<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><GetPassage xmlns="http://relaxng.org/ns/structure/1.0" xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:ti="http://chs.harvard.edu/xmlns/cts"><request><requestName>GetPassage</requestName><requestUrn>urn:cts:pbc:bible.parallel.deu.elberfelder1871:43</requestUrn></request><reply><urn>urn:cts:pbc:bible.parallel.deu.elberfelder1871:43</urn><passage>Im Anfang war das Wort , und das Wort war bei Gott , und das Wort war Gott . Dieses war im Anfang bei Gott . Alles ward durch dasselbe , und ohne dasselbe ward auch nicht eines , das geworden ist . In ihm war Leben , und das Leben war das Licht der Menschen . Und das Licht scheint in der Finsternis , und die Finsternis hat es nicht erfaßt . Da war ein Mensch , von Gott gesandt , sein Name Johannes . Dieser kam zum Zeugnis , auf daß er zeugte von dem Lichte , damit alle durch ihn glaubten . Er war nicht das Licht , sondern auf daß er zeugte von dem Lichte . Das war das wahrhaftige Licht , welches , in die Welt kommend , jeden Menschen erleuchtet . Er war in der Welt , und die Welt ward durch ihn , und die Welt kannte ihn nicht . Er kam in das Seinige , und die Seinigen nahmen ihn nicht an ; so viele ihn aber aufnahmen , denen gab er das Recht , Kinder Gottes zu werden , denen , die an seinen Namen glauben , welche nicht aus Geblüt , noch aus dem Willen des Fleisches , noch aus dem Willen des Mannes , sondern aus Gott geboren sind . Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns , voller Gnade und Wahrheit ; ( Johannes zeugt von ihm und rief und sprach : Dieser war es , von dem ich sagte : Der nach mir Kommende ist mir vor , denn er war vor mir ) denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen , und zwar Gnade um Gnade . Denn das Gesetz wurde durch Moses gegeben ; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden . Niemand hat Gott jemals gesehen ; der eingeborene Sohn , der in des Vaters Schoß ist , der hat ihn kundgemacht . Und dies ist das Zeugnis des Johannes , als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten sandten , damit sie ihn fragen sollten : Wer bist du ? Und er bekannte und leugnete nicht , und er bekannte : Ich bin nicht der Christus . Und sie fragten ihn : Was denn ? Bist du Elias ? Und er sagt : Ich bin’s nicht . Bist du der Prophet ? Und er antwortete : Nein . Sie sprachen nun zu ihm : Wer bist du ? auf daß wir Antwort geben denen , die uns gesandt haben ; was sagst du von dir selbst ? Er sprach : Ich bin die &quot; Stimme eines Rufenden in der Wüste : Machet gerade den Weg des Herrn &quot; , wie Jesaias , der Prophet , gesagt hat . Und sie waren abgesandt von ) den Pharisäern . Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm : Was taufst du denn , wenn du nicht der Christus bist , noch Elias , noch der Prophet ? Johannes antwortete ihnen und sprach : Ich taufe mit Wasser ; mitten unter euch steht , den ihr nicht kennet , der nach mir Kommende , dessen ich nicht würdig bin , ihm den Riemen seiner Sandale zu lösen . Dies geschah zu Bethanien , jenseit des Jordan , wo Johannes taufte . Des folgenden Tages sieht er Jesum zu sich kommen und spricht : Siehe , das Lamm Gottes , welches die Sünde der Welt wegnimmt . Dieser ist es , von dem ich sagte : Nach mir kommt ein Mann , der mir vor ist , denn er war vor mir . Und ich kannte ihn nicht ; aber auf daß er Israel offenbar werden möchte , deswegen bin ich gekommen , mit Wasser taufend . Und Johannes zeugte und sprach : Ich schaute den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herniederfahren , und er blieb auf ihm . Und ich kannte ihn nicht ; aber der mich gesandt hat , mit Wasser zu taufen , der sprach zu mir : Auf welchen du sehen wirst den Geist herniederfahren und auf ihm bleiben , dieser ist es , der mit Heiligem Geiste tauft . Und ich habe gesehen und habe bezeugt , daß dieser der Sohn Gottes ist . Des folgenden Tages stand wiederum Johannes und zwei von seinen Jüngern , und hinblickend auf Jesum , der da wandelte , spricht er : Siehe , das Lamm Gottes ! Und es hörten ihn die zwei Jünger reden und folgten Jesu nach . Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und spricht zu ihnen : Was suchet ihr ? Sie aber sagten zu ihm : Rabbi , wo hältst du dich auf ? Er spricht zu ihnen : Kommet und sehet ! Sie kamen nun und sahen , wo er sich aufhielt , und blieben jenen Tag bei ihm . Es war um die zehnte Stunde . Andreas , der Bruder des Simon Petrus , war einer von den zweien , die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren . Dieser findet zuerst seinen eigenen Bruder Simon und spricht zu ihm : Wir haben den Messias gefunden . Und er führte ihn zu Jesu . Jesus blickte ihn an und sprach : Du bist Simon , der Sohn Jonas’ ; du wirst Kephas heißen . ) Des folgenden Tages wollte er aufbrechen nach Galiläa , und er findet Philippus ; und Jesus spricht zu ihm : Folge mir nach . Philippus aber war von Bethsaida , aus der Stadt des Andreas und Petrus . Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm : Wir haben den gefunden , von welchem Moses in dem Gesetz geschrieben und die Propheten , Jesum , den Sohn des Joseph , den von Nazareth . Und Nathanael sprach zu ihm : Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen ? Philippus spricht zu ihm : Komm und sieh ! Jesus sah den Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm : Siehe , wahrhaftig ein Israelit , in welchem kein Trug ist . Nathanael spricht zu ihm : Woher kennst du mich ? Jesus antwortete und sprach zu ihm : Ehe Philippus dich rief , als du unter dem Feigenbaum warst , sah ich dich . Nathanael antwortete und sprach zu ihm : Rabbi , du bist der Sohn Gottes , du bist der König Israels . Jesus antwortete und sprach zu ihm : Weil ich dir sagte : Ich sah dich unter dem Feigenbaum , glaubst du ? du wirst Größeres als dieses sehen . Und er spricht zu ihm : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Von nun an werdet ihr den Himmel geöffnet sehen und die Engel Gottes auf - und niedersteigen auf den Sohn des Menschen . Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa ; und die Mutter Jesu war daselbst . Es war aber auch Jesus mit seinen Jüngern zu der Hochzeit geladen . Und als es an Wein gebrach , spricht die Mutter Jesu zu ihm : Sie haben keinen Wein . Jesus spricht zu ihr : Was habe ich mit dir zu schaffen , Weib ? Meine Stunde ist noch nicht gekommen . Seine Mutter spricht zu den Dienern : Was irgend er euch sagen mag , tut . Es waren aber daselbst sechs steinerne Wasserkrüge aufgestellt , nach der Reinigungssitte der Juden , wovon jeder zwei oder drei Maß faßte . Jesus spricht zu ihnen : Füllet die Wasserkrüge mit Wasser . Und sie füllten sie bis oben an . Und er spricht zu ihnen : Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister . Und sie brachten es . Als aber der Speisemeister das Wasser gekostet hatte , welches Wein geworden war die Diener aber , welche das Wasser geschöpft hatten , wußten es ) , ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm : Jeder Mensch setzt zuerst den guten Wein vor , und wenn sie trunken geworden sind , alsdann den geringeren ; du hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt . Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit ; und seine Jünger glaubten an ihn . Nach diesem ging er hinab nach Kapernaum , er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger ; und daselbst blieben sie nicht viele Tage . Und das Passah der Juden war nahe , und Jesus ging hinauf nach Jerusalem . Und er fand im Tempel die Ochsen - und Schafe - und Taubenverkäufer , und die Wechsler dasitzen . Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus , sowohl die Schafe als auch die Ochsen ; und die Münze der Wechsler schüttete er aus , und die Tische warf er um ; und zu den Taubenverkäufern sprach er : Nehmet dies weg von hier , machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause . Seine Jünger aber gedachten daran , daß geschrieben steht : &quot; Der Eifer um dein Haus verzehrt mich &quot; . Die Juden nun antworteten und sprachen zu ihm : Was für ein Zeichen zeigst du uns , daß du diese Dinge tust ? Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Brechet diesen Tempel ab , und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten . Da sprachen die Juden : Sechsundvierzig Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden , und du willst ihn in drei Tagen aufrichten ? Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes . Als er nun aus den Toten auferweckt war , gedachten seine Jünger daran , daß er dies gesagt hatte , und sie glaubten der Schrift und dem Worte , welches Jesus gesprochen hatte . Als er aber zu Jerusalem war , am Passah , auf dem Feste , glaubten viele an seinen Namen , als sie seine Zeichen sahen , die er tat . Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an , weil er alle kannte und nicht bedurfte , daß jemand Zeugnis gebe von dem Menschen ; denn er selbst wußte , was in dem Menschen war . Es war aber ein Mensch aus den Pharisäern , sein Name Nikodemus , ein Oberster der Juden . Dieser kam zu ihm bei Nacht und sprach zu ihm : Rabbi , wir wissen , daß du ein Lehrer bist , von Gott gekommen , denn niemand kann diese Zeichen tun , die du tust , es sei denn Gott mit ihm . Jesus antwortete und sprach zu ihm : Wahrlich , wahrlich , ich sage dir : Es sei denn , daß jemand von neuem geboren werde , so kann er das Reich Gottes nicht sehen . Nikodemus spricht zu ihm : Wie kann ein Mensch geboren werden , wenn er alt ist ? kann er etwa zum zweiten Male in den Leib seiner Mutter eingehen und geboren werden ? Jesus antwortete : Wahrlich , wahrlich , ich sage dir : Es sei denn , daß jemand aus Wasser und Geist geboren werde , so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen . Was aus dem Fleische geboren ist , ist Fleisch , und was aus dem Geiste geboren ist , ist Geist . Verwundere dich nicht , daß ich dir sagte : Ihr müsset von neuem geboren werden . Der Wind weht , wo er will , und du hörst sein Sausen , aber du weißt nicht , woher er kommt , und wohin er geht ; also ist jeder , der aus dem Geiste geboren ist . Nikodemus antwortete und sprach zu ihm : Wie kann dies geschehen ? Jesus antwortete und sprach zu ihm : Du bist der Lehrer Israels und weißt dieses nicht ? Wahrlich , wahrlich , ich sage dir : Wir reden , was wir wissen , und bezeugen , was wir gesehen haben , und unser Zeugnis nehmet ihr nicht an . Wenn ich euch das Irdische gesagt habe , und ihr glaubet nicht , wie werdet ihr glauben , wenn ich euch das Himmlische sage ? Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel , als nur der aus dem Himmel herabgestiegen ist , der Sohn des Menschen , der im Himmel ist . Und gleichwie Moses in der Wüste die Schlange erhöhte , also muß der Sohn des Menschen erhöht werden , auf daß jeder , der an ihn glaubt , nicht verloren gehe , sondern ewiges Leben habe . Denn also hat Gott die Welt geliebt , daß er seinen eingeborenen Sohn gab , auf daß jeder , der an ihn glaubt , nicht verloren gehe , sondern ewiges Leben habe . Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt , auf daß er die Welt richte , sondern auf daß die Welt durch ihn errettet werde . Wer an ihn glaubt , wird nicht gerichtet ; wer aber nicht glaubt , ist schon gerichtet , weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes . Dies aber ist das Gericht , daß das Licht in die Welt gekommen ist , und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht , denn ihre Werke waren böse . Denn jeder , der Arges tut , haßt das Licht und kommt nicht zu dem Lichte , auf daß seine Werke nicht bloßgestellt werden ; wer aber die Wahrheit tut , kommt zu dem Lichte , auf daß seine Werke offenbar werden , daß sie in Gott gewirkt sind . Nach diesem kam Jesus und seine Jünger in das Land Judäa , und daselbst verweilte er mit ihnen und taufte . Aber auch Johannes taufte zu Aenon , nahe bei Salim , weil viel Wasser daselbst war ; und sie kamen hin und wurden getauft . Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen . Es entstand nun eine Streitfrage unter den Jüngern Johannes’ mit einem Juden über die Reinigung . Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm : Rabbi , der jenseit des Jordan bei dir war , dem du Zeugnis gegeben hast , siehe , der tauft , und alle kommen zu ihm . Johannes antwortete und sprach : Ein Mensch kann nichts empfangen , es sei ihm denn aus dem Himmel gegeben . Ihr selbst gebet mir Zeugnis , daß ich sagte : Ich bin nicht der Christus , sondern daß ich vor ihm hergesandt bin . Der die Braut hat , ist der Bräutigam ; der Freund des Bräutigams aber , der dasteht und ihn hört , ist hoch erfreut über die Stimme des Bräutigams ; diese meine Freude nun ist erfüllt . Er muß wachsen , ich aber abnehmen . Der von ober kommt , ist über allen ; der von der Erde ist , ist von der Erde und redet von der Erde . Der vom Himmel kommt , ist über allen , und was er gesehen und gehört hat , dieses bezeugt er ; und sein Zeugnis nimmt niemand an . Wer sein Zeugnis angenommen hat , hat besiegelt , daß Gott wahrhaftig ist . Denn der , welchen Gott gesandt hat , redet die Worte Gottes ; denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß . Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben . Wer an den Sohn glaubt , hat ewiges Leben ; wer aber dem Sohne nicht glaubt , wird das Leben nicht sehen , sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm . Als nun der Herr erkannte , daß die Pharisäer gehört hatten , daß Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes ( wiewohl Jesus selbst nicht taufte , sondern seine Jünger ) , verließ er Judäa und zog wieder nach Galiläa . Er mußte aber durch Samaria ziehen . Er kommt nun in eine Stadt Samarias , genannt Sichar , nahe bei dem Felde , welches Jakob seinem Sohne Joseph gab . Es war aber daselbst eine Quelle Jakobs . Jesus nun , ermüdet von der Reise , setzte sich also an die Quelle nieder . Es war um die sechste Stunde . Da kommt ein Weib aus Samaria , Wasser zu schöpfen . Jesus spricht zu ihr : Gib mir zu trinken . ( Denn seine Jünger waren weggegangen in die Stadt , um Speise zu kaufen . ) Das samaritische Weib spricht nun zu ihm : Wie bittest du , der du ein Jude bist , von mir zu trinken , die ich ein samaritisches Weib bin ? Jesus antwortete und sprach zu ihr : Wenn du die Gabe Gottes kenntest , und wer es ist , der zu dir spricht : Gib mir zu trinken , so würdest du ihn gebeten haben , und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben . Das Weib spricht zu ihm : Herr , du hast kein Schöpfgefäß , und der Brunnen ist tief ; woher hast du denn das lebendige Wasser ? Du bist doch nicht größer als unser Vater Jakob , der uns den Brunnen gab , und er selbst trank aus demselben und seine Söhne und sein Vieh ? Jesus antwortete und sprach zu ihr : Jeden , der von diesem Wasser trinkt , wird wiederum dürsten ; wer irgend aber von dem Wasser trinken wird , das ich ihm geben werde , den wird nicht dürsten in Ewigkeit ; sondern das Wasser , das ich ihm geben werde , wird in ihm eine Quelle Wassers werden , das ins ewige Leben quillt . Das Weib spricht zu ihm : Herr , gib mir dieses Wasser , damit mich nicht dürste und ich nicht hierher komme , um zu schöpfen . Jesus spricht zu ihr : Gehe hin , rufe deinen Mann und komm hierher . Das Weib antwortete und sprach : Ich habe keinen Mann . Jesus spricht zu ihr : Du hast recht gesagt : Ich habe keinen Mann ; denn fünf Männer hast du gehabt , und der , den du jetzt hast , ist nicht dein Mann ; hierin hast du wahr geredet . Das Weib spricht zu ihm : Herr , ich sehe , daß du ein Prophet bist . Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet , und ihr saget , daß in Jerusalem der Ort sei , wo man anbeten müsse . Jesus spricht zu ihr : Weib , glaube mir , es kommt die Stunde , da ihr weder auf diesem Berge , noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet . Ihr betet an und wisset nicht , was ; wir beten an und wissen , was , denn das Heil ist aus den Juden . Es kommt aber die Stunde und ist jetzt , da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden ; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter . Gott ist ein Geist , und die ihn anbeten , müssen in Geist und Wahrheit anbeten . Das Weib spricht zu ihm : Ich weiß , daß der Messias kommt , welcher Christus genannt wird ; wenn jener kommt , wird er uns alles verkündigen . Jesus spricht zu ihr : Ich bin’s , der mit dir redet . Und über diesem kamen seine Jünger und verwunderten sich , daß er mit einem Weibe redete . Dennoch sagte niemand : Was suchst du ? oder : Was redest du mit ihr ? Das Weib nun ließ ihren Wasserkrug stehen und ging weg in die Stadt und sagt zu den Leuten : Kommet , sehet einen Menschen , der mir alles gesagt hat , was irgend ich getan habe ; dieser ist doch nicht etwa der Christus ? Sie gingen zu der Stadt hinaus und kamen zu ihm . In der Zwischenzeit aber baten ihn die Jünger und sprachen : Rabbi , iß . Er aber sprach zu ihnen : Ich habe eine Speise zu essen , die ihr nicht kennet . Da sprachen die Jünger zueinander : Hat ihm wohl jemand zu essen gebracht ? Jesus spricht zu ihnen : Meine Speise ist , daß ich den Willen dessen tue , der mich gesandt hat , und sein Werk vollbringe . Saget ihr nicht : Es sind noch vier Monate , und die Ernte kommt ? Siehe , ich sage euch : Hebet eure Augen auf und schauet die Felder an , denn sie sind schon weiß zur Ernte . Der da erntet , empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben , auf daß beide , der da sät und der da erntet , zugleich sich freuen . Denn hierin ist der Spruch wahr : Ein anderer ist es , der da sät , und ein anderer , der da erntet . Ich habe euch gesandt , zu ernten , woran ihr nicht gearbeitet habt ; andere haben gearbeitet , und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten . Aus jener Stadt aber glaubten viele von den Samaritern an ihn um des Wortes des Weibes willen , welches bezeugte : Er hat mir alles gesagt , was irgend ich getan habe . Als nun die Samariter zu ihm kamen , baten sie ihn , bei ihnen zu bleiben ; und er blieb daselbst zwei Tage . Und noch viele mehr glaubten um seines Wortes willen ; und sie sagten zu dem Weibe : Wir glauben nicht mehr um deines Redens willen , denn wir selbst haben gehört und wissen , daß dieser wahrhaftig der Heiland der Welt ist . Nach den zwei Tagen aber zog er von dannen aus und ging hin nach Galiläa ; denn Jesus selbst bezeugte , daß ein Prophet in dem eigenen Vaterlande keine Ehre hat . Als er nun nach Galiläa kam , nahmen die Galiläer ihn auf , da sie alles gesehen , was er in Jerusalem auf dem Feste getan hatte ; denn auch sie kamen zu dem Fest . Er kam nun wiederum nach Kana in Galiläa , wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte . Und es war ein gewisser königlicher Beamter , dessen Sohn krank war , in Kapernaum . Als dieser gehört hatte , daß Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei , ging er zu ihm hin und bat ihn , daß er herabkomme und seinen Sohn heile ; denn er lag im Sterben . Jesus sprach nun zu ihm : Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet , so werdet ihr nicht glauben . Der königliche Beamte spricht zu ihm : Herr , komm herab , ehe mein Kind stirbt ! Jesus spricht zu ihm : Gehe hin , dein Sohn lebt . Und der Mensch glaubte dem Worte , das Jesus zu ihm sagte , und ging hin . Aber schon während er hinabging , begegneten ihm seine Knechte und berichteten , daß sein Knabe lebe . Er erforschte nun von ihnen die Stunde , in welcher es besser mit ihm geworden sei ; und sie sagten zu ihm : Gestern zur siebten Stunde verließ ihn das Fieber . Da erkannte der Vater , daß es in jener Stunde war , in welcher Jesus zu ihm sagte : Dein Sohn lebt . Und er glaubte , er und sein ganzes Haus . Dies tat Jesus wiederum als zweites Zeichen , als er aus Judäa nach Galiläa gekommen war . Nach diesem war ein Fest der Juden , und Jesus ging hinauf nach Jerusalem . Es ist aber in Jerusalem bei dem Schaftor ein Teich , der auf hebräisch Bethesda zubenamt ist , welcher fünf Säulenhallen hat . In diesen lag eine Menge Kranker , Blinder , Lahmer , Dürrer , die auf die Bewegung des Wassers warteten . Denn zu gewissen Zeiten stieg ein Engel in den Teich herab und bewegte das Wasser . Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg , ward gesund , mit welcher Krankheit irgend er behaftet war . Es war aber ein gewisser Mensch daselbst , der achtunddreißig Jahre mit seiner Krankheit behaftet war . Als Jesus diesen daliegen sah und wußte , daß es schon lange Zeit also mit ihm war , spricht er zu ihm : Willst du gesund werden ? Der Kranke antwortete ihm : Herr , ich habe keinen Menschen , daß er mich , wenn das Wasser bewegt worden ist , in den Teich werfe ; indem ich aber komme , steigt ein anderer vor mir hinab . Jesus spricht zu ihm : Stehe auf , nimm dein Bett auf und wandle ! Und alsbald ward der Mensch gesund und nahm sein Bett auf und wandelte . Es war aber an jenem Tage Sabbath . Es sagten nun die Juden zu dem Geheilten : Es ist Sabbath , es ist dir nicht erlaubt , das Bett zu tragen . Er antwortete ihnen : Der mich gesund machte , der sagte zu mir : Nimm dein Bett auf und wandle . Da fragten sie ihn : Wer ist der Mensch , der zu dir sagte : Nimm dein Bett auf und wandle ? Der Geheilte aber wußte nicht , wer es sei ; denn Jesus war entwichen , weil eine Volksmenge an dem Orte war . Danach findet Jesus ihn im Tempel , und er sprach zu ihm : Siehe , du bist gesund geworden ; sündige nicht mehr , auf daß dir nichts Ärgeres widerfahre . Der Mensch ging hin und verkündete den Juden , daß es Jesus sei , der ihn gesund gemacht habe . Und darum verfolgten die Juden Jesum und suchten ihn zu töten , weil er dies am Sabbath tat . Jesus aber antwortete ihnen : Mein Vater wirkt bis jetzt , und ich wirke . Darum nun suchten die Juden noch mehr , ihn zu töten , weil er nicht allein den Sabbath brach , sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte , sich selbst Gott gleich machend . Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Der Sohn kann nichts von sich selbst tun , außer was er den Vater tun sieht ; denn was irgend er tut , das tut auch der Sohn gleicherweise . Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles , was er selbst tut ; und er wird ihm größere Werke als diese zeigen , auf daß ihr euch verwundert . Denn gleichwie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht , also macht auch der Sohn lebendig , welche er will . Denn der Vater richtet auch niemand , sondern das ganze Gericht hat er dem Sohne gegeben , auf daß alle den Sohn ehren , wie sie den Vater ehren . Wer den Sohn nicht ehrt , ehrt den Vater nicht , der ihn gesandt hat . Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Wer mein Wort hört und glaubt dem , der mich gesandt hat , hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht , sondern er ist aus dem Tode in das Leben übergegangen . Wahrlich , wahrlich , ich sage euch , daß die Stunde kommt und jetzt ist , da die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden , und die sie gehört haben , werden leben . Denn gleichwie der Vater Leben in sich selbst hat , also hat er auch dem Sohne gegeben , Leben zu haben in sich selbst ; und er hat ihm Gewalt gegeben , auch Gericht zu halten , weil er des Menschen Sohn ist . Wundert euch darüber nicht , denn es kommt die Stunde , in welcher alle , die in den Gräbern sind , seine Stimme hören , und hervorkommen werden : die das Gute getan haben , zur Auferstehung des Lebens , die aber das Böse verübt haben , zur Auferstehung des Gerichts . Ich kann nichts von mir selbst tun ; so wie ich höre , richte ich , und mein Gericht ist gerecht , denn ich suche nicht meinen Willen , sondern den Willen dessen , der mich gesandt hat . Wenn ich von mir selbst zeuge , so ist mein Zeugnis nicht wahr . Ein anderer ist es , der von mir zeugt , und ich weiß , daß das Zeugnis wahr ist , welches er von mir zeugt . Ihr habt zu Johannes gesandt , und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben . Ich aber nehme nicht Zeugnis von einem Menschen , sondern dies sage ich , auf daß ihr errettet werdet . Jener war die brennende und scheinende Lampe ; ihr aber wolltet für eine Zeit in seinem Lichte fröhlich sein . Ich aber habe das Zeugnis , das größer ist als das des Johannes ; denn die Werke , welche der Vater mir gegeben hat , auf daß ich sie vollbringe , die Werke selbst , die ich tue , zeugen von mir , daß der Vater mich gesandt hat . Und der Vater , der mich gesandt hat , er selbst hat Zeugnis von mir gegeben . Ihr habt weder jemals seine Stimme gehört , noch seine Gestalt gesehen , und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch ; denn welchen er gesandt hat , diesem glaubet ihr nicht . Ihr erforschet die Schriften , denn ihr meinet , in ihnen ewiges Leben zu haben , und sie sind es , die von mir zeugen ; und ihr wollt nicht zu mir kommen , auf daß ihr Leben habet . Ich nehme nicht Ehre von Menschen ; sondern ich kenne euch , daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt . Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen , und ihr nehmet mich nicht auf ; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt , den werdet ihr aufnehmen . Wie könnt ihr glauben , die ihr Ehre voneinander nehmet und die Ehre , welche von Gott allein ist , nicht suchet ? Wähnet nicht , daß ich euch bei dem Vater verklagen werde ; da ist einer , der euch verklagt , Moses , auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt . Denn wenn ihr Moses glaubtet , so würdet ihr mir glauben , denn er hat von mir geschrieben . Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubet , wie werdet ihr meinen Worten glauben ? Nach diesem ging Jesus weg auf die andere Seite des Sees von Galiläa oder von Tiberias ; und es folgte ihm eine große Volksmenge , weil sie die Zeichen sahen , die er an den Kranken tat . Jesus aber ging hinauf auf den Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern . Es war aber das Passah nahe , das Fest der Juden . Als nun Jesus die Augen aufhob und sah , daß eine große Volksmenge zu ihm kommt , spricht er zu Philippus : Woher sollen wir Brote kaufen , auf daß diese essen ? Dies sagte er aber , ihn zu versuchen ; denn er selbst wußte , was er tun wollte . Philippus antwortete ihm : Für zweihundert Denare Brote reichen nicht für sie hin , auf daß ein jeder etwas weniges bekomme . Einer von seinen Jüngern , Andreas , der Bruder des Simon Petrus , spricht zu ihm : Es ist ein kleiner Knabe hier , der fünf Gerstenbrote und zwei Fische hat ; aber was ist dies unter so viele ? Jesus aber sprach : Machet , daß die Leute sich lagern . Es war aber viel Gras an dem Orte . Es lagerten sich nun die Männer , an Zahl bei fünftausend . Jesus aber nahm die Brote , und als er gedankt hatte , teilte er sie denen aus , die da lagerten ; gleicherweise auch von den Fischen , so viel sie wollten . Als sie aber gesättigt waren , spricht er zu seinen Jüngern : Sammelt die übriggebliebenen Brocken , auf daß nichts umkomme . Sie sammelten nun und füllten zwölf Handkörbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten , welche denen , die gegessen hatten , übrigblieben . Als nun die Leute das Zeichen sahen , das Jesus tat , sprachen sie : Dieser ist wahrhaftig der Prophet , der in die Welt kommen soll . Da nun Jesus erkannte , daß sie kommen und ihn ergreifen wollten , auf daß sie ihn zum König machten , entwich er wieder auf den Berg , er selbst allein . Als es aber Abend geworden war , gingen seine Jünger hinab an den See ; und sie stiegen in das Schiff und fuhren über den See nach Kapernaum . Und es war schon finster geworden , und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen ; und der See erhob sich , indem ein starker Wind wehte . Als sie nun etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert hatten , sehen sie Jesum auf dem See wandeln und nahe an das Schiff herankommen , und sie fürchteten sich . Er aber spricht zu ihnen : Ich bin’s , fürchtet euch nicht ! Sie wollten ihn nun in das Schiff nehmen , und alsbald war das Schiff an dem Lande , zu welchem sie hinfuhren . Des folgenden Tages , als die Volksmenge , die jenseit des Sees stand , gesehen hatte , daß daselbst kein anderes Schifflein war , als nur jenes , in welches seine Jünger gestiegen waren , und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen , sondern seine Jünger allein weggefahren waren ( es kamen aber andere Schifflein aus Tiberias nahe an den Ort , wo sie das Brot gegessen , nachdem der Herr gedankt hatte ) , da nun die Volksmenge sah , daß Jesus nicht daselbst sei , noch seine Jünger , stiegen sie in die Schiffe und kamen nach Kapernaum Jesum suchend . Und als sie ihn jenseit des Sees gefunden hatten , sprachen sie zu ihm : Rabbi , wann bist du hierhergekommen ? Jesus antwortete ihnen und sprach : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Ihr suchet mich , nicht weil ihr Zeichen gesehen , sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und gesättigt worden seid . Wirket nicht für die Speise , die vergeht , sondern für die Speise , die da bleibt ins ewige Leben , welche der Sohn des Menschen euch geben wird ; denn diesen hat der Vater , Gott , versiegelt . Da sprachen sie zu ihm : Was sollen wir tun , auf daß wir die Werke Gottes wirken ? Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Dies ist das Werk Gottes , daß ihr an den glaubet , den er gesandt hat . Da sprachen sie zu ihm : Was tust du nun für ein Zeichen , auf daß wir sehen und dir glauben ? was wirkst du ? Unsere Väter aßen das Manna in der Wüste , wie geschrieben steht : &quot; Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen &quot; . Da sprach Jesus zu ihnen : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Nicht Moses hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben , sondern mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus dem Himmel . Denn das Brot Gottes ist der , welcher aus dem Himmel herniederkommt und der Welt das Leben gibt . Da sprachen sie zu ihm : Herr , gib uns allezeit dieses Brot ! Jesus aber sprach zu ihnen : Ich bin das Brot des Lebens : wer zu mir kommt , wird nicht hungern , und wer an mich glaubt , wird nimmermehr dürsten . Aber ich habe euch gesagt , daß ihr mich auch gesehen habt und nicht glaubet . Alles , was mir der Vater gibt , wird zu mir kommen , und wer zu mir kommt , den werde ich nicht hinausstoßen ; denn ich bin vom Himmel herniedergekommen , nicht auf daß ich meinen Willen tue , sondern den Willen dessen , der mich gesandt hat . Dies aber ist der Wille dessen , der mich gesandt hat , daß ich von allem , was er mir gegeben hat , nichts verliere , sondern es auferwecke am letzten Tage . Denn dies ist der Wille meines Vaters , daß jeder , der den Sohn sieht und an ihn glaubt , ewiges Leben habe ; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage . Da murrten die Juden über ihn , weil er sagte : Ich bin das Brot , das aus dem Himmel herniedergekommen ist ; und sie sprachen : Ist dieser nicht Jesus , der Sohn Josephs , dessen Vater und Mutter wir kennen ? Wie sagt denn dieser : Ich bin aus dem Himmel herniedergekommen ? Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen : Murret nicht untereinander . Niemand kann zu mir kommen , es sei denn , daß der Vater , der mich gesandt hat , ihn ziehe ; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage . Es steht in den Propheten geschrieben : &quot; Und sie werden alle von Gott gelehrt sein &quot; . Jeder , der von dem Vater gehört und gelernt hat , kommt zu mir . Nicht daß jemand den Vater gesehen habe , außer dem , der von Gott ist , dieser hat den Vater gesehen . Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Wer an mich glaubt , hat ewiges Leben . Ich bin das Brot des Lebens . Eure Väter haben das Manna in der Wüste gegessen und sind gestorben . Dies ist das Brot , das aus dem Himmel herniederkommt , auf daß man davon esse und nicht sterbe . Ich bin das lebendige Brot , das aus dem Himmel herniedergekommen ist ; wenn jemand von diesem Brote ißt , so wird er leben in Ewigkeit . Das Brot aber , daß ich geben werde , ist mein Fleisch , welches ich geben werde für das Leben der Welt . Die Juden stritten nun untereinander und sagten : Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben ? Da sprach Jesus zu ihnen : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Es sei denn , daß ihr das Fleisch des Sohnes des Menschen esset und sein Blut trinket , so habt ihr kein Leben in euch selbst . Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt , hat ewiges Leben , und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage ; denn mein Fleisch ist wahrhaftig Speise , und mein Blut ist wahrhaftig Trank . Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt , bleibt in mir und ich in ihm . Gleichwie der lebendige Vater mich gesandt hat und ich lebe des Vaters wegen so auch , wer mich ißt , der wird auch leben meinetwegen . Dies ist das Brot , das aus dem Himmel herniedergekommen ist . Nicht wie die Väter aßen und starben ; wer dieses Brot ißt , wird leben in Ewigkeit . Dieses sprach er in der Synagoge , lehrend zu Kapernaum . Viele nun von seinen Jüngern , die es gehört hatten , sprachen : Diese Rede ist hart ; wer kann sie hören ? Da aber Jesus bei sich selbst wußte , daß seine Jünger hierüber murrten , sprach er zu ihnen : Ärgert euch dieses ? Wenn ihr nun den Sohn des Menschen dahin auffahren sehet , wo er zuvor war ? Der Geist ist es , der lebendig macht ; das Fleisch nützt nichts . Die Worte , welche ich zu euch geredet habe , sind Geist und sind Leben ; aber es sind etliche unter euch , die nicht glauben . Denn Jesus wußte von Anfang , welche es seien , die nicht glaubten , und wer es sei , der ihn überliefern würde . Und er sprach : Darum habe ich euch gesagt , daß niemand zu mir kommen kann , es sei ihm denn von dem Vater gegeben . Von da an gingen viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm . Da sprach Jesus zu den Zwölfen : Wollt ihr etwa auch weggehen ? Simon Petrus antwortete ihm : Herr , zu wem sollen wir gehen ? Du hast Worte ewigen Lebens ; und wir haben geglaubt und erkannt , daß du der Heilige Gottes bist . Jesus antwortete ihnen : Habe ich nicht euch , die Zwölfe , auserwählt ? und von euch ist einer ein Teufel . Er sprach aber von Judas , Simons Sohn , dem Iskariot ; denn dieser sollte ihn überliefern , er , der einer von den Zwölfen war . Und nach diesem wandelte Jesus in Galiläa ; denn er wollte nicht in Judäa wandeln , weil die Juden ihn zu töten suchten . Es war aber nahe das Fest der Juden , die Laubhütten . Es sprachen nun seine Brüder zu ihm : Ziehe von hinnen und geh nach Judäa , auf daß auch deine Jünger deine Werke sehen , die du tust ; denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht dabei selbst öffentlich bekannt zu sein . Wenn du diese Dinge tust , so zeige dich der Welt ; denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn . Da spricht Jesus zu ihnen : Meine Zeit ist noch nicht da , eure Zeit aber ist stets bereit . Die Welt kann euch nicht hassen ; mich aber haßt sie , weil ich von ihr zeuge , daß ihre Werke böse sind . Gehet ihr hinauf zu diesem Feste ; ich gehe nicht hinauf zu diesem Feste ; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt . Nachdem er dies zu ihnen gesagt hatte , blieb er in Galiläa . Als aber seine Brüder hinaufgegangen waren , da ging auch er hinauf zu dem Feste , nicht offenbarlich , sondern wie im Verborgenen . Die Juden nun suchten ihn auf dem Feste und sprachen : Wo ist jener ? Und viel Gemurmel war über ihn unter den Volksmengen ; die einen sagten : Er ist gut ; andere sagten : Nein , sondern er verführt die Volksmenge . Niemand jedoch sprach öffentlich von ihm aus Furcht vor den Juden . Als es aber schon um die Mitte des Festes war , ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte . Da verwunderten sich die Juden und sagten : Wie besitzt dieser Gelehrsamkeit , da er doch nicht gelernt hat ? Da antwortete ihnen Jesus und sprach : Meine Lehre ist nicht mein , sondern dessen , der mich gesandt hat . Wenn jemand seinen Willen tun will , so wird er von der Lehre wissen , ob sie aus Gott ist , oder ob ich aus mir selbst rede . Wer aus sich selbst redet , sucht seine eigene Ehre ; wer aber die Ehre dessen sucht , der ihn gesandt hat , dieser ist wahrhaftig , und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm . Hat nicht Moses euch das Gesetz gegeben ? und keiner von euch tut das Gesetz . Was suchet ihr mich zu töten ? Die Volksmenge antwortete und sprach : Du hast einen Dämon ; wer sucht dich zu töten ? Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Ein Werk habe ich getan , und ihr alle verwundert euch . Deswegen gab Moses euch die Beschneidung , und am Sabbath beschneidet ihr einen Menschen . Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbath empfängt , auf daß das Gesetz Moses’ nicht gebrochen werde , zürnet ihr mir , daß ich einen Menschen ganz gesund gemacht habe am Sabbath ? Richtet nicht nach dem Schein , sondern richtet ein gerechtes Gericht . Es sagten nun etliche von den Bewohnern Jerusalems : Ist das nicht der , welchen sie zu töten suchen ? und siehe , er redet öffentlich , und sie sagen ihm nichts . Haben denn etwa die Obersten in Wahrheit erkannt , daß dieser der Christus ist ? Diesen aber kennen wir , woher er ist ; wenn aber der Christus kommt , so weiß niemand , woher er ist . Jesus nun rief im Tempel , lehrte und sprach : Ihr kennet mich und wisset auch , woher ich bin ; und ich bin nicht von mir selbst gekommen , sondern der mich gesandt hat , ist wahrhaftig , welchen ihr nicht kennet . Ich kenne ihn , weil ich von ihm bin , und er mich gesandt hat . Da suchten sie ihn zu greifen ; und niemand legte die Hand an ihn , weil seine Stunde noch nicht gekommen war . Viele aber von der Volksmenge glaubten an ihn und sprachen : Wenn der Christus kommt , wird er wohl mehr Zeichen tun als die , welche dieser getan hat ? Die Pharisäer hörten die Volksmenge dies über ihn murmeln ; und die Pharisäer und die Hohenpriester sandten Diener , daß sie ihn greifen möchten . Da sprach Jesus : Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch , und ich gehe hin zu dem , der mich gesandt hat . Ihr werdet mich suchen und nicht finden , und wo ich bin , könnt ihr nicht hinkommen . Es sprachen nun die Juden zueinander : Wohin will dieser gehen , daß wir ihn nicht finden sollen ? Will er etwa in die Zerstreuung der Griechen gehen und die Griechen lehren ? Was ist das für ein Wort , das er sprach : Ihr werdet mich suchen und nicht finden , und : Wo ich bin , könnt ihr nicht hinkommen ? An dem letzten , dem großen Tage des Festes aber stand Jesus und rief und sprach : Wenn jemand dürstet , so komme er zu mir und trinke . Wer an mich glaubt , gleichwie die Schrift gesagt hat , aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen . Dies aber sagte er von dem Geiste , welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten ; denn der Geist war noch nicht , weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war . Etliche nun aus der Volksmenge sagten , als sie diese Worte hörten : Dieser ist wahrhaftig der Prophet . Andere sagten : Dieser ist der Christus . Andere sagten : Der Christus kommt doch nicht aus Galiläa ? Hat nicht die Schrift gesagt : Aus dem Samen Davids und aus Bethlehem , dem Dorfe , wo David war , kommt der Christus ? Es entstand nun seinethalben eine Spaltung in der Volksmenge . Etliche aber von ihnen wollten ihn greifen , aber keiner legte die Hände an ihn . Es kamen nun die Diener zu den Hohenpriestern und Pharisäern , und diese sprachen zu ihnen : Warum habt ihr ihn nicht gebracht ? Die Diener antworteten : Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch . Da antworteten ihnen die Pharisäer : Seid ihr denn auch verführt ? Hat wohl jemand von den Obersten an ihn geglaubt , oder von den Pharisäern ? Diese Volksmenge aber , die das Gesetz nicht kennt , sie ist verflucht ! Da spricht Nikodemus zu ihnen , der einer von ihnen war : Richtet denn unser Gesetz den Menschen , ehe es zuvor von ihm selbst gehört und erkannt hat , was er tut ? Sie antworteten und sprachen zu ihm : Bist du etwa auch aus Galiläa ? Forsche und sieh , daß aus Galiläa kein Prophet aufsteht . Und ein jeder ging nach seinem Hause . Jesus aber ging nach dem Ölberg . Frühmorgens aber kam er wiederum in den Tempel , und alles Volk kam zu ihm ; und er setzte sich und lehrte sie . Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber bringen ein Weib zu ihm , im Ehebruch ergriffen , und stellen sie in die Mitte und sagen zu ihm : Lehrer , dieses Weib ist im Ehebruch , auf der Tat selbst , ergriffen worden . In dem Gesetz aber hat uns Moses geboten , solche zu steinigen ; du nun , was sagst du ? Dies aber sagten sie , ihn versuchend , auf daß sie etwas hätten , um ihn anzuklagen . Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde . Als sie aber fortfuhren , ihn zu fragen , richtete er sich auf und sprach zu ihnen : Wer von euch ohne Sünde ist , werfe zuerst den Stein auf sie . Und wiederum bückte er sich nieder und schrieb auf die Erde . Als sie aber dies hörten , gingen sie einer nach dem anderen hinaus , anfangend von den Ältesten bis zu den Letzten ; und Jesus wurde allein gelassen mit dem Weibe in der Mitte . Als aber Jesus sich aufrichtete und außer dem Weibe niemanden sah , sprach er zu ihr : Weib , wo sind jene , deine Verkläger ? Hat dich niemand verurteilt ? Sie aber sprach : Niemand , Herr . Jesus aber sprach zu ihr : So verurteile auch ich dich nicht ; gehe hin und sündige nicht mehr . Wiederum nun redete Jesus zu ihnen und sprach : Ich bin das Licht der Welt ; wer mir nachfolgt , wird nicht in der Finsternis wandeln , sondern wird das Licht des Lebens haben . Da sprachen die Pharisäer zu ihm : Du zeugst von dir selbst ; dein Zeugnis ist nicht wahr . Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Auch wenn ich von mir selbst zeuge , ist mein Zeugnis wahr , weil ich weiß , woher ich gekommen bin und wohin ich gehe ; ihr aber wisset nicht , woher ich komme und wohin ich gehe . Ihr richtet nach dem Fleische , ich richte niemanden . Wenn ich aber auch richte , so ist mein Gericht wahr , weil ich nicht allein bin , sondern ich und der Vater , der mich gesandt hat . Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben , daß das Zeugnis zweier Menschen wahr ist . Ich bin es , der von mir selbst zeugt , und der Vater , der mich gesandt hat , zeugt von mir . Da sprachen sie zu ihm : Wo ist dein Vater ? Jesus antwortete : Ihr kennet weder mich noch meinen Vater ; wenn ihr mich gekannt hättet , so würdet ihr auch meinen Vater gekannt haben . Diese Worte redete er in der Schatzkammer , lehrend in dem Tempel und niemand griff ihn , denn seine Stunde war noch nicht gekommen . Er sprach nun wiederum zu ihnen : Ich gehe hin , und ihr werdet mich suchen und werdet in eurer Sünde sterben ; wo ich hingehe , könnt ihr nicht hinkommen . Da sagten die Juden : Er will sich doch nicht selbst töten , daß er spricht : Wo ich hingehe , könnt ihr nicht hinkommen ? Und er sprach zu ihnen : Ihr seid von dem , was unten ist , ich bin von dem , was oben ist ; ihr seid von dieser Welt , ich bin nicht von dieser Welt . Daher sagte ich euch , daß ihr in euren Sünden sterben werdet ; denn wenn ihr nicht glauben werdet , daß ich es bin , so werdet ihr in euren Sünden sterben . Da sprachen sie zu ihm : Wer bist du ? Und Jesus sprach zu ihnen : Durchaus das , was ich auch zu euch rede . Vieles habe ich über euch zu reden und zu richten , aber der mich gesandt hat , ist wahrhaftig ; und ich , was ich von ihm gehört habe , das rede ich zu der Welt . Sie erkannten nicht , daß er von dem Vater zu ihnen sprach . Da sprach Jesus zu ihnen : Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht haben werdet , dann werdet ihr erkennen , daß ich es bin , und daß ich nichts von mir selbst tue , sondern wie der Vater mich gelehrt hat , das rede ich . Und der mich gesandt hat , ist mit mir ; er hat mich nicht allein gelassen , weil ich allezeit das ihm Wohlgefällige tue . Als er dies redete , glaubten viele an ihn . Jesus sprach nun zu den Juden , welche ihm geglaubt hatten : Wenn ihr in meinem Worte bleibet , so seid ihr wahrhaft meine Jünger ; und ihr werdet die Wahrheit erkennen , und die Wahrheit wird euch frei machen . Sie antworteten ihm : Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen ; wie sagst du : Ihr sollt frei werden ? Jesus antwortete ihnen : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Jeder , der die Sünde tut , ist der Sünde Knecht . Der Knecht aber bleibt nicht für immer in dem Hause ; der Sohn bleibt für immer . Wenn nun der Sohn euch frei machen wird , so werdet ihr wirklich frei sein . Ich weiß , daß ihr Abrahams Same seid ; aber ihr suchet mich zu töten , weil mein Wort nicht Raum in euch findet . Ich rede , was ich bei meinem Vater gesehen habe , und ihr nun tut , was ihr von eurem Vater gehört habt . Sie antworteten und sprachen zu ihm : Abraham ist unser Vater . Jesus spricht zu ihnen : Wenn ihr Abrahams Kinder wäret , so würdet ihr die Werke Abrahams tun ; jetzt aber suchet ihr mich zu töten , einen Menschen , der die Wahrheit zu euch geredet hat , die ich von Gott gehört habe ; das hat Abraham nicht getan . Ihr tut die Werke eures Vaters . Da sprachen sie zu ihm : Wir sind nicht durch Hurerei geboren ; wir haben einen Vater , Gott . Jesus sprach zu ihnen : Wenn Gott euer Vater wäre , so würdet ihr mich lieben , denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen ; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen , sondern er hat mich gesandt . Warum verstehet ihr meine Sprache nicht ? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt . Ihr seid aus dem Vater , dem Teufel , und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun . Jener war ein Menschenmörder von Anfang und ist in der Wahrheit nicht bestanden , weil keine Wahrheit in ihm ist . Wenn er die Lüge redet , so redet er aus seinem Eigenen , denn er ist ein Lügner und der Vater derselben . ) Weil ich aber die Wahrheit sage , glaubet ihr mir nicht . Wer von euch überführt mich der Sünde ? Wenn ich die Wahrheit sage , warum glaubet ihr mir nicht ? Wer aus Gott ist , hört die Worte Gottes . Darum höret ihr nicht , weil ihr nicht aus Gott seid . Die Juden antworteten und sprachen zu ihm : Sagen wir nicht recht , daß du ein Samariter bist und einen Dämon hast ? Jesus antwortete : Ich habe keinen Dämon , sondern ich ehre meinen Vater , und ihr verunehret mich . Ich aber suche nicht meine Ehre : es ist einer , der sie sucht , und der richtet . Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Wenn jemand mein Wort bewahren wird , so wird er den Tod nicht sehen ewiglich . Da sprachen die Juden zu ihm : Jetzt erkennen wir , daß du einen Dämon hast . Abraham ist gestorben und die Propheten , und du sagst : Wenn jemand mein Wort bewahren wird , so wird er den Tod nicht schmecken ewiglich . Bist du etwa größer als unser Vater Abraham , der gestorben ist ? Und die Propheten sind gestorben . Was machst du aus dir selbst ? Jesus antwortete : Wenn ich mich selbst ehre , so ist meine Ehre nichts ; mein Vater ist es , der mich ehrt , von welchem ihr saget : Er ist unser Gott . Und ihr habt ihn nicht erkannt , ich aber kenne ihn ; und wenn ich sagte : Ich kenne ihn nicht , so würde ich euch gleich sein - ein Lügner . Aber ich kenne ihn , und ich bewahre sein Wort . Abraham , euer Vater , frohlockte , daß er meinen Tag sehen sollte , und er sah ihn und freute sich . Da sprachen die Juden zu ihm : Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen ? Jesus sprach zu ihnen : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Ehe Abraham ward , bin ich . Da hoben sie Steine auf , damit sie auf ihn würfen . Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus . Und als er vorüberging , sah er einen Menschen , blind von Geburt . Und seine Jünger fragten ihn und sagten : Rabbi , wer hat gesündigt , dieser oder seine Eltern , daß er blind geboren wurde ? Jesus antwortete : Weder dieser hat gesündigt , noch seine Eltern , sondern auf daß die Werke Gottes an ihm geoffenbart würden . Ich muß die Werke dessen wirken , der mich gesandt hat , so lange es Tag ist ; es kommt die Nacht , da niemand wirken kann . So lange ich in der Welt bin , bin ich das Licht der Welt . Als er dies gesagt hatte , spützte er auf die Erde und bereitete einen Kot aus dem Speichel und strich den Kot wie Salbe auf seine Augen ; und er sprach zu ihm : Gehe hin , wasche dich in dem Teiche Siloam . Da ging er hin und wusch sich und kam sehend . Die Nachbarn nun und die ihn früher gesehen hatten , daß er ein Bettler war , sprachen : Ist dieser nicht der , der da saß und bettelte ? Einige sagten : Er ist es ; andere sagten : Nein , sondern er ist ihm ähnlich ; er sagte : Ich bin’s . Sie sprachen nun zu ihm : Wie sind deine Augen aufgetan worden ? Er antwortete und sprach : Ein Mensch , genannt Jesus , bereitete einen Kot und salbte meine Augen damit und sprach zu mir : Gehe hin nach Siloam und wasche dich . Als ich aber hinging und mich wusch , wurde ich sehend . Da sprachen sie zu ihm : Wo ist jener ? Er sagt : Ich weiß es nicht . Sie führen ihn , den einst Blinden , zu den Pharisäern . Es war aber Sabbath , als Jesus den Kot bereitete und seine Augen auftat . Nun fragten ihn wiederum auch die Pharisäer , wie er sehend geworden sei . Er aber sprach zu ihnen : Er legte Kot auf meine Augen , und ich wusch mich , und ich sehe . Da sprachen etliche von den Pharisäern : Dieser Mensch ist nicht von Gott , denn er hält den Sabbath nicht . Andere sagten : Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun ? Und es war Zwiespalt unter ihnen . Sie sagen nun wiederum zu dem Blinden : Was sagst du von ihm , weil er deine Augen aufgetan hat ? Er aber sprach : Er ist ein Prophet . Es glaubten nun die Juden nicht von ihm , daß er blind war und sehend geworden , bis daß sie die Eltern dessen riefen , der sehend geworden war . Und sie fragten sie und sprachen : Ist dieser euer Sohn , von dem ihr saget , daß er blind geboren wurde ? Wie sieht er denn jetzt ? Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen : Wir wissen , daß dieser unser Sohn ist , und daß er blind geboren wurde ; wie er aber jetzt sieht , wissen wir nicht , oder wer seine Augen aufgetan hat , wissen wir nicht . Er ist mündig ; fraget ihn , er wird selbst über sich reden . Dies sagten seine Eltern , weil sie die Juden fürchteten ; denn die Juden waren schon übereingekommen , daß , wenn jemand ihn als Christus bekennen würde , er aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte . Deswegen sagten seine Eltern : Er ist mündig , fraget ihn . Sie riefen nun zum zweiten Male den Menschen , der blind war , und sprachen zu ihm : Gib Gott die Ehre ! wir wissen , daß dieser Mensch ein Sünder ist . Da antwortete er : Ob er ein Sünder ist , weiß ich nicht ; eines weiß ich , daß ich blind war und jetzt sehe . Und sie sprachen wiederum zu ihm : was hat er dir getan ? Wie tat er deine Augen auf ? Er antwortete ihnen : Ich habe es euch schon gesagt , und ihr habt nicht gehört ; warum wollt ihr es nochmals hören ? Wollt ihr etwa auch seine Jünger werden ? Sie schmähten ihn und sprachen : Du bist sein Jünger ; wir aber sind Moses’ Jünger . Wir wissen , daß Gott zu Moses geredet hat ; von diesem aber wissen wir nicht , woher er ist . Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen : Hierbei ist es doch wunderbar , daß ihr nicht wisset , woher er ist , und er hat doch meine Augen aufgetan . Wir wissen aber , daß Gott Sünder nicht hört , sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut , den hört er . Von Ewigkeit her ist es nicht erhört , daß jemand die Augen eines Blindgeborenen aufgetan habe . Wenn dieser nicht von Gott wäre , so könnte er nichts tun . Sie antworteten und sprachen zu ihm : Du bist ganz in Sünden geboren , und du lehrst uns ? Und sie warfen ihn hinaus . Jesus hörte , daß sie ihn hinausgeworfen hatten ; und als er ihn fand , sprach er zu ihm : Glaubst du an den Sohn Gottes ? Er antwortete und sprach : Und wer ist es , Herr , auf daß ich an ihn glaube ? Jesus sprach zu ihm : Du hast ihn gesehen , und der mit dir redet , der ist es . Er aber sprach : Ich glaube , Herr ; und er huldigte ihm . Und Jesus sprach : Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen , auf daß die Nichtsehenden sehen und die Sehenden blind werden . Und etliche von den Pharisäern , die bei ihm waren , hörten dies und sprachen zu ihm : Sind denn auch wir blind ? Jesus sprach zu ihnen : Wenn ihr blind wäret , so würdet ihr keine Sünde haben ; nun ihr aber saget : Wir sehen , so bleibt eure Sünde . Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Wer nicht durch die Tür in den Hof der Schafe eingeht , sondern anderswo hinübersteigt , der ist ein Dieb und ein Räuber . Wer aber durch die Tür eingeht , ist Hirte der Schafe . Diesem tut der Türhüter auf , und die Schafe hören seine Stimme , und er ruft seine eigenen Schafe mit Namen und führt sie heraus . Wenn er seine eigenen Schafe alle herausgebracht hat , geht er vor ihnen her , und die Schafe folgen ihm , weil sie seine Stimme kennen . Einem Fremden aber werden sie nicht folgen , sondern werden vor ihm fliehen , weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen . Dieses Gleichnis sprach Jesus zu ihnen ; sie aber verstanden nicht , was es war , das er zu ihnen redete . Jesus sprach nun wiederum zu ihnen : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Ich bin die Tür der Schafe . Alle , die irgend vor mir gekommen , sind Diebe und Räuber ; aber die Schafe hörten nicht auf sie . Ich bin die Tür ; wenn jemand durch mich eingeht , so wird er errettet werden und wird ein - und ausgehen und Weide finden . Der Dieb kommt nur , um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben . Ich bin gekommen , auf daß sie Leben haben und es in Überfluß haben . Ich bin der gute Hirte ; der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe . Der Mietling aber und der nicht Hirte ist , dem die Schafe nicht eigen sind , sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht ; und der Wolf raubt sie und zerstreut die Schafe . Der Mietling aber flieht , weil er ein Mietling ist und sich um die Schafe nicht kümmert . Ich bin der gute Hirte ; und ich kenne die Meinen und bin gekannt von den Meinen , gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne ; und ich lasse mein Leben für die Schafe . Und ich habe andere Schafe , die nicht aus diesem Hofe sind ; auch diese muß ich bringen , und sie werden meine Stimme hören , und es wird eine Herde , ein Hirte sein . Darum liebt mich der Vater , weil ich mein Leben lasse , auf daß ich es wiedernehme . Niemand nimmt es von mir , sondern ich lasse es von mir selbst . Ich habe Gewalt , es zu lassen , und habe Gewalt , es wiederzunehmen . Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen . Es entstand wiederum ein Zwiespalt unter den Juden dieser Worte wegen . Viele aber von ihnen sagten : Er hat einen Dämon und ist von Sinnen ; was höret ihr ihn ? Andere sagten : Diese Reden sind nicht die eines Besessenen ; kann etwa ein Dämon der Blinden Augen auftun ? Es war aber das Fest der Tempelweihe in Jerusalem ; und es war Winter . Und Jesus wandelte in dem Tempel , in der Säulenhalle Salomons . Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm : Bis wann hältst du unsere Seele hin ? Wenn du der Christus bist , so sage es uns frei heraus . Jesus antwortete ihnen : Ich habe es euch gesagt , und ihr glaubet nicht . Die Werke , die ich in dem Namen meines Vaters tue , diese zeugen von mir ; aber ihr glaubet nicht , denn ihr seid nicht von meinen Schafen , wie ich euch gesagt habe . Meine Schafe hören meine Stimme , und ich kenne sie , und sie folgen mir ; und ich gebe ihnen ewiges Leben , und sie gehen nicht verloren ewiglich , und niemand wird sie aus meiner Hand rauben . Mein Vater , der sie mir gegeben hat , ist größer als alles , und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben . Ich und der Vater sind eins . Da hoben die Juden wiederum Steine auf , auf daß sie ihn steinigten . Jesus antwortete ihnen : Viele gute Werke habe ich euch von meinem Vater gezeigt ; für welches Werk unter denselben steiniget ihr mich ? Die Juden antworteten ihm : Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht , sondern wegen Lästerung , und weil du , der du ein Mensch bist , dich selbst zu Gott machst . Jesus antwortete ihnen : Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben : &quot; Ich habe gesagt : Ihr seid Götter ? &quot; Wenn er jene Götter nannte , zu welchen das Wort Gottes geschah , saget ihr von dem , welchen der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat : Du lästerst , weil ich sagte : Ich bin Gottes Sohn ? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue , so glaubet mir nicht ; wenn ich sie aber tue , so glaubet den Werken , wenn ihr auch mir nicht glaubet , auf daß ihr erkennet und glaubet , daß der Vater in mir ist und ich in ihm . Da suchten sie wiederum ihn zu greifen , und er entging ihrer Hand . Und er ging wieder weg jenseit des Jordan an den Ort , wo Johannes zuerst taufte , und er blieb daselbst . Und viele kamen zu ihm und sagten : Johannes tat zwar kein Zeichen ; alles aber , was Johannes von diesem gesagt hat , war wahr . Und viele glaubten daselbst an ihn . Es war aber ein Gewisser krank , Lazarus von Bethanien , aus dem Dorfe der Maria und ihrer Schwester Martha . ( Maria aber war es , die den Herrn mit Salbe salbte und seine Füße mit ihren Haaren abtrocknete ; deren Bruder Lazarus war krank . ) Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen : Herr , siehe , der , den du lieb hast , ist krank . Als aber Jesus es hörte , sprach er : Diese Krankheit ist nicht zum Tode , sondern um der Herrlichkeit Gottes willen , auf daß der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde . Jesus aber liebte die Martha und ihre Schwester und den Lazarus . Als er nun hörte , daß er krank sei , blieb er noch zwei Tage an dem Orte , wo er war . Danach spricht er dann zu den Jüngern : Laßt uns wieder nach Judäa gehen . Die Jünger sagen zu ihm : Rabbi , eben suchten die Juden dich zu steinigen , und wiederum gehst du dahin ? Jesus antwortete : Sind der Stunden des Tages nicht zwölf ? Wenn jemand am Tage wandelt , stößt er nicht an , weil er das Licht dieser Welt sieht ; wenn aber jemand in der Nacht wandelt , stößt er an , weil das Licht nicht in ihm ist . Dies sprach er , und danach sagt er zu ihnen : Lazarus , unser Freund , ist eingeschlafen ; aber ich gehe hin , auf daß ich ihn aufwecke . Da sprachen die Jünger zu ihm : Herr , wenn er eingeschlafen ist , so wird er geheilt werden . Jesus aber hatte von seinem Tode gesprochen ; sie aber meinten , er rede von der Ruhe des Schlafes . Dann nun sagte ihnen Jesus gerade heraus : Lazarus ist gestorben ; und ich bin froh um euretwillen , daß ich nicht dort war , auf daß ihr glaubet ; aber laßt uns zu ihm gehen . Da sprach Thomas , der Zwilling genannt ist , zu den Mitjüngern : Laßt auch uns gehen , auf daß wir mit ihm sterben . Als nun Jesus kam , fand er ihn schon vier Tage in der Gruft liegen . Bethanien aber war nahe bei Jerusalem , etwa fünfzehn Stadien weit ; und viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen , auf daß sie dieselben über ihren Bruder trösteten . Martha nun , als sie hörte , daß Jesus komme , ging ihm entgegen . Maria aber saß im Hause . Da sprach Martha zu Jesu : Herr , wenn du hier gewesen wärest , so wäre mein Bruder nicht gestorben ; aber auch jetzt weiß ich , daß , was irgend du von Gott bitten magst , Gott dir geben wird . Jesus spricht zu ihr : Dein Bruder wird auferstehen . Martha spricht zu ihm : Ich weiß , daß er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tage . Jesus sprach zu ihr : Ich bin die Auferstehung und das Leben ; wer an mich glaubt , wird leben , auch wenn er gestorben ist ; und jeder , der da lebt und an mich glaubt , wird nicht sterben in Ewigkeit . Glaubst du dies ? Sie spricht zu ihm : Ja , Herr , ich glaube , daß du der Christus bist , der Sohn Gottes , der in die Welt kommen soll . Und als sie dies gesagt hatte , ging sie hin und rief ihre Schwester Maria heimlich und sagte : Der Lehrer ist da und ruft dich . Als jene es hörte , steht sie schnell auf und geht zu ihm . Jesus aber war noch nicht in das Dorf gekommen , sondern war an dem Orte , wo Martha ihm begegnet war . Als nun die Juden , die bei ihr im Hause waren und sie trösteten , sahen , daß Maria schnell aufstand und hinausging , folgten sie ihr , indem sie sagten : Sie geht zur Gruft , auf daß sie daselbst weine . Als nun Maria dahin kam , wo Jesus war , und ihn sah , fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm : Herr , wenn du hier gewesen wärest , so wäre mein Bruder nicht gestorben . Als nun Jesus sie weinen sah , und die Juden weinen , die mit ihr gekommen waren , seufzte er tief im Geist und erschütterte sich und sprach : Wo habt ihr ihn hingelegt ? Sie sagen zu ihm : Herr , komm und sieh ! Jesus vergoß Tränen . Da sprachen die Juden : Siehe , wie lieb hat er ihn gehabt ! Etliche aber von ihnen sagten : Konnte dieser , der die Augen des Blinden auftat , nicht machen , daß auch dieser nicht gestorben wäre ? Jesus nun , wiederum tief in sich selbst seufzend , kommt zur Gruft . Es war aber eine Höhle , und ein Stein lag darauf . Jesus spricht : Nehmet den Stein weg . Die Schwester des Verstorbenen , Martha , spricht zu ihm : Herr , er riecht schon , denn er ist vier Tage hier . Jesus spricht zu ihr : Habe ich dir nicht gesagt , wenn du glauben würdest , so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen ? Sie nahmen nun den Stein weg . Jesus aber hob die Augen empor und sprach : Vater , ich danke dir , daß du mich erhört hast . Ich aber wußte , daß du mich allezeit erhörst ; doch um der Volksmenge willen , die umhersteht , habe ich es gesagt , auf daß sie glauben , daß du mich gesandt hast . Und als er dies gesagt hatte , rief er mit lauter Stimme : Lazarus , komm heraus ! Und der Verstorbene kam heraus , an Füßen und Händen mit Grabtüchern gebunden , und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch umbunden . Jesus spricht zu ihnen : Löset ihn auf und laßt ihn gehen . Viele nun von den Juden , die zu Maria gekommen waren und sahen , was er getan hatte , glaubten an ihn . Etliche aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen , was Jesus getan hatte . Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer ein Synedrium und sprachen : Was tun wir ? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen . Wenn wir ihn also lassen , werden alle an ihn glauben , und die Römer werden kommen und sowohl unseren Ort als auch unsere Nation wegnehmen . Ein Gewisser aber aus ihnen , Kajaphas , der jenes Jahr Hoherpriester war , sprach zu ihnen : Ihr wisset nichts , und überleget auch nicht , daß es euch nützlich ist , daß ein Mensch für das Volk sterbe und nicht die ganze Nation umkomme . Dies aber sagte er nicht aus sich selbst , sondern da er jenes Jahr Hoherpriester war , weissagte er , daß Jesus für die Nation sterben sollte ; und nicht für die Nation allein , sondern auf daß er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte . Von jenem Tage an ratschlagten sie nun , auf daß sie ihn töteten . Jesus nun wandelte nicht mehr frei öffentlich unter den Juden , sondern ging von dannen hinweg in die Gegend nahe bei der Wüste , in eine Stadt , genannt Ephraim ; und daselbst verweilte er mit den Jüngern . Es war aber nahe das Passah der Juden , und viele gingen aus dem Lande hinauf nach Jerusalem vor dem Passah , auf daß sie sich reinigten . Sie suchten nun Jesum und sprachen , im Tempel stehend , untereinander : Was dünkt euch ? daß er nicht zu dem Fest kommen wird ? Es hatten aber die Hohenpriester und die Pharisäer Befehl gegeben , daß , wenn jemand wisse , wo er sei , er es anzeigen solle , damit sie ihn griffen . Jesus nun kam sechs Tage vor dem Passah nach Bethanien , wo Lazarus , der Gestorbene , war , welchen Jesus aus den Toten auferweckt hatte . Sie machten ihm nun daselbst ein Abendessen , und Martha diente ; Lazarus aber war einer von denen , die mit ihm zu Tische lagen . Da nahm Maria ein Pfund Salbe von echter , sehr kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete seine Füße mit ihren Haaren . Das Haus aber wurde von dem Geruch der Salbe erfüllt . Es sagt nun einer von seinen Jüngern , Judas , Simons Sohn , der Iskariot , der ihn überliefern sollte : Warum ist diese Salbe nicht für dreihundert Denare verkauft und den Armen gegeben worden ? Er sagte dies aber , nicht weil er für die Armen besorgt war , sondern weil er ein Dieb war und die Kasse hatte und trug , was eingelegt wurde . Da sprach Jesus : Erlaube ihr , es auf den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt zu haben ; denn die Armen habt ihr allezeit bei euch , mich aber habt ihr nicht allezeit . Eine große Volksmenge aus den Juden erfuhr nun , daß er daselbst sei ; und sie kamen , nicht um Jesu willen allein , sondern damit sie auch den Lazarus sähen , welchen er aus den Toten auferweckt hatte . Die Hohenpriester aber ratschlagten , auf daß sie auch den Lazarus töteten , weil viele von den Juden um seinetwillen hingingen und an Jesum glaubten . Des folgenden Tages , als eine große Volksmenge , die zu dem Feste gekommen war , hörte , daß Jesus nach Jerusalem komme , nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus , ihm entgegen , und schrieen : Hosanna ! Gepriesen sei , der da kommt im Namen des Herrn , der König Israels ! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf , wie geschrieben steht : &quot; Fürchte dich nicht , Tochter Zion ! siehe , dein König kommt , sitzend auf einem Eselsfüllen &quot; . Dies aber verstanden seine Jünger zuerst nicht ; jedoch als Jesus verherrlicht war , dann erinnerten sie sich , daß dies von ihm geschrieben war und sie ihm dies getan hatten . Es bezeugte nun die Volksmenge , die bei ihm war , daß er Lazarus aus dem Grabe gerufen und ihn aus den Toten auferweckt habe . Darum ging ihm auch die Volksmenge entgegen , weil sie hörten , daß er dieses Zeichen getan hatte . Da sprachen die Pharisäer zueinander : Ihr sehet , daß ihr gar nichts ausrichtet ; siehe , die Welt ist ihm nachgegangen . Es waren aber etliche Griechen unter denen , die hinaufkamen , auf daß sie auf dem Feste anbeteten . Diese nun kamen zu Philippus , dem von Bethsaida in Galiläa , und baten ihn und sagten : Herr , wir möchten Jesum sehen . Philippus kommt und sagt es Andreas , und wiederum kommt Andreas und Philippus , und sie sagen es Jesu . Jesus aber antwortete ihnen und sprach : Die Stunde ist gekommen , daß der Sohn des Menschen verherrlicht werde . Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt , bleibt es allein ; wenn es aber stirbt , bringt es viel Frucht . Wer sein Leben liebt , wird es verlieren ; und wer sein Leben in dieser Welt haßt , wird es zum ewigen Leben bewahren . Wenn mir jemand dient , so folge er mir nach ; und wo ich bin , da wird auch mein Diener sein . Wenn mir jemand dient , so wird der Vater ihn ehren . Jetzt ist meine Seele bestürzt , und was soll ich sagen ? Vater , rette mich aus dieser Stunde ! Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen . Vater , verherrliche deinen Namen ! Da kam eine Stimme aus dem Himmel : Ich habe ihn verherrlicht und werde ihn auch wiederum verherrlichen . Die Volksmenge nun , die dastand und zuhörte , sagte , es habe gedonnert ; andere sagten : Ein Engel hat mit ihm geredet . Jesus antwortete und sprach : Nicht um meinetwillen ist diese Stimme geschehen , sondern um euretwillen . Jetzt ist das Gericht dieser Welt ; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden . Und ich , wenn ich von der Erde erhöht bin , werde alle zu mir ziehen . ( Dies aber sagte er , andeutend , welches Todes er sterben sollte . ) Die Volksmenge antwortete ihm : Wir haben aus dem Gesetz gehört , daß der Christus bleibe in Ewigkeit , und wie sagst du , daß der Sohn des Menschen erhöht werden müsse ? Wer ist dieser , der Sohn des Menschen ? Da sprach Jesus zu ihnen : Noch eine kleine Zeit ist das Licht unter euch ; wandelt , während ihr das Licht habt , auf daß nicht Finsternis euch ergreife . Und wer in der Finsternis wandelt , weiß nicht , wohin er geht . Während ihr das Licht habt , glaubet an das Licht , auf daß ihr Söhne des Lichtes werdet . Dieses redete Jesus und ging hinweg und verbarg sich vor ihnen . Wiewohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte , glaubten sie nicht an ihn , auf daß das Wort des Propheten Jesajas erfüllt würde , welches er sprach : &quot; Herr , wer hat unserer Verkündigung geglaubt , und wem ist der Arm des Herrn geoffenbart worden ? &quot; Darum konnten sie nicht glauben , weil Jesajas wiederum gesagt hat : &quot; Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt , auf daß sie nicht sehen mit den Augen und verstehen mit dem Herzen und sich bekehren , und ich sie heile . &quot; Dies sprach Jesaja , weil er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete . Dennoch aber glaubten auch von den Obersten viele an ihn ; doch wegen der Pharisäer bekannten sie ihn nicht , auf daß sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden ; denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott . Jesus aber rief und sprach : Wer an mich glaubt , glaubt nicht an mich , sondern an den , der mich gesandt hat ; und wer mich sieht , sieht den , der mich gesandt hat . Ich bin als Licht in die Welt gekommen , auf daß jeder , der an mich glaubt , nicht in der Finsternis bleibe ; und wenn jemand meine Worte hört und nicht bewahrt , so richte ich ihn nicht , denn ich bin nicht gekommen , auf daß ich die Welt richte , sondern auf daß ich die Welt errette . Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt , hat den , der ihn richtet : das Wort , das ich geredet habe , das wird ihn richten an dem letzten Tage . Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet , sondern der Vater , der mich gesandt hat , er hat mir ein Gebot gegeben , was ich sagen und was ich reden soll ; und ich weiß , daß sein Gebot ewiges Leben ist . Was ich nun rede , rede ich also , wie mir der Vater gesagt hat . Vor dem Feste des Passah aber , als Jesus wußte , daß seine Stunde gekommen war , daß er aus dieser Welt zu dem Vater hingehen sollte , - da er die Seinigen , die in der Welt waren , geliebt hatte , liebte er sie bis ans Ende . Und während des Abendessens , als der Teufel schon dem Judas , Simons Sohn , dem Iskariot , es ins Herz gegeben hatte , daß er ihn überliefere , steht Jesus , wissend , daß der Vater ihm alles in die Hände gegeben , und daß er von Gott ausgegangen war und zu Gott hingehe , von dem Abendessen auf und legt die Oberkleider ab ; und er nahm ein leinenes Tuch und umgürtete sich . Dann gießt er Wasser in das Waschbecken und fing an , die Füße der Jünger zu waschen und mit dem leinenen Tuch abzutrocknen , mit welchem er umgürtet war . Er kommt nun zu Simon Petrus , und der spricht zu ihm : Herr , du wäschest meine Füße ? Jesus antwortete und sprach zu ihm : Was ich tue , weißt du jetzt nicht , du wirst es aber hernach verstehen . Petrus spricht zu ihm : Du sollst nimmermehr meine Füße waschen ! Jesus antwortete ihm : Wenn ich dich nicht wasche , so hast du kein Teil mit mir . Simon Petrus spricht zu ihm : Herr , nicht meine Füße allein , sondern auch die Hände und das Haupt . Jesus spricht zu ihm : Wer gebadet ist , hat nicht nötig sich zu waschen , ausgenommen die Füße , sondern ist ganz rein ; und ihr seid rein , aber nicht alle . Denn er kannte den , der ihn überlieferte ; darum sagte er : Ihr seid nicht alle rein . Als er nun ihre Füße gewaschen und seine Oberkleider genommen hatte , legte er sich wiederum zu Tische und sprach zu ihnen : Wisset ihr , was ich euch getan habe ? Ihr heißet mich Lehrer und Herr , und ihr saget recht , denn ich bin es . Wenn nun ich , der Herr und der Lehrer , eure Füße gewaschen habe , so seid auch ihr schuldig , einander die Füße zu waschen . Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben , auf daß , gleichwie ich euch getan habe , auch ihr tuet . Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr , noch ein Gesandter größer , als der ihn gesandt hat . Wenn ihr dies wisset , glückselig seid ihr , wenn ihr es tut . Ich rede nicht von euch allen , ich weiß , welche ich auserwählt habe ; aber auf daß die Schrift erfüllt würde : &quot; Der mit mir das Brot ißt , hat seine Ferse wider mich aufgehoben &quot; . Von jetzt an sage ich es euch , ehe es geschieht , auf daß ihr , wenn es geschieht , glaubet , daß ich es bin . Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Wer aufnimmt , wen irgend ich senden werde , nimmt mich auf ; wer aber mich aufnimmt , nimmt den auf , der mich gesandt hat . Als Jesus dies gesagt hatte , ward er im Geiste erschüttert und bezeugte und sprach : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Einer von euch wird mich überliefern . Da blickten die Jünger einander an , zweifelnd , von wem er rede . Einer aber von seinen Jüngern , den Jesus liebte , lag zu Tische in dem Schoße Jesu . Diesem nun winkt Simon Petrus , damit er forschen möchte , wer es wohl wäre , von welchem er rede . Jener aber , sich an die Brust Jesu lehnend , spricht zu ihm : Herr , wer ist es ? Jesus antwortete : Jener ist es , welchem ich den Bissen , wenn ich ihn eingetaucht habe , geben werde . Und als er den Bissen eingetaucht hatte , gibt er ihn dem Judas , Simons Sohn , dem Iskariot . Und nach dem Bissen fuhr alsdann der Satan in ihn . Jesus spricht nun zu ihm : Was du tust , tue schnell . Keiner aber von den zu Tische Liegenden verstand , wozu er ihm dies sagte . Denn etliche meinten , weil Judas die Kasse hatte , daß Jesus zu ihm sage : Kaufe , was wir für das Fest bedürfen , oder daß er den Armen etwas geben solle . Als nun jener den Bissen genommen hatte , ging er alsbald hinaus . Es war aber Nacht . Als er nun hinausgegangen war , spricht Jesus : Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht , und Gott ist verherrlicht in ihm . Wenn Gott verherrlicht ist in ihm , so wird auch Gott ihn verherrlichen in sich selbst , und alsbald wird er ihn verherrlichen . Kinder , noch eine kleine Weile bin ich bei euch ; ihr werdet mich suchen , und wie ich den Juden sagte : Wo ich hingehe , könnt ihr nicht hinkommen , so sage ich jetzt auch euch . Ein neues Gebot gebe ich euch , daß ihr einander liebet , auf daß , gleichwie ich euch geliebt habe , auch ihr einander liebet . Daran werden alle erkennen , daß ihr meine Jünger seid , wenn ihr Liebe untereinander habt . Simon Petrus spricht zu ihm : Herr , wo gehst du hin ? Jesus antwortete ihm : Wo ich hingehe , kannst du mir jetzt nicht folgen ; du wirst mir aber später folgen . Petrus spricht zu ihm : Herr , warum kann ich dir jetzt nicht folgen ? Mein Leben will ich für dich lassen . Jesus antwortet : Dein Leben willst du für mich lassen ? Wahrlich , wahrlich , ich sage dir , der Hahn wird nicht krähen , bis du mich dreimal verleugnet hast . Euer Herz werde nicht bestürzt . Ihr glaubet an Gott , glaubet auch an mich . In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen ; wenn es nicht so wäre , würde ich es euch gesagt haben ; denn ich gehe hin , euch eine Stätte zu bereiten . Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite , so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen , auf daß , wo ich bin , auch ihr seiet . Und wo ich hingehe , wisset ihr , und den Weg wisset ihr . Thomas spricht zu ihm : Herr , wir wissen nicht , wo du hingehst , und wie können wir den Weg wissen ? Jesus spricht zu ihm : Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben . Niemand kommt zum Vater , als nur durch mich . Wenn ihr mich erkannt hättet , so würdet ihr auch meinen Vater erkannt haben ; und von jetzt an erkennet ihr ihn und habt ihn gesehen . Philippus spricht zu ihm : Herr , zeige uns den Vater , und es genügt uns . Jesus spricht zu ihm : So lange Zeit bin ich bei euch , und du hast mich nicht erkannt , Philippus ? Wer mich gesehen hat , hat den Vater gesehen , und wie sagst du : Zeige uns den Vater ? Glaubst du nicht , daß ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist ? Die Worte , die ich zu euch rede , rede ich nicht von mir selbst ; der Vater aber , der in mir bleibt , er tut die Werke . Glaubet mir , daß ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist ; wenn aber nicht , so glaubet mir um der Werke selbst willen . Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Wer an mich glaubt , der wird auch die Werke tun , die ich tue , und wird größere als diese tun , weil ich zum Vater gehe . Und was irgend ihr bitten werdet in meinem Namen , das werde ich tun , auf daß der Vater verherrlicht werde in dem Sohne . Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen , so werde ich es tun . Wenn ihr mich liebet , so haltet meine Gebote ; und ich werde den Vater bitten , und er wird euch einen anderen Sachwalter geben , daß er bei euch sei in Ewigkeit , den Geist der Wahrheit , den die Welt nicht empfangen kann , weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt . Ihr aber kennet ihn , denn er bleibt bei euch und wird in euch sein . Ich werde euch nicht als Waisen lassen , ich komme zu euch . Noch ein Kleines , und die Welt sieht mich nicht mehr ; ihr aber sehet mich : Weil ich lebe , werdet auch ihr leben . An jenem Tage werdet ihr erkennen , daß ich in meinem Vater bin , und ihr in mir und ich in euch . Wer meine Gebote hat und sie hält , der ist es , der mich liebt ; wer aber mich liebt , wird von meinem Vater geliebt werden ; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbar machen . Judas , nicht der Iskariot , spricht zu ihm : Herr , wie ist es , daß du dich uns offenbar machen willst , und nicht der Welt ? Jesus antwortete und sprach zu ihm : Wenn jemand mich liebt , so wird er mein Wort halten , und mein Vater wird ihn lieben , und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen . Wer mich nicht liebt , hält meine Worte nicht ; und das Wort , welches ihr höret , ist nicht mein , sondern des Vaters , der mich gesandt hat . Dies habe ich zu euch geredet , während ich bei euch bin . Der Sachwalter aber , der Heilige Geist , welchen der Vater senden wird in meinem Namen , jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern , was ich euch gesagt habe . Frieden lasse ich euch , meinen Frieden gebe ich euch ; nicht wie die Welt gibt , gebe ich euch . Euer Herz werde nicht bestürzt , sei auch nicht furchtsam . Ihr habt gehört , daß ich euch gesagt habe : Ich gehe hin , und ich komme zu euch . Wenn ihr mich liebtet , so würdet ihr euch freuen , daß ich zum Vater gehe , denn mein Vater ist größer als ich . Und jetzt habe ich es euch gesagt , ehe es geschieht , auf daß , wenn es geschieht , ihr glaubet . Ich werde nicht mehr vieles mit euch reden , denn der Fürst der Welt kommt und hat nichts in mir ; aber auf daß die Welt erkenne , daß ich den Vater liebe und also tue , wie mir der Vater geboten hat . - Stehet auf , lasset uns von hinnen gehen . Ich bin der wahre Weinstock , und mein Vater ist der Weingärtner . Jede Rebe an mir , die nicht Frucht bringt , die nimmt er weg ; und jede , die Frucht bringt , die reinigt er , auf daß sie mehr Frucht bringe . Ihr seid schon rein um des Wortes willen , das ich zu euch geredet habe . Bleibet in mir , und ich in euch . Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann , sie bleibe denn am Weinstock , also auch ihr nicht , ihr bleibet denn in mir . Ich bin der Weinstock , ihr seid die Reben . Wer in mir bleibt und ich in ihm , dieser bringt viel Frucht , denn außer mir könnt ihr nichts tun . Wenn jemand nicht in mir bleibt , so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt ; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer , und sie verbrennen . Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben , so werdet ihr bitten , was ihr wollt , und es wird euch geschehen . Hierin wird mein Vater verherrlicht , daß ihr viel Frucht bringet , und ihr werdet meine Jünger werden Gleichwie der Vater mich geliebt hat , habe auch ich euch geliebt ; bleibet in meiner Liebe . Wenn ihr meine Gebote haltet , so werdet ihr in meiner Liebe bleiben , gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe . Dies habe ich zu euch geredet , auf daß meine Freude in euch sei und eure Freude völlig werde . Dies ist mein Gebot , daß ihr einander liebet , gleichwie ich euch geliebt habe . Größere Liebe hat niemand , als diese , daß jemand sein Leben läßt für seine Freunde . Ihr seid meine Freunde , wenn ihr tut , was irgend ich euch gebiete . Ich nenne euch nicht mehr Knechte , ) denn der Knecht ) weiß nicht , was sein Herr tut ; aber ich habe euch Freunde genannt , weil ich alles , was ich von meinem Vater gehört , euch kundgetan habe . Ihr habt nicht mich auserwählt , sondern ich habe euch auserwählt und euch gesetzt , auf daß ihr hingehet und Frucht bringet , und eure Frucht bleibe , auf daß , was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen , er euch gebe . Dies gebiete ich euch , daß ihr einander liebet . Wenn die Welt euch haßt , so wisset , daß sie mich vor euch gehaßt hat . Wenn ihr von der Welt wäret , würde die Welt das Ihrige lieben ; weil ihr aber nicht von der Welt seid , sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe , darum haßt euch die Welt . Gedenket des Wortes , das ich euch gesagt habe : Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr . Wenn sie mich verfolgt haben , werden sie auch euch verfolgen ; wenn sie mein Wort gehalten haben , werden sie auch das eure halten . Aber dies alles werden sie euch tun um meines Namens willen , weil sie den nicht kennen , der mich gesandt hat . Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte , so hätten sie keine Sünde ; jetzt aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde . Wer mich haßt , haßt auch meinen Vater . Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte , die kein anderer getan hat , so hätten sie keine Sünde ; jetzt aber haben sie gesehen und gehaßt sowohl mich als auch meinen Vater . Aber auf daß das Wort erfüllt würde , das in ihrem Gesetz geschrieben steht : &quot; Sie haben mich ohne Ursache gehaßt &quot; . Wenn aber der Sachwalter gekommen ist , den ich euch von dem Vater senden werde , der Geist der Wahrheit , der von dem Vater ausgeht , so wird er von mir zeugen . Aber auch ihr zeuget , weil ihr von Anfang an bei mir seid . Dieses habe ich zu euch geredet , auf daß ihr euch nicht ärgert . Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen ; es kommt aber die Stunde , daß jeder , der euch tötet , meinen wird , Gott einen Dienst darzubringen . Und dies werden sie tun , weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben . Dieses aber habe ich zu euch geredet , auf daß , wenn die Stunde gekommen ist , ihr daran gedenket , daß ich es euch gesagt habe . Dieses aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt , weil ich bei euch war . Jetzt aber gehe ich hin zu dem , der mich gesandt hat , und niemand von euch fragt mich : Wo gehst du hin ? sondern weil ich dieses zu euch geredet habe , hat Traurigkeit euer Herz erfüllt . Doch ich sage euch die Wahrheit : Es ist euch nützlich , daß ich weggehe , denn wenn ich nicht weggehe , wird der Sachwalter nicht zu euch kommen ; wenn ich aber hingehe , werde ich ihn zu euch senden . Und wenn er gekommen ist , wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht . Von Sünde , weil sie nicht an mich glauben ; von Gerechtigkeit aber , weil ich zu meinem Vater gehe , und ihr mich nicht mehr sehet ; von Gericht aber , weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist . Noch vieles habe ich euch zu sagen , aber ihr könnt es jetzt nicht tragen . Wenn aber jener , der Geist der Wahrheit , gekommen ist , wird er euch in die ganze Wahrheit leiten ; denn er wird nicht aus sich selbst reden , sondern was irgend er hören wird , wird er reden , und das Kommende wird er euch verkündigen . Er wird mich verherrlichen , denn von dem Meinen wird er empfangen und euch verkündigen . Alles , was der Vater hat , ist mein ; darum sagte ich , daß er von dem Meinen empfängt und euch verkündigen wird . Über ein Kleines , und ihr schauet mich nicht , und wiederum über ein Kleines , und ihr werdet mich sehen weil ich zum Vater hingehe . Es sprachen nun etliche von seinen Jüngern zueinander : Was ist dies , das er zu uns sagt : Über ein Kleines , und ihr schauet mich nicht , und wiederum über ein Kleines , und ihr werdet mich sehen , und : weil ich zum Vater hingehe ? Da sprachen sie : Was ist das für ein Kleines , wovon er redet ? Wir wissen nicht , was er sagt . Da erkannte Jesus , daß sie ihn fragen wollten , und sprach zu ihnen : Forschet ihr darüber untereinander , daß ich sagte : Über ein Kleines , und ihr schauet mich nicht , und wiederum über ein Kleines , und ihr werdet mich sehen ? Wahrlich , wahrlich , ich sage euch , daß ihr weinen und wehklagen werdet , aber die Welt wird sich freuen ; ihr werdet traurig sein , aber eure Traurigkeit wird zur Freude werden . Das Weib , wenn sie gebiert , hat Traurigkeit , weil ihre Stunde gekommen ist ; wenn sie aber das Kind geboren hat , gedenkt sie nicht mehr der Drangsal , um der Freude willen , daß ein Mensch zur Welt geboren ist . Auch ihr nun habt jetzt zwar Traurigkeit ; aber ich werde euch wiedersehen , und euer Herz wird sich freuen , und eure Freude nimmt niemand von euch . Und an jenem Tage werdet ihr mich nichts fragen . Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen , wird er euch geben . Bis jetzt habt ihr nichts gebeten in meinem Namen . Bittet , und ihr werdet empfangen , auf daß eure Freude völlig sei . Dies habe ich in Gleichnissen zu euch geredet ; es kommt die Stunde , da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden , sondern euch offen von dem Vater verkündigen werde . An jenem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen , und ich sage euch nicht , daß ich den Vater für euch bitten werde ; denn der Vater selbst hat euch lieb , weil ihr mich geliebt und geglaubt habt , daß ich von Gott ausgegangen bin . Ich bin von dem Vater ausgegangen und bin in die Welt gekommen ; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater . Seine Jünger sprechen zu ihm : Siehe , jetzt redest du offen und sprichst kein Gleichnis ; jetzt wissen wir , daß du alles weißt und nicht nötig hast , daß dich jemand frage ; hierdurch glauben wir , daß du von Gott ausgegangen bist . Jesus antwortete ihnen : Glaubet ihr jetzt ? Siehe , es kommt die Stunde und ist gekommen , daß ihr zerstreut sein werdet , ein jeder in das Seinige , und mich allein lassen werdet ; und ich bin nicht allein , denn der Vater ist bei mir . Dieses habe ich zu euch geredet , auf daß ihr in mir Frieden habt . In der Welt habt ihr Drangsal ; aber seid gutes Mutes , ich habe die Welt überwunden . Dieses redete Jesus und hob seine Augen auf gen Himmel und sprach : Vater , die Stunde ist gekommen ; verherrliche deinen Sohn , auf daß dein Sohn dich verherrliche . Gleichwie du ihm Gewalt gegeben hast über alles Fleisch , auf daß er allen , die du ihm gegeben , ewiges Leben gebe . Dies aber ist das ewige Leben , daß sie dich , den allein wahren Gott , und den du gesandt hast , Jesum Christum , erkennen . Ich habe dich verherrlicht auf der Erde ; das Werk habe ich vollbracht , welches du mir gegeben hast , daß ich es tun sollte . Und nun verherrliche du , Vater , mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit , die ich bei dir hatte , ehe die Welt war . Ich habe deinen Namen geoffenbart den Menschen , die du mir aus der Welt gegeben hast . Dein waren sie , und du hast sie mir gegeben , und sie haben dein Wort bewahrt . Jetzt haben sie erkannt , daß alles , was du mir gegeben hast , von dir ist ; denn die Worte , die du mir gegeben hast , habe ich ihnen gegeben , und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt , daß ich von dir ausgegangen bin , und haben geglaubt , daß du mich gesandt hast . Ich bitte für sie ; nicht bitte ich für die Welt , sondern für die , welche du mir gegeben hast , denn sie sind dein , ( und alles , was mein ist , ist dein , und was dein ist , mein ) und ich bin in ihnen verherrlicht . Und ich bin nicht mehr in der Welt , und diese sind in der Welt , und ich komme zu dir . Heiliger Vater ! bewahre sie in deinem Namen , den du mir gegeben hast , auf daß sie eins seien , gleichwie wir . Als ich bei ihnen war , bewahrte ich sie in deinem Namen , den du mir gegeben hast ; und ich habe sie behütet , und keiner von ihnen ist verloren , als nur der Sohn des Verderbens , auf daß die Schrift erfüllt werde . Jetzt aber komme ich zu dir ; und dieses rede ich in der Welt , auf daß sie meine Freude völlig in sich haben . Ich habe ihnen dein Wort gegeben , und die Welt hat sie gehaßt , weil sie nicht von der Welt sind , gleichwie ich nicht von der Welt bin . Ich bitte nicht , daß du sie aus der Welt wegnehmest , sondern daß du sie bewahrest vor dem Bösen . Sie sind nicht von der Welt , gleichwie ich nicht von der Welt bin . Heilige sie durch die ) Wahrheit : dein Wort ist Wahrheit . Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast , habe auch ich sie in die Welt gesandt ; und ich heilige mich selbst für sie , auf daß auch sie Geheiligte seien durch ) Wahrheit . Aber nicht für diese allein bitte ich , sondern auch für die , welche durch ihr Wort an mich glauben ; auf daß sie alle eins seien , gleichwie du , Vater , in mir und ich in dir , auf daß auch sie in uns eins seien , auf daß die Welt glaube , daß du mich gesandt hast . Und die Herrlichkeit , die du mir gegeben hast , habe ich ihnen gegeben , auf daß sie eins seien , gleichwie wir eins sind ; ich in ihnen und du in mir , auf daß sie in eins vollendet seien , und auf daß die Welt erkenne , daß du mich gesandt und sie geliebt hast , gleichwie du mich geliebt hast . Vater , ich will , daß die , welche du mir gegeben hast , auch bei mir seien , wo ich bin , du mir gegeben hast , - ich will , wo ich bin , auch jene bei mir seien ) auf daß sie meine Herrlichkeit schauen , die du mir gegeben hast , denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt . Gerechter Vater ! - und die Welt hat dich nicht erkannt ; ich aber habe dich erkannt , und diese haben erkannt , daß du mich gesandt hast . Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun , auf daß die Liebe , womit du mich geliebt hast , in ihnen sei und ich in ihnen . Als Jesus dieses gesagt hatte , ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Bach Kidron , wo ein Garten war , in welchen er hineinging , er und seine Jünger . Aber auch Judas , der ihn überlieferte , wußte den Ort , weil Jesus sich oft daselbst mit seinen Jüngern versammelte . Als nun Judas die Schar und von den Hohenpriestern und Pharisäern Diener genommen hatte , kommt er dahin mit Leuchten und Fackeln und Waffen . Jesus nun , der alles wußte , was über ihn kommen würde , ging hinaus und sprach zu ihnen : Wen suchet ihr ? Sie antworteten ihm : Jesum , den Nazaräer . Jesus spricht zu ihnen : Ich bin’s . Aber auch Judas , der ihn überlieferte , stand bei ihnen . Als er nun zu ihnen sagte : Ich bin’s , wichen sie zurück und fielen zu Boden . Da fragte er sie wiederum : Wen suchet ihr ? Sie aber sprachen : Jesum , den Nazaräer . Jesus antwortete : Ich habe euch gesagt , daß ich es bin ; wenn ihr nun mich suchet , so laßt diese gehen ; auf daß das Wort erfüllt würde , welches er sprach : Von denen , die du mir gegeben hast , habe ich keinen verloren . Simon Petrus nun , der ein Schwert hatte , zog es und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab . Der Name des Knechtes aber war Malchus . Da sprach Jesus zu Petrus : Stecke das Schwert in die Scheide . Den Kelch , den mir der Vater gegeben hat , soll ich den nicht trinken ? Die Schar nun und der Oberste und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn ; und sie führten ihn zuerst hin zu Annas , denn er war Schwiegervater des Kajaphas , der jenes Jahr Hoherpriester war . Kajaphas aber war es , der den Juden geraten hatte , es sei nützlich , daß ein Mensch für das Volk sterbe . Simon Petrus aber folgte Jesu und der andere Jünger . Dieser Jünger aber war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in den Hof des Hohenpriesters . Petrus aber stand an der Tür draußen . Da ging der andere Jünger , der dem Hohenpriester bekannt war , hinaus und sprach mit der Türhüterin und führte Petrus hinein . Da spricht die Magd , die Türhüterin , zu Petrus : Bist nicht auch du einer von den Jüngern dieses Menschen ? Er sagt : Ich bin’s nicht . Es standen aber die Knechte und die Diener , die ein Kohlenfeuer gemacht hatten , weil es kalt war , und wärmten sich ; Petrus aber stand auch bei ihnen und wärmte sich . Der Hohepriester nun fragte Jesum über seine Jünger und über seine Lehre . Jesus antwortete ihm : Ich habe öffentlich zu der Welt geredet ; ich habe allezeit in der Synagoge und in dem Tempel gelehrt , wo alle Juden zusammenkommen , und im Verborgenen habe ich nichts geredet ; was fragst du mich ? Frage die , welche gehört , was ich zu ihnen geredet habe ; siehe , diese wissen , was ich gesagt habe . Als er