisierung und stabilen Identifizierung von Werktiteln in den Bibliothekssystemen entschieden sich die Herausgeber auch hier, auf den angebotenen Satz von TEI-Regeln zurückzugreifen und eine bibliographische Datenbank aufzubauen. So können Informationen zu den Werken, die in Bibliothekssystemen (noch) nicht enthalten sind, einheitlich angezeigt und eine stabile Referenz garantiert werden. urn:cts:dhd:2016.vortraege.044:1.3.7.1 In diesem Arbeitspaket werden existierende Ressourcen erschlossen, kuratiert und aufbereitet sowie ggf. um neu zu akquirierende und zu erhebende Daten ergänzt. Die dabei erforderlichen Verarbeitungsschritte sind, wie in Abbildung 3 dargestellt, modularisiert. Die Module Digitalisierung, linguistische Modellierung, Annotation / Glossierung und Finalisierung/Integration entsprechen jeweils Aufbereitungsschritten, die abhängig vom Ausgangszustand der einzelnen Ressource für die Integration in den Gesamtbestand erforderlich sind. urn:cts:dhd:2025.luger_robin_:1.1 אָנהאַלטן די ווערטער ist eine born-digital Übersetzung und Archivierung einer jiddischen Zeitung in Form einer annotierten und kontextualisierten digitalen Edition. Ziel dieser Masterarbeit ist die Übersetzung, Digitalisierung und der Erhalt von jiddischen Quellen, welche für weitere Forschungen frei zugänglich verwendet werden können. Die Aufmerksamkeit soll im Zuge dessen auf Minderheitensprachen und dessen unverzichtbaren Wert in der Forschung liegen, und dabei helfen, das jüdische Kulturerbe sicherzustellen. urn:cts:dhd:2019.althof_daniel_standardisierte_medien_ein_paradigmenwechsel_:1.3.1 Was die Digitalisierung für die DH leistet, ist damit vergleichbar mit der Mathematisierung und Formalisierung der Naturwissenschaften (NW) im 19. Jahrhundert. Diese Umwälzung in den NW lässt sich Ideengeschichtlich nachverfolgen in ihrem Siegeszug, der mit der Umstellung vom scholastischen, deduktiven Verfahren auf das experimentelle, induktive Verfahren begann. Die Ablösung des aristotelischen Weltbildes, in dem metaphysische Erwägungen über das Sein und Seiendes im Vordergrund standen, durch ein funktionalistisches und kausales Weltbild ist der Katalysator für eine Formalisierung der Erkenntnis, die nicht durch die Auslegung von Zeichen (und Begriffen) gewonnen wird, sondern auf Freilegung quantifizierbarer Entitäten beruht, deren Verhältnisse sich berechnen lassen. urn:cts:dhd:2019.althof_daniel_standardisierte_medien_ein_paradigmenwechsel_:1.3.2 Was also für die NW die Rückführung der Sachverhalte auf Zahlen war, ist für die GW die Rückführung der Zeichen auf Bits und Bytes, realisiert in multiplen Standards. In der NW ist das Ziel die umfassende Berechenbarkeit . In den DH steht dagegen die Abbildbarkeit im Vordergrund. Die Formalisierung ändert den Modus des Erkennens in den NW vom Verstehen zum Berechnen. Die Digitalisierung ändert den Modus des Erschließens vom Zeichen-Lesen zur Zeichen-Verarbeitung. Hier gilt es im Vortrag die Strukturen genau zu untersuchen und zu vergleichen. urn:cts:dhd:2019.althof_daniel_standardisierte_medien_ein_paradigmenwechsel_:1.3.4 War anfangs festgehalten, dass der Computer zwei wichtige Aspekte eines Mediums vereint, also sowohl Bedeutung zu tragen als auch Bedeutung zu übertragen, so soll am Ende des Vortrages einsichtig gemacht worden sein, dass das digitale Zeichen (als Forschungsgegenstand der GW) über die Standardisierung selbst diese beiden Aspekte vereint. An dieser Stelle soll auch klar werden, dass die Digitalisierung in der Tat trotz aller Unterschiede zur Formalisierung entscheidende Gemeinsamkeiten mit dieser hat. Denn es geht bei der umfassenden Abbildbarkeit von Zeichen zugleich auch um eine automatisierbare (und so berechenbare) Verarbeitung, die keine (äußerliche) Manipulation von Zeichen ist, sondern (immanente) Weiterverarbeitung an Hand einer in den Zeichen selbst liegenden Logik. Das Zeichen wird wie die Zahl zur Sache selbst. Das Zeichen wird in formale Strukturen überführt und tendenziell damit identisch. Insofern es die GW selbst sind, die nun als digitale die Zeichen reproduzieren, annotieren und manipulieren, ereignet sich nun nicht mehr Gegebensein, auf das sich die GW beziehen, sondern das Gegebensein und die Zeichen selbst werden von den GW aktiv gestaltet. Und das ändert das Verständnis und die Richtung geisteswissenschaftlicher Forschung nachhaltig. urn:cts:dhd:2017.vortrag.lange:1.7 Die geschilderte Kombination von Virtualisierung, Middleware-Containern und der feingranularen Zugangsverwaltung ist eine pragmatische Antwort auf das ungelöste Problem des rechtssicheren Zugangs zu schutzwürdigen digitalisierten Archivalien. Sie bietet eine Alternative zur räumlichen Zugangsbeschränkung auf Archivlesesäle. ArCHO soll dazu beitragen, die nachhaltige Nutzbarkeit von Daten, die in Forschungsprojekten erhoben wurden, über Orts- und Disziplingrenzen hinweg zu ermöglichen und damit eines der wesentlichen Versprechen der Digitalisierung in den Geisteswissenschaften einzulösen. urn:cts:dhd:2023.krause_celia_forschungsdateninfrastruktur_als_offene_werksta:1.1.2 Die Frage nach den Alleinstellungsmerkmalen einzelner Disziplinen steht vor allem im Kontext globaler Digitalisierung und Standardisierung von Forschungsprozessen, der Einführung digitaler Curricula sowie aufgrund der zunehmenden Forderung nach Interoperabilität im Raum (Balsinger 2005). Ebenso besteht die Anforderung, durch die Integration „analoger“ und „digitaler“ Aspekte in die Forschung oder die berufliche Praxis neue, „hybride“ Praktiken zu etablieren (Zaagsma 2013). Innerhalb vornehmlich digital arbeitender Fachcommunities stehen außerdem zunehmend generisch einsetzbare Werkzeuge und Methoden im Spannungsfeld mit den speziell auf bestimmte Datendomänen zugeschnittenen Tools. urn:cts:dhd:2020.horstmann_jan_netzwerkanalyse_spielerisch_vermitteln_mit_dra:2.2.1.6 Horstmann, Jan (im Erscheinen): „Textvisualisierung: Epistemik des Bildlichen im Digitalen”, in: Huber, Martin / Krämer, Sybille / Pias, Claus (eds.): Wovon sprechen wir, wenn wir von Digitalisierung sprechen? Gehalte und Revisionen zentraler Begriffe des Digitalen , CompaRe: Fachinformationsdienst Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. urn:cts:dhd:2019.fricke_steyer_henrike_digitales_publizieren_im_spiegel_der_z:1.2 Mit der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften – ZfdG bietet der Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) in Zusammenarbeit mit dem Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) seit 2015 ein Forum zur Präsentation und Diskussion von Forschungsergebnissen im Kontext der Digital Humanities. Die Geisteswissenschaften richten ihr Augenmerk zunehmend auf Fragestellungen, die digitale Möglichkeiten in ihre Überlegungen einbeziehen oder diese vermehrt zum Ausgangspunkt ihrer Forschungen und Projekte machen. Auch lassen sich alte Fragestellungen mit Hilfe digitaler Methoden neu bearbeiten, überprüfen oder auf wesentlich größere Korpora beziehen. Von der Digitalisierung der Primärquellen bis zur Änderung der Publikationskultur und Fachkommunikation unter digitalen Bedingungen reichen die Möglichkeiten, auf denen solche Fragestellungen basieren oder von denen sie ausgehen können. Die Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften – ZfdG versteht sich als Organ, das all diese Entwicklungen disziplinübergreifend begleitet und auch die philosophischen, politischen, sozialen und kulturellen Implikationen und Konsequenzen beleuchtet, die der digitale Wandel mit sich bringt. Sie setzt sich für eine Geisteswissenschaft im digitalen Zeitalter ein, die die entscheidenden Fragen und Themen auf dem Weg zu digitalen Geisteswissenschaften verhandelt und auch kritischen Einwänden in diesem Feld Raum für Debatten bietet. Durch ein klares Bekenntnis zu Open Access sind die Beiträge für alle zugänglich, durch die Verfügbarkeit der Beiträge als XML stehen auch sie als potentielles Quellenmaterial für weitere Forschungen zur Verfügung. urn:cts:dhd:2022.bischoff_eva_berlin_s_australian_archive_eine_virtuelle_for:1.1 Naturkundliches Sammeln ging spätestens seit dem 18. Jahrhundert Hand in Hand mit der Katalogisierung und Kategorisierung entlang wissenschaftlicher Taxonomien (Bennett 2004). Diese besondere Form der Informationsverarbeitung entwickelte unterschiedliche Strategien und bediente sich verschiedener Technologien zur „Inventarisierung der Natur“ (Nadim 2016) sowie der Organisation und Speicherung der ‘im Feld‘ gewonnenen Informationen: Bestandslisten, Zettelkästen, Datenbanken. Lokalisiert in Forschungsinstitutionen und Museen des Globalen Nordens, war der Zugang zu den in ihnen bewahrten Informationen beschränkt auf diejenigen, die physisch Zugang zu diesen Räumen erlangen konnten. Die solcherart entstandenen Wissensbestände bilden bis heute einen wesentlichen Bestandteil des kulturellen, ökonomischen und politischen Kapitals von Sammlungsinstitutionen des Globalen Nordens. Gleichzeitig sind diese Informationsasymmetrien vielfach Gegenstand post- und dekolonialer Kritik (Bennett 2004; Schiebinger 2004, Subramaniam 2014). Oft wird dabei die Forderung nach einer umfassenden Digitalisierung der Verzeichnisse und der Veröffentlichung von Datenbeständen erhoben. Entsprechende Veränderungen der Informationsethik lassen sich u.a. in internationalen Regelwerken wie der Biodiversitätskonvention nachweisen, welche seit 1992 für genetische Ressourcen den rechtlich verbindlichen Rahmen für das sog. „Access and Benefit-Sharing“ setzt. Für das in naturkundlichen Sammlungen archivierte kulturelle Erbe hingegen steckt diese Entwicklung noch in den Kinderschuhen. urn:cts:dhd:2022.horstmann_jan_erinnern_durch_vernetzen_digitale_sammlungsfo:1.1.4 Die Relationierung von Sammlungsdaten ist häufig auch die Vernetzung unterschiedlicher Personen, die an diesen Datenbeständen arbeiten. Ein Netzwerk von Sammlungsdaten ist damit immer auch eine Infrastrukturaufgabe. Projekte, sammlungsführende Gedächtnisinstitutionen, interdisziplinäre Center und ortsübergreifend tätige Verbünde müssen sich nicht nur der Herausforderung stellen, ihre jeweiligen Daten zu erzeugen und in einer weiterbearbeitbaren und Standards entsprechenden Form zugänglich zu machen, sie müssen immer auch die infrastrukturellen Voraussetzungen schaffen oder sich in vorab definierte Infrastrukturen einfinden, um erfolgreich zu arbeiten und verschiedene Ansätze der Sammlungsdigitalisierung, -erschließung und -erforschung zu koordinieren. urn:cts:dhd:2022.horstmann_jan_erinnern_durch_vernetzen_digitale_sammlungsfo:1.1.5 Im Panel werden diese Arbeitsfelder zusammengeführt und treten in einen Dialog. Zur Sprache kommen dabei nicht nur technische, kommunikative und informative Infrastrukturmaßnahmen, wie sie im Digitalen Labor des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) etwa im dort entwickelten Virtuellen Forschungsraum (VFR) ergriffen werden. Die Rede wird auch sein von Möglichkeiten, Besonderheiten und Herausforderungen des vernetzten digitalen Servicemanagements, beispielhaft demonstriert am an der ULB Münster angesiedelten und interdisziplinär agierenden Service Center for Digital Humanities (SCDH). Die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche der digitalen Sammlungsforschung mit ihren je spezifischen Herausforderungen liefern ebenfalls Input: Die Volltextdigitalisierung und Relationierung benannter Entitäten eines handschriftlichen Briefnetzwerks hat sich das Projekt „Dehmel Digital“ an der Universität Hamburg zum Ziel gesetzt. Auch fragen wir, wie die Netzwerkanalyse als Methode der Relationierung von Daten(sätzen) etwa im Zuge von frühneuzeitlichen Bibliotheksrekonstruktionen einen epistemischen Wandel erforschbar und abbildbar machen kann. Schließlich beleuchten wir zwei sich ergänzende Ansätze, digital unterschiedlich (d.h. mit differierenden Metadatenschemata) erschlossene Sammlungen durchsuchbar und erschließbar zu machen. Der Sammlungsübergreifenden Suche liegt ein im Forschungsverbund MWW entwickeltes gemeinsames Metadatenformat zugrunde, in das auch materiell divergierende Sammlungsbestände und digitale Editionen integriert und dadurch übergreifend durchsuchbar gemacht werden können. Einen anderen Ansatz verfolgt das ebenfalls in MWW angesiedelte Projekt des sogenannten Virtuellen Sammlungsraums (VSR): Die Webanwendung soll es durch eine im Hintergrund agierende Graphdatenbank niedrigschwellig und visuell ermöglichen, auf Sammlungsdatenbanken unterschiedlicher Formate zuzugreifen und semantische Relationen zwischen Objekten erschließen bzw. ergänzen zu können. Bei diesem Ansatz bildet kein gemeinsames Metadatenformat die Orchestrierungsschicht zwischen den einzelnen Datensätzen, sondern die jeweiligen digitalen Sammlungen werden in ihrer ursprünglichen Form angesteuert und durch Breiten- und Tiefensuche als Graph erschlossen, ohne dass es zu einem Informationsverlust durch Angleichung unterschiedlicher Schemata käme. urn:cts:dhd:2022.horstmann_jan_erinnern_durch_vernetzen_digitale_sammlungsfo:2.1.1.1 Baillot, Anne (2020): “Digitalisierung und ihre Einflüsse auf den Umgang mit alten wie neuen ,Briefen’ in deutscher wie internationaler Perspektive” in: Matthews-Schlinzig, Marie Isabel / Schuster, Jörg / Steinbrink, Gesa / Strobel, Jochen (eds.): Handbuch Brief: von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Band 1: Interdisziplinarität – systematische Perspektiven – Briefgenres . Berlin / Boston: De Gruyter 387–398. urn:cts:dhd:2020.klaes_jan_sebastian_historische_schulbuecher_als_spielraeume_f:1.1 Schulbücher transportieren gesellschaftliche und staatlich sanktionierte Werte und Normen. Als Quellengattung stellen sie einen vielversprechenden Gegenstand für zahlreiche wissenschaftliche Fragestellungen dar. Schulbücher werden in zahlreichen Bibliotheken gesammelt, aber in den seltensten Fällen werden sie systematisch erschlossen und für die Digitalisierung genießen sie in der Regel keine hohe Priorität. urn:cts:dhd:2020.klaes_jan_sebastian_historische_schulbuecher_als_spielraeume_f:1.2 Im Rahmen der digitalen Schulbuchbibliothek GEI-Digital wurden in den letzten 10 Jahren historische deutsche Schulbücher der Fächer Geschichte, Geographie und Politik, sowie Realien- und (Erst-)Lesebücher von den Anfängen der Schulbuchproduktion im 17. Jahrhundert bis zum Ende des Ersten Weltkriegs digital zugänglich gemacht (Hertling/Klaes 2018). Digitalisiert und integriert wurden dabei sowohl Schulbücher aus den Beständen der Forschungsbibliothek des Georg-Eckert-Instituts – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) als auch Schulbücher aus zahlreichen Partner-Bibliotheken im deutschsprachigen Raum. Die externen Schulbuchbestände wurde dem GEI zum Zwecke der Digitalisierung im Rahmen von Kooperationen leihweise überlassen oder als Fremddigitalisate virtuell in die GEI-Digital-Sammlung integriert. urn:cts:dhd:2020.klaes_jan_sebastian_historische_schulbuecher_als_spielraeume_f:1.4 Die über 1,5 Millionen in GEI-Digital gescannten Seiten wurden zudem einer Optical Character Recognition (OCR) unterzogen und stehen als durchsuchbare Volltexte über eine OAI-PMH-Schnittstelle zur Verfügung. Die Resultate der Volltexterkennung werden im Zuge des Digitalisierungsworkflows im XML-Schema Analyzed Layout and Text Object (ALTO) ausgegeben. urn:cts:dhd:2022.seltmann_melanie_elisabeth_h_mein_liebster_schatz_das_citi:1.1 Gruß & Kuss – Briefe digital. Bürger*innen erhalten Liebesbriefe ist ein innovatives Verbund- sowie Citizen-Science-Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für den Zeitraum von drei Jahren mit Start April 2021 gefördert wird. Es bindet aktiv Bürger*innen in die Digitalisierung und Erforschung von aktuell über 22.000 Liebesbriefen ein. Das Projekt wird durchgeführt von einem Team aus Wissenschaftler*innen unter der gemeinsamen Leitung von Prof. Dr. Andrea Rapp vom Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der Technischen Universität Darmstadt (TUDa), Prof. Dr. Eva L. Wyss vom Institut für Germanistik der Universität Koblenz-Landau (UKL), Prof. Dr. Stefan Schmunk vom Fachgebiet Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Hochschule Darmstadt (h_da) sowie Prof. Dr. Thomas Stäcker, Bibliotheksdirektor der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (ULB) (vgl. Liebesbriefarchiv 2021a). urn:cts:dhd:2019.koenig_mareike_wissenschaftliches_bloggen_mit_de_hypotheses:2.1.1.2 König, Mareike (2015): Herausforderung für unsere Wissenschaftskultur: Weblogs in den Geisteswissenschaften in: Schmale, Wolfgang (ed.): Digital Humanities. Praktiken der Digitalisierung, der Dissemination und der Selbstreflexivität , Stuttgart: Steiner 57-74. urn:cts:dhd:2023.franken_lina_oral_history_auf_dem_weg_zu_big_data_menschlic:1.1 Oral History sieht sich durch die Digitalisierung großen Veränderungen ausgesetzt. Angesichts der digitalen Aufnahmetechnologien stellte sich schon vor Jahren die Frage nach der Archivierung der „born digital“ Quellen. Diese Herausforderung bietet aber auch neue Chancen und Perspektiven: etwa die automatische Spracherkennung digitaler Audiosignale, computergestützte Transkription und die komfortable Suche in Online-Repositorien (Leh 2015, Leh 2018, Gref/Köhler/Leh 2017). In den letzten Jahren konnten große Fortschritte im Bereich der automatischen Spracherkennung gemacht werden, weshalb auch die Zahl digitaler Transkripte deutlich angestiegen ist (Köhler et al. 2019). Mit Oral-History.Digital entsteht zurzeit das größte Portal zur Archivierung und Präsentation lebensgeschichtlicher Interviews in digitaler Form im deutschsprachigen Raum - damit sind auch die historische und qualitative Forschung auf dem Weg in die „Big Data“ (Graham et al. 2015). Um die wachsende Quellenbasis erschließen zu können, bedarf es perspektivisch automatisierter Verfahren, die das klassisch hermeneutische Arbeiten ergänzen. Mit den Digital Humanities haben Verfahren maschinellen Lernens Einzug in die Oral History gehalten, um Texte systematisch inhaltlich zu analysieren. urn:cts:dhd:2016.posters.010:1.1 In dieser Posterpräsentation soll das am Exzellenzcluster Asien und Europa der Universität Heidelberg angesiedelten Projekt Standardisierte Arbeitsabläufe zur Retrodigitalisierung am Fallbeispiel der Grabungsdokumentation Kastell Heidelberg-Neuenheim (RetroDig) vorgestellt werden. Im Rahmen dieses einjährigen (04/2015 - 03/2016) Disziplin übergreifenden Forschungsprojekts entwickelt die JRG Digital Humanites and Digital Cultural Heritage zusammen mit der Heidelberg Research Architecture (HRA) eine Reihe von strikt generischen Komponenten für den Einsatz in einem interdisziplinären Forschungsverbund. urn:cts:dhd:2016.posters.010:1.2 Außeruniversitärer Partner bei diesem Vorhaben ist das Kurpfälzische Museum der Stadt Heidelberg, das eine bisher unpublizierte archäologische Grabungsdokumentation aus den 1970er für einen exemplarischen Retrodigitalisierungs-Workflow bereitstellt. urn:cts:dhd:2018.muenster_sander_stadtgeschichtliche_forschung_und_vermittlung:1.1.1 Historische Fotografien sowie Pläne sind eine wesentliche Quellengrundlage baugeschichtlicher Forschung (Burke, 2003, Paul, 2006, Wohlfeil, 1986, Pérez-Gómez and Pelletier, 1997) und ebenso wie diese zentrale Gegenstände der Digital Humanities (Kwastek, 2014). Im Zuge von Digitalisierungsvorhaben wurden eine Reihe digitaler Bildarchive errichtet und umfangreiche Fotografie- und Planquellen in derartige Repositorien überführt. Dabei stellt sich jedoch nicht nur die Schwierigkeit, für eine Erforschung relevante und aussagekräftige Quellen zu finden und zu identifizieren, sondern auch, diese zu untersuchen, zu kontextualisieren und zu vergleichen sowie die darin beschriebenen historischen Objekte vorstellbar zu machen. Die durch das BMBF geförderte eHumanities-Nachwuchsgruppe HistStadt4D adressiert anhand stadt- und baugeschichtlicher Forschungsfragen und Vermittlungsanliegen zur Historie der Stadt Dresden die Untersuchung und Entwicklung von methodischen und technologischen Ansätzen, umfangreiche Repositorien historischer Medien und Kontextinformationen räumlich dreidimensional sowie zeitlich zusammenzuführen, zu strukturieren und zu annotieren sowie diese für Wissenschaftler und Öffentlichkeit mittels eines 4D-Browsers sowie einer ortsabhängigen Augmented-Reality-Darstellung als Informationsbasis, Forschungswerkzeug und zur Vermittlung geschichtlichen Wissens nutzbar zu machen. Prototypische Datenbasis stellen dabei ca. 30.000 digitalisierte historische Fotografien und Pläne des historischen Dresdens dar. urn:cts:dhd:2022.ahmed_sajawel_linked_open_tafsir_rekonstruktion_der_entste:1.5 Aktueller Stand der Annotationsarbeit und Ausblick: Aktuell haben wir bereits über 30.000 Sätze mit solchen NEs annotieren können, hinzu wird eine weitere solche Menge in der zweiten Phase der Annotation kommen. Zum Abschluss dieser Arbeit werden wir der DH-Fachcommunity den ersten Datensatz überhaupt für die klassische arabische Sprache von solcher Art und Dimension als Open-Source Ressource (Lizenz: CC-BY-4.0) auf GitHub bereitstellen, welcher ein ideales Fundament für weiterführende Anwendungen von Sprachmodellen wie Word2vec (Mikolov 2013), LSTM (Lample 2016; Ahmed 2018), BERT (Devlin 2019) sein wird. Begleitend hierzu werden wir eine erste Datenanalyse mit eben diesen Sprachmodellen durchführen und über die Ergebnisse (Precision, Recall und F1-Score) berichten. Unsere innovative, interdisziplinäre Annotationsarbeit legt damit die ersten Bausteine für die Analyse klassischer arabischer Texte mit modernen Verfahren des Maschinellen Lernens, so dass auch der Bereich der Islamwissenschaft und historischen Theologie von der Digitalisierungswelle profitieren kann. urn:cts:dhd:2025.mitschunas_johannes_beschleunigung_von_ontologieentwicklung_:1.7.1 Durch die Implementierung dieser Pipeline kann die Ontologieentwicklung erheblich beschleunigt und vereinfacht werden. Dies fördert die Digitalisierung und Zugänglichkeit historischen Wissens und ermöglicht eine effizientere Zusammenarbeit zwischen Domänenexperten und Informatikern. Besonders im Kontext der historischen Forschung bietet die Pipeline eine vielversprechende Lösung, um semistrukturierte und komplexe Textkorpora wie das Repertorium Germanicum systematisch zu modellieren. Die Fähigkeit der LLMs, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und in formalisierte Ontologiefragmente zu übersetzen, unterstützt nicht nur die Strukturierung und Extraktion von Daten, sondern erleichtert auch die kontinuierliche Erweiterung und Anpassung der Ontologie an neue Erkenntnisse. urn:cts:dhd:2019.mueller_andreas_zedlers_fehlende_seiten_digitale_quellenkrit:1.9 Der Einsatz digitaler Quellenkritik an Zedler-Lexikon.de führte in diesem Fall nicht nur zu einer positiven Bestätigung der digitalen Repräsentation des Werkes, sondern lieferte auch Erkenntnisse zum analogen Werk, die ohne die vorhergehende Digitalisierung und den Einsatz entsprechender Methoden nicht realisierbar gewesen wäre. urn:cts:dhd:2022.fischer_frank_dramatische_metadaten_die_datenbank_deutschs:1.4.1 Durch die systematische Durchforstung der verfügbaren Quellen und dank des enormen Digitalisierungsfortschritts in den letzten zwanzig Jahren kommen wir erstmals der Grundgesamtheit der gedruckten und gespielten Einakter (die oft nur als Erstdruck oder Manuskript überliefert sind) im genannten Zeitraum nahe. Auch wenn die Datenbank laufend ergänzt wird, wird sich an der Größenordnung nicht mehr viel ändern. Daher beschreiben die quantitativen Aussagen, die wir nun treffen können, den deutschsprachigen Einakter im ausgewählten Untersuchungszeitraum auf Basis nahezu des gesamten überlieferten Materials. urn:cts:dhd:2025.m_nzer_leona_elisabeth_der_einfluss_von_ai_pair_programmers_:1.5.5 Technische Probleme sind aber nur ein Aspekt der vielfältigen Herausforderungen, die eine Auseinandersetzung mit den neuesten technologischen Entwicklungen unumgänglich machen. Blindes Vertrauen in oder die komplette Ablehnung von Digitalisierungstools stellen - allgemein sowie in den Geisteswissenschaften - erhebliche Hürden dar. Dies gilt auch für den Einsatz von KI-Programmierhilfen, da beide Extreme sinnvolles Arbeiten mit diesen Technologien behindern können (Coester und Pohlmann 2021). urn:cts:dhd:2025.horstmann_jan_zuk_nftige_digitale_autorschaft:2.2.1.13 Mößner, Nicola . 2022. “Wissenschaft in ›Unordnung‹?: Gefiltertes Wissen und die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft.” In Kalibrierung der Wissenschaft: Auswirkungen der Digitalisierung auf die wissenschaftliche Erkenntnis , hg. von Nicola Mößner und Klaus Erlach, 103-136. Bielefeld: transcript Verlag. https://doi.org/10.1515/9783839462102-005 (zugegriffen: 20. Juni 2024). urn:cts:humboldtdigital:about.H0002928:18.5.1 Retrodigitalisierung der Register urn:cts:humboldtdigital:about.H0016214:2.2.2 „Gewinner des Berliner Digital Humanities-Preises 2017“ (digiS, Servicestelle Digitalisierung, 14.06.2017) urn:cts:humboldtdigital:about.H0016214:2.2.4 „Digitalisierung von Forschersammlungen. Spätzünder im Digitalen“ (taz, 26.08.2017) urn:cts:humboldtdigital:research_article.H0017685:5.9.2 Candolle 1820a , 41–43. Wir zitieren nach dem Separatdruck in den Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek, der in der Digitalen Bibliothek des Münchner Digitalisierungszentrums online zugänglich ist ( http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10301226-1 ). urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_24.1:22 Wir wissen auch, vor welchen Schwierigkeiten wir stehen. Wir wissen, vor welchem dramatischen Wandel wir stehen. Sie haben heute auch über Digitalisierung gesprochen. Wenn Herr Höttges hier war, wird er Sie in alle Facetten der Digitalisierung eingeweiht haben. Wenn wir von den Chancen in Europa wirklich profitieren wollen, dann müssen wir einen europäischen Binnenmarkt auch für die digitalen Bereiche schaffen. In diesem Zusammenhang stehen jetzt wichtige Entscheidungen an – etwa zur Datenschutz-Grundverordnung, die darüber entscheiden wird, ob wir Big Data Management in Europa vernünftig durchführen können. Ich hoffe auf ein gutes Ergebnis des Trilogs mit dem Europäischen Parlament. Wir neigen sehr dazu – das Europäische Parlament noch etwas mehr als wir –, den Datenschutz in den Vordergrund zu stellen. Wir müssen aber darauf achten, dass wir im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben, wenn es um datenbasierte Wertschöpfung geht. Es werden vollkommen neue Wertschöpfungsketten entstehen, an denen auch wir Anteil haben müssen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_24.1:23 Wir wissen, dass sich die Arbeitswelt in der Digitalisierung stark verändern wird. – Wie ich sehe, ist auch Herr Bsirske hier. – Darüber wird es in den nächsten Jahren noch interessante Debatten geben. Wir sprechen darüber ja auch einmal im Jahr im Rahmen des Dialogs Arbeit der Zukunft - Zukunft der Arbeit in Meseberg. Die Bundesarbeitsministerin hat zu diesem Thema ein Grünbuch veröffentlicht. Wir müssen sehr darauf achten, in welche Richtung wir den Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und gleichzeitig die Flexibilität der Arbeitswelt fortentwickeln. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_24.1:25 Wir müssen also weiter miteinander reden. Wir wissen ja, dass unsere Diskussionen auch weiterführen können. Dabei denke ich zum Beispiel an die lange Debatte zum Tarifeinheitsgesetz, das wir dann doch beschlossen haben. Das führt mich zum Thema Tarifautonomie. Ich glaube, dass es ein großes Interesse von uns allen daran geben muss – nun predige ich hier in der falschen Kirche –, dass uns die Tarifbindung gerade auch in der Arbeitswelt in Zeiten der Digitalisierung weiterhelfen kann und wird. Auch als Politikerin habe ich ein elementares Interesse daran, dass wir möglichst viel Tarifbindung haben. Denn Tarifbindung macht auch Regulierungen betrieblicher Art möglich, die die Politik gar nicht so klar fassen könnte. Ich denke immer wieder, dass viele Tarifverträge heute so intelligent gestaltet sind, wie es über Gesetze kaum möglich wäre, und dass sie auf unterschiedliche Situationen der Wirtschaft Rücksicht nehmen und Flexibilitäten innerhalb von Branchen ermöglichen. Insofern kann ich angesichts dessen, wie sich die Tarifverträge in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren verändert haben, nur sagen: Lassen Sie uns gemeinsam dafür werben, möglichst viel Tarifbindung in Deutschland zu haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_24.1:29 Deshalb bin ich sehr froh, dass es uns gelungen ist, die Allianz für Aus- und Weiterbildung fortzuschreiben und sie mit den Arbeitgebern und den Gewerkschaften voranzubringen. Meine Bitte an Sie ist auch, immer wieder alles zu tun, um die berufliche Bildung zu stärken. Denn gerade in Zeiten der Digitalisierung scheint die Tendenz zum Studium noch einmal zuzunehmen. Wir brauchen aber auch im Bereich der Berufsausbildung geeignete Berufsbilder und Angebote für digitale Berufe. Wir brauchen viel Ermutigung, dass eine Berufsausbildung immer noch eine sehr gute Chance für einen Einstieg in ein erfolgreiches Arbeitsleben bietet. Wir müssen auch darauf hinweisen, dass die Durchlässigkeit größer geworden ist. Das heißt, dass man erst einmal einen beruflichen Einstieg machen kann und sich im Laufe seines Erwerbslebens dann auch noch weiter qualifizieren kann. Insofern: Wo immer Sie die Möglichkeit sehen, bei uns und auch in Ländern wie Tunesien dabei zu helfen, jungen Menschen auch in der dualen Ausbildung eine Chance zu geben, sollte das auch genutzt werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_24.1:36 Meine Damen und Herren, Sie merken also: Nicht nur die Tatsache, dass wir viele Flüchtlinge in unsere Gesellschaft zu integrieren haben und dass wir die Fehler der Vergangenheit in Bezug auf Gastarbeiter nicht wiederholen wollen, was Sprachbeherrschung und anderes anbelangt, sondern auch die sonstigen Geschehnisse auf der Welt – die demografischen Veränderungen, die technischen Veränderungen durch Digitalisierung, die europäischen Notwendigkeiten und der Wettbewerb weltweit – deuten darauf hin, dass wir weiter intensiv im Gespräch über den Wandel in der Arbeitswelt bleiben werden. Wir wissen auch, dass, selbst wenn wir bei Forschung und Entwicklung fast drei Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt haben, wir immer noch nicht führend in der Welt sind – Länder wie Korea und andere sind vorneweg. Es ist uns bewusst, dass wir einem ständigen Veränderungsprozess unterliegen. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_03_23.1:9 Doch es ist nicht allein das kulturelle Erbe, das wir bewundern und das uns verbindet. Nehmen wir nur einmal unsere heutigen Wirtschaftsbeziehungen: Die Europäische Union ist der wichtigste Handelspartner Chinas und der größte Absatzmarkt. Chinas Handelsvolumen mit Deutschland ist dabei fast so groß wie Chinas Handel mit Frankreich, Großbritannien und Italien zusammen. Deutsche Unternehmen und ihre Joint Ventures haben – zum beiderseitigen Vorteil – für die technologische Entwicklung Chinas Herausragendes geleistet. Auch haben viele Firmen neue Elemente einer sozial orientierten Unternehmenskultur eingebracht. Zunehmend investieren auch chinesische Unternehmen in Deutschland zum wechselseitigen Nutzen. Trotz der gegenwärtigen Wachstumsabschwächung wollen viele deutsche Unternehmen ihr Chinageschäft ausbauen. Um auch in Zukunft wirtschaftliche Dynamik zu entfalten, sind Innovationen unerlässlich – etwa um die Digitalisierung der industriellen Fertigung voranzutreiben. Gerne möchten wir dabei noch enger mit China zusammenarbeiten – vor allem dann, wenn der rechtliche Schutz von Innovationen besser gesichert ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_06_28.1:28 Das Wohlstandsversprechen selbst war deshalb noch lange nicht falsch, im Gegenteil. Deshalb müssen wir jetzt einen neuen Anlauf nehmen und uns gemeinsam dafür einsetzen, Europa wettbewerbsfähiger zu machen und die Kluft zwischen Globalisierungsgewinnern und Globalisierungsverlierern zu verkleinern. Dazu gehört, dass wir in Europa den Anschluss an die Digitalisierung und an die Hochtechnologie nicht verpassen. Dazu gehört, dass wir zusätzliche Anstrengungen im Bereich der Forschung und Innovation unternehmen müssen. Dazu gehört, dass wir endlich die immer noch viel zu hohe Jugendarbeitslosigkeit in den Griff bekommen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_11_26.2:15 Deshalb muss Europa – drittens – Investitionen in die Zukunft fördern. Wir leisten mit mehr Investitionen in eine gute Zukunft unseres Landes auch einen Beitrag zu einer guten Zukunft Europas. Die Bundesregierung unterstützt daher im Grundsatz das heute von Kommissionspräsident Juncker vorgelegte Paket, mit dem die Kommission zusammen mit der Europäischen Investitionsbank zusätzliche Investitionen in Höhe von über 300 Milliarden Euro mobilisieren will. Wir betonen, dass Investitionen wichtig sind, dass aber vor allem klar sein muss, wo die Projekte der Zukunft liegen. Ein wesentlicher Schwerpunkt ist für mich, die Chancen der Digitalisierung für Europa zu ergreifen. Europa muss vor allem wieder attraktiver werden für private Investitionen. Es kommt zentral auf einen investitionsfreundlichen Rahmen an, etwa durch Bürokratieabbau, um kleine und mittlere Unternehmen als wichtige Träger von Wachstum und Beschäftigung zu entlasten, sowie durch die notwendigen Strukturreformen in den Mitgliedstaaten, um Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zu stärken. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_06_22.1:10 es schmeichelt mir ja sehr, dass die Deutsche Welle mir zutraut, die drei im offiziellen Titel meiner Rede genannten politischen Schwergewichte - Medienpolitik, Außenpolitik, Digitalisierung - in einem Zeitfenster von exakt zehn Minuten abzuhandeln, und zwar in einer Weise, die (frei nach Winston Churchill) nicht die Zuhörer erschöpft, sondern das Thema. Medien und Außenpolitik im digitalen Zeitalter, lautet es, und ich nehme mit Erleichterung zur Kenntnis, dass ich dieses weite Feld nicht allein beackern muss. Die Außenpolitik ist mit meiner Kollegin aus dem Auswärtigen Amt, Maria Böhmer, bestens vertreten, und über die europäische Medienpolitik wird Kommissar Oettinger vortragen, so dass ich mich darauf beschränken kann, Ihnen für Ihre Konferenz einige grundsätzliche Überlegungen mit auf den Weg zu geben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_09_08.1:34 Natürlich kann alles noch besser werden. Oft prägt der Kontakt mit den Ämtern vor Ort das Bild vieler Bürgerinnen und Bürger von dem Staat und der Verwaltung. Deshalb wird uns das Thema Modernisierung der Verwaltung im Zeitalter der Digitalisierung noch sehr stark beschäftigen. Ich habe kürzlich Estland besucht. Das ist ein kleines Land und verfügt nicht über eine so föderale Struktur wie unser Land. Aber ich habe mir die Gegebenheiten angeschaut, die dort die Bürger haben, um Amtsgänge und Verwaltungsverfahren elektronisch abzuwickeln. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_05.1:4 Es ist eine Freude, in diese Halle zu blicken und zu sehen, wie viele Menschen offensichtlich daran interessiert sind, wie wir klug werden. Denn es geht ja darum, wie wir es schaffen, dem Anspruch dieses Kirchentagsmottos gerecht zu werden. Heute geht es darum: Welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung? urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_05.1:7 Am Arbeitsplatz, in der Schule, an der Universität und zu Hause sind wir zunehmend vernetzt. Das heißt nichts anderes, als dass die Digitalisierung alle Lebensbereiche erfasst hat – auch die Kirchen. Fast jede Gemeinde ist mit ihren Angeboten im Internet präsent – Online-Glaubenskurse, Bibel-Blogs, Chat-Seelsorge und für die nicht so Bibelkundigen natürlich alle Bibelstellen online, gesprochen oder zu lesen in jeder Fassung, in jeder Übersetzung. Viele von Ihnen werden in diesen Tagen sicherlich die Kirchentags-App nutzen, um auf dem Laufenden zu bleiben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_05.1:9 Deshalb ist meine Überzeugung: Jede Zeit muss ihre eigene Klugheit entwickeln, zu jeder Zeit müssen wir sehen, wie wir uns im Alltag zurechtfinden. Die Digitalisierung wird natürlich dazu führen, dass wir andere, veränderte Kompetenzen brauchen. Aber was bleibt, ist eine Klugheit, die uns hilft, das Richtige zu tun – Klugheit sozusagen als Ausübung von Vernunft. Klugheit zeigt sich darin, wie wir überlegen, abwägen, schlussfolgern. Sie führt zu Einsicht, die dann zu entsprechendem Handeln führt und auch dazu, dass wir dabei – jetzt benutze ich einmal die Bedeutungsbeschreibung des Wortes klug im Duden – mit scharfem Verstand, sinnvoll, weise und schlau vorgehen. Es kann sein, dass wir mit Klugheit in umfassendem Sinne gewappnet Veränderungen meistern, seien sie auch noch so komplex. Das heißt, wir müssen Chancen sehen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_05.1:10 Damit bin ich beim digitalen Wandel. Wir müssen die Chancen erkennen und nutzen – die Chancen für mehr Lebensqualität, bessere Bildung, wirtschaftlichen Erfolg, mehr Flexibilität, mehr Individualität. Digitalisierung kann uns helfen, große Aufgaben wie die Energiewende und den demografischen Wandel erfolgreich zu bewältigen oder auch das Gesundheitssystem zu verbessern. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_05.1:11 Das heißt aber natürlich auch, wir müssen uns Herausforderungen stellen, die damit einhergehen. Erstens: Wie gelingt es, dass alle am digitalen Wandel teilhaben? Zweitens: Wie stärken wir die Sicherheit im Netz und damit auch das Vertrauen in das Netz? Drittens: Wie schaffen wir es, mit den neuen technologischen Möglichkeiten auch in der Wirtschaft Anschluss zu halten, um Arbeitsplätze zu sichern oder neue zu schaffen? Wir in Deutschland können eine Klugheit im Umgang mit Digitalisierung entwickeln. Aber wir sind nicht allein auf der Welt. Wir müssen uns fragen: Was bedeutet unser Verhalten im Vergleich zu dem Verhalten anderer für unseren Wohlstand und für unsere Wertschöpfung? Es kommt darauf an, zu erkennen und zu unterscheiden, wo Potenziale liegen und wo Fehlentwicklungen anfangen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_05.1:14 Ich finde, die Reformationsdekade bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Debatte über Digitalisierung auch historisch einzuordnen. Denn der Blick auf die Kirchengeschichte macht klar, was mediale Revolutionen bewegen können. Zu Luthers Zeiten war es der Buchdruck, der der Reformation zum Durchbruch verhalf. Ohne Buchdruck, ohne Verbreitung von Schriften, auch der Luther-Übersetzung der Bibel, wäre die Reformation längst nicht so schnell verbreitet worden, wie es in Europa der Fall war. Deshalb sollte uns die Erinnerung daran eine Anregung sein, dem gegenwärtigen Wandel offen und neugierig zu begegnen. urn:cts:gps4:bundesregierung.christina_weiss.2004_04_19.1:7 Die Gründung von 3sat war der Versuch, technische Neuerungen mit einem anderen Anspruch an das Fernsehen zu verbinden. Staunte man vor zwanzig Jahren noch über die Potenz der Satelliten, so befinden wir uns heute mitten in einer digitalisierten Welt, es geht um Programmbouquets und Marktplätze, um den Erhalt der kulturellen Programmvielfalt in einem Wettbewerb der Massenattraktionen. Die Bundesregierung hat für spätestens 2010 das Abschalten aller analogen Übertragungswege beschlossen. Hier in Berlin spielt die analoge terrestrische Übertragung seit mindestens einem Jahr nur noch die zweite Rolle, andere Ballungsräume werden in diesem und im nächsten Jahr folgen. Doch bei der digitalen Revolution geht es um mehr als um neue Übertragungswege. Es sind die Inhalte, die neu zu gewichten sind. Wenn sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk entwickeln soll, muss er die Vorteile des digitalen Fernsehens ausspielen können. Wir werden künftig wirklich anders fernsehen. Um dem Fernsehzuschauer umfangreiche Nutzungsmöglichkeiten zu geben, benötigen wir eine offene, einheitliche und hardware-unabhängige Anwender-Programm-Schnittstelle (API) sowie eine einheitliche Endgeräte-Plattform. Ich denke dabei zum Beispiel an die Multimedia Home Plattform (MHP), die es nicht zulässt, dass Programmbouquets nach Gusto des Programmverteilers aufgeschnürt werden können. Hier ist die Medienpolitik gefordert, und ich habe den Eindruck, dass häufig noch nicht ganz verstanden wird, was hier auf dem Spiel steht. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf nicht nur niemals seinen must carry-Status verlieren, er muss auch darauf achten, dass das Prinzip des must be found weiter Beachtung findet. Seit wenigen Wochen haben wir in Deutschland mit der Kabel Deutschland AG wieder einen monopolistischen Kabelnetzbetreiber, diesmal jedoch nicht in öffentlicher Hand, sondern im Besitz amerikanischer Investoren. Wir können davon ausgehen, dass ihnen die gesellschaftliche Verantwortung weniger am Herzen liegen mag als ihr shareholder value. Und mit letzterem sind Platzierungen von öffentlich-rechtlichen Programmen, gar von Kultursendern auf den ersten 20 Kabelplätzen nur schwer vereinbar. Die erheblichen Investitionen in die angekündigte und notwendige Digitalisierung der Breitbandkabelnetze werden den Druck noch erhöhen. Hier gilt es wachsam zu sein. Die öffentlich-rechtlichen Veranstalter müssen in diesem Prozess an vorderster Stelle eingebunden sein. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_09_16.1:25 Das betrifft in meinem Bereich insbesondere die Medien – vom Druckerzeugnis, über Radio und Fernsehen bis zum Internet. Medien haben im Hinblick auf die Forschung eine Doppelrolle: Sie sind einerseits Arbeitsmittel und Werkzeuge, andererseits aber auch selbst wiederum Forschungsgegenstand. Die Digitalisierung und die Verbreitungsmöglichkeiten über das Internet haben den Zugang zu und den Austausch von Forschungsergebnissen revolutioniert. Unter anderem darum - nämlich um das Thema Kultur und Wissen online - wird es im Impulsvortrag von Herrn Frischmuth, Geschäftsführer der Deutschen Digitalen Bibliothek, und seinem Kollegen Herrn Doktor Müller gehen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_09_16.1:28 So viel in aller Kürze, um die Themen des heutigen Tages abzustecken, meine Damen und Herren! Viele davon, vor allem die Fragen der Digitalisierung, weisen weit über die Grenzen meines Ressorts hinaus: Wir alle spüren, dass sich mit dem digitalen Wandel nicht nur Forschungsmethoden und Forschungsgegenstände verändern, sondern das Denken an sich. Unsere alten Begriffe und Denkstrukturen werden den neuen Strukturen einer digitalen Gesellschaft oft nicht mehr gerecht. Vielleicht haben Sie mitbekommen, dass die FAZ sich unter dem Motto Das Digitale denken in diesem Jahr im Rahmen einer interessanten Serie von Artikeln der Frage gewidmet hat, wie die Geistes- und Sozialwissenschaften zwischen kulturpessimistischer Depression und naiver Fortschrittseuphorie dazu beitragen können, neue Zugänge zu einer veränderten Welt, neue Begriffe und Formen der Argumentation und ein neues Verhältnis zu uns selbst zu entwickeln. Hier ist vieles im Fluss, aber eines steht fest: Sie werden auch dazu mit Ihren Forschungsschwerpunkten und Erkenntnissen immer wieder gefragt sein: Denn Zukunft braucht Herkunft! urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2017_06_12.2:7 Mit der Weiterentwicklung der Förderkonzeption aus dem Jahr 2000, die wir im Februar 2016 im Bundeskabinett beschlossen haben und für deren Umsetzung jährlich eine Million Euro zusätzlich zur Verfügung stehen, tragen wir den gewachsenen Bindungen Deutschlands in Europa wie auch dem demographischen Wandel Rechnung. Dabei geht es, erstens, darum, den Erinnerungstransfer von einer Generation zur nächsten sicher zu stellen: Je weniger Zeitzeugen es gibt, desto wichtiger wird eine professionelle und zeitgemäße Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Es geht, zweitens, darum, neue Partner zu finden und neue Zielgruppen zu erschließen: Neben Vertriebenen und Flüchtlingen sind die Aussiedler und Spätaussiedler eine starke gesellschaftliche Kraft, deren Erfahrungen Anknüpfungspunkte zum Beispiel für einen Dialog über die aktuellen Herausforderungen durch Migration und Integration sein können. Es geht, drittens, darum, europäische Kooperationen der bundesgeförderten Museen, Vermittlungs- und Forschungseinrichtungen zu stärken. Und schließlich geht es, viertens, darum, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen: urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_09_26.1:3 Wir alle wissen, was passiert, wenn man Hunden den Futternapf immer wieder mit einer Klingel ankündigt: Irgendwann braucht es kein Futter mehr, um den Speichelfluss in Gang zu setzen - ein Klingeln reicht. Iwan Pawlow, der Entdecker des nach ihm benannten Pawlowschen Reflexes, wäre heute 167 Jahre alt geworden. Das ist hier insofern der Erwähnung wert, als auch die öffentliche Debatte um die Zukunft der Buchbranche, an die wir heute anknüpfen wollen, nicht frei von Pawlowschen Reflexen ist: Es braucht jedenfalls keine schlechten Zahlen, um kulturpessimistische Szenarien vom Niedergang des Buches, der Lesekultur und des stationären Buchhandels heraufzubeschwören. Oft reicht schon das Stichwort Digitalisierung, um die Zukunft der Buchbranche in düsteren Farben zu malen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_12_04.2:11 Wir wissen und fühlen allerdings, dass die Herausforderungen der Digitalisierung auf gar keinen Fall national gestemmt werden können. Das heißt, wir brauchen die Vorteile des europäischen Binnenmarkts. Deshalb ist das Thema hier auch absolut richtig gesetzt. Europa wird weltweit keine Sonderwege gehen können. Europa wird Schwerpunkte setzen können, zum Beispiel bei der Frage des Umgangs mit persönlichen Daten. Ich glaube, hierfür gibt es in Europa eine hohe Sensibilität. Diese Sensibilität muss auch konstruktiv in den Prozess eingebracht werden, um daraus vielleicht neue Produkte zu entwickeln, die anderswo nicht entstehen. Aber eine Anti-Haltung gegen alles, das sich weltweit erfolgreich durchsetzt, ohne dem selber etwas konstruktiv entgegensetzen zu können, wird Europa nicht nach vorne bringen. Das heißt, wir müssen Chancen und Risiken gleichermaßen betrachten. Wir dürfen uns nicht nur über die Risiken verständigen, während sich die Chancen anderswo auf der Welt durchsetzen lassen. Das wäre ein riesiger Fehler. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_12_04.2:21 Dabei können staatliche Programme helfen. Aber sie können nur Brücken auf dem Weg zu dauerhaften Jobs sein. Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Chancen der Digitalisierung nutzen. Denn wo werden denn neue Jobs entstehen, meine Damen und Herren? Die Hoffnung, dass in Europa alle heute nicht zur Verfügung stehenden Jobs allein in den Bereichen der Autoindustrie, der chemischen Industrie und des Maschinenbaus geschaffen werden könnten, könnte trügerisch sein. Denn 90 Prozent des Wachstums weltweit finden außerhalb Europas statt. Das heißt, die digitale Wirtschaft ist mit Sicherheit ein großer Wachstumsmarkt und auch ein großer Markt für Jobs in Europa. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_12_04.2:22 Deshalb müssen sich Startups nach möglichst einfachen Kriterien gründen können. Das Beste wäre, wir hätten ein gleiches Gründungsverfahren in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Es muss klare, transparente Förderbedingungen in ganz Europa geben. Es muss die richtige Berufsausbildung geben, es muss die richtigen Angebote an den Hochschulen, an den Universitäten und Fachhochschulen, und auch in der beruflichen Ausbildung geben, um das Thema Industrie 4.0 und digitale Anwendungen zur Entfaltung zu bringen. Deshalb finde ich es gut, wenn auch Vodafone gemeinsam mit vielen anderen immer wieder auf die Bedeutung des Themas Bildung hinweist. Da ist schon sehr früh in den Schulen anzusetzen. Auf jeden Fall erfordert die Prosperität Europas eine positive Einstellung zu den technischen Möglichkeiten der digitalen Welt. Denn hier werden weit mehr Jobs entstehen, als Jobs in der klassischen Wirtschaft durch Digitalisierung wegfallen. Diese optimistische Herangehensweise zu fördern, ist unglaublich wichtig und auch immer wieder an vielen Beispielen zu demonstrieren. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.guido_westerwelle.2013_10_08.1:27 Brasilien und Deutschland stehen gemeinsam vor großen Herausforderungen. Die Globalisierung und die Digitalisierung sind Entwicklungen, die für wissensbasierte Gesellschaften von großer Bedeutung sind. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.guido_westerwelle.2013_10_08.1:32 Ein vernünftiges Verhältnis von Freiheit und Sicherheit im Internet zu gewährleisten, den Schutz geistigen Eigentums auch in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung aufrecht zu erhalten, all das sind Aufgaben, die kein Staat allein lösen kann. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_04_26.3:10 Wir versuchen in vielfältiger Weise, eine Kultur der Neugierde zu fördern – neben dem Girls' Day etwa auch mit dem Wettbewerb Jugend forscht. Wir bieten viele Einblicke. Auch die Bundesagentur für Arbeit schafft Einblicke. Natürlich verändert sich die Welt auch durch die Digitalisierung. Ihr wisst das ja auch; das Smartphone ist euer täglicher Begleiter. Aber man sollte auch verstehen, was hinter der Digitalisierung steht und was alles an Veränderungen sie mit sich bringt. Deshalb mein Aufruf: Nutzt alle Chancen, nicht nur den heutigen Girls‘ Day. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_30.1:12 In nationaler Hinsicht sage ich: Ein Land wie Deutschland muss sich selbst mit Lebensmitteln versorgen können. Auf globaler Ebene müssen wir uns fragen, wie auch die weiter rasant wachsende Weltbevölkerung ernährt werden kann. Der Schlüssel liegt in offenen Märkten, im Abbau von Handelshemmnissen und in der Forschung bzw. innovativen Technik. Dafür bietet insbesondere auch die Digitalisierung neue Chancen – zum Beispiel um genau zu bestimmen, wann und wo wieviel Saatgut oder welcher Dünger auszubringen ist. Das Stichwort hierzu lautet: Präzisionslandwirtschaft. Der biologisch-technische Fortschritt insgesamt ermöglicht uns eine hocheffiziente Landwirtschaft, die Ressourcen, das Klima und die natürlichen Lebensgrundlagen schont. Das ist auch im Sinne der globalen Abkommen, die die Staatengemeinschaft 2015 verabschiedet hat: das Klimaabkommen in Paris und die Agenda 2030. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_16.1:5 In der Gesundheitswirtschaft hält also die Digitalisierung genauso Einzug wie in anderen Bereichen. Deshalb trifft es sich gut, dass die Bundesregierung gerade erst in dieser Woche wieder einen Digital-Gipfel in Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz durchgeführt hat. Dort war das Schwerpunktthema Gesundheitswirtschaft und Digitalisierung. Das hier ist eine Facette. Das Themenspektrum reicht von der Anwendung in Krankenhäusern, der Operationstechnik über die Telemedizin, die gerade auch für ländliche Regionen von größter Bedeutung ist, bis zur Einführung der Gesundheitskarte und zu Veränderungen in den Arztpraxen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_16.1:7 Ich glaube, ein Grund für die Entscheidung, hier stärker zu investieren – wir konnten uns auch eben davon überzeugen –, ist die Fachkräftebasis. Daran zeigt sich einmal mehr, wie wichtig Ausbildung ist. Wir – Herr Ministerpräsident Woidke und ich – haben mit den Auszubildenden ja auch darüber gesprochen. Ich glaube, wir können in Deutschland durchaus stolz darauf sein, dass wir eine sehr enge Verzahnung von praktischer Ausbildung und theoretischer Ausbildung in verschiedenen Berufen haben. Wir sind auch fest entschlossen, die Berufsausbildung auch in der Transformation durch die Digitalisierung zu stärken. Digitale Veränderungen müssen auch in die Ausbildung der jungen Menschen einfließen, um junge Talente zu fördern. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_16.1:8 Die Sicherung der Fachkräftebasis in Deutschland ist natürlich eine Herausforderung. Wir werden in den nächsten Jahren weniger junge Menschen haben. Umso wichtiger ist es, dass jeder und jede eine gute Ausbildungsmöglichkeit bekommt. Wir müssen aber auch darauf achten, dass die Ausbildung in die richtigen Richtungen erfolgt. Uns fehlen viele Fachkräfte für IT-Technologien. Ich kann also alles, was im Zusammenhang mit der Digitalisierung an neuen Berufsbildern entsteht, jungen Menschen nur wärmstens empfehlen. Denn das hat Zukunft; da werden in Deutschland Fachkräfte gebraucht. Wir müssen unseren jungen Leuten aber eben auch hervorragende Ausbildungsmöglichkeiten bieten. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_01_28.1:13 Last but not least danke ich dem Historischen Institut facts & files in Berlin für die professionelle Digitalisierung und Aufbereitung zehntausender Alltagsdokumente aus ganz Europa. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_10_21.1:27 Wir können die Zahl der Arbeitsplätze nur dann vernünftig halten, wenn das, was auf der einen Seite an bisher bekannten Arbeitsplätzen durch Digitalisierung wegfällt, ersetzt wird durch neue Arbeitsplätze zum Beispiel eben im digitalen Bereich. Meiner Meinung nach kann das gelingen, aber es setzt voraus, dass wir in der Wertschöpfung der Produkte in der digitalen Welt genauso vorne mit dabei sind wie in der Wertschöpfung in der realen Welt. Das Gleiche gilt im Grunde auch für den Maschinenbau, für den Aufzugbau und vieles andere mehr. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_10_21.1:28 Ich möchte ein Dankeschön sagen, weil sich die IG Metall seit geraumer Zeit – Herr Hofmann, Sie ja auch ganz besonders – dafür einsetzt, frühzeitig die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt zu bedenken. Wir haben den Dialog zwischen der Bundesregierung, den Gewerkschaften und den Arbeitgebern über die Frage Arbeit der Zukunft, Zukunft der Arbeit. Ich glaube, das sind auch weiterführende Gespräche. Die Bundesarbeitsministerin hat jetzt ein Grünbuch aufgelegt zu der Frage: Welchen Einfluss hat Digitalisierung auf die Arbeitsgegebenheiten? Ich glaube, es wird die Gewerkschaften sehr, sehr stark in ihrer Aufgabe verändern oder ihnen neue Aufgaben stellen, einerseits den Chancen für neue Arbeitsplätze durch digitalen Wandel Rechnung zu tragen und gleichzeitig den Schutz des Arbeitnehmers weiterhin zu garantieren. Denn es kommt natürlich zu einer stärkeren Individualisierung der Arbeitsbedingungen. Wir müssen gleichzeitig aber auch dafür Sorge tragen, dass der Arbeitstag nicht 24 Stunden beträgt. Es kann nicht sein, dass man Erreichbarkeit rund um die Uhr erwartet und dass man sich entschuldigen muss, wenn man einmal vier freie Stunden hat. Insofern stehen uns da noch sehr interessante Diskussionen ins Haus. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_10_21.1:30 Die Digitalisierung wird unser Arbeitsleben, aber auch unser gesamtes gesellschaftliches Leben massiv verändern. Sie merken das heute schon – bei der Mediennutzung und in vielen anderen Bereichen. Die Frage des Zusammenhalts einer Gesellschaft wird sich noch einmal sehr anders und sehr neu stellen. Früher hat man in der Arbeitspause jemanden getroffen, der angesichts von zwei Programmen im Fernsehen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent am Vorabend das Gleiche angeschaut hat. Heute sind schon allein deswegen die Gesprächsgegenstände völlig unterschiedlich, weil Sie – außer vielleicht beim Tatort; aber das ist jetzt keine verklausulierte Werbung – nicht mehr unbedingt davon ausgehen können, dass zwei Kollegen am Vorabend das Gleiche gesehen haben. Allein das verändert die Wahrnehmung. Insgesamt betrachtet stellen sich also auch große gesellschaftliche Fragen. Das gehört dann mehr in den Mottobereich Gutes Leben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_09_20.1:34 Eine zweite Frage der Zukunftsfähigkeit hat mit Digitalisierung zu tun. Für die Gewerkschaft ver.di spielt der Wandel der Gesellschaft durch Digitalisierung genauso wie der demografische Wandel eine große Rolle. Die Arbeitswelt wird sich rasant verändern. Alle Einzelgewerkschaften und der DGB sind sich dessen bewusst und arbeiten in den verschiedenen Initiativen der Bundesregierung mit. Wir führen einen wirklich spannenden Dialog über die Arbeit der Zukunft und die Zukunft der Arbeit – auch in Meseberg, wo wir uns regelmäßig austauschen. Ich sage an dieser Stelle nur, ohne dass wir schon alle Antworten kennen: Es muss sichergestellt werden, dass die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und natürlich auch die Rechte der Arbeitgeber weiterhin in einer vernünftigen Balance bleiben. Es kann nicht sein, dass Menschen rund um die Uhr verfügbar sein müssen, nur weil das Smartphone rund um die Uhr SMS oder Botschaften absenden kann. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_09_20.1:35 Gleichzeitig müssen wir auch die Chancen der Digitalisierung nutzen. Wir müssen vor allen Dingen in Bildung und Qualifizierung investieren. Wer in diesen Tagen auf der IAA war und sieht, wie der Anteil der Software an einem Automobil wächst, der weiß, dass hier auch die verschiedenen Welten – die virtuelle Welt und die Welt der realen Produktion – ineinander übergehen und miteinander verwachsen. Niemand von uns weiß bereits ganz genau – mir jedenfalls geht es so –, wie wir die Regeln in einer solchen Welt vernünftig gestalten können. Aber ich denke, wir müssen intensiv daran arbeiten. Deshalb bedanke ich mich für Ihre Initiativen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_06_08.1:23 Wir haben den estnischen Ministerpräsidenten zu Gast gehabt. Es ist in Estland von der Gesundheitsakte über Wahlen bis hin zu vielen anderen Bereichen ganz selbstverständlich, digitale Möglichkeiten zu nutzen. Auch wir müssen jeweils Risiko- und Chancenabwägungen vornehmen. Bei unserer Diskussion hat uns der estnische Ministerpräsident sehr umfangreich zum Beispiel von der individuellen Gesundheitsakte erzählt, die jeder hat und bei der auch jeder zum Beispiel kontrollieren kann, welche Daten er verschiedenen Ärzten zugänglich macht. Eigentlich war es immer so, dass wir gefragt haben: Aber es muss doch einmal etwas schiefgegangen sein? Er hat uns aber unentwegt davon erzählt, welche Chancen damit verbunden sind. Das war eine sehr spannende und aufschlussreiche Diskussion. Ich denke, wir müssen uns solchen Fragen in den nächsten Jahren noch sehr viel entschiedener stellen. Die Einführung der Gesundheitskarte ist noch kein Beispiel dafür, wie schnell man das Zeitalter der Digitalisierung erreicht. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_06_08.1:25 Passen Sie auf: Jede Art von Lobbyismus ist dann auch begrenzt, denn der Vorteil der Digitalisierung ist ja schonungslose Transparenz. Ich bin nicht auf einem Gesundheitskongress. Deshalb will ich das hier nicht weiter ausführen, weil sonst die Ärzte sagen: Warum kommen Sie nicht zu uns und wir sprechen darüber? Wenn die Dinge sichtbarer werden, dann kann man zum Beispiel wegen einer Krankheit eben vielleicht nicht mehr zu drei Ärzten gehen. Damit sind dann natürlich auch sozusagen Errungenschaften, die man sich im Laufe seines Lebens durch kluge Verbandsarbeit erarbeitet hat, ein bisschen gefährdet. Aber die Bereitschaft zum Wandel muss man haben. Mir ist jetzt nicht ganz klar, wo bei Ihnen die intransparenten Ecken sind; leider habe ich mich darauf nicht vorbereitet. Ich werde mich noch einmal erkundigen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_08_25.1:4 Das beruht darauf, dass Estland sehr frühzeitig die Chancen der Digitalisierung für sich erkannt hat und man mit Fug und Rech sagen kann, dass Estland eines der innovativsten Länder der Welt ist. Das ist insbesondere deshalb so, weil nicht nur im Prinzip digitale Optionen im alltäglichen Leben bestehen, sondern weil sie breitflächig in der gesamten Bevölkerung verankert sind und deshalb zum Alltag gehören. E-government, e-learning oder e-voting – das sind Selbstverständlichkeiten, während wir an anderen Stellen in Europa gerade erst die Voraussetzungen dafür schaffen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_06.1:13 Ihr Wirken beschränkt sich nicht allein auf Berlin und Brandenburg. Als Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften liegt Ihnen sehr daran, Ihre Arbeit in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen und natürlich im Sinne des gesellschaftlichen Fortschritts zu stärken. Das gilt insbesondere für die Geisteswissenschaften. Sie haben wesentlich zur Weiterentwicklung des Akademienprogramms beigetragen, gerade auch mit Blick auf zentrale Anforderungen wie Qualitätssicherung und Exzellenz, Digitalisierung und Nachwuchsförderung. Damit haben Sie auch mitgeholfen, die Förderung durch das Akademienprogramm von Bund und Ländern auf ein verlässliches Fundament zu stellen. Alles in allem ist es also kein Wunder, dass Ihre Erfahrung auch auf europäischer Ebene gefragt ist und Sie deshalb auch die Präsidentschaft der Vereinigung All European Academies innehaben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_06.1:28 In diesem Zusammenhang sprechen wir derzeit viel über Digitalisierung, die noch ungeahnte Entwicklungspotenziale bietet. Industrie 4.0 ist dabei nur ein wichtiges Stichwort. Die Digitalisierung wird unsere gesamte Gesellschaft verändern. Am Beispiel des digitalen Wandels zeigt sich auch, dass auf Anhieb oft gar nicht absehbar ist, welchen Nutzen wissenschaftliche Arbeit mit sich bringen kann. Als sich Gottfried Wilhelm Leibniz Gedanken über ein duales Zahlensystem machte, lag die Erfindung eines Computers noch in relativ weiter Ferne. Doch mit der Reduktion auf Null und Eins war die spätere Entwicklung digitaler Technologien vorgezeichnet, die zurzeit unser Leben revolutionieren. Ich weiß nicht, ob Leibniz das geahnt hat; das werden Sie vielleicht besser herausfinden als ich. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.sigmar_gabriel.2017_06_22.1:6 Auch wir erleben heute heftige und tiefgreifende Veränderungen. Den Bogen zur Jetztzeit zu schlagen, ist daher nicht trivial, weil immerhin ein halbes Jahrtausend unsere Zeit heute von der Reformationszeit trennt. Aber vergleichbar mit ihrer Wucht und ihren Wirkungen sind die Umwälzungen ohne Zweifel. Globalisierung, Digitalisierung, Technologie und ein endloser Strom aus Informationen machen die Welt zu einem Brummkreisel, der sich scheinbar immer schneller dreht. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_11.3:31 Die Unternehmen haben natürlich die Digitalisierung längst im Blick. Insbesondere bei der Industrie 4.0 haben wir uns eine gute Ausgangsposition geschaffen. Ich denke an Sensorik, Robotik, künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen. Mehrere Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sind führend bei den genannten Technologien. Einige davon sind im Spitzencluster für Intelligente Technische Systeme in Ostwestfalen-Lippe vertreten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_11.3:46 Meine Damen und Herren, wir können uns glücklich schätzen, dass wir mit der Sozialen Marktwirtschaft ein bewährtes Leitbild haben. Die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft sind nach meiner Auffassung zeitlos. Wir sind sehr gut beraten, uns immer wieder auf diese Prinzipien zu besinnen. Ein erfolgreiches Modell wie die Soziale Marktwirtschaft bietet Halt und Orientierung, gerade auch in Zeiten der Globalisierung und der Digitalisierung. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_16.1:21 Der Bundeslandwirtschaftsminister hat sich mit unser aller Unterstützung dafür entschieden, ein Programm aufzulegen, das nicht in die Rubrik Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit passt, sondern es ist bewusst ein Förderungsprogramm für ländliche Regionen, das wir ausbauen werden, um einfach diese Fragen, die sich nicht nur mit Wettbewerbsfähigkeit oder Kosteneffizienz beantworten lassen, für die ländlichen Regionen besser zu beantworten. Ich sehe ähnlich wie der Bundesinnenminister, dass die Digitalisierung, die für viele heute fast noch eine Schreckensnachricht ist, trotzdem zur Verbesserung gerade auch der Lebenssituation in den ländlichen Räumen beitragen kann – vorausgesetzt, man hat erst einmal die technische Infrastruktur dafür. So, wie man Wasser- und Stromleitungen in die ländlichen Regionen gebracht hat, muss man auch den Breitbandausbau dazu nehmen. Das ist Daseinsvorsorge für die Zukunft. – Ansonsten brauchen wir von einer Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in Deutschland nicht zu sprechen. – Und deshalb fördern wir das auch. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_16.1:22 Es geht natürlich auch darum – ich nehme die Anwesenheit des DGB-Vorsitzenden, Herrn Hoffmann, zum Anlass, dies zu sagen –, sich auf die Möglichkeiten der Digitalisierung einzustellen. Wenn man sich zum Beispiel den öffentlichen Personennahverkehr ansieht, dann kann man erahnen, dass es so kommen wird, dass vielleicht diejenigen, die heute noch Busse fahren, in Zukunft viel individuellere, kleinere und flexiblere Transportvarianten anbieten müssen. Ich glaube, wir müssen hierbei Bildung, Weiterbildung und Lernen im Bereich Technik – all das begleitend – mit einbeziehen und die Chancen sehen, die sich ergeben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_16.1:31 Damit bin ich bei meinem dritten Punkt, nämlich beim Thema Arbeitswelt, Wirtschaft und Fachkräfte. Wir haben im Augenblick einen Rekord an offenen Stellen. Wir erleben, dass die fachlichen Anforderungen immer höher werden, was uns natürlich bezüglich der Schulausbildung vor riesige Herausforderungen stellt. Deshalb werden wir weiter darüber nachdenken müssen, wie auch der Bund helfen kann, zum Beispiel die Digitalisierung und ihre Möglichkeiten schneller in die Schulen zu bringen. Wir können sicherlich nicht jede Schule mit Breitband innenversorgen, aber wir können so, wie wir jeden Haushalt an ein Breitbandnetz anbinden wollen, auch sagen: Gewerbegebiete und Schulen gehören genauso dazu. Wir können auch Lehrinhalte über eine bundesweite Cloud zur Verfügung stellen. Ich glaube, neben Lesen, Schreiben, Rechnen gehört in Zukunft auch Programmieren zu den Basisfähigkeiten unserer jungen Leute. Das heißt allerdings nicht, dass man nicht mehr Lesen, Schreiben, Rechnen braucht; vielmehr kommt das Programmieren dazu. Das ist eine vierte Grundfähigkeit und ersetzt keine der anderen Grundfähigkeiten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_16.1:39 Deshalb ist es eigentlich nur möglich, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu schaffen, wenn Politik vernünftige Leitplanken setzt und gleichzeitig in der gesamten Gesellschaft auch ein Gefühl für die Belange der jeweils anderen da ist. Bei allen Vorzügen der Digitalisierung – wir sehen im Augenblick manchmal Entwicklungen, bei denen sich jeder sozusagen in seiner Kommunikationsecke nur mit seinesgleichen, seiner Altersgruppe und seinen Freunden zusammensetzt. Demografischer Wandel und Zusammenhalt der Gesellschaft werden aber nur dann gut zu gestalten sein, wenn man nicht nur das Gemeinschaftliche feststellt, sondern auch einen produktiven Streit und Disput sucht. Dazu dient auch dieser Demografiegipfel als ein Ort der gegenseitigen Achtung und des gegenseitigen Respekts, aber auch der Auseinandersetzung mit verschiedenen Meinungen und der produktiven Entwicklung gemeinsamer Ideen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_11_06.1:5 Die großen Chancen der Digitalisierung – für die Nutzer wie auch für die Urheber – wahrnehmen und zugleich die Risiken minimieren, ist mein Credo, um diese Herausforderung zu bewältigen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_12_09.1:7 Gerade im Verkehrsbereich lassen sich ja viele Chancen der Digitalisierung erschließen. Umgekehrt bliebe moderne Mobilität auf der Strecke, wenn keine Datenübertragung mit Hochgeschwindigkeit möglich wäre. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass die Deutsche Bahn AG eine eigene Digitalisierungsstrategie entwickelt hat. Das Spektrum reicht vom kostenlosen Internetzugang für Fahrgäste über das Organisieren von Logistikprozessen bis hin zur Steuerung der Infrastruktur. Die Strecke, die wir jetzt eröffnen, ist komplett mit digitaler Leit- und Sicherungstechnik ausgestattet. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_12_09.1:8 Die digitale Welt und die Verkehrswelt wachsen immer mehr zusammen. Das ist auch mit Blick auf das vollautomatisierte und vernetzte Fahren offensichtlich. Als Bundesregierung unterstützen wir im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur diesen Trend in den verschiedenen Mobilitätsbereichen in umfassendem Sinne. Das Digitale Testfeld Autobahn auf der A 9 ist in diesem Zusammenhang ein Beispiel für den Automobilbereich. Die Symbiose von Verkehr und Digitalisierung zeigt sich auch im Internethandel. Wir haben also verschiedenste Vernetzungen. Wir sind daher als Bundesregierung gut beraten, gleichermaßen sowohl in schnellere Datennetze als auch in eine bessere Verkehrsinfrastruktur zu investieren. Wir haben deshalb Ende Oktober eine Förderstrategie für den Breitbandausbau beschlossen und stellen hierfür 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.michael_roth.2014_05_08.3:8 Dabei müssen wir uns aber auch über die Grenzen einer europäischen Kulturpolitik im Klaren sein: Denn diese soll eben nicht zu einer Gleichmacherei führen, sondern vielmehr die kulturelle Vielfalt in den einzelnen Mitgliedstaaten und Regionen der EU bewahren und fördern. Das macht den spezifischen Charakter der Kultur in Europa aus: es ist die Einheit in der Vielfalt! Dennoch kann Europa einen übergeordneten Rahmen für das kulturelle Leben setzen, denn bestimmte Fragen betreffen schließlich Kreative und Kulturschaffende überall in der EU. Ich denke dabei etwa an die Stärkung der Kreativwirtschaft, die Förderung der Mobilität von Kulturschaffenden, die Bewahrung des kulturellen Erbes oder den Schutz des geistigen Eigentums im Zeitalter der Digitalisierung. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.sigmar_gabriel.2017_06_15.1:11 Dabei ist unübersehbar, dass wir uns in einer Phase großer Veränderungsprozesse befinden. Und deutlich wird: Die technologische Zeitenwende der Digitalisierung, die wirtschaftliche Konkurrenz in der Industrie, die politische Anfechtung der etablierten internationalen Macht des Westens und auch die Zumutungen einer Einwanderungsgesellschaft verstärken zudem die Ohnmachtsängste bei vielen Menschen hier, vor allem bei denen, die sich nicht mehr beachtet oder repräsentiert fühlen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_09_26.1:13 Sie stehen nicht allein vor solchen Aufgaben, sondern wir müssen insgesamt sehen, dass wir im globalen Wettbewerb um intelligente Angebote die digitalen Möglichkeiten so verwirklichen, dass wir nicht den Anschluss verlieren. Wenn Sie woanders unterwegs sind, dann wissen Sie, wie weit die Digitalisierung dort schon vorangeschritten ist. Auf Dauer werden wir uns davon nicht abkoppeln können; so viel ist sicher. Denn wir spüren ja auch, dass die Menschen die Möglichkeiten digitaler Angebote nutzen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_03_03.1:1 In seiner Rede betonte Kulturstaatsminister Bernd Neumann die wichtige Rolle der Staatsbibliothek zu Berlin bei der Entwicklung Deutschlands zur Kulturnation. Die Staatsbibliothek wird auch in Zukunft bei der Archivierung, Pflege und Digitalisierung kulturellen Wissens von großer Bedeutung sein. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_03_03.1:18 Wer jemals eine Handschrift Beethovens oder Bachs im Original sehen oder gar berühren durfte, der wird ihr Abbild auf dem Bildschirm nur als informative Kopie erleben. Dennoch ist und bleibt die Digitalisierung der Bestände für die moderne Wissensgesellschaft unverzichtbar, wenn wir auf der Höhe der Zeit bleiben wollen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_06_13.1:5 Wir leben in einer Transformationsphase, getrieben durch die Digitalisierung. Deshalb hat das Thema Industrie 4.0, wie wir es in Deutschland nennen, oder Made in China 2025 in unseren Gesprächen heute immer wieder einen großen Raum eingenommen. Hierbei brauchen wir, denke ich, eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit, weil wir neue Sicherheitsfragen zu klären haben. Das Thema Cybersicherheit ist eine wichtige Grundlage, um vertrauensvoll im Bereich Industrie 4.0 und intelligente Fertigung zusammenarbeiten zu können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_14.1:4 Die Debatte bei Ihnen ist vor allem von der Digitalisierung und von der Energiewende geprägt. Wir sind sozusagen unentwegt miteinander verbunden, weil alles, was wir an Gesetzen im Bereich Energie, Wasser, Abfall verabschieden, für Sie jedes Mal neue Rahmenbedingungen bedeutet; es bedeutet umzudenken und sich wieder neu einzustellen. Das wirft Fragen auf – ob die Gebühren steigen und was die Menschen vor Ort sagen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_14.1:15 Mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende haben wir auch den Startschuss für mehr Intelligenz im Netz gegeben. Das wird die Steuerung der Netze erleichtern. Wir werden dann auch die Möglichkeiten haben, die Verbraucher – Stichwort: Smart Home – besser in die Lage zu versetzen, bei sich zu Hause effizient und kostengünstig mit Strom umzugehen. Hier sehen wir, dass der digitale Wandel schrittweise auch die Geschäftsmodelle der Akteure verändern wird. Das ist theoretisch schon lange bekannt. Praktisch ist es noch nicht so richtig umgesetzt. Aber je schneller wir das machen oder je schneller Sie das machen, umso interessanter und besser wird es gehen und umso moderner und kosteneffizienter können wir auch arbeiten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_14.1:17 Warum sage ich das an dieser Stelle? Ich sage das deshalb, weil ich glaube, dass es in einer Gesellschaft, die ja im Zuge des demografischen Wandels tendenziell älter wird, ganz wichtig ist, dass auch der Staat mit den Bürgern im Rahmen digitaler Möglichkeiten kommuniziert, weil die Bürgerinnen und Bürger sonst nicht das richtige Verständnis für das haben werden, was sich da an technologischer Revolution abspielt. Wenn ich sozusagen immer noch alles per Hand ausfüllen muss, wenn ich immer noch zur Kfz-Zulassungsstelle gehen muss und mich dort anstellen darf, wenn ich einen Termin beim Bürgeramt bekomme, und der einzige digitale Zugriff ist, dass ich innerhalb von drei Minuten meinen Termin abgreifen muss, weil sonst bis zum nächsten Monat wieder nichts erreichbar ist, dann ist das keine Erfahrung, die der Bürger sonst mit Digitalisierung macht, die ihn irgendwie neugierig darauf macht, auch noch weiterzugehen. Insofern, glaube ich, wird das sehr wichtig sein. Deshalb wird die Digitalisierung natürlich auch nicht nur die großen Energieversorger in Beschlag nehmen, sondern sie wird auch für Sie auf der kommunalen Ebene von großer Bedeutung sein. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_14.1:31 Dennoch, die Wertschöpfungsketten werden verändert. Wenn wir über Industrie 4.0 sprechen – das gilt im Grunde auch für Daseinsvorsorge 4.0 –, dann ist ja Folgendes zu beachten: Das eine ist die Digitalisierung in der Erzeugung des Produkts, also etwa beim Management der Abfallentsorgung, bei der Erzeugung erneuerbarer Energien, beim Wassermanagement; aber der eigentliche Punkt, bei dem wir in Deutschland nicht vorn sind – auch wenn ich die Wirtschaft insgesamt anschaue –, ist, dass sich die Beziehung zum Kunden revolutioniert. Der Kunde wird mündiger, der Kunde erwartet ein passgerechtes, individualisiertes Angebot bei allem und jedem. Und derjenige, der als erster in der Lage ist, die Wünsche seiner Kunden zu kennen und darauf am besten zu reagieren, weiß die Digitalisierung am besten zu managen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_14.1:38 Wir haben ja in Deutschland ein ambivalentes Verhältnis zu großen Datenmengen. Die Verfassungsrechtsprechung stellte mit Blick auf den Datenschutz immer auf Datensparsamkeit ab, aber was die Digitalisierung von uns erfordert, ist eigentlich Datenreichtum. Je besser Sie als kommunale Unternehmen die Daten und die Wünsche Ihrer Kunden kennen, umso mehr können Sie damit auch machen. Natürlich muss das auf gesetzlicher Basis geschehen, aber scheuen Sie sich nicht, die Wünsche Ihrer Kunden auch wirklich kennenzulernen. Denn das ist der Ausgangspunkt für neue Geschäftsmodelle, die Sie nutzen können. Gleichzeitig muss man natürlich auch darauf achten, dass mit diesen Daten kein Missbrauch geschieht. Viele Bürgerinnen und Bürger können sehr wohl Vorteile daraus ziehen, dass sie ihre Daten an private Anbieter herausgeben, sie also zur Verfügung stellen. In einem Privatauto wird man in Zukunft sozusagen fast alles über sein Verhalten dem Autobauer zur Verfügung stellen. Es stellt sich aber noch die Frage, wem dann was gehört. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_09_26.1:6 Ich habe gestern Abend mit Vertretern der Least Developed Countries, also der ärmsten Länder, über die Rolle des Internets und des Mobilfunks in diesen Ländern gesprochen. Eine wichtige Aussage war, dass in administrative Prozesse, die über das Mobiltelefon abgewickelt werden, mehr Transparenz kommt und somit die Frage der Korruption an Bedeutung verliert. Das heißt, gerade auch Entwicklungsländer an der Digitalisierung teilhaben zu lassen, wird bedeuten, mehr Rechtssicherheit zu ermöglichen und Entwicklungslücken zu verringern. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2006_10_24.2:16 Der technologische Fortschritt und die Digitalisierung der Medien haben das menschliche Verständnis von Raum und Zeit grundlegend verändert. Dank Internet können die Menschen überall auf der Welt heute leicht und preiswert miteinander in Kontakt treten. Wer heute ins Ausland geht, unternimmt keine Expedition in unbekanntes Gebiet mehr. Fast an jedem Ort finden sich Menschen und Angehörige der eigenen Kultur, Fernsehsender aus der Heimat und ein Laden mit den Lebensmitteln, die man von zu Hause kennt. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_10_07.1:15 Natürlich werden wir uns weiter mit der Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit beschäftigen. Natürlich werden wir uns mit der Digitalisierung unserer Gesellschaften, mit einer nachhaltigen Entwicklung, mit einer gemeinsamen Energiepolitik und mit Freihandelsabkommen mit anderen Ländern nach der Maßgabe unserer Prinzipien beschäftigen. Gerade jetzt wird ja ein wirtschaftlich starkes Europa, das die Chancen des Binnenmarktes nutzt, mehr denn je gebraucht. Dazu müssen wir auch die wirtschaftspolitische Koordinierung in der Eurozone verbessern und auf dieser Grundlage die Gründungsfehler der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion beheben. Deutschland und Frankreich werden ihren Beitrag dazu leisten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_07_11.1:29 Neben ordnungspolitischen Grundsatzfragen werden wir thematisch natürlich auch tiefer ins Detail gehen. Dabei wollen wir auch einige der Initiativen aufgreifen, die wir bereits unter deutscher G7-Präsidentschaft angestoßen haben. Dazu zählt etwa der Themenbereich Gesundheit. Wir denken unter anderem an die Durchführung einer Pandemie-Übung. Uns ist auch an einem gemeinsamen Vorgehen gegen Antibiotikaresistenzen gelegen. Wir werden auch über das Querschnittsthema Digitalisierung diskutieren. Denn die zunehmende Vernetzung wird noch viele tiefgreifende Veränderungen nach sich ziehen – in der Produktion, im Handel, in der Arbeitswelt, in der Mobilität oder auch beim Verbraucherschutz. urn:cts:gps4:bundestagspraesidenten.norbert_lammert.2013_02_27.1:1 Guten Abend meine Damen und Herren,liebe Kolleginnen und Kollegen,liebe Nominierte und Preisträger des heutigen Abends!Ich begrüße Sie alle miteinander herzlich zum traditionellen Medienempfang des Deutschen Bundestages mit der Verleihung des Medienpreises des Bundestages. Ich freue mich über die große Resonanz, die unsere Einladung auch in diesem Jahr wieder hat. Besonders gut gefällt mir, dass diesmal – relativ zu der Zahl der verschickten Einladungen – die Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen aus dem Deutschen Bundestag ähnlich stark ist wie bei den eingeladenen Vertretern der Medien. Das trägt ganz gewiss dazu bei, den Zweck der Veranstaltung zu sichern und zu fördern, den wir über die Preisverleihung hinaus ja ausdrücklich gemeinsam verfolgen: nämlich ohne sonstigen förmlichen Anlass Gelegenheit für ganz informelle, folgenlose Gespräche zu bieten. Der diesjährige Medienempfang und die diesjährige Preisverleihung finden an einem denkwürdigen Datum in einem denkwürdigen Gebäude statt. Heute auf den Tag genau vor 80 Jahren war der Reichstagsbrand, der uns heute – im Rückblick auf die dann folgenden Ereignisse – noch mehr als den damaligen Zeitgenossen als Fanal erscheint. So, als ob damals nicht nur ein Parlamentsgebäude, sondern eine Demokratie in Brand gesteckt worden wäre. Jedenfalls bleibt die diabolische Präzision bemerkenswert, mit der die erst seit wenigen Tagen im Amt befindlichen Nationalsozialisten noch in der gleichen Nacht tausende Oppositionelle verhaften ließen, insbesondere Kommunisten und Sozialdemokraten, schon am nächsten Tag in einer Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat die wesentlichen Grundrechte und damit die Substanz der Weimarer Verfassung außer Kraft setzten und dann insgesamt weniger als ein halbes Jahr brauchten, um die erste deutsche Demokratie zu liquidieren. Um dieses Ereignis, gerade wegen seines spektakulären Erscheinungsbildes, ranken sich bis heute manche Spekulationen, auch einige Mythen. Die meisten von Ihnen werden verstehen, dass ich die sicher gut gemeinte Anregung nicht aufgreifen werde, den verbleibenden Streit unter den Historikern durch eine Bundestagskommission klären und am Ende womöglich über verschiedene Lösungsalternativen per Mehrheit entscheiden zu wollen. Nach meinem Verständnis ist dieser Reichstagsbrand eines der nicht wenigen Beispiele für bedeutende historische Ereignisse, deren Wirkungen mit den Ursachen oder gar den Motiven derjenigen, die daran ganz unmittelbar beteiligt waren, in keinem oder nur in einem sehr losen Zusammenhang stehen. Aus dem, was sich dieser oder jener als Motiv bei der Herbeiführung einer Entscheidung oder eines Ereignisses gedacht oder zurecht gelegt hat, folgen nicht notwendigerweise die damit beabsichtigten Wirkungen – und umgekehrt. Jedenfalls haben wir Anlass, nicht nur heute, sondern auch in den nächsten Wochen, an einige der Daten zu erinnern, die Markierungen gesetzt haben im Niederbrennen einer deutschen Demokratie. Der heutige 27. Februar ist aber auch ein Jahrestag eines weit weniger spektakulären, gleichwohl bedeutenden, parlamentarischen Ereignisses. Auf den Tag genau vor 58 Jahren, am 27. Februar 1955, hat der Deutsche Bundestag in einer denkwürdigen Debatte mit einer Gesamtdebattenzeit von nahezu 50 Stunden die Pariser Verträge abschließend beraten und entschieden, mit denen im Ergebnis das Besatzungsstatut aufgehoben und die Souveränität des westdeutschen Teilstaates wieder hergestellt wurde. Wie viel davon im deutschen Fernsehen übertragen worden ist, will ich jetzt nicht weiter thematisieren. Es war jedenfalls mit und ohne diesen besonderen Aspekt in vielerlei Hinsicht ein denkwürdiger Vorgang, zumal die Schlussberatung und Schlussabstimmung an einem Sonntag stattgefunden haben, was wir uns heute auch nur schwerlich – selbst bei vergleichbar bedeutenden Ereignissen – vorstellen können. Ich weise auf dieses Datum auch deswegen hin, weil es zu den vielen beachtlichen, bedeutenden, parlamentarischen Ereignissen der Nachkriegsgeschichte gehört, die natürlich und glücklicherweise ordentlich dokumentiert sind, bis heute aber nur in Papierform in Bibliotheken nachzulesen waren. Wir haben heute – pünktlich zum diesjährigen Medienempfang – alle Protokolle und Drucksachen des Deutschen Bundestages seit 1949 online ins Netz gestellt; nach einem gewaltigen Digitalisierungsprozess, bei dem in den vergangen zwei Jahren 75.000 Dokumente mit 1,25 Millionen Seiten zu digitalisieren waren. Damit haben wir die Lücke bis zur achten Legislaturperiode geschlossen, von der ab wir bereits online über diese Daten verfügten. Ich bin sicher, dass nicht nur die anwesenden Repräsentanten der Medien froh sein werden, dass es nun einen sehr leichten, praktikablen Zugang zu diesen Protokollen und Drucksachen gibt, die nicht nur dann aufgefunden werden können, wenn man die Drucksachennummer kennt, sondern auch dann, wenn man nach Stichworten sucht oder gar nach einzelnen Zitaten aus einzelnen Debatten. Es gibt ja legendäre Zwischenrufe aus der Gründungsphase der Republik, deren genaue Fundstelle man nun auf diesem Wege schnell und verlässlich ermitteln kann. Der Brand des Reichstages heute vor 80 Jahren hatte – wenn überhaupt – den nicht ganz unbeachtlichen Kollateralnutzen, dass dieses Gebäude für die Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr zur Verfügung stand. Es wurde auch nicht mehr gebraucht, unabhängig von den Brandschäden. Ich persönlich habe wenig Zweifel daran, dass es die schnelle und breite Mehrheit sonst wohl nicht gegeben hätte – die es im Deutschen Bundestag nach der sehr knappen Entscheidung für den Umzug von Parlament und Regierung nach Berlin gab – hier, genau hier und nur hier den Sitz eines frei gewählten, demokratischen Parlamentes eines wiedervereinigten Deutschland einzurichten. Im Unterschied zur ersten deutschen Demokratie ist der zweite Versuch offenkundig besser gelungen, jedenfalls deutlich stabiler. Wir haben jetzt mehr als 60 Jahre hinter uns, davon schon wieder 20 Jahre nach Wiederherstellung der Einheit unseres Landes. Dabei ist mindestens so auffällig, denke ich, was nach dem Umzug von Bonn nach Berlin, nach Wiederherstellung der Einheit eines geteilten Landes unverändert geblieben ist, so wie auf der anderen Seite es sicher eine Reihe von bemerkenswerten Weiterentwicklungen, auch Veränderungen gegeben hat, die im Laufe einer so langen Zeit nicht wirklich überraschen können.Berlin-Mitte ist zu einer Bühne von Politik und Medien geworden, die von der Lebenswirklichkeit der Bürger weiter entfernt ist als das legendäre Raumschiff Bonn. […] Berlin-Mitte ist das Zentrum des politikverdrossenen Deutschland. Politiker und Medien beleuchten und beklatschen sich auf dieser Bühne gegenseitig, als Darsteller, Publikum und Kritiker. Von den Bürgern werden sie als eine selbstbezogene Kaste wahrgenommen, die in einem Boot sitzt, durch eine gleichartige Lebensweise verbunden, auf der sicheren Seite und jenseits der Risiken, die sie in Ausübung ihrer öffentlichen Macht den Bürgern zumuten. Weder diese Beobachtung noch diese Formulierungen sind von mir. Sie sind von Tissy Bruns, die in ihrem vor wenigen Jahren erschienenen Buch Republik der Wichtigtuer eine, wie ich finde, besonders bemerkenswerte Bestandsaufnahme des unter nahezu jedem Gesichtspunkt ganz besonderen Verhältnisses von Politik und Medien vorgenommen und insbesondere mit den Berliner Verhältnissen gespiegelt hat. Vor genau einer Woche ist sie gestorben, nach einer langen, schweren Krankheit. Tissy Bruns gehörte zu den Journalistinnen, die über eine bemerkenswerte Biographie und eine eindrucksvolle berufliche Laufbahn verfügen und die, wenn mich mein Eindruck nicht täuscht, auf beiden Seiten, bei den journalistischen Kolleginnen und Kollegen, wie bei den Politikern ein gleich hohes Ansehen genossen hat. In einem der zahlreichen Nachrufe wurde sie beschrieben als eine sensible Chronistin für das Verhältnis von Politik und Journalismus, eine Mahnerin vor der Gefahr einer Entpolitisierung durch Inszenierung und Oberflächlichkeit auf beiden Seiten. Das ist fast wie in die Verleihung eines Medienpreises hineingesprochen, auch wenn wir alle den Anlass bedauern, der heute Gelegenheit und Notwendigkeit bietet, an sie zu erinnern. Tissy Bruns hat der Jury über Jahre angehört, die über die Vergabe dieses Medienpreises entscheidet. Ich möchte ihr stellvertretend für viele, die sie gekannt und geschätzt haben, unseren Respekt und unseren großen Dank für ihr Engagement zum Ausdruck bringen. Meine Damen und Herren, der Deutsche Bundestag vergibt seinen Medienpreis seit 20 Jahren. 1993 ist er zum ersten Mal vergeben worden, er wird heute aber erst zum 14. Mal vergeben. Das erklärt sich dadurch, dass dieser Preis nicht in jedem Jahr vergeben worden ist. Peter Limburg wird gleich für die Jury nicht nur die Nominierungen erläutern und den Preisträger publik machen, sondern er wird sicher auch etwas zur Bewerberlage sagen. Uns – als Auslobern dieses Preises – gefällt, dass sich das Interesse auf einem hohen Niveau stabilisiert, was ich jetzt sowohl quantitativ wie qualitativ meine, einschließlich einer interessanten Verteilung auf die verschiedenen Medien, die sich nicht in einem statistischen Gleichgewicht befindet, aber deutlich macht, dass es – sowohl aus der Perspektive des Parlaments und seinem Interesse an Öffentlichkeit wie aus der Perspektive der Medien selbst mit Blick auf diesen Adressaten Parlament – ein ausgeprägtes, wechselseitiges Interesse gibt. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei den Damen und Herren der Jury herzlich zu bedanken. Das sind alles Leute, die auch ohne diese kleine, nicht genehmigungsbedürftige Nebentätigkeit gut beschäftigt sind und die sich durch die Bereitschaft, diese Aufgabe für uns zu übernehmen, einer nicht unbeachtlichen, zusätzlichen zeitlichen Inanspruchnahme unterziehen. Also ganz herzlichen Dank, verbunden mit der Hoffnung, dass Sie uns mit diesem Engagement erhalten bleiben und damit auch durch diese Tätigkeit zu dieser lebendigen, aber gleichzeitig auch geordneten, distanzierten Verbindung zwischen Politik und Medien beitragen. Meine Schlussbemerkung ist noch mal ein Zitat von Tissy Bruns, die über den Preis in ihrem Buch geschrieben hat, den die Eigendynamik von Märkten, auch und gerade von Medienmärkten nach sich zieht: Wenn der Preis nicht reflektiert wird, den die Anpassung der Politik an die Medienlogik verlangt, wird sie alle Akteure entwerten, die sich in Parteien, Institutionen, Regierungen, Parlamenten und in den Medien selbst mit Politik befassen. Der Deutsche Bundestag hat seinen Medienpreis insbesondere deswegen ausgelobt, weil wir die intensive, kritische – auch selbstkritische – Befassung mit diesem Parlament, seinen Ansprüchen, natürlich auch und gerade seinen Defiziten, ausdrücklich für notwendig halten und fördern wollen. Deswegen gilt mein Dank all denjenigen, die sich am diesjährigen Verfahren beteiligt haben und Ihnen danke ich noch mal für Ihr Interesse und Ihr Kommen heute Abend. urn:cts:gps4:bundesregierung.christina_weiss.2003_02_24.1:24 Konkret steht auf EU-Ebene die Revision der Fernsehrichtlinie auf der Agenda - das klingt sehr technisch, hat aber unmittelbare Auswirkungen auf die Qualität und Vielfalt von Kultur. Die Überarbeitung im Zuge der Reform der europäischen Medienordnung ist erforderlich, um die Richtlinie an das veränderte technische Umfeld anzupassen - Stichwort Konvergenz der Medien. Da die Europäische Kommission wesentliche Regelungsbereiche auf den Prüfstand stellen wird, die direkte Konsequenzen für unsere nationale Gesetzgebung haben, ist die Revision von hoher kultur- und medienpolitischer Relevanz. Im Kern geht es hier um die Frage, wie weitgehend der Medienbereich den Regeln des Marktes überlassen werden soll. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Programmvermehrung beim Rundfunk im Zuge der Digitalisierung nicht nur zu einem more of the same wird, sondern ein hochwertiges und pluralistisches Programm zur Verfügung stellt - nicht nur, aber auch damit Kunst und Kultur in den Medien immer wieder neu und anders zugänglich bleiben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_17.1:9 Erstens haben wir eine Veränderung der Lebenssituation dadurch, dass wir das Phänomen der Digitalisierung haben. Fast alle Lebensbereiche werden davon durchdrungen. Zweitens werden die Folgen des demografischen Wandels im Alltag und in allen Lebensbereichen immer deutlicher. Insbesondere die neuen Länder wissen, wovon die Rede ist. Das gilt für die Stadt Leipzig weniger; in Sachsen gibt es eine ganze Reihe von Orten, die das nicht so zu spüren bekommen. In den ländlichen Regionen wird es aber anders sein. Dort, wo mein Wahlkreis liegt, in Mecklenburg-Vorpommern, spürt man das sehr dramatisch. Drittens: Das ist etwas, womit viele in diesen Tagen besonders beschäftigt sind, und zwar mit vermehrter Zuwanderung. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_17.1:14 Wir haben, bei allen Unzulänglichkeiten, ein hochwertiges Bildungs- und Ausbildungssystem, mit dem wir uns international sehen lassen können. Wir sind heute in der Lage, dank moderner Kommunikations- und Informationstechnologien auch völlig neue Formen der Teilhabe, die wir früher nicht hatten, zu ermöglichen und zu erleben. Wir kennen allerdings auch die Schattenseiten des permanenten Umgangs mit dem Smartphone. Der Mensch darf in dieser neuen Welt der Digitalisierung nicht zu kurz kommen. Das ist auch wichtig. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_17.1:37 Im Übrigen werden wir erleben ‒ wenn ich noch einmal auf das Stichwort Digitalisierung zurückkommen darf ‒, dass die Älteren unter dem Stichwort lebenslanges Lernen teilhaben können, wenn sie bereit sind, auch immer wieder Neues aufzunehmen. Wir haben zum Beispiel Unternehmen wie Bosch, in denen die Jüngeren die Älteren permanent beim Lernen hinsichtlich der Digitalisierung begleiten. Das Wort Industrie 4.0 ist nichts für junge Fachkräfte allein, sondern es muss auch von den Geschäftsleitungen und Unternehmensleitungen verstanden werden. Ich finde es toll, wenn sich Ältere darauf einlassen und sich von den Jungen etwas sagen lassen. Beim Anschluss eines neuen Computers oder eines neuen Fernsehers ist man ohnehin froh, wenn man jemanden kennt, der jünger ist. Ich bin zufrieden, dass ich offensichtlich kein Ausnahmefall bin, sondern dass das allgemein so ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2011_09_19.1:13 Seit vielen Jahren schon befassen Sie sich auf Ihren Kongressen mit diesem Wandel. Die Fragen liegen auf der Hand: Wie wirkt sich die Digitalisierung auf den Printjournalismus und das Verlagsgeschäft aus? Wie verändert sich die Leserschaft beziehungsweise ihr Mediennutzungsverhalten? Für Sie als Zeitungsverleger ist es geradezu lebenswichtig, am Puls der Zeit sein zu können. Dabei stellt sich für Sie immer wieder die wichtige Frage: Ist Ihre Branche Getriebene oder eine Treibende des Wandels? urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_05_24.1:1 In seiner Rede bei der Media-Night der CDU in Berlin beschäftigte sich der Staatsminister für Kultur und Medien mit den Herausforderungen der Digitalisierung in der Medienwelt und ging besonders auf den Schutz des Urheberrechts ein. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_05_24.1:4 Alles steht heute unter der Überschrift: Digitalisierung. Die Aufgabe unserer Medienpolitik muss es sein, die Chancen der Digitalisierung auszuschöpfen und ihre Risiken zu minimieren. Zu den Chancen gehört es zum Beispiel, über digitale Bibliotheken und Online-Portale die Schätze unserer Kultur, unser kulturelles Erbe wie auch die aktuelle Kunst quasi jedermann zugänglich zu machen. Einen wichtigen Beitrag hierzu wird zukünftig die Deutsche Digitale Bibliothek leisten, deren technische Infrastruktur derzeit auch mit Mitteln meines Hauses aufgebaut wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_05_24.1:6 Die aktuelle Debatte zeigt vor allem auch eins: Der Finanzbedarf in den nächsten Jahren und Jahrzehnten für die Digitalisierung von Kulturgut ist enorm. Er übersteigt bei weitem das, was Bund, Länder und Kommunen gemeinsam leisten können. Ich stehe deshalb einer Kooperation öffentlicher Einrichtungen mit der Privatwirtschaft durchaus aufgeschlossen gegenüber, so wie es die Bayerische Staatsbibliothek mit Google schon erfolgreich praktiziert. Eines muss hierbei ganz klar sein: Weder darf dies zu Informationsmonopolen privater Unternehmen führen, noch dürfen die Vorgaben des Urheberrechts missachtet werden. Auch im Falle der Kooperation mit Privaten müssen Digitalisate den öffentlichen Einrichtungen weiter frei zur Verfügung stehen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_05_24.1:9 Ein Kernvorhaben mit Blick auf die Digitalisierung ist daher die Reform des Urheberrechts. Hierbei muss eines klar sein: Der Urheber bleibt Ausgangspunkt aller rechtlicher Überlegungen. Für eine Neuformulierung des Schutzzwecks des Urheberrechts zugunsten der Nutzer besteht kein Anlass. Freier Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken kann im digitalen Zeitalter nicht auf Kosten der Kreativen erfolgen, in dem das Urheberrecht in ein Verbraucherrecht umgedeutet wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.julian_nida_ruemelin.2002_06_13.1:2 Gesellschaften bilden Kommunikations- und Verständigungszusammenhänge. Wenn Informationskanäle und Kommunikationswege sich verändern, beeinflusst dies die Verfasstheit der Gesellschaft signifikant. Im Kern geht es also bei der Modernisierung der Medienordnung um die Modernisierung der Gesellschaft selbst. Nur eine Gesellschaft, die allen Bürgerinnen und Bürgern gleichberechtigt einen Zugang zu den Medien ermöglicht, ist genuin demokratisch. Ein gemeinsamer Bildungshintergrund, gemeinsame politische Kenntnisse, auch Gemeinsamkeiten der Unterhaltung und der Kultur sind ein zentrales öffentliches Gut in der Demokratie. Eine verantwortliche Medienpolitik muss dafür den Ordnungsrahmen setzen. Hier setzt der Antrag der Koalitionsfraktion an. Er beschreibt ausführlich und präzise die Anforderungen an die Politik, die sich aus der als Digitalisierung beschriebenen Entwicklung ergeben. Die Digitalisierung wird in absehbarer Zeit zu einer weitreichenden Konvergenz der Übertragungswege und am Ende möglicherweise auch der Medieninhalte führen. urn:cts:gps4:bundesregierung.julian_nida_ruemelin.2002_06_13.1:11 Dieser Ansatz findet erfreulicherweise breite Zustimmung, von Seiten der Wissenschaft, aber auch und vor allem von Seiten der Marktteilnehmer. Wir präsentieren so ein Modell, das zukunftsfähig ist, weil es die Angebotsflut im Zeitalter der Digitalisierung bewältigen kann und für eine zeitgemäße Verschränkung von Staat und Gesellschaft sorgt. Das staatlich organisierte Verfahren stützt bestehende zivilgesellschaftlichen Strukturen und verleiht ihnen die notwendige Durchsetzungskraft. urn:cts:gps4:bundesregierung.julian_nida_ruemelin.2002_06_13.1:16 Auch vor diesem Hintergrund ergeben sich neue Herausforderungen durch Digitalisierung und technische Konvergenz. Dem stellt sich die Bundesregierung. Mit Unterstützung übrigens der meisten Bundesländer arbeitet sie auf insbesondere auf die Realisierung der folgenden Ziele hin: urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2009_10_16.1:13 Es geht im Kern um die gemeinsame Verantwortung für Aufgaben, die von nationaler Bedeutung sind – zunehmend auch im europäischen Kontext – und von denen viele auch eine globale Dimension haben. Dies betrifft den Schutz des Kulturguts und den Erhalt des kulturellen Erbes ebenso wie die neuen Herausforderungen, wie den Schutz des Urheberrechts, die Digitalisierung von Kulturgütern und kulturelle Belange, die mit Prozessen der Migration und Integration verbunden sind. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2007_06_07.1:27 Auch wenn die Aura des Originals nicht zu ersetzen ist - ein weiterer wichtiger Schwerpunkt einer europäischen Kulturpolitik ist die Digitalisierung des kulturellen Erbes. Diese Aufgabe ist nur gemeinschaftlich zu bewältigen. Die europäischen Kulturminister haben sich daher im vergangenen November auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_10_31.1:1 In seiner Rede wies Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf die Bedeutung des Kinos als Kulturort hin und sprach die Themen Kinodigitalisierung und FFG-Novelle an. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_10_31.1:2 In seiner Rede wies Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf die Bedeutung des Kinos als Kulturort hin und sprach die Themen Kinodigitalisierung und FFG-Novelle an. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_10_31.1:10 Ich finde, kaum etwas macht den Umbruch deutlicher, als der Anblick dieses Vorführraums des Lichtspiel-Kinos, wo der neue digitale Projektor neben einem voll funktionsfähigen analogen Projektor aus dem Jahr 1954 steht. Gerade für Sie, liebe Programmkinobetreiber, stellt die Digitalisierung eine enorme finanzielle Herausforderung dar. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_10_31.1:13 Es war ein zähes Ringen. Aber das Ergebnis zählt: Die FFA wird nun in den nächsten Tagen die ersten Finanzierungen ausreichen. Ab jetzt erhält jedes Kino, das Anspruch auf Förderung hat, zusätzlich auch den Beitrag der Verleiher. Und das gilt rückwirkend auch für die bereits digitalisierten Kinos. So ist jetzt endlich sichergestellt worden, dass diejenigen, die am meisten von der Digitalisierung der Kinos profitieren – also die VeIn r –, sich auch an der Finanzierung beteiligen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_10_31.1:14 Zum Thema Kinodigitalisierung möchte ich jedoch gern noch eine Abschlussbemerkung machen: Vielen von Ihnen dürfte bekannt sein, dass ein großes deutsches Kinounternehmen Klage gegen die FFA-Kinodigitalisierungsförderung erhoben hat. Man sieht nicht ein, dass nur die kleineren Kinos unterstützt werden. Aber es ist erst recht nicht einzusehen, dass auch die großen Kinoketten staatliche Hilfen erhalten. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_10_31.1:15 Diese sind ohne Weiteres in der Lage, die Digitalisierung selbst zu finanzieren. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass einzelne Betreiber ausschließlich ihr eigenes Wohl im Auge haben und den Untergang anderer Mitbewerber billigend in Kauf nehmen. Das hat mit Solidarität nichts mehr zu tun! urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2017_05_29.1:5 Ich freue mich, dass in diesem Jahr 36 verschiedene und ganz unterschiedliche Lebensbereiche betreffende Traditionen in die Listen aufgenommen werden. Denn es ist schön, dass wir heutzutage nicht nur in jeder Lebenslage Coffee to go trinken können, sondern dass man - vor allem in Ostfriesland - auch mal eine ruhige Tasse Tee genießt. Es ist großartig, dass wir im Internet das gesammelte Wissen der Welt finden –und uns doch noch Märchen erzählen. Es ist gut, dass wir unsere Vorfahren medizinisch längst überholt haben – und dass es trotzdem noch immer Hebammen gibt, die werdenden Müttern geben, wozu Apparate (vermutlich) nie in der Lage sein werden: individuelle, einfühlsame Beratung. Gerade in Zeiten rasanter Veränderungen, bedingt durch Digitalisierung und Globalisierung, sind solche identitätsstiftenden Konstanten wichtiger denn je. urn:cts:gps4:bundesregierung.christina_weiss.2003_04_08.1:6 Als allgemeine Überzeugung gilt: Die Entwicklung der digitalen Informationsgesellschaft wird geprägt durch die Globalisierung mit ihrer weltweiten Vernetzung und den daraus resultierenden kommunikativen Möglichkeiten. Die Digitalisierung beschert uns neue Freiheit, wir verengen uns nicht auf ein Medium. Das Internet ist omnipräsent, es bietet völlig neuartige Ansätze des Informations-, wichtiger noch des Gedanken- und Meinungsaustausches, über nationale, kulturelle, ethnische und weitgehend auch sprachliche Grenzen hinweg. Aber wie nutzen wir diese Chancen am überzeugendsten? urn:cts:gps4:bundesregierung.christina_weiss.2003_04_08.1:11 Der MHP-Standard und die Digitalisierung der Angebotsübertragung werden die notwendigen Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des Rundfunks und das Zusammenwachsen von Informations-, Kommunikations- und Rundfunktechniken schaffen. Sie bilden auch die infrastrukturellen Grundlagen für die Markteinführung neuer digitaler Produkte und Dienste, sowohl beim klassischen Rundfunk als auch im Bereich neuer multimedialer Dienste. Berlin ist ja - zusammen mit Brandenburg - Vorreiter bei der Einführung des digitalen Fernsehens und wird damit bald praktische Erfahrungen mit der digitalen Technik haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.christina_weiss.2003_04_08.1:33 Auch muss die Frage erlaubt sein, inwieweit die Musikwirtschaft selbst die Urheberrechte ihrer Autoren schützt und angemessen vergütet. Die Frage stellt sich mir, wenn in einem Konzernteil die CD-Brenner für die Kopie der Musik hergestellt werden, die zur gleichen Zeit in einem anderen Teil des Konzerns produziert wird. Das Problem hat sich heute nur von der technischen Seite mehr hin zur Software verschoben. Jeder Kopierschutz hat aber bisher seinen Meister gefunden. Gerade erst wurde wieder eine Neuentwicklung (Alcohol 120%) vorgestellt, die bisherige Kopierprogramme an Handhabbarkeit und Wirksamkeit übertreffen soll. Und selbst wenn ein hundertprozentiger Kopierschutz gelänge, bliebe - darüber spricht nur niemand - immer noch die Möglichkeit der nachträglichen Digitalisierung einer analogen Kopie. Und wie Sie wissen, ist auch die so erreichbare Qualität ganz ordentlich. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_12.1:7 Sie haben sich – darauf werde ich später noch zu sprechen kommen – heute Morgen mit dem Vortrag von Herrn Döpfner bereits mit der Digitalisierung im medialen Bereich beschäftigt. Sie werden sich heute beim Abendessen, wenn Herr Zetsche kommt, mit diesem Thema noch einmal beschäftigen. Sie richten Ihren Blick auch in Richtung China. Mit China haben wir ebenfalls enge Beziehungen. Ich selber werde diesen Herbst noch einmal dorthin reisen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_12.1:11 Das alles ist aber nur eine Momentaufnahme. Wir stehen natürlich großen Herausforderungen gegenüber. An dieser Stelle will ich nochmals auf die Digitalisierung zurückkommen. Denn mich treibt das Thema sehr um. Ich möchte Sie alle bitten – Sie tun es wahrscheinlich, aber Sie können es gar nicht genug tun –, wenn ich mir das erlauben darf: Beschäftigen Sie sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung in allen Bereichen. Sie wird unser Leben verändern. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_12.1:13 Deshalb ist die Digitalisierung mehr als nur die Industrie 4.0, die sich im Wesentlichen mit dem Kommunizieren von Unternehmen und Maschinen beschäftigt, sondern es ist das Internet der Dinge und Personen, in dem alles, was zum Datenaustausch vernetzt werden kann, miteinander kommunizieren wird. Wer Daten am geschicktesten erhebt und daraus am besten neue Wertschöpfung betreibt und neue Produkte kreiert, wird sozusagen der Champion der Zukunft sein. Das kann die deutsche Wirtschaft gut bewerkstelligen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_12.1:20 Es gibt eine Gefahr. Wenn man mit Recht viel von Digitalisierung spricht, dann entsteht schnell der Eindruck, mit der Digitalisierung könne man nur klarkommen, wenn man studiert habe. Das ist falsch. Wir wissen heute von den Mechatronikern und anderen, dass sie sehr wohl mit der Digitalisierung klarkommen. Wir brauchen aber die richtigen Berufsbilder für die neue Zeit. Hierbei ist die Bundesbildungsministerin mit den Ländern zugange. Wir haben glücklicherweise auch die Allianz für Aus- und Weiterbildung. Wir haben mit den Sozialpartnern jüngst in Meseberg lange darüber gesprochen: Die Digitalisierung wird natürlich auch unsere gesamte Arbeitswelt durcheinanderwirbeln. Wie die Regulierung in einer solchen Arbeitswelt aussieht, darüber muss man nachdenken. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_10_27.1:7 Das ist auch deshalb so wichtig, weil wir durchaus ein Zeitproblem haben. Wir haben bei der Entwicklung des Internets selbst und auch bei der Entwicklung der Anwendungen für Konsumenten nicht immer die Nase vorn – um es vorsichtig auszudrücken. Jetzt aber, da digitale Möglichkeiten immer mehr Eingang in die industrielle, in die wirtschaftliche Welt finden, haben wir eine Chance, an unseren starken Industriestandorten Deutschland und Frankreich eben mit Hilfe der Digitalisierung die Unternehmen der Zukunft zu gestalten – nennen wir es Industrie der Zukunft oder Industrie 4.0 oder wie auch immer. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_10_27.1:8 Das, was wir uns hier heute anschauen konnten, stimmt durchaus sehr hoffnungsvoll. Deshalb bitte ich darum, dass alle mit Enthusiasmus daran weiterarbeiten. Wenn wir die Vorgaben der Kommission, unseren Anteil an der industriellen Wertschöpfung zu halten oder zu erhöhen, in Europa wirklich realisieren wollen, dann müssen wir die Digitalisierung der Produktion schaffen; ansonsten werden wir abgehängt und werden diese Zukunft nicht mitmachen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_02_08.1:14 Bereits in 2012 wurde für die Restaurierung und Digitalisierung unseres Filmerbes durch mein Haus fast eine halbe Million Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr sind es hierfür schon eine Million Euro, unter anderem für die Stiftung Deutsche Kinemathek, die zudem federführend für den Kinematheksverbund einen Bestandskatalog erarbeitet. Er soll die Filmwerke erfassen, die in den Filmarchiven in Deutschland bereits vorhanden sind. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2015_04_23.2:3 Dieses Jahr scheint ein gutes Wirtschaftsjahr zu werden. Ihr Programm lässt zugleich die Herausforderungen erkennen, denen wir begegnen müssen: Energie, Rente, Mindestlohn, Erbschaftsteuer, Digitalisierung – alles wichtige und zum Teil auch hoch umstrittene Themen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_10_02.1:27 Diese beiden umfassenden Portale für die deutsche und europäische Kultur und Wissenschaft stellen einen wesentlichen Schritt dar, um viel mehr Menschen den Zugang zu unseren Kulturgütern zu eröffnen. Wir werden im Haushalt 2013 weitere beträchtliche Mittel zur Digitalisierung bereitstellen, bei deren Vergabe die Deutsche Nationalbibliothek unser Partner ist. urn:cts:gps4:bundestagspraesidenten.norbert_lammert.2011_11_17.1:18 Das Thema hat unendlich viele Aspekte. Der Aspekt, der uns im Augenblick also in den letzten zwei, drei Jahren in einer ganz besonderen und so auch von niemandem vorher erwarteten Weise beschäftigt, ist insbesondere die dramatische Auseinanderentwicklung zwischen den Finanzmärkten auf der einen Seite und dem kleinen verbliebenen Rest, für den man inzwischen die wunderschöne Bezeichnung Realwirtschaft gefunden hat. Da kommt alleine in der Terminologie ein Bewusstseinsprozess zum Ausdruck, von dem es noch schöner gewesen wäre, wenn er vor der großzügigen Deregulierung der Finanzmärkte stattgefunden hätte, an der wir alle in unterschiedlichen Rollen der eine mehr, der andere weniger beteiligt gewesen sind. Zum Teil übrigens in einer bemerkenswert irreführenden, aber erfolgreichen Inanspruchnahme des Freiheitsversprechens dieses Staates und seiner Wirtschaftsordnung, dass das, was heute technisch möglich sei, in Zeiten von Globalisierung, Digitalisierung und Internet auch selbstverständlich erlaubt sein müsse. Da gibt es inzwischen vielleicht nicht nur, vielleicht nicht einmal in erster Linie aufgrund revitalisierter ethischer Orientierungen, sondern handfest schmerzhafter Erfahrungen neue Einsichten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_12_04.1:18 Insbesondere die Digitalisierung birgt für neue Produkte, Verfahren und Anwendungen viele große Potenziale, die es zu erschließen gilt. Da ist in erster Linie natürlich die Wirtschaft gefordert. Der Staat aber hat für möglichst innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu sorgen. Dazu hat die Bundesregierung die Digitale Agenda beschlossen. Zunehmende Digitalisierung stellt letztlich auch die Stiftung Warentest vor neue Herausforderungen. Schnelle Innovationszyklen sorgen dafür, dass Testergebnisse innerhalb kürzester Zeit überholt sein können, weil es schon wieder neue Angebote gibt. Der Trend von morgen ist schneller denn je der Trend von gestern. Außerdem haben sich unsere Einkaufswege verändert. Der Handel über das Internet, bequem von zu Hause aus, hat enorm zugenommen. Doch wer kann sich schon sicher sein, dass sein Online-Shop am nächsten Tag noch die gleichen Geschäftsbedingungen ausweist? Die Stiftung Warentest wird deshalb auch künftig alle Hände voll zu tun haben, um die Verbrauchersouveränität zu stärken – sei es auf digitalen oder nichtdigitalen Märkten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_12.1:17 Hinzu kommt, dass wir uns nicht nur mit unseren europäischen Werten, sondern auch mit unserem Wirtschafts- und Sozialmodell im rasanten globalen Wettbewerb behaupten müssen. Das wird uns nur gelingen, wenn wir gemeinsam passende Antworten auf den technischen Fortschritt und die zunehmende Globalisierung und Digitalisierung finden. Natürlich sind wir es jeweils unserer eigenen Bevölkerung schuldig, das Wohlstandsversprechen zu erfüllen, das die Europäische Union insgesamt abgegeben hat: Unseren Kindern soll es möglichst besser, aber zumindest genauso gut gehen, wie es uns heute geht. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_10_24.1:10 Für Veranstalter und Clubbetreiber bedeutet ein Leben für die Musik oftmals ein Leben am Rande der Existenz, am finanziellen und körperlichen Limit. Wenn sie jungen, unbekannten Künstlern eine Chance geben, haben sie nicht in erster Linie ihre Einnahmen im Blick, sondern wollen etwas wagen, anders sein, experimentieren. Dabei riskieren sie viel für die kulturelle Vielfalt in unserem Land - und weil dem Bund die lebendige Clubszene am Herzen liegt, habe ich für sie - zusätzlich zum APPLAUS - Gelder aus meinem Etat bereitgestellt: Mit 1,5 Millionen Euro für die Digitalisierung der Aufführungstechnik sind nun mehr als 200 Musikclubs in 15 Bundesländern technisch wieder auf dem neuesten Stand - und zwar nicht nur Spielstätten in den Metropolen, sondern beispielsweise auch der Bunte Hund in Zittau, der Club Bogaloo in Pfarrkirchen, das Kühlhaus in Flensburg oder der Parkclub in Fürstenwalde. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_06_16.2:14 Verstehen Sie mich nicht falsch, ich verschließe nicht die Augen vor den Chancen der Digitalisierung, denn sie bietet die Möglichkeit, Kultur einem größeren Teil der Bevölkerung zugänglich zu machen. Und das ist gut so. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2015_09_25.1:17 Digitalisierung, Industrie 4.0 – das sind in der Außenwirtschaftsförderung relativ neue Spielfelder. Unsere Förderinstrumente haben über Jahrzehnte klassischen Bereichen wie dem Maschinenbau oder der Energiewirtschaft gegolten. Aber was für den Bau von Kraftwerken in Lateinamerika oder von Autobahnen in Asien funktioniert, das mag für die neuen Geschäftsmodelle der digitalen Wirtschaft nicht unbedingt passend sein! urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_06_09.1:12 Heute ist es kein Wandel der Staatsform, dem die Volkshochschulen sich stellen müssen. Es ist der digitale Wandel, der alle Bereiche unseres Lebens erfasst und somit auch die Erwachsenenbildung verändert. Wir sollten über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung diskutieren, und zwar nicht nur unter Fachleuten, das ist relativ einfach, sondern in der ganzen Gesellschaft. Nur so kann es gelingen, die Vorteile zu nutzen, die diese Technik bietet, und zwar für alle. Und nur so kann es gelingen, auch die Nachteile zu erkennen, die mit einer schrankenlosen Kommunikation verbunden sind, die oft in aller Anonymität abläuft. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_06_09.1:14 Die Digitalisierung ist aber nicht nur ein Gegenstand der Weiterbildung, sondern sie bringt auch etwas anderes hervor, nämlich neue Formen des Lernens. Zahlreiche digitale Lernangebote sind entstanden, die den Unterricht vor Ort teilweise ergänzen, teilweise sogar ersetzen. Vieles ist da noch in der Erprobungsphase, anderes wird schon erfolgreich genutzt. Neue Anbieter – übrigens auch private – haben die Bildungsbranche belebt, Wettbewerb hat Prozesse der Erneuerung in Gang gesetzt. Das digitale Lernen, es bereichert die Bildungslandschaft. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_06_12.1:12 Die Kinodigitalisierung schreitet voran. Bis Ende 2013 wird die Bundesregierung 21 Millionen Euro dafür ausgegeben haben. Zurzeit sind in Deutschland fast 70 Prozent der Kinosäle digitalisiert. Die technische Wettbewerbsfähigkeit auch der Kinos in der Fläche und der Arthouse- und Programmkinos wird damit erreicht. Das ist eine Gemeinschaftsleistung von Bund, Ländern und Filmwirtschaft. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_06_12.1:17 Mit dem heute zu verabschiedenden Entwurf für die Novellierung des FFG wird die Digitalisierung des Filmerbes zudem ausdrücklich in den Aufgabenkatalog der FFA aufgenommen. Hierdurch wird der finanzielle Beitrag der Filmwirtschaft zu dieser wichtigen Aufgabe sichergestellt. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2007_11_08.1:13 Denn von den Besucherzahlen der Kinos hängt letztlich der Erfolg der Filmwirtschaft ab. Dort gibt es sicher noch Potentiale. Die Politik kann Menschen nicht zum Kinobesuch verpflichten, aber wir wollen den Abspielstätten bei den anstehenden strukturellen Veränderungen helfen, damit sie als Kulturort auch in der Fläche überhaupt erhalten bleiben. Ein wichtiger Schritt dazu wird die Digitalisierung sein. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2007_11_08.1:14 Sie hat große wirtschaftliche Vorteile für Abspielstätten und Verleiher, ihre Einführung aber erfordert große Investitionen. Die Kosten für die Digitalisierung werden auf 60.000 bis 80.000 Euro pro Leinwand geschätzt. Insbesondere für kleinere Kinos in strukturschwachen Gebieten und für Programmkinos ist dies alleine kaum zu finanzieren. Wir prüfen verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten. Ein Konzept, wie eine solche flächendeckende Digitalisierung verwirklicht werden soll, liegt uns leider immer noch nicht vor. Ohne ein solches Konzept ist öffentliche Unterstützung nicht denkbar. Kino- und Verleihwirtschaft müssen aufeinander zugehen, und entsprechend der Einspareffekte müssen auf beiden Seiten Kompromisse geschlossen werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_09_12.1:12 Wir führen die Digitalisierung der Kinos fort, wobei unsere Unterstützung auf die kleineren konzentriert ist, denn neben den großen Kinoketten brauchen wir zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in der Fläche die kleinen und Arthouse-Kinos! urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_09_12.1:13 Und wir haben beträchtliche Mittel neu in den Haushalt gestellt, um die Digitalsierung unserer Kulturgüter zu forcieren, die in unseren Bibliotheken, Archiven und Museen verwahrt werden. Wir müssen die Chancen der Digitalisierung nutzen, um viel mehr Menschen den Zugang zu unseren kulturellen Gütern zu erleichtern! urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_09.1:9 Deshalb müssen wir um der Arbeitsplätze willen und des Wohlstands willen sowohl auf der nationalen Ebene als auch auf der europäischen Ebene natürlich weiter daran arbeiten, auch in Zukunft im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Es kommt etwas hinzu: Nur so werden wir dann auch unsere Werte und unsere Interessen weltweit behaupten können. Weiter daran arbeiten heißt: Wenn sich die Welt um uns herum jeden Tag weiterentwickelt, zum Teil in atemberaubendem Tempo, dann muss sich auch Europa weiterentwickeln. Wesentlich dafür ist, die Globalisierung und die Digitalisierung als Chance zu begreifen und gemeinsam alles dafür zu tun, beides mitzugestalten, und zwar wieder auf der Grundlage unserer Werte, aber auch unserer wohlverstandenen eigenen Interessen. Dazu gehört ganz selbstverständlich auch eine Handelspolitik, die auf freien Handel setzt. Auch diese muss sich natürlich an unseren Werten und Interessen orientieren. Aber Deutschland als Handelsnation ist in besonderem Maße darauf angewiesen, einen guten Zugang nicht nur zum europäischen Binnenmarkt, sondern auch zu den Weltmärkten zu haben und sich dort ohne Hindernisse und Benachteiligungen dem globalen Wettbewerb stellen zu können. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_11_24.1:1 Mit ihren guten Ideen steht die Kultur- und Kreativwirtschaft für die Kraft der Veränderung, die das Land voran bringt und die helfen kann, Schritt zu halten mit dem rasanten Tempo technologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Entwicklungen im Zeitalter der Digitalisierung, der Globalisierung und Internationalisierung. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_11_24.1:2 Mit ihren guten Ideen steht die Kultur- und Kreativwirtschaft für die Kraft der Veränderung, die das Land voran bringt und die helfen kann, Schritt zu halten mit dem rasanten Tempo technologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Entwicklungen im Zeitalter der Digitalisierung, der Globalisierung und Internationalisierung. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_11_24.1:6 Davon, meine Damen und Herren, habe ich mir erst gestern, als ich die Kultur- und Kreativpiloten 2016 im Bundeskanzleramt empfangen habe, wieder einmal ein Bild machen können. Jede einzelne der 32 - im doppelten Wortsinn - ausgezeichneten Ideen erzählt von einer Intelligenz, die Spaß macht, von der Kraft der Phantasie, die wir - mein Haus in Kooperation mit dem Bundeswirtschaftsministerium - im Rahmen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft fördern wollen. Ich bin immer wieder begeistert und beeindruckt, was aus dieser Kraft entsteht. Mit Ihren guten Ideen stehen Sie alle, meine Damen und Herren, für die Kraft der Veränderung, die unser Land voran bringt und die uns auch helfen kann, Schritt zu halten mit dem rasanten Tempo technologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Entwicklungen im Zeitalter der Digitalisierung, der Globalisierung und - damit verbunden - der Internationalisierung, um das diesjährige Tagungsmotto aufzugreifen. Dazu ist es wichtig, dass Kreativität sich nicht nur auf Intelligenz, die Spaß macht beschränkt, sondern sich auch mit unternehmerischer Weitsicht zu behaupten weiß. Deshalb unterstützt die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft Künstler und Kreative dabei, ökonomisch erfolgreich zu sein - national wie international - , und ich freue mich sehr, dass es über die bisherige Unterstützung hinaus seit diesem Jahr auch einen eigenen Haushaltstitel in meinem Kulturetat gibt: Bisher stehen für die kulturellen Schwerpunkte der Kultur- und Kreativwirtschaft allein in diesem Jahr 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. urn:cts:gps4:bundesregierung.michael_naumann.1999_11_01.1:52 Das Interessante ist hier die Aufgabe des Bundes, teilzuhaben an einer Verbesserung des Urheberrechts. Tatsache ist, dass aufgrund der Digitalisierung und der Möglichkeit, inzwischen auch zu Hause eine CD nachzubrennen, der Musikindustrie auch gerade im Popbereich außerordentlich hohe Verluste zugemutet werden. Hier versuchen wir in Zusammenarbeit mit dem Europarat und den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union das Urheberrecht zu harmonisieren und zu modernisieren, um diesen neuen Piraterien einen Riegel vorzuschieben. Ich bin allerdings der Meinung, dass das aufgrund der Universalität der digitalen Technik fast unmöglich geworden ist und buchstäblich ein weltweites Problem verursacht. Das hat zur Konsequenz, dass sich die Popmusik-Industrie aufgrund ihrer geringer werdenden Gewinne auf die Bestseller konzentriert. Dieses wiederum hat zur Konsequenz, dass es eine gewisse musikalische Verarmung geben wird. Neue Gruppen, die etwas anderes und völlig Neues probieren, werden nicht so oft die Marktchance bekommen, die sie eigentlich haben sollten, denn die Industrie muss auf Nummer Sicher gehen, weil ihr die Rendite wegläuft. Das sind sehr interessante Zusammenhänge, die möglicherweise dazu führen, dass die Entwicklung der Popmusik stagniert. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_12_06.1:7 Handschriften und Buchbestände aus vergangenen Jahrhunderten im Zeitalter der Digitalisierung im Original zu erhalten, mag antiquiert scheinen. Doch gerade die Sammlung Perthes mit ihren umfangreichen Beständen zur Entwicklung der Kartographie und Geographie im 19. und 20. Jahrhundert eröffnet uns den Blick in eine vergessene Zeit, in der man andere Erdteile noch per Hand vermaß und große Entdeckungen vor Ort machte. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2008_06_19.1:2 Ich denke, es war ein kluger Schritt, dass sich die GEMA im vergangenen Jahr hier in Berlin ihr Hauptstadtbüro eröffnet hat. Nichts gegen das schöne München – doch scheint mir, dass auf diese Weise noch besser die wichtigen Kontakte zur Politik und zu den Multiplikatoren aus Kultur und Wirtschaft so unmittelbar und, ja, auch so ungezwungen gepflegt werden wie beispielsweise beim heutigen Abend. Für ein Unternehmen wie die GEMA ist es von grundlegender Bedeutung, mit seinen Anliegen bei den Entscheidungsträgern dieses Landes richtig verstanden zu werden. Umgekehrt brauchen wir die GEMA auch als Ansprechpartnerin in einer Zeit, in der nicht nur die Herausforderungen der Digitalisierung gemeistert werden müssen, sondern vor allem von europäischer Seite Druck mit wettbewerbspolitischen Argumenten ausgeübt wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_11_11.1:15 Gerade im Bereich der Bücher spüren wir die Auswirkungen der Digitalisierung, ich weise nur auf das Ihnen allen bekannte google books settlement hin. Google hat seit 2004 mehrere Millionen Bücher digitalisiert und ausschnittsweise im Internet zugänglich gemacht, ohne zuvor die Zustimmung der Rechteinhaber einzuholen. Hiergegen haben amerikanische Verlage und Autoren eine Sammelklage erhoben und einen Vergleich ausgearbeitet, der vom zuständigen US-Gericht gebilligt werden muss. Als Erster aus dem politischen Bereich habe ich das Vorgehen von Google missbilligt und die Bundesregierung insgesamt zum Handeln gedrängt. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_11_11.1:31 Wir brauchen schließlich auch weiterhin Autoren, Schriftsteller und Übersetzer – um der Inhalte willen und damit die Verlage, online oder zwischen Buchdeckeln, etwas verkaufen können. Dabei ist es unerlässlich, die Autoren weiterhin in die Entscheidung über die Digitalisierung ihres Werks mit einzubeziehen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_08_12.1:10 Eine besonders zu nennende Leistung des Deutschen Filminstituts ist das Filmportal. In einer europaweiten Vorreiterrolle hat das DIF hier eine frei verfügbare Datenbank geschaffen, die heute mit ihren Daten zu über 76.000 Filmen und 170.000 Personen die gesamte Filmografie unseres Landes abbildet. Das Deutsche Filminstitut mit seiner besonderen Kenntnis in Sachen Digitalisierung ist darüber hinaus im Kompetenzzentrum für die Deutsche Digitale Bibliothek, die durch mein Haus betreut wird, für den Bereich der Bewegten Bilder zuständig. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_08_12.1:24 Der Kinofilm ist und bleibt ein Kulturgut besonderer Art – und das gemeinschaftliche Erleben des Films im Kino ebenso. Das Kino in der Fläche, im ländlichen Raum, ist häufig das einzige Zentrum kultureller Kommunikation, und deshalb muss es erhalten werden; und aus diesem Grund unterstützen wir ja auch insbesondere die kleinen Kinos bei der notwendigen Digitalisierung. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2017_06_19.1:11 Diese Fragen, mit denen die Digitalisierung uns konfrontiert, erfordern politische Antworten, nicht nur technologische und ökonomische - und mit politischen Antworten meine ich nicht Antworten von Politikern, sondern politische Entscheidungen auf der Grundlage öffentlicher Debatten. Auch dafür brauchen wir unabhängige Medien als Orte gesellschaftlicher Reflexion und Verständigung, als Instanzen der Vermittlung zwischen unterschiedlichen Standpunkten. Das Global Media Forum setzt auch in diesem Sinne Impulse für die Auseinandersetzung mit der Zukunft des Journalismus und der Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter. Ich danke Ihnen, verehrte Damen und Herren, dass Sie sich dafür die Zeit nehmen, und ich wünsche Ihnen erkenntnisreiche und inspirierende Diskussionen, die Sie in der Überzeugung bestärken, dass die Suche nach der Wahrheit alle Anstrengung wert ist - und dass nur die Vielfalt der Meinungen und Perspektiven der Wahrheit zur Geltung verhilft. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_03.1:4 Aber natürlich hat die Industrie in unserem Land einen sehr hohen Anteil an der Wertschöpfung. Dass das so bleibt, erfordert Bereitschaft zur Veränderung. Diese Veränderung findet zurzeit in der Welt in dramatischer Weise statt. Herr Hiesinger hat, bevor ich kam, hier schon über das Thema Digitalisierung und ihre Bedeutung für die Wirtschaft gesprochen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_03.1:7 Es geht vor allen Dingen darum, dass wir die Offenheit haben, uns auf Neues einzulassen. Nicht immer kamen im Zuge dessen, was die Digitalisierung vorangetrieben hat, die Impulse aus Europa; das muss man nüchtern feststellen. Jetzt sind wir in einer spannenden Zeit, in der die Digitalisierung mehr und mehr gerade auch in die Wirtschaft Einzug hält – deshalb Industrie 4.0, deshalb die Digitale Agenda der Bundesregierung. Es geht um viele Fragen – um Infrastrukturen, um Produktionsprozesse, um Vermarktungsprozesse, um Beziehungen zum Kunden, um das Klima bzw. die Anpassung der Bedingungen, unter denen in Zukunft Arbeit stattfinden wird, und natürlich auch um Neugründungen und darum, Startups gute Bedingungen zu bieten, damit sie sich in Deutschland entwickeln können, wozu sie auch entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten brauchen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2010_11_07.1:1 In seiner Rede im Deutschen Literaturarchiv Marbach ging Staatsminister Bernd Neumann auf das Leben und Schaffen von Ernst Jünger ein. Ebenso wies er auf die besondere Bedeutung von Archiven hin und sprach das Thema Digitalisierung schriftlichen Kulturguts an. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2010_11_07.1:9 Um auch die Erhaltung der wertvollen und unwiederbringlichen Originale noch besser zu gewährleisten und Restaurierungs- und Digitalisierungsmaßnahmen bundesweit abzustimmen, richten wir darüber hinaus derzeit gemeinsam mit den Ländern und mit der Allianz zur Erhaltung schriftlichen Kulturguts, zu der sich alle großen Bibliotheken und Archive in Deutschland zusammengeschlossen haben, in Berlin eine Koordinierungsstelle ein. Gerade vor wenigen Tagen haben wir erste Modellprojekte fördern können. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Erhaltung unseres wertvollen schriftlichen Kulturguts! urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_03_03.1:5 Heute nutze ich gerne die Gelegenheit, die deutsche Sicht auf wesentliche Entwicklungen der Creative Industries im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung auszuführen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_03_03.1:15 Eine dritte Entwicklung, die uns im Zuge der Digitalisierung beschäftigt, ist der Online-Vertrieb geistiger Leistungen. Kultur- und Medienschaffende sind für den Online-Vertrieb ihrer Inhalte zunehmend auf den diskriminierungsfreien Zugang zu Online-Plattformen angewiesen. Deshalb führt kein Weg daran vorbei, dass sich die EU-Kommission zum Beispiel auch im Rahmen des anstehenden Reviews des Telekommunikations-Rechtsrahmens mit dem Thema Plattformregulierung auseinandersetzt. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_03_03.1:21 Eine weitere Entwicklung im Zuge der Digitalisierung betrifft, fünftens, den zunehmend schwierigen Schutz geistigen Eigentums. Auch im Zeitalter des Internets müssen Kreative angemessen an der Wertschöpfung aus ihrer intellektuellen oder künstlerischen Leistung beteiligt werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2010_09_16.1:8 So eindrucksvoll der bisherige Werdegang des Unternehmens auch ist, so wissen wir alle aber: Die Medienlandschaft ist stets in Bewegung – ich glaube, heute mehr denn je. Vielleicht erleben wir gerade die prägendste Veränderung der Medienlandschaft seit Erfindung des Buchdrucks. Denn die Digitalisierung stellt selbst einen Weltkonzern wie Bertelsmann vor neue, in all ihren Auswirkungen vielleicht noch nicht hundertprozentig absehbare Herausforderungen. Die praktisch bedeutsamste Folge der Digitalisierung zeigt sich am Beispiel des Siegeszugs des Internet in unseren Alltag. Die Rede ist von der Konvergenz der Medien, das heißt, dem Zusammenwachsen von Medieninhalten, technischen Kommunikationsstrukturen und Endgeräten sowie der Telekommunikations- und Medienbranchen – mit all den Schmerzen, die damit verbunden sind, mit all dem neuen Denken, das diese Konvergenz verlangt, mit all den neuen Fragestellungen und auch unternehmerischen Risiken. Setze ich auf den Computer, der sich zum Fernseher entwickelt, oder setze ich auf den Fernseher, der sich zum Computer entwickelt? Wie denken die Kunden, wie wird sich das entwickeln? Ich kann die Unternehmen immer nur ermuntern: Machen Sie es den Kunden praktisch und möglichst leicht. Die meisten Menschen lesen nicht so gerne viele Bedienungsanleitungen, sondern wollen die Bedienung der Geräte sofort verstehen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2010_09_16.1:9 Die Grenzen der klassischen Medienbereiche – Presse, Hörfunk und Fernsehen – verlieren also Schritt für Schritt an Bedeutung. Völlig neue Angebotsformen entstehen, die das klassische Sender-Empfänger-Schema der analogen Welt überwinden und die auch den Kunden immer mehr als aktiven Teilnehmer einbeziehen. Ich glaube aber, sagen zu dürfen: Bertelsmann hat die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt und mit einer offensiven Digitalisierungsstrategie Weitblick bewiesen. Die Erfolge zum Beispiel bei eCommerce und eBooks sprechen für sich. In der Tat scheint die digitale Revolution Printmedien und Fernsehen mehr und mehr aus ihrer traditionellen Rolle zu verdrängen. Deshalb ist es wichtig, seine Fühler weit und breit auszustrecken. Netzgestützte, interaktive und individuell abrufbare Kommunikationsangebote finden besonders junge Nutzer zunehmend attraktiver. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_09_18.1:23 Eine dreiviertel Million Euro hat die Bundesregierung für das Projekt in einem ersten Schritt zur Verfügung gestellt, um die Infrastruktur an der Deutschen Nationalbibliothek zu schaffen. Weitere 2 Millionen Euro fließen in die Digitalisierung von Kunstwerken in den verschiedenen teilnehmenden Einrichtungen, um die virtuelle Ausstellung aufzubauen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2009_11_17.1:23 Der Staat steht verfassungsrechtlich in der Pflicht, geeignete Rahmenbedingungen für die Medien zu schaffen, die die Kriterien Vielfalt und Freiheit erfüllen. Wir als Bundesregierung nehmen diese Aufgabe in vielfältiger Weise wahr. Die Palette reicht von der Sicherung des diskriminierungsfreien technischen Zugangs zu Übertragungsnetzen und Informationen bis hin zur Gestaltung des internationalen Rechtsrahmens der Medien. Wir haben in den internationalen Prozessen im Augenblick viel zu tun. Das wird zunehmen. Hier wird sich auch Europa immer mehr als eine wichtige Größe herauskristallisieren, obwohl das noch nicht so gut funktioniert, wie wir uns das vorstellen. Wenn ich Google hinsichtlich der Digitalisierung von Büchern betrachte, lässt die europäische Einheit noch sehr zu wünschen übrig. urn:cts:gps4:bundestagspraesidenten.norbert_lammert.2012_04_24.1:7 Ich widerstehe tapfer der Versuchung, jetzt gleich in eine Interpretation dieser beiden Befunde einzutreten, sie nach allen möglichen Seiten zu beleuchten, zu relativieren und im Ende grandios zu bestätigen, sondern ich will ohne jeden Übergang zu den beiden Aspekten einige Bemerkungen machen, die ich Ihnen zu Beginn angekündigt habe, nämlich der Frage, ob und welche Folgen die offensichtliche Veränderung der Medienlandschaft auf das Informationsniveau und Urteilsvermögen unserer Gesellschaft hat und ob und welche nicht nur aufschlussreichen, sondern vielleicht auch in der Sache bemerkenswerten Verbindungen es zwischen Politikern und Journalisten gibt. Veränderungen der Medienlandschaft haben in den letzten Jahren nicht zum ersten Mal in der Mediengeschichte stattgefunden, vermutlich auch nicht zum letzten Mal. Dass die Veränderungen, mit denen wir jetzt gegenwärtig, seit geraumer Zeit und für die überschaubare Zukunft zu tun haben, zu den relevanten Veränderungen jedenfalls der jüngeren Vergangenheit gehören, daran besteht, soweit ich das sehe, kein ernsthafter Zweifel. Mit der Digitalisierung von Daten und der Etablierung des Internets als dem dominierenden Informations- und Unterhaltungsmedium zugleich, haben sich die Konditionen der Medien, nicht nur nach meinem Eindruck, grundlegend verändert. Das hat Proportionen in vielerlei Weise verschoben. Das gilt nicht nur für das Angebot der Medien, sondern auch für die Nachfrage nach Medien. Das hat für diejenigen, die diese Medien bedienen und diejenigen, die sie nutzen, durchaus handfeste Wirkungen und nach meinem Eindruck spricht eben vieles für den Befund, dass es über diese unmittelbaren Wirkungen hinaus auch Folgen für das Informationsniveau und das Urteilsvermögen unserer Gesellschaft hat. Ich will in diesem Zusammenhang mit dem statistischen Hinweis beginnen, dass wir inzwischen eine Internetnutzung in Deutschland haben, die die 80-Prozentmarke überschritten hat. Dass ist eine bemerkenswerte Durchdringungsquote auch und gerade im Vergleich zu anderen Medien, auch im Zeitvergleich: Von den vier Fünfteln der in diesem Land lebenden Menschen, die überhaupt das Internet nutzen, machen inzwischen gut 60 Prozent täglich von diesem Medium und seinen Informations- und Unterhaltungsmöglichkeiten Gebrauch. Dass wir uns dabei in einer dynamischen Entwicklung auf einer nach oben offenen Richterskala bewegen, ist nicht weiter erläuterungsbedürftig. Die tägliche Internetnutzungsdauer eines Erwachsenen ist in den letzten zehn Jahren von durchschnittlich 30 Minuten auf jetzt 95 Minuten pro Tag mehr als verdreifacht worden. Ich muss den hier Print-Journalisten nicht erklären und lasse es deswegen auch, um nicht ausgerechnet im Rahmen einer Festrede Depressionen zu erzeugen, dass sich ähnliche dynamische Entwicklungen für die durchschnittliche Lesezeit mit Blick auf andere Medien nicht annähernd beobachten lassen. Nun gilt wie für alle anderen Durchschnitte auch für diesen: Sie sind der statistische Durchschnitt der einzelnen, höchst unterschiedlichen Befunden, das heißt, wir alle wissen und kennen auch Leute, die wesentlich weniger, aber eben auch andere, die wesentlich mehr Zeit in die Nutzung dieser jeweiligen Medien investieren. Dabei ist keineswegs, schon gar nicht gesellschaftlich und damit auch gesellschaftspolitisch irrelevant, dass es signifikant unterschiedliche Nutzerprofile mit Blick auf die Altersgruppen gibt. Das heißt, wir können und sollten mal alle getrost davon ausgehen, dass mit mehr nachwachsenden Generationen, die in Zukunft diese Gesellschaft in vielerlei Weise prägen werden, auch ein gründlich verändertes Mediennutzungsverhalten verbunden ist. Dass sich die verschobenen Proportionen, die ich als fotografische Aufmachung vorweggestellt habe, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch einmal weiter verschieben werden. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2017_01_27.1:8 was macht einen guten Bundeswirtschaftsminister aus? Er vertritt die wirtschaftlichen Interessen unseres Landes, er setzt einen Rahmen für das wirtschaftliche Handeln unserer Exportnation und er tut das alles nicht nur im eigenen Land. Sie, lieber Herr Gabriel, sind viel gereist und Sie haben für Arbeitsplätze und Wachstum gekämpft. Die Bundesrepublik kann sich über gute Wirtschaftsdaten freuen. Sie haben sich für eine sichere, umweltverträgliche und auch bezahlbare Energieversorgung eingesetzt. Sie haben öffentliche und private Investitionen gestärkt, der Digitalisierung den Weg bereitet und damit den Industriestandort Deutschland auf die Herausforderungen von morgen vorbereitet. Nicht zuletzt haben Sie sich dafür eingesetzt, einen stabilen und verlässlichen Ordnungsrahmen für die Weltwirtschaft zu schaffen. In Ihrer Amtszeit mussten Krisen bewältigt und Konflikte beigelegt werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2012_11_16.1:11 Dialog, Erfahrungs-, Meinungs-, Wissensaustausch – das ist das tägliche Erleben im Petersburger Dialog. Ich finde das Thema Die Informationsgesellschaft vor den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sehr gut gewählt. Denn das Internet wird unser Leben in einem Maße verändern, wie wir es vielleicht, jedenfalls Menschen in meinem Alter, heute noch gar nicht vollständig überblicken. Deshalb möchte ich mich an die Jugend wenden: Sie sind in Deutschland ja Digital Natives und keine Digital Immigrants mehr. Das heißt, Sie wachsen schon in der Zeit der Digitalisierung auf. Sie müssen uns ab und zu Anstöße geben, wenn wir als Gesellschaft der Älteren noch zu langsam sind. Wir brauchen die Jugend dringend, um modern zu sein und bei neuen Entwicklungen mitzukommen. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2016_05_10.1:8 Auf der einen Seite geht der Prozess der Vernetzung und des Zusammenwachsens unaufhörlich weiter – natürlich zuvorderst technologisch getrieben durch Digitalisierung und wachsende transnationale Datenströme. Deutschland ist weiterhin gewissermaßen die Spinne im Netz. Wir sind das am engsten mit der Welt vernetzte Land – vor allem durch Handelsströme und den starken Export, und das ist nicht zuletzt Ihrer Arbeit an den AHKs zu verdanken. Aber auch –das zeigt eine aktuelle Studie– beim Thema Migration ist Deutschland vorne, und zwar vor der großen Flüchtlingsbewegung seit letzten Sommer. Hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung in Deutschland höher ist als im Einwanderungsland schlechthin, den USA? urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2006_01_12.1:34 Nun ist eines der knappsten Güter - ich muss wieder auf die Globalisierung zurückkommen - die Digitalisierung auf die permanente Verfügbarkeit aller Informationen, die ja mitnichten bedeutet, dass man die Verknüpfung der Informationen besser beherrscht als zu der Zeit, als man noch weniger Informationen hatte. All diese Entwicklungen führen ja dazu, dass Zeit zu dem knappsten Gut wird, dass man glaubt, mit Videokonferenzen fast das Gleiche erreichen zu können, wie mit einer längeren Reise über den Atlantik. Ich weiß, dass der Jetlag ein unerquickliches Phänomen ist, von dem ich erst morgen etwas spüren werde. Deshalb möchte ich mich noch einmal ausdrücklich dafür bedanken, dass Sie sich heute Abend alle Zeit genommen haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_02_01.1:8 Filme sind jedoch ein überaus fragiles, vergängliches Kulturgut. Wer einmal eine vom Zerfall bedrohte Filmrolle in den Händen gehalten hat, weiß, wovon ich rede. Darüber hinaus fehlt es für die gute alte Filmrolle aufgrund der Digitalisierung der Kinos zunehmend an Abspielmöglichkeiten. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_02_01.1:12 Neben der Einführung einer Pflichtregistrierung haben wir bereits weitere Maßnahmen zur Sicherung des klassischen Filmerbes getroffen, das Filme von Beginn der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts betrifft. Bereits in 2012 wurden für die Restaurierung und Digitalisierung unseres Filmerbes durch mein Haus fast eine halbe Million Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr sind es hierfür schon eine Million Euro zusätzlich. Diese Mittel fließen unter anderem an die DEFA-Stiftung, das Deutsche Filminstitut in Frankfurt, die Friedrich-Wilhelm-Murnau Stiftung und die Stiftung Deutsche Kinemathek, die federführend einen Bestandskatalog erarbeitet, in dem alte Filmklassiker registriert werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_02_01.1:14 Der Regierungsentwurf für das novellierte Filmförderungsgesetz, der gerade heute auf der Tagesordnung des Bundesrates stand, sieht zudem vor, die Digitalisierung des Filmerbes ausdrücklich in den Aufgabenkatalog der Filmförderungsanstalt aufzunehmen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_03_08.1:9 Gerade in Zeiten des Internets scheint eine Gratis- und Kostenlos-Mentalität ja weit verbreitet zu sein. Welche Auswirkungen hat also die zunehmende Digitalisierung, das Internet, auf das kulturelle Schaffen und den kulturellen Wertschöpfungsprozess? Diese Fragen wurden in der letzten Zeit schon oft gestellt und trotzdem fällt es nicht leicht, hierauf eine Antwort zu formulieren. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_03_08.1:10 Die großen Chancen der Digitalisierung – für die Nutzer wie auch für die Urheber – wahrnehmen und zugleich die Risiken minimieren, ist daher mein Credo, um diese aktuell größte kulturpolitische Herausforderung zu bestehen. Natürlich kann nicht alles so bleiben, wie es ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_10_21.1:3 Der IT-Gipfel ist bereits ein bisschen in die Jahre gekommen. Auch die neue Bundesregierung stellte sich die Frage: Soll man ihn fortsetzen? Wir haben Ja gesagt und haben als Bundesregierung eine Digitale Agenda aufgelegt, an der viele Minister und Ministerien beteiligt sind. Wir freuen uns, dass die Freie und Hansestadt Hamburg uns hierher eingeladen hat und wir hier an einem, wie ich finde, sehr passenden Ort zu Gast sein dürfen, der auch in praktischer Hinsicht rechtfertigt, warum wir diesen IT-Gipfelprozess fortsetzen. Wir konnten uns hier am Beispiel des Hamburger Hafens anschauen, wie an den Voraussetzungen der zukünftigen Logistik gearbeitet wird. Das ist genauso beeindruckend wie der Versuch der Medienstadt Hamburg, Content & Technology zusammenzubringen. Es ist also eine Stadt, in der bereits Digitalisierung gelebt wird und in der Digitalisierung natürlich auch fortschreiten wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.thomas_de_maiziere.2006_03_02.1:24 Der Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa, die Digitalisierung der Medien und die Verbreitung kostengünstiger und leistungsfähiger IT-Infrastruktur sowie die Liberalisierung des Welthandels haben diese Entwicklung ermöglicht. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.sigmar_gabriel.2017_08_30.1:17 Die Eurozone wird als Währungsunion nur dauerhaft funktionieren, wenn wir wirtschaftlich und sozialpolitisch ein weiteres Auseinanderdriften der Mitgliedstaaten verhindern. Darum haben wir bereits damals der Wirtschaftsminister Macron und der Wirtschaftsminister Gabriel vorgeschlagen, ein gemeinsames Eurozonenbudget zu schaffen, damit wir Stoßdämpfer in das europäische Fahrzeug einbauen, um ökonomische Schocks abzufedern und den Konjunkturverlauf insgesamt zu stabilisieren. Mittel einzusetzen die nicht Strohfeuereffekte für Konjunkturprogramme sein sollen, aber die die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Kontinents in Bildung, in Forschung, in Entwicklung, in Digitalisierung voranbringen. Und keinesfalls soll damit Haushaltsdisziplin infrage gestellt werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_19.2:7 Wir haben verbraucherpolitische Themen, die so vielfältig sind wie das Leben selbst. Sie haben hier drei Beispiele angeführt. Aber das Spektrum reicht von der Altersvorsorge über Digitalisierung und Energieversorgung bis zur Finanzanlage und zu Fragen rund ums Bauen und Wohnen und natürlich zur Ernährung. Natürlich wissen wir, dass jeder sichere und gute Lebensmittel haben und jeder gut leben will. Deshalb haben wir auch das neue Bundeszentrum für Ernährung geschaffen. Damit haben wir eine neue Anlaufstelle, um kompetente, neutrale und wissenschaftlich fundierte Informationen zu all den Fragen, die sich rund ums Essen und Trinken ranken, zu geben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_19.2:17 Wir versuchen, die Digitalisierung mit der Energiewende zusammenzubringen. Das Stichwort Smart Home erscheint manch einem noch ein bisschen in die Zukunft weisend, aber ich möchte Sie an dieser Stelle ermuntern, sich den neuen Möglichkeiten zu öffnen. Das geht jetzt doch im Galopp. Ob man nun den eigenen Energieverbrauch besser regulieren kann, ob man sich besser vor Wohnungseinbruch schützen kann, ob pflegebedürftige Menschen viel länger eigenständig bleiben können – all das werden Möglichkeiten sein, die sich durch die Digitalisierung eröffnen. Da werden die Verbraucherzentralen auch wieder ein riesiges Aufgabenfeld sowohl bei der Produktbewertung als auch bei der Kundenunterrichtung bekommen, denn für manchen ist das noch ein Buch mit vielen Siegeln. Ich will ganz ehrlich zugeben: Auch ich bin noch nicht da angelangt, dass mir der Kühlschrank automatisch auf das Smartphone schreibt, welchen Füllstand er erreicht hat. Aber das kommt; und es wird eine junge Generation geben, die in diese Zeit hineinwächst und das dann ganz selbstverständlich nutzen wird, auch wenn meiner Altersklasse das heute als etwas Fernes erscheint. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_19.2:21 Wir müssen die Digitalisierung im europäischen Kontext meistern. Die Entwicklung des digitalen Binnenmarktes ist von allergrößter Bedeutung. Hier haben wir auch schon etliche Erfolge zu verzeichnen. Ich glaube, das Ende der Roaming-Gebühren in der Europäischen Union wird auch von den Verbraucherverbänden gutgeheißen. – Sehr verhaltener Beifall. Aber spätestens beim Italienurlaub, oder wo auch immer Sie Urlaub machen, werden Sie noch einmal daran denken. Und auch die Möglichkeit, Onlineabonnements grenzüberschreitend zu nutzen, ist ein Fortschritt. Wir haben aber noch sehr, sehr viel, insbesondere im urheberrechtlichen Bereich, zu tun. Da sind wir im Augenblick in der Gesetzgebung sehr verhakt zwischen den Befürwortern der digitalen Welt und denen, die sich um den Inhalt des Urheberrechts kümmern. Und leider stehen wir im Bundestag wieder in einer Situation, in der nicht ganz klar ist, ob wir in dieser Legislaturperiode noch handlungsfähig sein werden. In Europa ist es nicht ganz anders. Und keine Regelung – wir hatten schon in der letzten Legislaturperiode im Urheberrecht nichts hinbekommen – über acht Jahre zu haben, ist nicht gut und richtig, weil dies sozusagen dem Wildwuchs ein bisschen das Feld öffnet. Deshalb müssen die Digitalfreaks und die berechtigten Anliegen der Content-Befürworter und derer, die sich um den Inhalt kümmern, besser zusammenkommen. Ich hoffe, dass wir das in den nächsten vierzehn Tagen noch schaffen – aber Herr Kelber guckt ungefähr so unsicher wie ich. Und jeder hat ja gute Argumente. Aber ich glaube, wir sind uns alle einig, dass wir den Schutz geistigen Eigentums und geistige Kreativität auch im Internet um des billigen Angebots willen nicht völlig unter den Tisch fallen lassen dürfen. Das will ich auch noch einmal hervorheben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_19.2:24 Wir werden solche Standards, wie wir sie mit der Datenschutz-Grundverordnung in Europa haben, auch international brauchen. Das ist noch ein weiter Weg, aber mit Sicherheit wichtig. Deshalb haben wir während unserer G20-Präsidentschaft das Thema Digitalisierung zum ersten Mal auf die Tagesordnung gesetzt und zum ersten Mal die Digital-Minister der zwanzig größten Industrie- und Schwellenländer eingeladen. Wir haben über Fragen der Cybersicherheit, über mögliche globale Regelungen zum Datenschutz gesprochen. Im März hat dazu auch ein G20 Consumer Summit stattgefunden – auch etwas, das wir nach vorn bringen wollen. Die G20 ist keine gesetzgebende Instanz, aber sie kann sehr wohl Bewusstsein schaffen und Vorbereitungen für internationale Regelungen treffen. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_10_12.1:15 Was die Menschen in unserem Land am meisten bewegt, ist ja der Wandel der Arbeitswelt. Manche befürchten, und da kann man schon Verständnis aufbringen, manche befürchten schlicht und einfach, ihre Arbeit zu verlieren: Der Roboter ist schneller, besser, billiger. Was wird aus mir? Wir wissen aus der Geschichte der Technikentwicklung: Die Einführung von Dampfmaschine, Fließband und Computer hat immer auch Arbeitsplätze gekostet. Was später erst deutlich wurde, ist, dass auch unzählige neue Arbeitsplätze entstanden sind. Und bislang war es so, dass auf jeder neuen Stufe der Automatisierung mehr Menschen arbeiten konnten als zuvor, und zwar oft in besseren Berufen. Heute weiß noch niemand genau, wie sich die Digitalisierung, die vierte Stufe der industriellen Revolution, auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_09_10.1:8 Das Bundeswirtschaftsministerium, das Innenministerium und das Ministerium für digitale Infrastruktur haben eine digitale Agenda erarbeitet, die am 20. August im Kabinett beschlossen wurde. Sie ist ein erster Schritt, um die technische Revolution, die sich durch die Digitalisierung in nahezu allen Lebensbereichen ergibt, aktiv zu begleiten und politisch mitzugestalten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_09_10.1:12 Wir müssen verstehen, dass die Digitalisierung nicht nur schnelles Internet, IT-Sicherheit oder Innovationen auf dem Feld der Telekommunikation bedeutet, sondern dass es sich dabei um eine industrielle Revolution handelt, diesmal nicht so, wie wir sie aus der Geschichte kennen, mit rauchenden Schloten von Fabriken oder Maschinenlärm, sondern in einer völlig anderen Art und Weise, aber mit ebenso faszinierenden Veränderungen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_09_10.1:24 Wenn immer noch ein viel zu hoher Prozentsatz von Studienanfängern keinen Studienabschluss macht, dann zeigt dies natürlich, dass die Verbindung von beruflicher Bildung und universitärem System ebenso wichtig für die Durchlässigkeit ist; denn wer gar keine Ausbildung hat, ist später gefährdet, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein. Meine Damen und Herren, solides Haushalten ist – drittens – Voraussetzung für die Erneuerung unserer Infrastruktur. Wir sind uns alle einig: Eine gute Infrastruktur ist von herausragender Bedeutung für die Zukunft unseres Landes. Das gilt für die Energienetze im Zusammenhang mit der Energiewende, die wir in den vergangenen Beratungen breit diskutiert haben. Das gilt für die Datenübertragung und die Digitalisierung; dazu habe ich etwas gesagt. Und das gilt natürlich für unser Netz an Straßen, Brücken, Schienen und Wasserwegen. Bei allem Bedarf – das will ich vorwegsagen –, den ich sehe, den alle sehen, muss man sagen, dass Deutschland immer noch eines der besten Verkehrsnetze weltweit hat und dass das weiter ein starkes wirtschaftliches Pfund unseres Landes ist. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.christian_wulff.2010_08_13.1:3 Manchen von uns mag dies heute fast anachronistisch erscheinen: Als ob die Beherrschung von Segel und Steuer in einer Zeit, in der uns Automatisierung und Digitalisierung viele Handgriffe abnehmen, an Bedeutung verloren haben könnte. Doch bei aller Technik muss am Ende der Mensch die wesentlichen Entscheidungen treffen und die Verantwortung dafür übernehmen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_08.2:11 Doch mit der Zeit beruht das Bewusstsein für diese Errungenschaften immer weniger auf der Erfahrung, wie es ohne das geeinte Europa war. Das bringt mit sich, dass wir es heute auch mit Skepsis zu tun haben, ob es mit Europa wirklich besser geht als ohne Europa. Diese Skepsis gipfelte vor einem Jahr in Großbritannien in der Entscheidung einer Mehrheit der Wählerinnen und Wähler für einen Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union. Für die Europäische Union ist diese Entscheidung zweifellos eine herbe Zäsur. Aber wir verstehen sie auch als einen Weckruf: Wir müssen und wir wollen den Wert Europas sichtbarer machen. Darin sind sich die zukünftig 27 Mitgliedstaaten der EU einig. Wir wollen verstärkt unter Beweis stellen, dass es allemal besser und erfolgreicher ist, mit vereinten Kräften statt jeweils alleine die großen globalen Herausforderungen anzunehmen: die Globalisierung, die Digitalisierung und den Klimawandel ebenso wie den Kampf gegen den internationalen Terrorismus und die Krisen in unserer europäischen Nachbarschaft. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_29.1:10 Digitalisierung und Vernetzung haben uns schließlich in die vierte industrielle Revolution geführt, in der sich Daten als zentraler Rohstoff erweisen. Auf der Basis riesiger Datenmengen lassen sich schier unendlich viele Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Ob in der Wirtschaft oder in der Gesellschaft allgemein – wir alle sind mittendrin in diesem digitalen Wandel. Er lässt sich nicht aufhalten, aber er lässt sich gestalten. Siemens stellt sich dieser Herausforderung. Unser Anspruch als Industrieland Deutschland muss es sein, vorne mit dabei zu sein, wenn der Fortschritt in der digitalen Welt fortgeschrieben wird. Wir können uns über bisherige Erfolge freuen, aber niemals dürfen wir uns auf ihnen ausruhen. Denn nur wer das Ohr am Puls der Zeit hat, kann frühzeitig Trends erkennen oder selber setzen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_29.1:13 Unter dem Stichwort Industrie 4.0 haben wir es mit der Verknüpfung von realer und virtueller bzw. digitaler Welt zu tun. Die Vorzüge und Möglichkeiten dieser digitalen Vernetzung sind vielfältig. Man kann mehr Flexibilität in die Großproduktion bringen, die früher ja relativ schematisch ablief. Man kann daher jedem Kunden passgenauere Lösungen anbieten. Forscher und Entwickler können durch die Möglichkeiten der Digitalisierung viel enger zusammenarbeiten und vom Wissensaustausch schneller profitieren. Verkehrsflüsse können durch intelligente Leitsysteme verbessert werden. Das Thema autonomes Fahren, das heute zum Teil noch eine Vision oder für viele zumindest außerhalb dieses Raumes noch nicht vorstellbar ist, nimmt Geschwindigkeit auf; und zwar schneller als gedacht. Wir können den Energieverbrauch viel besser senken. Wir können Energieeffizienz verbessern. Wir können in der Medizin individuellere und damit mehr Erfolg versprechende Behandlungen für viele Menschen ermöglichen. Auch darin liegt noch ein riesiges Potenzial. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_29.1:15 Die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, ist natürlich nicht nur eine Herausforderung für große Unternehmen, sondern auch für kleine und mittlere Betriebe. Hierbei geht es auch darum, dass wir Kompetenzzentren bilden und – damit komme ich wieder zu Werner von Siemens zurück – dass wir eine lebendige Gründerkultur pflegen. Wir können sagen, dass sich in Berlin eine vielversprechende Start-up-Szene entwickelt hat. In manchen Hinterhöfen herrscht heute genauso ein Erfindergeist wie seinerzeit bei Werner von Siemens – allerdings ganz anderer Natur. Mit next47 erinnert die Siemens AG an die eigenen Anfänge 1847 und daran, was den damaligen Betrieb groß gemacht hat. Das hat wirklich wenig mit Nostalgie zu tun, sondern es geht darum, eine Start-up-Kultur zu pflegen, die die Stärken großer und kleinerer Unternehmenseinheiten miteinander verbindet. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_10_28.1:3 Es gehört zu den sprachlichen Begleiterscheinungen der fortschreitenden Digitalisierung, dass man heute googelt, was man früher nachgeschaut, nachgeschlagen oder nachgelesen hätte - eine in ihrer Allgegenwart sehr dominante Kulturtechnik, die dennoch selbst den Beweis dafür liefert, dass Googeln früheren Gewohnheiten der Informationssuche nicht nur semantisch unterlegen ist. So zum Beispiel, wenn man die Wortkombination Hans Zehetmair eingibt. Was präsentiert uns Googles Autovervollständigung? Den Begriff Sprachverfall statt, wie es der Wahrheit und den Verdiensten Hans Zehetmairs entspräche, die Worte Sprachpflege und Sprachkultur. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_04_16.1:16 Einen großen Schritt im Hinblick auf Benutzerfreundlichkeit stellt die seit 2005 in Betrieb genommene Rechercheplattform ARGUS dar, mit der im Internet bequem von zu Hause aus in den Beständen der SAPMO recherchiert werden kann. In Sachen Digitalisierung ist die SAPMO geradezu ein Vorreiter. Die ersten Digitalisate konnten bereits 2007 ins Internet gestellt werden. Auf diesem Wege gelang es bis Ende 2011, Digitalisate zu 25 Beständen zu erstellen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_09_21.1:26 Ich glaube, hierbei geht es nicht nur um Sachfragen, sondern es geht in Zeiten der Digitalisierung auch ein Stück weit um Geschwindigkeit. Wir wollen deshalb – das wiederhole ich hier gern – die Gespräche zum Bund-Länder-Finanzausgleich auch dazu nutzen, die Kooperation zwischen den föderalen Ebenen mit Blick auf E-Government zu verbessern und auch hierbei dem Lebenslagenkonzept entsprechend einen weiten Blickwinkel einzunehmen. Den Bürger interessiert es nämlich nicht, ob die Kommune, das Land oder der Bund zuständig ist, sondern er möchte ein Bürgerportal haben, von dem aus er in die verschiedenen Dienstleistungen einsteigen kann, die dann digital erledigt werden können. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2010_07_08.1:3 Die Einführung des privaten Rundfunks und vor allem die umfassende Digitalisierung, die vor rund fünfzehn Jahren begann, haben diese alte Medienwelt revolutioniert. Der Bundesverband Presse-Grosso war stets ein wichtiger Akteur der bewegten Mediengeschichte der letzten sechs Jahrzehnte. Dabei hat er nicht nur eine bemerkenswerte Innovationskraft bewiesen, sondern auch seine Identität gewahrt. Der Pressefreiheit und der Pressevielfalt verpflichtet, so lautet der Leitsatz, auf den sich der Verband in seinem Gründungsjahr eingeschworen hat und dem er bis heute treu geblieben ist – eine bemerkenswerte Kontinuität in unserer schnelllebigen Welt! urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_01_22.1:14 Wir brauchen Jobs. Arbeitsplätze müssen in Bereichen entstehen, die auch langfristig hochqualifizierte Beschäftigung versprechen. Deshalb ist das Thema Digitalisierung und wie Europa darauf reagiert für mich ein Kernthema gerade auch für die Arbeit der neuen Kommission. Deutschland ist froh, dass der Kommissar, den wir stellen, für die digitale Agenda verantwortlich ist. Es ist ein gutes Zeichen, dass die neue Europäische Kommission nicht nur ein Investitionsprogramm auflegt, sondern sich auch mit den entsprechenden Rahmenbedingungen beschäftigt. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_01_22.1:15 Ein nüchterner Blick auf die Rolle Europas im Bereich der Digitalisierung, die Rolle der Vereinigten Staaten von Amerika und auch die Rolle einiger asiatischer Länder zeigt aber: Wir müssen eher aufholen, als dass wir behaupten könnten, an der Spitze zu sein. Das heißt, wir müssen die politischen Rahmenbedingungen dafür herstellen. Wir müssen eine gute Balance zwischen individuellem Datenschutz und der Freiheit, mit Daten neue Produkte zu machen, gewinnen. Wir müssen – das sage ich als deutsche Bundeskanzlerin angesichts einer starken deutschen Wirtschaft – die Verschmelzung der Welt des Internets mit der Welt der industriellen Produktion – wir nennen das in Deutschland Industrie 4.0 – schnell bewältigen, weil uns sonst diejenigen, die im digitalen Bereich führend sind, die industrielle Produktion wegnehmen werden. Diesen Wettlauf gehen wir mit großem Selbstbewusstsein ein. Aber diesen Wettlauf haben wir noch nicht gewonnen. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.maria_boehmer.2015_11_17.1:29 Die Digitalisierung der Wirtschaft und der Arbeitswelt sind entscheidend für unsere Zukunftsfähigkeit. Gerade weil die industrielle Produktion ein Rückgrat unserer Wirtschaft bleibt, ist die Umsetzung von Industrie 4.0 entscheidend. IT, Biotechnologie und erneuerbare Energien werden für unsere Wettbewerbsfähigkeit maßgeblich sein. Das gilt genauso für kleine und mittlere Unternehmen. Die Zukunft des Standortes Deutschland, Spanien und Europa insgesamt hängt von Qualität, Nachhaltigkeit und unserer Innovationskraft ab. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2013_06_11.1:9 Drittens – ich denke, dieser Punkt wird in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen –: die Verbindung von Produktion und Informationstechnologie. Bei der Hannover Messe haben wir im Zusammenhang mit dem Schlagwort Industrie 4.0 gesehen, wie das Thema Digitalisierung in die verarbeitende Industrie Eingang findet. Wer hier schnell ist, wer hier gut ist, wird sicherlich auch für viele Jahre seine Stellung in der Welt manifestieren. Aber wir wissen, dass auch an anderer Stelle daran gearbeitet wird, besser zu werden. Das muss uns antreiben, immer wieder vorne mit dabei zu sein. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2016_08_30.1:34 Deutschland gilt in der Außenpolitik als ehrlicher Makler, und deshalb sind wir für viele der neuen aufstrebenden Mächte ein interessanter Partner bei der Gestaltung von neuen Elementen der globalen Ordnung. Das wird mir deutlich, wo immer ich hinreise. Ob nach China, Indien, Brasilien oder zuletzt nach Mexiko und Argentinien. Und was ich sehe ist, dass es viele Anknüpfungspunkte gibt, gerade was das Management unserer globalen Herausforderungen angeht: ob Klimawandel, Migration, Digitalisierung oder Urbanisierung. All dies sind Themen, die nicht nur Zusammenarbeit von Staaten und nicht-staatlichen Akteuren, sondern vor allem auch von Staat und Wirtschaft erfordern! Ohne das Know-how und die Erfahrung aus Ihren Unternehmen werden wir diese Herausforderungen nicht bewältigen können! urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2008_08_29.1:16 Ein weiterer Punkt, der unsere Aufmerksamkeit erfordert, ist neben der Effizienzausrichtung auch die Digitalisierung, die sich immer mehr durchsetzt. Es ist ganz interessant, dass digitale Programme weniger Frequenzen brauchen. Das heißt, man kann die Frequenzen breiter einsetzen. urn:cts:gps4:bundesregierung.helmut_kohl.1997_12_17.1:28 Die Chancen stehen gut - und insbesondere die neuen Länder können dabei eine wichtige Rolle spielen. Vor einer Woche haben wir in Neubrandenburg gemeinsam mit der Telekom AG die Vollendung der Digitalisierung des Telefonnetzes in den neuen Bundesländern gefeiert. Nur wer noch in Erinnerung hat, wie die Situation in der Vergangenheit war, kann nachvollziehen, mit welchen Gefühlen unsere Landsleute in den neuen Ländern diese Tatsache verzeichnen. 1989 - vor der Deutschen Einheit - war der technische Stand des Telekommunikationsnetzes der ehemaligen DDR völlig veraltet. Das Telefonnetz entsprach in keiner Weise modernen Anforderungen. Ende 1990 gab es in den neuen Ländern und Ostberlin nicht einmal zwei Millionen Telefonanschlüsse. Heute sind es über acht Millionen. Das bedeutet eine Versorgungsdichte von 50 Anschlüssen je 100 Einwohner. Damit ist es praktisch gelungen, in nur sieben Jahren zum westdeutschen Niveau aufzuschließen. Die Zeiten, in denen mangelhafte Telefon- und fehlende Faxverbindungen Investoren abschreckten, gehören der Vergangenheit an. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_29.1:11 Viertens: Die Europäische Union ist eine historisch einmalige Erfolgsgeschichte. Sie bleibt es auch nach dem Austritt Großbritanniens. Dafür tragen wir Sorge. Die Europäische Union wird in den kommenden zwei Jahren nicht nur die Verhandlungen mit Großbritannien führen. Sie wird parallel auch an vielen anderen wichtigen Aufgaben weiterarbeiten, vor denen wir als Europäerinnen und Europäer gemeinsam stehen. Dabei geht es um gemeinsame europäische Antworten auf Globalisierung und Digitalisierung, auf den internationalen Terrorismus und die Entwicklungen in unserer Nachbarschaft, auf Flucht und Migration, aber auch auf den Klimawandel. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_29.1:28 Wir müssen vor allen Dingen feststellen, dass wir in einer Zeit leben, in der sich revolutionäre, manchmal sagt man disruptive, aber auf jeden Fall gewaltige, Veränderungen abspielen, getrieben durch die Entwicklung dessen, was wir Digitalisierung nennen. Das sind Entwicklungen, die nicht nur im Bereich des technisch Machbaren sind, sondern die sich mit der Vernetzung all dessen befassen, was es gibt: der Menschen untereinander, der Dinge untereinander. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_29.1:35 Wenn man sich beispielsweise mit Blick auf die Gesundheitskarte und auf alle, die jetzt schon viel Digitalisierung im Gesundheitswesen haben, sagt Wer weiß, ob das sicher ist, wir sind doch mit unseren Sachen ganz auf der sicheren Seite, dann wacht man eines Tages auf, und es ist plötzlich nicht mehr nur das kleine Estland, das das besser kann, sondern dann ist das eben auch Dänemark und dann sind das vielleicht eines Tages auch BRICS-Staaten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_29.1:37 Wir müssen – und das wird ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit und auch unseres Programms für die nächste Legislaturperiode sein – als Staat erst einmal selber die Digitalisierung als Veränderung in unseres Umgangs zwischen Institutionen und Bürgern implementieren. Dazu ist uns ein bahnbrechender Schritt im Zusammenhang mit den Bund-Länder-Finanzverhandlungen gelungen. Wir haben nämlich die Länder davon begeistert, dass wir für jeden Bürger einen gemeinsamen Zugang zu seinem Staat brauchen. Der muss dann natürlich auch auf die Kommunen erweitert werden. Das heißt, der Bürger muss sich nicht darum kümmern, ob das nun eine kommunale, eine Landes- oder eine Bundeszuständigkeit ist, sondern der Bürger registriert sich und bekommt Zugriff auf alle denkbaren Leistungen. Das umzusetzen wird die Aufgabe der nächsten vier Jahre sein. Dafür müssen wir dann natürlich auch die richtige Balance zwischen Sicherheit und digitalen Möglichkeiten finden. Aber dabei sollten wir uns an den wirklich Effizientesten auf der Welt orientieren. Ich sage Ihnen voraus: Das wird noch ein großes Stück Arbeit. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_29.1:39 Wir haben eine gemeinsame Plattform entwickelt, im Rahmen derer Industrie 4.0 von großen Unternehmen bis hin zu den Mittelständlern entwickelt werden kann. Wir sind ganz gut dabei, auch zusammen mit den Vereinigten Staaten von Amerika, wenn es darum geht, uns um die Standards in diesem Bereich zu kümmern. Die Tatsache, dass Industrie 4.0 sehr viel mit dem Internet der Dinge und mit der Digitalisierung der Produktionsprozesse zu tun hat, hat sich nicht nur bei den großen Unternehmen herumgesprochen, sondern das ist auch Zug für Zug im Mittelstand klar geworden, also dass sich die gesamte Fertigungskette und vieles andere verändert, dass man etwa Entwicklungen erst digital vormacht, bevor man sie dann hinterher im Realen nachbildet. Dafür gibt es viele, viele gute Beispiele. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_29.1:40 Wo ich auch immer ein bisschen Sorge habe, und manch einer mag das von mir schon gehört haben, ist die Frage: Ist auch klar, dass sich sozusagen nicht nur die Produktionskette verändert, sondern dass sich vor allen Dingen das Verhältnis des Produzenten zu seinem Kunden dramatisch verändert? Der eigentliche Punkt liegt nämlich darin, dass der Kunde seine Wünsche über die Möglichkeiten der Digitalisierung in Zukunft völlig individuell formulieren wird und der Produzent darauf reagieren muss. Wer die Kunden-Produzenten-Beziehung in der Hand hat, wer da sozusagen die Feder führt, der wird derjenige oder diejenige sein, der oder die die Wertschöpfung in ihrem Maximum erhält, also den Gewinn sozusagen in der Hand hält und die Prozesse steuert. Deshalb ist im Augenblick nach meiner festen Überzeugung ein Wettlauf im Gange: zwischen denen, die produzieren – da sind wir stark –, und denen, die die Kundenbeziehungen besser in der Hand haben, den sogenannten konsumentenorientierten Internetzugang. Da liegen die Schwerpunkte eher in Asien und den Vereinigten Staaten von Amerika als dass sie schon bei uns liegen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_29.1:41 Nun haben wir aber durch die Verschmelzung beider Bereiche, der Produktion und der Kundenbeziehungen, sowie auch durch die Digitalisierung der Produktion noch einmal eine Schnittstelle, an der wir andocken und wo wir unsere Fähigkeiten voll einbringen können. Die Schnittstelle müssen wir nutzen, und wir müssen sie so nutzen, dass wir nicht nur unseren Produktionsprozess verändern, sondern auch unseren Kunden-Produzenten-Prozess. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_29.1:44 Nun spreche ich hier über vieles, das von der Voraussetzung lebt, dass man überhaupt die IT-Möglichkeiten und die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen kann. Das heißt, man muss irgendwie Empfang haben, und man muss irgendwie eine Breitbandanbindung haben. Wir streben an, dass jedem Haushalt Internet mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung steht. Damit kann man sich in Ruhe seine Videos anschauen und dies und jenes machen. Aber damit hat man weder das Internet der Dinge noch das autonome Fahren noch die Telemedizin noch die Echtzeitübertragung von sonstigen Daten. Das heißt, 5G oder Echtzeitübertragung ist notwendig. Glasfaserausbau und 5G-Standard ausrollen – das ist das, was wir machen müssen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_29.1:50 Die gesamte Mobilitätskette wird sich ändern. Ich will das hier nicht alles darstellen. Unsere Autohersteller haben 2015 hierzulande fast 22 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Es passiert viel, denn die Automobilindustrie, die wirklich eine tragende Säule unseres wirtschaftlichen Wohlstands ist, hat im Grunde genommen mit drei – wie man sagt – disruptiven Entwicklungen zu kämpfen: Die Antriebstechnologien werden wahrscheinlich neu sein, die Frage des autonomen Fahrens, also die Digitalisierung im Auto, wird kommen und ebenso die Frage, ob ich ein Auto eigentlich noch selber besitzen muss oder ich mich in der Frage des Eigentums ganz anders verhalten kann. Das wird sich zuerst in den Ballungsgebieten zeigen. Das kommt erst später in den ländlichen Gebieten, völlig klar. Aber in den Ballungsgebieten sehen wir es im Grunde schon. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_29.1:53 Ich sehe viele Chancen. Wir dürfen das nicht immer so diskutieren, als fielen jetzt alle Arbeitsplätze weg. Ich habe viele Unternehmen besucht, in denen man die Digitalisierung weit vorangetrieben hat. Sie haben vielleicht etwas andere Arbeitsplätze. Aber ich habe noch niemanden gefunden, der behauptet hat, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze bei ihm halbiert hat. Da wird auch viel Dramatik entwickelt. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_28.2:24 Eine große Chance bergen moderne Technologien. Digitalisierung hält bei Ihnen Einzug. Die Landwirtschaft 4.0 eröffnet völlig neue Möglichkeiten, Umwelt- und Tierschutz sowie Wirtschaftlichkeit besser miteinander zu verbinden. Jeder von Ihnen weiß, wie weit die Digitalisierung bei Ihnen schon Einzug gehalten hat. Es gibt Melkroboter und Fütterungsautomaten. Die verschiedensten Daten der Tiere lassen sich individuell erfassen und auswerten. Auch das kann im Übrigen dem Tierwohl sehr gut dienen. Durch die sogenannte Präzisionslandwirtschaft und die Nutzung von GPS-Daten lässt sich zum Beispiel der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln optimieren. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_20.1:11 Die Finanzbeziehungen sind das eine Thema. Das andere ist: Wir leben in einer Zeit, in der wir alle eine Transformation durch die Digitalisierung erleben. Das wird unsere Beziehungen auch noch einmal verändern. Wir haben im Zusammenhang mit dem Bund-Länder-Finanzausgleich eine aus meiner Sicht revolutionäre Grundgesetzänderung durchgeführt. Wir haben uns mit den Ländern darauf verständigt, dass wir für die Bürgerinnen und Bürger Verwaltungsportale einrichten, damit der Umgang mit staatlichen Leistungen in Zukunft einheitlich und nicht für jede föderale Ebene unterschiedlich erfolgt. Das haben wir erst einmal mit den Ländern beschlossen. Wir wissen natürlich, dass die Vielzahl der Leistungen auf der kommunalen Ebene stattfindet. Das heißt, wir werden in der neuen Legislaturperiode mit Ihnen in einen Dialog darüber eintreten müssen, wie wir das vernünftig organisieren und gestalten. Wir sind bei der Frage des E-Government in Deutschland doch eher ein Entwicklungsland. Wir müssen jetzt verhindern, dass ein Wildwuchs an Vielfältigkeit entsteht, den die Bürgerinnen und Bürger zum Schluss nicht verstehen werden. Denn ihnen ist es im Allgemeinen relativ egal, wo auf welcher staatlichen Ebene die Verantwortlichkeit gerade angesiedelt ist. Sie wollen in Zukunft einen einfachen Zugang zu Verwaltungsdienstleistungen haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_20.1:15 Daher müssen wir unterschiedliche, differenzierte Lösungen finden. Ich bitte den Städte- und Gemeindebund, mit uns dabei sehr kreativ zu sein. Denn durch die Digitalisierung werden wir neue Möglichkeiten bekommen, um zum Beispiel den öffentlichen Personennahverkehr zu verändern. Wir wollen natürlich in die Straßeninfrastruktur investieren. Ich will auch an Ihren Fahrradaktionstag erinnern, der mir erst einmal vor Augen geführt hat, dass es ein Jubiläum gab, nämlich dass vor 200 Jahren Karl Drais mit einem Prototypen des Fahrrads zum ersten Mal durch Mannheim gefahren ist. Das habe ich erst jetzt in diesem Zusammenhang gelernt. Auf jeden Fall ist auch der Ausbau von Fahrradwegen wichtig und in der Mobilität heute ein Teil der sogenannten Smart Mobility. Die größten Veränderungen werden aber im individualisierten öffentlichen Personennahverkehr ermöglicht werden. Dazu gibt es auch hier in Berlin schon interessante Start-ups. Diesbezüglich werden wir miteinander auch darüber reden müssen, wie wir die klassischen Angebote schrittweise stärker auf die Bedürfnisse und auf die Regionen ausrichten. Durch das autonome Fahren eröffnen sich in den nächsten Jahren, wenn auch nicht sofort, bislang nie gekannte, völlig neue Möglichkeiten. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_03_12.1:1 In seiner Rede zum Branchenhearing Film in Potsdam-Babelsberg ging Kulturstaatsminister Bernd Neumann unter anderem auf die Wichtigkeit der Filmförderung und die derzeitge Klage der Kinobetreiber beim Bundesverfassungsgericht ein, wies auf die Entwicklung des Filmstandortes Deutschland hin, und sprach die Themen Digitalisierung und Urheberrechtsverletzungen an. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_03_12.1:18 Beim zentralen Thema Digitalisierung ist zunächst einmal die Branche selbst gefordert. Leider ist es bisher trotz vielfacher Ankündigungen den Verleihern und den Kinos nicht gelungen, ein abgestimmtes Konzept vorzulegen, das verrät, wie sich die Branche in technischer und finanzieller Hinsicht die Durchführung einer flächendeckenden Digitalisierung vorstellt. Erst dann wäre es Bund und Ländern möglich, darüber zu entscheiden, ob und wie wir diesen Prozess unterstützen können. Eines möchte ich unmissverständlich sagen: Dieses Konzept muss Branchensolidarität erkennen lassen. Es geht nicht, dass es auf dem Weg der Einführung einer Technik, die mehr Vielfalt verspricht, zu weniger Vielfalt in unserer Kinolandschaft kommt. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_03_12.1:19 Es geht beim Thema Digitalisierung aber um viel mehr als den Kinosaal. Die digitale Technik bietet zum Beispiel erhebliche finanzielle Einsparpotentiale in der Produktion. urn:cts:gps4:bundesregierung.gerhard_schroeder.2000_06_28.1:13 Digitalisierung der Produktion, Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen, neue Technologien, grenzüberschreitende Umwelt- und Sicherheitsprobleme - all dies erfordert eine immer engere internationale Zusammenarbeit. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.christian_wulff.2011_10_18.1:24 Aufgabe der Politik ist, das Interesse des Gemeinwohls zu wahren, Modernisierungsbedarf zu erkennen, Lösungsvorschläge zu erarbeiten und die entstehenden Belastungen auszugleichen. Die gefundenen Lösungsalternativen müssen aber – und in dieser Frage besteht das entscheidende Defizit – erklärt werden. Wenn wir den politischen Prozess vitalisieren wollen, muss für die Problemlösungen geworben, um Zustimmung gerungen werden. Dazu bedarf es einer frühzeitigen und offenen Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern einerseits und den Entscheidungsträgern andererseits. Schon jetzt könnten die Bürger von Anfang an am Entscheidungsprozess beteiligt werden, wenn man es möchte. Es bedarf eines stärkeren Zugehens der Politiker auf die Bürger, eines täglichen neuen, unermüdlichen Ringens. Und die fortschreitende Digitalisierung und die erweiterten Möglichkeiten der Information und Kommunikation werden die Politik nachhaltig verändern. Trotzdem: Demokratie ist anstrengend. Wer wüsste das besser als Sie, die Abgeordneten, die außerhalb der Sitzungswochen im Lande, in ihren Wahlkreisen unermüdlich unterwegs sind? Die öffentliche Auseinandersetzung, die Diskussion, auch der Streit gehören nicht nur zur Demokratie, sie sind das Salz in der Suppe. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_04_29.1:12 Und schließlich geht es, viertens, darum, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen: Wir wollen eine digitale Infrastruktur für die Wissenschaft und die Museen entwickeln. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2013_09_17.1:3 Um im Bild zu bleiben: Zeitungsverleger zu sein, das ist im Jahr 2013 tatsächlich für einige ein ergebnisoffenes Geschäft. Wenn ich ins Programm schaue, dann ahne ich, dass Sie gerade ausführlich eine Reihe von Schwierigkeiten, Problemen diskutiert haben: den scharfen Wettbewerb am Medienmarkt, die Einbrüche bei den Anzeigen, die Schließung von Redaktionen oder ganzen Zeitungen, die Klippen der Digitalisierung und vieles mehr. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2015_05_22.1:12 Und noch ein weiterer Aspekt: Der Menschenrechtsrat widmet sich auch möglichen neuen Bedrohungen individueller Freiheit im Zeitalter der Digitalisierung. Zusammen mit Brasilien hat sich vor allem Deutschland im Menschenrechtsrat für Initiativen zum Schutz der digitalen Privatsphäre eingesetzt. Ich freue mich, dass diese Bemühungen breite Zustimmung finden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2013_04_07.1:13 Wenn man liest, dass jetzt zum Beispiel VW, ohne dass ich hier in irgendeiner Weise Schleichwerbung für irgendjemanden machen möchte – ich rede also besser von einer großen deutschen Automobilfirma –, ihre gesamte Fertigungsanlage im Nachhinein digitalisiert, um sozusagen den Überblick zu bekommen, welche Art von Informationen sie eigentlich speichern muss, um aus diesen vorhandenen Informationen wieder die nächsten Entwicklungen voranzutreiben, dann ist das die Ausfüllung des Anspruchs, den ich oft gehört, aber nie in diesem umfassenden Sinne – das gilt jedenfalls für mich – verinnerlicht gesehen hatte: Alles, was man digitalisieren kann, wird in Zukunft digitalisiert werden. Okay, dass das für Töne gilt, habe ich schon irgendwann verstanden. Dass es für Bilder gilt, auch. Aber dass alle industriellen Fertigungsprozesse in Zukunft sozusagen von der schon vorhandenen Digitalisierung getrieben werden, dass wir das nächste Modell aus dem Vorhandenen als erstes quasi nicht mehr real weiterentwickeln, sondern virtuell, das bringt uns natürlich völlig neue Aufgaben – vom Patentschutz angefangen bis hin zu den Kopiermöglichkeiten. Es kann auch ein Vorteil sein, dass man ein vorhandenes Produkt gar nicht mehr so schnell kopieren kann, wie man das virtuelle Produkt bereits weiterentwickelt hat. Es ist also eine völlig neue Dimension. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_01_26.1:1 In seiner Rede in der Deutschen Kinemathek ging Kulturstaatsminister Bernd Neumann vorab auf die schockierende Nachricht über den Tod von Bernd Eichinger ein und sprach danach über das Leben und Werk Ingmar Bergmans, den Start der 61. Berlinale und die Bereitstellung finanzieller Mittel zur Kinodigitalisierung. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_01_26.1:24 Ich würde mich freuen, wenn die Kinos – auch jenseits von Festivals wie der Berlinale – mehr Filmklassiker zeigten, die ja oft schon digitalisiert sind. Damit das möglich ist und gerade kleinere Kinos mit künstlerischem Anspruch den Anschluss an den Filmmarkt nicht verpassen, habe ich in meinem Haushalt für die nächsten Jahre beträchtliche finanzielle Mittel eingestellt, die die flächendeckende Digitalisierung unterstützen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_20.2:29 Ich will aber auch sehr deutlich sagen: Wir stehen in den nächsten vier Jahren vor riesigen Herausforderungen. Es gibt gute Vorbereitungen innerhalb der deutschen Wirtschaft, was die Digitalisierung ganzer Produktionsprozesse anbelangt. Ich glaube, bis hinein in den Mittelstand ist die Dringlichkeit inzwischen verstanden worden. Wo ich mir noch nicht ganz sicher bin, ist das, was der Chef von Alibaba neulich in einem deutsch-chinesischen Dialog angesprochen hat: die Kontakte zwischen Kunden und Business – C2B. Da müssen wir aufpassen, dass wir sozusagen bei der Schaffung der Plattformen den richtigen Weg gehen. Ich bitte die deutsche Wirtschaft, hierbei auch wirklich groß zu denken, weil es vielleicht eher nur Mobilitätsplattformen geben wird als Plattformen jedes einzelnen Herstellers oder jeder einzelnen Branche. Herr Kempf kennt sich in diesem Bereich aus; ich brauche Sie hier nicht in größerem Maße zu belehren. Ich sage nur: In mir ist eine gewisse Unruhe, ob wir schon da sind, wo wir hin müssen. Wenn zum Beispiel heute zu lesen ist, dass Amazon einen der größten Lebensmittelhersteller gekauft hat, dann sieht man, dass sozusagen Mergers zwischen Realwirtschaft und digitalen Anbietern in großem Tempo voranschreiten. Ich möchte halt, dass wir unsere eigenständigen Wertschöpfungsketten behalten und nicht zu einer verlängerten Werkbank werden. Und dafür müssen wir alle gemeinsam arbeiten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_20.2:32 Ich will auf einen Bereich zu sprechen kommen, in dem wir aber auch Datensparsamkeit leben können. Das betrifft die fast revolutionäre Grundgesetzänderung, die wir im Zusammenhang mit dem Bund-Länder-Finanzausgleich vorgenommen haben, damit Bund und Länder in der Frage der Schaffung von Bürgerportalen zusammenarbeiten können. Das heißt also, Bürgerinnen und Bürger können sich bezüglich der Dienstleistungen, die ihnen der Staat anbietet, dann auf ein Portal, das für sie existiert, stützen. Dann werden nicht dauernd alle relevanten Daten bei jeder Verwaltungsfrage erneut erhoben, sondern dann gibt es einen Zugriff pro Bürger. Bei der Digitalisierung der Verwaltung hinken wir aber anderen Ländern hinterher; das ist überhaupt keine Frage. Ich glaube, gerade für die innere Einstellung der Menschen dazu, was Digitalisierung bedeutet, ist das Aufholen des Staates bezüglich der digitalen Möglichkeiten dringend notwendig. Und deshalb bin ich hier sehr engagiert. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_20.2:33 Nun können Sie sagen: Das ist alles schön und recht, aber wenn nichts weitergeleitet wird, dann hilft das ganze Digitalisierungsgesetzeswerk nichts. 2018 soll es 50 Megabit pro Sekunde für jeden Haushalt geben. Das ist schön und gut; und das werden wir auch schaffen. Aber inzwischen müssen wir im Gigabitbereich denken – für das autonome Fahren, für die Telemedizin, für den Datenaustausch im Internet der Dinge. Das heißt also, wir müssen uns sputen. Wir wissen, dass wir den Breitbandausbau in den nächsten Jahren erheblich voranbringen müssen. Auf dem Digitalgipfel wurde von einem flächendeckenden Gigabit-Aufkommen in den Jahren 2023 bis 2025 gesprochen. Ich sage einmal: Da haben wir noch viel zu tun, aber es ist notwendig. Das heißt natürlich auch, dass wir den 5G-Standard schnell ausrollen müssen und dass wir das vor allen Dingen auch so tun müssen, dass nicht an jeder Landesgrenze in Europa erst einmal ein Totalausfall herrscht und von einer Echtzeit-Datenübertragung überhaupt nicht die Rede sein kann. urn:cts:gps4:bundestagspraesidenten.norbert_lammert.2011_03_31.1:11 Die zweite signifikante Veränderung ist ohne jeden Zweifel die Medienbegleitung. Und das gilt allerdings nicht nur für die explosionsartige Vermehrung der Anzahl der Medienvertreter, sondern insbesondere für die große Entwicklung, die die Medien - zugegebenermaßen nicht nur gegenüber der Politik, aber auch gegenüber der Politik - in den letzten Jahren genommen haben. Ich behaupte natürlich nicht, dass hier ein Kausalzusammenhang besteht, weder zwischen den jüngeren Entwicklungen des Parlamentarismus im Allgemeinen noch zwischen dem Umzug von Bonn nach Berlin im besonderen, sondern, wenn überhaupt, besteht ein Kausalzusammenhang zwischen der Digitalisierung von Medien und der auch damit begründeten zunehmenden Dominanz der elektronischen Medien gegenüber den Printmedien. Diese begünstigen einen Trend, oder machen ihn vielleicht auch unvermeidlich, den ich zunehmend beobachte und den ich nicht nur, aber jedenfalls auch mit Blick auf die Politik und auf die Politikberichterstattung nicht für eine Errungenschaft, sondern eher für ein Verhängnis halte: Der zunehmende Vorrang von Bildern gegenüber Texten, der zunehmende Vorrang von Schlagzeilen gegenüber Analysen, der offensichtliche Vorrang von Zuspitzungen gegenüber Differenzierungen, der unübersehbare Trend zur Kürze gegenüber der Länge, der geradezu erschreckende Vorrang von Schnelligkeit gegenüber Gründlichkeit. Und der deprimierend eindeutige Vorrang der Unterhaltung gegenüber der Information. urn:cts:gps4:bundestagspraesidenten.norbert_lammert.2011_03_31.1:13 Ich werde nie vergessen, was ich zu hören bekam, als mich vor einigen Jahren eine der zahlreichen Berliner Journalistenvereinigungen zu ihrem 50-jährigen Bestehen als Gastredner einlud. Ich trug dort unter anderem diesen Befund vor, dass unter den Bedingungen der Digitalisierung und in der Wettbewerbssituation der elektronischen Medien die Schnelligkeit einer Information längst gnadenlosen Vorrang vor der Gründlichkeit der Recherche habe. Ich glaubte dann zur Verdeutlichung dieser Behauptung hinzufügen zu sollen, die früher offensichtlich geltende Regel, dass man eine Information nicht weitergibt, jedenfalls nicht druckt, bevor man nicht mindestens zwei Quellen dafür identifiziert hat, scheine mir längst durch die Praxis abgelöst zu sein, dass eine Quelle reichen müsse. Woraus aus der Tiefe des Raumes von einem der anwesenden Journalisten der Zwischenruf kam, soweit es diese Quelle überhaupt gibt. Auch das ist nicht ganz so witzig, wie es sich anhört, sondern leider wirklichkeitsnah. Weil es zu den Wettbewerbsbedingungen der Medien gehört, dass, wahrscheinlich ist dies nicht nur Einbildung, die Zeit nicht mehr da ist, einen behaupteten Sachverhalt auf seine Richtigkeit zu überprüfen. Jedem von Ihnen werden aus der jüngeren Vergangenheit eine Reihe von Beispielen einfallen, dass ein einmal behaupteter Sachverhalt insbesondere dann, wenn er einen gewissen Unterhaltungswert hatte, kaskadenartig durch die deutschen Medien marschiert ist, ohne dass irgendjemand auch nur auf die Idee gekommen wäre zu überprüfen, ob diese behauptete Nachricht außer dem Unterhaltungswert auch einen gesicherten Informationswert habe. Die vergleichsweise besonders banale, aber hübsche Geschichte, dass dem inzwischen ausgeschiedenen Bundesminister der Verteidigung ein zusätzlicher Vorname angedichtet wurde, was alle so schön fanden, dass sie es geschrieben haben, ohne dass irgendjemand mal überprüft hätte, ob das denn wohl auch zuträfe, ist die harmloseste Variante dieses beschriebenen Vorgangs. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_02.1:2 Ja, vor 20 Jahren war all das für manche noch nicht so absehbar. Aber Sie haben, Herr Burda – das darf ich sagen –, von Anfang an auf die revolutionäre Veränderung hingewiesen und immer wieder gesagt: Die Digitalisierung wird unsere Welt so verändern, wie Gutenberg das mit seinem Buchdruck gemacht hat. In der heutigen Bundesregierung ist das auch angekommen. Unsere Digitale Agenda spricht dafür. Aber zuerst möchte ich mich für die Einladung bedanken. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_02.1:5 Die Bundesrepublik Deutschland konnte sich glücklich schätzen, dass die nationalsozialistische Propaganda den Müttern und Vätern des Grundgesetzes eine überdeutliche Lehre war, den Missbrauch der Presse durch verfassungsrechtliche Absicherung der Medienfreiheiten zu verhindern. Und auch im wiedervereinten Deutschland haben wir jetzt 25 Jahre unabhängigen Journalismus und mediale Vielfalt. Ich glaube, wir können diesen Wert gar nicht hoch genug schätzen. Denn wenn wir in die Welt schauen, stellen wir fest, dass Pressefreiheit trotz Digitalisierung alles andere als selbstverständlich ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_01_13.1:19 Weltweit sind wir mobiler geworden, profitieren von den Segnungen der Digitalisierung, haben Smartphones und wissen daher, wie es Menschen anderswo auf der Welt geht. Deshalb muss unser politischer Aktionsraum heute weit über unsere nationalen und auch über die europäischen Grenzen hinausgehen, wenn unsere freiheitlichen Wertvorstellungen – auch vom Wesen des Menschen – Gültigkeit haben sollen. Wir befinden uns mit Blick auf unsere eigenen Werte – von denen ich einmal annehme, dass wir sie nicht auf uns allein beziehen, sondern dass sie für alle Menschen gelten – also in einer Zeit unglaublicher Herausforderungen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_01_13.1:20 In diesem Zusammenhang möchte ich einen Punkt noch kurz ansprechen. Ich kann hier jetzt keine Lektion über Flüchtlinge halten, ich will nur sagen: Ich glaube zutiefst, dass wir bei den Fluchtursachen ansetzen müssen und dass wir die Lebensbedingungen der Menschen verbessern müssen. Das können wir als Deutsche nicht allein. Wir können selbstverständlich auch nicht alle Menschen aufnehmen, die in einer schlechteren Lebenssituation sind als wir. Aber wir werden dafür Sorge tragen müssen, dass wir unserer Verantwortung nicht nur durch Aufnahme von Flüchtlingen gerecht werden, sondern vor allem auch durch unser Eintreten für die Bekämpfung von Fluchtursachen und für die Schaffung von Bedingungen, unter denen Menschen in ihrer Heimat den Eindruck haben, dass sie auch dort gute Lebenschancen haben. Das ist eine Jahrhundertaufgabe, aber in einer offenen Wirtschaft, in einer Zeit der Digitalisierung werden wir uns um diese Aufgabe nicht weiter herumdrücken dürfen. Die Aufgabenlösung kann natürlich nicht so bewerkstelligt werden, dass Flucht im Wesentlichen auf illegalen Wegen stattfindet. Vielmehr müssen wir legale Wege des Austauschs finden. Auch darum geht es bei dem Projekt, das wir zu bewältigen haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_01_13.1:23 Nun ist es unsere Aufgabe – ich will einmal nicht so viel über nationale Politik sprechen –, ordnungspolitische Grundsätze in Zeiten der Globalisierung zu verankern. Das macht ja auch eine große Diskussion aus. Ich will beginnen bei der internationalen Finanzkrise, die wir in den Jahren 2008/2009 zu bewältigen hatten. Dadurch, dass Finanzmärkte die Möglichkeiten der Globalisierung sehr schnell aufgenommen haben, waren Finanzmärkte sozusagen Vorreiter einer weiteren Globalisierung, die sich derzeit durch die Digitalisierung der Realwirtschaft weiterentwickeln wird. Auf den Finanzmärkten ist ein wesentlicher ordnungspolitischer Grundsatz völlig außer Kontrolle geraten, nämlich das Haftungsprinzip. Wer den Nutzen hat, muss auch den Schaden tragen – das schrieb Walter Eucken schon vor Jahrzehnten. Doch in der Finanzkrise 2008/2009 blieb der Schaden in vielen Fällen bei den Steuerzahlern hängen – zum allergrößten Teil auch noch bei den Steuerzahlern, die den Schaden gar nicht angerichtet hatten. Handeln und Verantwortung, Gewinnchancen und Haftungsrisiken fielen zu oft auseinander. Wenn das des Öfteren passiert, dann ist sozusagen ein Generalangriff auf die Politik zu erwarten. Politiker müssen dafür Sorge tragen bzw. alles dafür tun, dass das Haftungsprinzip möglichst gut eingelöst wird. Ansonsten wird das Gerechtigkeitsempfinden zutiefst gestört. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_06_18.1:13 Ein Beispiel dafür ist die Digitale Agenda. Gerade für Deutschland als Industrienation bietet die Digitalisierung enorme Chancen. Sie stellt uns aber auch vor zahlreiche Herausforderungen, die wir europäisch deutlich besser lösen können als alleine. Dazu gehören der Netzausbau, die Netzneutralität, der Schutz des geistigen Eigentums und nicht zuletzt der Datenschutz. Ich begrüße sehr, dass sich die Innenminister in dieser Woche auf eine Datenschutz-Grundverordnung geeinigt haben. Damit werden ein europaweit hohes Schutzniveau für die Bürgerinnen und Bürger und Rechtssicherheit für die Unternehmen geschaffen. Jetzt wird es darum gehen, die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament zügig zum Abschluss zu bringen, damit dieses Ziel auch wirklich erreicht werden kann. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_04_28.1:15 Im Übrigen ist mir im Zusammenhang mit Grundgesetzänderungen auch im Hinblick auf die Digitalisierung eines sehr wichtig: Bund und Länder – das betrifft auch die Kommunen, mit denen wir noch reden müssen – sind bereit, für die Bürgerinnen und Bürger ein gemeinsames Portal zu entwickeln, damit sie in Zukunft hierüber ihre Dienstleistungen vom Staat abfragen können. Die Menschen interessiert es nicht, ob es sich um eine Landeskompetenz handelt, eine kommunale Kompetenz oder eine Bundeskompetenz. Sie wollen einfach auch digital mit ihrem Staat kommunizieren können. Ich verspreche mir da für die nächsten Jahre sehr viel. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2010_03_01.1:7 Wir alle haben das hautnah und zum Teil erschreckend im Zusammenhang mit der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise gesehen. Die Lehren daraus sind eigentlich eindeutig: Wir brauchen Regeln für das globale Wirtschaften, die besagen: Wir dürfen unsere Ressourcen mit Blick auf die kommenden Generationen nicht über Gebühr belasten, wir brauchen Freiräume für private Investitionen, wir müssen schauen, dass wir stabile Währungen haben, und wir brauchen einen freien Weltmarkt, der nicht auf Protektionismus setzt. Das alles ist logisch und ganz einfach gesagt. Dennoch muss ich erwähnen, dass wir im G20-Prozess über diese Regeln und über diese eigentlich einfachen Fragen der Offenheit und der Freiheit viele Diskussionen haben, uns Gedanken machen und nicht immer zu den erwähnten Zielen kommen. Zum Beispiel ist die Gefahr eines verkappten Protektionismus in der Weltwirtschaft nach der Weltwirtschaftskrise nicht gebannt. Ich glaube, es ist in unser aller Interesse, dass wir im Zeitalter der Digitalisierung darauf achten, dass dies eine Welt mit einem freien Handel, mit durchlässigen Grenzen und der Verbreitung des Fortschritts ohne Barrieren ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_02_27.1:44 Die Blöcke des Kalten Krieges existieren nicht mehr. Globalisierung und Digitalisierung bestimmen unsere Art zu leben, zu wirtschaften und zu arbeiten in einer Weise, wie wir uns das nie haben vorstellen können. Doch damit verlieren Weizsäckers Worte nicht an Gültigkeit. Im Gegenteil, sie gewinnen für mich sogar noch an Bedeutung. Denn für uns heute übersetzt lauten sie, dass wir in Europa – Deutschland, Großbritannien, wir alle – in der Zeit der Globalisierung und der Digitalisierung im 21. Jahrhundert nur noch dann eine eigene Geschichte haben, wenn wir zusammengehen und -bleiben und als europäische Nationen immer zwei Prinzipien unseres Handelns gerecht werden: Eigenverantwortung und Solidarität. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_06.2:30 Meine Damen und Herren, jetzt komme ich zu einem Thema, das auch hier schon angesprochen wurde: Neben Infrastrukturen und neben Rahmenbedingungen für Investitionen geht es auch um die Frage des Zusammenspiels von Forschung und Wirtschaft. Wir haben die Forschungsausgaben seitens des Bundes seit 2005 mehr als verdoppelt, aber natürlich erbringt die Wirtschaft den größten Teil der Forschungsinvestitionen. Was wir hier mit Sorge betrachten – gerade auch angesichts der Digitalisierungsentwicklung; einer disruptiven Entwicklung, wie hier gesagt wurde –, ist, dass die Forschungsausgaben des Mittelstands in den letzten Jahren eher zurückfallen als ansteigen. Deshalb haben wir nach langer Diskussion jetzt doch, glaube ich, ein parteiübergreifendes Einvernehmen, dass wir für mittelständische und kleine Unternehmen eine steuerliche Forschungsförderung brauchen, weil das einfacher ist, als Anträge auf Forschungszuschüsse zu stellen, was bei großen Unternehmen funktioniert, aber nicht bei kleinen und mittleren. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_06.2:31 Wir haben in dieser Legislaturperiode sehr viel in die Frage investiert, wie wir die deutsche Wirtschaft bei der Umsetzung dessen, was wir Industrie 4.0 nennen – also bei der Digitalisierung der Wertschöpfungsketten –, unterstützen können. Hierfür haben wir unter anderem Kompetenzzentren für den Mittelstand eingerichtet, die von den Standards bis hin zum Thema Cybersicherheit fachliche Beratung geben. Ich hoffe, dass das auch vernünftig bei den Unternehmen ankommt. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_06.2:32 Ich glaube, dass in der deutschen Wirtschaft inzwischen klar geworden ist, wie wichtig digitale Fertigung, Entwicklung und Planung sind, und dass jeder weiß, dass sich Abläufe im Betrieb auf dramatische Weise verändern. Dennoch mache ich mir um einen Punkt Sorge. Sie haben mit etwas spitzer Zunge das Thema Datenschutzgrundverordnung genannt. Die deutsche Wirtschaft war, als diese beschlossen war, erst einmal der Meinung, dass das besser ist, als wenn wir überhaupt keinen Rechtsrahmen für das Management von großen Datenmengen haben. Dennoch hat sie viele Unzulänglichkeiten, viele unbestimmte Rechtsbegriffe. Wir müssen sehr darauf achten, dass wir das richtig auslegen. Wir müssen ein positives Verhältnis in Europa und insbesondere in Deutschland zum Verarbeiten großer Datenmengen entwickeln. Denn ich glaube fest daran, dass die Digitalisierung nicht dazu führt, dass wir per se weniger Arbeitsplätze haben werden. Wenn aber die Arbeitsplätze, die wegfallen, nicht durch neue Arbeitsplätze ersetzt werden, die aus dem Management großer Datenmengen entstehen, weil dafür die Rahmenbedingungen nicht gut sind, dann werden wir natürlich Probleme haben. Wenn wir künstliche Intelligenz oder das Big-Data-Management auf europäischem und auf deutschem Boden nicht vernünftig entwickeln können, dann haben wir ein Problem. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2016_05_12.1:21 - Viertens, das alles passiert, während Globalisierung, Digitalisierung, und gefühlte Entgrenzung scheinbar unaufhaltsam voranschreiten. Für viele Menschen in Europa klingt das eher nach Bedrohung denn Verheißung – gerade im Süden Europas, der von den Wirtschaftskrisen weiterhin schwer gezeichnet ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_09.1:11 Nun haben wir eine Entwicklung, in der gerade im Bereich des öffentlichen Dienstes – da spielen Beamte ja eine zentrale Rolle – neue Anforderungen auf uns zukommen. Exemplarisch dafür steht der internationale Terrorismus. Es ist aber mitnichten die einzige Herausforderung, der wir uns öffnen müssen. Wir müssen immer wieder auf aktuelle Herausforderungen Antworten geben. Das, was Sie zu Recht erwarten dürfen, ist, dass das nicht in einem Zuständigkeitsstreit landet, sondern dass die Politik sich insgesamt – ich sage das jetzt mal für die gesamte Bundesregierung – der Anstrengung unterwirft, richtige Antworten auf neue Sachverhalte, auf neue Situationen zu finden. Das ist nicht immer ganz einfach, sondern setzt voraus, dass wir offen sind, dass wir klare Analysen vornehmen, dass wir auf Sie und Ihre Erfahrungen hören, dass wir lernfähig sind und auf die neuen Herausforderungen genauso wie auf neue technische Entwicklungen – ich sage nur das Stichwort Digitalisierung – dann auch wirklich Antworten finden, gerade angesichts der Opfer terroristischer Anschläge. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_09.1:42 Diese haben wiederum sehr viel mit Digitalisierung zu tun, die unsere Wertschöpfung, unsere Arbeitswelt, unsere Lebenswelt, unsere gesellschaftliche Welt rapide und durchgreifend verändert. So, wie wir einen Binnenmarkt im Bereich der klassischen industriellen Produktion haben, sollten wir auch an einem digitalen Binnenmarkt arbeiten – angefangen bei der Infrastruktur. Dabei ist das Stichwort 5G – also die Netze, die uns sozusagen in Echtzeit Daten übermitteln – von allergrößter Bedeutung. Das wird man nicht schaffen, wenn jeder seine eigenen Frequenzbereiche hat, wenn jeder sein eigenes Ding macht, sondern das wird man nur schaffen, wenn man hierbei wirklich zusammenarbeitet. Günther Oettinger hatte hierzu die richtigen Vorschläge gemacht. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_09.1:48 Meine Damen und Herren, damit möchte ich noch einmal auf das Thema Digitalisierung zurückkommen, die unser Leben insgesamt verändert; genauer gesagt, auf das Thema Verhältnis der Bürgerinnen und Bürger zu ihrem Staat im Zeitalter der Digitalisierung. Ich verfolge, seitdem ich Bundeskanzlerin geworden bin, die Einführung der Gesundheitskarte in Deutschland und höre jetzt mit Freude, dass die ersten Testversuche mit geringen Datenmengen auf der Gesundheitskarte nun in einigen Regionen Deutschlands auf den Weg gebracht wurden. Ich kann nur sagen: Wenn das das Tempo der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung sein wird, dann werden wir nicht sehr erfolgreich sein, sondern in Kürze zu den Entwicklungsländern weltweit gehören. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_09.1:50 Deshalb bin ich sehr froh, dass es uns im Rahmen der nicht einfachen Bund-Länder-Finanzgespräche gelungen ist, zu sagen: Wir wollen jetzt auch die Digitalisierung über alle Ebenen voranbringen – und zwar nicht so, dass der Bürger wissen muss, welche Kompetenz er gerade abfragt oder ob die Handlung, die er vornehmen will, in eine Zuständigkeit auf kommunaler Ebene, auf Länderebene oder auf Bundesebene fällt, sondern indem wir dem Bürger einen einheitlichen Zugang zu allen Verwaltungsprozeduren gewähren. Hierfür muss der Staat die entsprechenden Schnittstellen zur Verfügung stellen. Das gilt gemeinhin als Mammutaufgabe, weil das zwischen Bund und Ländern grundgesetzlich zu regeln ist, damit aber noch nicht automatisch die Kommunen erfasst sind. Die Länder sagen zwar immer, dass, wenn es um eine Föderalismusreform geht, sie für die Kommunen mitsprechen. Aber was die Umsetzung anbelangt, sollte man doch noch mal extra mit den Kommunen darüber sprechen. Wir können so etwas nur gemeinsam durchsetzen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_04_22.1:27 Das heißt, die Basis unseres Dialogs muss Vertrauen sein: Vertrauen, dass Sie uns sagen, wo der Schuh drückt und wo Dinge irgendwann so sein könnten, dass man nicht mehr in Deutschland investiert. Da haben wir Verantwortung. Aber auch Vertrauen in uns, dass wir politisch die Verantwortung für rund 80 Millionen Menschen haben und schauen müssen, dass diese Gesellschaft zusammenhält, weil eine zusammenhaltende Gesellschaft wiederum für Sie eine berechenbare Basis des Arbeitens ist. Das wird in den nächsten Jahren nicht unbedingt einfacher, wenn man die demografische Veränderung oder die große Herausforderung an Bildung im Zusammenhang mit der Digitalisierung bedenkt. Deshalb sage ich Ihnen – genauso wie die Fraktion es heute gemacht hat – auch vonseiten der Bundesregierung und aller anwesenden Regierungskollegen zu: Wir wollen diese vertrauensvolle Zusammenarbeit. Danke, dass Sie alle da sind. Und jetzt uns allen gute Gespräche. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_10_25.1:22 Es ist übrigens ein interessanter Punkt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch ihre Smartphonekenntnisse bereits mit einem guten Vorwissen in die Unternehmen gehen, die die Möglichkeiten der Digitalisierung und der Industrie 4.0 nutzen. Die Unternehmen können sich sozusagen diese Smartphonekenntnisse zu eigen machen, um ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an die entsprechenden Maschinen und technischen Einrichtungen der Unternehmen zu binden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_10_25.1:34 Für uns in Europa wird es sehr wichtig sein, dass wir einheitliche Standards für einen digitalen Binnenmarkt schaffen. Es ist gut zu wissen, dass mit Günther Oettinger ein deutscher Kommissar daran arbeitet und dabei sehr enge Rückkoppelungen zu uns, aber auch in alle anderen europäischen Länder pflegt. Digitalisierung kennt keine Grenzen. Um uns möglichst viele Chancen zu erschließen, brauchen wir europäische Lösungen, um im weltweiten Wettbewerb überhaupt eine Chance zu haben. Das heißt also, dass die Fragen eines digitalen Binnenmarkts auch Fragen einer besseren Wertschöpfung und neuer Arbeitsplätze in der digitalen Welt sind. Sie werden darüber während Ihrer Medientage auf dem sogenannten Europatag am 27. Oktober noch eingehend diskutieren. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_05_23.2:7 In Zeiten der Digitalisierung, in Zeiten des Internets, wissen junge Menschen auch in den Ländern, die von Konflikten, von Hunger, von Klimawandel betroffen sind, im Grunde alles und kennen jede Information – auch über ihre eigenen Regierenden. Es muss gelingen, die Zivilgesellschaft besser in die Konfliktlösung einzubeziehen – allen voran Frauen, die sehr viel stärker Ressourcen für ihre Familien, für die Kinder und für das Zusammenleben vor Ort einsetzen –, indem subsidiäre Strukturen geschaffen werden, mit denen den Kommunen mehr Gewicht zukommt und die gesamte Gesellschaft auf dem neuen Weg des Landes mitgenommen wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_02_06.2:29 Kinofilme brauchen große Leinwände, und also bedarf es entsprechender Kinosäle. Sollen Kinos bestehen bleiben, müssen sie mit der technischen Entwicklung mithalten – die ersten Verleiher legen nur noch digital vor. Daher haben BKM und FFA mittlerweile insgesamt 21 Millionen Euro für die Kinodigitalisierung bereitgestellt und geholfen, mehr als 1.550 Leinwände auf Digitaltechnik umzurüsten. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_02_06.2:41 Der Erfolg der Digitalisierung beruht nicht zuletzt auf der Möglichkeit der Vervielfältigung. Welch ein Aufwand war es noch, eine Video- oder Tonband-Kassette zu überspielen, und wie mäßig war die Qualität. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.guido_westerwelle.2013_06_29.1:15 Mit dem Fall der Mauer wuchsen nicht nur in Deutschland und Europa Ost und West zusammen. Die Weltwirtschaft öffnete sich. Über eine Milliarde Menschen wurden Teil und Teilhaber globaler Wertschöpfungsketten. Die Digitalisierung hat als technologischer Treiber die Vernetzung unserer Welt in den vergangenen zwanzig Jahren ungeheuer beschleunigt. Deutschland profitiert in besonderer Weise von den Chancen dieser Globalisierung. Der Erfolg unseres Landes gründet auf seiner Offenheit, auf aktiver Vernetzung und dem Austausch von Produkten, Ideen, Daten. Unsere Wirtschaft und Gesellschaft haben die Anpassung an die neue, globalisierte Welt bislang eindrucksvoll gemeistert. Umgekehrt gilt: Deutschland als weltoffenes, tief in Europa integriertes, global verflochtenes Land ist auch den Risiken der Globalisierung besonders ausgesetzt. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.guido_westerwelle.2013_06_29.1:20 Es ist wohl richtig, dass unsere direkten Hebel zur Durchsetzung eines bestimmten Verhaltens eher kürzer werden, wenn andere Staaten selbstbewusster werden und politisch an Gewicht gewinnen. Aber das ist kein Grund, in Selbstzweifel zu verfallen oder gar unseren eigenen Wertekanon in Frage zu stellen. Wir erleben nicht nur eine Globalisierung der Güter- und Finanzmärkte. Wir werden auch Zeuge einer Globalisierung der Erwartungen. In der digitalen Welt sind die Distanzen von Zeit und Raum praktisch verschwunden. Je mehr wir uns vernetzen, desto mehr haben Menschen überall auf der Welt Zugang zu unserer Kultur und können sich ein Bild von unseren Gesellschaften machen. Die Digitalisierung und der Siegeszug des Internets hat eine transformierende Wirkung, die wir erst beginnen, in ihrer vollen Auswirkung zu verstehen. Dazu gehören wichtige Fragen des Datenschutzes und der Privatsphäre, die uns in diesen Tagen intensiv beschäftigen. Dazu gehört aber auch die enorme Ausstrahlung unseres Gesellschafts- und Wirtschaftsmodells in die ganze Welt. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_06_08.3:6 Ich will jetzt nicht darüber philosophieren, wie die Globalisierung und wie die Digitalisierung unser Leben verändern. Aber klar ist: Unsere Welt wächst enger zusammen, wir tauschen uns viel mehr aus. Wir freuen uns natürlich, dass Berlin ein Ort ist, an dem dieser Austausch in ganz besonderer Weise stattfinden kann. Jetzt spreche ich nicht über Orchester und nicht über Theater, sondern über das entstehende Humboldt Forum. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_06_08.3:19 Ich gehöre zu den Menschen, die nur schwer verstehen können, dass wir in einer Zeit leben, in der wir spüren, dass sich wahnsinnig viel verändert. Nicht nur der Kalte Krieg ist zu Ende, Berlin ist geeint, Deutschland ist geeint, Europa ist wieder zusammengewachsen, sondern wir haben auch einfach durch die Digitalisierung völlig neue Möglichkeiten. Die Welt wächst enger zusammen. Und so spüren wir auch das Elend und die Not vieler Menschen hautnäher. Wir gehören zu denen, die eine Demokratie haben und die die Würde jedes einzelnen Menschen schützen. Das ist unser Kernartikel im deutschen Grundgesetz; und da bitte ich auch einfach um Unterstützung. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2016_06_27.1:40 Und wenn ich nochmal auf Brandt zurückkomme, wenn also Frieden und Sicherheit einerseits und Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Verteilung andererseits global miteinander verbunden sind, dann, finde ich, sollten wir uns dem Thema Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit auch im Rahmen unseres G20-Vorsitzes im kommenden Jahr widmen. Da bin ich beim dritten Stichwort unserer Kampagne: Innovation. Gerade die hochentwickelten Staaten der G20 müssen sich doch die Frage stellen, wie wir technologischen Fortschritt, Digitalisierung, den Quantensprung bei erneuerbaren Energien und Umwelttechnologien, den wir in der deutschen Energiewende gemacht haben – wie wir all das nutzen, um wirtschaftliche und politische Teilhabe viel stärker weltweit, auch im globalen Süden voranzubringen. Das ist in unserem Eigeninteresse für eine stabilere, sicherere Welt, aber es ist auch eine Frage der Gerechtigkeit. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2013_06_05.1:5 Diesem Anspruch stellt sich der Kreis seit 20 Jahren. Deshalb möchte ich herzlich zu Ihrem Jubiläum gratulieren. Diese 20 Jahre scheinen auf den ersten Blick ja ein überschaubarer Zeitraum zu sein. Aber wenn wir uns vergegenwärtigen, was alles in diesen 20 Jahren passiert ist, dann kann man sagen, die Welt hat sich seit 1993 rasant verändert. Deutschland und Europa sind weiter zusammengewachsen. Erkenntnisse, wie die Entschlüsselung des menschlichen Genoms haben neue Grenzfragen des Lebens aufgeworfen. Die digitale Revolution ist in nahezu alle Lebensbereiche vorgedrungen. Wer kann sich heute noch eine Welt ohne Internet vorstellen? Auch die Distanz zwischen den Erdteilen hat sich im Zuge der Digitalisierung und Globalisierung gefühlt verringert. Und dieser Prozess ist noch lange nicht am Ende. Dazu kommen aktuelle Herausforderungen, wie die europäische Schuldenkreise, der demografische Wandel oder unser Weg in ein Zeitalter der erneuerbaren Energien. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2013_06_05.1:24 Das Kapitel Bildung ist aber heute kaum im Alter von 20, 25 oder auch 30 Jahren zu beenden. Das ist ein weiterer großer Unterschied zu früher. Lebenslanges Lernen erweist sich vielmehr als Kennzeichen einer vitalen Gesellschaft im demografischen Wandel. Ich finde, dies ist ein sehr wichtiges Thema, weil es eine große kulturelle Dimension hat. Wir haben Ähnliches in den neuen Bundesländern nach der deutschen Wiedervereinigung erlebt, als plötzlich Jüngere den Älteren Umschulungen anbieten konnten. Das wird künftig immer mehr zur täglichen Erfahrung. Wer sich der Digitalisierung nicht verweigern will und erklärt, dass er damit besonders modern ist, der muss sich auch darauf einstellen, dass er nur noch Jüngere findet, die besser sind als er selber. Ich mache diese Erfahrung auch dauernd, aber überlebe sie auch. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_01_07.1:39 Ich habe heute ein Gespräch mit dem Chef des Unternehmens Cisco geführt, eines führenden Internetunternehmens. Dabei ist noch einmal deutlich geworden, dass wir uns in der Phase eines unglaublichen Umbruchs befinden. Wenn ich einen Wunsch an Sie äußern darf, Herr Olbricht, dann ist es der, dass der Deutsche Industrie- und Handelskammertag und alle Industrie- und Handelskammern der Phase der Digitalisierung unserer Welt die absolut größte Aufmerksamkeit widmen. Wir sind, was reine Internetfirmen anbelangt, nicht Spitze in der Welt – Deutschland nicht, Europa nicht. Wir haben alle Mühe, uns die Rahmenbedingungen zu schaffen – man denke an die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union –, um das Management großer Datenmengen – Big-Data-Management – überhaupt in vernünftigen rechtlichen Bahnen gestalten zu können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_01_07.1:40 Sachsen-Anhalt hat große Investitionen – zum Beispiel von T-Systems. Wenn man mit Herrn Höttges spricht, wird klar: Die Digitalisierung wird alles durchdringen. Die Frage, wie wir mit Daten umgehen, wie wir daraus auch neue Produkte entwickeln, wie wir Unternehmen, Maschinen und Produktionsabläufe vernetzen, wird die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre bestimmen. Für Deutschland werden die Antworten darauf vieles entscheiden. Wir sind heute ein attraktiver Standort, gerade auch für alle, die sich mit Digitalisierung beschäftigen, weil wir hervorragende industrielle Grundlagen haben. Aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht zur verlängerten Werkbank werden und diejenigen, die die Daten haben, anschließend den wesentlichen Teil der Wertschöpfung abgreifen. Um diesen Kampf geht es. Ihn müssen kleinere, mittlere und größere Unternehmen gemeinsam führen. Deshalb haben wir seitens der Bundesregierung die Digitale Agenda aufgelegt und die Plattform Industrie 4.0. Deshalb gibt es einen intensiven Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. urn:cts:gps4:bundesregierung.christina_weiss.2004_04_26.1:9 Die Bundesregierung hat sich den Rahmenbedingungen der Musikwirtschaft in den letzten Jahren stärker als zuvor angenommen und einige wichtige Korrekturen durchgesetzt. Ich erinnere nur, dass es gelungen ist, die von der Vorgängerregierung eingeführte Ausländersteuer für Künstlerinnen und Künstler zu verändern. Erinnert werden soll auch an die Umsetzung der EU-Richtlinie zum Urheberrecht in der Informationsgesellschaft in nationales Recht. Die Gesetzesnovelle hat - zugegeben - lange gebraucht, aber sie wird inzwischen von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen, was ich als wertvoll empfinde. Wie Sie wissen, hat im vergangenen Herbst die Arbeit an dem so genannten Korb 2 begonnen, in dem es u.a. um die Frage geht, ob das immerhin aus dem Jahr 1965 stammende Konzept der Legalisierung der Privatkopie um den Preis der Geräte- und der Leermittelabgabe im Zeitalter der Digitalisierung beibehalten werden soll. Auch hier gilt es, einen Ausgleich zwischen geistigem Eigentum, Verbraucherschutz und der Informationsfreiheit zu suchen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_01_11.1:7 Fachkräftesicherung – das ist ein Thema, das Sie sehr stark beschäftigt. Bei allen Investitionen, bei allem, was wir tun, müssen wir vor allem alles daransetzen, dass wir auch in Zukunft die Arbeitskräfte haben, die notwendig sind. Auch ich werde später noch zur Digitalisierung Stellung nehmen, die den Fachkräftebedarf nochmals erheblich verschieben wird. Ich stimme auch dem zu, was soeben gesagt wurde, nämlich dass die Balance von akademischer und dualer Ausbildung eine wichtige Sache ist – nicht, dass wir eines Tages unser duales Ausbildungssystem global bekannt gemacht haben, aber in Deutschland keiner mehr eine Berufsausbildung machen möchte. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_01_11.1:15 Es ist heute schon vor mir, jetzt auch noch einmal von Herrn Leverkinck, darüber gesprochen worden: Was bedeutet nun die Herausforderung der Digitalisierung? Da ist in der Tat etwas im Gange, das man mit Fug und Recht revolutionär nennen darf. Ich glaube, wir müssen – vom kleinsten Unternehmen bis zum größten Unternehmen – lernen, damit zu leben, dass einer der bedeutenden Rohstoffe, wenn nicht vielleicht der bedeutendste Rohstoff des 21. Jahrhunderts, Daten sein werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_01_11.1:23 Ein wenig Distanz zu vielen Daten ist okay. Aber die Welt wird sich in eine bestimmte Richtung ändern. Und ich möchte, dass Deutschland auch in zehn Jahren noch ein führender Industriestandort sein wird, der die Möglichkeiten der Digitalisierung mit aufgenommen hat. Natürlich wird das auch die Arbeitswelt verändern. Die IG Metall zum Beispiel hat das bereits sehr früh erkannt. Andrea Nahles als Sozialministerin hat ein Grünbuch zur Arbeit 4.0 entwickelt. Was bedeutet Digitalisierung für die Arbeitsverhältnisse? Wo brauchen wir Flexibilität? Wie viel müssen wir dabei der betrieblichen Entscheidungsebene überlassen? Wie viel an gemeinsamen Rahmenregelungen brauchen wir? Solche Fragen werden uns in den nächsten Jahren sehr, sehr stark beschäftigen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_01_11.1:26 Meine Damen und Herren, das ist ja nicht die einzige Herausforderung. Ich will neben der Verkehrsinfrastruktur und der Digitalisierung Ihnen hier noch kurz sagen: Wir sind immer noch in intensiven Diskussionen über das Thema Erbschaftsteuer. Wir alle hätten uns gewünscht, dass das Bundesverfassungsgericht die Verschonungsregelung so akzeptiert hätte, wie wir sie im Gesetz verankert hatten. Dann hätten wir weniger Aufregung und weniger Arbeit. Das hat das Bundesverfassungsgericht aber nicht getan. Deshalb müssen wir jetzt eine Lösung finden, die Ihnen in den Familienunternehmen, den Traditionsunternehmen, den Generationenübergang möglich macht, ohne dass Sie den Eindruck haben, dass der Staat Ihnen hierbei etwas wegnimmt, das Sie für die Weiterentwicklung des Unternehmens brauchen. Dem fühlen wir uns verpflichtet. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.maria_boehmer.2015_10_02.1:26 Daher ist es so wichtig, dass die Kulturstaatsministerin Grütters, das Kulturgüterschutzgesetz vorgelegt hat. Zukünftig wird der Import von Kulturgütern nur noch mit einer Exportlizenz des Herkunftsstaates möglich sein. Es gilt den illegalen Kulturgüterhandel mit aller Kraft zu bekämpfen! Das deutsche Engagement im Bereich des Kulturgüterschutzes und des Kulturerhalts ist groß. Ich danke dem Deutschen Archäologischen Institut, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und privaten Stiftungen für ihren Einsatz. Prävention, Rettung, Digitalisierung und der Wiederaufbau von Kulturgütern – Das ist beispielhaft! urn:cts:gps4:bundesregierung.helmut_kohl.1998_03_18.1:5 Der Computer ist inzwischen aus unserem Alltag - zu Hause und im Beruf - nicht mehr wegzudenken. Ende 1997 waren 21 Millionen Computer in Betrieben und Haushalten unseres Landes installiert. Das sind 1,4 Millionen Computer mehr als noch 1996. Deutschland verfügt zudem über eine erstklassige Informationsinfrastruktur. Bei uns sind mehr Menschen als in jedem anderen Land der Welt an moderne Hochleistungsdatennetze angeschlossen. In den neuen Bundesländern ist die vollständige Digitalisierung des Telekommunikationsnetzes im vergangenen Dezember abgeschlossen worden. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_03_05.1:2 seit dem Beginn der Digitalisierung in den 1990er Jahren befinden sich die Medien in einem geradezu revolutionären Veränderungsprozess. Die Mediennutzung ist für den Einzelnen und unser demokratisches Gemeinwesen von fundamentaler Bedeutung. Wir müssen deshalb über die tatsächliche Situation der Medien Bescheid wissen. Darum war es eine kluge Entscheidung des Deutschen Bundestages, die Bundesregierung dazu aufzufordern, einen Bericht über die Lage der Medien vorzulegen. Dieser Aufforderung sind wir gerne nachgekommen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_03_05.1:5 Der Medien- und Kommunikationsbericht 2008 der Bundesregierung zeigt umfassend auf, wie die Digitalisierung Herstellung und Inhalte der Medienangebote, Wertschöpfungsketten, Unternehmensstrukturen und die Mediennutzung in den letzen Jahren gravierend verändert hat und aller Voraussicht nach in Zukunft weiter verändern wird. Am deutlichsten werden Wesen und Folgen der Digitalisierung am geradezu beispiellosen Siegeszug des Internets sichtbar. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_03_05.1:6 Das Internet war vor nicht einmal zwanzig Jahren nur einem kleinen Kreis von Experten zugänglich und lediglich für wenige Anwendungen vorgesehen. Inzwischen ist es zu einer jedermann verfügbaren und quantitativ unerschöpflichen Informations- und Kommunikationsplattform geworden. Das Internet ist inzwischen aus dem Alltag der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken. Wie tief es den Einzelnen und die Gesellschaft inzwischen beeinflusst, kann man mit Frank Schirrmacher auf jene Formel bringen, die er in der aktuellen Debatte über die Zukunft der Zeitung im Onlinezeitalter geprägt hat: Zeitung und Internet sind konstitutiv für den, der ein aufgeklärtes Leben führen will. Am Beispiel des Internets lässt sich auch die praktisch bedeutsamste Folge der Digitalisierung demonstrieren. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_03_05.1:12 Die Digitalisierung eröffnet einerseits enorme Chancen für die individuelle, gesellschaftliche und politische Kommunikation und Entwicklung, für die Bildung, für Wissenschaft und Wirtschaft. Andererseits ist aber auch nicht zu übersehen, dass die durch die Digitalisierung bedingten Veränderungen in allen genannten Lebensbereichen auch Risiken mit sich bringen. Ich denke da besonders an die neuen Formen jugendgefährdender Angebote, an Urheberrechtsverletzungen oder das Problem der Datensicherheit im Netz. Wenn das positive Potential der Digitalisierung für den Einzelnen und die Gesellschaft voll zur Entfaltung kommen soll, dann müssen wir diese Risiken auf ein Minimum reduzieren. Der vorliegende Medienbericht belegt mit einer Vielzahl konkreter Projekte, dass die Bundesregierung konsequent das Ziel verfolgt, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und Ihre Risiken soweit wie möglich zu begrenzen. Ich glaube das dies der richtige Wegweiser ist, um mit dieser Zukunftsindustrie auch weiterhin Erfolg zu haben. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2015_08_25.1:24 Die Digitalisierung, so scheint es, lässt die Welt immer näher zusammenrücken – während sie – mit Blick auf die unzähligen politischen Konflikte – gleichzeitig an vielen Orten auseinander zu fallen scheint. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_23.2:20 Fortschritte brauchen wir natürlich nicht nur im Energiebereich, sondern auch in allen anderen Bereichen – bei Gebäuden oder im Verkehr. Hier eröffnet uns die Digitalisierung neue Chancen. Vernetzte Mobilität im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, Car-Sharing, autonomes Fahren – das alles kann nachhaltige Mobilität voranbringen. Intelligente Stromzähler helfen Verbrauchern, ihren Stromverbrauch besser zu kontrollieren und zu steuern. Der ökologische und ökonomische Mehrwert solcher neuen Technologien liegt auf der Hand. Die Nachfrager verbrauchen weniger Energie und Ressourcen und sparen sich Kosten. Für die Anbieter ergeben sich daher große Marktchancen. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_11_11.1:4 Vor wenigen Monaten haben die Esten den 25. Jahrestag ihrer wiedererlangten Unabhängigkeit gefeiert. Ihr Freiheitsstreben und ihre Sehnsucht nach politischer, wirtschaftlicher und kultureller Entfaltung sind bewundernswert. Die Esten haben allen Grund, stolz zu sein auf das Erreichte, auf das, was sie sich in schmerzhaften Anpassungsprozessen erkämpft haben. Ihr Gestaltungswille kann für Europa Ansporn sein. In Deutschland und in der Europäischen Union sind wir noch dabei, die Weichen für die Digitalisierung zu stellen. Estland ist dabei ein Pionier und Modernisierungspartner, von dem viele andere lernen können. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_11_11.1:5 Wenn wir über Zukunft nachdenken, dann ist es natürlich nicht nur die Digitalisierung, die uns bewegt. Viel stärker gilt es, die Verteidigung gemeinsamer Werte in den Fokus zu nehmen und unsere Sicherheitsprobleme und Sicherheitsfragen nicht zu vernachlässigen. Gegen Kriege und Konflikte, auch gegen das russische Machtstreben, sollten wir uns gemeinsam im Verbund mit allen unseren Partnern wenden. Denn nur in dieser Gemeinsamkeit werden wir erfolgreich sein. Auch wenn es gilt, die Sicherheit des Baltikums zu gewährleisten, steht Deutschland fest an Estlands Seite. Glaubwürdiges Handeln, das ist einer der Pfeiler unserer Partnerschaft mit Estland. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_02_28.1:1 In seiner Rede ging Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf die Entwicklung der Filmförderung ein. Auch sprach er die Themen Filmerbe und Digitalisierung, Kurz- und Experimentalfilm und soziale Absicherung von Künstlern an. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_02_28.1:2 In seiner Rede ging Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf die Entwicklung der Filmförderung ein. Auch sprach er die Themen Filmerbe und Digitalisierung, Kurz- und Experimentalfilm und soziale Absicherung von Künstlern an. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_02_28.1:15 Viele Filme der Unterzeichner des Oberhausener Manifests haben Geschichte geschrieben und sind ein wichtiger Teil unseres Filmerbes, das die Bundesregierung – auch durch Digitalisierung – erhalten und auf Dauer zugänglich machen will. 240.000 Euro stellt der Bund über seine Kulturstiftung für das Jubiläum zur Verfügung. Damit werden, unter anderem, 40 Filme der Oberhausener Gruppe restauriert und konservatorisch gesichert – drei von ihnen werden sie heute Abend noch sehen können. Wir bekennen uns zu dieser Filmtradition, die ein Grundstein auch des Filmschaffens heute ist! urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_03_19.1:16 Im modernen Zeitalter der Digitalisierung und Medienkonvergenz erscheint zwar jeder Rückblick in das analoge Zeitalter rückwärtsgewandt, anders aber wird man die Anforderungen an eine Medienordnung auch in Zeiten der Konvergenz nicht ermessen können. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_05_14.1:6 Früher ging es zum Beispiel immer wieder um den Gegensatz zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk. Heute ist das fast vergessen, möchte man sagen. Es sind vielmehr die übergreifenden Themen, die allesamt mit der Digitalisierung zusammenhängen, die heute im Zentrum stehen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_05_14.1:7 Die Digitalisierung bewegt alle Medien gleichermaßen, vom Printbereich über den Rundfunk bis hin zum Film, und sie betrifft alle Nutzer. Im weiteren Sinne hängen die meisten aktuellen und drängenden Themen im Medienbereich wie Fragen der Regulierung, des Jugendschutzes, der Sicherung von Qualitätsjournalismus und des Urheberrechts mit der Digitalisierung zusammen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_06_09.1:1 In seiner Rede zur Eröffnung des 6. Kulturpolitischen Bundeskongresses „netz.macht.kultur – Kulturpolitik in der digitalen Gesellschaft“ der Kulturpolitischen Gesellschaft in Berlin beschreibt Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Antworten der Bundesregierung auf Herausforderungen der Digitalisierung. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_06_09.1:2 ob Geschichtspolitik – wie 2010 – oder Digitalisierung – wie in diesem Jahr: Die Bundeskongresse der Kulturpolitischen Gesellschaft sind Leuchttürme für eine an Treffen, Tagungen und Symposien wahrlich nicht armen Zunft! Dabei beweist die Kulturpolitische Gesellschaft immer ein untrügliches Gespür für die aktuell brennenden Fragen. Was hier verhandelt wird – da können wir sicher sein – wird Auswirkungen auf die Kulturpolitik in unserem Land haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_06_09.1:5 Und im vergangenen Jahr hat der Deutsche Bundestag eigens eine Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft eingesetzt, die die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft untersucht und konkrete Handlungsvorschläge für die Politik entwickelt. Vor wenigen Wochen hat die Enquete einen ersten Zwischenbericht vorgelegt – und ich bin der KuPoGe dankbar dafür, dass sie diesen Zwischenbericht heute schon auf die Tageordnung gesetzt hat. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_06_09.1:7 Wir befinden uns mitten in der größten technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzung seit der Entwicklung des Buchdrucks, deren Auswirkungen sich heute noch gar nicht richtig überblicken lassen. Die Digitalisierung macht überhaupt erst die Verbreitung kultureller und wissenschaftlicher Inhalte über das Internet möglich. Dabei ko-existieren alte und neue Medien bislang, ergänzen sich und profitieren auch voneinander. Es sieht derzeit nicht so aus, als ob digitale Formate beispielsweise die gute alte analoge Bibliothek verdrängen würden; es gibt im Gegenteil weltweit geradezu einen Bibliotheksboom. Unaufhörlich steigen die Nutzerzahlen, stellte jüngst der Deutsche Bibliotheksverband fest. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_06_09.1:8 Bibliotheken sind Kulturorte und erfüllen wichtige soziale Funktionen, die der Vereinzelung am häuslichen PC diametral gegenüberstehen! Bibliotheken, Archive und Museen sind das Gedächtnis unserer Kultur, sie sind die Hüter der unwiederbringlichen Originale; auch um diese zu schonen, ist die Digitalisierung sinnvoll. Digitalisate machen darüber hinaus unser kulturelles Erbe einem breiteren Publikum zugänglich als jemals zuvor. Die aktuelle Debatte zeigt vor allem aber eins: der Finanzbedarf in den nächsten Jahren für die Digitalisierung von Kulturgut ist enorm. Er übersteigt bei weitem das, was Bund, Länder und Kommunen gemeinsam leisten können. Ich stehe deshalb einer Kooperation öffentlicher Einrichtungen mit der Privatwirtschaft durchaus aufgeschlossen gegenüber, so wie es die Bayerische Staatsbibliothek schon erfolgreich praktiziert. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_06_09.1:16 zu den Risiken der digitalen Entwicklung gehört jedoch, dass der Schutz des geistigen Eigentums nicht gesichert ist. Es macht sich eine gefährliche Gratismentalität breit, Urheberrechtsverstöße erfolgen zum Teil ohne jedes Unrechtsbewusstsein! Dies gefährdet die Existenz von Künstlern und Kultur- wie Medienschaffenden, die von den Tantiemen für die Nutzung ihrer Werke leben. Und hiervon betroffen ist nicht allein die Film- und Musikindustrie. Ein Kernvorhaben mit Blick auf die Digitalisierung ist daher die Reform des Urheberrechts. Hierbei muss eines klar sein: Der Urheber bleibt Ausgangspunkt aller rechtlicher Überlegungen. Ich habe daher ein Positionspapier als Beitrag in die aktuelle Diskussion eingebracht, das klar Stellung zugunsten der Urheber bezieht. Für eine Neuformulierung des Schutzzwecks des Urheberrechts zugunsten der Nutzer besteht kein Anlass. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_06_17.1:19 war der größte mediale Umbruch der Deutschen Welle in den ersten 50 Jahren ihres Bestehens noch – erlauben Sie mir diese Zuspitzung – die Einführung von Deutsche Welle TV über Satellit im Jahr 1992, so sind die jüngeren Veränderungen durch Digitalisierung und Internet sehr viel gravierender und haben auch das Nutzerverhalten deutlich verändert. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_08_23.1:14 Zugleich ist jedoch viel Neues entstanden. Statt Kohle heißt der Rohstoff heute Wissen. Insbesondere die Digitalisierung eröffnet neue Perspektiven, ermöglicht neue Verfahrenstechniken und Geschäftskonzepte. Der Weg weg von Kohle und Stahl hin zur dienstleistungsorientierten Wissenschaftsregion ist steinig. Das zehrt an den Kräften, aber es trainiert sie auch. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_12_13.1:7 dies ist die Folgekonferenz der Konferenz in Paris, die im Herbst 2015 stattgefunden hat. Wie François Hollande eben schon gesagt hat, zeigt sich damit in einem sehr praktischen Bereich, dass Deutschland und Frankreich Motoren einer Entwicklung sein wollen, dass sie von ihren jeweiligen Erfahrungen lernen wollen und dass sie sich auch vernetzen wollen, was ja im Zeitalter der Digitalisierung ein zentraler Begriff ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_12_13.1:18 Warum halte ich E-Government für so wichtig? Ich halte es deshalb für wichtig, weil Digitalisierung in der Beziehung zwischen dem Bürger und seinem Staat selbstverständlich wird. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, all diejenigen, die von der Digitalisierung der Wirtschaft abhängig sind, diejenigen, deren Arbeitsumfeld sich ändert, werden dies als selbstverständlich annehmen. Das wird dazu führen, dass auch die gesamte Bevölkerung in diese Technologien eingeführt wird. Gerade bei einer Bevölkerung, die tendenziell altert, wie das in Deutschland der Fall ist, ist das sehr wichtig. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2013_11_21.1:43 Wir werden einen weiteren wichtigen Investitionsschritt gehen, nämlich die Digitalisierung vorantreiben; das heißt, den Breitbandausbau. Hier kann es nicht nur darum gehen, dass staatliches Geld eingesetzt wird, sondern wir müssen auch Rahmenbedingungen schaffen – und das im Übrigen auch auf europäischer Ebene –, die das Investieren in den Telekommunikationsmarkt erleichtern. Wenn man sich einmal Asien, Europa und Amerika anschaut, dann weiß man, dass sich in den letzten Jahren die Datenübermittlungsmengen etwa verzehnfacht haben, aber die Umsätze der europäischen Kommunikationsunternehmen um zehn Prozent gesunken sind. Die Umsätze der amerikanischen Unternehmen und der asiatischen Unternehmen hingegen sind um etwa 30 bis 40 Prozent gewachsen. Das zeigt: Die gesamte Regulierung in Europa ist zu sehr auf Zersplitterung und auf niedrige Endkundentarife und viel zu wenig auf Investitionen ausgerichtet. Ich glaube, hierbei muss vor allen Dingen auf europäischer Ebene angesetzt werden; bei einigen Fragen können wir auch in Deutschland etwas tun. Wir werden kein moderner Wirtschaftskontinent sein können, wenn wir unsere Telekommunikationsfragen nicht etwas besser ordnen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_03_09.1:29 Deshalb setze ich mich wie auch die gesamte Bundesregierung dafür ein, dass wir das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der Europäischen Union möglichst schnell fertig verhandeln und unterzeichnen. – Wir haben die Erfahrung gemacht, dass gegenseitiger Handel durch solche Abkommen jeweils zugenommen hat und dass daraus auch mehr Arbeitsplätze entstanden sind. – Beide Seiten können gerade auch in technologisch sehr anspruchsvollen Bereichen von einer noch engeren Zusammenarbeit profitieren. Die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung werden uns sicherlich auch in Zukunft noch vielerlei Möglichkeiten dazu geben. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2014_01_15.1:8 Heute haben wir uns ein besonders dringliches Thema vorgenommen: die Digitalisierung und ihre Folgen für Forschung und Lehre. Der Hauptredner des heutigen Abends, Herr Professor Thrun, wird uns nach dem Hauptgang über Chancen und Risiken digitaler Bildungsangebote aufklären. Ich werde gewiss viel lernen über einen wichtigen Aspekt der digitalen Revolution, die unsere Gesellschaft grundlegend umwälzt. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_09_22.1:1 Bei der Eröffnung des Film-ReStored-Festivals hat Kulturstaatsministerin Grütters den Wert des deutschen Filmerbes hervorgehoben. Filme spiegeln die Entwicklung unseres Gesellschaft, so Grütters, sie müssten als Teil unseres schützenswerten Kulturguts erhalten und zugänglich gemacht werden. Für die Jahrhundertaufgabe der Digitalisierung des Filmerbes brauche es eine langfristige Strategie und eine Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Filmwirtschaft. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_09_22.1:2 Bei der Eröffnung des Film-ReStored-Festivals hat Kulturstaatsministerin Grütters den Wert des deutschen Filmerbes hervorgehoben. Filme spiegeln die Entwicklung unseres Gesellschaft, so Grütters, sie müssten als Teil unseres schützenswerten Kulturguts erhalten und zugänglich gemacht werden. Für die Jahrhundertaufgabe der Digitalisierung des Filmerbes brauche es eine langfristige Strategie und eine Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Filmwirtschaft. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_09_22.1:5 Dass unsere filmische Vergangenheit in den kommenden Tagen auch die Leinwände im Filmhaus am Potsdamer Platz erhellt, haben wir dem Initiator des Filmerbe-Festivals - Ihnen, lieber Herr Dr. Rother - zu verdanken. Das Festival-Programm lässt nicht nur die Herzen all jener höher schlagen, die sich mit den Möglichkeiten und Folgen der derzeitigen Digitalisierungspraxis beschäftigen: Es lädt Besucherinnen und Besucher zu einer Erkundungstour durch die deutsche Filmgeschichte und zu Kinopremieren digital restaurierter Filme der vergangenen sechzig Jahre ein. Filme von Georg Wilhelm Pabst - zweifelsohne einer der bedeutendsten Regisseure des Weimarer Kinos - werden ebenso zu sehen sein wie besondere DEFA-Produktionen von Rainer Simon und Helmut Dzuba. Dabei rückt die Festival-Auswahl auch Arbeiten aus Ost und West ins Projektorenlicht, die nicht zu den bekannten Klassikern zählen - es wird also selbst für echte Cineasten noch die eine oder andere Neuentdeckung geben. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_09_22.1:7 Das Film:ReStored-Festival macht nicht nur unsere einst auf Celluloid gebannte Geschichte sichtbar, sondern führt uns auch den fortschreitenden Stand der Digitalisierung unseres Filmerbes vor Augen: Immerhin neun digitalisierte Filme werden hier gezeigt, die - auch mit Unterstützung meines Hauses - restauriert wurden. Angesichts der Zahl der Filmtitel, die in den Archiven lagern, angesichts des enormen archivarischen Aufwands und angesichts der für ihre Digitalisierung erforderlichen finanziellen Mittel steht jedoch fest, dass die Digitalisierung des Filmerbes - eine wahre Jahrhundertaufgabe! - nur gemeinsam in Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Filmbranche bewältigt werden kann. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_09_22.1:8 Der Bund leistet bereits einen wesentlichen Beitrag: Seit 2012 fördert mein Haus Digitalisierungsprojekte der Einrichtungen des Kinematheksverbunds - und auch im kommenden Jahr werde ich für die Filmdigitalisierung wieder eine Million Euro bereitstellen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_09_22.1:9 Auf meine Initiative hin erarbeitet mein Haus zurzeit außerdem gemeinsam mit den Ländern und der Filmwirtschaft eine langfristige Digitalisierungsstrategie, die eine zeit- und gattungsübergreifende Digitalisierung des deutschen Filmerbes in seiner ganzen Breite ermöglichen soll. Wir wollen dauerhaft eine verlässliche Summe bereitstellen, damit die Filmerbeeinrichtungen, die Filmbranche und die technischen Betriebe langfristig planen können. Noch im September wird es dazu auf politischer Ebene ein Bund-Länder-Gespräch geben. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_09_22.1:11 Neben der finanziellen hat die Digitalisierung unseres Filmerbes auch eine inhaltliche Dimension: Teil unseres filmgeschichtlichen Gedächtnisses sind auch Bilder, die unter der nationalsozialistischen Terrorherrschaft in Deutschland entstanden sind - Propagandafilme, wie Hitlerjunge Quex und Jud Süß, deren Inhalte als kriegsverherrlichend, rassistisch, antisemitisch oder volksverhetzend gelten. Auch für diesen, für den dunklen Teil unseres Filmerbes übernehmen wir Verantwortung bei der Digitalisierung und haben darüber im Sommer an einem Runden Tisch mit Vertretern des Zentralrats der Juden in Deutschland, Vertretern des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma sowie Filmhistorikern und Vertretern von Filmerbeeinrichtungen sehr konstruktiv beraten. Wir sind uns einig, dass eine Archivierung und Digitalisierung gerade auch dieser Filme erforderlich ist, um sie als historische Quelle zu erhalten. Die Diskussion werden wir im Herbst fortsetzen und dann auch über mögliche Formen der Veröffentlichung sprechen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_09_22.1:13 Das Filmerbe-Festival zeigt einmal mehr, wie wichtig eine konsequente, kontinuierliche und umfassende Strategie für die Digitalisierung unseres Filmerbes ist. Filme, die nur analog vorhanden sind, geraten nicht nur in Vergessenheit, weil sie aufgrund der fast vollständigen Umstellung auf digitale Projektoren nur noch in wenigen Kinos gezeigt werden können. Viele Trägermaterialien drohen aufgrund ihrer Beschaffenheit sogar unwiederbringlich zu zerfallen. Gerade weil der Erhalt unseres Filmerbes so zeitkritisch ist, dürfen wir nicht riskieren, dass noch weitere Jahre vergehen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_09_22.1:14 Das Beste, was wir von der Geschichte haben, war Johann Wolfgang von Goethe überzeugt, ist der Enthusiasmus, den sie erregt. Es wäre schön, meine Damen und Herren, wenn unsere Filmgeschichte in diesem Sinne auch Enthusiasmus für die Digitalisierung unseres Filmerbes erregte. Ich jedenfalls hoffe, dass wir gemeinsam einen Weg finden, unser Filmerbe für nachfolgende Generationen zu bewahren, und werde mich weiterhin dafür einsetzen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_09_10.1:21 Der Bund tut alles, was im Rahmen des Grundgesetzes möglich ist, um die kulturelle Vielfalt vor Ort zu fördern. Da gibt es nicht nur herausragende Programme wie zum Beispiel den Kinoprogrammpreis, den Spielstättenprogrammpreis und das Programm zur Förderung der Digitalisierung von Kinos, damit sie als Kulturorte erhalten bleiben, sowie die Denkmalschutzprogramme - auch im Bereich Buch wollen wir künftig etwas tun -, sondern wir entlasten die Kommunen auch materiell, zum Beispiel bis 2016 von den Pflichtleistungen für Kosten der Unterkunft und Grundsicherung im Alter, und zwar in Milliardenhöhe. Das schafft Investitionsfreiräume, die gut für freiwillige Leistungen und da zuvörderst für die Kultur genutzt werden können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_02_18.1:6 Wir haben asymmetrische Bedrohungen zu bewältigen, insbesondere durch den islamistischen Terrorismus, beginnend am 11. September 2001. Es gibt neue Konflikte durch Bürgerkriege, durch Bevölkerungswachstum und Klimawandel. Es gibt eine wachsende Verflechtung durch Globalisierung und Digitalisierung. Das heißt also, wir haben keine feststehende internationale Ordnung. Auch trotz des Endes des Kalten Krieges ist das Verhältnis zu Russland nach wie vor noch nicht nachhaltig gut; das sage ich jetzt aus europäischer Perspektive. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_02_18.1:10 Da will ich damit beginnen, dass das wesentliche Kennzeichen der Europäischen Union der gemeinsame Markt ist. Dieser gemeinsame Markt, der durch die Herausforderungen der Digitalisierung auch noch einmal erweitert werden muss, muss seinen Wert erbringen. Das bedeutet Arbeitsplätze, Wettbewerbsfähigkeit und Erfolg für die Menschen. Die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland war immer ein überzeugendes gesellschaftliches Credo, weil Wohlstand für alle das Ergebnis war. Und das ist auch der Anspruch an europäisches Handeln. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_02_18.1:27 Als Letztes möchte ich auf die Rolle der multilateralen Institutionen zu sprechen kommen, insbesondere der Vereinten Nationen. Es ist sehr gut und wichtig, wie viel die Arbeit der Vereinten Nationen auch mit der allgemeinen Sicherheit auf der Welt zu tun hat und dass der UN-Generalsekretär heute hier bei uns ist. Diese Konferenz widmet sich mittlerweile ja sowieso einem sehr umfassenden Sicherheitsbegriff, der weit mehr als die Frage der Verteidigungszusammenarbeit betrifft. Und das halte ich für richtig. Generalsekretär Guterres hat das Thema Krisenprävention ganz oben auf die Tagesordnung der zukünftigen Arbeit der Vereinten Nationen gesetzt. Ich kann das nur unterstützen. Jede Krise und jeder Konflikt, die verhindert werden und nicht stattfinden, bringen uns auch nicht in die Situation, wieder Verteidigungsausgaben zu nutzen, sondern geben uns die Möglichkeit, Entwicklungen zu fördern. Ein großer Nachbarschaftsbereich der Europäischen Union ist eben der afrikanische Kontinent. Deshalb müssen wir gemeinsam darüber nachdenken – dies wird auch ein Thema unserer G20-Präsidentschaft sein –, wie wir neben der klassischen Entwicklungshilfe endlich auch in Afrika so eine dynamische Entwicklung hinbekommen können, wie es sie in Asien in den vergangenen Jahrzehnten gab. Wir sind da noch nicht an dem Punkt, den ich mir wünsche, aber das ist so wichtig. Menschen wissen heute durch die Digitalisierung und durch die Smartphones, wie man woanders lebt. Nur wenn überall Entwicklung stattfindet, wird der Druck in Bezug auf Flucht und Vertreibung auch bewältigt werden können. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_12_01.1:10 Wenn wir in diesen Tagen von Tages- und Wochenzeitungen sprechen, dann sprechen wir leider zugleich über eine Krise des Gedruckten, eine Krise der Printmedien. Der Kern der Herausforderung, wir wissen es alle, ist die Digitalisierung. Sie eröffnet schier unendliche Möglichkeiten der Wissensaneignung, der Teilhabe, der Kommunikation. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2017_06_27.1:16 Diese Fragen, mit denen die Digitalisierung uns konfrontiert, erfordern politische Antworten, nicht nur technologische und ökonomische - und mit politischen Antworten meine ich nicht Antworten von Politikern, sondern politische Entscheidungen auf der Grundlage öffentlicher wie auch fachlicher Debatten. Deshalb bin ich froh, dass mit dem Deutschen Medienrat unter dem Dach des deutschen Kulturrats ein Forum entstanden ist, um gemeinsam kultur- und medienpolitische Antworten auf die Fragen zu entwickeln, mit denen die Digitalisierung uns konfrontiert. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.werner_hoyer.2011_12_13.1:54 Die Digitalisierung militärischen Handelns hat nicht nur zu einer tiefgreifenden Veränderung der Einsatzwirklichkeit der Soldaten und ihrer Waffen geführt, sondern auch zu einer neuen Verwundbarkeit der militärisch genutzten Datennetze. Was mit technischen Schutz-maßnahmen gegen Cyberangriffe auf die eigenen Übertragungswege begann, ist in vielen Armeen heute zu einem eigenständigen Cyberkommando zur Sicherung der Kriegsführungsfähigkeit des Landes aufgewachsen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_11.2:10 Deutschland ist von der Hardwareentwicklung und auch von der Softwareentwicklung her in diesen Anwendungsbereichen relativ gut, auch weil wir eine sehr ausgeprägte Medizintechnik haben, auf die sozusagen die Digitalisierung aufgesetzt hat, und weil wir in der Kombination herausragend arbeiten. Wir müssen aber eben auch bei der Frage der verschiedenen Applikationen aufpassen, dass uns da nicht andere weit voraus sind und uns den Markt streitig machen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_11.2:12 Wir waren ja die Gastgeber des G20-Gipfels, wie Sie hören und sehen konnten. Wir haben in der Vorbereitung des Treffens auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs zum ersten Mal unter den 20 führenden Industrienationen ein Treffen der Digitalminister und zum ersten Mal ein Treffen der Gesundheitsminister gehabt. Die Gesundheitsminister haben sich noch nicht mit den Digitalministern vereinigt, sondern sie haben jeweils etwas unterschiedliche Dinge bearbeitet. Die Digitalminister müssen ein weltweites level playing field finden, um den Umgang mit der Digitalisierung etwas zu ordnen. Denn ansonsten kann es zu Entwicklungen kommen, wie wir sie bei den Finanzmärkten hatten, wo wir überhaupt keine Ordnung hatten und jeder gemacht hat, was er wollte, was auf Dauer dann eben doch zu Fehlentwicklungen führen kann. Die Gesundheitsminister haben sich mehr mit der Ausbreitung von Pandemien und Ähnlichem beschäftigt. Das ist ein anderes Feld. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_11.2:18 Wir müssen jetzt aber gerade auch im Schulbereich die Segnung der Digitalisierung schnell unter die Kinder bringen. Neulich waren die Preisträger von Jugend forscht bei mir zu Gast. Ich habe sie gefragt, wer mit der Digitalausbildung in seiner Schule zufrieden ist. Da gingen von 90 Anwesenden drei Hände hoch: einer kam aus Baden-Württemberg, zwei kamen aus Bayern. Es war eine sehr überschaubare Zahl derer, die anwesend waren. Wir müssen daher überlegen, wie wir die Lehrer für die Digitalisierung begeistern, damit sie das auch den Kindern beibringen. Denn diese sind der Nachwuchs von morgen für Sie. An all dem arbeiten wir gerade auch im Deutschen Bundestag mit den verschiedensten Programmen. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2014_10_07.1:21 Allerdings, der Marktplatz des 21. Jahrhunderts funktioniert nicht mehr sozusagen analog im Zwiegespräch auf einem bestimmten Platz oder mit Blick auf ein bestimmtes Land. Die Digitalisierung verlagert und verändert ihn von grundauf. Das betrifft alle Gesellschaftsbereiche, auch die Kultur. Elektronische Bücher und Zeitungen, Debatten in sozialen Medien, Internetkultur im weitesten Sinne – Sie alle kennen die Stichworte. Ich sage: Wenn das Netz der Marktplatz der Zukunft ist, dann müssen wir uns darüber unterhalten, unter welchen Bedingungen ein digitalisierter und globalisierter Markt funktionieren kann, welche Anforderungen wir im Sinne eines globalen Gemeinwohls und eines wirkungsvollen Schutzes jedes Einzelnen stellen müssen. urn:cts:gps4:bundesregierung.gerhard_schroeder.2004_03_17.1:11 Wir wollen und wir müssen noch besser werden. Das gilt zunächst für den Bereich des eGovernment. Dazu gehört die flächendeckende Bereitstellung von staatlichen Dienstleistungen über das Internet ebenso wie die Nutzung digitaler Signaturen. Im vergangenen Sommer habe ich mit den Regierungschefs der Länder die Initiative Deutschland online beschlossen. Damit haben wir einen Rahmen geschaffen, um gemeinsam Verwaltungsdienstleistungen von Bund, Ländern und Gemeinden online bereitzustellen. Im Signaturbündnis wollen wir bis Ende 2005 die Voraussetzungen dafür schaffen, den elektronischen Rechts- und Geschäftsverkehr flächendeckend mit elektronischen Signaturen abzuwickeln. Wir brauchen dafür ein kompatibles System mit einheitlichem technischen Standard. Die Bundesregierung wird deshalb in Kürze eine entsprechende eCard-Initiative beschließen. Unser Ziel ist es, staatliche und öffentliche Dienstleistungen effizienter zu machen Wir wollen, dass alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland nicht zuletzt darüber an der digitalen Zukunft teilhaben können. Die Entwicklung von digitalem Personalausweis und elektronischer Gesundheitskarte bieten dafür erstklassige Möglichkeiten. Wir wollen die elektronische Gesundheitskarte bis 2006 einführen, also eine Vernetzung in diesem Bereich durchführen. Wir haben starke Partner, die wir dafür auch brauchen, denn es geht dabei um 70 Millionen Versicherte. Leistungsfähige Datennetze und schnelle Dienste sind essenziell im Informationszeitalter, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Zahl der Breitbandanschlüsse muss daher in den kommenden Jahren deutlich erhöht werden. Bis 2010 wollen wir erreichen, dass mehr als die Hälfte aller Haushalte die Breitbandtechnologie nutzt. Wir werden deshalb gemeinsam mit Netzbetreibern, Medienunternehmen sowie Ländern und Gemeinden Strategie entwickeln müssen, die dieses Ziel auch erreichbar machen. Die vollständige Digitalisierung beim Fernsehen soll bis 2010 und beim Hörfunk bis 2015 abgeschlossen sein. Bereits seit Frühjahr letzten Jahres gibt es in Berlin und in Potsdam die flächendeckende Versorgung mit digitalem Fernsehen per Antenne. Weitere Regionen werden in diesem Jahr und in den kommenden Jahren folgen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_16.1:24 Meine Damen und Herren, heutzutage soll nicht nur der Verkehr fließen, auch die Daten sollen fließen. Das heißt, das Thema Digitalisierung ist wichtig. Wir haben im Zusammenhang mit den Bund-Länder-Finanzverhandlungen seitens des Bundes etwas erreichen können, was ich für sehr wichtig halte, nämlich eine Grundgesetzänderung mit Blick auf das Kooperieren von Bund und Ländern und eines Tages auch mit den Kommunen, um Bürgerportale einrichten zu können. Damit soll jeder Bürger seine Geschäfte mit dem Staat so abwickeln können, dass er nicht erst fragen muss, ob jetzt die Kommune, das Land oder der Bund zuständig ist. Es soll einen einheitlichen Zugang zu allen Verwaltungsvorgängen geben, die dann digital abgearbeitet werden können. Das wollen wir in der nächsten Legislaturperiode schaffen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_16.1:25 Eine solche Zielsetzung ist nicht nur wichtig, weil dies einfach zu einem modernen Staat gehört, sondern sie ist auch wichtig, um die Menschen mit Digitalisierung mehr vertraut zu machen. Wir sind ein Land, dessen Altersaufbau sich so ändert, dass wir im Durchschnitt älter werden. Das spricht im Allgemeinen – Anwesende ausgenommen – dafür, dass die Innovationsfreude und die Neugierde auf Neues nicht größer werden. Deshalb müssen wir schauen, dass wir unsere im Durchschnitt älter werdende Bevölkerung immer wieder mit technischen Innovationen vertraut machen – vom Schulalter an über lebenslanges Lernen bis ins hohe Alter. Das spielt für uns eine große Rolle. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_16.1:26 Wirtschaft und Digitalisierung – das ist heute nicht nur ein wichtiges Schlagwort, sondern das ist mit der Industrie 4.0 Realität. Wir haben vieles unternommen, um mit unserer Digitalen Agenda voranzukommen. Es gibt nun zum Beispiel auch Kompetenzzentren für den Mittelstand und Förderprogramme. Ich weiß, dass auch Sie sich intensiv mit dieser Herausforderung auseinandersetzen. Auch das Handwerk tut viel. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_16.1:28 Bei Fragen der Digitalisierung kommt auch sehr schnell Europa ins Spiel. Wir werden in Zukunft Echtzeitprozesse haben, bei denen wir weitaus bessere Netze brauchen als die 50 Megabit pro Sekunde, die wir für jeden Haushalt bis 2018 haben wollen. Wir müssen im Gigabit-Bereich denken; und das tun wir auch. Das 5G-Netz muss ausgerollt werden; und zwar nicht nur deutschlandweit, sondern grenzüberschreitend, weil ansonsten der Binnenmarkt wenig wert ist. Wenn Sie zum Beispiel das autonome Fahren im Grenzbereich immer unterbrechen müssten, würde das nicht gerade für die Europäische Union sprechen. Deshalb ist digitale Kleinstaaterei das Letzte, das wir brauchen. Wir brauchen eine schnelle Entwicklung eines digitalen Binnenmarkts. Dafür ist jetzt auch eine Vielzahl von Vorkehrungen getroffen. Ich will Sie heute mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung usw. in Frieden lassen, aber wir arbeiten die gesamte Agenda ab. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_16.1:29 Wir brauchen – da bitte ich Sie wirklich um Mithilfe; ich komme später noch auf die Mithilfe bei Handelsabkommen zu sprechen – das Verständnis, dass nicht Datenknappheit das Merkmal des 21. Jahrhunderts ist, sondern dass Big Data, dass große Datenmengen der Rohstoff der Zukunft sind, aus dem völlig neue Produkte entstehen. Deutschland wird die Digitalisierung nur meistern, wenn auch wir neue Applikationen, neue Datenverarbeitungsprozesse, Data-Mining-Prozesse und damit neue Produkte entstehen lassen können. Das ist für ganz Europa eine riesige Herausforderung. Deshalb muss die Balance zwischen der Arbeit mit großen Datenmengen und dem Datenschutz vollkommen neu gestaltet werden. Die Zeiten, als wir noch eine Rechtsprechung im Sinne der Datensparsamkeit hatten, sind vorbei. Trotzdem brauchen wir natürlich auch einen vernünftigen Datenschutz. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_16.1:30 Ich sage das alles vor dem Hintergrund, dass sich in den nächsten Jahren entscheiden wird, ob wir – das gilt für ganz Europa; und eben auch für Deutschland, das noch einen sehr hohen Anteil industrieller Wertschöpfung hat – bei dem Verschmelzen der Digitalisierung mit der realen Produktion vorn mit dabei sind. Gelingt es denen, die Produkte herstellen, die Kundenbeziehungen genauso gut zu gestalten wie den Internetunternehmen oder werden sie zu einer verlängerten Werkbank von Internetunternehmen, die die Kundenwünsche besser kennen? Das heißt, das Verhältnis zum Kunden wird der Punkt sein, an dem sich entscheidet, ob wir vorn mit dabei sind oder eben verlängerte Werkbank für andere werden, die das Kundenverhältnis gestalten. Die Schlacht ist noch nicht entschieden; das muss man ganz offen sagen. Es gibt sehr ermutigende Beispiele, aber es ist heute gar nicht so einfach, das genau festzustellen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2008_11_13.1:13 Mit dem Gesetzentwurf nehmen wir auch die Herausforderungen der Digitalisierung unserer Kinos an. Aber in unserer Wirtschaftsordnung sind erst einmal die Unternehmen selbst für Erneuerungsinvestitionen verantwortlich. Deshalb erwarten wir hier endlich ein gemeinsames Konzept von Verleihern und Kinobesitzern, um dann mit allen, auch mit den Bundesländern, über Finanzierungsmodalitäten zu reden. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_09_05.1:1 In seiner Rede im Berliner ICC sprach Staatminister Bernd Neumann über Smartphone-Anwendungen von ARD und ZDF und notwendige Regularien zum Schutz geistigen Eigentums. Auch ging er auf die Themen Leistungsschutzrecht, Kinodigitalisierung und Digitalisierung von verwaisten und vergriffenen Werken ein. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_09_05.1:3 Als Staatsminister für Kultur und Medien sehe ich es als meine zentrale Aufgabe an, die rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Entfaltung dieser Bereiche zu verbessern und weiterzuentwickeln. Die Digitalisierung eröffnet dafür eine Vielzahl hervorragender Chancen, stellt uns aber gleichzeitig auch vor gewichtige Herausforderungen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_09_05.1:5 Die Chancen der Digitalisierung zur noch größeren gesellschaftlichen Teilhabe an unseren kulturellen Schätzen werden wir nutzen. Derzeit bauen wir z.B. die Deutsche Digitale Bibliothek auf, die der deutsche Beitrag zur Europäischen Digitalen Bibliothek Europeana sein wird. Sie wird – nach und nach – die Schätze der rund 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in ganz Deutschland erschließen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_09_05.1:9 Neben den finanziellen gilt es auch die rechtlichen Voraussetzungen für die digitale Erschließung unserer Kulturgüter zu schaffen. So sind die Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen dringend auf Rechtssicherheit bei der Digitalisierung von verwaisten und vergriffenen Werken angewiesen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_09_05.1:26 in einem Bereich bietet die Digitalisierung einmalige Chancen und ist gleichzeitig alternativlos: Im Kino! urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_09_05.1:29 Für mich ist es daher ein wichtiges kulturpolitisches Ziel, gerade kleine Kinos wegen ihrer unverzichtbaren Funktion als Kulturort bei der Digitalisierung zu unterstützen und ein Kinosterben zu verhindern. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_09_05.1:32 die Digitalisierung ermöglicht eine Vielzahl neuer Verbreitungswege und -formen. Viele Aktivitäten im Rahmen der nationalen und europäischen Agenda zielen darauf ab, die technische Infrastruktur hierfür zu verbessern bzw. zu schaffen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_09_05.1:51 Im vergangenen Jahr hat der Deutsche Bundestag eigens eine Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft eingesetzt, die die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft untersucht und konkrete Handlungsvorschläge für die Politik entwickeln will. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_09_05.1:53 Aber in einem sind wir uns sicherlich alle einig: Die Aufgabe der Medienpolitik muss es sein, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und auszuschöpfen, gleichzeitig aber mögliche Risiken zu begrenzen und zu minimieren. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_06_08.2:5 Der globale Prozess des digitalen Wandels findet statt – ob wir das wollen oder nicht. Wir müssen ihn mitgestalten; und das bedeutet letztendlich auch Globalisierung mitzugestalten. Das heißt, Globalisierung und Digitalisierung – oder Globalisierung getrieben durch Digitalisierung – sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.ka.2015_05_21.1:16 Es geht um die Entwicklung von Leitlinien für die zunehmende Digitalisierung unseres Alltags. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.ka.2015_05_21.1:18 Die Digitalisierung betrifft jeden Einzelnen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_09_04.1:9 Darüber hinaus ist es mir im Sinne einer vielfältigen Kinolandschaft aber auch wichtig, dass alle Kinos den Sprung in die digitale Ära schaffen. Dazu haben Bund und Länder Förderprogramme aufgelegt. Diese Förderprogramme haben einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die Bandbreite an Kinos zu erhalten - übrigens gegen den Widerstand so mancher Kinokette, die auf Marktbereinigung durch Digitalisierung gesetzt hatte. Gerade kleinere Kinos in der Fläche sind bisher leider wegen der geltenden Mindestumsatz- und Besuchergrenzen aus unserem Förderraster gefallen. Deshalb habe ich vor drei Wochen ein zusätzliches Förderprogramm in Höhe von rund 900.000 Euro aufgelegt, das insbesondere kleinere Kinos mit filmkunstorientiertem Angebot bei der Umstellung auf digitales Abspiel unterstützen soll. Das ist eine weitere Investition in die Zukunftsfähigkeit des Kulturguts Film. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_09_30.1:17 Diese faszinierende Erkenntnis, diese Nähe von Fotografie und Welterschaffung, führt gleich zu zwei Programmpunkten des heutigen Abends: zu einem kleinen Abenteuerfilm über die chemische Oberfläche des klassischen fotografischen Verfahrens, das im Zeitalter der kompletten Digitalisierung mit all seiner Sinnlichkeit aber auch Symbolik wohl zu verschwinden droht. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_10_06.1:16 Eine große Herausforderung für die Gesellschaft und die deutsche Wirtschaft ist mit Sicherheit die voranschreitende Digitalisierung. Wir sind auf einem Ausbaupfad, was die Infrastruktur anbelangt: 50 Megabit pro Sekunde bis 2018. Dabei wissen wir, dass das für jeden Haushalt erst mal schön ist, aber natürlich die großen infrastrukturellen Herausforderungen gerade für die deutsche Wirtschaft nicht löst, weshalb wir uns dann den Gigabitzahlen zuwenden müssen, um in der Bundesrepublik Deutschland Industrie 4.0, Telemedizin und das autonome Fahren voranzubringen. Das alles sind sehr neue und innovative, zum Teil disruptive Entwicklungen, die Deutschland mitgestalten muss. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_10_06.1:17 Ich habe es schon oft gesagt und will es hier wiederholen: Wir wissen, dass die nächsten fünf oder vielleicht zehn Jahre darüber entscheiden werden, ob wir bei der industriellen Leistungsfähigkeit vorne mit dabei sein werden oder ob wir durch die Digitalisierung an zu vielen Stellen eine verlängerte Werkbank werden. Diese Schlacht bzw. dieser Wettbewerb findet im Augenblick in vollem Umfang statt. Sie alle sind davon betroffen. Deshalb wollen wir mit geeigneten staatlichen Rahmenbedingungen auf jeden Fall unterstützend tätig sein. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_10_06.1:25 Noch einmal zurück zum Thema Digitalisierung. Ein Besuch in Estland zeigt, dass Deutschland, was E-Government und Bürgerbeteiligung an digitalen Entwicklungen anbelangt, bestenfalls im hinteren Mittelfeld steht. Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung ist es von entscheidender Bedeutung, die Bevölkerung mit den Möglichkeiten der Digitalisierung vertraut zu machen, auch im Zusammenhang mit dem Leben des Bürgers in seinem Staat auf allen föderalen Ebenen. Die Themen E-Government, Bürgerportale und die Frage, welche Leistungen und Behördenvorgänge sich auf allen föderalen Ebenen digital erledigen lassen, sind zentrale Herausforderungen für die nächsten Jahre. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_04_09.1:21 Viertens. Wir werden natürlich auch in einen Bereich investieren, der unser Leben im 21. Jahrhundert in großem Maße prägt, nämlich in die Digitalisierung. Kaum ein Lebensbereich kommt heute ohne digitale Techniken aus, ob es das Auto ist, das Handy, die Flüge, die Bahnfahrten oder die industrielle Produktion. Wer sich in diesen Tagen auf der Hannover Messe die Produkte ansieht, die den Weg zur Industrie 4.0 charakterisieren, der weiß, in welch dramatischer Weise sich unsere gesamte Arbeitswelt verändern wird. Es ist beeindruckend, zu sehen, dass in Zukunft jede reale Fabrik noch einmal als digitale Fabrik existieren wird, wie Produkte entwickelt werden, wie Maschinen miteinander interagieren. All das wird unser Arbeitsleben sehr stark verändern, genauso wie das im privaten Bereich der Fall ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_04_09.1:22 Deshalb freue ich mich, dass die drei hauptzuständigen Minister bereits auf der CeBIT die Digitale Agenda 2014 bis 2017 vorgestellt haben. Diese Digitale Agenda hat drei Komponenten: Eine Komponente sind gute Bedingungen, damit Start-ups, damit Unternehmen in Deutschland in die Digitalisierung investieren können. Das Zweite ist der Sicherheitsaspekt, den wir natürlich brauchen. Die dritte Komponente ist die Versorgung mit Breitband, damit jeder Zugang zu den digitalen Möglichkeiten hat. Das Ausmaß der gesellschaftspolitischen Dimension der Digitalisierung kann nicht überschätzt werden. Unser gesamtes Leben wird sich verändern. Natürlich muss das gelten, was wir immer für die Wirtschaft gesagt haben: Auch die digitale Wirtschaft muss dem Menschen dienen und nicht etwa umgekehrt. Das ist das Wesen der sozialen Marktwirtschaft. Deshalb sind Datenschutz und Datensicherheit ganz legitime Notwendigkeiten. Wir werden noch viel arbeiten müssen, um das wirklich durchzusetzen. urn:cts:gps4:bundestagspraesidenten.norbert_lammert.2016_06_4.1:22 Jedenfalls haben wir seit dieser Zeit, und insbesondere in den letzten Jahren, eine Reihe von interessanten, gelegentlich auch besorgniserregenden Erfahrungen über die Verselbstständigung von Wettbewerbssystemen im Allgemeinen und von Finanzmärkten gemacht. Die Turbulenzen, die wir dabei beobachtet und durchgemacht haben, haben im Übrigen nicht nur Bilanzen ruiniert, sondern auch Biographien. Deswegen kann es keinen vernünftigen Zweifel daran geben, dass wir eine nüchterne Bestandsaufnahme benötigen. Nicht nur von dieser oder jener konkreten Zahl und dieser und jener gelegentlichen Insolvenz, sondern von der Architektur unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systems und seiner Zukunftstauglichkeit unter den zweifellos veränderten Bedingungen von Digitalisierung und Globalisierung. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_05_22.1:4 die Media-Night der CDU Deutschlands ist eine der wenigen Konstanten in der deutschen Medienpolitik, deren Koordinaten ansonsten zunehmend verblassen. Die Medien befinden sich durch Digitalisierung und Internet in einem einschneidenden Umbruch, umso wichtiger ist es, dass mindestens die CDU einen medienpolitischen Kompass hat und Orientierung geben kann. Die heutige Tagung wird einen Beitrag dazu leisten. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_05_09.1:1 In seiner Rede zur Eröffnung des vierten Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig würdigte Kulturstaatsminister Bernd Neumann den gelungenen Neubau. Zugleich wies er auf die Bedeutung der Digitalisierung hin, eine Aufgabe, deren Finanzierung die öffentliche Hand nicht alleine leisten kann. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_05_09.1:10 neben der Restaurierung der Originale spielt für den Wissenserhalt und die Verbreiterung des Zugangs natürlich auch die Digitalisierung eine ganz wesentliche Rolle. Analoge und digitale Medien, das wissen wir längst, gehen Hand in Hand. Die aktuelle Debatte zeigt vor allem auch eins: der Finanzbedarf in den nächsten Jahren für die Digitalisierung von Kulturgut ist enorm. Er übersteigt bei weitem das, was Bund, Länder und Kommunen gemeinsam leisten können. Ich stehe deshalb einer Kooperation öffentlicher Einrichtungen mit der Privatwirtschaft durchaus aufgeschlossen gegenüber, so wie es die Bayerische Staatsbibliothek schon erfolgreich praktiziert. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_05_09.1:12 Dass die Digitalisate zukünftig ihren Weg zum Nutzer finden, dafür soll die Deutsche Digitale Bibliothek sorgen, deren zentrale Infrastruktur derzeit auch mit Mitteln meines Hauses aufgebaut wird. Die Digitalisate der rund 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen Deutschlands zentral zugänglich zu machen, ist eine enorme Herausforderung. Wie hier mittels Digitalisierung aus den unterschiedlichsten Sparten – sei es Musik, Literatur oder auch bildende Kunst – Kultur erleb- und erforschbar gemacht wird, erfordert weiterhin die volle Unterstützung von Bund und Ländern. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_09_07.1:38 Wir konzentrieren uns auf zwei große Herausforderungen. Das eine ist die Digitalisierung, Industrie 4.0, die Digitale Agenda der Bundesregierung. Wo immer man in Europa hinguckt, merkt man: Das wird sehr genau verfolgt und auch für absolut notwendig gehalten. Wenn es darum geht: Wo muss Europa besser werden?, wird diese digitale Entwicklung ein Kernbereich sein. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_09_07.1:39 Die Bundesregierung wird ein Open-Data-Gesetz vorlegen, mit dem wir zeigen, dass der Rohstoff der Zukunft Daten sind und daher das 21. Jahrhundert entsprechend gestaltet werden muss. Wir müssen in den nächsten Jahren im Übrigen die Digitalisierung unserer gesamten staatlichen Aktivitäten voranbringen. Wir haben heute einen Zustand, dass wir es geschafft haben, innerhalb eines Jahres alle föderalen Ebenen zu vernetzen, wenn es um das Kerndatensystem für Flüchtlinge geht. Aber von einem Kerndatensystem für Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind wir noch weit entfernt. Das muss schnellstmöglich nachgeholt werden. E-Governance ist eine der ganz wichtigen Aufgaben. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2017_01_31.1:8 Denn die Digitalisierung – verstanden als die vierte Stufe der industriellen Revolution – sie wird schon in naher Zukunft alle Bereiche unseres Lebens prägen und die Art und Weise wie wir arbeiten, vielleicht auch wie wir uns selber verstehen, grundlegend verändern. Es wird eine neue, eine andere Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine geben. Und auch die industrielle Produktion wird sich weiter wandeln. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2017_01_31.1:9 Hier im Saal sitzen zahlreiche Zeugen dieses Wandels. Und ich denke, sie werden mir auch bei Folgendem zustimmen: Um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, muss der Bildung eine besondere Rolle zukommen – und zwar auf mehreren Ebenen. Es geht ja letztlich darum, dass wir uns selbst befähigen, mit Neuem umzugehen und die Potenziale der Digitalisierung zu erschließen. Nicht nur tun wir dies durch spezifische Kompetenzen und Kenntnisse, sondern vor allem durch eine bestimmte Haltung – eine Haltung der Offenheit und der Neugier für kommende Entwicklungen. urn:cts:gps4:bundestagspraesidenten.norbert_lammert.2016_04_9.1:32 Nun muss man, glaube ich, nüchtern mit den gewandelten Verhältnissen umgehen, die sich durch die Digitalisierung der Medien ergeben haben. Man muss da gar nicht zum Fatalismus neigen ich bin dazu vom Temperament her eigentlich auch wenig geeignet. Dass aber längst nicht mehr die Printmedien die Themen und schon gar Taktzahlen für die Berichterstattung bestimmen, sondern dass umgekehrt die elektronischen Medien auch für die Printmedien Themen und schon gar Taktzahlen setzen, daran ist was immer man sich wünschen möchte kaum ernsthafter Zweifel erlaubt. Diese Dominanz der elektronischen Medien gegenüber den Printmedien begünstigt einen Trend, der häufig genug beschrieben worden ist und der nicht nur mit Blick auf die Politik, aber gerade mit Blick auf die Politik, prägende und wie ich persönlich finde hoch problematische Effekte erzeugt: nämlich den zunehmenden Vorrang von Bildern gegenüber Texten, den deutlichen Vorrang von Schlagzeilen gegenüber Analysen, den offensichtlichen Vorrang von Zuspitzungen gegenüber Differenzierungen, den immer deutlicheren Vorrang von kurzen gegenüber längeren Sachverhaltsdarstellungen, den geradezu erschreckenden Vorrang von Schnelligkeit gegenüber Gründlichkeit und den deprimierend eindeutigen Vorrang der Unterhaltung gegenüber der Information. urn:cts:gps4:bundestagspraesidenten.norbert_lammert.2016_04_9.1:35 Wenn ich die gleiche Frage unter Relevanzgesichtspunkten beantworten soll, fällt es mir schon schwerer, diesen Rückgang der Berichterstattung für plausibel zu halten. Denn in genau diesem Zehnjahreszeitraum hat es die Weltfinanzkrise gegeben, die das Parlament vor beispiellose Entscheidungs- und Handlungsnotwendigkeiten gestellt hat. Was das Missverhältnis von Beratungszeit und Bedeutung der Entscheidung angeht, war der Beschluss im Herbst 2008 angesichts des drohenden Kollapses der Weltfinanzmärkte wohl eine der schwierigsten und irrwitzigsten parlamentarischen Entscheidungen, die der Bundestag bislang zu treffen hatte. Wir haben darüber hinaus eine Dauerdebatte über die tatsächliche oder vermeintliche Stabilität des Euro und die nicht nur vermeintliche, sondern fragwürdige Stabilität der Budgetfinanzierung einer erstaunlich großen Zahl von Mitgliedsländern dieses gemeinsamen Währungsraumes. Wir haben eine keineswegs routinemäßige Fortsetzung, sondern eine völlig neue Qualität der Herausforderung durch einen internationalen Terrorismus, der uns mit dem Anspruch eigener, organisierter Staatlichkeit in einem Format erreicht, mit dem sich frühere Parlamente und Regierungen so nie haben befassen müssen. Wir reden von gigantischen Migrationsherausforderungen, von denen kein ernsthafter Beobachter vermuten kann, dass sie spätestens dann ein für alle Mal beendet sein werden, wenn der Nahe Osten einmal befriedet wäre. Was schließlich die technischen und eben nicht nur technischen, sondern auch gesellschaftlichen Implikationen der Digitalisierung betrifft, haben wir ein Megathema, von dem wir vielleicht registrieren können, dass es inzwischen ins allgemeine Problembewusstsein eingedrungen ist. Davon, dass wir dieses Problem erledigt und hinter uns gebracht hätten, kann aber keine Rede sein. Mit anderen Worten: Wir reden über einen Zehnjahreszeitraum, in dem es ganz offenkundig nicht an hoch relevanten politischen Sachverhalten mangelt, bei dem man auch nicht sagen kann: Ja, das sind zwar relevante Themen, mit denen haben sich aber Regierungen und Parlamente nicht beschäftigt. Das Gegenteil ist richtig. Aber es findet in der Berichterstattung keine Entsprechung zumal die mediale Auseinandersetzung zu häufig in Formaten stattfindet, die von ihrer Struktur her eher unterhaltend als informativ sind. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_23.1:11 Das ist wichtig, natürlich auch in einer Zeit, in der die Welt zusammenzuwachsen scheint. Wir nennen das Globalisierung. Das, was wir heute erleben, ist nicht der erste Schub der Globalisierung in der Menschheitsgeschichte. Aber in Kombination mit der Digitalisierung ist es durchaus eine neuartige Entwicklung, die Sie ja auch an vielen Produktionslinien nachvollziehen können. Wenn Sie sich anschauen, durch wie viele Länder ein Rasierapparat oder eine Waschmaschine, oder was auch immer wir im täglichen Leben benutzen, gewandert ist, ehe das dann von uns als Produkt gekauft wird, dann sehen Sie, dass das etwas sperrige Wort Wertschöpfungsketten zeigt, wie wir miteinander im Austausch leben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_23.1:12 Die Digitalisierung bringt uns zudem quasi jede Information, an der wir interessiert sind, zu uns nach Hause. Aber damit ist ja noch kein Wertesystem verbunden. Damit weiß ich ja noch gar nicht, wie ich sämtliche Informationen einordnen soll, was für mich jetzt wichtig ist und was nicht, was ich mehr als einen Tag behalten sollte oder was ich gleich vergessen kann. Dabei habe ich noch gar nicht darüber gesprochen, dass manche Informationen, die als Fakten daherkommen, Lügen sind. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_23.1:13 Es gibt also sozusagen ein Ansturm von Impulsen auf uns, die auch ganz konkrete Veränderungen im täglichen Leben mit sich bringen. Es gibt viele, die von der Digitalisierung schwärmen. Wenn man junge Menschen sieht, wie sie mit Smartphones und Tablets umgehen, wenn man sieht, was möglich ist, wie man sich verabreden kann, wie man sich austauschen kann, wie Familien über WhatsApp miteinander kommunizieren können, dann findet man das alles wunderbar. Aber auch die Arbeitswelt verändert sich in einem dramatischen Tempo. Nicht jeder ist sich ganz sicher, ob er oder sie in dieser Welt noch einen Platz hat, ob morgen noch etwas für einen dabei ist, ob man mitkommt, wenn vieles neu zu lernen ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_08_22.1:5 Nun konnte Schiller von der digitalen Dimension noch nicht viel erahnen, aber durch Digitalisierung und Vernetzung haben sich im wahrsten Sinne des Wortes völlig neue Spiele-Dimensionen erschlossen. Nun wissen wir ja, dass die Digitalisierung in all ihren Facetten unser Leben mehr und mehr durchdringt. Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Bedeutung des digitalen Spielens, nämlich dass die digitale Evolution und Revolution wirklich vorangetrieben wird; und zwar im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_08_22.1:13 Um die Digitalisierung der Wirtschaft weiter voranzubringen, bedarf es natürlich immer wieder branchenübergreifender Kooperationen. Dafür haben wir auch die Plattform Industrie 4.0 eingesetzt. Hier gibt es auch wieder Verbindungen zum Innovationstreiber Computerspiele. 3D, Augmented Reality, Virtual Reality, Künstliche Intelligenz – das sind High-Tech-Beispiele aus Ihrer Branche, die auch in der Industrie zunehmend an Bedeutung gewinnen. Wer also heute Entwickler in der Spielebranche ist, kann morgen vielleicht seine Kenntnisse auch in neue Anwendungen und Geschäftsfelder der Industrie einbringen. Es gibt also eine Vielzahl von Synergien zwischen den einzelnen Branchen. Diese gilt es zu nutzen, um den Standort Deutschland insgesamt zu kräftigen. Deshalb liegt uns sehr daran, in Deutschland nicht nur talentierte Spieler, sondern auch erfolgreiche Spieleentwickler und Unternehmensgründer zu haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_08_22.1:20 Wir haben in den Bund-Länder-Finanzverhandlungen etwas Unglaubliches erreicht. Wir haben nämlich eine Grundgesetzänderung vorgenommen, nach der Bund und Länder und damit auch Kommunen bei der Entwicklung eines digitalen Bürgerportals zusammenarbeiten, mit dem der Bürger dann die Chance hat, alle Dienstleistungen – egal ob sie kommunale, Länder- oder Bundesleistungen sind – digital abzurufen. Ich denke, das hilft der Gesamteinstellung zur Digitalisierung. Nun hat mir Herr Falk gesagt, nicht nur zwei Drittel der jungen Menschen, sondern jeder zweite Bundesbürger spielt bereits digital. Dann sollte er auch seine Dienstleistungen mit dem Staat gern digital abwickeln können. Die andere Hälfte müssen wir noch gewinnen, damit sie neugierig ist und sich auf diese neuen Entwicklungen freut. Auch deshalb ist die gamescom sicherlich ein herausragender Ort, um zu zeigen, welche spielerischen und welche kreativen Möglichkeiten wir haben, die Welt zu entdecken. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_06_18.1:5 Die Digitalisierung eröffnet neue, z.T. faszinierende Chancen für den Einzelnen, wie für unsere Arbeits- und Geschäftswelt: Sie macht Wissen und Information, Kultur und Bildung für breite Bevölkerungsschichten zugänglich, und sie ermöglicht neue, innovative Geschäftsmodelle. Aber: Sie eröffnet auch neue Wege des Missbrauchs. Viele Verlage und Buchhandlungen haben sich längst auf die digitale Welt eingestellt. Und sie haben erkannt, dass hier nicht nur Risiken, sondern auch neue Chancen liegen. Der Buchhandel ist ein äußerst vielfältiger Bereich. Was für Wissenschaftsverlage gut ist, muss nicht zwingend auch für den Bereich der Belletristik oder Sachbuchverlage gelten. Gerade die Wissenschafts- und Fachverlage zeigen seit einiger Zeit, dass Digitalisierung für sie Alltag ist und unterbreiten ihren Kunden längst entsprechende Angebote. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_06_18.1:6 Eines der unverzichtbaren Essentials ist, auch die Autoren weiterhin in die Entscheidung über die Digitalisierung ihres Werks mit einzubeziehen. Auch wenn der sogenannte Heidelberger Appell zwei verschiedene Bereiche wie Open Access und Google Books zusammen gespannt hat, die nicht unbedingt zusammen gehören, so müssen wir die Bedenken der Wissenschaftler ernst nehmen. Sie sorgen sich nicht nur um ihr geistiges Eigentum, sondern auch um die Existenz von kleineren Fachbuchverlagen, auf deren stark spezialisierte Angebote Bibliotheken aus Kostengründen verzichten könnten. Ich bin der festen Überzeugung, dass solche Probleme nicht einfach abgetan werden dürfen! urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_06_18.1:10 Der Erhalt unserer lebendigen Verlags- und Buchhandelslandschaft im Zuge der Digitalisierung ist eines der wichtigen Ziele für die Zukunft. Ein weiteres, aus meiner Sicht nicht nur für den Buchhandel sehr drängendes, ist der Schutz des geistigen Eigentums. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_06_18.1:17 Es kann nicht angehen, dass ein Privatunternehmen faktisch ein Monopol auf die Digitalisierung dieses essentiellen Teils unserer Kultur erlangt! Die digitale Verfügungsgewalt über unser Kulturgut muss in öffentlicher Verantwortung bleiben. Gerade vor dem Hintergrund des schnellen Voranschreitens bei Google Books sollte man Alternativen auch nutzen, die sich nicht über die Belange der Autoren und Verlage hinwegsetzen. Darum fördern wir Vorhaben wie die Deutsche und die Europäische Digitale Bibliothek, die nicht nach kommerziellen Gesichtspunkten auswählen, was der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Ab 2010/2011 soll die Deutsche Digitale Bibliothek in Betrieb gehen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_06_18.1:18 Im Schulterschluss mit Wissenschaft und Wirtschaft, darunter auch maßgeblich dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, werden in der DDB die Datenbanken von über 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland vernetzt und erschlossen. Dabei kann auf erhebliche Vorarbeiten zurückgegriffen werden. Über 100 Mio. Euro wurden seit 1997 insbesondere von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in die Digitalisierung von Kulturgut und wissenschaftlicher Information investiert. Das Konzept für die DDB, für das eine Fach-Arbeitsgruppe Bund-Länder-Kommunen unter Federführung der Deutschen Nationalbibliothek verantwortlich zeichnet, trägt selbstverständlich Sorge für die Wahrung der Urheber- und Verwertungsrechte. Die Nutzung der Daten soll für Privatpersonen im Rahmen des geltenden Urheberrechts nach Möglichkeit kostenfrei sein, während für kommerzielle Nutzer Marktpreise vorgesehen sind. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_23.1:8 Ich glaube, wir dürfen das, was da im Zusammenhang mit dem Internet, mit der Digitalisierung passiert – und das ist Teil unserer Realität –, nicht unterschätzen. Wir haben Regelungen für alles, was Pressefreiheit ausmacht: die Sorgfaltspflicht der Journalisten und vieles andere mehr. Zugleich haben wir heute viele, die Medien wahrnehmen, die auf ganz anderen Grundlagen basieren, die weniger kontrolliert sind. Ich will darin nicht die einzige Ursache sehen, ich will nur darauf aufmerksam machen, dass Meinungsbildung heute grundsätzlich anders erfolgt als vor 25 Jahren, dass heute Fake-Seiten, Bots, Trolle Meinungsbilder verfälschen können, dass heute sich selbst regenerierende Meinungsverstärkungen durch bestimmte Algorithmen stattfinden. Wir müssen lernen, uns damit auseinanderzusetzen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_23.1:32 Für mich sind das Dinge, die als Erstes mit der Frage zu tun haben: Was sind unsere Prioritäten? Ich glaube, hier wird im Augenblick Europa als Ganzes seinem Wohlstandsversprechen durch die soziale Marktwirtschaft, das wir für uns zu Hause durch eine gute Arbeitsmarktlage einlösen können, nicht gerecht. Deshalb geht es um die Frage der wirtschaftlichen Entwicklung der Zukunft. Hier haben wir insbesondere das Thema der Digitalisierung als ein zentrales Thema identifiziert. Weitere Themen sind die öffentlich-privaten Investitionen durch den Juncker'schen Investitionsfonds, wenn ich das so einmal lax sagen darf, der Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit, aber nicht allein durch staatliche Interventionen, sondern durch mehr Wettbewerbsfähigkeit auch der europäischen Länder. Ohne Reformen – das haben wir auch in Deutschland mit der Agenda 2010 gesehen – kann man die Arbeitslosigkeit nicht bekämpfen. Das alles muss zusammengehen: staatliche Unterstützung mit wirtschaftlichen Reformen. Dann hat Europa eine Chance, seinem Wohlstandsversprechen zu entsprechen, meine Damen und Herren. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_23.1:56 Es gibt einen Punkt, bei dem ich noch nicht überzeugt bin, dass wir ausreichend über ihn sprechen, und der für die Arbeit der Bundesregierung in dieser Legislaturperiode aber ein wirklicher Schwerpunkt war. Ich meine die Frage: Wie gehen wir mit der Digitalisierung um, und was bedeutet Digitalisierung? Ich habe dies schon am Anfang meiner Rede als Auswirkung auf unsere gesellschaftlichen Diskussionen angesprochen, aber ich will es auch jetzt noch einmal als Auswirkung auf unsere Arbeitsplätze, unsere öffentliche Daseinsvorsorge und vieles andere mehr nennen: Wir werden nicht klarkommen, wenn wir bestimmte Dinge einfach verbieten und uns den neuen Möglichkeiten nicht öffnen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_23.1:57 Ich kann gut verstehen, warum man Uber nicht haben will und warum die Taxifahrer sagen, das wollen sie nicht. Aber bitte glauben Sie nicht, dass wir den Möglichkeiten der Digitalisierung entgehen können. Auch hier müssen wir es wieder schaffen, sie in das, was wir öffentliche Daseinsvorsorge nennen, vernünftig einzubeziehen. Es wird vielleicht Möglichkeiten geben, den öffentlichen Personennahverkehr im ländlichen Raum viel besser zu gestalten als mit den klassischen Bus- und Zugstrukturen. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2017_02_07.1:32 Es gibt alte gute und es gibt sogar neue Gründe für eine europäische Zusammenarbeit. Wir müssen etwas zusammenrücken angesichts der Tatsache, dass sich im Zeitalter von Digitalisierung und rasantem technologischem Wandel nur ein kontinentaler Player auf dem Weltmarkt behaupten kann. Wir müssen auch zusammenrücken angesichts eines weiter bestehenden Migrationsdrucks, angesichts des international agierenden Terrorismus und auch angesichts einer instabilen Weltordnung mit neuen Kriegen in unserer nächsten Nachbarschaft. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_05_02.1:21 Lieferketten sind so etwas wie Brücken zwischen ärmeren und reicheren Ländern. Da wir alle wissen, dass das Zeitalter der Digitalisierung, das Zeitalter des Internets, ein Zeitalter der Transparenz ist, können wir fest davon ausgehen, dass es auf Dauer nicht möglich sein wird, schlechteste Arbeitsbedingungen in einem Produktionsland vor den Käufern in einem reichen Abnehmerland zu verbergen. Käufer in reicheren Ländern fragen zunehmend danach, unter welchen Bedingungen ein Produkt hergestellt worden ist. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2015_06_05.1:8 Märkte und Megabytes, Globalisierung und Digitalisierung - Sie bedingen sich gegenseitig und verstärken sich. Güter, Kapital und Informationen kennen schon lange keine Grenzen mehr. Von 1990 bis zur Finanzkrise 2008 hat sich der weltweite Austausch von Waren und Dienstleistungen auf mehr als 16 Billionen Dollar pro Jahr verfünffacht. Und das globale Datenvolumen soll nach Prognose des amerikanischen Netzwerkers Cisco 2018 größer sein als in den vorangegangenen Internet-Jahren seit 1984 zusammen. Die Welt ist online verbunden – vor allem mobil: Es gibt weltweit 6,8 Milliarden Handys – fast so viele, wie es Erdbewohner gibt. Smartphones und Cloud-Computing haben Ihre Welt, die der Unternehmen, revolutioniert: Per Handy-App können Bauern aus Indien in England Versicherungen abschließen, die sie gegen Ernteausfälle schützen. Und durch das Internet der Dinge weiß der Ingenieur bei Bosch, wann der nach China gelieferte Bohrer stumpf wird – und kann rechtzeitig für Ersatz sorgen. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2015_06_05.1:12 Erstens: Die Wirtschaftliche und technologische Globalisierung ist ein Selbstläufer. Technologischer Fortschritt und Digitalisierung werden automatisch die Welt zusammenwachsen lassen und die letzten noch bestehenden Grenzen einreißen. Das Globale Dorf entsteht praktisch wie von selbst. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.michael_roth.2016_11_10.1:8 Unsere Energiewende besteht aus vielen kleinen Puzzleteilen: Dazu gehören der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Entwicklung des Strommarkts, die Förderung von Energieeffizienz, der Netzausbau sowie die zunehmende Digitalisierung. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_04_22.1:14 In den letzten Jahren erlebten wir einen regelrechten Boom bei kleinen Brauereien. Sie zeichnen sich auch durch Experimentierfreude aus, was etwa die sogenannten Craft-Biere anbelangt – und das unter Beachtung des Reinheitsgebots. Die Innovationsfähigkeit spiegelt sich nicht nur im Endprodukt Bier wider, sondern neben der Sortenvielfalt auch im Produktionsablauf. Dabei sind auch Brauer von den Vorteilen und Möglichkeiten des modernen Wirtschaftens zum Beispiel durch die Digitalisierung tangiert. Eine Vernetzung kompletter Produktions- und Lieferketten kann den Herstellungsprozess effizienter machen. Deshalb versucht die Bundesregierung natürlich gute Rahmenbedingungen für alle Bereiche der Produktion und der Lieferkette – von den Produzenten der Rohstoffe, den Landwirten, den Bäuerinnen und Bauern bis hin zum Kunden – zu schaffen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_11_26.1:26 Meine Damen und Herren, was ich noch erwähnen möchte, ist das Thema Digitalisierung. Die Digitalisierung ist die große Herausforderung der nächsten Jahre; und zwar im Hinblick auf ihre Verschmelzung mit der realen Wirtschaft, in der Deutschland klassischerweise stark ist. Hierbei haben sich die Gewichte auf der Welt erheblich verschoben. Wir sind zwar realwirtschaftlich sehr stark. Wir haben mit der BASF das größte Chemieunternehmen der Welt. Wir sind herausragend im Automobilbau und Maschinenbau. Wir haben viele Hidden Champions unter den Familienbetrieben und mittelständischen Betrieben. Aber wenn wir uns einmal ansehen, wo die Wertschöpfung im digitalen Bereich stattfindet, dann stellen wir fest, dass das nahezu ausnahmslos in großen Unternehmen aus den Vereinigten Staaten von Amerika oder aus Asien geschieht. Die Frage, wer das Auto der Zukunft baut, wird sich in den nächsten Jahren entscheiden – vielleicht schneller, als wir denken. Daher geht es jetzt darum, mit unseren gewachsenen, großen Qualitäten in der Realwirtschaft wirklich Schritt zu halten mit der zunehmenden Digitalisierung – Stichwort Industrie 4.0. Wir befinden uns jetzt quasi in einer revolutionären Phase, in der sich Weltmarktführer neu sortieren; und es ist unsere Aufgabe, wieder vorne mit dabei zu sein. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_12_10.1:14 Diesem Ziel dienen die Digitalisierungsmaßnahmen meines Hauses. Dafür stehen auch 2015 eine Million Euro zur Verfügung. Für die Filmkunst gilt im Übrigen, was generell für die Rolle der Kultur in unserer Gesellschaft gilt: Sie ist avantgardistisch im besten Sinn, sie regt zum Nachdenken an und gehört damit zum kritischen Korrektiv gesellschaftlicher Entwicklungen. Wenn sie dann auch noch unterhaltsam ist, so wie die Filme, die Ken Adams Handschrift tragen, umso besser! urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2007_06_27.1:14 Wir haben während der Ratspräsidentschaft auch eine große Anzahl Fachkonferenzen angeboten. Für diese haben wir bewusst Themen ausgewählt, die die europäische Medien- und Kulturpolitik auch künftig prägen werden. So wurden Konferenzen zur kulturellen Vielfalt, zur Digitalisierung von Kulturgut, zur Mobilität von Sammlungen, zur Kulturwirtschaft und zu digitalen Medien sehr erfolgreich durchgeführt. Ganz im Sinne einer kohärenten und nachhaltigen europäischen Medien- und Kulturpolitik wurde damit einerseits die Arbeit der vorangegangenen, insbesondere der österreichischen und finnischen Ratspräsidentschaften fortgesetzt, andererseits aber auch Themenfelder zur Weiterführung durch nachfolgende Präsidentschaften aufbereitet. Es hat sich gezeigt, dass die intensive europäische Kooperation in allen genannten Bereichen als Voraussetzung auch der zukünftigen Medien- und Kulturpolitik in und für Europa angesehen werden muss. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_01_29.1:35 Die Digitalisierung von Kulturgut ist eine der zentralen kulturpolitischen Aufgaben – und, das will ich nicht verschweigen! – leider auch eine der teuersten. Verglichen mit Ländern wie Frankreich tut Deutschland noch immer viel zu wenig, das müssen wir selbstkritisch feststellen. Gerade das nationale Filmerbe braucht unmittelbar Hilfe! Das betrifft nicht nur die Digitalisierung, sondern auch die sichere Aufbewahrung. Darum muss dringend das Bundesarchiv als unser nationales Filmarchiv personell und finanziell besser ausgestattet werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_02_12.1:11 Ich habe deshalb dem Kulturausschuss des Deutschen Bundestages Mittwoch ein Konzept zur Sicherung unseres kulturellen Filmerbes vorgestellt, mit dem wir die ersten Schritte auf dem sicherlich längeren Weg der Erhaltung und Digitalisierung des umfassenden Filmerbes in Deutschland einleiten. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_02_12.1:12 In einer ersten Stufe werden dem Bundesarchiv in diesem Jahr 230.000 Euro für die Digitalisierung von historischem Filmmaterial zur Verfügung gestellt, um vor allem die technischen Voraussetzungen für die zeitgemäße Sichtung von altem Filmmaterial zu schaffen und damit künftige Verwendungen in Film- und Fernsehproduktionen zu ermöglichen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_02_12.1:13 Als einen weiteren Anschub zur schrittweisen Digitalisierung deutschen Filmerbes werden zusätzlich schon in diesem Jahr sowohl der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung als auch der DEFA-Stiftung zusätzliche Mittel aus meinem Etat bereitgestellt. Diese Stiftungen zur Pflege des deutschen Filmerbes, für die der Bund eine besondere Verpflichtung sieht, haben wertvolle Filmbestände aus der Vor- und westdeutschen Nachkriegszeit beziehungsweise der ehemaligen DDR. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_17.1:11 Meine Damen und Herren, das dritte große Thema war auch auf dem G20-Gipfel das Thema Digitalisierung. Es hat auch zum ersten Mal ein Treffen der Digitalminister gegeben. Es wird nicht nur wichtig sein, neue Geschäftsmodelle, Plattformen und den Umgang mit Daten völlig neu zu lernen und zu nutzen. Vielmehr werden wir, davon bin ich fest überzeugt, ähnlich wie auf den internationalen Finanzmärkten Schritt für Schritt auch Leitplanken für den Umgang mit der Digitalisierung brauchen. Ansonsten haben wir nämlich völlig unterschiedliche Regionen mit unterschiedlichen Rechtssetzungen, die uns auf Dauer behindern werden. Oder wir haben überhaupt keine Gesetze, und das wird auf Dauer auch zu nichts Gutem führen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_17.1:23 Wir wissen aber, dass Infrastruktur allein noch kein Selbstzweck ist. Deshalb habe ich auch, Herr Madsen, sehr aufmerksam zugehört, was die Vorstellungen angeht, die Sie haben, und was auch die Ansatzpunkte angeht, die wir mit Forschungsinstitutionen hier im Lande haben, um wirklich die Digitalisierung und ihre Anwendungen voranzubringen. Sowohl die Robotik als auch die Fragen der künstlichen Intelligenz werden auf Jahre hinaus zentral sein. Es wird dabei auch nicht darauf ankommen, wo das Forschungsinstitut steht, sondern es wird darauf ankommen, dass man vorne mit dabei ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_17.1:42 Meine Damen und Herren, wir haben also manches hinbekommen oder geschafft. Aber vieles liegt noch vor uns. Ich sage einmal: Für ein Land wie Mecklenburg-Vorpommern, für eine IHK wie die IHK Rostock ergeben sich da, wo alle wieder mit den gleichen Startbedingungen beginnen und sich Neues erobern müssen, natürlich gute Voraussetzungen. Wenn Sie neugierig sind, wenn Sie offen für Neues sind, wie Sie das in Bezug auf die Fördermittel im Zusammenhang mit dem Breitbandausbau waren, dann kann das eine Riesenchance für ein Bundesland wie Mecklenburg-Vorpommern sein. Deshalb lade ich alle Unternehmerinnen und Unternehmer ein: Machen Sie sich auf den Weg. Der Mittelstand ist hier natürlich die tragende Säule. Deshalb sind wir vonseiten der Bundesregierung und sicherlich auch vonseiten der Wirtschaft bereit, Ihnen alles, was noch im Zusammenhang mit der Digitalisierung zu erfahren und zu erlernen ist, zur Verfügung zu stellen und auch berechenbare Rahmenbedingungen zu bieten. Dabei freue ich mich auf die Zusammenarbeit. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2008_09_22.1:5 Auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung sind Zeitungen aus der Medienlandschaft nicht wegzudenken – ich sage das ausdrücklich. Sie sind für Millionen von Bundesbürgern genauso unverzichtbar wie das tägliche Brot. Ich glaube, das liegt in der Tat daran, dass wir in Deutschland eine beachtliche Bandbreite qualitativ hochwertiger Zeitungen haben. Dies kommt den verschiedenen Informationsbedürfnissen entgegen. Sie dürfen davon ausgehen, dass Politik ein interessierter Partner ist; ein Partner, der nicht nur glaubt, dass das für die Bürgerinnen und Bürger gut ist, sondern der auch weiß, dass die Vielfalt der Information die Grundlage dafür ist, dass unsere Arbeit in sachgerechter Art und Weise – das kann kritisch, informativ oder auch zustimmend sein – ihre Verbreitung findet. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_10_01.1:24 Das erfordert europäische Regelungen. Ich nenne nur das Thema Datenschutz-Grundverordnung, das von äußerster Notwendigkeit ist. Das erfordert Entscheidungen zur Netzneutralität. Das ist ein heißes Eisen, wenn es darum geht, wie die Internetgemeinde und gleichzeitig diejenigen zufriedenzustellen sind, die einen Anspruch auf Transport von Datenpaketen in Echtzeit haben. Wir werden hier Entscheidungen treffen; und zwar sehr zeitnah. Deshalb wird Deutschland auf diesem Gebiet in Europa Treiber sein. Wir brauchen den digitalen Binnenmarkt. Ansonsten wären wir keine ernstzunehmende Größe. Deshalb trifft es sich meines Erachtens sehr gut, dass Günther Oettinger der verantwortliche Kommissar für genau diesen Bereich sein wird. Sein zuständiger Stellvertreter wird der ehemalige estnische Ministerpräsident sein, der aus einem Land kommt, das in der Digitalisierung sehr weit vorn steht. Ich meine, daraus könnte sich eine sehr gute Zusammenarbeit ergeben. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2011_05_30.1:10 Beide haben die öffentliche Förderung verdient. Die Filmförderung der Bundesregierung hat eine lange Tradition. Sie konzentriert sich ausschließlich auf den Kinofilm, und zwar mit zweierlei Perspektive: einerseits um den künstlerischen Rang des deutschen Films zu festigen, andererseits um die Rahmenbedingungen für die deutsche Filmwirtschaft zu stärken. Hier setzt auch die finanzielle Förderung der Digitalisierung der Kinos an. Angesichts der sehr zügig voranschreitenden technischen Umrüstung der Kinos gilt es vor allem, die kleineren nicht so finanzstarken Kinos zu unterstützen. Filmförderung ist und bleibt eine wichtige Aufgabe und Herausforderung jeder Kulturpolitik. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.roman_herzog.1994_08_29.1:5 Dank Digitalisierung kann jeder Ort zum Zentrum werden, selbst das traute Heim. Das heißt, auch damit bietet die Informatik ganz neue Möglichkeiten der Zeitsouveränität. Sie erleichtert Teilzeitarbeit und erweitert den Spielraum der Vereinbarung von Familie und Beruf für Frauen mit Kindern. Auf diese Weise werden auch psychologische Brücken gebaut von Zukunftsangst und Technologiefeindlichkeit zur Entdeckung der eigenen Fähigkeiten und zur verantwortlichen Nutzung der Technik. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2014_07_01.1:11 Einer dieser Trends ist natürlich die Digitalisierung, und sie steht dieses Jahr im Zentrum des Global Media Forum. Als ich Ihre Einladung erhalten und darüber nachgedacht habe, wie ich als Vertreter der Außenpolitik vor Medienvertretern über das Internet und seine Folgen sprechen kann, da habe ich mir gedacht: Wenn du modern sein willst, dann kann deine Rede ja nur einen Titel haben, der ungefähr so lautet: 15 Facts About Foreign Policy That Will Blow Your Mind. Und dazu dann eine möglichst bunte Foto-Strecke… urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_05_19.1:14 Deutschland ist ein starkes Industrieland. Die Industrie trägt knapp ein Viertel zur gesamtwirtschaftlichen Leistung bei. Wir haben komplette Wertschöpfungsketten zu bieten, die unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern und stärken. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Deshalb müssen wir, gerade weil die Digitalisierung alle Lebensbereiche erfasst – im privaten Lebensumfeld genauso wie im Arbeitsumfeld –, dafür Sorge tragen, dass wir smart factories mit als Erste haben. Es eröffnen sich schier unendlich viele neue Möglichkeiten – ob es nun um das vernetzte Auto geht, um Telemedizin oder E-Learning. Mit unserem Selbstverständnis als Industrie- und Hightech-Land wird es uns in Deutschland gelingen – so hoffe ich jedenfalls –, diese großen Chancen nutzbar zu machen. Aber auch hierbei gilt wieder das, was Ernst Abbe schon umgetrieben hat: Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2015_11_22.1:18 Das sind viele gute Nachrichten. Aber wenn wir sie hören, dürfen wir nicht in Selbstzufriedenheit verfallen, das können wir uns nicht leisten. Denn es gibt in diesem Land immer noch Lasten, die zu heben sind. Wir haben immer noch zu viele Langzeitarbeitslose. Und noch immer tun sich die Menschen hierzulande mit dem Schritt in die Selbständigkeit so schwer, dass viele sogar von einer Gründungs- und Gründermisere sprechen. Wir brauchen aber Menschen, die etwas wagen, denn der Wettbewerb, er wird mit der fortschreitenden Globalisierung und Digitalisierung weiter zunehmen. Wir brauchen die dauerhafte Bereitschaft zum Wandel, um das Versprechen von Wohlstand, individueller Teilhabe und Aufstiegschancen, das unverbrüchlicher Teil der Sozialen Marktwirtschaft sein muss, weiterhin einlösen zu können – und es in der weiteren Entwicklung auch auf jene ausdehnen zu können, die neu zu uns kommen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_11_27.1:1 Mit Blick auf die Globalisierung und die Digitalisierung hat Kulturstaatsministerin Grütters in medienpolitischen Fragen für europäische Lösungsansätze, etwa beim Leistungsschutzrecht für Verleger, plädiert. In der Medienpolitik verhandeln wir auch immer über den Kern unseres demokratischen Selbstverständnisses, sagte Grütters. So stehe bei Online-Plattformen einem selbstbestimmten Nutzerverhalten eine Marktlogik der Klick-Ökonomie gegenüber. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_11_27.1:2 Mit Blick auf die Globalisierung und die Digitalisierung hat Kulturstaatsministerin Grütters in medienpolitischen Fragen für europäische Lösungsansätze, etwa beim Leistungsschutzrecht für Verleger, plädiert. In der Medienpolitik verhandeln wir auch immer über den Kern unseres demokratischen Selbstverständnisses, sagte Grütters. So stehe bei Online-Plattformen einem selbstbestimmten Nutzerverhalten eine Marktlogik der Klick-Ökonomie gegenüber. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2013_05_03.1:22 Erstens. Globalisierung bedeutet für manchen eine Riesenbedrohung; und es gibt durchaus auch Dinge, die für uns ausgesprochen schwierig sind. Das gibt Anlass zur Sorge. Aber wir haben heute durch Digitalisierung, durch das Internet, die Möglichkeit, von dieser Welt, in der wir leben, so viel zu wissen wie keine Generation vor uns. Das ist eine riesige Chance. Deshalb meine erste Bitte: Seien wir neugierig auf eine Welt, die sich in einem unglaublich raschen Wandel befindet. Seien wir nicht so überheblich, immer sofort genau zu wissen, wer was wann richtig und gut macht, sondern interessieren wir uns erst einmal für die Dinge. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.roman_herzog.1997_04_26.1:25 Stattdessen gefallen wir uns in Angstszenarien. Kaum eine neue Entdeckung, bei der nicht zuerst nach den Risiken und Gefahren, keineswegs aber nach den Chancen gefragt wird. Kaum eine Anstrengung zur Reform, die nicht sofort als Anschlag auf den Sozialstaat unter Verdacht gerät. Ob Kernkraft, Gentechnik oder Digitalisierung: Wir leiden darunter, dass die Diskussionen bei uns bis zur Unkenntlichkeit verzerrt werden – teils ideologisiert, teils einfach idiotisiert. Solche Debatten führen nicht mehr zu Entscheidungen, sondern sie münden in Rituale, die immer wieder nach dem gleichen Muster ablaufen, nach einer Art Sieben-Stufen-Programm: urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2015_05_18.3:6 Frühzeitig hat Ihr Land die Potentiale der Informationstechnologie erkannt. Und Sie, Herr Präsident, haben an den Erkenntnisprozessen maßgeblich mitgewirkt. Estland gehört zu den Wegbereitern der Digitalisierung in der Europäischen Union. Zugleich hat Ihr Land so früh wie nur wenige andere Staaten auf die Bedrohungen reagiert, die die neue Technologie mit sich bringt. Cyberkriminalität, Cyberterrorismus, Cyberangriffe – in diesen Fragen können wir von Estland und seinen Erfahrungen lernen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_30.1:11 Wir wissen aber auch: Um ein gutes Klima zu schaffen, gehört es dazu, auch das Bildungswesen zu entwickeln. Skill India ist einer der wesentlichen Pfeiler der Strategie des indischen Premierministers. Hierfür ist Deutschland mit seinem dualen Berufsausbildungssystem ein guter Partner. Wir können dies in den verschiedenen Formen von Unternehmen ausprobieren, auch im Bereich der Start-ups, also in dem Bereich, in dem Digitalisierung eine große Rolle spielt, die in Indien ja sehr hoch entwickelt ist. Wir haben Programme zur Managerweiterbildung, die auch indischen Managern Einsicht in unsere Möglichkeiten des dualen Berufsausbildungssystems geben. Gerade heute haben wir die Verlängerung dieses Programms wieder beschlossen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_30.1:12 Im Hinblick auf die Digitalisierung sind die Informationstechnologien natürlich eine besondere Spezialität der indischen Wirtschaft. Nicht umsonst war ich bei meinem letzten Indien-Besuch zusammen mit dem Premierminister in Bangalore – eine sehr eindrucksvolle Reise. Gerade durch die Kombination Ihrer Fähigkeiten in Indien und der Fähigkeiten der deutschen Wirtschaft im Bereich der Industrie 4.0 lassen sich noch einmal große Mehrwerte für unsere beiden Länder erzielen. urn:cts:gps4:bundestagspraesidenten.norbert_lammert.2011_11_22.1:5 Die Veränderung der Medienlandschaft Zur Veränderung der Medienlandschaft muss nicht mehr vorgetragen werden, dass sich mit der Digitalisierung von Daten und mit der Etablierung des Internets zu einem bis dahin so nicht bekannten, schon gar nicht verfügbaren Medium, die Medienlandschaft grundlegend verändert hat, und dass sich seit dieser Zeit nicht nur Proportionen im Angebot und in der Nachfrage signifikant verschoben haben und dies weiter tun werden. Diese gründlich veränderte Wettbewerbssituation zwischen verschiedenen Medien hat erhebliche Folgen nicht nur für diejenigen, die Medienangebote machen und für diejenigen, die Medienangebote nutzen, sondern auch und gerade für das Informationsniveau und das Urteilsvermögen einer Gesellschaft. Der letztere Punkt scheint mir nicht in gleicher Weise regelmäßiger Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit zu sein, weswegen ich dazu ein paar Bemerkungen machen will. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_03_15.2:9 Wege zu finden, an diesem Geschäft angemessen zu partizipieren, ist eine der großen Herausforderungen für kleinere, unabhängige Verlage. Hier stehen auch Fragen des Urheberrechts auf der Tagesordnung, mit denen die Musik- und die Filmbranche schon länger zu kämpfen hat. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Digitalisierung und das Internet die Existenzgrundlage von Autoren, kleinen Verlagen und Buchhändlern gefährden! urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_04_27.2:5 Jetzt, über 25 Jahre später, empfinde ich die heutige Zeit in vielerlei Hinsicht als eine Zeit, in der wir durch die Digitalisierung und die immer spürbarer werdende Globalisierung in eine neue Etappe hineingehen, die auch dadurch geprägt ist, dass etwas Zweites passiert, dass nämlich diejenigen, die den Zweiten Weltkrieg und die Zeit des Nationalsozialismus noch selber erlebt haben, bald nicht mehr unter uns sein werden. Das sind diejenigen, die davon erzählen konnten, wie es war, als nach dem Zweiten Weltkrieg die Europäische Union entstanden ist, und wie es war, als Deutschland und Frankreich noch verfeindet waren. Wir werden in wenigen Tagen der Schlacht von Verdun vor 100 Jahren gedenken. Ich erinnere mich noch daran, als der letzte Teilnehmer des Ersten Weltkrieges gestorben ist. Jetzt kommen wir mit Blick zurück auf den Zweiten Weltkrieg noch einmal in einen ähnlichen Zeitabschnitt. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_04_27.2:15 Durch die Digitalisierung wird unser Leben nun massiv verändert. Ich denke, wir müssen bei den Jüngeren sehr stark hinhören, weil wir im fortgeschrittenen Alter das nicht mehr so erfühlen können. Nicht umsonst gibt es die digital natives und die digital immigrants. Integration kann auch bei diesen immigrants stattfinden, aber die Integration wird kaum eine solche Tiefe erreichen, als wenn man sozusagen von Kindesbeinen an in diese Welt hineingewachsen ist. Dieses Hineinwachsen – ich bin jetzt noch gar nicht bei den Sachfragen – bedeutet erst einmal, dass Sie alle möglichen Informationen haben können, mit dem Nebeneffekt, dass Sie auf jede Frage aber auch gleich eine Antwort geben sollen. Sie bekommen individualisierte Angebote. In den Zeiten, als ich groß geworden bin, war klar, dass man zwei Fernsehprogramme im Westen hatte. Wenn man DDR-Fernsehen nicht gesehen hat, hat man eben darüber gesprochen, ob man ZDF oder ARD gesehen hat. Damit war schon ein gemeinsamer Gesprächsstoff für den nächsten Tag da. Heute können Sie bestenfalls noch bei einem Nationalmannschaftsspiel oder, wie heute, Halbfinalspiel der Champions League davon ausgehen, dass Sie morgen ziemlich viele Leute treffen, die über das Gleiche reden, weil sie am Abend das Gleiche erlebt haben. Ansonsten ist alles individualisiert. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2016_05_18.1:47 Heute haben wir die Möglichkeit, Sie, meine Damen und Herren, in die Diskussion einzubeziehen. Sie sind die eigentlichen Treiber von Konnektivität. Durch die Ideen und Innovationen Ihrer Unternehmen– ob im Bereich der Mobilität, der Energieversorgung oder der fortschreitenden Digitalisierung – werden Verbindungen praktisch erst möglich. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2016_05_18.1:48 Wir wollen hören, was Sie zu sagen haben. Denn Sie können Hindernisse konkret benennen, die engerer wirtschaftlicher Zusammenarbeit im Wege stehen. Von Ihren Ratschlägen wollen wir profitieren – für Projekte in Infrastruktur und Verkehr, bei der Digitalisierung, oder bei der Finanzierung solcher Vorhaben. Ich freue mich, dass auch viele Vertreter internationaler Finanzinstitute heute hier sind – von der Weltbank über die asiatischen und europäischen Entwicklungsbanken bis zur Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank. Wir wollen diskutieren, wie umfangreiche Investitionen tatsächlich zustande kommen und nicht nur Visionen und Hoffnungen bleiben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_04.1:27 Insgesamt muss man einfach sagen: Wir erleben ein Stück Globalisierung, das wir so noch nicht erlebt haben. Bislang war Globalisierung für uns, dass deutsche Unternehmen im Ausland, in Schwellenländern, in Entwicklungsländern Unternehmen gegründet haben, Arbeitsplätze geschaffen haben und damit auch Arbeitsplätze in Deutschland gesichert haben. Das war unter dem Strich in den allermeisten Fällen gut für uns. Das hat – zusammen mit der Digitalisierung – auch dazu geführt, dass es Menschen in Schwellenländern und auch in afrikanischen Ländern zum Teil besser geht. Das hat aber auch dazu geführt, dass die Menschen wissen, dass es anderen anderswo besser geht; und deshalb interessieren sie sich dafür. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_04.1:34 Ich habe jetzt alles, was ich über die Energiewende, die Digitalisierung und vieles andere sagen wollte, einfach weggelassen, weil Sie, Herr Scheele, mich auch ein Stück weit angeregt haben, zu dem Thema zu sprechen, zu dem Sie auch gesprochen haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_06_14.1:1 Bei der Zukunftswerkstatt Künstlersozialversicherung hat Kulturstaatsministerin Grütters den Wert künstlerischer Arbeit für Demokratie und Gesellschaft hervorgehoben. Mit der Künstlersozialversicherung gebe es für die Selbständigen ein stabiles Fundament der sozialen Absicherung, so Grütters. Auch mit Blick auf die Digitalisierung wolle sie die kulturpolitische Errungenschaft Künstlersozialversicherung als stabile und verlässliche Rückendeckung erhalten. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_06_14.1:2 Bei der Zukunftswerkstatt Künstlersozialversicherung hat Kulturstaatsministerin Grütters den Wert künstlerischer Arbeit für Demokratie und Gesellschaft hervorgehoben. Mit der Künstlersozialversicherung gebe es für die Selbständigen ein stabiles Fundament der sozialen Absicherung, so Grütters. Auch mit Blick auf die Digitalisierung wolle sie die kulturpolitische Errungenschaft Künstlersozialversicherung als stabile und verlässliche Rückendeckung erhalten. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_06_14.1:5 Grund genug, gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir die soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern zukunftsfest machen und sie als stabile und verlässliche Rückendeckung der Solidargemeinschaft für den einzelnen auch in Zeiten erhalten können, in denen die Zahl der Versicherten (und damit die Höhe der Leistungsansprüche) steigt und in denen die Digitalisierung das Modell Künstlersozialversicherung möglicherweise auf eine Bewährungsprobe stellt. Ich bin meiner Kollegin Andrea Nahles sehr dankbar, dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einem konstruktiven und ergebnisoffenen Austausch Raum bietet und nutze gerne die Gelegenheit, deutlich zu machen, worauf es dabei aus kulturpolitischer Sicht ankommt. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_06_14.1:7 In die Zukunftswerkstatt begeben wir uns gemeinsam mit Ihnen, den Künstlern und Kreativen, um heraus zu finden, ob und inwieweit die Digitalisierung den Einsatz weiterer politischer Werkzeuge erfordert. Wenn die zunehmende Selbstvermarktung der Künstler und Kreativen mit Hilfe neuer technischer Möglichkeiten im Internet dazu führt, dass künstlerische und publizistische Leistungen an etablierten Verwertungswegen vorbei einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, dann drohen strukturelle Finanzierungslücken, weil sich die Kluft zwischen den Einkommen der Künstler und den künstlersozialabgabepflichtigen Honorarsummen der verwertenden Unternehmen vergrößert. Im Moment können wir das noch nicht abschätzen. Es gibt gute Beispiele - denken Sie an die Musikbranche -, die zeigen, dass klassische Verwerter sich durch Anpassung ihrer Geschäftsmodelle weiterhin unentbehrlich bei der Vermarktung kreativer Leistungen machen können. Damit wäre die Tragfähigkeit der Künstlersozialversicherung in ihrer bisherigen Struktur auch für die digitalisierte Verwertung gesichert. Diese Veränderungen klarer zu sehen und zu verstehen, ist wichtig, um politisch und rechtlich an den richtigen Stellen nachjustieren zu können. Deshalb erhoffe ich mir von dieser Zukunftswerkstatt - von Ihrer Fachkompetenz und Ihrer Expertise, meine Damen und Herren - neue Erkenntnisse für mich, für mein Haus und für die Kulturpolitik insgesamt. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2013_05_27.1:7 Denn es ist natürlich klar, dass wir in einer Situation sind, in der für Deutschland unglaublich viel abhängt. Die Automobilindustrie ist eine Kernbranche in unserer gesamten Industrieproduktion. Insofern ist es wichtig, dass hier Transformationsprozesse inklusive aller sich verändernder Berufsbilder gelingen. Da sich durch Digitalisierung auch das Projekt Industrie 4.0 Schritt für Schritt durchsetzt, wird von mehreren Seiten eine tiefgreifende Veränderung der Mobilitätskonzepte angestoßen. Darauf frühzeitig zu reagieren, ist wirklich das Gebot der Stunde. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_10_05.1:5 Die folgenden Fragen bewegen Sie und bewegen uns in der politischen Landschaft immer wieder: Wie weltoffen wollen wir sein? Offen für den Handel mit Ländern weltweit? Offen für eine engere Zusammenarbeit innerhalb Europas? Ich nenne nur die Schaffung und Vollendung des Binnenmarkts, ganz besonders auch im Bereich der Digitalisierung. Wie offen wollen wir nicht nur für hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland sein, sondern auch für schutzsuchende Menschen, die einen Schutzgrund haben, und wie können wir sie integrieren? In der aktuellen Diskussion – das kann man mit Fug und Recht sagen – nehmen die Fragen unserer Beziehungen in die Welt hinein einen breiten Raum ein. Sie werden in Deutschland nicht nur von den Unternehmen, sondern auch von den Bürgerinnen und Bürgern als eine große Herausforderung wahrgenommen. Sie sind auch Gegenstand großer gesellschaftlicher Diskussionen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_10_05.1:23 Das erste ist, dass wir in manchen Entscheidungen schneller werden müssen. Das Tempo der Digitalisierung, die Veränderung der Unternehmensstrukturen, die Veränderung der Anwendungsmöglichkeiten und die Geschwindigkeit europäischer Rechtsetzung klaffen meilenweit auseinander. Wir müssen bei den Entscheidungen schneller werden. Südkorea rollt schon das 5G-Netz aus. Wenn wir das in Europa mit all den Vorteilen des digitalen Binnenmarkts machen wollen, dann brauchen wir schnell Übereinkommen über bestimmte Frequenzbereiche. Wir müssen diese Frequenzbereiche dann aber auch realisieren, denn wir dürfen nicht an jeder Grenze eines jeden Mitgliedstaats wieder drei Funklöcher haben. Wir haben sie ja nicht nur an den Landesgrenzen, sondern auch in anderen Teilen des Landes. Damit kann aber von einem autonomen Fahren oder von Telemedizin gerade in ländlichen Regionen nicht die Rede sein. Wir brauchen wirklich sichere Anbindungen für produzierende Unternehmen im Rahmen von Industrie 4.0. Eine verlässliche Infrastruktur ist das A und O in Europa. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_05_26.1:3 Vor 60 Jahren konnten die Väter und Mütter des Grundgesetzes nicht in Ansätzen ahnen, welche technischen Revolutionen gerade im Bereich der Medien später stattfinden und dass durch diese die Essentials von Artikel 5, Absatz 1 durchaus in Gefahr geraten können. Die allgemein zugänglichen Quellen haben sich heute, in Zeiten der Digitalisierung und des Internets, ganz fundamental verändert. Globalisierung und damit häufig Konzentration von Meinungsmacht sind potenzielle Gefahren für die publizistische Vielfalt. Es gilt, die großen Chancen der Digitalisierung zu nutzen, aber auch die Risiken zu beherrschen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2008_08_21.1:1 In seiner Rede wies Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf die Bedeutung eines Preises als Qualitätssiegel hin, ging auf das Erfolgsmodell Deutscher Filmförderfonds und die Novellierung des Filmförderungsgesetzes ein, und sprach in diesem Zusammenhang das Thema Digitalisierung der Kinos in Deutschland an. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2008_08_21.1:15 Ein weiteres bedeutendes Anliegen brennt sicher vielen von Ihnen auf der Seele. Ich meine die Digitalisierung der Kinos in Deutschland. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2008_08_21.1:16 Mir ist besonders wichtig, dass der Übergang von der analogen zur digitalen Projektion flächendeckend erfolgt, um die besondere Vielfalt der deutschen Kinolandschaft zu erhalten. Es war zu früh, die Digitalisierung abschließend im neuen Filmförderungsgesetz zu regeln, denn es gibt auf nationaler und auf europäischer Ebene noch eine Vielzahl ungelöster Fragen. Aber wir haben gemeinsam mit der FFA und Branchenvertretern eine Arbeitsgemeinschaft eingerichtet; sie hat bereits zweimal getagt. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass zunächst die Solidarität und eine gerechte Lastenverteilung unter den Branchenzweigen gefragt ist, denen die Digitalisierung zugute kommt, bevor über staatliche Hilfen geredet werden kann. Es muss klar sein, wer in welchem Maße von der Digitalisierung der Kinos profitiert. Ich bin zuversichtlich, dass wir in der nächsten Sitzung der Arbeitsgemeinschaft mehr Klarheit zu diesem elementaren Aspekt bekommen. Ziel ist es, dass auch künftig eine Kinolandschaft fortbesteht, die durch einheitliche technische Standards definiert ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2007_02_13.1:6 Den technologischen Fortschritt können und wollen wir nicht aufhalten. Aber es ist Aufgabe der Politik, seine Auswirkungen zu verfolgen und dort steuernd einzugreifen, wo Fehlentwicklungen absehbar sind. Denn die Digitalisierung bedeutet nicht nur Herausforderung und urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2007_02_13.1:11 Ein zweites Problem betrifft die klassischen Verwertungsketten. Bisher konnten wir davon ausgehen, dass nach der Kinoverwertung das Video oder die DVD erscheint und später der Film im Fernsehen läuft. Die Digitalisierung macht es zum einen möglich, dass ein Film zeitgleich im Kino, auf DVD und im Internet startet. Parallel dazu ist die Filmmusik als Handy-Klingelton zu haben und ein PC-Spiel erscheint, in dem die Abenteuer des Helden nachzuspielen sind. Die Auswertung geht also in die Breite. Zum anderen kann die Digitalisierung urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2007_02_13.1:12 die Verfügbarkeit eines Produkts endlos verlängern. Verschwand früher eine Fernsehserie nach deren Ausstrahlung in den Archiven und wurde Teil unserer Medienerinnerungen, ist sie heute auf DVD verfügbar oder im Internet abzurufen. Harpe Kerkelings wunderbarer Auftritt bei Günter Jauchs Show Wer wird Millionär lässt sich im Internet jeden Tag aufs Neue ansehen. Das heißt: Während wir uns die Verwertungskette noch immer linear denken, ist sie bereits dabei, sich zu verbreitern und gleichzeitig zu verlängern. Wir haben deshalb gerade bei der Revision der EU-Fernsehrichtlinie das Ziel, den rechtlichen Rahmen für audiovisuelle Medien unabhängig von den Übertragungswegen zu regeln. Gestern bin ich dabei bei unserem Treffen der EU-Kultur- und Medienminister einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Gerade weil die Digitalisierung die Informationsübertragung auf vielerlei Wegen ermöglicht, müssen wir uns bei der Festlegung von Regeln auf die Inhalte konzentrieren. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2007_02_13.1:13 Ein drittes Thema betrifft die Rolle des Zuschauers, oder besser gesagt: des Users. Im Zeitalter der Digitalisierung, der schnellen Rechner und DSL-Leitungen wird der Nutzer zunehmend zum Akteur. Plattformen wie Wikipedia oder You tube zeigen uns schon heute, wohin die Reise geht. Foto Web-Sites dienen den Austausch von Bildern, Online DJs und Online Filmemacher stellen eigene Musik oder eigene Filme ins Netz, Minifilme für Handys sollen der neueste Renner sein. Das Internet bietet dadurch eine solche Flut an Informationen und Unterhaltungsangeboten, dass ohne Suchmaschinen dieser Dschungel fast undurchdringlich ist. Doch was sind die Kriterien, nach denen etwas als Treffer in den Suchmaschinen erscheint? Und wie wirksam sind die Korrekturmechanismen bei Websites wie Wikipedia? urn:cts:gps4:bundespraesidenten.christian_wulff.2012_01_26.1:22 Gerade weil Deutschland das Entstehungsland des Automobils ist und wir Deutsche als ausgesprochene Autofans gelten, finde ich erste Auswirkungen der Digitalisierung bemerkenswert. Das Auto und der Führerschein haben schon heute für manche Jugendliche einen geringeren Stellenwert als vor einigen Jahren. Sie sind manchmal lieber auf der Datenautobahn unterwegs als auf der Bundesautobahn. Das Internet macht Wege entbehrlich – zu Bank und Post, zu Einkäufen, ins Kino. Vielleicht wird sich ja einer der nächsten Verkehrsgerichtstage mit dem Einfluss der digitalen Welt auf den Verkehr beschäftigen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_11_11.1:14 Ein Punkt, bei dem ich Ihnen heute gerne schon Vollzug gemeldet hätte, an dem wir aber noch mit Hochdruck arbeiten, hat etwas mit der Digitalisierung zu tun: Das ist die Frage des WLAN und die Frage, wie wir Ihnen hier Angebote unterbreiten bzw. einen Rahmen unterbreiten können, der für Ihre Gäste attraktiv ist. Wir müssen ja auf der einen Seite Nachvollziehbarkeit im Auge haben, weshalb der Innenminister ein scharfes Auge hierauf legt. Auf der anderen Seite sehen wir, dass die WLAN-Verbreitung in Deutschland nicht so gut ist wie in anderen europäischen Ländern. Ich plädiere dafür, dass wir zu einem wettbewerbsfähigen Angebot kommen. Sie müssen noch einige Wochen warten, aber ich bin auch persönlich daran interessiert, dass wir das hinbekommen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_04_12.1:12 Wir freuen uns, dass Ihre Wirtschaft auf Reformkurs ist. Auch wir wissen, dass wir uns jeden Tag ändern müssen. Deshalb hat sich die Bundesregierung mit ihrer Digitalen Agenda des Themas Industrie 4.0 und der Rahmenbedingungen für die Digitalisierung in besonderer Weise angenommen. Es wird auf der Messe eine besondere Aktivität geben: Bundesminister Sigmar Gabriel und Bundesministerin Johanna Wanka werden gemeinsam mit dem VDMA, mit dem ZVEI und mit BITKOM die Plattform Industrie 4.0 vorstellen. Es gibt nicht nur Make in India, was wir sehr unterstützen, sondern es gibt auch eine Plattform für Made in Germany, die wir gemeinsam entwickelt haben und die darauf hindeutet, dass bei allen Partikularinteressen der betroffenen Unternehmen die Standardisierung nicht vergessen wird – eine gemeinsame Plattform, auf die gerade auch die kleineren und mittleren Unternehmen aufbauen können, die für die Wirtschaftskraft Deutschlands so besonders wichtig sind. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_04_12.1:14 Eines ist aber auch klar: Alleine kann Deutschland die Vorteile, die uns der Europäische Binnenmarkt gibt, nicht nutzen. Deshalb wird es genauso wichtig sein, all das, was uns im Rahmen der Digitalisierung bewegt, möglichst schnell auf europäischer Ebene zu regeln. Auch darüber habe ich schon bei der Eröffnung der CeBIT gesprochen. Ich will Kommissar Šefčovič, der heute für das andere Standbein der Hannover Messe hier ist, ans Herz legen, den Kollegen Günther Oettinger in Brüssel sehr zu unterstützen. Wir müssen in Europa einfach einen Zahn zulegen, genauso wie wir in Deutschland einen Zahn zulegen müssen. Die Welt wartet nicht auf uns, sondern wir müssen selber sehen, dass wir vorne mit dabei sind. Betrachten Sie dies als Ermutigung. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2007_11_16.1:7 Ich will einmal zur Milderung der harten Diskussionen, die im Augenblick zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und auch Ihrem Verband stattfinden – berechtigterweise stattfinden –, sagen: Im Grunde sehen ja alle Medienanbieter das neue Ufer noch nicht richtig. Wir erleben Streitigkeiten um Richtlinien in Brüssel und um presserechtliche Rahmenbedingungen bei uns. Insofern ist das schon ein sehr spannendes Umfeld, zu dem ich als erstes sagen will: Auch in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung sind Zeitschriften aus der Medienlandschaft nicht wegzudenken und werden es auch künftig nicht sein. Viele Millionen Menschen in Deutschland halten sie mit Recht für unverzichtbar. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.maria_boehmer.2016_09_30.1:12 Die Digitalisierung senkt Hürden, urn:cts:gps4:auswaertigesamt.maria_boehmer.2016_09_30.1:28 Damit wir diese Erwartung optimal erfüllen können, brauchen wir Ihr Feedback. Denn Sie wissen am besten, worauf es bei der Digitalisierung ankommt, wo im Ausland der Schuh drückt und auf welche Herausforderungen sich Ihre Branche einstellen muss. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.maria_boehmer.2016_09_30.1:50 Digitalisierung hat nicht nur ökonomische, sondern natürlich immer auch politische und gesellschaftliche Konsequenzen. Sie geht einher mit gesellschaftlicher Öffnung, sozialer und wirtschaftlicher Teilhabe sowie – in vielen Ländern – mit einer neuen Auseinandersetzung über die Grenzen der Meinungs- und Pressefreiheit. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2010_09_20.1:7 Sicher dürfte eines sein: Die Digitalisierung der Medien- und Kommunikationswelt hat nicht nur eminente Fortschritte und Chancen hervorgebracht, sondern auch Verwerfungen und Risiken. Nach allem, was wir heute wissen, sind die Probleme, die den qualitativ anspruchsvollen Journalismus gegenwärtig und in Zukunft belasten, ernst und nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn sie nicht mutig und entschieden angegangen werden, droht der Berufsstand tatsächlich Schaden zu nehmen. Und – so jedenfalls meine These – mit ihm unsere Demokratie, die auf kritischen, seriösen Journalismus angewiesen ist und bleibt - morgen vielleicht noch mehr als heute. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2010_09_20.1:26 ich wünsche Ihnen allen, die Sie für die Akademie für Publizistik Verantwortung tragen oder dort Ihr berufliches Rüstzeug erwerben, für die Zukunft recht viel Erfolg. Ihr Berufsstand wird, davon bin ich gemeinsam mit vielen sachkundigen Beobachtern fest überzeugt, im Zuge der weiteren Digitalisierung nicht marginalisiert werden, sondern an Bedeutung sogar noch zunehmen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_31.1:5 Die Digitalisierung verändert massiv unser Leben, unser Arbeiten, unsere Kommunikation und auch unser Denken. In fast jedem Wissenschaftsbereich – von der Ingenieurskunst bis hin zu den Sozialwissenschaften – befasst man sich mit den Folgen der Digitalisierung. Auch in unserem Alltag und in unserer Arbeitswelt spielen diese natürlich eine große Rolle. Über technologische Aspekte hinaus wünschte ich mir durchaus auch eine Zusammenarbeit, die sich damit befasst, was die weitere Digitalisierung für unsere Arbeitswelt bedeutet und welche Art von Arbeitsrecht wir brauchen, denn da stehen wir im Grunde noch sehr am Anfang. Gerade auch Schweden ist ja ein Land mit einer großen Tradition der Mitbestimmung von Arbeitnehmern; in Deutschland ist das ähnlich. Wir sollten uns also über die Folgen der Digitalisierung mehr Gedanken machen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_31.1:8 Wir sind uns einig: Der europäische Binnenmarkt mit heute noch 500 Millionen Einwohnern – nach dem Austritt Großbritanniens werden es immer noch Hunderte von Millionen Einwohnern sein – hat eigentlich die richtige Größe, wenn es darum geht, die Wirkungen der Digitalisierung sich entfalten zu lassen und die Potenziale wirklich zu heben. Wir haben auf unserem europäischen Binnenmarkt natürlich ein Sprachproblem, aber in der digitalen Welt feiert die englische Sprache ja mindestens so viele Triumphe wie in der realen. Deshalb glaube ich, dass die Entwicklung des digitalen Binnenmarkts unser Ziel sein sollte. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_31.1:11 Die Digitalisierung und der Austausch mit anderen Regionen der Welt führen auch dazu, dass wir Befürworter des freien Handels sind. Schweden ist das traditionell, Deutschland ist das auch, obgleich wir auch heiße Diskussionen hatten, wenn ich zum Beispiel an CETA denke, also an das Freihandelsabkommen mit Kanada. Ich bin sehr froh, dass es doch noch europaweit gelungen ist, ein Abkommen mit Kanada zu schließen. Es war ja ein wenig ein Stück aus dem Tollhaus, dass ausgerechnet ein Freihandelsabkommen, das zum ersten Mal auch soziale Standards, Verbraucherstandards und ökologische Standards beinhaltet, noch schärfer bekämpft wurde als ein Freihandelsabkommen, das alle diese Standards nicht beinhaltet. Ich glaube, es war durchaus ein Meilenstein, dass wir das geschafft haben. Wenn es nach mir geht, dann könnten wir auch mit den Vereinigten Staaten von Amerika ein Freihandelsabkommen schließen. Aber da waren die Diskussionen noch schwieriger. Im Augenblick müssen wir ohnehin erst einmal abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_31.1:16 Insgesamt ist dieses Technologieforum also ein gutes Mittel, nicht nur im Gespräch zu bleiben, sondern auch gemeinsam Dinge voranzubringen. Ich kann nur allen danken, die sich in diese Initiative einbringen. Ich denke, wir sollten gerade auch die Kooperation der mittelständischen Unternehmen voranbringen – das ist ja auch ein klassisches Feld der Auslandshandelskammern –; denn die großen Unternehmen schaffen den Sprung in die Digitalisierung ganz gut, aber bei den kleineren bedarf es auch unterstützender Maßnahmen durch die Politik. Wir haben in Deutschland mit der Plattform Industrie 4.0 gerade auch die Mittelständler ins Visier genommen, zumal sie auch Zulieferer für die großen Unternehmen sind und genauso schnell vorankommen müssen wie andere. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_23.2:6 Wir befinden uns derzeit inmitten großer Transformationsprozesse. Ich will nur einige Schlagworte nennen: Globalisierung, Digitalisierung, weltweites Bevölkerungswachstum – wobei sich der demografische Wandel bei uns in die entgegengesetzte Richtung vollzieht – oder Klimawandel. In all das könnten wir uns wie einem unabänderlichen Schicksal tatenlos fügen. Die Vernunft aber gebietet, solche Veränderungen nicht einfach hinzunehmen, sondern zu gestalten. Es gilt, Fakten zu analysieren und Folgen abzuschätzen, Erkenntnisse zu formulieren und anschließend Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Wie wir aber konkret von einem Ist- zu einem gewünschten Soll-Zustand gelangen – darüber müssen wir uns natürlich immer wieder austauschen. Deshalb ist es so gut, dass der offene Diskurs zur auch von Leibniz postulierten Freiheit dazugehört. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_23.2:15 Deutschland gehört zu den leistungsstärksten und innovativsten Ländern der Welt. Damit das so bleibt, gilt es natürlich, mit dem Fortschritt weiterhin Schritt zu halten – nicht zuletzt auch mit Blick auf die Chancen, die mit der weiteren Digitalisierung einhergehen. Der digitale Wandel beeinflusst sämtliche Lebensbereiche. Wie wir arbeiten, wie wir forschen, wie wir reisen, wie wir für unsere Gesundheit sorgen, wie wir unsere Freizeit gestalten und wie wir uns austauschen – all das ist mit Digitalisierung verbunden. Deshalb sind wir heute im Museum für Kommunikation eigentlich auch am richtigen Platz. Denn wie sich die Informationsgesellschaft entwickelt hat, ist hier bestens nachvollziehbar. Aber wir wollen in der Bundesrepublik Deutschland natürlich auch an der weiteren Entwicklung mitarbeiten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_23.2:16 Wir mögen Computertechnologie für eine Errungenschaft der jüngeren Geschichte halten, aber – die meisten von Ihnen hier wissen das natürlich – eine wesentliche Grundlage dafür hatte schon Leibniz geliefert; und das ist das binäre Rechnen. Auf dem Dualsystem baut moderne Informatik auf. Die Tragweite seiner Idee war zu Zeiten von Leibniz wahrscheinlich noch kaum absehbar, Jahrhunderte später aber revolutioniert sie die Welt. Das passt zu dem deutschen Sprichwort: Gut Ding will Weile haben. So ist es aber eben oft mit neuen Erkenntnissen: Ihr praktischer Nutzen mag kurzfristig nicht immer offensichtlich sein; zumeist entfalten sie erst nach und nach Wirkung. Umso wichtiger ist die Freiheit der Forschung. Auch die Digitalisierung wird noch vieles ermöglichen, das wir heute noch nicht einmal erahnen. urn:cts:gps4:bundesregierung.gerhard_schroeder.2004_05_04.1:8 Die Digitalisierung der Produktion und der gewaltige Fortschritt bei den Informations- und Kommunikationstechniken haben dazu geführt, dass die Globalisierung heute mit Recht als ein Veränderungsprozess bezeichnet wird, der in seinen Auswirkungen allemal der ersten industriellen Revolution gleich kommt. Für mindestens ebenso bedeutsam halte ich den politischen Aspekt dieser Globalisierung, der gewiss auch der Rambouillet-Initiative zu Grunde liegt: Die Notwendigkeit nämlich, in einer sich rasant beschleunigenden globalen Wirtschaft zu verbindlichen Absprachen und Regeln zu kommen, damit Welthandel und Wettbewerb sich frei entfalten können, die aber gleichzeitig sicherstellen, dass die Chancen und Möglichkeiten der Globalisierung nicht zu neuen Ungerechtigkeiten führen, sondern allen an der Weltwirtschaft Teilnehmenden zugute kommen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_02_07.2:42 Von hoher Bedeutung ist auch die Aufnahme der Digitalisierung des Filmerbes in den Aufgabenkatalog der FFA. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das nationale Filmerbe angesichts der zügig voranschreitenden Digitalisierung der Kinos auch weiterhin wirtschaftlich ausgewertet und öffentlich zugänglich gemacht werden kann. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_02_07.2:43 Der Bund gibt allein in diesem Jahr eine Million Euro für die Digitalisierung des Filmerbes aus. Ich erwarte hier auch einen Betrag der Produzenten! Dazu kommt die Aufnahme der Pflichtregistrierung in die Novelle des Bundesarchivgesetzes. Es gibt Kritik, die jetzige Novellierung des FFG sei ein zu kleiner Wurf, vor allem, weil der Abgabemaßstab nicht verändert wird. Dazu kann ich nur sagen: die Diskussion über die Beiträge ist so alt wie das FFG selbst. Auch ich halte das Abgabesystem vor dem Hintergrund der Marktveränderungen durch den technischen Wandel im Medien- und Filmbereich für durchaus für korrekturbedürftig. Wir haben vor, dieses zeitnah zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_02_07.2:50 Meine Damen und Herren, zu den zentralen technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre gehört die Digitalisierung der Kinos. Die Förderprogramme des BKM und der FFA dazu sind ein großer Erfolg. Seit Beginn der Förderung vor ziemlich genau zwei Jahren gibt es einen regelrechten Ansturm auf die Fördermittel meines Hauses und jene der FFA. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_02_07.2:52 Damit habe ich mein Versprechen, insgesamt 20 Mio. Euro für die Digitalisierung der deutschen Kinolandschaft bereitzustellen, nicht nur jetzt schon eingelöst, sondern sogar um eine Million Euro übertroffen!! urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_02_07.2:53 Letztes Jahr habe ich an dieser Stelle – Sie werden sich vielleicht erinnern – Herrn Klingsporn getadelt, weil sich die Verleiher, die größten Profiteure der Kinodigitalisierung, immer noch nicht an der Förderung beteiligt hatten. Lieber Herr Klingsporn, dieses Jahr möchte ich Sie ausdrücklich loben! Sie haben, gemeinsam mit dem Vorstand der FFA, Herrn Dinges, mit Ihrem großen Engagement dazu beigetragen haben, dass das Treuhandmodell der Verleiher Ende des letzten Jahres endlich anlaufen konnte. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_02_07.2:56 nicht nur kulturelle und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sind für eine erfolgreiche Filmwirtschaft notwendig, auch gute rechtliche Rahmenbedingungen gehören dazu. Ich meine damit vor allem ein durchsetzungsfähiges Urheberrecht. Wir müssen dies an das digitale Zeitalter anpassen, um Rechtsverletzungen im Internet effektiver zu begegnen und die Chancen der Digitalisierung besser nutzen zu können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_09_29.1:8 Die Digitalisierung ist mit Sicherheit gerade für die Printanbieter die große Herausforderung. Sie bietet Chancen, aber sie birgt eben auch eine Vielzahl von Risiken. Den traditionellen Medien ist eine Konkurrenz erwachsen. Die Wertschöpfung hat sich aus der Printwerbung, die früher eine Hauptrefinanzierungsquelle der Tageszeitungen war, immer mehr in das Internet verlagert. Da werden die entsprechenden Diskussionen geführt – sie müssen auch geführt werden –, um einen fairen Zugang für Werbung zu ermöglichen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_09_29.1:21 Wir haben in der vergangenen Legislaturperiode schon einiges getan. Das Gesetz zur Nutzung verwaister und vergriffener Werke, das in diesem Jahr in Kraft getreten ist, kann als ein Meilenstein bei der Erleichterung des Zugangs zu unserem kulturellen Erbe bezeichnet werden. Es gibt Bibliotheken, Museen, Archiven, aber auch den Einrichtungen des Bild- und Tonerbes Rechtssicherheit bei der Digitalisierung und Veröffentlichung von Kulturgut. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_04_27.1:16 Jedes einzelne der rund 1.600 Kinos in unserem Land liegt mir am Herzen. Deshalb geben wir ja gerade den kleinen Kinos einen Zuschuss zur Digitalisierung. Viele Filmschaffende haben sich dem Appell zur Verteidigung der Kultur angeschlossen, den die Akademie der Künste in Berlin initiiert hat und der sich gegen die unsinnigen Thesen der so genannten Infarkt-Autoren wendet. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2014_06_27.1:14 Lieber John, zu Beginn will ich Dir und Deinen amerikanischen Kollegen einen kurzen Eindruck davon geben, wo der öffentliche Diskurs über die Digitalisierung bei uns in Deutschland steht. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2014_06_27.1:55 Ich stelle mir Industrie 4.0 immer so vor: man bringt die Leute mit den gelben Helmen zusammen mit den Leuten mit den Hipsterbrillen. Die Industrie 4.0 ist also die Digitalisierung der klassischen Industrieproduktion. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2007_04_18.1:17 Wenn wir daran denken, dass der erste Computer von Konrad Zuse in Deutschland gebaut wurde, und wenn wir sehen, wo heute die große Wertschöpfung durch Hardware- und Software-Einrichtungen erwirtschaftet wird, dann hat Europa viele Gründe, zu überlegen, ob wir nicht ganz besondere Anstrengungen in den Bereichen unternehmen müssen, die mit der Digitalisierung zusammenhängen. Es gibt eine Vielzahl von europäischen Projekten. Ich nenne nur das Stichwort Galileo. Sie wissen aber auch alle aus Ihren Erfahrungen, dass es bei den Kooperationen in Europa eine Vielzahl von Schwierigkeiten gibt. Auch hier ist Zeit ein ganz wichtiger Faktor, denn die anderen schlafen auch nicht. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_04_27.1:33 Meine Damen und Herren, auch Jahre nach der Finanzkrise bleibt immer noch sehr viel zu tun, was die Regulierung und die Anpassung an sich verändernde Marktbedingungen betrifft – sowohl hier bei uns als auch international. Das hat auch – damit beschäftigen Sie sich ja auch auf diesem Sparkassentag – sehr viel mit neuen technologischen Möglichkeiten zu tun, wie sie die Digitalisierung mit sich bringt. Diese stellt auch auf den Finanzmärkten manch etabliertes Geschäftsmodell infrage. Ich denke, es war eine weise Entscheidung, das Thema Digitalisierung auf diesem Sparkassentag in den Mittelpunkt zu rücken. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_04_27.1:34 Was Digitalisierung bedeutet, lernen wir, die wir schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel haben, etwas langsamer als die, die noch jung sind. Ich finde, es ist eine tolle Idee, dass die Auszubildenden hier in großer Zahl vertreten sind und in einen solchen Sparkassentag hineinschnuppern können, aber sicherlich auch selbst eine bestimmte Atmosphäre hineinbringen. Die Leichtigkeit, mit der sie mit der Digitalisierung umgehen, macht einen manchmal sprachlos und ist auch wunderschön. Wir müssen einfach verstehen, dass sich sozusagen die Herangehensweisen der Menschen durch die Verschmelzung täglicher Dinge mit neuen digitalen Möglichkeiten sehr verändern werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_04_27.1:40 Natürlich müssen wir überhaupt erst die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Chancen der Digitalisierung genutzt werden können. Das heißt, wir brauchen flächendeckende Hochgeschwindigkeitsnetze. Alle sind, glaube ich, einverstanden, dass wir bis 2018 mindestens 50 Megabit pro Sekunde für jeden Haushalt haben wollen. Das ist für heutige Anwendungen schon recht gut. Aber wir alle wissen: Das wird natürlich absolut nicht ausreichen. Wir müssen auch für die Zeit nach 2018 klare Ausbauziele definieren. Wir haben jetzt erst einmal durch die Versteigerung von Frequenzen einen großen Schub für ein Förderprogramm vor allem für ländliche Regionen bekommen. Dieses Förderprogramm mit insgesamt 2,7 Milliarden Euro für den Breitbandausbau wird also gerade auch denen zugutekommen, die außerhalb von Ballungszentren wohnen. Wir haben auch ein Gesetz für einen effizienten Netzausbau auf den Weg gebracht. Es gibt vor allem beim Tiefbau viele Sparpotenziale, die wir nutzen müssen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_04_27.1:45 Unser Arbeitsmarkt ist wirklich stabil – 31 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, rund 43 Millionen Erwerbstätige. Die Momentaufnahme zeigt auch eine gesunkene Schuldenstandsquote und einen annähernd ausgeglichenen Staatshaushalt. Wir haben die Mittel zur Investition in Infrastrukturen, in Bildung und Ausbildung, in Forschung und Innovation erheblich erhöht. Der Ist-Zustand ist also recht gut. Aber wenn wir uns die Risiken der Zukunft anschauen, wenn wir uns die Dynamik anderer Regionen anschauen, wenn wir uns verdeutlichen, was ich über die Digitalisierung und die Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge gesagt habe, dann wissen wir, dass große Aufgaben vor uns stehen, auch wenn heute keiner genau sagen kann, wie es in zehn Jahren aussehen wird. Hinzu kommt der demografische Wandel. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_13.1:10 Wir haben bei diesem Digital-Gipfel das Schwerpunktthema Gesundheit auf der Tagesordnung. Ich konnte mich heute beim Besuch von einzelnen Projekten auch davon überzeugen, wie sehr Digitalisierung auch im medizinischen Alltag bereits Einzug gehalten hat. Mit Blick auf die Durchsetzung gleichwertiger Lebensbedingungen in Deutschland, gerade auch was die gesundheitliche Versorgung anbelangt, wird die Digitalisierung sehr viel mehr Chancen als Risiken in sich bergen – wenngleich sich auch eine Vielzahl von ethischen Fragen stellen wird; auch das ist vollkommen klar. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_13.1:11 Wir haben inzwischen ein E-Health-Gesetz, auch um die Akteure des Gesundheitswesens miteinander vernetzen zu können. Wir haben nicht nur 70 Millionen gesetzlich Versicherte, sondern auch mehr als 200.000 Ärzte, 20.000 Apotheken und 2.000 Krankenhäuser in Deutschland. Diese können mithilfe der Digitalisierung noch sehr viel besser kooperieren, sehr viel besser bestimmte Daten auswerten und damit präziser Erkrankungen diagnostizieren und Therapien entwickeln. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_13.1:12 Damit bin ich bei einer Frage, die uns alle umtreibt und über die in Deutschland auch viel diskutiert wird, nämlich: Wie gehen wir mit den großen Datenmengen um, die wir zur Verfügung haben? Einerseits haben wir den Auftrag der Datensparsamkeit, andererseits gibt es die klare Entwicklung, dass wir mithilfe großer Datenmengen auch vollkommen neue Produkte entwickeln können. Wenn wir in Deutschland von den Möglichkeiten der Digitalisierung insgesamt und in der ganzen Breite Gebrauch machen wollen, dann dürfen wir nicht nur die bisher bekannten Wertschöpfungsketten digitalisieren, sondern dann müssen wir mit der Vielzahl von Daten auch neue Anwendungen und neue Produkte entwickeln. Das betrifft nicht nur separat den Bereich des Business, der Wirtschaft, oder den Bereich der Verbraucher, der Individuen, sondern auch die Beziehung der Akteure der Wirtschaft zu ihren Kunden, die sich völlig verändern wird. Ich kann immer nur darauf hinweisen, dass wir diese Perspektive nicht aus dem Blick verlieren sollten, weil da große neue Wertschöpfungsmöglichkeiten entstehen werden, die insbesondere auch vom deutschen Mittelstand klug, intensiv und schnell genutzt werden müssen. Ansonsten wird von der Seite der Plattformanbieter die Wertschöpfungskette angeknabbert. Und das könnte dann bei der Frage, wer denn wen in das neue Zeitalter führt, Entwicklungen mit sich bringen, die für Deutschland nicht von Nutzen sein würden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_13.1:14 Wir haben im Zusammenhang mit der Digitalisierung auch grenzüberschreitende Vernetzungen und internationale Kooperationen. Deshalb hat Deutschland auch zum ersten Mal ein Treffen der Digitalminister während der G20-Präsidentschaft durchgeführt. Wir setzen uns auf der Ebene der Europäischen Union dafür ein, dass sich der digitale Binnenmarkt zügig entwickeln kann. Der digitale Binnenmarkt ist sozusagen die Plattform, von der aus wir unsere europäische Stärke entwickeln können. Und das bedeutet natürlich, dass wir bei den Standards europäische Schwerpunkte setzen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_13.1:15 In diesem Zusammenhang darf ich sagen, dass Industrie 4.0 eine Erfolgsgeschichte ist. Damit haben wir die Möglichkeit, europaweit und durchaus auch weltweit Standards zu setzen. Ich möchte allen, die daran mitgearbeitet haben, ganz herzlich danken. Es ist auch ganz besonders wichtig, dass nicht nur die großen Unternehmen den Schritt in die Digitalisierung schaffen, sondern auch die kleinen und mittleren Unternehmen, die daher ausreichend Beratung und Hilfestellung bekommen sollen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_13.1:16 Wir haben beim Thema Bildung und Digitalisierung noch viel Arbeit vor uns. Wir haben heute über eine Cloud für Bildungsinhalte gesprochen, die bundeseinheitlich für die Schulen angeboten werden könnte. Dazu finden bereits erste Entwicklungen im Bildungs- und Forschungsministerium statt. urn:cts:gps4:bundesregierung.michael_naumann.1999_10_01.1:15 Wird die Digitalisierung auch den Vertrieb von Büchern völlig umkrempeln? urn:cts:gps4:bundesregierung.michael_naumann.1999_10_01.1:21 Als Computerfreak und ehemaliger Verlagsmensch wissen Sie selbst am besten, dass sich im Zeitalter der Digitalisierung einzelne Stoffe vielfach verwerten lassen: als Buch, als Film, als CD-ROM oder auch online. Überdies können die Verlage übers Internet in den Buchvertrieb einsteigen. Steigt dadurch nicht die Gefahr zunehmender Konzentration? urn:cts:gps4:bundesregierung.michael_naumann.1999_10_01.1:37 Die Digitalisierung von Texten ermöglicht aber auch eine zusätzliche Komplexität. Sie erlaubt durch so genannte Links eine Abkehr von der linearen Erzählweise. Können sich dadurch nicht neue literarische Formen entwickeln? urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_18.1:11 Wir brauchen eine ehrgeizige Handelspolitik. Und wir brauchen natürlich auch eine Antwort auf die großen Fragen der Innovation und Entwicklung. Wir müssen angesichts von Globalisierung und Digitalisierung unter Beweis stellen, welchen Mehrwert es hat, in Europa gemeinsam zu handeln. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_18.1:13 Was die Gestaltung der Globalisierung betrifft, sind Italien und Deutschland in diesem Jahr auch durch zwei Präsidentschaften verbunden: Italien hat die G7-Präsidentschaft, wir haben die G20-Präsidentschaft. Während dieser G20-Präsidentschaft wird es im Übrigen zum ersten Mal ein Digitalisierungsministertreffen geben. Auch das ist eine Antwort auf neue technologische Herausforderungen. Auch die heutige Wirtschaftskonferenz ist natürlich ein guter Weg und eine gute Möglichkeit, einmal herauszustellen, welche Potenziale der Digitalisierung vorhanden sind und wie sie von den Unternehmen genutzt werden – um den Titel dieser Wirtschaftskonferenz noch einmal aufzurufen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_18.1:14 Genauso wie der italienische Ministerpräsident möchte ich Wert darauf legen, dass es darum geht, die Chancen der neuen technologischen Entwicklungen zu sehen und zu nutzen und die Risiken, die es natürlich auch gibt, in den Griff zu bekommen, weil sonst der Mehrwert der Digitalisierung von den Menschen nicht verstanden wird. Ich glaube, dass gerade auch Länder mit einer großen industriellen Basis – Italien hat das; und Deutschland hat das auch – besondere Stärken haben, aber auch in besonderer Weise gefragt sind, wenn es um den Einzug der Digitalisierung in die industrielle Fertigungsprozesse geht. Wir nennen das Industrie 4.0. Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren eine breite digitale Agenda bearbeitet und wird das natürlich auch weiterhin tun. Ich glaube, dass Deutschland und Italien hierbei auch Schrittmacher für andere europäische Länder sein können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_18.1:16 Wenn es um die Übertragung von Daten in Echtzeit geht, brauchen wir den sogenannten 5G-Mobilfunkstandard. Da müssen wir grenzüberschreitend den gleichen Ansatz haben, ansonsten werden wir bei der Infrastruktur im Bereich der Digitalisierung wieder einen Flickenteppich haben. Das muss verhindert werden. Wir brauchen neben einer Glasfaserinfrastruktur also auch eine rasche technische Harmonisierung und eine harmonisierte Frequenzpolitik. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_18.1:20 Es gibt Sorgen im Zusammenhang mit der Digitalisierung gerade auch bei den Menschen, die zum Beispiel in der Industrie arbeiten. Deshalb stellt sich die Frage: Wie können wir disruptive Entwicklungen verhindern; und wie können wir die Entwicklungen zukunftsfest gestalten, ohne dass Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren? In diesem Zusammenhang sind Weiterbildung, Fortbildung und lebenslanges Lernen ein Thema, das uns alle beschäftigt. Wir werden die Arbeitswelt neu durchdenken müssen. Unsere Arbeits- und Sozialministerin hat ein Weißbuch zum Thema Arbeiten 4.0 herausgegeben. Aber wir sind noch längst nicht am Ende unserer Diskussion, um völlig neue Anforderungen an die Arbeitswelt auch wirklich aufnehmen zu können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_18.1:24 Wir wissen, dass wir keine Zeit zu verlieren haben, denn in vielen Bereichen ist Europa nicht Vorreiter der Digitalisierung. Alles, was mit Konsumentenprodukten zusammenhängt, ist sehr stark von Asien und von den Vereinigten Staaten von Amerika bestimmt. Deshalb ist die Frage, ob Digitalisierung in unserer Industrie stattfindet, nicht irgendeine Frage, sondern nach meiner festen Überzeugung eine Frage des Wohlstands und der Arbeitsplätze von morgen. Denn wenn wir mit unseren industriellen Fähigkeiten in Italien und in Deutschland in die Situation geraten, verlängerte Werkbänke von großen Internetunternehmen zu werden, die die Beziehungen zu den Kunden aufbauen, dann haben wir ein strukturelles Problem. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_18.1:25 Ich glaube, wir können die Digitalisierungschancen mit unseren Wirtschaftsfähigkeiten kombinieren. Das müssen wir entschieden voranbringen. Dazu müssen wir mit unserem Mittelstand nicht nur sprechen, sondern auch Angebote der Förderung machen. Der Bundeswirtschaftsminister hat das in vielen Bereichen, was Kompetenzzentren und die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden anbelangt, getan. Die großen Unternehmen kennen ihre Aufgaben; die kleineren haben größere Schwierigkeiten, den Strukturwandel so schnell hinzubekommen. Deshalb brauchen wir eben auch eine gezielte staatliche Förderung, um unsere Wirtschaft fit zu machen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_18.1:26 Globalisierung und Digitalisierung sind eng miteinander verknüpft. Deshalb werden sie auch in unseren Gipfeln, sowohl bei G7 als auch bei G20, eine Rolle spielen. Ich bin mir sicher, dass die Frage der Digitalisierung und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ein Projekt sein kann, bei dem Europa seine Stärken im Miteinander, im gemeinsamen Agieren zeigt. Aber es liegt noch viel Arbeit vor uns. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_18.1:27 Für die Staats- und Regierungschefs genauso wie für die anderen Europäischen Räte ist immer wieder von großer Bedeutung: Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren, wir müssen manche Entscheidung schneller fällen und dann auch schneller gemeinsam umsetzen. Gerade auch bei der Digitalisierung wartet die Welt nicht auf uns. Wenn wir das Thema nicht entschieden in die Hand nehmen, dann verschlafen wir viel zu viel Zeit. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2014_05_11.1:2 Guten Morgen, hier im 20. Parlament der Arbeit und zunächst herzlichen Glückwunsch zu diesem runden Jubiläum. Hat jemand die Anträge gezählt, die seit der Gründung 1949 – eben von Ihnen erwähnt, Herr Sommer – von diesem Gremium formuliert worden sind? Oder die Vorschläge des Deutschen Gewerkschaftsbundes, die Eingang in die Gesetzblätter fanden? Ich weiß es nicht, aber ich bin sicher: Es waren viele und sie haben das Leben sehr vieler Menschen in unserem Land ganz konkret verändert. Kein Zweifel: Dieser Bundeskongress gibt Anlass zu einer dankbaren Rückschau. Aber er steht auch für eine Zäsur. Er fällt genau in das Jahr, in dem die Politik auf Kernanliegen deutscher Gewerkschaften eingeht und sie nun in Gesetze gießen will – darunter der flächendeckende Mindestlohn. Außerdem findet dieser Kongress in einem Umfeld weiterer bedeutender Richtungsentscheidungen statt. Natürlich denke ich dabei an die Europawahl, aber ich denke auch an die bundesweiten Betriebsratswahlen und nicht zuletzt an den Führungswechsel bei Ihnen im DGB. Lieber Herr Sommer, nun ist es so weit: Der Abschied rückt in greifbare Nähe. Ich möchte die vielfache Anerkennung, die Sie in diesen Tagen hören, gerne bekräftigen, für Sie persönlich, aber auch für viele, viele andere hier im Saal. In Zeiten von Umbruch, Aufbruch und Wandel ist es bekanntlich hilfreich, sich auf das Erreichte zu besinnen. Danke, lieber Herr Sommer, für Ihre Hingabe und Ihre Hartnäckigkeit, für Ihre Weitsicht und auch für Ihre Kompromissbereitschaft, wenn sie nötig wurde – kurz: Danke dafür, dass Sie mit Ihrer guten Arbeit der guten Arbeit von Millionen Menschen in Deutschland zu Respekt und Anerkennung verholfen haben. Das mit dem Ruhestand nehmen Sie nicht allzu wörtlich. Sie haben der Öffentlichkeit vorab verkündet, Sie würden den Mund halten, Sie hielten es nicht für fair, sich weiter einzumischen. Aber irgendwie, Herr Sommer, würde es uns doch fehlen, wenn Sie gar nichts mehr sagen. Das geht auch nicht. Mein Dank gilt aber auch Ihnen sehr verehrte Delegierte, nämlich für die ungezählten Stunden, die Sie als Haupt- oder Ehrenamtliche tätig waren und die auch hier im Parlament der Arbeit geleistet wurden. Bitte tragen Sie meine große Wertschätzung hinaus in all die Mitgliedsgewerkschaften des DGB, und zwar auf alle Ebenen und zu allen aktiven Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, sei es im Betriebsrat in ihrem Unternehmen, als Projektleiterin in der Jugendarbeit, als Gewerkschaftsvertreter bei der Rentenversicherung oder etwa als Aufsichtsratsmitglied in einem globalen Konzern. Gewerkschaftsarbeit hat – Sie wissen das besser als ich – viele Facetten und sie hat auch eine bewegte Vergangenheit, vor allem bei der demokratischen Emanzipation unseres Landes. Darauf möchte ich jetzt den Blick richten. Wenn wir zurückblicken auf das Parlament der Arbeit, auf all die Jahrzehnte nach 1949, als die Mitbestimmung, die Tarifautonomie und die Sozialpartnerschaft verankert wurden, bekommen wir großen Respekt vor der Arbeit der Gewerkschaften im freien Deutschland. Aber wir blicken auch noch weiter zurück in eine historische Dimension. Die deutsche Gewerkschaftsgeschichte umfasst ja inzwischen mehr als 150 Jahre. Und was ist sie? Sie ist eine Chronik der Selbstbefreiung in Etappen. Am Anfang ging es um ganz Existenzielles, um das Recht darauf, Koalitionen und Vereine zu gründen, um die Absicherung etwa bei Unfall oder Krankheit, um nicht gleich in völlige Armut abzurutschen – kurz um etwas, was wir heute Teilhabe, Vorsorge, Fürsorge nennen. Damals erschien manchem Zeitgenossen das Verhältnis von Arbeit und Kapital als systembedingter und nur durch eine Revolution zu überwindender Antagonismus. Die Gewerkschaften wuchsen dann aus Widerstand und Verbrüderung und sie kanalisierten Aufruhr in gemeinsame Aktionen. Sie bezogen ihre Kraft aus dem millionenfachen Aufbegehren gegen Ausbeutung, Diskriminierung und Rechtlosigkeit. Das hatte natürlich Antworten zur Folge und die waren oftmals sehr rigoros. Bismarck ließ die Gewerkschaften verbieten, Hitler ließ sie gleich zerschlagen. Diese frühen Brüche kosteten Gewerkschaften nicht nur Einfluss, sondern oftmals auch Menschenleben. Einige von Ihnen hier im Saal, so auch ich, haben später eine andere Zeit erlebt, in der ein sogenannter Freier Deutscher Gewerkschaftsbund, kurz: FDGB, existierte, ein verlängerter Arm der Einheitspartei SED, der bekanntlich alles andere als frei war. Auch in dieser Phase hätte eine unabhängige Gewerkschaft eine potenzielle Bedrohung für das Regime dargestellt. Linientreue Kader wussten das immer zu verhindern. Sie hatten Angst vor der Kraft, die der Mut entfachen kann, Angst vor einer Solidarność, die die Verhältnisse ins Wanken bringt, ungeachtet der persönlichen Risiken für die Freiheit. Wer sich die großen Opfer vor Augen führt, die überzeugte Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in Zeiten der Repression bringen mussten, der wird erkennen: Wirtschaftsdemokratie, betriebliche und unternehmerische Mitbestimmung und der Interessenausgleich der Sozialpartner sind ein kostbares Gut. Unsere Kompromisskultur ist mühsam errungen und auch in den jüngsten Jahrzehnten immer wieder neu justiert worden. Diese historische Leistung möchte ich voranstellen, nicht allein deshalb, weil wir ein Jubiläum im Parlament der Arbeit begehen. Die Rolle der Gewerkschaften in der deutschen Geschichte offenbart für mich den Kern dessen, was ihren besonderen Wert ausmacht. Freie Gewerkschaften sind ein wesentlicher Teil der Demokratie. Sie ermächtigen zur Teilhabe. Freie Gewerkschaften versetzen Arbeitnehmer in die Lage, ihre Interessen zu artikulieren, zu bündeln und erfolgreich einzufordern, sei es durch Verhandlungen oder auch durch Streik, vom Arbeitsschutz bis zum Tarifabschluss. Freie Gewerkschaften und freie Gesellschaften sind für mich untrennbar miteinander verbunden. Wo es freie Gewerkschaften gibt, gelingt oft sogar das, was lange unerreichbar erschien: die einseitige Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht einzugrenzen, verkrustete Strukturen in Wirtschaft und Gesellschaft aufzubrechen und Räume zu eröffnen für eine Kraft des Ausgleichs. In Deutschland haben wir dafür einen Namen: Soziale Marktwirtschaft. Als ich die Soziale Marktwirtschaft endlich aus der Nähe kennenlernte, in den 1990er Jahren, begann gerade die Zeit, in der die Gewerkschaften vielstimmig totgesagt und totgeschrieben wurden. Von Dinosauriern war damals spöttisch die Rede, für die kein Platz mehr sei angesichts der dynamischen Wirtschaftsprozesse in der Globalisierung. Rationalisierung, Digitalisierung, Flexibilisierung – das waren die Stichworte. Gewerkschaftsarbeit und gewerkschaftliches Engagement galten irgendwie als altmodisch, als uncool. Das war damals. Wettbewerbsdruck neuer Art stellte die Versprechen der Sozialpartnerschaft tatsächlich auf eine harte Probe. Nach der Euphorie der deutschen Einheit folgte für die meisten Gewerkschaften eine Talsohle der Ernüchterung. Mit den Mitgliedern schwanden auch Einnahmen. Bald stand der DGB vor der Frage: Wie weiter? Zum Milleniumswechsel zeigte sich die Mehrheit der Beobachter einig in dem Urteil: Die Ära der Massenorganisationen war vorbei. Ob es nun Gewerkschaften, Parteien oder Kirchen waren, ihre Erosion galt als unaufhaltsam, weil mit dem Siegeszug der Individualisierung genau jene Voraussetzungen rar wurden, die traditionellen Institutionen einst geholfen hatten zu erstarken: gemeinsame Ideale, gemeinsame Ziele und kollektives Handeln. Solidarität schien ihren Ankerplatz in unserer Gesellschaft fast verloren zu haben. Und nun der Blick auf heute. Es freut mich, dass Sie in den vergangenen Jahren wieder einen regen Zulauf, auch Mitgliederzuwachs, von jungen Menschen zu verzeichnen haben. Allerdings würde es zu kurz greifen, die Zukunft allein an solchen Zahlen festzumachen. Die Schlüsselbegriffe in der einschlägigen Gewerkschaftsliteratur heißen Transformation und Revitalisierung. Dem DGB wird Offenheit für den Wandel abverlangt, zugleich setzt er auf traditionelle Forderungen, wie schon die Überschrift dieses Kongresses zeigt: Arbeit – Solidarität – Gerechtigkeit. Das klingt vertraut. Und es führt mich zu den wichtigsten Fragen nach der künftigen Entwicklung. Welchen Grundsätzen können und müssen Gewerkschaften verpflichtet bleiben? Wo wird ihr Selbstbild besonders herausgefordert? Wo werden Veränderungen vielleicht sogar unausweichlich sein, wenn die gesellschaftliche Bedeutung von Gewerkschaften erhalten bleiben soll? Lassen Sie mich mit dem Grundsätzlichen beginnen, mit dem Markenkern. Da bin ich zuversichtlich. Gewerkschaften werden auch künftig eine bedeutende Rolle in der Sozialen Marktwirtschaft spielen, nicht weil Globalisierung, Rationalisierung, Digitalisierung oder Flexibilisierung weniger wirkmächtig sind, sondern weil wir lernen und lernen müssen, neu damit umzugehen. Natürlich leben und arbeiten wir heute individualistischer als früher. Aber wir wissen auch, dass die Übernahme von Verantwortung für das Große und Gemeinsame weiterhin nur gelingen kann, wenn wir Bündnisse schließen, seien sie auch von neuem Format. Nur mit Bündnissen lässt sich die Ohnmacht des Einzelnen verhindern. Ein weiterer Grund für meine Zuversicht: Gerade Sie, die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, haben gezeigt, dass Sie die Interessen von Arbeitnehmern in Zeiten des Umbruchs verteidigen können. Sie haben Erfolge vorzuweisen. Sie haben dabei auch gesamtgesellschaftliche Verantwortung bewiesen und Lösungen zur Sicherung der Beschäftigung gefunden. Maßvolle Lohnabschlüsse sind eben von Zeit zu Zeit gesamtgesellschaftlich nützlich. Flexible betriebliche Vereinbarungen und Kurzarbeit, nicht nur im Krisenjahr 2008, sondern auch in den vielen Jahren davor und danach, sprechen eine eigene Sprache der Verantwortung über den Kernbereich dessen hinaus, was für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu erlangen ist. Es ist nicht immer leicht, allen Mitgliedern klarzumachen, dass Zugeständnisse langfristig für die gesamte Belegschaft, sogar für die Gesellschaft insgesamt von Vorteil sein können. Aber wir brauchen diese Form der Verantwortung weiterhin. Wenn wir uns unsere Gewerkschaften im europäischen Vergleich vor Augen führen, dann sehen wir, dass wir mit diesem Ansatz nicht erfolglos, sondern erfolgreich waren. Für diese Ergebnisse dürfen ruhig auch Dankbarkeit und Stolz entstehen. Indem diese Politik verfolgt wurde, dass man Partikularinteressen für seine Mitglieder vertritt, aber sie gleichwohl nicht überdehnt, haben wir bewiesen, dass wir beides sein können: verantwortungsbewusste Staatsbürger und tatkräftige Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. Nun komme ich auf ein relativ neues Problem, das darin besteht, dass es mitunter auch zur Entsolidarisierung im Bereich derer kommen kann, die eigentlich zusammen stärker sind. Das geschieht gelegentlich in unseren Betrieben und Unternehmungen. Es kann dann zu einer Beschädigung unseres bewährten deutschen Modells kommen, indem einzelne Berufsgruppen ihre Schlüsselstellung missbrauchen, um Eigeninteressen gegen Gemeininteressen durchzusetzen. Das wird uns noch eine Zeit lang begleiten und ich sehe auch noch nicht völlig, wie der Konflikt gelöst werden kann. Die Debatte um eine vernünftige Tarifordnung wird auch auf diesem DGB-Kongress geführt werden. Ich verfolge Ihre Diskussion mit großem Interesse, davon können Sie ausgehen. Über gesamtgesellschaftliche Verantwortung spreche ich übrigens nicht nur hier beim DGB. Diesen Schlüsselbegriff verwende ich in vielen meiner Reden – Sie werden ihn finden, wenn Sie nachlesen –, zum Beispiel im vergangenen Herbst bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände oder im Januar beim 60. Jubiläum des Walter-Eucken-Instituts in Freiburg oder jüngst beim Bankentag. Dort werde ich immer auch auftreten mit dem Verweis darauf, dass Verantwortung sich nicht nur darstellt bei der Förderung und Sicherung eines möglichst hohen Bilanzgewinns, sondern dass es darüber hinaus Verpflichtungen gibt, die zu unserer gesamten demokratischen Gesellschaft gehören. Wir brauchen einen erweiterten Verantwortungsbegriff, wenn wir unsere Demokratie zukunftsfähig machen wollen. Vielleicht sollte ich erzählen, dass ich mit Besuchern aus dem Ausland – es sind ja oft Präsidenten im Schloss Bellevue zu Gast – oder auf Reisen mit Delegationen in fremde Länder oft über den Bereich Wirtschaft, aber auch über Gewerkschaften und über Soziale Marktwirtschaft rede. Denn ich finde, dass wir hier und im Norden Europas wunderbare Vorbilder für viele Regionen der Welt darstellen können, in denen noch Ausbeutung und bitterste Armut herrschen. Deshalb werde ich oft gefragt: Wie ist das überhaupt gelungen, wie seid ihr überhaupt auf diese Sozialpartnerschaft gekommen? Und warum finden sich in diesem deutschen Modell die Akteure in einer Weise zusammen, während es anderswo unversöhnliche Gegensätze gibt? Übrigens auch in Europa. Natürlich muss man bei solchen Vergleichen nicht alles pauschalisieren. Das wäre vermessen. Zu unterschiedlich sind die kulturellen Kontexte und die strukturellen Unterschiede, in denen Gewerkschaftsarbeit in Europa und weltweit tatsächlich stattfindet. Gleichwohl versuche ich immer, die Stärken unseres Modells nachvollziehbar zu machen. Einer der wichtigsten Punkte in meinen Augen: Unser Modell ist eben nicht von oben verordnet, sondern es ist seinerzeit von unten gewachsen, und es ist Ergebnis eines langen und von der Basis getragenen Prozesses, Rückschläge inklusive. Dabei festigte sich die Einsicht: Blockade ist manchmal – eher selten – nötig, aber sie ist die Ultima Ratio. Denn Konfrontation als Dauerzustand wird meistens sehr teuer für alle Beteiligten, auch für die Gesellschaft. Deutschland liegt also nicht zufällig am Ende internationaler Streikstatistiken. Kein Gewerkschafter hier im Raum muss sich deswegen schämen, denn wir können Ergebnisse für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Lande vorzeigen. Allerdings: Wenn es um erreichte Erfolge für die arbeitenden Menschen geht, liegen die deutschen Gewerkschaften – das versuchte ich eben ganz deutlich auszudrücken – sehr weit vorn. Die meisten Menschen erleben, dass Kompromisse beiden Seiten gerecht werden. Das klingt einfach. Die Umsetzung im Alltag bringt aber hohe Ansprüche mit sich, wie wir alle wissen, und sehr stresshafte Verhandlungen. Da merken wir: Es gibt auch Streitformen, die erforderlich sind. Solange es uns gelingt, sie in einem demokratischen Kontext zu gestalten und mit einem konstruktiven Ergebnis zu beenden, so lange lasst uns ruhig streiten, wenn es nötig ist. Ich habe gehört, dass auch der DGB häufig von Partnern aus anderen Teilen der Welt, insbesondere aus europäischen Staaten, gebeten wird, die Praxis des sozialpartnerschaftlichen Miteinanders zu erläutern, etwa unsere Form der betrieblichen Mitbestimmung. Unsere Erfahrungen stoßen offenbar auf Interesse und auf Wertschätzung, auch dort, wo sie noch nicht direkt übernommen werden. Ich glaube, der DGB kann den alten Niedergangsphantasien heute sehr viel Konkretes entgegensetzen. Die Revitalisierung hatte natürlich ihren Preis. Die immensen Anstrengungen der organisatorischen Neuaufstellung der Gewerkschaften Anfang des Jahrtausends haben Sie weit besser in Erinnerung als ich, sicher auch die schmerzhaften Auseinandersetzungen um gesellschaftspolitische Neuerungen wie die Agenda 2010. Nun ist die Transformation der Märkte, ebenso die Anpassung nationaler Rahmenbedingungen bekanntlich weiterhin im Gange – Veränderungsbedarf, wohin man auch schaut. Etliche Themen werden Sie im Laufe dieses Kongresses aufgreifen, etwa den globalen Handel, die Ausgestaltung der Energiewende, den Umgang mit Flüchtlingen oder die Zukunft der Pflege. Diejenigen, die einst als Dinosaurier tituliert wurden, sind heute vitale Teilnehmer des politischen Diskurses und der Ausgestaltung. Beim Arbeitgebertag habe ich gesagt: Arbeitgeber geben mehr als Arbeit, kein Zweifel. Heute sage ich hier analog: Gewerkschaften verhandeln mehr als Lohn. Besonders deutlich wird dies für mich bei Ihrem Antrag mit dem Titel Leitlinien für gute digitale Arbeit, der vielen Arbeitnehmern sicher aus dem Herzen spricht. Gibt es ein Recht auf Nichterreichbarkeit außerhalb der regulären Arbeitszeit? Was kann regulär angesichts der verschwimmenden Grenzen analoger und digitaler Arbeit eigentlich noch bedeuten? Wie muss der Arbeitsschutz daran angepasst werden – oder der Datenschutz? An solchen Diskussionen zeigt sich für mich, dass die deutschen Gewerkschaften verstehen, worum es in diesem Jahrtausend der Vielfalt, der Vernetzung und der Ambivalenz eigentlich geht. Was bedeutet all das nun für den aktuellen Umbruch und Aufbruch, von dem ich eingangs sprach? Ich will Ihren Debatten im Einzelnen natürlich nicht vorgreifen, aber ich möchte drei aus meiner Sicht besonders signifikante Schwerpunkte der Veränderung aufgreifen, man könnte auch sagen: Kristallisationspunkte für ein künftiges Selbstbild. Das erste Thema – es ist gerade schon angeklungen: Die Arbeitswelt ist nicht nur immer vielfältiger geworden, sondern auch schnelllebiger, wechselhafter, unübersichtlicher, Tendenz weiter steigend. Diese Entwicklung steht natürlich im Kontrast zum klassischen Bild des Gewerkschaftsmitglieds. Lange war das statistisch betrachtet ein Mann, vollbeschäftigt und mit guten Aussichten, von der Ausbildung bis zur Rente im gleichen Betrieb zu verbleiben. Heute stellt sich die Frage: Wie gelingt es Gewerkschaften, Arbeitnehmer mit höchst unterschiedlichen Erwerbsbiografien zu erreichen? Wessen Interessen wollen bzw. können sie vertreten? Ganz praktisch formuliert: Wie kann man dem gestandenen Facharbeiter, der per Abendstudium in das Management aufsteigt, aber zugleich auch der jungen Ingenieurin, dem Minijobber oder der Alleinerziehenden gerecht werden? In Ihrem Antrag für eine Neue Ordnung der Arbeit haben Sie, verehrte Delegierte, eine Fülle dieser Aspekte aufgegriffen. Was darüber hinaus viele Betroffene umtreibt: Haben auch die Interessen der Menschen ohne Arbeitsplatz genügend Raum auf der Gewerkschaftsagenda? In Zeiten robuster Beschäftigungszahlen gerät dieser Punkt schnell in den Hintergrund. Irrelevant ist er dennoch natürlich nicht. Hinzu kommt außerdem die Generationenfrage: Sind die Gewerkschaften darauf vorbereitet, die Lobby der Lebensälteren, einer deutlich wachsenden Gruppe, und die Anliegen der Jugend auszutarieren? Eine wirklich große Aufgabe, denn in jedem unserer Gremien wie in der ganzen Politik bildet meine Alterskohorte schnell die Mehrheit. Hier Solidarität zu beweisen, erfordert manchmal Mut und Engagement und Tatkraft und Entschlossenheit. Ich wünsche mir das gerade auf diesem Felde, wo wir unsere Gesellschaft in der Zukunft zu gestalten haben. Für mich ist das mehr als ein Seitenthema. Ich sehe den demografischen Wandel als zweiten Kristallisationspunkt für Veränderung. Man denkt, wenn man die Formel hat, hat man das Problem schon beseitigt. Aber denken wir nur an die kommenden Wahlen – wem wird man wohl mehr versprechen? Sie merken, wie sehr ich mir als Großvater und Urgroßvater Sorgen um die mache, die mir aus der jungen Generation nahe stehen, nicht nur als Urgroßvater, natürlich auch als Präsident. Offen gesagt, in den vergangen Jahren habe ich landauf, landab erlebt, dass das ein Thema ist, das alle Menschen angeht, alle betrifft, ganz besonders die jungen. Ich finde, es wird nicht intensiv und entschieden genug debattiert. Ich habe aber das Gefühl, dass es sich lohnen würde, die Größe der Herausforderung durch den demografischen Wandel wahrzunehmen und die Suche nach Best Practice-Projekten zu intensivieren. Die neue Balance, nach der wir suchen müssen, betrifft deutlich mehr als das diskutierte Rentenalter. Generationengerechtigkeit hat neben der materiellen auch eine soziale und eine moralische Komponente. Halten wir den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von morgen, jenen, die noch nicht geboren sind und für ihre eigenen Belange eintreten können, tatsächlich alle Chancen für eine gute Zukunft offen, oder leisten wir gar einer Entsolidarisierung der Generationen Vorschub? Einmal mehr sollten wir uns bewusst machen: Wir brauchen nicht nur verantwortungsbewusste Eliten, sondern auch eine Gesellschaft von Bürgern, die über eine Legislaturperiode, ein Lebensalter über die eigene Betroffenheit weit, weit hinaus denken, Menschen, die sich wirklich zuständig fühlen für die Zukunft kommender Generationen. Nun der dritte Punkt, den ich hier aufgreifen möchte. Er betrifft eine andere Art der Ausdehnung gewerkschaftlichen Handelns: die geografische Reichweite. Einen internationalen Wirkungsanspruch haben Ihre Vorgängerinnen und Vorgänger schon früh artikuliert. Aber eine so hohe Zahl international verknüpfter Produktionsketten oder einen vergleichbaren Grad an sonstiger weltweiter Vernetzung hat es bisher noch niemals gegeben. Der Wert der Arbeit und die Würde des Menschen sind im Zeitalter der Globalisierung mehr denn je über Grenzen hinweg zu verteidigen. Nehmen wir die Europäische Union. Sie ist zur neuen Selbstverständlichkeit, zum gemeinsamen Arbeitsmarkt geworden. Millionen Menschen profitieren davon. Manches bereitet dabei allerdings Sorgen. Nicht nur die Stipendiaten aus Spanien oder die Ingenieure aus Polen kommen nach Deutschland, sondern auch europäische Bürgerinnen und Bürger aus teilweise prekären Verhältnissen, getragen von dem Wunsch, ihren Familien ein besseres Leben zu ermöglichen, und bereit, dafür weit schlechtere Konditionen in Kauf zu nehmen, als sie üblicherweise in Deutschland ausgehandelt werden. Wir wissen, dass mit dieser Arbeitsmigration Grauzonen entstanden sind, nicht nur in Deutschland, und Fälle von Missbrauch. Ich könnte jetzt eine Reihe von ungelösten Problemen ansprechen. Ich möchte jedoch lieber ein Beispiel auswählen, das in der schwierigen Debatte Mut macht: Die Arbeit auf deutschen Schlachthöfen ist inzwischen tatsächlich tariflich geregelt worden und das nicht zuletzt, weil unsere Gewerkschaften die unhaltbaren Zustände immer wieder thematisiert haben. Danke dafür! Was lehrt uns das? Es lehrt uns, nicht den Kopf hängen zu lassen. Veränderung ist machbar. Der Mechanismus ist seit 150 Jahren der gleiche. Veränderung gelingt, wenn Empörung in Aktion kanalisiert wird. Ich bin dem DGB für alle Projekte dankbar, die sich mit Fehlentwicklungen konstruktiv auseinandersetzen, sei es als Forschungsaufgabe oder als Aufklärungskampagne. Wenn es zum Beispiel gelingt, Grauzonen zu beschreiben und vor Risiken zu warnen, den Zuwanderern ihre Arbeitnehmerrechte zu erklären, ihnen den Rücken zu stärken und damit Ausbeutung zu verhindern, dann haben wir viele und gute gewerkschaftliche Arbeit geleistet. Das DGB-Projekt Faire Mobilität verfolgt genau diesen Ansatz, bietet Beratung in verschiedenen Sprachen, inhaltlich zugeschnitten auf die einzelnen Herkunftsländer. So funktioniert Ermächtigung auf dem modernen Arbeitsmarkt: sehr differenziert, sehr individuell, zum Teil allerdings sehr aufwendig, aber – und das ist für mich die wichtigste Nachricht – eben auch passgenau und damit in sehr vielen Fällen wirksam. Die internationale Arbeit unserer Gewerkschaften endet bekanntlich nicht an den EU-Außengrenzen, im Gegenteil: Gewerkschaften wirken inzwischen selber als Element der Globalisierung, sie sind Globalisierer. Immer dann nämlich, wenn Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat über Konzernstrategie mitentscheiden oder wenn Betriebsräte deutscher Unternehmen – ich habe sie vielfach im Ausland getroffen, in São Paulo und Bangalore – die Berufsausbildung und den Arbeitsschutz nach deutschem Modell voranbringen. Natürlich vor allem dann, wenn Sie, verehrte Delegierte, für das Existenzrecht freier Gewerkschaften und freier Gewerkschaftsarbeit in der ganzen Welt eintreten. Dieses weltweite Engagement gegen Repression habe ich schon oft gewürdigt. Und ich möchte es heute wieder tun, denn es ist auch weiterhin für viele Regionen unserer Welt bitter, bitter nötig. Nächste Woche findet der Weltkongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes hier in Berlin statt. Ich wünsche dieser Veranstaltung, dass ihr Titel zur Realität wird: Building Workers‘ Power! Ich weiß natürlich, drei Schwerpunktthemen der Veränderung und etliche Fragezeichen begründen noch keine Transformationsgeschichte. Aber wenn Sie meine Ausführungen mit Blick nach vorn interpretieren möchten: Sie sollten einen Dreiklang des Vertrauens hören, Vertrauen in die Zukunft des DGB! Ich glaube daran, dass bis zu dem Tag, an dem ein Bundespräsident oder eine Bundespräsidentin zum 30. Parlament der Arbeit eingeladen wird – es müsste rechnerisch im Jahr 2054 sein –, noch viele kluge Antworten hier im Parlament der Arbeit gefunden werden. Und dass die Daueraufgaben natürlich weiterhin ihren gebührenden Platz beim DGB-Kongress haben: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das lebenslange Lernen, die physische und psychische Gesundheit der Arbeitnehmer trotz zunehmender Aufgabenverdichtung und hoffentlich auch der Humor, den wir heute zur Begrüßung erleben konnten. Ein Lächeln kann oft sehr motivierend wirken. Aber in einem Jahr wichtiger Weichenstellungen, wie es Michael Sommer am 1. Mai beschrieb, brauchen wir mehr als ein schönes Lächeln – optimistische Wahlplakate alleine genügen nicht. Ich bin den Verantwortlichen beim DGB dankbar dafür, dass sie dem Aufruf zur Europawahl einen großen Raum in ihrer Kommunikation geben, und ich danke allen, die dabei auf eine differenzierte Debatte setzen. Wer Europa zum Besseren verändern will, muss sich auch mit komplexen Fragen befassen, muss sich mit eigenen Positionen einbringen. Klagen allein genügt da nicht. Ob im Vorfeld der Europawahl oder bei den bundesweit schon angelaufenen Betriebsratswahlen – wir brauchen mehr Überzeugte, denen bewusst ist: Mitbestimmung kommt auch von Stimmen! Mein letzter Satz und mein letztes Ausrufungszeichen gilt nun Ihnen, verehrte Delegierte im Parlament der Arbeit. Bitte bleiben Sie bei allem Wandel immer das, was Sie für Deutschland heute sind: Aktivposten der Demokratie, mutig, zukunftsorientiert und streitbar! urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_29.1:35 Nun läuft parallel zu unseren Bemühungen eine Entwicklung der zunehmenden Digitalisierung ab. Ich glaube, dass Digitalisierung, gut gestaltet, und die Nachhaltigkeitsstrategien sehr fruchtbar zusammenwirken können. Big Data, das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, Robotik, Industrie 4.0 – das sind nur einige Schlagworte; das alles ermöglicht auf vielfältige Weise, effizienter zu wirtschaften und Ressourcen einzusparen. urn:cts:gps4:bundesregierung.gerhard_schroeder.1999_10_06.1:7 Nur wenn die arbeitenden Menschen beteiligt sind, nicht nur am Haben, sondern auch am Sagen in der Gesellschaft, werden wir die Herausforderungen von Globalisierung und Digitalisierung meistern können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_08_20.1:37 Meine Damen und Herren, Sie nehmen das Geschehen auf den Märkten in Ihrer Forschung unter die Lupe, Sie suchen nach neuen Theorien, nach Erklärungen. Ob demografischer Wandel oder Klimawandel, ob Globalisierung oder Digitalisierung – es gibt offenbar nahezu nichts, was nicht auch die Ökonomen inzwischen interessiert. Ich glaube, das macht Ihre Theorien eher besser als schlechter, allerdings auch komplizierter, vermute ich. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2007_02_22.2:5 Wenn man die Aufgabe hat, über Medien zu Menschen zu sprechen, die von den Medien und mit den Medien leben, dann ist es vielleicht angebracht, zu Beginn darauf hinzuweisen, dass Sie in einer Branche arbeiten, die sich in einem historischen Umbruch befindet, ihn aber auch mitgestaltet und die von dem profitiert, an dem partizipiert und manchmal auch unter dem leidet, was ich einen der wesentlichen Technologietreiber nennen möchte, nämlich Internet und Digitalisierung, also das, was die Wissensgesellschaft möglich gemacht und was unser Leben auf der Welt verändert hat und weiter verändern wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.gerhard_schroeder.1999_10_03.1:31 Nur wenn die Menschen beteiligt sind am Haben und Sagen können wir die Herausforderungen durch Globalisierung und Digitalisierung meistern. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.michael_roth.2017_01_09.1:20 Warum ist das so? Ich weiß nicht, wie Sie das empfinden. Aber eine wachsende Zahl von Menschen in unserer immer stärker globalisierten Welt scheint sich zunehmend heimatlos zu fühlen. Viele Menschen haben den Eindruck, dass alles, was ihr Leben lange Jahre ausgemacht hat, nicht mehr gilt oder infrage gestellt wird. Gerade auch in ländlichen Räumen haben viele Menschen angesichts von rascher Globalisierung und Digitalisierung Angst davor, vom rasenden Fortschritt abgehängt zu werden. Andere fürchten, dass es ihren Kindern und Enkeln in einigen Jahren nicht besser, sondern schlechter als heute gehen wird. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_11_16.1:13 Japan und Deutschland, die Nummern drei und vier der Weltwirtschaft, sind im Jahr 2016 wohlhabender denn je. Ihre Bildungs- und Wissenschaftssysteme sind hochentwickelt. Japaner und Deutsche genießen einen hohen Lebensstandard. Und doch stehen wir vor Fragen, die sich gleichsam aus dem eigenen Erfolg ergeben haben. Wir empfinden Modernisierungsschmerzen. Viele von uns fragen sich: Wie geht es weiter mit der Globalisierung? Werden wir das Erreichte bewahren können? Was bedeutet der kommende Klimawandel für unser Leben? Oder: Welche Auswirkungen wird die Digitalisierung auf unsere Gesellschaft, auf unsere Unternehmen und unsere Arbeitsstellen haben? Welche Folgen wird der demografische Wandel haben? urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_11_16.1:19 Ich freue mich daher, dass Japan 2017 bei der Computermesse CeBIT unser Partnerland sein wird – eine große Chance für die japanisch-deutsche Zusammenarbeit in Technik und Wissenschaft. Denn das Megathema Digitalisierung, verstanden als vierte Stufe der Industrialisierung, beschäftigt uns alle. Das starke Interesse an digitalen Technologien, an Vernetzung und an Interaktion von Mensch und Maschine gründet auch in der historischen Erfahrung, dass bislang auf jeder neuen Stufe der Automatisierung – und zwar immer wieder trotz anfänglicher Skepsis – mehr Menschen in Lohn und Brot waren als zuvor, oft in anspruchsvolleren Tätigkeiten. Doch wir werden uns auch komplizierten ethischen und moralischen Fragen zu stellen haben – ich denke an die autonom gesteuerten Autos, an die Themen Künstliche Intelligenz und Datensicherheit. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_19.1:15 Eine weitere große Entwicklung unserer Zeit, die sich grenzüberschreitend durchsetzt, ist die Digitalisierung. Wir sprechen darüber, wie sich die Digitalisierung auf unser Leben, auf die Wirtschaft, auf die Arbeit auswirkt, aber auch darüber, wie wir weltweit die Teilhabe am digitalen Wandel erhöhen können, wie wir für den Schutz der Privatsphäre, des geistigen Eigentums eintreten können und wie wir für Cybersicherheit sorgen können. Es gab zur Vorbereitung des Gipfeltreffens auch ein Treffen der Digitalminister. Wir stehen noch ganz am Anfang, aber ich bin fest davon überzeugt, dass auch für dieses Themenfeld globale Regeln gefunden werden müssen und dass es nicht ausreicht, wenn jedes Land für sich allein Regeln setzt. Ich denke, die Europäische Union ist mit ihrer Datenschutz-Grundverordnung einen wichtigen Schritt vorausgegangen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_19.1:21 Die Botschaft lautet kurzgefasst also: Die G20 übernimmt erstens Verantwortung für das Leben heute – in Partnerschaft mit Afrika, in der Bekämpfung von Fluchtursachen, im Kampf gegen Terrorismus und Korruption und im unablässigen Bemühen um Ernährungssicherung und Entwicklung. Die G20 übernimmt zweitens auch Verantwortung für die Welt von morgen und übermorgen – durch Klimaschutz, durch die Umsetzung der so wichtigen Agenda 2030, durch die Gestaltung der Digitalisierung und die Stärkung der globalen Gesundheit. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_02_19.1:18 Wir haben Schwächen, die ich hier klar erwähnen will. Dazu zählt, dass wir im Augenblick bei der Verkehrsinfrastruktur von der Substanz leben. Wir haben auch alle Hände voll damit zu tun haben, die Digitalisierung, den Ausbau moderner Breitbandinfrastruktur, weiter voranzubringen. Diesen Herausforderungen müssen wir uns widmen. Es gibt auch immer wieder die Kritik, dass wir im Dienstleistungsbereich zu abgeschottet seien. Auch mit dieser Frage müssen wir uns auseinandersetzen, wenngleich ich Ihnen verraten darf, dass es sehr schwierig ist, bestimmten Gruppen einige Privilegien zu nehmen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_02_19.1:22 Wir müssen in der Europäischen Union darauf achten, dass wir bestimmte Grundfähigkeiten behalten oder wiedergewinnen. Ich denke, was sich jetzt vollzieht, ist eine umfassende Transformation der gesamten Industrieproduktion im Sinne einer Verschmelzung von Digitalisierung und Internet mit der klassischen Industrie. Wir nennen das in Deutschland Industrie 4.0. Wir verfügen in Deutschland zwar über die Fähigkeit des Automobilbaus, des Maschinenbaus und der chemischen Industrie; und dies in sehr breitem Maße. Aber wir haben im Bereich Chipherstellung, Internetfirmen, Softwareproduktion, mit Ausnahme von SAP, wenige eigene Fähigkeiten. Dies gilt im Übrigen für weite Teile Europas. Man muss aber wissen, dass der Maschinenbauer von morgen ohne die Fähigkeit völliger Integration durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien nicht mehr bestehen können wird. Mit miteinander kommunizierenden Maschinen zu arbeiten, ist eben nur mit entsprechend vorhandenen Software- und Hardwarefähigkeiten möglich. Da auch Softwareproduktion und Chipherstellung immer weiter verschmelzen werden, liegt die eigentliche Herausforderung Europas im digitalen Bereich, wenn wir nicht in strukturelle Abhängigkeiten von Amerika und Asien geraten wollen, die wir eigentlich nicht wollen können. Hierüber muss gesprochen werden, weil das einer gemeinschaftlichen europäischen Anstrengung bedarf. Kein einziges Mitgliedsland der Europäischen Union könnte das alleine schaffen. Auch da zeigt sich der Vorteil eines gemeinsamen europäischen Engagements. Wir haben das auch im Flugzeugbereich gesehen; Ähnliches muss uns auch im digitalen Bereich gelingen. Wenn es damals die Anstrengungen von EADS nicht gegeben hätte, hätten wir heute mit Boeing nur einen dominierenden Flugzeughersteller und vielleicht noch aufstrebende chinesische Produktionen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_17.2:7 Sie haben natürlich das Thema Arbeit im Fokus: Arbeitsbedingungen, Arbeitsmöglichkeiten. Mit der Arbeit sind ja elementare Fragen verbunden. Reicht der Lohn, um eine Familie zu ernähren? Ist es möglich, dass ich den Anforderungen, die im Unternehmen an mich gestellt werden, gerecht werde? Machen die Digitalisierung, die Modernisierung oder die Innovation vielleicht meinen Arbeitsplatz überflüssig? Oder: habe ich überhaupt einen Arbeitsplatz? Wie ist es – auch das ist ja ein ganz wichtiges Thema – mit den Umwelt- und Sicherheitsvorschriften? urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_17.2:19 Ein großes Problem für Gewerkschaften ist natürlich auch die Frage: Wie helfen wir denen, die keine Arbeit haben; wie können wir sie in den Arbeitsmarkt integrieren? Wir wissen: das Thema Bildung und Ausbildung wird immer wichtiger. Wir in Deutschland haben ein duales Ausbildungssystem, das wir aber auch immer wieder stärken müssen. Den Master-Titel kann man ohne Gebühren erwerben, für den Meister-Titel muss man noch bezahlen, selbst wenn man BAföG-Leistungen erhält. Ob das eigentlich gerecht ist, ist auch ein Thema, dem sich, denke ich, alle Parteien zunehmend widmen. Wir müssen auch schauen, dass die neuen Berufsbilder der Digitalisierung auch im Bereich der Berufsausbildung angeboten werden und nicht nur in Studiengängen. Denn die Praxisnähe der dualen Berufsausbildung ist und bleibt sehr wichtig. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2007_07_13.1:16 Und genau hier wird das Terrain schwieriger, stellen sich doch sofort weitere komplexe und für Verlage und Redaktionen elementare Fragen. Welche Bedeutung wird die Zeitung in einem durch Digitalisierung und neue Medienangebote gewandelten Umfeld konkret haben? Wird sie ein politisches Leitmedium bleiben oder wirtschaftlich und publizistisch eher marginalisiert werden? urn:cts:gps4:bundespraesidenten.horst_koehler.2007_10_24.1:35 Viele alte Bibliotheken in Deutschland sind heute noch nicht auf dem modernen Stand der Feuerschutztechnik - und die Bücher, die sie aufbewahren, sind, wie jemand sagte, meist in guter Ordnung, aber in schlechter Verfassung. Dringender Handlungsbedarf besteht, wie ich gehört habe, zum Beispiel in der Notwendigkeit der Massenentsäuerung des holzhaltigen Papiers aus der Zeit zwischen 1830 und 1990. Kostbarste Noten und Manuskripte sind von den Schäden durch eisenhaltige Tinte bedroht. Alte Einbände müssen dringend gepflegt werden, denn ältere Literatur wird immer öfter ausgeliehen, seit sie in Computerkatalogen nachgewiesen ist. Eine ebenso große und derzeit besonders drängende Herausforderung ist die Langzeitspeicherung elektronischer Medien, sonst bleiben die zahlreichen Digitalisierungsprojekte in Bibliotheken ohne nachhaltige Wirkung. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_12_17.1:3 Gerade im Zeitalter der Digitalisierung, das eine fast unbegrenzte Reproduzierbarkeit ermöglicht, gewinnt das Original eine besondere Aura. Walter Benjamin, der sich intensiv mit dem besonderen Stellenwert des Authentischen auseinandergesetzt hat, beschreibt aus meiner Sicht sehr schön, was das Original ausmacht, wenn er sagt: Die Einzigartigkeit des Kunstwerks ist identisch mit seinem Eingebettetsein in den Zusammenhang der Tradition. Weder ein Faksimile noch ein Notendruck können uns ähnlich direkt mit der Tradition in Kontakt bringen wie die eigenhändige Handschrift eines großen Künstlers. An den vielen Korrekturen sehen wir, welchen Mühen sich Beethoven bis zur Fertigstellung unterzogen hat, und selbst das Papier und die Tinte sind kostbare Zeugnisse einer Vergangenheit, die unsere Gegenwart als Kulturnation bis heute prägt. Darum ist die Bewahrung national wertvollen Kulturgutes eine Aufgabe, die uns alle betrifft. Aus diesem Grund beteiligt sich der Bund häufig am Erwerb von bedeutenden Kulturschätzen. Das Beethovenhaus konnte beispielsweise 2006 die Stichvorlage für die Missa Solemnis mit Hilfe des Bundes ankaufen. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2014_08_25.2:64 - Wie verzahnen wir neue Gebiete der Außenpolitik – das Stichwort Digitalisierung zum Beispiel – mit den Mitteln der Außenpolitik – wie etwa Kultur und Bildung? urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_15.1:26 Forschung ist die Grundlage, um in Zeiten großer Veränderungen eigene Akzente setzen zu können – zum Beispiel mit Blick auf die Globalisierung, die Digitalisierung, den Klimawandel, das weltweite Bevölkerungswachstum oder die demografischen Veränderungen bei uns. Von wissenschaftlichen Erkenntnissen und ihrer praktischen Anwendung – davon bin ich überzeugt – hängt viel für unser künftiges Wohlergehen ab. Das gilt natürlich nicht nur bei uns hierzulande, sondern weltweit. Und ich sage: Gerade die Gesundheitsforschung hat eine zentrale Bedeutung auch hinsichtlich der Frage der Akzeptanz von Forschung. Wir wissen ja, dass es Forschungsgebiete gibt, bei denen die Menschen in Deutschland durchaus sehr skeptisch sind. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2011_12_06.1:5 Bayern ist für seinen Erfindergeist bekannt. Ich will nur beispielsweise daran erinnern: Es gab den Bayern Rudolf Hell. Ich hoffe, Sie kennen ihn alle. Er leistete einen entscheidenden Beitrag zur Digitalisierung, denn er präsentierte 1963 den ersten funktionierenden Scanner. Das war eine gute Erfindung, die heute für uns alle ja immer noch von allergrößter Wichtigkeit ist. Fast 28 Prozent aller deutschen Patentanmeldungen kommen aus Bayern. Das zeigt also, dass München ein guter Sitz für das Europäische Patentamt und für das Deutsche Patent- und Markenamt ist. Ich war eben bei der Freischaltung des elektronischen Patentverfahrens ELSA dabei. Das ist eine ganz tolle Sache. Mein herzlicher Glückwunsch geht an Frau Leutheusser-Schnarrenberger, die das gemeinsam mit IBM entwickelt hat. Nun kann das Europäische Patentamt vom Deutschen Patentamt noch richtig was lernen. Auch das ist etwas, was sehr gut ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_22.1:14 Ich sprach vorhin an, dass Sie eine Stellungnahme erarbeitet haben. Es ist wichtig, dass die Sprache der Wissenschaft so übersetzt wird, dass sie auch von Nichtwissenschaftlern nachvollzogen werden kann. In diesem Sinne sind Sie als Präsidenten und Vertreter Ihrer nationalen Akademien auch Brückenbauer in die Gesellschaft hinein. Denn wir können bei den vielen Aufgaben, die wir zu lösen haben, von wissenschaftlichen Erkenntnissen nur profitieren. Das gilt für das Thema Gesundheit genauso wie für andere Themen wie Digitalisierung, Klima- und Umweltschutz, Bekämpfung der Armut, die Stärkung von Frauen und die G20-Partnerschaft mit Afrika. All das ist entscheidend für die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_19.1:13 Ich habe vor einigen Jahren im Scherz gesagt, die CeBIT müsste eigentlich wieder mit der Hannover Messe fusionieren. Ich dachte, das wäre eher ein Witz gewesen. Aber nun merke ich, dass inzwischen doch über die Eigenständigkeit der CeBIT diskutiert wird. Ich will heute Abend ein ganz klares Plädoyer dafür abgeben, dass die CeBIT doch als CeBIT erhalten bleiben sollte – auch weil man hier das Leitmotiv d!conomy hat. Ich finde es fast ein bisschen bescheiden, denn es drückt nicht weniger als den Gedankengang in Richtung einer Verschmelzung der Realwirtschaft mit den Möglichkeiten der Digitalisierung aus – also auch Industrie 4.0. Aber mit dem, was hier auf der CeBIT eigentlich stattfindet, und auch mit der Vorstellung des japanischen Gesellschaftsmodells Society 5.0 ist ja ein viel breiterer Ansatz verbunden, nämlich ein Ansatz, die CeBIT zu einem Motor der Digitalisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen zu machen – von privaten Nutzungen bis hin zu industriellen Nutzungen, auch zur Vernetzung der Dinge. Deshalb denke ich, dass man gute Chancen hat, die CeBIT in eine breitere Richtung weiterzuentwickeln, als es die Hannover Messe jemals leisten könnte. Ich jedenfalls würde dafür plädieren, weil sich unsere gesamte Gesellschaft in der Tat verändert. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_19.1:16 Deutschland fühlt sich diesen Prinzipien in diesem Jahr besonders verpflichtet, weil wir die Präsidentschaft der G20 übernommen haben und in Hamburg in wenigen Monaten die Staats- und Regierungschefs zusammentreffen werden. Die ersten Konferenzen haben schon stattgefunden. Unter deutscher Präsidentschaft wird es zum ersten Mal ein Treffen der Minister für Digitalisierung geben. Ich denke, das ist ein Zeichen dafür, dass wir die Zeichen der Zeit erkannt haben. Ich hoffe, dass der Wunsch der gemeinsamen Erarbeitung einer großen digitalen Plattform, die Regeln kennt, die den Menschen in den Mittelpunkt nimmt und nach dem Nutzen für den Menschen fragt, dazu führt, dass ein solcher Fortschritt erzielt werden kann oder dass zumindest ein erster Schritt gemacht werden kann. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_19.1:17 Lieber Shinzō Abe, was du in Bezug auf die Gestaltung einer Gesellschaft mit Blick auf die Digitalisierung und ihre Möglichkeiten gesagt hast, trifft in der Tat auch unsere Vorstellungen von einer Sozialen Marktwirtschaft. Ausgangspunkt ist die Entfaltungsmöglichkeit jedes einzelnen Menschen, aber natürlich nicht die freie Entfaltung zum Schaden vieler Menschen. Es geht also auch im digitalen Zeitalter um das Errichten von Leitplanken und die Möglichkeit eines fairen Wettbewerbs. Das heißt auf der einen Seite, dass wir nicht unbedingt Monopole, sondern dass wir eine Vielzahl von Unternehmen brauchen. Deshalb setzen Japan und Deutschland gemeinsam auf mittelständische und kleinere Unternehmen. Das bedeutet, dass auch diese Unternehmen gute Wachstumsbedingungen vorfinden. Wir brauchen neue Mechanismen der Förderung – von Wagniskapital bis hin zu Wachstumskapital. Hierfür hat Deutschland in den letzten Jahren vieles getan. Hierüber können sich Japan, Deutschland und andere sehr gut austauschen. Hier wird es für Start-ups die Möglichkeit geben, sich zu vernetzen, sich zu treffen und über Wachstumsbedingungen zu sprechen. Wir von der Politik werden das natürlich aufnehmen und überlegen, wo wir hierbei noch besser werden können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_19.1:18 An die Vertreter der Europäischen Kommission will ich die Bitte richten, dass wir solche Möglichkeiten schnell nutzen können. Denn wir sind in unseren Entscheidungen in Europa oft zu langsam. Ich weiß, dass dahinter immer auch die Mitgliedstaaten stecken. Ich will jetzt gar kein blame game betreiben. Aber 28 Mitgliedstaaten müssen sich einigen, 28 Mitgliedstaaten müssen sich entscheiden. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Netzneutralität hat nicht deshalb so lang gedauert, weil sich die Kommission nicht entscheiden konnte, sondern weil sich die Mitgliedstaaten nicht entscheiden konnten. Aber wir spüren, dass das Tempo auf der Welt hoch ist. Mit Japan haben wir einen Freund, aber natürlich auch einen Wettbewerber, der sich die Möglichkeiten der Welt der Digitalisierung durchaus zu eigen macht. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_19.1:19 Meine Damen und Herren, wir müssen das in den Mittelpunkt stellen, was in der Sozialen Marktwirtschaft der Realwirtschaft immer eine Rolle gespielt hat: der Mensch und seine Lebensbedingungen. Wir haben, sage ich einmal, in diesem Saal 2.000 begeisterte Menschen, die die Digitalisierung als Chance begreifen. Wir haben hier 3.000 Aussteller aus 70 Ländern, die nicht schnell genug vorankommen können. Wir haben aber auch Millionen von Menschen, die zum Teil noch nicht genau wissen, was sie erwartet und was alles Digitalisierung bedeutet. Ist das gut für meinen Arbeitsplatz oder ist das eine Gefahr für meinen Arbeitsplatz? Bin ich in der Lage, allen neuen Entwicklungen zu folgen? Wer gibt mir die Bildung dafür? Bin ich ein Datenlieferant, mit dessen Daten alles Mögliche gemacht wird, oder welchen Schutz und welche eigene Beeinflussungsmöglichkeit habe ich? – Solche Fragen stellen sich viele Menschen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_19.1:21 Also: die Menschen mitnehmen, sie mitnehmen in ein neues Zeitalter, in die Gesellschaft 5.0, wie Japan es nennt. Menschen mitzunehmen, das wird in vielerlei Hinsicht eine Aufgabe sein. Ich sage Ihnen ganz offen: Das wird die Politik nicht allein können, sondern das müssen wir mit Ihnen, den Anbietern digitaler Technologien, gemeinsam tun. Das wird heißen: neue Formen der Bildung, zum Beispiel in der Schule – Digitalisierung der Schulen, Zugriff auf Clouds, Ausstattung mit Computern und die Vermittlung der Fähigkeit zu programmieren als eine Grundfähigkeit neben Lesen, Schreiben, Rechnen. Ich sage allerdings immer dazu: Lesen, Schreiben, Rechnen bleiben notwendige Grundfähigkeiten; das Programmieren kommt aber noch dazu. Nicht dass irgendetwas anderes wegfällt; das können wir den jungen Leuten nicht versprechen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_03_19.1:22 Wir müssen auch das lebenslange Lernen weiterentwickeln. Das wird eine der spannendsten Aufgaben sein: am Arbeitsplatz, aber auch für die gesamte Gesellschaft. Da haben wir in der Politik in Deutschland, denke ich, eine Bringschuld. Diese Bringschuld heißt, dass der Staat den Bürgerinnen und Bürgern eben Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts anbietet: Bürgerportale und digitale Möglichkeiten, Leistungen zu erbringen. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann muss ich sagen: So lange, wie wir uns mit der elektronischen Signatur und der elektronischen Gesundheitskarte schon herumschlagen, werden wir sicherlich auch dabei keinen Weltrekord aufstellen. Da ist Japan wahrscheinlich etwas schneller. Deshalb heißt die Aufgabe, in den nächsten Jahren als Staat die Digitalisierung offensiv voranzutreiben und den Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, was an Mehrwert da ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_11_27.2:18 Und schließlich geht es, viertens, darum, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen: Die Digitalisierung von Kulturgut ist der Schlüssel für den Zugang möglichst vieler Menschen zu unserem gemeinsamen europäischen Erbe im östlichen Europa. Sie macht es beispielsweise möglich, Archivalien zusammen zu führen, die durch Kriegsereignisse auseinander gerissen wurden, und sie sichert einzigartige Bestände, etwa aus den Nachlässen der Heimatvertriebenen und der Heimatsammlungen. Deshalb wollen wir die digitale Erschließung der vielfältigen Sammlungen und Bestände fördern und eine digitale Infrastruktur für die Wissenschaft und die Museen gleichermaßen entwickeln. Im Sinne einer zeitgemäßen Öffentlichkeitsarbeit wollen wir mit der Informationsvermittlung in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter auch jüngere Zielgruppen ansprechen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_03_31.1:15 Google hat mit seiner weit reichenden Digitalisierung von Kulturgut, insbesondere mit dem Projekt Google Books, viel Furore gemacht – um es mal so vorsichtig auszudrücken. Aber in Deutschland und Europa hat dies auch ernste Besorgnis vor einem möglichen Informationsmonopol des amerikanischen Unter-nehmens ausgelöst. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_03_31.1:19 Dabei war und ist es für den Erfolg der Projekte unerlässlich, die Besonderheiten aller Partner angemessen zu berücksichtigen und ihre Vielfalt authentisch abzubilden. Dieser mit größter Sorgfalt erarbeitete Konsens zahlt sich nun mehr und mehr aus. Er wird, da bin ich mir sicher, den Digitalisierungsprozess unserer Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen zunehmend konzentrieren und beschleunigen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_03_31.1:21 Obwohl sie keine Entgelte erhebt, ist die DDB natürlich nicht umsonst zu haben. Die über 20 Millionen Euro, die für Infrastruktur und Betrieb der DDB in den letzten Jahren bereits geflossen sind, können nur ein Anfang sein. Denn die Digitalisierung der Bestände aus bis zu 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, der Portalbetrieb und die technische Fortentwicklung der Infrastruktur der DDB erfordern dauerhaft weitere beträchtliche Mittel. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_19.2:3 Mehr Wirtschaft wagen – das ist Ihr Motto, und dieses Motto richtet sich vielleicht gleichermaßen an die Politik, ist aber auch Ermutigung für Sie alle. Ich weiß, dass das Wagnis zur Eigeninitiative, der Mut, unternehmerische Risiken einzugehen, natürlich die Grundvoraussetzung ist. Ich habe es gestern auf der #cnight der CDU auch noch einmal im Zusammenhang mit der Digitalisierung gesagt. Dies alles kann man nicht gesetzlich verordnen: dass Menschen Ideen haben, dass Menschen den Mut zum Risiko aufbringen, dass sie ein Unternehmen gründen, dass sie dieses Unternehmen – und das ist ja das Wesen der Familienunternehmen – über Generationen fortführen. Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass Unternehmerinnen und Unternehmer, jüngere und ältere, Lust auf Unternehmertum haben und immer wieder Wirtschaft wagen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_19.2:28 Wo wir in dieser Legislaturperiode aus meiner Sicht wirklich riesige Schritte nach vorn gemacht haben, ist die ganze Frage der Digitalisierung der Wirtschaft. Wir müssen weitermachen, da haben Sie recht. Das Gigabit-Zeitalter erfordert einen flächendeckenden Ausbau mit Breitbandanschlüssen. Wir werden 2018 die Situation haben, dass alle Haushalte an das Breitband mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde angeschlossen sind. Aber als Unternehmen können Sie in der Industrie 4.0 mit 50 Megabit pro Sekunde natürlich nichts anfangen. Sie brauchen viel mehr. Deshalb widmen wir uns jetzt auch den Gewerbegebieten. Wir fördern die Digitalisierung in den ländlichen Regionen. Wir haben vor allen Dingen mit unseren Plattformen auch versucht, gerade für den Mittelstand und für die Industrie 4.0 Standards voranzubringen und Hilfestellung zu leisten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_19.2:40 Ich wage es gar nicht, davon zu sprechen, Herr Goebel, dass wir auch Bürokratie abbauen. Wir haben den Bürokratiekostenindex sogar unter 100 gesenkt. Wir haben jetzt in der Bundesregierung die Maßgabe one in – one out. Wer ein neues Gesetz einführt, muss auch etwas abschaffen. Das bezieht sich, um jetzt ganz präzise zu sein, auf alle Gesetze, die Berichtspflichten und Bürokratiepflichten für Unternehmen hervorrufen. Ich darf Ihnen erzählen, dass wir bei hunderten Gesetzen, in denen Unterschriften gefordert sind, versucht haben voranzukommen, damit in Zukunft auch digitale Signaturen möglich sein werden. Es war ein harter Prozess, ein Drittel der Unterschriften digitalisierungsfähig zu machen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_19.2:42 Meine Damen und Herren, dass Sie zusammen in einem Verband Ihre Interessen immer wieder formulieren, für uns benennen und wir auch Ihre Anliegen kennen, ist ein Wert an sich. Die Digitalisierung fördert die Individualisierung sehr stark. Deshalb danke ich allen, die auch Verbandsarbeit leisten. Ich tue das auch deshalb, weil heute bei Ihnen, kaum dass ich um die Ecke bin, noch ein Wechsel ansteht. Ich habe schon einmal vorsichtshalber ein Bild mit dem Noch-Präsidenten und eines mit dem incoming president gemacht und hoffe, damit alles richtig gemacht zu haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_11_14.1:30 Ich sprach bereits über die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung und der Industrie 4.0. Wir müssen das Internet der Dinge jetzt entwickeln. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette durchdringen. Die Bündelung von Kräften und Kompetenzen wird hier ganz besonders notwendig sein. Dabei können wir uns die Vorteile des Europäischen Binnenmarkts zunutze machen. Wenn wir das aber nicht konsequent tun, dann kann es auch passieren, dass Europa zurückfällt. Das heißt also, wir in Deutschland begreifen die Europäische Union mit dem gemeinsamen Binnenmarkt und der Freizügigkeit von Arbeitskräften als eine große Chance. Wir müssen Europa aber auch im Bereich Forschung zu einem Raum großer Leistungsfähigkeit entwickeln. Wir haben dazu Anfang 2014 in der Europäischen Union das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 gestartet. Es ist das größte Programm dieser Art auf der Welt. Wir können damit, wenn wir es richtig anstellen, Europa zu einem Exzellenzort der Forschung machen. urn:cts:gps4:bundesregierung.gerhard_schroeder.2001_01_15.1:20 Denn dass der turn-around gelingen konnte, dass Optimismus und Aufschwung an die Stelle von Globalisierungsängsten und Wachstumsschwäche getreten sind, das hat sehr wohl etwas mit einer Politik zu tun, die sich getraut hat, die Dinge beim Namen zu nennen und den Reformstau aufzulösen. Mit einer Politik, die sich konsequent auf die Herausforderungen von Globalisierung, Digitalisierung und gesellschaftlicher Veränderung eingestellt hat. Steuerreform, Rentenreform, Neuregelung des Staatsbürgerschaftsrechts, Green Card und Reform des Arbeits- und Sozialrechts - das sind nur die herausragenden Beispiele unserer Politik, die sowohl den Bedürfnissen der Unternehmen nach mehr Flexibilität als auch den Erwartungen der Arbeitnehmer an soziale Sicherheit gerecht wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2011_11_18.1:3 Sie hatten ja schon gestern eine beeindruckende Abendveranstaltung. Ich hatte zum Beispiel mit Henry Kissinger auch darüber telefoniert. Ich glaube, Sie haben herausragende Preisträger nominiert. Ich bin schon seit 2005 regelmäßig bei Ihnen zu Gast. Die Themen, über die wir sprechen, werden nicht weniger. Wir haben in dieser Zeit etwas miteinander geschafft – Sie haben das vor allen Dingen –, nämlich die Deutschlandstiftung Integration gegründet. Deshalb möchte ich, bevor ich auf Medienspezifika zu reden komme, dafür ganz herzlich danke schön sagen. Ich glaube, dass das Thema Integration für unser Land ungefähr so wichtig ist wie das Thema einer vernünftigen Medienregelung. Denn wenn wir uns heute den Bevölkerungsaufbau anschauen, wenn wir uns die demografischen Veränderungen und die Zahl der eingeschulten Kinder in den Ballungsgebieten anschauen, dann sehen wir, dass in vielen Städten schon mehr als 50 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund haben. Wir werden große Schwierigkeiten haben, wenn wir die Themen Sprache und Teilhabe nicht ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Die Deutschlandstiftung Integration aber tut das. Herzlichen Dank dafür. Herr Professor Burda, wir sprechen seit geraumer Zeit darüber: Wie verändert die fortschreitende Digitalisierung die Medienwelt? Sie gehören zu den Ersten, die darauf hingewiesen haben, dass die Möglichkeiten der Informationstechnologie, insbesondere das Internet, den Stellenwert haben, den die Buchdruckkunst vor Jahrhunderten hatte. Ich bin wie Sie davon überzeugt, dass die Art der Mediennutzung auch die Gesellschaft verändert. Wir sehen nach wie vor die Veränderungen noch nicht genau vor uns, aber wir erahnen, dass sie eine gewaltige Dimension haben. Ich will vorweg sagen: Das, was Sie sich wünschen, eine Straßenverkehrsordnung für die Medienwelt, kann, nur auf Deutschland bezogen, nicht erstellt werden; selbst dann wird sie Sie jedenfalls nicht zufriedenstellen. Das macht auch die Komplikation aus; eine Komplikation, der wir übrigens überall begegnen – ob es um eine Regelung der Finanzmärkte gehen mag oder um Regelungen in der Medienwelt. Ich bin wie Sie der Meinung, dass wir ganz sicher nicht ohne Regeln auskommen werden, aber ich weiß auch – wir hatten beim letzten G8-Treffen unter französischer Präsidentschaft Vertreter der Internet-Größen dieser Erde wie Google und Facebook und andere eine Stunde zu Gast: Die Bereitschaft der dominanten Akteure, sich bestimmten Regelungen zu unterwerfen, hält sich in Grenzen – das ist wahrscheinlich ein natürliches Verhalten –, was dann wegen deren Wertschöpfungsbedeutung für die jeweiligen Länder, in denen sie ansässig sind, nicht gerade zu einer überbordenden Regulierungsfreude führt. Disproportional dazu sind die Länder, in denen die Wertschöpfung nicht in solchem Maße entsteht, umso regelungsfreudiger. Gleichzeitig haben wir noch das Thema, dass wir auch eine auseinanderfallende Gesellschaft haben. Auf der einen Seite gibt es Menschen, die im Internet quasi zuhause sind, die sich als digital natives bezeichnen und sehr klar erklärt haben, dass auf der anderen Seite die, die nicht zu ihnen gehören, digital migrants sind und dass diese digital migrants – das würden wir sonst im Zusammenhang mit Integration nicht sagen – nicht integriert werden müssen, sondern dass sie einfach nicht verstehen, was Sache ist. Eine derart moralische Bewertung ist natürlich zu hinterfragen. Ich akzeptiere, dass aus mir kein digital native mehr wird, aber es bleibt immer noch so, dass die Gesellschaft natürlich darüber sprechen muss: Was sind die Erwartungen an das Internet? Ich glaube, dass das Thema Transparenz, das jetzt von der Piratenpartei sehr klar in den Mittelpunkt gestellt wurde, eines ist, über das man sprechen kann, aber ein völlig grenzenloser Raum wird nicht möglich sein. Dennoch werden die, die von der guten alten Gema und anderen Dingen sprechen, auf Dauer mit alten Herangehensweisen nicht durchkommen. Das heißt, die digital migrants müssen ein hohes Maß an Beweglichkeit aufbringen, aber das gilt eben auch für die digital natives. Nachdem ich das gesagt habe, sage ich, dass wir alle beeindruckt sind von den neuen Möglichkeiten, die das Internet uns gibt, und dass, wie Professor Burda das schon gesagt hat, gerade auch die deutschen Zeitschriften und Zeitungen sich in bewundernswerter Weise dieses neuen Mediums bedienen und Chancen darin sehen. Wir haben im Grunde zwei Dinge; das eine ist die klassische Zeitschrift, die klassische Zeitung. Immerhin können wir sagen: Seit 1999, als noch nicht jeder selbstverständlich das Internet nutzte, ist die verkaufte Auflage von Publikumszeitschriften zwar gesunken, aber lediglich um zehn Prozent. Das wiederum zeigt auch, dass man das Urprodukt nicht zu schnell aufgeben sollte, sondern dass sich die Prognosen, die 1999 zum Teil sehr viel drastischer waren, nicht so dramatisch bewahrheitet haben. Immer noch greifen 90 Prozent der 14- bis 69-Jährigen regelmäßig zu einer Zeitschrift. Die meisten Menschen werden sowieso duale Nutzer sein. Frau Professor Köcher wird Ihnen nachher noch detaillierte Ergebnisse einer aktuellen Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach vorstellen. Wir glauben seitens der Politik, dass die Fähigkeit zu lesen durch Zeitschriften und Zeitungen durchaus gefördert wird und dass die Lesefähigkeit weiter gefördert werden sollte. Zeitschriften in die Schulen, ein sehr erfolgreiches Projekt, erreicht immerhin 450.000 Kinder in 17.000 Schulen. 96 Prozent der Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren schauen sich gerne Zeitschriften an. Wir haben erfreulicherweise eine sehr vielfältige deutsche Verlagslandschaft, aber wir wissen, dass die Lesefähigkeit vieler Kinder leider nicht allzu gut ausgeprägt ist. Das hat wieder sehr viel mit Sprachkenntnissen zu tun. Deshalb ist die Stiftung bei Ihnen auch sehr gut angesiedelt. Ich möchte darum noch einmal Herrn Fürstner danken. Bildung ist unser großer Schwerpunkt. Deshalb werden wir auch weiterhin gemeinsam in der Medienarbeit vorangehen. Klassische Medien haben auch im Internet eine herausragende Bedeutung. Durch iPads und ähnliche Tablet-Computer haben wir die Möglichkeit, über Applikationen, über Apps, auch Zeitungen und Zeitschriften in ganz anderer Weise zu verkaufen. Da kommen wir genau an den Punkt, den Professor Burda beschrieben hat: Das sind kostenpflichtige Medieninhalte; und diese stehen in Konkurrenz zu Gratisangeboten unterschiedlichster Art. Einerseits fordern Leserinnen und Leser Qualität und andererseits sind auch Gratisangebote gefragt. Was können wir tun? Wir können erst einmal im Wettbewerbsrecht, was von Ihnen ja auch angesprochen wurde, versuchen, Vereinfachungen vorzunehmen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir jetzt auch Vorschläge aus der Branche bekommen haben. Deshalb werden wir auch versuchen, in diesem Sinne das Wettbewerbsrecht umzusetzen. Wir sind uns mit den Verlegerverbänden und dem Bundesverband Presse-Grosso einig: Das Grosso-System muss erhalten bleiben. Ich hoffe, das ist in Ihrem Sinne. Falls gerichtliche Auseinandersetzungen dazu führen, dass das Grosso-System gefährdet ist, sage ich Ihnen hier zu, dass wir die entsprechenden Handlungen vornehmen werden. Hierbei müssen wir uns dann im Gespräch austauschen. Was das Wettbewerbsrecht im Zusammenhang mit der Pressefusion anbelangt, so stimme ich Ihnen zu, dass wir in gewisser Weise ein Kartellrecht haben, das auf internationale Verflechtungen keine Rücksicht nimmt. Das Beispiel der Häkelzeitschrift war sicherlich ein sehr zugespitztes, aber es bringt die Dinge im Grunde auf den Punkt. Deshalb werden wir auch weiter mit Ihnen darüber sprechen, wie wir hier politisch handeln können. Die Vorbereitungen und Abstimmungen für die 8. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen laufen noch. Es gibt also noch keine endgültigen Festlegungen, aber einen zentralen Punkt – das darf ich Ihnen heute hier zusagen – wollen wir aufnehmen: Die sogenannte Aufgreifschwelle für Fusionen zwischen Verlagen soll erhöht werden. Dadurch erweitern sich die wirtschaftlichen Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten der Verlage. Ich kann verstehen, dass Sie zum Teil sagen, die Zeitabfolgen, in denen wir handeln, haben mit den Abläufen in der digitalen Welt und den Veränderungen ziemlich wenig zu tun. Das Medienkonzentrationsrecht liegt allerdings in der Gesetzgebungskompetenz der Länder; und die Länder wiederum wissen durchaus, wie hilfreich es wäre, wenn sie so schnell wie möglich ihre Lösungsvorschläge präsentieren würden. Ich glaube, es spricht viel dafür, dass die maßgeblichen Bestimmungen im Rundfunkstaatsvertrag der Länder künftig stärker als bisher medienübergreifende Konzentrationstendenzen berücksichtigen. Wenn ich von Wettbewerb spreche, dann kann ich auch die Konkurrenz zwischen Verlagen und Rundfunkveranstaltern im Internet nicht ausklammern. Ich habe dazu neulich schon beim Zeitungskongress etwas gesagt. Ich glaube, es ist unbestritten, dass wir einen zukunftsfähigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben wollen. Dazu braucht es auch angemessene Entwicklungsmöglichkeiten. Aber das darf nicht zu einer völligen Verzerrung zwischen Privaten und Öffentlich-Rechtlichen führen. Deshalb glaube ich: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollten sich in ihren Telemedienangeboten und Smartphone-Applikationen auf Bewegtbilder und Audiostreams konzentrieren und die Texte reduzieren, die ja auch nicht zum Kerngeschäft zum Beispiel beim Fernsehen zählen. Ich glaube, auch die Nutzer dieser Applikationen sind vorrangig daran interessiert, Bewegtbilder zu sehen. Deshalb sollten wir in diese Richtung weiterarbeiten. Für viele Verlage ist heute eine Kombination von Print- und Onlineangeboten geradezu unverzichtbar. Deshalb zwei Aspekte, die auch hier bei Ihnen schon angeklungen sind: einmal die Datenübertragung im Internet frei von Diskriminierung und zweitens der Schutz des geistigen Eigentums. Netzneutralität ist das Stichwort für die Datenübertragung. Wir haben im Rahmen der laufenden Novellierung des Telekommunikationsgesetzes Regelungen auf den Weg gebracht, die den bereits bestehenden Schutz der Netzneutralität noch weiter ausbauen. Wir behalten die Entwicklung im Auge und werden schauen, dass das auch möglichst umfassend realisiert werden kann. Allerdings sind die Dinge permanent im Fluss. Deshalb ist hier auch das ständige Gespräch notwendig. Was den Schutz geistigen Eigentums anbelangt, so machen Ihnen natürlich die Dienste von sogenannten Nachrichtenaggregatoren – jeder kennt das zum Bespiel von Google – erheblich zu schaffen, weil die Geschäftsmodelle schlicht und ergreifend auf der Nutzung fremder verlegerischer Leistungen beruhen. Es gibt eine Schutzlücke im geltenden Urheberrecht, weil man sich das früher so nicht vorstellen konnte. Denn das Urheberrecht sieht für Verleger bisher kein eigenständiges Recht zum Schutz ihrer Leistungen vor. Insofern ist die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht für Presseverleger sehr verständlich. Ich habe nach meinem Auftritt beim Zeitungskongress noch einmal mit der Justizministerium darüber gesprochen. Das Leistungsschutzrecht ist weit ausgearbeitet. Allerdings gibt es da nicht nur den Druck der sogenannten Interessenten auf den Gesetzgeber, sondern der Druck auf das Parlament kommt auch aus dem Parlament selbst, weil es inzwischen auch viele gibt, die sehr viel stärker den Interessen des Netzes zugeneigt sind als den Interessen des klassischen Urheberrechts. Das heißt, die Linie der Akzeptanz eines solchen Leistungsschutzgesetzes geht nicht nur irgendwo außen durch die Gesellschaft, sondern inzwischen auch mitten durch das Parlament. Es ist ein wachsender Teil von Menschen, die dem Netz so weit verpflichtet sind, dass sie erhebliche Bedenken gegen jede Art von Rechtsetzung und Einschränkung des Freiraums haben. Umso wichtiger wäre es natürlich, dass wir mindestens auf der europäischen Ebene, aber möglichst auch international zu ähnlichen Möglichkeiten kommen. Ich sage aber, es ist unsere Absicht, das Leistungsschutzrecht für Presseverleger zu verabschieden. Und ich füge hinzu: Auch das wird nicht alle Probleme lösen, denn auch Sie werden – das wissen Sie ja auch – Ihre eigenen Geschäftsmodelle immer wieder weiterentwickeln müssen. Ich kann aus den letzten Jahren nur sagen, dass Sie das auch immer wieder getan haben, aber eine minimale Absicherung ist durchaus notwendig. In einem härter werdenden publizistischen und wirtschaftlichen Wettbewerb muss natürlich, wenn Sie existieren wollen, immer wieder Geld verdient werden. Deshalb ist das Anzeigengeschäft auch eines, das die Refinanzierung weiter ermöglichen muss. Hier ist es Google – Sie haben es gesagt – in der Tat gelungen, einen erheblichen Werbemarkt zu erschließen. Ich glaube, wir brauchen auf der einen Seite Werberegulierung. Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung bleibt auch im Internetzeitalter unverzichtbar, vor allen Dingen in sensiblen Bereichen wie bei Werbung im Onlinebereich, die an Kinder gerichtet ist. Hier wollen wir allerdings vor allem auf die Selbstkontrolle der Medien setzen. Ich bedanke mich für alle Anstrengungen in diesem Bereich. Es gilt auch das, was ich schon öfters gesagt habe: Wir sind nach wie vor gegen Werbeverbote, natürlich immer unter der Voraussetzung, dass alle Marktpartner ihrer Verantwortung gerecht werden. Aber eine immer weitere Einschränkung des Werbemarkts, die nicht auf den mündigen Bürger setzt, ist eigentlich anachronistisch, weil diesem Bürger durch das Internet viel mehr zugänglich ist, als jemals für ihn zugänglich war. Insofern glaube ich, dass man durch Werbebeschränkungen überhaupt nichts erreichen kann – im Gegenteil. Da viele Werbebeschränkungen, wie Sie wissen, inzwischen auf europäischer Ebene geregelt werden, werden wir uns mit unseren europäischen Partnern auch immer wieder gegen neue, sachlich nicht zwingend gebotene Werbebeschränkungen wenden. Da können Sie auf die Bundesregierung setzen. Meine Damen und Herren, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mögen sich verändern, die Gewohnheiten der Mediennutzer mögen sich verändern, eines aber bleibt unverändert: Die Medienbranche ist nicht irgendein Gewerbe, sondern sie erfüllt in unserer Demokratie und für unsere Demokratie eine unglaublich wichtige, eine unverzichtbare öffentliche Aufgabe. Sie als Verleger haben deshalb eine hohe Verantwortung; Sie als Verleger nehmen diese hohe Verantwortung auch wahr. Deshalb möchte ich Ihnen dafür ein herzliches Dankeschön sagen. Unsere Gesellschaft, wie Sie es gesagt haben, Herr Burda, wird sich verändern. Umso mehr wird es notwendig sein, den Zusammenhalt in dieser Gesellschaft auf eine bestimmte Art und Weise für die Zukunft zu erhalten. Dabei ist Ihr Zugang, der Zugang Ihres Verbandes im Zeitschriftenbereich, wie ich finde, beispielhaft: Neue Technologien nicht bekämpfen, sondern sich auf sie einlassen, mit ihnen arbeiten, aber natürlich auch mit der Kenntnis dieses neuen Marktes Regulierungen einfordern. Versprechen kann ich, dass wir national vieles tun werden, was Ihre Straßenverkehrsordnung in Zukunft etwas verbessert. Dass das international überall die gleiche Straßenverkehrsordnung wird, daran werde ich noch ein wenig länger arbeiten müssen. Das haben Sie vielleicht aber auch nicht anders erwartet. Ich finde, dies gehört zur Ehrlichkeit dazu, denn – da kommt meine Bitte an Sie – auch Sie müssen im Disput mit Ihren internationalen Kollegen darauf hinweisen und sich verbünden, damit solche Regeln Schritt für Schritt weltweit entstehen. Gehen Sie durchaus – das tun Sie, glaube ich, aber auch – ab und zu selbst in die Höhle des Löwen, zu jenen, die heute von sehr großen Märkten profitieren, weil sie sehr schnell dort drin waren, und werben Sie dafür. Wer sich auf Wettbewerb nicht einlässt, ist eines Tages nicht mehr flexibel genug. Die, die heute groß und marktbeherrschend sind, werden eines Tages – das ist ja auch unsere gute deutsche Erfahrung – nicht die Innovationskraft haben – das kann dauern –, um sich immer wieder anzupassen. Wir wissen: Eine Vielfalt an Akteuren in einem Wirtschaftsraum hat immer die beste Chance, auf Dauer stabil und innovativ zu sein. Deshalb war es sicherlich eine der größten Leistungen von Ludwig Erhard, gegen die großen Industrieverbände das deutsche Kartellrecht gegen Beschränkungen des Wettbewerbs durchzusetzen und damit mittelständischen, mittleren und vielen kleinen Unternehmen eine Existenz zu ermöglichen. Das muss auch unser Interesse in der Medienwelt sein. Deshalb sind wir an dieser Stelle Verbündete. Herzlichen Dank für Ihre Arbeit. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_28.1:3 Wenn ich zum Schluss auftauche, dann ist meistens schon alles gesagt – noch dazu von Fachkundigeren als ich es sein kann. Also ist meine Anwesenheit im Wesentlichen so zu verstehen, dass ich dadurch auch zeige, dass die Frage, die auch den Wohlstand von morgen mitbestimmt, nämlich wie wir mit der Digitalisierung umgehen, Chefsache ist. Dieser Frage haben wir uns als Bundesregierung und die sie tragenden Fraktionen, in diesem Fall die CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wirklich als großes Schwerpunktthema in dieser Legislaturperiode angenommen. Das Thema wird auch die nächste Legislaturperiode bestimmen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_28.1:4 Seit Jahren ist das Kürzel 4.0 mit dem Begriff Industrie verbunden. Aber ich finde es sehr gut, lieber Michael Fuchs, dass dieser Kongress darauf ausgerichtet ist, Deutschland 4.0 in den Mittelpunkt zu stellen. Das sagt nichts anderes, als dass die Digitalisierung alle Lebensbereiche durchdringt und Veränderungen nach sich zieht, die man alle im Rahmen eines solchen Kongresses natürlich gar nicht diskutieren kann. Es gibt eine Vielzahl gesellschaftlicher Veränderungen in unserem gesamten Kommunikationsverhalten. Man muss sich nur mal Menschen um einen Esstisch herum anschauen: Diese gucken auf den Teller, sprechen ab und zu auch mit dem, der neben ihnen sitzt, aber vieles geschieht auch noch mit Dritten, die nicht am Tisch sitzen. Das ist nur eine kleine Facette dessen, was sich abspielt. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_28.1:6 Beim diesjährigen Digitalgipfel haben wir das Thema E-Health, also Gesundheit und Digitalisierung, als Schwerpunkt im Blick gehabt. Der Gesundheitsminister verspricht mir und sagt mir immer wieder, dass wir jetzt den Durchbruch mit der Gesundheitskarte erleben. Also werde ich nicht mehr darüber sprechen, wie lange es gedauert hat. Ich glaube aber, dass sich im Gesundheitswesen schon sehr, sehr viel verändert hat. Die Chancen sind ersichtlich, die mit der Telemedizin für die Versorgung ländlicher Räume einhergehen. Die medizinische Behandlung wird sehr viel präziser werden, weil der Zugriff zu Datenmaterial schneller und leichter und die Konsultation von Spezialisten viel einfacher möglich sein wird. Die Operationstechniken sind inzwischen hochgradig mit der Digitalisierung verbunden. Wenn man sich endoskopische Eingriffe anschaut, weiß man, dass da auch das Thema künstliche Intelligenz eine Riesenrolle spielen wird. Es gibt also eine große Dynamik in diesem Bereich. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_28.1:7 Wir müssen uns als Erstes mit der digitalen Infrastruktur befassen, denn wo diese nicht ist, kann man auch keine Chancen im Bereich der Digitalisierung nutzen. Wir sind gut vorangekommen, schneiden aber in manchen Statistiken nicht besonders gut ab, weil unsere Glasfaserverkabelung noch vergleichsweise gering ausfällt. Dennoch werden wir unser Ziel, jeden Haushalt in Deutschland mit 50 Megabit pro Sekunde im nächsten Jahr angeschlossen zu haben, erreichen. Wir haben ein Programm zum gezielten Breitbandausbau in den ländlichen Räumen; also da, wo wir davon ausgehen, dass die Erschließung nicht wirtschaftlich ist. Denn wir haben immerhin den grundgesetzlichen Auftrag, für gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland zu sorgen, den man auch an dieser Stelle ernstnehmen muss. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_28.1:19 Wir müssen sicherlich auch nochmals strategische Gebiete definieren, in denen wir uns die Chancen der Digitalisierung dauerhaft bewahren können. In der Europäischen Union haben wir sozusagen strategische Sektoren, in denen wir nicht verpflichtet sind, alle Beihilferegeln einzuhalten. Das haben wir jetzt zum ersten Mal im Bereich der Mikroelektronik ausprobiert, weil wir nahezu keine Chipproduktion mehr in Europa haben, aber weit über 50 Prozent der Maschinen, die Chips produzieren, in den asiatischen Raum geliefert haben, wo also Chips mit europäischen Maschinen produziert werden. Man kann sich ausrechnen, dass diejenigen, die Chips produzieren, nach einer Dekade oder sonst irgendwann auch die Maschinen dazu produzieren können. Dann wäre also unser gesamtes Know-how weg. Deshalb haben wir uns zusammen mit den Niederlanden und Frankreich und auch mit Hilfe von EU-Geld strategische Investitionen vorgenommen. Das hat zum Beispiel zu Investitionen von Bosch in Dresden geführt. Auch Globalfoundries wäre nicht mehr so in Dresden aktiv, wenn man das nicht sehr entschieden und strategisch vorangebracht hätte. urn:cts:gps4:bundesregierung.christina_weiss.2004_05_03.1:7 Brechts Visionen in seiner Radiotheorie, Sender und Empfänger austauschbar zu machen, einen Dialog auch innerhalb der Massenkommunikation anzustoßen, beginnen im Zeitalter der Digitalisierung und des Internets Wirklichkeit zu werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.christina_weiss.2005_10_15.1:6 Diese Faszination des Radios hat bei den Kreativen zwar bis heute nicht nachgelassen, wie die hohen und tendenziell steigenden Teilnehmerzahlen dieses Wettbewerbs zeigen. Und auch alles, was Weill über die technischen Möglichkeiten vorausgesagt hat, ist spätestens mit der Digitalisierung eingetroffen. Dennoch befindet sich das Hörspiel als Radiokunst in einer Zwickmühle. Zwar fördern es tapfere öffentlich-rechtliche Sender wie der SWR. Doch die Kluft zwischen der überwältigenden Mehrheit der Hörerinnen und Hörer und leider auch der Radiomacher, die alles Widerspenstige aus dem Medium verbannen möchten, und der aufgeschlossenen Minderheit, die auch und gerade hier Experimente erwartet, ist größer geworden. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2010_09_23.1:3 Meine Damen und Herren,der BDV repräsentiert einen starken Sektor der Kultur- und Kreativwirtschaft – von Musikveranstaltungen und großen Konzerten bis hin zu Kabarett und Dinner Shows. Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt und Lebendigkeit in den Regionen und stärken die Attraktivität eines Standortes. Was ich besonders wichtig finde: Der Live Entertainment Sektor baut junge Künstler auf und gibt Ihnen eine Chance. Im Zuge der Digitalisierung und auch der damit einhergehenden Probleme der Tonträgerwirtschaft sind Konzertveranstalter ja fast schon zum Rückgrat der Musikwirtschaft geworden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_03.1:23 Entwicklungssprünge sind auch dadurch möglich, dass die Digitalisierung weit vorangeschritten ist. Es ist interessant: Es gibt viele junge Menschen in Afrika, die ihre erste Bekanntschaft mit elektrischem Strom über die Solarzelle ihres Smartphones machen. Daher wissen sie aber auch, wie man woanders auf der Welt lebt. Daraus entstehen völlig neue Blicke auf die Welt. Auch deshalb muss das Thema Digitalisierung in die G20-Agenda einfließen. Wir haben unter der deutschen Präsidentschaft zum ersten Mal ein Treffen der Digitalminister gehabt. Ich glaube, das war eine richtige Antwort. Wir haben auch beim Frauenforum sehr intensiv über den Zugang für Frauen zu digitalen Technologien gesprochen, der genauso wie das große Thema Zugang zu Bildung von erheblicher Bedeutung ist. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2016_06_10.1:8 - Und all das passiert, während Globalisierung, Digitalisierung, und gefühlte Entgrenzung scheinbar unaufhaltsam voranschreiten. Mit all den Chancen, aber auch Verunsicherungen, die das bei vielen Menschen hervorruft. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_12_01.1:7 Fairerweise darf man natürlich nicht unterschlagen, dass diese Freiheit ihren Preis hat: Über das Loriotsche Bonmot, wonach ein perfekter Werbeblock im Fernsehen seine Wirkung verfehlt, wenn er alle paar Minuten von einem unverständlichen Spielfilmteil unterbrochen wird, kann man bei 3sat auch und vor allem dank der Beitragsfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks herzlich lachen. Gleichwohl sind die Erfolge des Gemeinschaftssenders von ARD, ZDF, ORF und DRS hart erarbeitet: 3sat hat heute - trotz einer mit der Digitalisierung einhergehenden Vervielfachung des medialen Angebots - den höchsten Marktanteil seit seinem Bestehen und zeigt damit, dass Qualität im Fernsehen allen Unkenrufen zum Trotz eine Zukunft hat. Das, meine Damen und Herren, ist vor allem das Verdienst von Menschen, die sich aus Überzeugung und persönlicher Leidenschaft dem Kultur- und Wissenschaftsjournalismus widmen. Ihnen allen danke ich herzlich! urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_01_20.1:5 Kreative Menschen wie Sie, Herr Plattner, zeichnet aus, dass sie Chancen sehen und nutzen und sich nicht von Risiken abhalten lassen. Ihr Name ist ja seit vielen Jahren eng mit der Stadt Potsdam verbunden – vorneweg durch das Hasso-Plattner-Institut an der Universität. Ende der 90er Jahre kündigten Sie die Stiftung dieses Instituts für Softwaresystemtechnik an. Ich habe das sehr aufmerksam verfolgt, weil mich das Thema Digitalisierung sehr bewegt. Sie waren sich ganz sicher, Potsdam sei – ich zitiere Sie – der ideale Standort für zukunftsorientierte Forschung und Lehre, wobei die havelländische Landschaft und das historische Erbe eine besondere Anziehungskraft ausüben. – Stimmt eindeutig. Diese Aussage spricht Bände. In ihr klingt nämlich die Breite Ihrer Interessen an, aber eben auch etwas von der Wechselwirkung zwischen Wissenschaft, Kultur und Landschaft. Ohne Zweifel gewinnt ein innovativer Forschungs- und Bildungsstandort auch durch eine ansprechende und geschichtsbewusste Umgebung an Kontur. Denn Kultur in all ihren Dimensionen regt den Geist an und weitet den Horizont. Und dass Sie sich auch mit Design Thinking beschäftigen, zeigt, dass Sie auch weiterdenken. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_09_18.1:29 Meine Damen und Herren, es gibt also viele Aufgaben gerade auch im Zusammenhang mit der Digitalisierung. Wir sind dankbar für die Zuarbeit und Beratung. Auch Sie, Herr Professor Hacker, sind bei unserem Innovationsdialog mit dabei, in dem wir diese Fragen ja sehr intensiv diskutieren. Wir haben den IT-Gipfel und viele andere Plattformen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_31.2:10 Hierbei möchte ich mit digitalen Veränderungen und Herausforderungen beginnen. Wir werden morgen die Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen im Deutschen Bundestag und am Freitag im Bundesrat beschließen. Ich hoffe, dass alles gut klappt. Ein Teil der Grundgesetzänderung könnte für die Menschen in Deutschland auch insofern von großer Bedeutung sein, als dieser die Bereitschaft von Bund und Ländern zur Zusammenarbeit betrifft, wenn es um die Einrichtung von Bürgerportalen geht. Die meisten Berührungspunkte der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Staat finden natürlich auf der kommunalen Ebene statt. Deshalb werden wir in der nächsten Legislaturperiode mit den kommunalen Spitzenverbänden intensiv darüber sprechen müssen, wie wir diese Bürgerportale gestalten, so dass der Bürger dann einen einheitlichen Zugang zu allen staatlichen Leistungen hat. Mir ist auch ziemlich gewahr, dass das wahrscheinlich auch eine finanzielle Herausforderung sein wird. Auch darüber werden wir natürlich sprechen müssen. Denn in Sachen Verwaltung und Digitalisierung sind wir in Deutschland bestenfalls im unteren Mittelfeld anderer Länder. Wir sind nicht vorne mit dabei. Deshalb bitte ich einfach, dass wir auch da offen und intensiv an das Thema herangehen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_31.2:12 Im Zusammenhang mit der Digitalisierung sind wir natürlich auch verantwortlich, die Infrastruktur zu liefern. Ich glaube, dass die Breitbandanbindung für die Bürgerinnen und Bürger zur Daseinsvorsorge gehört. Aus diesem Grund müssen wir ländliche Gebiete genauso wie Ballungsgebiete gut anschließen. Beim Deutschen Städtetag ist das vielleicht nicht das zentrale Thema, weil Städte zumeist schon mit einem vernünftigen Anschluss bedacht wurden. Aber wir haben im Grundgesetz die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet stehen. Das heißt, wir müssen ländliche Regionen unterstützen – auch deshalb, damit die Städte nicht völlig überfordert sind, wenn der Zuzug in die Städte immer weiter steigt, je unattraktiver die ländlichen Räume als Lebensräume werden. Das hängt natürlich auch miteinander zusammen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_31.2:14 Natürlich verändern sich durch Digitalisierung auch ganze Berufsbilder und Gewohnheiten. Sie alle wissen um die Veränderungen im Bereich des Einzelhandels. Wir haben immerhin rund drei Millionen Beschäftigte im Einzelhandel, die teils vor völlig neuen Herausforderungen stehen. Zum Beispiel wird im nächsten Jahr der neue Ausbildungsberuf Kaufmann bzw. Kauffrau im E-Commerce eingeführt. Sie sehen also auch daran, dass sich die Berufsbilder deutlich verändern. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_31.2:22 Meine Damen und Herren, wir haben die Bund-Länder-Finanzbeziehung neu geordnet. Das war ein Kraftakt, um es mal ganz vorsichtig zu sagen. Die Einigung der Länder war möglich, weil der Bund mehr Verantwortung übernommen hat. Das haben wir gerne getan. Aber ich sage auch, wir tun es nur gerne, wenn zum Schluss auch irgendwas von den Bundesmitteln bei den Kommunen ankommt. Ich will mir hier jetzt nicht einen schlanken Fuß machen und in Abwesenheit der Länder auf die Länder schimpfen. Aber ich will, zumal ja viele Vertreter in den Landesparlamenten gleichzeitig in den Kreistagen oder in den Stadtverordnetenversammlungen sitzen, zumindest sagen, dass man erhebliche Kenntnisse braucht, um das Geflecht zu verstehen, in dem irgendetwas von dem, das beim Land ankommt, an die Kommunen weitergegeben wird. Denn der Finanzausgleich und die Finanzströme von Land zu Kommunen, die Umlagen usw. sind derart kompliziert, dass es selbst in Zeiten der Digitalisierung nicht einfach ist, herauszufinden, was denn nun genau bei wem ankommt und inwieweit die Länder vergleichbar sind. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_31.2:25 Ich sage das auch deshalb, weil – wir haben das ja auch bei verschiedensten Wahlen gesehen – die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger in Zeiten der Digitalisierung sehr viel individualisierter abgefragt wird. Früher gab es sozusagen eine Größe – one size fits all; und dann ist das irgendwie akzeptiert worden. Heute, da die Menschen über das Internet auf sich zugeschneiderte Angebote in allem und jedem bekommen – von der Müsli-Bestellung bis zur Auto-Bestellung und individuellen Auswahl aller möglichen Konsumgüter –, wird auch von der Politik erwartet, dass fach- und sachgerechte und auf die jeweilige Lebenssituation zugeschnittene Angebote gemacht werden. Das wird sich auch nicht mehr zurückholen lassen. Mit nur einem Motto, mit vier Leitsätzen oder fünf Punkten in einem bundesweiten Wahlkampf oder in bundesweiten Argumentationen zu überzeugen – das geht nicht. Die Menschen leben vor Ort, sind stolz auf die Unterschiede zu anderen Regionen in Deutschland und wollen auf ihr jeweiliges Lebensumfeld zugeschnittene Antworten haben. Damit umzugehen, das hat etwas mit politischer Akzeptanz insgesamt zu tun. Also, wir haben in diesem Zusammenhang in den nächsten Jahren noch sehr viel zu tun. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2010_09_15.1:15 Mit einem speziellen BKM-Förderprogramm ist geplant, die Digitalisierung der Kinos in der Fläche voranzutreiben, um die Vielfalt der deutschen Kinolandschaft zu erhalten. Dafür werden 2011 und in den folgenden Jahren beträchtliche Fördermittel zur Verfügung gestellt. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2015_06_16.1:2 Danke sehr – das war eine schöne Ouvertüre mit jugendlicher Musik, die wir gerade gehört haben. Es gefällt mir natürlich, dass hier junge Menschen aufspielen. Auch Rentnerbands können einiges, aber eben sahen wir ein Bild für die Begegnung der Generationen, die wir uns in der Sozialpolitik ja so oft wünschen. Und der Auftritt passte perfekt zu dem, was ich unserem Gastgeber, dem bereits 135 Jahre alten Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge, am meisten wünsche: Zukunft! Auf die Zukunft will ich gern noch ausführlich zu sprechen kommen. Aber bei einer so großen und inhaltsreichen Jubiläums-veranstaltung steht für mich zunächst etwas anderes im Vordergrund: die Anerkennung und Würdigung dessen, was bereits erreicht wurde während 79 Tagungen dieser Art, die achtzigste eröffnen wir ja gerade, und was umgesetzt wurde in 135 Jahren intensiver Arbeit des Deutschen Vereins. Das ist ein bedeutendes Werk, egal wie man zählt. Sie, meine Damen und Herren, Ihre Vorgängerinnen und Vorgänger, haben für die deutsche Sozialpolitik Ziele und praktische Vorschläge formuliert, Sie haben Takt und Tempo der Veränderungsprozesse vorgegeben. Der erste Fürsorgetag, wir haben es schon gehört, war anno 1880 die sogenannte Armenpfleger-Conferenz in Berlin. Sie hob ihr Kernthema, die Armenfürsorge, auf die politische Agenda. Damals war für viele Menschen schwer vorstellbar, dass sozialer Ausgleich ohne so etwas wie Klassenkampf und jenseits bloßer Mildtätigkeit gelingen könnte. Absicherung im Krankheitsfall, Hilfe bei Obdachlosigkeit, Abschaffung der Kinderarbeit – all das wurde vom Deutschen Verein zu einer Zeit aufgegriffen, als persönliche Schicksale oft noch allein der Barmherzigkeit von Kirchen, Nachbarn und der Solidarität innerhalb der Familien überlassen waren. Der Fürsorgetag buchstabierte soziale Verantwortung neu aus, immer wieder, auch wenn die Lage sehr angespannt war. 1917 zum Beispiel, das Land hatte drei Jahre Krieg und einen bitteren Hungerwinter, den sogenannten Steckrübenwinter, hinter sich, da wurde die Versammlung überschrieben mit dem Titel: Die Übergangsfürsorge vom Krieg zum Frieden. Ja, liebe Gastgeber, Ihre Chronik ist zweifellos ein Spiegelbild deutscher Geschichte und deutscher Verhältnisse. Viele soziale Gruppen, denen heute eigene Politikfelder gewidmet sind, hat der Fürsorgetag einst in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt, etwa die berufstätigen und alleinerziehenden Mütter oder die Gastarbeiter, wie sie lange Zeit genannt wurden. Etliche Schlüsselbegriffe haben sich über die Jahrzehnte verändert, nicht zuletzt weil sich der Deutsche Verein gegen Stigmatisierung und Diskriminierung stark gemacht hat. Aber eines blieb: der Fürsorgetag. Ganz bewusst mit diesem für manche Ohren altmodisch klingenden Namen. Glückwunsch also dem stolzen Jubilar! Meine Anerkennung gilt dem Stehvermögen und der Strahlkraft dieser Institution in der Fachwelt. Deshalb bin ich gern hierher gekommen zu Ihrem 80. Fürsorgetag, um ganz offiziell zu sagen: Danke, Ihre Arbeit am Sozialstaatsmodell ist ein Markenzeichen unseres Landes! Mein Dank gilt den Mitgliedern des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, er gilt den vielen Förderern und Partnern in Bund, Ländern und Kommunen, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Und er gilt selbstverständlich Ihnen hier im Saal. Bitte richten Sie meine Grüße und meine Wünsche auch Ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern in allen Winkeln unseres Landes aus: den haupt- wie den ehrenamtlichen Helfern. Den erfahrenen Kräften, die sich seit langem mit großer Hingabe dem Miteinander in unserer Gesellschaft widmen, genauso wie der Jüngsten im Team, die vielleicht gerade ein freiwilliges soziales Jahr absolviert und sich fragt: Könnte das mein Beruf werden? Als Bundespräsident möchte ich in solchen Momenten antworten: Unbedingt! Machen Sie das Soziale zu Ihrer Berufung. Und dies sage ich, obwohl ich weiß, dass die Realität nicht nur erfreulich ist, gerade in diesem Berufsfeld, das wissen wir alle, die wir uns hier versammelt haben. Einerseits gibt es in der Arbeitswelt der Helferinnen und Helfer so viele erfüllte Stunden und das unvergleichliche Gefühl, gebraucht zu werden, Gutes zu tun. Das ist beglückend. Andererseits kennen wir die Schwierigkeiten und Interessenkonflikte. Stress und Zermürbung bedrohen oft das Engagement. Diesen Alltag erleben Sie, in Kindergärten, Krankenhäusern und Seniorenheimen, landauf und landab. Man hört überall von Überforderung. Erst sind es nur Überstunden, dann ist es Überforderung. Der Bedarf an Pflegefach-kräften kann schon heute nicht mehr gedeckt werden, und die Zahl der Auszubildenden bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Was würde ich also der jungen BUFDI, wie die Bundesfreiwilligen-dienstleistenden in der charmanten Abkürzung heißen, was würde ich der BUFDI bei einer persönlichen Begegnung erzählen? Ich würde die Realität so schildern, wie sie ist, wie ich sie sehe, mit viel Licht und manchem Schatten. Und ich würde etwas tun, das für eine solche Weichenstellung in jungen Jahren sehr wichtig ist. Ich würde sie ermutigen, ihrem Herzen zu folgen. Das ist doch ausschlaggebend, wenn man einen Sozialberuf ergreifen will. Ich würde vielleicht auf Menschen verweisen, die hier ihm Saal sitzen, die gerade draußen im fordernden Berufsalltag erfahren haben, was an Kraft und Leistungsvermögen in ihnen steckt. Und ich würde der BUFDI sagen, was diese berufliche Entscheidung ihr außerdem abverlangt: Offenheit und maximale mentale Beweglichkeit! Ich bin überzeugt: Das gilt nicht nur für den Nachwuchs und nicht erst für das Morgen. Wir alle müssen immer wieder neue Wege in der Sozialpolitik suchen, denn die Rahmenbedingungen ändern sich, und sie werden höchstwahrscheinlich nicht einfacher. Deshalb brauchen wir eine neue, eine gesamtgesellschaftliche Herangehens-weise oder wie es in Fachkreisen heißt: Wir brauchen soziale Innovation! Dieser Begriff umfasst weit mehr als die sozialen Fragestellungen, die den Fürsorgetag beschäftigen. Er zielt auf neue Lösungswege im Umgang mit neuen Herausforderungen. Doch hier beim Fürsorgetag findet man natürlich besonders zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Wir erleben ja massive Umbrüche – denken wir nur an den demographischen Wandel, an die Digitalisierung oder an die Veränderung gesellschaftlicher Werte und Einstellungen –, und wir stellen fest: Mit den üblichen Politik- und Partizipationsmechanismen allein sind die neuen Aufgaben auf Dauer kaum zu bewältigen. Wir können nicht nur klassisch fragen: Welche Stellschrauben müssen wir drehen? Wir müssen uns vielmehr selbst überprüfen – unser Selbstbild und unser Bild vom Anderen. Und wir müssen uns neu organisieren, unsere Interaktionen, die Art und Weise, wie wir Probleme gemeinsam angehen. Das klingt vielleicht abstrakt. Aber das ist es keineswegs. Gerade Menschen wie Sie, Menschen in Sozialberufen und im Ehrenamt, haben in vielen konkreten Fällen schon erlebt und selbst daran mitgewirkt, dass soziale Innovationen gelingen. Ich denke an Projekte wie die Mehrgenerationenhäuser oder die Gründung von Freiwilligenagenturen, die dem Vernetzungsgedanken völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Die meisten von Ihnen nutzen das Internet und die sozialen Medien inzwischen so gern und so intensiv wie Ihre Zielgruppen. Angebote wie die Wheelmap, die Onlinekarte für rollstuhlgerechte Orte, gäbe es ohne innovative Geister in Ihren Reihen gar nicht. Wenn ich Sie heute dazu ermutigen möchte, in allen Ihren Themenfeldern noch stärker auf Innovation zu setzen, dann deshalb, weil ich überzeugt davon bin, dass unser Land viele unentdeckte Potentiale hat. Und es hat auch die Kraft, sie zu entfalten! Eines der schönsten Beispiele habe ich bei einem meiner ersten Termine als Bundespräsident kennengelernt. Im April 2012 feierte die START-Stiftung ihr zehnjähriges Jubiläum – das war ein inspirierender Tag auch für mich. Einige von Ihnen im Saal wissen es vielleicht: Die Schüler- und Studierendenförderung START nahm hier in Leipzig und in Hessen ihren Anfang. Die Kooperationspartner kamen auf die Idee, Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem Weg zu Abitur und Studium zu unterstützen. Das Konzept mit Stipendien und Mentoren war natürlich überhaupt nicht neu, aber die Konzentration auf eine neue Zielgruppe, die Entwicklung neuer Förderstrukturen in einem Feld, das bisher von traditionellen Pfaden nicht erreicht wurde – das war ein Novum. Und wirklich ein inspirierendes, ein Stück Lebensatem für einen Präsidenten, der noch am Üben war. Was mir bei solchen Beispielen wichtig ist: Die Innovationen, die ich meine, entstehen nicht aus Paternalismus, auch nicht allein aus Mitgefühl, obwohl wir dieses Gefühl niemals schlecht reden, sondern hegen, pflegen und bewahren sollten. Solche Innovationen entstehen, weil es gute Argumente gibt, die Fähigkeiten und die Muster der Zusammenarbeit von Menschen anders und besser zu aktivieren. In diesem Geist hat zum Beispiel ein Arzt aus dem Ruhrgebiet ein Ausbildungsprogramm für blinde und sehbehinderte Frauen entwickelt. Ihr ausgezeichneter Tastsinn führt nun zu verlässlicheren Ergebnissen in der Brustkrebsdiagnostik. Das ist ein kleines Beispiel für etwas, das wir als großes Programm vor Augen haben, für Inklusion. Eine Gruppe, die es vorher schwer hatte am ersten Arbeitsmarkt, erhält eine berufliche Perspektive. So etwas nennen wir eine Win-Win-Situation. Und genau um solche Situationen geht es Ihnen ja ganz offenkundig. Deshalb das Motto, das Sie diesem Kongress gegeben haben: Teilhaben und Teil sein. Teilen können und teilen wollen füge ich jetzt mal hinzu. Jedenfalls eignet sich Ihre Überschrift in meinen Augen ganz hervorragend für ein Programm, das genau dort ansetzt, wo Sie sich am besten auskennen, liebe Gäste: in der Praxis. Fürsorge bedeutet dann vor allem: Menschen zusammenbringen – diejenigen, die Hilfe brauchen, und diejenigen, die Hilfe geben können oder geben sollen. Fürsorge bedeutet aber auch: Selbstbestimmung dort erhalten, so weit und so lange wie es irgendwie geht. Fürsorge bedeutet: Die schöpferische Kraft unserer Gesellschaft beflügeln, indem wir die eigenen Handlungsspielräume erweitern. Schauen wir uns doch mal unsere eigenen Lebenswege an. Wenn wir dabei unsere Leistungen und unsere Entscheidungen betrachten, können wir oftmals mit einem gewissen Staunen feststellen: Wir sind weniger begrenzt, als wir es vielleicht dachten, und unsere Potentiale sind weit größer, als wir es annahmen. Das gilt für den Einzelnen wie für die Gesellschaft insgesamt. Ein Modell wie die Soziale Marktwirtschaft wäre 1880 unvorstellbar gewesen. Ein Versprechen wie Generationengerechtigkeit ist es vielen Zeitgenossen bis heute. Aber was hindert uns daran, in neuen Kategorien zu denken? Ich fürchte, heute wie damals das Gleiche: so etwas wie eine Schere im Kopf, die Neigung der Menschen zu Schwarz-Weiß-Szenarien, weil es sich mit denen leichter urteilen und so schön schimpfen lässt. Im schlichten Schwarz-Weiß ist zum Beispiel das Soziale gut. Die Wirtschaft dagegen ist im Zweifelsfall böse. Denn da geht es vorrangig um Geld und Gewinnstreben und erst nachgeordnet – wenn überhaupt irgendwann – um das Menschliche. Als in den 1990er Jahren die Ökonomisierung des Sozialbereichs begann, als neue Managementmethoden und Fallpauschalen eingeführt wurden, da wurde dieses grundsätzliche Misstrauen sehr deutlich. Es ist noch immer in vielen Teilen der Bevölkerung zu spüren, zumal die Rationalisierungszwänge oft tatsächlich den Dienst am Menschen einschränken oder erschweren. In Fachkreisen dagegen wird die Debatte gelassener und vernünftiger geführt. Das ist aufs Ganze gesehen auch angemessen, es ist auch erforderlich. Die Betriebsform der gemeinnützigen Unternehmen hat sich rasant verbreitet, und sogar frühere Zweifler konstatieren: Mit den neuen Steuerungsmodellen hat der Sozialsektor eine enorme Professionalisierung erfahren. Zielvereinbarungen, Projektpläne, Controlling, Marketing, Evaluierung – zahlreiche Instrumente der Betriebswirtschaft gelten heute als selbstverständliche oder jedenfalls wünschenswerte Bestandteile der sozialen Arbeit. Hinzu kommt: Die Wohlfahrt ist zur Wachstumsbranche geworden. Das ist natürlich eine gute Nachricht für jeden Jugendlichen, der den erhofften Platz im betreuten Wohnen erhält, und für jede Frau, die in der Not im Frauenhaus eine Zuflucht findet. Allerdings wird das Wachstum auch kontrovers diskutiert. Die einen sagen, Effizienz-streben müsse bis an die Grenzen des Vertretbaren reichen. Schließlich gehe es um Optimierung, um den bestmöglichen Einsatz von Mitteln, und dafür sei der Markt das richtige Instrument. Die anderen sehen die Grenzen des Vertretbaren längst überschritten und verweisen auf Überspitzungen und auf Wildwuchs. Ich kann manch besorgte Stimme in dieser Debatte sehr gut verstehen, weil etliche Praxisbeispiele tatsächlich ins moralische Dilemma führen. Wer kann denn mit Sicherheit beurteilen, ob die Assistenz beim Frühstück eines Demenzkranken in zwanzig Minuten abzuwickeln ist – oder ob fünf Zusatzminuten die wichtigste Zeit des ganzen Tages werden könnten? Wer will abwägen, ob ein traumatisiertes Gewaltopfer mit deutschem Pass mehr, weniger oder genauso viel Unterstützung braucht wie ein traumatisiertes Flüchtlingskind? Und wer will entscheiden, wie viele Hospizplätze wir in Deutschland vorhalten müssen, um den tatsächlichen Bedarf zu decken? Sozial innovativ wäre es, wenn wir den Reflex überwinden könnten, dass die Einen sich hinter vermeintlich objektiven Zahlen und Zwängen verstecken, und die Anderen permanent rufen: Ihr kaltherzigen Kapitalisten! Ich möchte heute diejenigen bestärken – und zum Glück ist das ja wohl auch die Mehrheit –, die einen derartigen Stellungskrieg nicht mitmachen und nach neuen Formen des Dialogs, nach neuen Formen der Kompromissfindung und der Zusammenarbeit suchen. Ich weiß, Verbündete sitzen auch hier im Saal, quer durch alle Berufs- und Interessengruppen, quer durch das Haupt- und das Ehrenamt, quer durch die Parteien, quer durch die Gesellschaft. Der Fürsorgetag ist genau das richtige Forum dafür. Denn Sie, meine Damen und Herren, sind es, die einer breiten Öffentlichkeit vermitteln können, warum Fürsorge als beständiges Ja zum Konzept eines menschenwürdigen Lebens für alle, warum solche Fürsorge den Einsatz von Sozialbeiträgen, Steuermitteln, Spenden und so viel unbezahltes freiwilliges Engagement wert ist. Kurz: Warum Teilhaben und Teil sein nicht nur ein Anrecht bedeutet, sondern auch eine Verpflichtung. Wir sagen Ja zu ihr, zu dieser Verpflichtung, weil zu unserer partizipatorischen Gesellschaft eine Kultur gehört, die wir nicht verlieren wollen. Sie ist wichtig. Teilhaben und Teil sein beschreibt den Kern dieser Kultur. Sie sind es, meine Damen und Herren, die diese Kultur gestalten. Nicht zuletzt mit Ihren Anregungen für die Politik, für so viele Menschen, die unsere Gesellschaft ausmachen, für uns alle. Und Sie sind es auch, die Kritik üben. Kritik ist einfach unverzichtbar, wenn wir Fortschritte erreichen wollen. Und schließlich, meine Damen und Herren, sind Sie es auch, die auf einem anderen Gebiet die Aktiven sein müssen. Ich meine das Gebiet der Transparenz. Ich bin überzeugt, dass eine Transparenz-offensive der Sozialbranche sehr viel mehr nutzen als schaden würde. Vielleicht würde die Zahl gut gemeinter Maßnahmen ohne konkret nachweisbare Wirkung ein wenig abnehmen. Vielleicht hätten wir plötzlich weniger Schüler, die wegen einer Lern- oder Verhaltensstörung erst in die Sonderschule geschickt und dann wieder inkludiert werden sollen. Vielleicht würde es dazu kommen, dass einige Mitarbeiter in Jugendämtern, die derzeit als sogenannte Fallmanager vor allem Akten bearbeiten, wieder öfter die Menschen sehen und sprechen können, um die es ihnen eigentlich bei diesen Fällen geht. Vielleicht also würde das Wachstum des Sozialsektors zielgenauer ausgerichtet und manchmal auch punktuell korrigiert werden. Aber per Saldo wäre das doch positiv! Und wahrscheinlich würde es mehr Bürgerinnen und Bürger geben, die ihre Steuern mit dem Gefühl zahlen: Das ist richtig so. Das kommt unserem Land zugute. Eine Debatte über den besten Einsatz der Mittel ist auch deshalb so wichtig, weil es immer noch Gruppen gibt, denen die Fürsorge helfen könnte, die aber von ihr nicht erreicht werden – oder noch zu wenig. Ich denke dabei an die jungen Leute, die ohne Schulabschluss, ohne Ausbildung, ohne Perspektive auf den Fluren der Jobcenter sitzen, wenn sie es überhaupt bis dorthin geschafft haben. Sie bleiben mit all ihren Problemen doch Teil unserer Gesellschaft. Chancengerechtigkeit in der Bildung muss also auch heißen, sich verantwortlich zu zeigen und früher zu handeln, nicht erst dann, wenn diejenigen, die einmal durchs Raster gefallen sind, das Vertrauen in die soziale Gemeinschaft schon verloren haben und vielleicht sogar auf der Straße leben. Das kann der Staat nicht allein leisten, aber er kann es durchaus gemeinsam mit einer starken Bürgergesellschaft. Ich setze darauf, dass der Fürsorgetag auch künftig nicht nachlässt, wenn es um derart fordernde Aufgaben für uns alle geht. Denn ich reihe mich ein bei all jenen, die sagen: Wir wollen im Alltag erleben, wovon wir überzeugt sind. Unser Staat soll frei, er soll demokratisch und zugleich sozial sein. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_06_10.1:12 Eines ist klar: Diese Episode verweist gleichermaßen auf die Risiken und die Chancen der Digitalisierung, und sie führt uns zu einem in der Tat zentralen Gedanken unserer abendländischen Gesellschaft, nämlich der Idee des geistigen Eigentums. Die Chancen und Herausforderungen des digitalen Zeitalters sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2013_06_10.1:13 Millionen von Nutzern des Internet kommen täglich mit den geistigen Schöpfungen anderer – mit Ideen, Theorien, Kunstwerken aller Art – in Berührung und haben die technischen Möglichkeiten, diese auf vielfältige Art zu nutzen. Das ist erst einmal durchaus positiv zu sehen, und die Bundesregierung setzt sich auch an vielen Stellen dafür ein, dass Kulturgüter allgemein zugänglich sind – zum Beispiel durch ihre Digitalisierungsoffensive, wozu Projekte wie die Deutsche und die Europäische Digitale Bibliothek gehören. urn:cts:gps4:bundesregierung.michael_naumann.2000_04_14.1:15 Das ist nach wie vor unsere Situation - und zwar auch nach dem Übertritt von der Gutenberg-Galaxis in das sogenannte Dorf der totalen Kommunikation: Daß das Wissens verfügbar ist und die Informationen frei zirkulieren, bedeutet in unseren Augen ein Zugewinn an Freiheit und Selbständigkeit für die Menschen. Aber das Unbehagen an einer durch Medien repräsentierten Welt will nicht weichen. Man erkennt es daran, daß jede technische Neuerungswelle der Medien - so auch jene der Digitalisierung, deren Zeugen wir gerade sind - von einer aufgeregten Kulturkritik begleitet wird. Nicht nur den Aufstieg des Buchdrucks hat diese Kritik zu einer Katastrophengeschichte umdeuten wollen. In der Warnung vor dem Gebrauch des Telefons, des Radios, des Fernsehens, des Taschenrechners, der Computerspiele - oder heute vor dem Surfen im Internet - wiederholt sich der ewige Einwand des Pharao. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_04_12.2:12 Daher war es uns wichtig, die Konzeption der Kulturförderung unter Betonung der europäischen Integration weiterzuentwickeln. Ich danke allen, die dabei beratend zur Seite standen und dafür sorgten, dass die Neufassung fraktionsübergreifend gutgeheißen wurde. Ein wichtiger Ansatzpunkt der überarbeiteten Konzeption ist zum Beispiel, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, um wissenschaftliche Erkenntnisse einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und um auch künftig die Erinnerungsweitergabe von einer Generation zur nächsten zu gewährleisten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_19.2:17 Das heißt, Digitalisierung durchdringt alle Lebensbereiche – ob in der Freizeit, in der Arbeit, in der Wirtschaft im Allgemeinen oder im Handel im Besonderen. Handel 4.0 – und dann noch mit dem kundenfreundlichen Slogan versetzt – Vom Kunden inspiriert; in Ihrem Kongressmotto spiegeln sich die Wandlungsfähigkeit des Handels wider, die Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen, der Dienstleistungsgedanke des Einzelhandels, dem Kunden die Wege zu den Waren zu bereiten, die er wünscht. Die Anwesenheit des Digitalisierungskommissars Günther Oettinger auf Ihrem Kongress zeigt ja, dass Sie sich intensiv mit der Materie beschäftigen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_19.2:19 Insoweit ist zu fragen: Welche Perspektiven kann man angesichts solcher Trends entwickeln? Wie kann man die Versorgung strukturschwacher Regionen sicherstellen? Wie kann man der Verwaisung von Innenstädten vorbeugen? Um Antworten darauf zu finden, haben wir als Bundesregierung die Dialogplattform Einzelhandel aufgelegt. Ich möchte Sie alle ermuntern, sich an diesem Dialog zu beteiligen. Es gibt fünf Workshop-Reihen: zum Thema lebendige Städte, zu Fragen des ländlichen Raums, zu Perspektiven für Arbeit und Berufe, zur Wettbewerbspolitik und zu technologischen Fragen, die mit der Digitalisierung verbunden sind. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_19.2:22 Der IT-Gipfel ist mittlerweile stark auf die Handlungsfelder der Digitalen Agenda, die wir uns als Bundesregierung vorgenommen haben, ausgerichtet. Wir haben im September den ersten Fortschrittsbericht zur Umsetzung der Digitalen Agenda verabschieden können. Einiges ist vorangekommen. Wir haben durch die Versteigerung von Frequenzen die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir den Ausbau mit schnellem Internet mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde bis 2018 für alle Haushalte schaffen. Die Frequenzversteigerung hat uns auch die Möglichkeit gegeben, den Ausbau zu fördern. Denn in ländlichen Regionen wird das allein in wirtschaftlicher Hinsicht sonst nicht klappen. Wir haben die Plattform Industrie 4.0, die sich der völlig neuen Gestaltung von Produktionsketten in der industriellen Wertschöpfung durch Digitalisierung widmet. Wir haben neben dem IT-Sicherheitsgesetz auch das Telemediengesetz beschlossen. Hierbei geht es um einen verlässlichen und sicheren Rechtsrahmen für ein öffentliches WLAN. Wir stärken damit die Möglichkeit in Hotels, in Restaurants oder auch für Einzelhändler, den Kunden einen Internetzugang anzubieten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_19.2:23 Aber – deshalb ist ja die Anwesenheit von Günther Oettinger heute so wichtig – beim Thema Digitalisierung kann man sich nicht an nationalen Grenzen orientieren. Wir müssen vielmehr den europäischen Binnenmarkt nutzen, um für die Digitalisierung die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Wir müssen einen digitalen Binnenmarkt schaffen. Deshalb unterstützen wir alle Schritte, die die Europäische Kommission geht, um einen digitalen Binnenmarkt zu realisieren. Wir brauchen Reformen zum EU-Urheberrecht, zur Vereinfachung des E-Commerce sowie eine Analyse der Rolle von Plattformen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2007_01_30.2:4 Begonnen hat sie 1988 als VideoFilmFest, als Ausgründung der Berlinale. Damals stand jene Kunst im Mittelpunkt, mit der seit den frühen 60er Jahren Filmemacher und vor allem bildende Künstler die ästhetischen Möglichkeiten des Mediums Video auszuloten versuchten. Mit Beginn der 90er Jahre wurde dann die Entwicklung der Computertechnik immer rasanter und die neuen elektronischen Möglichkeiten und die die Digitalisierung von Ton und Bild haben einen ähnlichen Prozess künstlerischer Neugier und Produktivität ausgelöst, wie seinerzeit die Videokunst. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2007_01_30.2:8 Für die Gesellschaft – und für die Politik - sind solche Warnsysteme unverzichtbar, weil deren Sondierungen auch bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen berücksichtigt werden können, z.B. bei der Prüfung und Formulierung von Gesetzesnovellierungen. Denn rasant und umfassend wie Digitalisierung und Vernetzung unser Leben und unsere Welt verändern, müssen wir diese Veränderungen aktiv und bewusst mitzugestalten und mitzusteuern versuchen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_09_09.1:13 Unbeschadet aller uns in diesen Tagen beschäftigenden Herausforderungen dürfen wir nicht vergessen, dass wir einen qualitativen Wandel unseres Arbeitslebens, unseres gesellschaftlichen Lebens durchlaufen, und zwar durch die Digitalisierung. Und die Bundesregierung antwortet darauf. Wir wissen, dass das Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen betrifft. Mit dem Regierungsprogramm Digitale Agenda 2014–2017 wird die Bundesregierung den digitalen Wandel aktiv mitgestalten. Wir werden auf der Kabinettsklausur am Dienstag der kommenden Woche die Digitalisierung als Schwerpunkt haben und über Themen wie Industrie 4.0, automatisiertes Fahren, Cybersicherheit und E-Health sprechen wie über viele andere Themen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_09_09.1:14 Nur wenn wir wirklich verstehen, was durch die Digitalisierung passiert, wird es auf Dauer gelingen, hochprofitable Wertschöpfungsketten in Deutschland zu halten. Unser Plus in diesen Tagen ist, dass der Anteil der industriellen Produktion in Deutschland im internationalen Maßstab nach wie vor vergleichsweise hoch ist. Aber in Zukunft werden sich die Wertschöpfungsketten ändern. Die Frage der Datenverarbeitung wird eine wesentliche Rolle spielen. Wenn wir diesen Prozess der Wertschöpfung aus Daten nicht zeitnah mitgestalten, wenn wir nicht die richtigen Rahmenbedingungen dafür schaffen, dann laufen wir Gefahr, mit unserer industriellen Produktion zu einer verlängerten Werkbank zu werden, und das muss verhindert werden. Ich glaube, das können wir schaffen. Auf der europäischen Ebene werden mit der Datenschutzgrundverordnung, die jetzt beraten wird, wichtige Weichen gestellt. Im Übrigen brauchen wir eine europäische Strategie für die Digitalisierung. Glücklicherweise gibt es auch diesbezüglich erste Fortschritte. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_09_09.1:18 Auch wenn wir viel über Infrastrukturprojekte sprechen, über die Energiewende, über die Digitalisierung und über die Bewältigung der europäischen Staatsschuldenkrise, so steht doch im Zentrum unserer Politik immer auch die Frage: Was bedeutet das für die Menschen? Der einzelne Mensch in seiner Lebenssituation in unserem Land zählt für uns. Deshalb möchte ich heute ein Thema herausgreifen, bei dem die Große Koalition exemplarisch gezeigt hat, dass sie sich gerade auch um die Sorgen und Nöte der Menschen kümmert. Es geht um die Pflege alter oder kranker Menschen, die – das gilt für fast jede Familie – die Angehörigen vor gewaltige Herausforderungen stellt. Wir haben mit dem Pflegestärkungsgesetz, das zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft trat, einen ersten Schritt gemacht. Damals haben wir unter anderem deutliche Verbesserungen im Bereich der ambulanten Pflege beschlossen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_31.1:16 Wir wissen, dass wir eine europäische Herangehensweise brauchen. Es gibt viele Herausforderungen, die wir nur gemeinsam oder gemeinsam sehr viel besser bestehen können. Ich will als Beispiele nur die Digitalisierung oder den Binnenmarkt insgesamt nennen sowie natürlich die Fragen von Frieden und gemeinsamen Grundwerten. All das sind Dinge, die wir als Europäer gemeinsam und klar in der Welt benennen sollten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_31.1:25 Eine weitere große Herausforderung ist natürlich die Digitalisierung, weil sie auch die Modelle Ihrer Kontakte mit den Kunden verändert und weil Sie jetzt im Grunde in einer Transformationszeit leben, in der Sie noch viele Kunden haben, die nicht in das Schema neuer digitaler Geschäftsmodelle passen im Gegensatz zum nachwachsenden jungen Kundenstamm. Es gibt auch neue Wettbewerber – ich denke dabei an die FinTechs – also die Finanztechnologieunternehmen –, die in der Regulierung und in Rechts- und Haftungsfragen noch nicht erfasst sind, aber Ihnen schon Konkurrenz machen. Deshalb haben Sie auch viele Schritte zu gehen, die noch ungewohnt sind und bei denen wir auch auf einen engen Austausch angewiesen sind. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_31.1:28 Die Arbeitswelt Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ändert sich natürlich auch permanent. Ich weiß jetzt nicht, mit welcher Freude da jeder Weiterbildungskurs in Angriff genommen wird oder ob Sie sehr viel Überzeugungsarbeit brauchen. Sie können sich als Chefs auch nicht mehr so richtig sicher sein, dass Sie noch das meiste wissen. Vielmehr sind die Jungen, die erst zu arbeiten anfangen, in digitalen Fragen besonders firm. Das geht uns ja allen so. Und ich finde es sehr interessant, dass einige große deutsche Industrieunternehmen – Bosch zum Beispiel – für alle Führungspositionen einen jungen Begleiter haben, sodass man sich sozusagen gegenseitig coacht, um einfach auch vollen Einblick in die neue Welt der Digitalisierung zu bekommen. Ich glaube, das ist auch in kultureller Hinsicht eine neue Zeit, in der man lebenslanges Lernen hautnah erfasst. Ich wollte damit aber keinen beleidigen. Wenn Sie das alles allein können, dann ist das ja gut. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_09_30.1:17 Wir wissen, dass die wirtschafts- und finanzpolitischen Rahmenbedingungen und auch die Arbeitsmarktlage im Augenblick für ganz Deutschland recht gut sind. Aber wir wissen auch, dass wir in, wie man das heute nennt, disruptiven Zeiten leben, also in Zeiten großer struktureller Umbrüche. Welches Bundesland, wenn nicht Nordrhein-Westfalen, kennt sich mit großen strukturellen Umbrüchen aus? Es ist hier von der Montanunion gesprochen worden. Wir wissen, dass Kohle und Stahl heute längst nicht mehr die Rolle spielen, die sie einmal gespielt haben. Wir wissen, dass wir neue Wege gehen müssen – ob es Wege der Dienstleistungsgesellschaft sind oder Wege, die sich durch die Digitalisierung ergeben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_19.1:4 Die breite Anwesenheit von Kabinettsmitgliedern zeigt auch, dass wir ja alle wissen, dass die Digitalisierung sozusagen unser ganzes Leben durchdringt und alle Bereiche erfasst. Es ist der 9. IT-Gipfel; und immer noch habe ich den Eindruck, dass es ein kreatives Forum ist. Deshalb möchte ich mich bei allen, die die Plattform betreuen, ganz herzlich für das bedanken, was wir erreicht haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_19.1:8 Dass der IT-Gipfel in Berlin auch die Möglichkeit bot, Thementouren durchzuführen, war eine spannende Sache. Das Themenspektrum reichte von Smart City über Industrie 4.0 bis zu digitalen Vernetzungen allgemein. Damit wurde besonders klar: Digitalisierung durchdringt den Alltag immer weiter – sei es an Schulen und Universitäten, im Gesundheitswesen, in der Energieversorgung, im Verkehr oder in der öffentlichen Verwaltung. Die Bundesregierung hat im Übrigen etwas realisiert, das viele aus der Wirtschaft jahrelang gefordert haben, nämlich einen Staatssekretär als Ansprechpartner für Fragen der Digitalisierung des öffentlichen Bereichs berufen. Dass unser Innenminister Thomas de Maizière dies jetzt geschafft hat, ist für die ganze Bundesregierung eine wichtige Nachricht und für Sie, die Sie einen Ansprechpartner suchen, auch. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_19.1:10 Wir haben vor einem halben Jahr unsere Plattform Industrie 4.0 gestartet. Heute konnten wir uns die ersten Ergebnisse der Arbeit anschauen. Mehr als 100 gute Beispiele, aufgezeichnet auf einer Deutschlandkarte, zeigen, dass das Projekt angenommen wird. Wir wünschen uns natürlich, dass viele, gerade auch Mittelständler und kleine Unternehmen, diese Plattform nutzen. Denn wir wissen ja, dass der Einstieg und der Umstieg hinsichtlich der Akzeptanz dessen, was die Digitalisierung im Produktionsprozess, im Entwicklungsprozess und im Forschungsprozess ermöglicht, nicht für jeden ganz einfach sind. Daher ist es gut, eine Hilfestellung zu haben; eine Plattform, zu der alle Zugang haben. Dieses Angebot soll also dahingehend genutzt werden, dass man sich nicht nur theoretisch informiert, sondern – so wurde uns das heute auch gezeigt – sich auch praktische Anwendungsbeispiele anschauen oder selbst solche einbringen und bestimmte Komponenten von Industrie 4.0 testen kann. Das heißt also, damit haben wir wirklich eine gute Chance für Unternehmen geschaffen, die noch nicht so mit neuen Möglichkeiten vertraut sind. Ich würde mir wünschen, dass, wenn wir nächstes Jahr auf diese Landkarte schauen, eine deutliche Steigerung zu sehen sein wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_19.1:11 Die Plattform Industrie 4.0 wird auch international sehr stark beachtet. Es ist wichtig – Herr Dirks hat den Bogen gleich noch weiter gespannt –, dass wir auch Hubs, Konzentration und sozusagen Ökosysteme, wie man heute sagt – Cluster sind schon zu statisch; das habe ich verstanden –, brauchen. Aber die erste Voraussetzung für einen Industriestandort, für eine Exportnation wie Deutschland ist, dass nicht nur große Unternehmen die Chancen der Digitalisierung zu nutzen verstehen, sondern dass das tief in die Breite unserer Wirtschaft geht. Wir haben nämlich viele kleine Champions, die ganz wesentlich zu unserer Wirtschaftsstärke beitragen. Wir haben eine breite Palette an Zuliefererindustrie, die sich ja auch auf neue Gegebenheiten einstellen muss. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_19.1:12 Wenn wir bei der Digitalisierung industrieller Prozesse vorne liegen, dann wird das sozusagen auch von der Psychologie her seine Wirkung gegenüber denen nicht verfehlen, die unsere Wettbewerber sind und beim Internet und bei der Software vorne liegen. Das ist dann sozusagen eine gute Wettbewerbsansage, die mir wieder Hoffnung darauf macht, dass wir dann auch die Digitalisierungsprozesse so nutzen können, dass wir in Deutschland weiterhin Champions der industriellen Wertschöpfung sind und nicht zur verlängerten Werkbank werden. Das ist nämlich im Kern der Kampf, der zurzeit ausgefochten wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_19.1:21 Meine Damen und Herren, neu und spannend ist auch das Thema Wandel in der Arbeitswelt durch Digitalisierung. Ministerin Nahles hat hierzu ein Grünbuch aufgelegt. Es gibt auch eine intensive Diskussion mit den Gewerkschaften. Ohne jetzt irgendeine Gewerkschaft zurückzustufen – ich glaube, die IG Metall, die ja auch in den entsprechenden Bereichen im Maschinenbau und Automobilbau sehr stark tätig ist, hat diesbezüglich schon sehr viel gearbeitet. Ich bin sehr froh, dass diese Themen auch hier wahrgenommen werden und in diesem Jahr zum Beispiel das Thema Flexibilität am Arbeitsplatz durchleuchtet wird. Daraus ergeben sich sehr spannende und sehr interessante Erkenntnisse. Ich glaube, darüber wird im Anschluss an diese Rede auch noch einmal diskutiert. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_11_19.1:24 Meine Damen und Herren, ein großes Thema war auch das Thema Sicherheit im Bereich der Digitalisierung. Wir haben das IT-Sicherheitsgesetz verabschiedet und haben dabei einen kooperativen Ansatz etabliert. Mindeststandards, Prüfsysteme, Meldewege – all das wird gemeinsam mit der Wirtschaft entwickelt. Ich habe sowieso den Eindruck, dass die kooperative Entwicklungsform, wie sie sich im IT-Gipfel-Prozess in den vergangenen Jahren gezeigt hat, etwas ist, das wir in anderen Bereichen unserer Zusammenarbeit mit der Wirtschaft nicht in diesem Maße haben. Das gemeinsame Beschreiten von Neuland führt auch zu ganz neuen Formen der Interaktion. Ich finde, das macht Spaß und ist ausgesprochen erfreulich. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2016_10_17.1:20 Heute sind es weniger Ruß und Rauch, sondern Bits und Bytes, die die Veränderung treiben. Es ist die Digitalisierung. Die Handelskammer und ihre Mitgliedsfirmen haben aus der Industrialisierung damals eine Erfolgsgeschichte gemacht. Ich bin sicher, dass Sie alle hier auch die Digitalisierung erfolgreich gestalten werden. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2016_10_17.1:22 die Digitalisierung ist aber nicht die einzige Veränderung, vor der wir in Europa gemeinsam stehen. Nein, unsere derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen sind so komplex, wie es wohl die wenigsten von uns vorhergesehen haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_11_04.1:23 Ich persönlich freue mich sehr, dass Sie heute Nachmittag noch eine Diskussion haben, in der es auch um das Thema Digitalisierung geht. Ich glaube, wir sind uns einig: Wir sind im Augenblick in einer Phase, in der sich für Europa sehr viel entscheidet. Für mich ist das insbesondere an der Verschmelzung der digitalen Welt mit der realen Industriewelt festzumachen. Wie uns Innovationsökonomen immer wieder sagen – wir haben mit Herrn Kramer und Herrn Grillo sowie mit den Gewerkschaften ja auch in Meseberg darüber gesprochen –: Wenn man sich in einer Phase revolutionärer Veränderungen befindet, entscheidet es sich aufs Neue, wo man im Weltmaßstab steht. Für Europa wird diese Entscheidung in den nächsten Jahren gefällt. Deshalb ist es so wichtig, dass wir auch zusammen mit unserem deutschen Kommissar Günther Oettinger die Rahmenbedingungen für Europa so stellen, dass die digitale Wirtschaft wirklich wachsen kann. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_11_04.1:30 Wir arbeiten des Weiteren natürlich noch an anderen Maßnahmen. Ich will hier nur ein Thema ansprechen, das Sie sehr bewegt, nämlich Zeitarbeit und Werkverträge. Ich will ausdrücklich sagen: Die Zeitarbeit hat sich bewährt. Sie ist allerdings zum Teil auch sehr extensiv genutzt worden. Das heißt, wir werden deshalb gewisse rechtliche Beschränkungen einführen. Das Instrument der Werkverträge wird auch weiter seine wichtige Rolle spielen – auch das ist unsere Entscheidung –, allerdings soll es einige Präzisierungen geben. Mein Versprechen an Sie ist: Wir werden über das, was wir im Koalitionsvertrag vereinbart haben, nicht hinaus gehen. Es ist als Sicherung für Sie ganz wichtig, dass diese Instrumente nicht durch die Hintertür ihrer Wirkung beraubt werden. Ich halte allerdings in Bezug auf Werkverträge Informations- und Unterrichtungsrechte der Betriebsräte für vernünftig. Denn eines ist auch absehbar: Werkverträge werden zunehmen; durch die Digitalisierung wird sich die Arbeitsteilung vollkommen anders darstellen. Hierbei ist es, wenn die Tarifpartnerschaft weiter gelebt werden soll, durchaus wichtig, dass die Tarifpartner auch darüber Bescheid wissen, was stattfindet. Insofern halte ich die Informations- und Unterrichtungsrechte für wichtig. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_11_04.1:33 Ich will hier auch noch sagen, dass ich persönlich einer Anti-Stress-Verordnung sehr skeptisch bis ablehnend gegenüberstehe. Nicht alles, was als Problem auftaucht, muss zu neuen Gesetzen führen. Es müssen auch Regelungen auf andere Weise möglich sein. Wir werden natürlich beobachten müssen, wie sich die Veränderung der Arbeitswelt auswirkt. Dazu gibt es umfangreiche Studien und Forschungsvorhaben im Bereich der Arbeitsmedizin. Es ist ja unbestritten, dass die Digitalisierung der Arbeitsplätze Veränderungen mit sich bringt. So, wie man in der klassischen Produktfertigung – zum Beispiel in der Automobilindustrie – heute eine Vielzahl ergonomischer Maßnahmen einführt, um arbeitsmedizinisch vernünftig mit der Gesundheit der Beschäftigten umzugehen, so wird man sich das auch im digitalen Bereich überlegen müssen. Das sollten aber betriebliche Lösungen sein, das sollten spezifische Antworten sein und es sollte nicht alles erst über ein Gesetz gelöst werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_11_04.1:37 Meine Damen und Herren, zu guter Letzt – aber nicht, weil es das Unwichtigste ist, sondern eine der zentralen Herausforderungen –: Wenn die Steuern für Sie berechenbar bleiben, wenn die paritätisch finanzierten Sozialversicherungsbeiträge unter 40 Prozent liegen, wenn wir im Bereich der Digitalisierung die richtigen Schritte machen und bürokratisch nicht noch mehr drauflegen, dann wird immer klarer werden, dass eines der zentralen Probleme in Deutschland das Thema Fachkräftesicherung ist. Im Übrigen haben wir trotz der guten Arbeitsmarktlage ein Problem, das die Arbeitsministerin dankenswerterweise jetzt anpackt, aber was noch sehr viel Arbeit bedeuten wird: Es verfestigt sich immer mehr der Block der Langzeitarbeitslosen. Wir haben sehr flexible Beschäftigungsmodelle, aber bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen kommen wir von einem bestimmten Niveau nicht herunter. Im Gegenteil, die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat sich trotz mehr Erwerbstätiger zum Teil noch erhöht. Deshalb müssen wir gerade bei den unter 30- oder unter 35-Jährigen schauen, wie wir möglichst jeden wieder in Arbeit bringen. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2015_11_18.1:15 Unter vielen möglichen nenne ich nur das Beispiel der Digitalisierung, mit dem Sie sich auf dem Forum ja ausführlich beschäftigt haben, die alle unsere Lebensbereiche durchdringt. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2015_11_18.1:16 Was für ein enormes Potenzial in der Digitalisierung liegt, wie sie ganz neue Wirtschaftszweige eröffnet, sehen wir etwa bei den sozialen Netzwerken. Aber auch unsere traditionellen industriellen Wertschöpfungsketten bleiben davon nicht unberührt – Stichwort Industrie 4.0. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_29.1:4 Wir haben uns beim letzten Europäischen Rat mit einer ganzen Reihe wichtiger Themen beschäftigt, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind alle mitentscheidend für die Frage, welche Rolle Europa zukünftig in der Welt spielen wird. Der Kampf gegen den Klimawandel, die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus, die Chancen von Globalisierung und Digitalisierung, die Ursachen von Flucht und Migration – keine dieser Herausforderungen macht heutzutage vor irgendwelchen Ländergrenzen halt. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_29.1:12 Parallel zu den Austrittsverhandlungen mit Großbritannien müssen und werden wir nach vorne blicken und gemeinsam intensiv daran arbeiten, die Europäische Union weiter zu verbessern. Deshalb haben wir uns beim Europäischen Rat für eine Vertiefung des Binnenmarktes ausgesprochen, und zwar insbesondere in dem wichtigen Bereich der Digitalisierung. Das umfasst auch die hohe Bedeutung, die wir anspruchsvollen Freihandelsabkommen beimessen; denn der Welthandel ist für den Wohlstand in Europa von überragender Bedeutung. Mit den Freihandelsabkommen kann es gleichzeitig gelingen, uns auch künftig besser vor unfairen Handelspraktiken zu schützen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_29.1:48 Daneben wollen wir den Zugang von Frauen in Entwicklungsländern zu Unternehmertum und ihren Zugang zu Bildung fördern, insbesondere auch in den Bereichen Digitalisierung und Informationstechnologie. Dazu wollen wir bei der Weltbank ein Finanzierungsinstrument aufsetzen, um den Zugang von Unternehmerinnen zu Krediten zu vereinfachen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_02_24.1:4 Es hat etwas wohltuend Anachronistisches, dass die Deutsche Content Allianz wie in guten, alten analogen Zeiten zu einem Dialog einlädt, zu einem klassischen Gesprächsformat also, bei dem Menschen anderen Menschen zuhören – ohne Twitterwall und ohne Smartphones im Dauerbetrieb, über die in Echtzeit Informationen und Kommentare aus dem Veranstaltungsraum getwittert und gepostet, geliked, retweetet und geshared werden. Das ist insofern konsequent, als es heute um die Qualität und Vielfalt der Inhalte gehen soll und um die dafür notwendigen Rahmenbedingungen im Zeitalter der Digitalisierung – um Fragen also, die im Rausch des technisch Machbaren leider oft ebenso auf der Strecke bleiben wie differenzierte Argumente in einem 140-Zeichen-Tweet. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2008_06_02.1:6 Ich will nicht verhehlen, dass die Zeiten für den Hörfunk gerade durch die rasanten technischen Entwicklungen nicht einfacher geworden sind. Die neuen Möglichkeiten für die Herstellung und Verbreitung medialer Inhalte haben unsere Medienlandschaft grundlegend verändert und werden sie weiter verändern. Für die Entwicklung des Medienstandorts Deutschland ist es von großer Bedeutung, dass das Potential der Digitalisierung des Rundfunks genutzt wird. Es ist aber ebenso wichtig, dass bei allem technischen Fortschritt die Vielfalt der Angebote des Rundfunks in Deutschland erhalten bleibt. Im Rahmen der künftigen Frequenzvergabe muss es auch weiterhin für die Hörfunkprogramme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eine Bestands- und Entwicklungsgarantie geben. Ich trete dafür ein, dass das Radio als eigenständige Mediengattung mit unverwechselbarem Profil erfolgreich bleibt. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.cornelia_pieper.2013_04_15.1:12 Digitalisierung ermöglicht es, den freien Zugang zu Kultur für alle Menschen zu erweitern und damit bisherige Barrieren physischer, geographischer oder technischer Natur zu überwinden. Sie eröffnet uns den Zugang zu bisher ungeahnten Wissenswelten und ermöglicht neue Formen der Vernetzung auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene. Daher betonen wir die Geltung der in der Europäischen Menschenrechtskonvention niedergelegten Grund- und Freiheitsrechte auch im Internet und wenden uns gegen willkürliche Eingriffe des Staates in die Freiheit seiner Bürgerinnen und Bürger auch in der digitalen Welt. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_04_12.1:17 Sie haben schon dafür gesorgt, dass sich die Jugend erst einmal gründliche Kenntnisse in Bezug auf die Digitalisierung erwirbt. Die Digitalisierung dringt in der Gebäudetechnik immer weiter vor. Es ergeben sich völlig neue Möglichkeiten der intelligenten Vernetzung und der effizienteren Aufarbeitung der Ressourcen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_04_12.1:18 Wir haben ein Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende verabschiedet. Damit haben wir das Zeitalter von Smart Grid, Smart Meter und Smart Home eingeläutet. Schade, dass es diese Begriffe nicht auf Deutsch gibt. Aber Sie werden sicherlich auch so verstehen, dass es um etwas Gutes geht. Eine Schlüsselrolle spielen dabei intelligente und zur Kommunikation fähige Messsysteme, um Erzeugung, Verteilung und Verbrauch von Energie in Zukunft viel besser aufeinander abzustimmen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_04_12.1:36 Das Ganze auf das wirklich Nötige zu beschränken, wird auch die Triebkraft Ihrer weiteren Entwicklung sein. Sie werden aber auch Kunden brauchen, die mitmachen und die entsprechenden Möglichkeiten nutzen. Deshalb wird die Kundenbeziehung in den nächsten Jahren sicherlich noch mehr an Bedeutung gewinnen. Die Entwicklung und Fertigung neuer Produkte werden immer mehr digital gestaltet. All das ändert sich durch Digitalisierung, durch die Industrie 4.0. Aber das eigentlich Spannende ist, dass man eine völlig neue Kundenbeziehung aufbauen kann. Der Kunde will individuelle Produkte. Er will wissen, wie er sein Produkt am besten nutzen kann. Ich mache mir keine Sorgen darüber, dass Sie nicht dafür sorgen, Produkte an den Mann und an die Frau zu bringen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_13.2:16 Das heißt also, Europa muss da handlungsfähig sein, wo gesamteuropäisches Handeln einen Mehrwert mit sich bringt. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir bei neuen technischen Entwicklungen, wenn es um die Digitalisierung geht, entschieden und gemeinsam für einen digitalen Binnenmarkt arbeiten müssen. Wir müssen versuchen, unsere kreativen Fähigkeiten zur Entfaltung kommen zu lassen. Wir müssen da, wo es notwendig ist, gegen Bürokratie kämpfen. Wir müssen gemeinsam mit Frankreich die Dinge in der Europäischen Union voranbringen. Ich denke, die Zusammenarbeit mit dem neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der in einem grandiosen Wahlkampf gegen Populismus gewonnen hat, bietet hierbei neue und gute Chancen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_15.1:5 Der diesjährige Arbeitgebertag der BDA zeigt dies einmal mehr, wenngleich ich sagen möchte – darüber haben wir oft gesprochen, Herr Kramer –, dass wir alle gemeinsam versuchen müssen, die Tarifautonomie stark zu halten, gerade auch angesichts disruptiver Umbrüche, die wir durch die Digitalisierung in der Wirtschaft haben. An einigen Stellen ist es uns in der Tat gelungen, gesetzliche Regelungen zu verabschieden, mit denen die Unternehmen, die Tarifautonomie leben, anders gestellt sind als die, die dies nicht tun, wodurch mehr Verantwortung auf die Ebene der Tarifpartner gelegt wird. Das halte ich persönlich für richtig, weil das sehr viel präziser und genauer auf ein Unternehmen und die jeweiligen Belange ausgerichtet geschehen kann. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_15.1:20 Ich halte das sozusagen auch für einen Vorboten vieler Regelungen, die wir im Zeitalter der Digitalisierung brauchen werden. Wir müssen Dinge ausprobieren. Wir müssen sie vielleicht zum Teil auch zeitlich befristen. Wir müssen sie dann immer wieder bewerten, weil wir alle noch nicht wissen, wie sie wirken. Aber nichts zu tun, weil wir nicht wissen, wie etwas in der Zukunft wirken wird, wäre die falsche Antwort auf eine Zeit großer Veränderungen. Deshalb halte ich das also auch vom systemischen Ansatz her für richtig. Das kann uns auch in der Diskussion über das Weißbuch der Bundesarbeitsministerin weiterführen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_15.1:23 Im Hinblick auf die Digitalisierung und die notwendige Verankerung im öffentlichen Bereich erkläre ich derzeit auch immer, dass Flüchtlinge in Deutschland jetzt eigentlich privilegiert sind, weil wir ein Kerndatensystem haben, das von einer Bundesbehörde bis zur Ausländerbehörde vor Ort, in der Kommune, Verbindungen schafft, die wir sonst für Bürger der Bundesrepublik Deutschland in Form eines Bürgerportals noch nicht haben. Insofern ist dies ein Ansporn, unabhängig von der föderalen Ebene – ob es um die kommunale Ebene, die Landes- oder die Bundesebene gehen mag – im öffentlichen Bereich dazu zu kommen, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen vorbringen können und dann automatisch an die richtige Stelle gelenkt werden. Das ist etwas, das in den nächsten Jahren vordringlich gemacht werden muss. Das dürfen wir allerdings nicht in dem Tempo machen, in dem wir die Gesundheitskarte einzuführen versuchen; das dauert nun schon lange. Ich weiß auch nicht, ob die Arbeitgeber dabei immer auf der richtigen Seite standen, denn Transparenz im Gesundheitssystem scheint auch nicht überall so geliebt zu werden, wie ich mir das vorstelle. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_15.1:29 Das Stichwort Digitalisierung bringt mich dazu, dass wir im Augenblick in einer Situation sind, in der sowohl innerhalb der Europäischen Union und unseres Landes als auch weltweit über die Frage gestritten wird: Wie wollen wir Globalisierung gestalten? Globalisierung findet statt; und wir können sie dadurch gestalten, dass wir sozusagen die multilateralen Instrumente stärken. Ich glaube, das ist uns bei den Finanzmarktregelungen ein Stück weit gelungen; das muss weiterentwickelt werden, aber da ist in den letzten Jahren viel geschehen. Die Alternative dazu ist, dass wir protektionistisch werden, uns abschotten und jeder sozusagen versucht, so viel von seinem eigenen Nationalen zu behalten wie möglich. Ich bin froh, dass Sie genauso wie auch ich der Meinung sind: Wir müssen Globalisierung multilateral gestalten. Trotz aller Kriege, trotz aller Konflikte ist es in der Tat so, dass Armut und Hunger in den letzten Jahren abgenommen und nicht zugenommen haben; und das bei einem hohen Weltbevölkerungswachstum, das ja auch anhalten wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_15.1:38 Meine Damen und Herren, die gute Situation heute sagt noch nichts über unsere Situation in fünf oder zehn Jahren aus. Die Digitalisierung bedeutet einen derart tiefen Einschnitt in die Art und Weise der Produktion, des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der Information und Kommunikation, dass wir die Auswirkungen noch nicht vollständig überblicken. Wir werden technische Entwicklungen in keiner Weise rückgängig machen wollen; dazu gibt es keinen Anlass. Wir müssen für sie aber Regeln entwickeln und diese so einbringen, dass sie sich zum Wohl der Menschen entfalten können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_10_06.1:7 Es kommt auch nicht von ungefähr, dass Indien nach 2006 auch 2015 wieder Partnerland der weltweit bedeutendsten Industriemesse in Hannover war. Dies bringt die hervorragenden Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit in den Branchen zum Ausdruck, für die auch Bangalore steht: Branchen, die mit Digitalisierung, Vernetzung und Industrie 4.0 zu tun haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_10_06.1:12 Aber auch über IT und Industrie 4.0 hinaus bieten sich unseren beiden Ländern weitere gute Kooperationsmöglichkeiten. Ich denke dabei auch an große Infrastrukturprojekte, zum Beispiel im Bahnbereich, zur Stadtentwicklung und Energieversorgung. Ob es etwa um Mobilität insgesamt oder auch um Dienstleistungen und Berufsbildung geht – von einer engen Zusammenarbeit können wir gleichermaßen profitieren, egal ob es um Digitalisierung oder eben um die zuletzt genannten Bereiche geht. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.frank_walter_steinmeier.2016_06_03.1:19 • Viertens, das alles passiert, während Globalisierung, Digitalisierung, und gefühlte Entgrenzung voranschreiten. Viele Menschen empfinden diese Globalisierung zunehmend als Bedrohung – und die Reaktion in Europa ist leider immer häufiger der Ruf nach Abschottung, nach Re-Nationalisierung, und –das muss gerade Ihnen in der Wirtschaft Sorgen bereiten- eine neue Skepsis gegenüber Vernetzung und Welthandel. Auch um diese Auseinandersetzung geht es in drei Wochen im britischen Referendum über den Verbleib in der EU. urn:cts:gps4:bundesregierung.gerhard_schroeder.2001_08_24.1:17 Ein weiteres Beispiel ist die Digitalisierung von Hörfunk und Fernsehen - die Schlüssel-Technologie schlechthin zur Verbindung von Rundfunk- und Computerwelt. Die von Bund und Ländern eingerichtete Initiative Digitaler Rundfunk hat sich dafür klare Ziele gesetzt. Bis zum Jahr 2010 soll das heutige analoge Fernsehen durch digitales Fernsehen ersetzt werden. Und spätestens 2015 wird der derzeitige analoge Hörfunk durch das Digital-Radio abgelöst werden. Hier sind allerdings noch besondere Anstrengungen notwendig, denn vor allem im Hörfunk nutzen noch längst nicht alle Teilnehmer Satellit oder Kabel. urn:cts:gps4:bundesregierung.gerhard_schroeder.2001_08_24.1:19 Hörfunkprogramme zu nutzen. Dabei müssen wir den Rundfunkteilnehmern eine vernünftige Übergangszeit einräumen bis zum Auslaufen der analogen Übertragungstechnik. Und zweitens eröffnet eine möglichst rasche Digitalisierung unserem Land die Chance, in dieser Zukunftstechnologie eine Führungsposition im internationalen Wettbewerb zu erreichen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_13.1:17 Wir haben uns auf dem G20-Gipfel klar zu diesem Ansatz bekannt. In der Präambel der Abschlusserklärung heißt es: Durch gemeinsames Handeln können wir mehr er-reichen als allein. Das ist also ein Bekenntnis zum Multilateralismus, und das durch-zieht die breite Palette der Beschlüsse, die wir gefasst haben, sei es zur Umsetzung der Agenda 2030, sei es zur Digitalisierung, zum freien Handel oder zum Klimaschutz oder zum Kampf gegen den Terrorismus. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_11_25.1:19 Wir wollen aber natürlich auch investieren. Deutschland hat hierbei durchaus Notwendigkeiten. Wir haben im Haushaltsplan bisher sieben Milliarden Euro für zusätzliche Investitionen vorgesehen. Um alle Spielräume zu erschließen, werden wir bis 2018 noch weitere zehn Milliarden Euro dazulegen. Allerdings kommt es darauf an, dass wir vor allen Dingen auch private Investitionen nach Deutschland bringen und dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Daran arbeiten wir im Augenblick zum Beispiel im Rahmen der Digitalen Agenda. Denn wir dürfen nicht vergessen: Auch für Mittelständler, für Familienunternehmen wird die Frage der Digitalisierung der eigenen Unternehmen von allergrößter Bedeutung sein. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_11_08.1:21 Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg von Medienangeboten ist aber auch ein mit der Digitalisierung kompatibles Urheberrecht. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode habe ich mich in vielfältiger Weise dafür engagiert. Dabei lagen mir immer diejenigen besonders am Herzen, auf deren kreativem Schaffen letztlich alles beruht – die Urheber, also auch die Journalistinnen und Journalisten. Als Staatsminister für Kultur und Medien sehe ich mich primär als Vorkämpfer und Anwalt für den Schutz des geistigen Eigentums – die Lobby für die Verwerter ist ohnehin stark genug. urn:cts:gps4:bundesregierung.frank_walter_steinmeier.2000_11_29.1:32 Wir flankieren diese Stärkung des Kapitalmarktes, indem wir die Rahmenbedingungen für New Economy gezielt verbessern und unseren Ordnungsrahmen stärker an die Realitäten von Globalisierung und Digitalisierung anpassen. Noch in diesem Jahr werden wir das Rabattgesetz und die Zugabeverordnung streichen, um gleiche Chancen im e-commerce zu sichern. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2009_10_29.1:8 ich habe in den vergangenen Monaten viel Rückhalt für meine Politik aus den Kreisen der Filmschaffenden erhalten. Sie können sicher sein: Ich werde mich weiterhin mit aller Kraft für den deutschen Film einsetzen. Eine wichtige Grundlage wurde mit dem Koalitionsvertrag geschaffen, der dem Film erhebliche Aufmerksamkeit schenkt. Er ist ein wichtiges Kulturgut, und darum haben wir uns darauf verständigt, schrittweise mit der Filmwirtschaft, der FFA, Bund und Ländern die flächendeckende Digitalisierung der Kinos zu fördern, um die kulturelle Vielfalt in Deutschland zu erhalten. Eine der faszinierenden Eigenschaften des Films ist ja, dass er Wirtschafts- und Kulturgut zugleich ist. Die konsequente Förderpolitik der letzten Jahre hat dabei deutlich gemacht, dass sich wirtschaftlicher Erfolg und künstlerischer Anspruch nicht ausschließen müssen. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.johannes_rau.2000_11_23.2:5 Heute wie damals sind Technik und Kultur nicht voneinander zu trennen: Wie Gutenbergs Erfindung revolutioniert auch die digitale Technik nicht allein die Herstellung von Texten und Bildern. Sie revolutioniert auch die Verbreitung von Wissen und, was noch wichtiger ist, die Verbreitung von Ideen. Der Buchdruck war die Grundlage für die moderne Massenkommunikation: für den Austausch von Informationen und von Ideen über die bestehende und über die wünschenswerte Ordnung der kleinen und der großen Welt der Menschen. Die Digitalisierung vervielfacht und beschleunigt die technischen Möglichkeiten, und trägt - richtig eingesetzt - dazu bei, dass mehr Menschen als je zuvor am weltweit verfügbaren Wissen teilhaben und am Austausch von Ideen teilnehmen können. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2010_12_10.1:12 der Franz-Hessel-Preis ist Teil der Agenda 2020, die dem gemeinsamen deutsch-französischen Kulturraum in Europa noch mehr Gewicht verleihen soll. Diesem Ziel dienen auch die bessere Vernetzung bei der Digitalisierung unseres Kulturerbes sowie eine Fülle von Kooperationsprojekten in den Bereichen Film und zeitgenössischer Kunst. Denn Europa ist nicht nur eine Wirtschafts- und Währungsunion, sondern auch eine geistige und kulturelle. Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam daran arbeiten, diese historisch gewachsene Einheit mit Leben zu füllen! urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_08_21.1:18 Solche Künstler, solche Visionäre können wir uns für unsere Museen nur wünschen, meine Damen und Herren. In den gewaltigen gesellschaftlichen Veränderungen, die wir im Moment erleben - bedingt nicht zuletzt durch Globalisierung, Digitalisierung und Migration - liegt eine Fülle von Chancen für die Museen, sich gleichermaßen als gemeinsame Ankerpunkte in der Vielfalt und als Leuchttürme in der Unübersichtlichkeit zu profilieren. Dazu braucht es neben politischer Unterstützung auch die leidenschaftliche Lust am Experimentieren, die man in Berlin wie in Sao Paulo in der Kunst und Kultur findet und die diese Städte so schillernd und lebendig macht. Dafür einzutreten und die künstlerische Freiheit, den Mut zum Experiment zu fördern, ist aller Anstrengung wert - nicht nur, aber auch im Hinblick auf die Zukunft von Museen! urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2010_12_16.1:3 Neben der Wirtschaft spielt vor allem auch die Kultur eine zentrale Rolle in der Beziehung der europäischen Staaten. Das gilt insbesondere für Frankreich und Deutschland. Im Februar dieses Jahres haben darum mein französischer Amtskollege Frédéric Mitterrand und ich beim deutsch-französischen Ministerrat in Paris beschlossen, im Rahmen der Agenda 2020 dem gemeinsamen deutsch-französischen Kulturraum in Europa noch mehr Gewicht zu verleihen. Diesem Ziel dienen u.a. die bessere Vernetzung bei der Digitalisierung unseres Kulturerbes sowie eine Fülle von Kooperationsprojekten in Bereichen wie Film und zeitgenössischer Kunst. Auch die Ausstellung, die wir heute Abend eröffnen, gehört dazu. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_02_09.2:1 In seiner Rede in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sprach Kulturstaatsminister Bernd Neumann über die Lage des deutschen Films, die FFG-Abgabe, den DFFF, die Digitalisierung der Kinos sowie über notwendige Urheber- und Leistungsschutzrechte. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_02_09.2:2 In seiner Rede in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sprach Kulturstaatsminister Bernd Neumann über die Lage des deutschen Films, die FFG-Abgabe, den DFFF, die Digitalisierung der Kinos sowie über notwendige Urheber- und Leistungsschutzrechte. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_02_09.2:35 Nun zu einem weiteren Thema, das filmpolitisch von großer Bedeutung ist: die Digitalisierung der Kinos. Seit dem Start der Förderprogramme meines Hauses und der FFA vor ziemlich genau einem Jahr sieht sich die FFA, die auch das Förderprogramm des BKM abwickelt, einer nicht abreißenden Flut von Anträgen gegenüber. Es ist geplant, dass mein Haus den Umrüstungsprozess auf digitales Abspiel mit insgesamt 20 Mio. Euro unterstützen wird. Die FFA wird sich in Höhe von 15 Mio. Euro beteiligen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_02_09.2:36 Sehr erfreulich ist auch, dass inzwischen alle Länder Förderprogramme aufgelegt haben. Sorge bereiten mir aber nach wie vor die Verleiher. Sie sind die größten Profiteure der Kinodigitalisierung. Vor mehr als einem Jahr haben sie mir zugesichert, dass sie sich mit mindestens 20 Mio. Euro am Umrüstungsprozess beteiligen werden. Seither wurden die Verträge für das Finanzierungskonzept zwischen Verleihern, Kinos und der FFA ausgehandelt und auch schon von einigen Verleihern unterzeichnet. Insbesondere einige große Verleiher mit US-amerikanischen Müttern sind jedoch äußerst zögerlich. Sie berufen sich zum Teil auf angeblich zeitintensive konzerninterne Abstimmungsprozesse. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2012_02_09.2:39 Die Kinos, die nicht digital abspielen können, sind wegen dieser Distributionspolitik schon jetzt vor große Herausforderungen gestellt. Wir müssen unser Ziel, die flächendeckende Digitalisierung der deutschen Kinolandschaft, mit Nachdruck weiterverfolgen. Nur so können wir den Erhalt ihrer Vielfalt sichern. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2013_09_12.1:14 Was für die Automobilbranche gilt, gilt im Grunde auch für die gesamte Industrie. Deutschland verfügt ja traditionell über besondere Stärken in klassischen Industriezweigen. Diese Stärken mit den Chancen der IT-Entwicklungen zu verbinden, bedeutet, gewohnte Standards ins 21. Jahrhundert, ins Zeitalter der Digitalisierung zu übersetzen. Das bedeutet neue Wachstumswege. Ich denke auch, die Automobilindustrie Deutschlands ist ein zentrales Beispiel für die lebendige Umsetzung dessen, was wir Industrie 4.0 nennen. Das ist ja auch eine Möglichkeit, dass Deutschland und Europa an anderen Stellen wieder aufholen. Wenn wir uns die großen Internet-Unternehmen dieser Erde anschauen, dann sehen wir, dass sie nicht aus Europa kommen – das muss man ja ganz neidlos anerkennen. Insofern ist es unglaublich wichtig, dass wir jetzt in Deutschland mit unseren Stärken in klassischen Bereichen die Verknüpfung mit der Digitalisierung schaffen. Denn dies ist ein Ausgangspunkt für zukünftiges Wachstum. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_03_15.1:2 Wie wir miteinander kommunizieren, wie wir lernen, wirtschaften, arbeiten – das alles durchdringt der digitale Wandel; und zwar mit rasanter Geschwindigkeit und in allen Wirtschaftsräumen der Welt. Und so kann man sagen, dass sich Digitalisierung und Globalisierung gegenseitig bedingen; beides gehört zusammen. Die CeBIT greift dies mit ihrem diesjährigen Motto d!conomy auf. Es verknüpft die Begriffe digital und economy; und das noch mit einem Ausrufezeichen – also eine deutliche Ansage, wie wirtschaftlicher Fortschritt in Zukunft definiert wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_03_15.1:19 Siebtens. Inwieweit die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden, hängt natürlich auch vom Vertrauen in die Verlässlichkeit neuer digitaler Lösungen ab. Um dieses Vertrauen zu untermauern, hat die Bundesregierung den Entwurf für ein IT-Sicherheitsgesetz auf den Weg gebracht. Es soll dafür Sorge tragen, dass die kritische Infrastruktur – Energieversorgung, Verkehr, Gesundheitswesen – auch wirklich verlässlich funktioniert. Ich glaube, dass dieses IT-Sicherheitsgesetz damit auch die Blaupause dafür liefert, wie wir uns dann in Brüssel bei den entsprechenden Themen aufstellen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_03_15.1:22 Zehntens. Von den vielen Möglichkeiten der Digitalisierung möchte ich nur eine herausgreifen – pars pro toto: Die vernetzte Mobilität. Deutschland als Autoland genießt einen hervorragenden Ruf. Und so soll es auch bleiben, wenn es um einen grundsätzlichen Wandel der Automobilindustrie hin zu völlig neuen Anwendungen geht. Bis zur Internationalen Automobil-Ausstellung im September werden wir erste Eckpunkte vorlegen, mit denen wir das automatisierte Fahren in Deutschland stärken. Auf der A 9 – wo anders als in Bayern? – richtet das Verkehrsministerium derzeit das sogenannte digitale Testfeld Autobahn ein, um automatisiertes Fahren praktisch zu erproben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_26.1:11 Uns stellt sich auch eine Vielzahl wirtschaftlicher Fragen, die uns in den nächsten Jahren im Zusammenhang mit der Digitalisierung beschäftigen werden, die die zukünftige Arbeitswelt betreffen und die Frage, welche Rolle der Mensch in dieser Welt spielen wird. Globalisierung und Digitalisierung erwecken zum Teil – ähnlich wie die Finanzmarktentwicklung während der großen Finanzkrise – den Eindruck, dass nicht mehr der Mensch die wirtschaftlichen Dinge beherrscht; dass die katholische Soziallehre gar nicht mehr zur Anwendung kommt im Sinne der Würde des einzelnen Menschen. Es muss absolut unser Ansinnen sein – und ich kann Sie da immer nur ermutigen –, die katholische Soziallehre weiterzuentwickeln, aber immer zu sagen: Die Wirtschaft ist für die Menschen da; sie sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bestimmen. Auch in einer globalisierten Welt, so schwierig das ist, muss das der Fall sein. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_26.1:14 Im Zusammenhang mit der Digitalisierung beschäftigen wir uns insbesondere auch mit den sozialen Medien. Bei Fragen wie Was ist erlaubt? Was ist nicht erlaubt? Wie müssen wir was verbieten? Welche Mechanismen müssen wir anwenden? sind wir wieder auf der Suche nach globalen Regeln. Dabei kann man als Land ein Stück weit vorangehen; dabei kann man gemeinsam als Europa einen Aufschlag machen. Aber zum Schluss muss man eine globale Verständigung finden, auch wenn das sehr schwierig ist. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_26.1:15 Ich will als Letztes nur noch, weil ich das jetzt nicht in aller Breite ausführen kann, eine Diskussion über die vielen ethischen Fragen, vor denen wir stehen, anstoßen. Die Möglichkeiten der Digitalisierung oder auch die Möglichkeiten der Biomedizin stellen uns vor Herausforderungen, über die wir in den nächsten Jahren noch sehr intensiv diskutieren werden müssen – ähnlich wie bei PID, wie bei der Sterbehilfe oder wie auch im Zusammenhang mit der Organtransplantation. Die Diskussion über all diese Themen wird mit den neuen technologischen Möglichkeiten noch massiv zunehmen – was zum Beispiel das Züchten von Organen anbelangt oder das bessere Verstehen von Hirnfunktionen. Da stellt sich die Frage: Wo sind die ethischen Grenzen – was kann man machen, was darf man nicht machen? Ich kann Sie nur ermutigen, sich immer wieder in diese Diskussion einzubringen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_01_29.1:87 Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir spüren immer mehr, welch tiefgreifendem Wandel unsere Gesellschaft durch die Digitalisierung ausgesetzt ist. Bildung, Ausbildung, der Arbeitsalltag, die industrielle Produktion verändern sich. Informationen aus der ganzen Welt sind in Sekunden verfügbar. Die Kommunikation der Menschen ist schier grenzenlos. Daten über jeden Einzelnen können in beliebigem Umfang gespeichert werden. Wir wollen, dass das Internet eine Verheißung bleibt; deshalb wollen wir es schützen. urn:cts:gps4:bundesregierung.bernd_neumann.2006_05_30.1:3 Die Produkte der Medien, die wir hören, sehen, lesen und aufnehmen, sind für Individuum und Gesellschaft von herausragender Bedeutung und keine bloße Ware. Deshalb bedarf es politischer, rechtlicher, gesellschaftlicher, kultureller und wirtschaftlicher Voraussetzungen, damit die Medien ihren unverzichtbaren Beitrag zur Demokratie leisten können. Hier ist der Ort der staatlichen Medienpolitik, die nicht nur angesichts der Digitalisierung vor großen Herausforderungen steht. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_04_12.1:4 Wir zählen zu den weltweit erfolgreichen Exportnationen, weil wir mit forschungs- und entwicklungsintensiven Hightech-Angeboten auf den Weltmärkten überzeugen können. Unseren Wohlstand werden wir uns nur erhalten können, wenn wir diese Innovationskraft weiter behalten. In einer Zeit, in der wir auch wieder disruptive Entwicklungen erleben, in der sich neue Qualitäten der industriellen Produktion durch Digitalisierung entwickeln, wird es von großer Bedeutung sein, ob wir innovationsfreudig bleiben, neuartige Produkte in möglichst großer Breite anbieten können und damit weiterhin eine führende Stellung behalten, oder ob uns das nicht gelingt. Ich würde ganz einfach sagen: Die Schlacht ist noch nicht geschlagen. Wir sind nicht ohne Möglichkeiten, aber wir müssen realistisch sein: Sie ist nicht geschlagen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_04_12.1:7 Wir brauchen natürlich ein sehr enges Zusammenwirken der verschiedenen Akteure. Deshalb legt die Bundesregierung mit ihrer Digitalen Agenda sehr viel Wert darauf, die verschiedenen Ressorts in enger Kooperation, in beständigem Austausch zu haben. Ich würde sagen, das funktioniert heute deutlich und weitaus besser als in vergangenen Jahren, was absolut von Vorteil ist. Das spiegelt sich auch in unserem Innovationsdialog wider. Ich denke, die gesamte Digitalisierung veranlasst uns sowieso, auch in anderen Netzwerken zu arbeiten. Das gilt auch für Regierungen. Sie veranlasst uns auch, mit flacheren Hierarchien zu arbeiten. Das ist für administrative Körper keine ganz einfache Sache. Dem werden wir uns im Regierungshandeln weiter stellen müssen. Aber das gelingt in Ansätzen bereits sehr gut. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_04_12.1:16 In diesem Zusammenhang will ich kurz einen Blick auf den Mittelstand werfen, der ja in Deutschland sehr weit und breit definiert ist. Es wird sehr stark darauf ankommen, dass sozusagen die großen Zugpferde die mittelständischen Unternehmen mitnehmen und dass wir auf breiter Front die Notwendigkeiten der Digitalisierung verankern. Daran wird sich auch ganz wesentlich mit entscheiden, ob wir die Zeichen der Zukunft wirklich ausreichend erkennen, eben weil ja der Mittelstand das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist. Um dem Transfer von digitalem Know-how auf die Sprünge zu helfen, richten wir als Bundesregierung sogenannte Kompetenzzentren ein. Ich glaube, dass wir hiermit eben auch kleineren und mittelständischen Unternehmen eine gute Möglichkeit geben, Fachwissen aufzunehmen, neue Entwicklungen kennenzulernen und selbst zu testen. Ich glaube, das ist ein vernünftiger Schritt. urn:cts:gps4:bundesregierung.gerhard_schroeder.2000_05_31.1:3 Die Digitalisierung der Produktion, die Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen, die Auswirkungen immer neuer technischer Entwicklungen, aber auch die Notwendigkeit, beispielsweise Umwelt- und Sicherheitsprobleme zunehmend im weltweiten Maßstab anzugehen - all das erfordert eine immer enger werdende internationale Zusammenarbeit; nicht nur der Länder und der Verantwortlichen in den Ländern, sondern - wenn es gelingen soll - auch der Menschen in den Staaten. Überall auf der Welt stellen sich Menschen die Frage, wie die rasanten Veränderungen in unseren Gesellschaften ihr persönliches Leben beeinflussen und wie sie damit umgehen können. Sie wollen wissen: Welche Zukunft haben die Kinder, die heute geboren werden oder diejenigen, die hier auf der Bühne waren? - Sie wollen wissen, was aus der Umwelt wird. Wie werden die Städte und die Arbeitsplätze in den Gemeinden und Städten aussehen? Was kann und muss ich tun - so fragen sich diese Menschen - um einem sehr umfassenden Sinne an den Perspektiven einer Wissens- und Informationsgesellschaft teilzuhaben? urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_15.1:6 Es stellt sich natürlich die Frage: Welche Rolle nimmt der Mensch in diesem Prozess ein; und welche Folgen hat das insgesamt? Wenn man die dramatischen Analysen liest und hört, welche Berufe es bald nicht mehr geben werde und wie viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren könnten, dann stellt man, denke ich, aber fest, dass das oft eher Kassandrarufe sind, als dass dies etwas mit der Realität zu tun hat. Ich habe sehr intensiv versucht, zu verstehen, was Industrie 4.0 und Digitalisierung heißt. Im vergangenen Jahr habe ich etliche Unternehmen besucht. Überall war eigentlich klar: Ja, es verändern sich Beschäftigungsarten, aber die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die gebraucht wird, verändert sich gar nicht dramatisch. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_15.1:23 Damit sind wir jetzt an einem spannenden Punkt, der unser politisches Vorgehen ändert. Wir sind gewöhnt, für große Gruppen ein Gesetz zu beschließen, und zwar bitteschön für 20 Jahre; so lange sollte daran nicht mehr gerührt werden. Die Digitalisierung bringt es mit sich, dass die Menschen plötzlich individuelle Angebote bekommen. Jeder kann sich sein Müsli zusammenstellen, jeder kann sich individuelle Turnschuhe kaufen. Ich habe neulich eine interessante Geschichte gehört, dass die Turnschuhproduktion aus Schwellenländern wieder nach Deutschland zurückkommt, weil der Grad der gewünschten Individualisierung bei Turnschuhen so hoch ist, dem man nur mit digitaler Technologie gerecht werden kann. Die Menschen werden sich an individuelle Angebote gewöhnen und sagen: Was wollt ihr uns denn noch in großen Gruppen zu Millionen ansprechen? Ich bin gewöhnt, dass ich das bekomme, was genau für mich notwendig ist und was ich konkret brauche. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_15.1:30 Auch E-Learning ist ein Thema. Die Digitalisierung verändert natürlich auch die Art des Lernens. Wenn ich jungen Leuten glauben darf, dann ist das sehr viel selbstverständlicher, als wir es als alte Hasen kennen, die denken, alles müsse persönlich abgefragt werden. Das ist ja heute auch sehr spannend und geht manchmal geradezu spielerisch. Auch dies muss man natürlich mit einbeziehen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_15.1:34 Das Zweite ist: Wir als Staat können den Weg der Digitalisierung natürlich dadurch fördern, dass wir selbst bessere digitale Angebote machen – angefangen mit der Gesundheitskarte bis hin zu allen Kontakten, die der Bürger mit seinem Staat hat. Ich sage einmal, wenn man sich hier in Berlin um die Termine auf dem Bürgeramt bemüht, dann hat man nur Kurzzeiterfahrung mit dem Internet, weil die Termine meistens sofort vergeben sind. Aber noch schöner wäre es natürlich, man könnte den ganzen Geschäftsgang gleich per Internet erledigen. Daher haben wir uns im Rahmen der Diskussion über die Bund-Länder-Finanzbeziehungen auch darauf verständigt, dass Bund und Länder an einem Bürgerportal arbeiten. Viele andere Länder um uns herum sind da schon weiter als wir. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_15.1:35 Ich glaube, je natürlicher wir die Digitalisierung auch in das öffentliche Leben hineinbringen, umso natürlicher werden Menschen dann auch die Veränderungen im Arbeitsleben wahrnehmen. Es ist ja heute schon so, dass Arbeitgeber zum Teil sehr gut an die Smartphone-Erfahrungen anknüpfen können, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ihrer Freizeit machen und die damit sozusagen gleich mit einem bestimmten Grundwissen einsteigen. Das soll aber nicht etwa heißen, dass sich der Mensch alles Notwendige an Wissen privat aneignen muss und dann am besten noch das modernste Smartphone mit in die Berufsschule bringen muss, weil die Berufsschule das nicht hat; das wäre auch nicht in Ordnung. Deshalb ist das Thema Ausstattung der Bildungseinrichtungen und Qualifizierung der Aus- und Weiterzubildenden aus meiner Sicht ein großer Schwerpunkt für die kommende Legislaturperiode. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_02_15.1:14 Deshalb spielen in unseren Diskussionen in dieser Legislaturperiode auch die Frage der Digitalisierung in all ihren Facetten und Industrie 4.0 eine wichtige Rolle. Wir werden noch eine Vielzahl an Umbrüchen erleben, hoffentlich alle gut gestaltbar. Die Digitalisierung wird unsere Arbeitswelt und unsere Art der Produktion jedenfalls dramatisch verändern. Es ist noch nicht ausgemacht, ob die Punkte, an denen die wesentlichen Teile der Wertschöpfung erfolgen, wirklich in Europa und wirklich in Deutschland liegen oder ob wir der Gefahr erliegen, der verlängerte Produktionsarm von Internetunternehmen zu werden, die die eigentliche Kundenbeziehung in der Hand haben. Das Verhältnis des Produzenten zu seinem Kunden wird ausschlaggebend für die zukünftige Diskussion sein. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_01_20.1:4 Und in diesem Jahr wollen Sie vor allem darüber diskutieren, wie die vierte industrielle Revolution gemeistert wird. Der Blick auf Ihre umfangreiche Agenda hat mir erneut verdeutlicht, wie eng unsere Weltgemeinschaft auf den unterschiedlichsten Ebenen miteinander verwoben ist und wie viele gegenseitige Abhängigkeiten schon heute bestehen. Dies betrifft besonders die rasante Digitalisierung, die zunehmende Vernetzung der Welt. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_17.1:5 Wir konnten uns soeben anschauen, wie Kinder heute in spielerischer Weise lernen, was sich digital abspielt. Ich finde es ganz wichtig, dass sozusagen die Basics von Anfang an gelernt werden. Aber auch Ältere sollen Zugang zu den Möglichkeiten der Digitalisierung haben. Deshalb begrüße ich auch das sehr, was wir hier im Zusammenhang mit der digitalen Produktion gesehen haben, und dass die IG Metall mit Unternehmen zusammenarbeitet, um die digitale Arbeitswelt allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durch lebenslanges Lernen zugänglich zu machen – auch um die Kluft, die es ja doch zwischen denen, die sich Software-Ingenieure oder -Fachkräfte nennen, und denen, die die Hardware produzieren, gibt, zu überbrücken. Denn die digitale Welt bedeutet ja nichts anderes als die Verschmelzung dieser beiden Welten. Das muss sich natürlich auch in der Arbeitswelt der Menschen widerspiegeln, die sozusagen nicht auf zwei verschiedenen Planeten leben sollten. Wir sind daher schon gespannt auf das Weißbuch, das uns die Bundesarbeitsministerin demnächst vorlegen wird. Dann wird sich auch zeigen, wie wir unsere klassische Arbeitswelt Schritt für Schritt in eine neue transformieren können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_17.1:13 Deutschland hat eine gute Ausgangsposition, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Aber wir sind weit davon entfernt, in allen Bereichen Weltspitze zu sein. Wettbewerb ist spannend; er ist interessant und rasant. Politik muss lernen, sich schneller auf Veränderungen einzustellen, schneller Entscheidungen zu treffen, vielleicht auch bestimmte Regelungen zeitweise in Kraft zu setzen und dann zu überlegen, ob sie sich bewährt haben oder nicht. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_17.1:16 Wenn man nun ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland auf den disruptiven Prozess des Übergangs in die digitale Welt vorbereiten will, dann ist es extrem wichtig, dass jeder Bürger und jede Bürgerin eine Chance hat, auch im Alltagsleben zu spüren, was dabei stattfindet. Sehr oft wurde uns gesagt: Ihr kümmert euch im Bereich E-Government nicht genug um die Dinge, die notwendig sind. Ich glaube, hier sind wir erhebliche Schritte vorangekommen. Auf der einen Seite gibt es jetzt mit Staatssekretär Vitt im Bundesinnenministerium einen, der nun wirklich für Digitalisierung verantwortlich ist. Ich will Ihnen die Schilderung ersparen, wie man IT-Systeme verschiedener Ministerien anpasst, Schnittstellen schafft und gemeinsam an die Zukunft denkt. Das ist extrem schwierig, weil die einen Angst haben, dass das zuständige Innenministerium vielleicht ein bisschen zu langsam sein könnte; und wenn man bei seinem IT-System einmal einen Fehlgriff getan hat, könne man davon so schnell nicht wieder wegkommen. Andere wollen sich nicht in die Karten schauen lassen. Aber ich glaube, wir haben jetzt doch ein gemeinsames Herangehen geschafft. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_11_17.1:18 Die Einführung der Gesundheitskarte war eine schlechte erste Initiative, die wir nicht kopieren wollen. Wir wollen vielmehr schneller vorankommen. Das setzt allerdings voraus, dass es eine allgemeine Übereinstimmung darin gibt, dass sich auch Menschen über 60 noch eine PIN merken können. Eine der großen Fragen im Zusammenhang mit der Gesundheitskarte lautete ja: Kann man von Menschen über 60 erwarten, dass sie sich beim Arzt an ihre PIN erinnern? Ich glaube, es stand eher die Befürchtung dahinter, dass man plötzlich mitbekommen könnte, wie viele Internisten man als Patient in einer Stadt schon besucht hatte, als dass sich die Leute keine PIN merken könnten. Digitalisierung schafft auch eine gnadenlose Transparenz; und manch einer, der heute in seiner Ressortzuständigkeit oder in seiner allgemeinen Zuständigkeit noch eine kleine Spielecke hat – seien es Krankenkassen oder Kassenärztliche Vereinigungen – ist gar nicht erpicht darauf, dass alles, was sich da abspielt, transparent wird. Aber ich denke, für die Effizienz der Verwaltung ist dies extrem wichtig. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_03_16.2:13 All das braucht leider seine Zeit, auch wenn Ihnen diese Themen angesichts der strukturell schwierigen Lage in der nun so lange andauernden Niedrigzinsphase verständlicherweise unter den Nägeln brennen. Gerade habe ich eine Studie gelesen, wonach 82 Prozent der Stiftungsverantwortlichen angesichts rückläufiger Einnahmen in den nächsten vier bis fünf Jahren mit einem Rückgang ihrer Fördermöglichkeiten rechnen und eine Mehrheit davon ausgeht, dass es künftig häufiger zu Abwicklungen und Zusammenlegungen von Stiftungen wird kommen müssen. Keine Frage: Es ist ein harter Boden, den Sie im Moment beackern. Die aktuelle Situation verlangt ein enormes Maß an Kreativität, Spürsinn und Mut: Kreativität bei der Suche nach neuen Betätigungsfeldern im Rahmen des Stiftungszwecks; Spürsinn bei der Suche nach neuen Finanzquellen; dazu den Mut, neue Wege einzuschlagen, etwa was die Vermarktung oder die Wahl der Kooperationspartner angeht. Dabei können neben guten rechtlichen Rahmenbedingungen auch staatliche Kooperationsangebote unterstützen. Mir ist es jedenfalls vor dem Hintergrund der guten Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit im Miteinander von staatlichem und privatem Engagement gemacht haben, ein dringendes Anliegen, Projekte zu initiieren und zu fördern, an die private Initiativen andocken können. Zukunftsperspektiven dafür sehe ich vor allem mit Blick auf drei Entwicklungen, die unsere Gesellschaft langfristig prägen und verändern werden: erstens, im Zusammenhang mit der Integration geflüchteter Menschen; zweitens, in Folge des demografischen Wandels; und drittens, im Kontext der Digitalisierung. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_03_16.2:19 Neue Perspektiven der Stiftungsarbeit ergeben sich schließlich, damit bin ich beim dritten Punkt, im Zuge der Digitalisierung. Die Digitalisierung eröffnet Stiftungen nicht nur neue inhaltliche Betätigungsfelder; sie kann ihnen auch die Arbeit erleichtern. Allein die Tatsache, dass es dank digitaler Kommunikationswege so einfach ist wie nie zuvor, eine Vielzahl an Menschen anzusprechen und um Unterstützung zu werben, macht Stiftungen zu Profiteuren des digitalen Wandels. Stiftungen können heute über die sozialen Netzwerke mit wenig Aufwand auf sich aufmerksam machen und das Interesse potentieller Geldgeber wecken. Und während die niedrigen Zinsen Stiftungsverantwortlichen die Arbeit schwer machen, entwickeln sich im Internet neue Möglichkeiten der Finanzierung. Mit der Schwarmfinanzierung, dem Crowdfunding, gibt es eine vielversprechende Form des digitalen Mikro-Mäzenatentums, und erste erfolgreiche Beispiele etwa im Medienbereich zeigen, was für ein enormes Potential sich hier auftut. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_03_16.2:20 Das Internet bietet neue Chancen im Übrigen nicht nur für die Stiftungsfinanzierung, sondern auch für die Vernetzung mit geeigneten Kooperationspartnern. Mein Haus arbeitet bei der Digitalisierung von Kulturgut bereits hervorragend mit Stiftungen zusammen und investiert hier erhebliche finanzielle Mittel - sei es für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes (2016 fließen für Digitalisierungsvorhaben je 250.000 Euro an die Stiftung Deutsche Kinemathek, die DEFA-Stiftung, die Murnau-Stiftung und das Deutsche Filminstitut), sei es für die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), das gemeinsam von Bund und Ländern betriebene Zugangsportal zu digitalen Objekten aus Kultur und Wissenschaft in Deutschland. Dafür haben wir bis Ende 2015 knapp 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Trotz der öffentlichen Grundfinanzierung ist die DDB offen für Kooperationen mit privaten Partnern. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2016_03_16.2:21 Welche Strategien und Perspektiven auch immer Sie heute und morgen für Ihre Stiftungsarbeit diskutieren, meine Damen und Herren: Sie können sicher sein, dass Stiftungen im Zeitalter der Digitalisierung an Bedeutung gewinnen. Denn unabhängig vom Stiftungszweck motivieren sie Menschen, aktiv zu werden und Verantwortung für unser Gemeinwesen zu übernehmen statt sich auf digitale Aktivitäten, auf Posts, Tweets und Likes für Kampagnen im Netz, zu beschränken. Ich kann die Welt nicht verändern, aber einen einzelnen Menschen, mich selber - im Sinne dieser berühmten Worte eines berühmten Stiftungsgründers, nämlich Karlheinz-Böhms, der heute seinen 88. Geburtstag gefeiert hätte, tragen Stiftungen dazu bei, dass Menschen sich als gesellschaftliche Mitgestalter im Kleinen wie im Großen verstehen. Die Verleihung des DAVID-Nachwuchspreises - besonders engagierten und insbesondere kleinen Stiftungen gewidmet - präsentiert uns dafür sicher überzeugende Beispiele. Die Kulturnation Deutschland braucht diesen Willen zur Mitgestaltung, braucht eine starke Bürgergesellschaft, braucht Stiftungen und braucht Unternehmen, die sich als gute Bürger - als Corporate Citizens, wie man auf neudeutsch so schön sagt - verstehen und die in ihrem Engagement für die Kultur ja auch von der Strahlkraft der Kultur profitieren. Kultur ist - das sollte uns immer bewusst sein - nicht das Ergebnis von wirtschaftlichem Wohlstand; sie ist vielmehr dessen Voraussetzung. In diesem Sinne, verehrte Damen und Herren, wünsche ich Ihnen zwei inspirierende Konferenztage mit wertvollen Impulsen für Ihre Arbeit, die Ihnen nicht nur durch die Niedrigzinsphase helfen, sondern weit in eine gute Zukunft weisen! urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_04_26.2:13 Es gibt also sehr viel zu tun. Wir müssen uns überlegen, wie wir vielleicht auch eine Sprungentwicklung schaffen. Das kann gerade in den Entwicklungs- und Schwellenländern der Fall sein, weil hier die digitale Entwicklung Möglichkeiten eröffnet – das haben wir gestern in den Panels schon gehört –, an Informationen und auch an Geschäftsmodelle heranzukommen, was man sonst ohne die Möglichkeiten der Digitalisierung oder des Smartphones gar nicht schaffen kann. urn:cts:gps4:bundesregierung.gerhard_schroeder.1999_02_01.1:45 Einem so sachkundigen Publikum wie Ihnen die Weltwirtschaft zu erklären, will ich mir gar nicht anmaßen. Sie alle kennen die Chancen und die Risiken einer sich immer schneller globalisierenden Wirtschaft, der Digitalisierung der Produktion, des Übergangs in eine Informations- und Wissensgesellschaft. Und wir alle wissen, wie weit die Auswirkungen dieses Wandels in das tägliche Leben der Menschen und die Organisation der Arbeitswelt hineinreichen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_11.1:13 Kein Land allein kann die Globalisierung gestalten. Kein Land allein kann die Potenziale der Digitalisierung nutzen, die sich in einer vernetzten Welt bieten. Kein Land allein kann die Ursachen von Flucht und Migration oder den Klimawandel erfolgreich bekämpfen. Deshalb kann gar nicht oft genug betont werden: Globale Aufgaben erfordern globale Antworten. Eine vernetzte Welt braucht gemeinsame Ansätze. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_11.1:19 Erstens das von Ihnen schon genannte Thema der Digitalisierung. Wir haben unsere G20-Präsidentschaft unter das Motto gestellt: Eine vernetzte Welt gestalten. Wir wissen, dass sich in der digitalen Ökonomie viele, fast unendlich viele neue Geschäftsmodelle entwickeln. Wir müssen diese Innovationspotenziale erkennen und nutzen. Das bedeutet vor allen Dingen, dass wir lernen müssen, mit großen Mengen an Daten umzugehen und aus ihnen neue Produkte zu machen, natürlich unter Berücksichtigung des gleichzeitigen Bedürfnisses nach hohem Datenschutz und nach hoher Datensicherheit. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_11.1:20 Wir haben im Rahmen der G20 zum ersten Mal ein Treffen der Digitalminister gehabt. Wir wollen in Europa einen digitalen Binnenmarkt schaffen. Wir haben im Rahmen der G20 einen Fahrplan festgelegt, der die Richtung für die gemeinsame Arbeit vorgibt. Denn bis zu internationalen Regelungen im Bereich der Digitalisierung ist es noch ein weiter Weg. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass Digitalisierung genau solche Leitplanken braucht, was wir in anderen Bereichen der Rechtsetzung, zum Beispiel mit Blick auf die Finanzmärkte, erst bitterlich lernen mussten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_11.1:51 Meine Damen und Herren, wir sehen also, dass wir vor großen Herausforderungen stehen. Mit der Digitalisierung beginnt an vielen Stellen ein qualitativ neuer Zeitabschnitt, der von uns große Anstrengungen erfordert. Ich bin mir, wenn ich das so sagen darf, aber noch nicht hundertprozentig sicher, ob die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit den revolutionären Geist schon voll erfasst hat. Ich glaube, dass jeder verstanden hat, dass die Digitalisierung im eigenen Unternehmen Einzug hält, und dass das, was wir mit Industrie 4.0 beschreiben, gut bewältigt wird, auch bis tief hinein in den Mittelstand. Ich bin mir aber noch nicht ganz sicher, ob sich die dramatische Veränderung, die sich durch die Möglichkeiten der Digitalisierung in den Geschäftsmodellen ergibt, schon überall abschließend verstanden wurde. Denn letztendlich werden sich die Beziehungen der Unternehmen zu ihren Kunden völlig verändern. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_06_02.1:18 Natürlich hat die ganze Palette der MINT-Fächer durch die Digitalisierung weiter an Bedeutung gewonnen. Was man jemandem sagen kann, der in diesem Bereich einen guten Abschluss gemacht hat, ist, dass man mit großer Wahrscheinlichkeit eine gute Berufsperspektive hat und dass man auch vergleichsweise gute Verdienstmöglichkeiten hat. Ich sage einmal: Sich lieber am Anfang ein bisschen quälen, um dann eine große Sicherheit für das eigene Leben zu haben. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_06_02.1:19 Angesichts der Durchdringung der realen Welt mit digitalen Technologien ist aber damit zu rechnen, dass wir in Deutschland eher zu wenige als zu viele Menschen haben, die in diesem Bereich tätig sind. Ich begrüße es deshalb sehr, dass Sie diesen 4. MINT-Gipfel zu einem Gipfel 4.0 – mit dem Motto Digitale Chancen ergreifen - Digitale Spaltung meistern – gemacht haben. Wir sind ja inzwischen von digitalen Technologien schon in hohem Maße abhängig geworden. Wenn einmal der Akku im Smartphone leer ist, wenn man keinen Internetzugang hat, dann wird man ja zunehmend unwillig. Der Internetzugang ist so etwas Normales geworden wie Tatsache, dass wir heute davon ausgehen können, überall in Deutschland Wasser zu bekommen oder ausreichend Tankstellen zu haben. Weit über die MINT-Berufe hinaus sind Menschen heute mit Digitalisierung befasst. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_06_02.1:29 Das stellt uns auch in der Politik vor große Herausforderungen. Deshalb hatten wir gerade in der vergangenen Woche eine Kabinettsklausurtagung, auf der wir uns mit verschiedenen Aspekten der Digitalisierung beschäftigt haben. Um zu wissen, was noch vor uns liegt, haben wir den estnischen Ministerpräsidenten eingeladen, der uns davon berichtet hat, wie die Digitalisierung in Estland in alltägliche Vorgänge und Bereiche Einzug gehalten hat – vom Gesundheitssystem und individuellen Krankenakten über das Wahlsystem, im Rahmen dessen man selbstverständlich digital abstimmen kann, bis hin zu Sicherheitsfragen. Das war eine wirklich interessante Erfahrung. Man kann sich natürlich damit herausreden, dass das ein Land ist mit nicht einmal zwei Millionen Einwohnern; wir haben 80 Millionen. Wir haben ein föderales Gebilde; dort ist es einfacher. Aber wenn ich mir einmal anschaue, in welcher Geschwindigkeit wir die Gesundheitskarte einführen, dann kann ich nur sagen: So kann es nicht weitergehen, sondern da muss noch einmal ein gewisser qualitativer Sprung kommen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2014_09_25.1:11 Der Bund tut alles, was im Rahmen des Grundgesetzes, im Rahmen des Kulturföderalismus möglich ist, um die kulturelle Vielfalt vor Ort zu fördern. Da gibt es nicht nur herausragende Programme wie zum Beispiel den Kinoprogrammpreis, den Spielstättenprogrammpreis und das Programm zur Förderung der Digitalisierung von Kinos, damit sie als Kulturorte erhalten bleiben, sowie natürlich die Denkmalschutzprogramme. Wir entlasten die Kommunen auch materiell, zum Beispiel bis 2016 von den Pflichtleistungen für Kosten der Unterkunft und Grundsicherung im Alter, und zwar in Milliardenhöhe. Das schafft Investitionsfreiräume, die gut für freiwillige Leistungen und da zuvörderst für die Kultur genutzt werden können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_21.1:18 Ich will auch sagen, dass wir auf Technologieoffenheit setzen. Die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten, etwa was das intelligente Steuern von Heizungen anbelangt und vieles andere. Das sogenannte Smart Home wird die Zukunft sein. Hierbei kann man noch vieles tun. Es kommt aber auch auf innovative Quartierslösungen an – auf optimierte Energiekonzepte, die den zunehmenden Einsatz erneuerbarer Energien einbeziehen und für hinreichend Flexibilität zwischen Energiegewinnung und -nutzung sorgen. urn:cts:gps4:bundespraesidenten.joachim_gauck.2016_06_30.1:18 An Veränderungen, die neues Denken und Handeln erfordern, herrscht bekanntlich kein Mangel. Manche Beschäftigte bekommen das deutlich zu spüren. Internationalisierung, Digitalisierung und Flexibilisierung werfen Fragen zur Zukunft des Wirtschafts- und Arbeitslebens auf, auch zur Zukunft der Mitbestimmung. In dieser Situation geht es für alle Beteiligten darum, sich der Frage zu stellen: Wie bleiben die tradierten Mitbestimmungsideen auch künftig wirksam? urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2013_06_07.1:16 Wir wissen aus Deutschland auch, dass solche Erfolge nicht sofort eintreten können. Natürlich muss man sich auch mit der Frage befassen: Womit wollen wir in Europa eigentlich unser Geld verdienen? Denn Strukturreformen allein reichen noch nicht, wenn man kein Geschäftsmodell hat. Wenn wir uns sehr viel Regulierung leisten, wenn wir alles sehr kompliziert machen, wenn wir mit dem Breitbandausbau in Europa langsamer vorankommen als andere Regionen, wenn wir mit der Digitalisierung langsamer vorankommen, dann liegt das nicht daran, dass sich irgendwelche bösen Mächte gegen Europa verschworen haben, sondern daran, dass die Europäer bei manchen Dingen selbst sehr lange brauchen, um – um es etwas lax zu sagen – in die Puschen zu kommen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_09_19.1:19 Sie haben darauf hingewiesen – ich komme später noch einmal darauf zu sprechen –, dass es im Bereich Digitalisierung der Fertigung, die mit dem Internet der Dinge zusammenhängt, rund 50.000 Betriebe gibt. Dieser Hinweis zeigt, wie innovativ Handwerksbetriebe sind und wie sehr sie auch auf eine Kooperation mit der Forschung angewiesen sind. Deshalb wollen wir ihnen den Zugang verbessern. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_09_19.1:26 Ich bin sehr froh – ich will das hier ausdrücklich sagen –, dass Günther Oettinger das Ressort Digitalisierung in Europa bekommen hat. Denn für ein Industrieland wie Deutschland mit über 20 Prozent Wertschöpfung im industriellen Bereich ist die Frage Wie schnell schaffen wir die Kombination von Handwerk, Mittelstand, Industrie insgesamt und Digitalisierung? sehr wichtig. Da müssten europäische Rahmenbedingungen mit dem zusammenspielen, was wir in Deutschland machen. Insofern ist das ein Ressort, das uns geradezu auf den Leib geschneidert ist. Er hat auch eine sehr gute Kompetenzstruktur. Denn bisher hat Europa daran gekrankt, dass auf der einen Seite die digitale Agenda von Kommissarin Kroes und auf der anderen Seite der gesamte Verbraucheraspekt von Kommissarin Reding bearbeitet wurde, was regelmäßig dazu geführt hat, dass man sich zwar um niedrige Preise für die Nutzer gekümmert hat, aber zu wenig um die Frage: Wie viel Kapital ist überhaupt noch für Investitionen in die Zukunft verfügbar? Wenn beides jetzt aus einer Hand gesteuert werden kann, setzen wir sehr große Erwartungen darauf, dass auch der Investitionsaspekt eine viel größere Rolle spielen wird. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_09_19.1:32 Meine Damen und Herren, Sie haben es am Anfang gesagt, Herr Wollseifer: Die Welt war noch nie so unfertig. Ihr Motto spricht nicht nur für das, was im Internet der Dinge, in der Digitalisierung usw. vor allem auch von jungen Menschen heute gemacht werden kann, sondern es spricht auch die geopolitische Lage und die damit verbundenen erheblichen Risiken an – Herausforderungen, denen wir uns um unserer eigenen Sicherheit willen stellen müssen, wenn ich zum Beispiel an die Terrororganisation Islamischer Staat denke. Wir sehen gerade bei so einer Herausforderung, dass man nicht sagen kann: Ach, das ist doch weit weg von uns. Im Gegenteil, wir müssen sehen, dass ein beträchtlicher Teil der Kämpfer bei der Organisation Islamischer Staat aus europäischen Ländern und eben auch aus Deutschland kommt. Deshalb sind auch wir gefordert, den Kampf gegen diese Terrororganisation zu unterstützen. Wir haben sowohl mit humanitären Hilfen als auch mit Waffenlieferungen reagiert. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_12_09.1:16 Das Handwerk verzeichnet ein Plus bei den Ausbildungsverträgen – entgegen dem demografischen Trend, was eigentlich ermunternd ist. Die Bandbreite der Berufsausbildung ist groß. Ich habe keinen abschließenden Überblick darüber, aber ich kann Sie nur ermutigen, die Curricula möglichst schnell auch auf die Herausforderungen der Digitalisierung auszurichten, damit wir nachher keine disruptiven Prozesse bekommen und damit sich die Berufe evolutionär weiterentwickeln können. Noch haben wir die Chance, das gut hinzubekommen. Wenn wir staatlicherseits zu langsam sind, müssen Sie uns das sagen. Wir sind ja auch nicht immer die Schnellsten. Die Zeit drängt. Wir müssen uns auch gegenseitig beflügeln. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_12_09.1:23 Beim Thema Digitalisierung bin ich nach wie vor der Meinung, dass es in Deutschland in der gesamten Gesellschaft noch nicht in dem Maße angekommen ist, wie es notwendig wäre. Wir haben deshalb gestern Abend, als wir die Bund-Länder-Finanzbeziehungen quasi finalisiert und über die notwendigen Grundgesetzänderungen gesprochen haben, auch über Maßnahmen gesprochen, die aus unserer Sicht zwischen Bund, Ländern und Kommunen verabredet werden müssen, damit wir auch dem Thema Digitalisierung den notwendigen Raum geben. Auf Bundesseite war es uns sehr wichtig, dass wir ein gemeinsames Portal entwickeln, auf das Bürgerinnen und Bürger zugreifen können und, unabhängig davon, welche staatliche Ebene jeweils verantwortlich ist, sozusagen ihre Geschäfte mit dem Staat abwickeln können. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_12_09.1:25 Ich halte E-Government und Digitalisierungsmöglichkeiten für Bürger aber noch aus einem zweiten Grund für wichtig. Wir sind ein Land, das einen demografischen Wandel dahingehend durchläuft, dass das Durchschnittsalter der Bevölkerung immer höher steigt. Damit könnte die Innovationsfreude eher sinken. Zumindest ist nicht gesagt, dass sie steigt, um einmal ganz vorsichtig zu sein. – Das ist keine Beleidigung. – Man muss jedenfalls sozusagen Incentives schaffen. Wenn der Staat Digitalisierung akzeptiert und in seinem staatlichen Handeln annimmt, dann wird das insgesamt so laufen wie eine Weiterbildungsmaßnahme für alle, weil alle dann bestimmte Möglichkeiten nutzen können. Das hilft auch Ihnen in den Betrieben, da Sie auf ein offenes Publikum stoßen und wir uns über die Balance von Datenmenge und Datenschutz vielleicht anders unterhalten, als wenn wir noch nie mit Digitalisierung in Berührung gekommen wären. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_12_09.1:27 Zudem müssen wir natürlich die Infrastruktur anständig ausbauen. 50 Megabit pro Sekunde pro Haushalt werden wir im Jahr 2018 haben. Das ist schon ganz gut, reicht aber mit Blick auf die Herausforderungen, die wir bereits sehen, noch nicht. Wir werden in den Gigabitbereich gehen müssen. Wir haben in Deutschland die Voraussetzungen geschaffen, um das 5G-Netz auszurollen. Ich, der Wirtschaftsminister und andere aus der Bundesregierung arbeiten intensiv daran, einen digitalen Binnenmarkt zu entwickeln, damit wir die Vorteile des Binnenmarktes auch im Zeitalter der Digitalisierung nutzen können. Um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, ist etwa der Förderschwerpunkt Mittelstand Digital für viele Betriebe ebenso wichtig wie die Kompetenzzentren, die wir eingerichtet haben und noch einrichten werden. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2016_12_09.1:39 So viel vielleicht noch zum Abschluss: Nach dem Referendum in Großbritannien zum Verlassen der EU haben wir uns im Kreis der 27 in Bratislava zusammengesetzt und gefragt: Was müssen wir in dieser Situation lernen und besser machen? Da gibt es im Grunde einfache Sachen. Europa muss sich mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Wir haben die Themen äußere und innere Sicherheit und das Thema Digitalisierung ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt. Europa darf nicht so viele Versprechungen machen, die man später nicht einhält. Es ist zum Beispiel versprochen worden, drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung auszugeben und über 70 andere Sachen. Wenn man aber danach fragt, wer sich unter den Mitgliedstaaten eigentlich daran hält, dann zeigt sich, dass die Liste doch sehr endlich ist. Es bringt Verdruss mit sich, wenn man dauernd Dinge verspricht, die man nicht einhält. Manchmal ist es aber auch richtig schwierig, wenn sich wieder einmal ein großes Vorhaben, eine große Verpflichtung ankündigt, zu sagen: Leute, das kann man doch gar nicht schaffen. Ich meine, wenn Länder mit Millionen arbeitsloser junger Menschen eine Beschäftigungsgarantie für Jugendliche versprechen, dann kann das nicht funktionieren. Das kann die beste Regierung nicht schaffen. Weil ich Ähnliches auch aus der Anfangszeit der Deutschen Einheit kenne, als wir hohe Arbeitslosenzahlen in den neuen Bundesländern hatten, als wir eine wirklich aktive Arbeitsmarktpolitik gemacht haben und man trotzdem wusste, wie viel man etwa mit Hilfe von ABM tatsächlich schafft, rate ich immer: Leute, seid doch bodenständig und sagt, dass ihr dies oder das wollt, aber versprecht bitte nicht jedem etwas, das zum Schluss nicht eingehalten werden kann. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_07_12.1:5 Sie haben mit dem Begriff Digitalisierung als dritten Bestandteil des Titels das Thema analysiert und identifiziert, das für uns in der nächsten Legislaturperiode von großer Bedeutung sein wird, eben auch in der Verwaltung. Es war eine gute Sache, dass es diese schwierigen Bund-Länder-Finanzverhandlungen gab, in denen es möglich war, eine entsprechende Grundgesetzänderung durchzubringen. Ich weiß nicht, ob das sonst gelungen wäre. Wir haben jetzt sozusagen ein Problembewusstsein. Wir haben das Instrumentarium zur Verfügung. Aber wir haben natürlich noch viel Arbeit vor uns. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_06_25.1:23 Wenn wir darüber sprechen, wie wichtig es ist, in die Zukunft unseres Landes zu investieren, dann ist eines der großen Themen natürlich auch die voranschreitende Digitalisierung. Hinter diesem Stichwort verbirgt sich ja nicht mehr und nicht weniger als eine sehr tiefgehende technologische Revolution, aber auch eine gesellschaftliche Veränderung, auf die in den verschiedenen Bereichen Antworten gegeben werden müssen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2015_10_14.1:15 Ich will auch auf einen zweiten Punkt aufmerksam machen, auf den immer wieder der Blick gerichtet werden muss. Unser Verhältnis zu Daten ist in vielen Fällen zu stark vom Schutzgedanken geprägt – der Ministerpräsident hat auch darauf hingewiesen – und vielleicht noch nicht ausreichend von dem Gedanken, dass man mithilfe von Daten interessante Produkte entwickeln kann. Mit einer falschen Gewichtung entsteht aber auch die Sorge, dass durch Digitalisierung einerseits Arbeitsplätze wegfallen und auf der anderen Seite nicht genügend neue Arbeitsplätze entstehen. Deshalb muss das Data Mining – oder wie auch immer man das in englischsprachigen Regionen nennen mag –, die Erhebung und der Umgang mit großen Datenmengen, etwas werden, das sozusagen ein Hoffnungssignal sendet. Ich glaube, Bosch kann hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_01.1:5 Deutschland und China sehen die Chancen der Veränderungen, die die Globalisierung und die Digitalisierung mit sich bringen. Wir sind überzeugt, dass wir diese Chancen gemeinsam nutzen und damit globalen Fortschritt mitgestalten können. Daraus erwächst für beide Länder, für Deutschland und China, aber auch eine besondere Verantwortung in globalen Fragen – zum Beispiel für den Klimaschutz, die Prävention gewaltsamer Konflikte oder in der internationalen Handelspolitik. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_01.1:7 China ist seit Jahrtausenden eine traditionsreiche Handelsnation. Deshalb weiß China – und das hat der Ministerpräsident eben noch einmal gesagt –, dass freier Handel zum beiderseitigen und zum allseitigen Nutzen ist. Das Bekenntnis Chinas dazu, seine Einbindung in den freien Welthandel Schritt für Schritt auszubauen, ist insofern ein sehr wichtiges Bekenntnis. China ist dabei, hierzu auch eine Reihe nationaler Reformen anzugehen. Ich habe auch Verständnis dafür, dass solche Reformen nicht immer einfach sind. Wir erleben ja auch in Deutschland, wie viele Widerstandskräfte wir zu überwinden haben. Gerade im Zusammenhang mit der Digitalisierung könnte ich hier viele Beispiele nennen. Ich denke nur an die Einführung einer Gesundheitskarte, für die wir inzwischen schon eine Dekade brauchen, wobei wir immer noch nicht ganz am Ziel sind. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_06_01.1:13 Wir setzen aber auch auf Anreize bei Schlüsseltechnologien – ich nenne als Stichworte die Digitalisierung, Industrie 4.0, autonomes Fahren und Biotechnologien. Wir fördern in Deutschland auch verbesserte Forschungsstrukturen durch Vernetzung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Denn kleine und mittlere Unternehmen haben oft nicht die nötigen Forschungskapazitäten. Das heißt, sie brauchen Partner. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_06_04.1:20 Wir wollen unser europäisches Wirtschafts- und Sozialmodell im globalen Wettbewerb zum Erfolg führen. Dafür müssen wir in den Feldern stark sein, auf denen in Zukunft die globale Wertschöpfung stattfindet. Wir müssen die Potenziale und Möglichkeiten des Freihandels und des Binnenmarkts ausschöpfen und für eine stärkere Dynamik in Forschung, Innovation und Schlüsseltechnologien sorgen. Gerade für Europa und da insbesondere für Deutschland als starkes Industrieland bietet die Verbindung klassischer Industriekompetenz mit Informationstechnologien große Chancen. Mit dem Begriff -Industrie 4.0 wird die Digitalisierung der Wertschöpfungsketten beschrieben. Wenn die Europäische Union ihr Handeln auf Schwerpunkte wie diese konzentriert, dann – davon bin ich überzeugt – wird Europa zu neuer Stärke und Stabilität finden und werden die Bürgerinnen und Bürger neues Vertrauen schöpfen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2014_09_09.1:16 Die Digitalisierung der Medien bringt neue Geschäftsmodelle mit sich. Darin liegt eine große Chance des technologischen Fortschritts. Dabei stellen sich auch immer wieder neue Fragen gerade in Bezug auf den Umgang mit Inhalten. Natürlich müssen wir diese Fragen auch beantworten. Dabei gilt immer noch das, was seinerzeit bei der Einführung des privaten Rundfunks leitend war, nämlich die Pluralität der Medien und Meinungen zu wahren. Unser Land lebt von dieser Vielfalt. Sie spiegelt sich im breiten Buchmarkt, im Reichtum an Musik, in der lebendigen Filmwirtschaft und der unabhängigen Presselandschaft wider. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_04.1:11 Aber wir müssen sehen, wie viele Krisen und Konflikte es in unserer Nachbarschaft und in anderen Regionen weltweit gibt. Wir müssen sehen, welche Herausforderungen wir zu bewältigen haben. Ich denke an den internationalen Terrorismus und daran, dass sich viele Menschen die Frage stellen, wie es um unsere Sicherheit bestellt ist. Bei allem friedlichen Zusammenleben haben wir auch in unserer europäischen Familie viele Sorgen und viele Fragen, wie es weitergeht, wie wir die tiefgreifenden Veränderungsprozesse meistern, die mit der Globalisierung, der Digitalisierung und dem demografischen Wandel einhergehen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_04.1:21 Kardinal Woelki hat eben schon viele der neuen Trends genannt, die uns noch kräftig durcheinanderschütteln werden. Dazu zählt das Stichwort Digitalisierung. Ich glaube, die Tiefe und die Dimension der Veränderung für unser gesellschaftliches Zusammenleben, die sich durch die Digitalisierung abspielt, sind bisher noch nicht ausreichend beschrieben. Das heißt, meine Bitte an Sie wäre auch, hinzuhören, was Ihnen Menschen erzählen, und zu versuchen, Ordnungsprinzipien zu finden. Da gerät nämlich vieles durcheinander, was bislang ganz normal war; aber es wird natürlich auch vieles möglich, was bis dahin unmöglich war. Es trifft sich vielleicht ganz gut, dass das Katholisch-Soziale Institut ja bereits in den 90er Jahren zum Medienkompetenzzentrum des Erzbistums ausgebaut wurde. Ich vermute, dahinter verbirgt sich noch mehr als das von mir sehr geschätzte Domradio. – Ich habe schon gewusst, dass das jetzt komisch ankommt. Ich sage nur: Der Ausbau des Medienkompetenzzentrums in den 90er Jahren ist eine zukunftsweisende Entscheidung gewesen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_04.1:30 Durch die Digitalisierung stellen sich natürlich völlig neue Fragen. Ich glaube, gerade auch das Thema zeitliche Autonomie wird noch viele Fragen im Zusammenhang mit der Digitalisierung aufwerfen. Ich denke, was das Zusammenleben der Menschen außerhalb der Arbeit anbelangt, ist auch über die Frage der persönlichen Zuwendung zu diskutieren. Ich habe den Eindruck, dass heute sozusagen der über Internet oder Smartphone Kommunizierende eine gewisse Priorität auf die Berücksichtigung seiner Wünsche an manch anderen Stellen legt, während derjenige, der gerade neben ihm steht, eine Sekunde warten kann, weil er ja schon da ist. Ich glaube, das ist eigentlich nicht die richtige Rangfolge für den ganzen Tag. Beim Essen oder sonst irgendwann könnte man auch einmal etwas anderes machen. urn:cts:gps4:bundesregierung.angela_merkel.2017_05_04.1:31 Digitalisierung wirft also einige Fragen auf: Wie viel Flexibilität können wir Menschen abverlangen? Wie viel Begrenzung der Verfügbarkeit des Menschen brauchen wir? Wir können uns in diesem Zusammenhang auch an das erinnern, worauf die Benediktiner Wert legen: auf das richtige Maß zwischen Gebet und Arbeit –Ora et labora. Auch darüber muss wieder diskutiert werden, um einfach zu einem menschlichen Leben zu kommen. urn:cts:gps4:auswaertigesamt.guido_westerwelle.2012_10_17.1:6 So verbinde ich mit meinem Glückwunsch für die ersten 50 Jahre zugleich meine Erwartungen an die Zukunft. Denn im Zeitalter der durch die Digitalisierung angetriebenen Beschleunigung des Medienzyklus ist es immer wichtiger, die langen Linien sichtbar zu machen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_04_21.1:24 Die Wortführer sind keineswegs technikfeindliche Kulturpessimisten. Es sind Internetpioniere wie Jaron Lanier, der letztes Jahr für seine Kritik am digitalen Kapitalismus mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde. Es sind Blogger wie Sascha Lobo, der die Netzgemeinde vor gut einem Jahr mit dem Befund Das Internet ist kaputt in Aufruhr versetzte und in diesem Zusammenhang von der digitalen Kränkung des modernen Menschen sprach. Es sind Schriftsteller wie Dave Eggers, der in seinem Bestseller The Circle vom Weg in den digitalen Totalitarismus erzählt. Es sind einstige Unternehmer des Silicon Valley wie Andrew Keen, der in seinem gerade auf Deutsch erschienen Buch Das digitale Debakel vor den Gefahren der Datenökonomie warnt. Es sind Internetveteranen wie der Erfinder des ersten Webbrowsers, Tim Berners-Lee, die für mehr demokratische Kontrolle im Netz plädieren und dafür Kampagnen wie The Web We Want ins Leben gerufen haben. Sie alle führen uns vor Augen, dass die Digitalisierung, die unsere Welt im positiven Sinne revolutioniert und in vielen Bereichen unseres Lebens zweifellos enorme Fortschritte mit sich bringt, demokratische Errungenschaften zunichte zu machen droht. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_04_21.1:48 Soweit drei aktuelle Beispiele, wie wir einen tragenden Pfeiler unserer Demokratie - die kulturelle und mediale Vielfalt - politisch gegen die Unterspülung durch wirtschaftliche Interessen sichern und damit auch vor digitaler Erosion bewahren können. Neben der Politik spielt dabei auch die Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle. Hier zeigt sich die Digitalisierung gewissermaßen von ihrer Schokoladenseite, denn dank der Segnungen des digitalen Lebens haben zivilgesellschaftliche Akteure mehr Einfluss- und Mitgestaltungsmöglichkeiten als je zuvor. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_04_21.1:52 Zum einen, weil viele von ihnen die Mündigkeit des einzelnen im digitalen Zeitalter fördern. Es gibt zahlreiche Stiftungen, die einen entsprechenden Bildungsauftrag explizit im Stiftungszweck verankert haben und durch spannende Projekte und Veranstaltungen die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen oder auch älteren Menschen verbessern. Andere tragen zur kulturellen Bildung und zum Schutz der kulturellen Vielfalt bei. Mein Haus arbeitet gerade in der kulturellen Bildung, aber bei der Digitalisierung von Kulturgut hervorragend mit Stiftungen zusammen. urn:cts:gps4:bundesregierung.monika_gruetters.2015_04_21.1:55 Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen hat die digitalen Machtverschiebungen kürzlich in einem Essay am Beispiel der öffentlichen Kritik an der Berichterstattung über den Flugzeugabsturz in den französischen Alpen beschrieben und konstatierte in diesem Zusammenhang Veränderungen im Verhältnis zwischen Medien und Medienpublikum, ich zitiere: Selbst die Chefredakteure der größten deutschen Boulevardzeitungen sahen sich in der vergangenen Woche gezwungen, auf den Unmut im Netz zu reagieren. (…) schon allein der Zwang zur Auseinandersetzung macht deutlich, dass neben die vierte Gewalt des Journalismus heute die fünfte Gewalt der vernetzten vielen getreten ist, die Medien beobachten und kritisieren. So stärkt die Digitalisierung auch diejenigen, die zu ihrer demokratischen Kontrolle beitragen können - und das ist doch, bei aller Skepsis gegenüber undifferenzierter Fortschrittseuphorie, ein versöhnlicher Gedanke zum digitalen Leben in der analogen Welt.