aber dieses sagte , gab einer der Diener , der dabeistand , Jesu einen Backenstreich und sagte : Antwortest du also dem Hohenpriester ? Jesus antwortete ihm : Wenn ich übel geredet habe , so gib Zeugnis von dem Übel ; wenn aber recht , was schlägst du mich ? Annas nun hatte ihn gebunden zu Kajaphas , dem Hohenpriester , gesandt . Simon Petrus aber stand und wärmte sich . Da sprachen sie zu ihm : Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern ? Er leugnete und sprach : Ich bin’s nicht . Es spricht einer von den Knechten des Hohenpriesters , der ein Verwandter dessen war , welchem Petrus das Ohr abgehauen hatte : Sah ich dich nicht in dem Garten bei ihm ? Da leugnete Petrus wiederum ; und alsbald krähte der Hahn . Sie führen nun Jesum von Kajaphas in das Prätorium ; es war aber frühmorgens . Und sie gingen nicht hinein in das Prätorium , auf daß sie sich nicht verunreinigten , sondern das Passah essen möchten . Pilatus ging nun zu ihnen hinaus und sprach : Welche Anklage bringet ihr wider diesen Menschen ? Sie antworteten und sprachen zu ihm : Wenn dieser nicht ein Übeltäter wäre , würden wir ihn dir nicht überliefert haben . Da sprach Pilatus zu ihnen : Nehmet ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz . Da sprachen die Juden zu ihm : Es ist uns nicht erlaubt , jemanden zu töten ; auf daß das Wort Jesu erfüllt würde , das er sprach , andeutend , welches Todes er sterben sollte . Pilatus ging nun wieder hinein in das Prätorium und rief Jesum und sprach zu ihm : Bist du der König der Juden ? Jesus antwortete ihm : Sagst du dies von dir selbst , oder haben dir andere von mir gesagt ? Pilatus antwortete : Bin ich etwa ein Jude ? Deine Nation und die Hohenpriester haben dich mir überliefert ; was hast du getan ? Jesus antwortete : Mein Reich ist nicht von dieser Welt ; wenn mein Reich von dieser Welt wäre , so hätten meine Diener gekämpft , auf daß ich den Juden nicht überliefert würde ; jetzt aber ist mein Reich nicht von hier . Da sprach Pilatus zu ihm : Also du bist ein König ? Jesus antwortete : Du sagst es , daß ich ein König bin . Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen , auf daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe . Jeder , der aus der Wahrheit ist , hört meine Stimme . Pilatus spricht zu ihm : Was ist Wahrheit ? Und als er dies gesagt hatte , ging er wieder zu den Juden hinaus und spricht zu ihnen : Ich finde keinerlei Schuld an ihm ; ihr habt aber eine Gewohnheit , daß ich euch an dem Passah einen losgebe . Wollt ihr nun , daß ich euch den König der Juden losgebe ? Da schrieen wiederum alle und sagten : Nicht diesen , sondern den Barabbas ! Barabbas aber war ein Räuber . Dann nahm nun Pilatus Jesum und ließ geißelte ihn . Und die Kriegsknechte flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und warfen ihm ein Purpurkleid um ; und sie kamen zu ihm und sagten : Sei gegrüßt , König der Juden ! und sie gaben ihm Backenstreiche . Und Pilatus ging wieder hinaus und spricht zu ihnen : Siehe , ich führe ihn zu euch heraus , auf daß ihr wisset , daß ich keinerlei Schuld an ihm finde . Jesus nun ging hinaus , die Dornenkrone und das Purpurkleid tragend . Und er spricht zu ihnen : Siehe , der Mensch ! Als ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen , schrieen sie und sagten : Kreuzige , kreuzige ihn ! Pilatus spricht zu ihnen : Nehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn , denn ich finde keine Schuld an ihm . Die Juden antworteten ihm : Wir haben ein Gesetz , und nach unserem Gesetz muß er sterben , weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat . Als nun Pilatus dieses Wort hörte , fürchtete er sich noch mehr ; und er ging wieder hinein in das Prätorium und spricht zu Jesu : Wo bist du her ? Jesus aber gab ihm keine Antwort . Da spricht Pilatus zu ihm : Redest du nicht mit mir ? Weißt du nicht , daß ich Gewalt habe , dich loszugeben , und Gewalt habe , dich zu kreuzigen ? Jesus antwortete : Du hättest keinerlei Gewalt wider mich , wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre ; darum hat der , welcher mich dir überliefert hat , größere Sünde . Von da an suchte Pilatus ihn loszugeben . Die Juden aber schrieen und sagten : Wenn du diesen losgibst , bist du des Kaisers Freund nicht ; jeder , der sich selbst zum König macht , spricht wider den Kaiser . Als nun Pilatus diese Worte hörte , führte er Jesum hinaus und setzte sich auf den Richterstuhl an einen Ort , genannt Steinpflaster , auf hebräisch aber Gabbatha . Es war aber Rüsttag des Passah ; es war um die sechste Stunde . Und er spricht zu den Juden : Siehe , euer König ! Sie aber schrieen : Hinweg , hinweg ! kreuzige ihn ! Pilatus spricht zu ihnen : Euren König soll ich kreuzigen ? Die Hohenpriester antworteten : Wir haben keinen König , als nur den Kaiser . Dann nun überlieferte er ihn denselben , auf daß er gekreuzigt würde . Sie aber nahmen Jesum hin und führten ihn fort . Und sein Kreuz tragend , ging er hinaus nach der Stätte , genannt Schädelstätte , die auf hebräisch Golgatha heißt , wo sie ihn kreuzigten , und zwei andere mit ihm , auf dieser und auf jener Seite , Jesum aber in der Mitte . Pilatus schrieb aber auch eine Überschrift und setzte sie auf das Kreuz . Es war aber geschrieben : Jesus , der Nazaräer , der König der Juden . Diese Überschrift nun lasen viele von den Juden , denn die Stätte , wo Jesus gekreuzigt wurde , war nahe bei der Stadt ; und es war geschrieben auf hebräisch , griechisch und lateinisch . Die Hohenpriester der Juden sagten nun zu Pilatus : Schreibe nicht : Der König der Juden , sondern daß jener gesagt hat : Ich bin König der Juden . Pilatus antwortete : Was ich geschrieben habe , habe ich geschrieben . Die Kriegsknechte nun nahmen , als sie Jesum gekreuzigt hatten , seine Kleider und den Leibrock . Der Leibrock aber war ohne Naht , von oben an durchweg gewebt . Da sprachen sie zueinander : Laßt uns ihn nicht zerreißen , sondern um ihn losen , wessen er sein soll ; auf daß die Schrift erfüllt würde , welche spricht : &quot; Sie haben meine Kleider unter sich verteilt , und über mein Gewand haben sie das Los geworfen &quot; . Die Kriegsknechte nun haben dies getan . Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter , Maria , des Kleopas Weib , und Maria Magdalene . Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger , welchen er liebte , dabeistehen , spricht er zu seiner Mutter : Weib , siehe , dein Sohn ! Dann spricht er zu dem Jünger : Siehe , deine Mutter ! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich . Danach , da Jesus wußte , daß alles schon vollbracht war , spricht er , auf daß die Schrift erfüllt würde : Mich dürstet ! Es stand nun daselbst ein Gefäß voll Essig . Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und brachten ihn an seinen Mund . Als nun Jesus den Essig genommen hatte , sprach er : Es ist vollbracht ! und er neigte das Haupt und übergab den Geist . Die Juden nun baten den Pilatus , damit die Leiber nicht am Sabbath am Kreuze blieben , weil es Rüsttag war , daß ihre Beine gebrochen und sie abgenommen werden möchten . Da kamen die Kriegsknechte und brachen die Beine des ersten und des anderen , der mit ihm gekreuzigt war . Als sie aber zu Jesu kamen und sahen , daß er schon gestorben war , brachen sie ihm die Beine nicht , sondern einer der Kriegsknechte durchbohrte mit einem Speer seine Seite , und alsbald kam Blut und Wasser heraus . Und der es gesehen hat , hat es bezeugt , und sein Zeugnis ist wahrhaftig ; und er weiß , daß er sagt , was wahr ist , auf daß auch ihr glaubet . Denn dies geschah , auf daß die Schrift erfüllt würde : &quot; Kein Bein von ihm wird zerbrochen werden &quot; . Und wiederum sagt eine andere Schrift : &quot; Sie werden den anschauen , welchen sie durchstochen haben &quot; . Nach diesem aber bat Joseph von Arimathia , der ein Jünger Jesu war , aber aus Furcht vor den Juden ein verborgener , den Pilatus , daß er den Leib Jesu abnehmen dürfe . Und Pilatus erlaubte es . Er kam nun und nahm den Leib Jesu ab . Es kam aber auch Nikodemus , der zuerst bei Nacht zu Jesu gekommen war , und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe , bei hundert Pfund . Sie nahmen nun den Leib Jesu und wickelten ihn in leinene Tücher mit den Spezereien , wie es bei den Juden Sitte ist , zum Begräbnis zuzubereiten . Es war aber an dem Orte , wo er gekreuzigt wurde , ein Garten , und in dem Garten eine neue Gruft , in welche noch nie jemand gelegt worden war . Dorthin nun , wegen des Rüsttags der Juden , weil die Gruft nahe war , legten sie Jesum . An dem ersten Wochentage aber kommt Maria Magdalene früh , als es noch finster war , zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft weggenommen . Sie läuft nun und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger , den Jesus lieb hatte , und spricht zu ihnen : Sie haben den Herrn aus der Gruft weggenommen , und wir wissen nicht , wo sie ihn hingelegt haben . Da ging Petrus hinaus und der andere Jünger , und sie gingen zu der Gruft . Die beiden aber liefen zusammen , und der andere Jünger lief voraus , schneller als Petrus , und kam zuerst zu der Gruft ; und sich vornüberbückend , sieht er die leinenen Tücher liegen ; doch ging er nicht hinein . Da kommt Simon Petrus , ihm folgend , und ging hinein in die Gruft und sieht die leinenen Tücher liegen , und das Schweißtuch , welches auf seinem Haupte war , nicht bei den leinenen Tüchern liegen , sondern besonders zusammengewickelt an einem Orte . Dann ging nun auch der andere Jünger hinein , der zuerst zu der Gruft kam , und er sah und glaubte . Denn sie kannten die Schrift noch nicht , daß er aus den Toten auferstehen mußte . Es gingen nun die Jünger wieder heim . Maria aber stand bei der Gruft , draußen , und weinte . Als sie nun weinte , bückte sie sich vornüber in die Gruft und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen , einen zu dem Haupte und einen zu den Füßen , wo der Leib Jesu gelegen hatte . Und jene sagen zu ihr : Weib , was weinst du ? Sie spricht zu ihnen : Weil sie meinen Herrn weggenommen , und ich nicht weiß , wo sie ihn hingelegt haben . Als sie dies gesagt hatte , wandte sie sich zurück und sieht Jesum stehen ; und sie wußte nicht , daß es Jesus sei . Jesus spricht zu ihr : Weib , was weinst du ? Wen suchst du ? Sie , meinend , es sei der Gärtner , spricht zu ihm : Herr , wenn du ihn weggetragen , so sage mir , wo du ihn hingelegt hast , und ich werde ihn wegholen . Jesus spricht zu ihr : Maria ! Sie wendet sich um und spricht zu ihm auf hebräisch : Rabbuni ! das heißt Lehrer . Jesus spricht zu ihr : Rühre mich nicht an , denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater . Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen : Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater , und zu meinem Gott und eurem Gott . Maria Magdalene kommt und verkündet den Jüngern , daß sie den Herrn gesehen , und er dies zu ihr gesagt habe . Als es nun Abend war an jenem Tage , dem ersten der Woche , und die Türen , wo die Jünger waren , aus Furcht vor den Juden verschlossen waren , kam Jesus und stand in der Mitte und spricht zu ihnen : Friede euch ! Und als er dies gesagt hatte , zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite . Da freuten sich die Jünger , als sie den Herrn sahen . Jesus sprach nun wiederum zu ihnen : Friede euch ! Gleichwie der Vater mich ausgesandt hat , sende ich auch euch . Und als er dies gesagt hatte , hauchte er in sie und spricht zu ihnen : Empfanget den Heiligen Geist ! Welchen irgend ihr die Sünden vergebet , denen sind sie vergeben , welchen irgend ihr sie behaltet , sind sie behalten . Thomas aber , einer von den Zwölfen , genannt Zwilling , war nicht bei ihnen , als Jesus kam . Da sagten die anderen Jünger zu ihm : Wir haben den Herrn gesehen . Er aber sprach zu ihnen : Es sei denn , daß ich in seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meine Finger in das Mal der Nägel lege , und lege meine Hand in seine Seite , so werde ich nicht glauben . Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum drinnen und Thomas bei ihnen . Da kommt Jesus , als die Türen verschlossen waren , und stand in der Mitte und sprach : Friede euch ! Dann spricht er zu Thomas : Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände , und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite , und sei nicht ungläubig , sondern gläubig . Thomas antwortete und sprach zu ihm : Mein Herr und mein Gott ! Jesus spricht zu ihm : Weil du mich gesehen hast , hast du geglaubt . Glückselig sind , die nicht gesehen und geglaubt haben ! Auch viele andere Zeichen hat nun zwar Jesus vor seinen Jüngern getan , die nicht in diesem Buche geschrieben sind . Diese aber sind geschrieben , auf daß ihr glaubet , daß Jesus der Christus ist , der Sohn Gottes , und auf daß ihr glaubend Leben habet in seinem Namen . Nach diesem offenbarte Jesus sich wiederum den Jüngern am See von Tiberias . Er offenbarte sich aber also : Simon Petrus und Thomas , genannt Zwilling , und Nathanael , der von Kana in Galiläa war , und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen . Simon Petrus spricht zu ihnen : Ich gehe hin fischen . Sie sprechen zu ihm : Auch wir gehen mit dir . Sie gingen hinaus und stiegen in das Schiff ; und in jener Nacht fingen sie nichts . Als aber schon der frühe Morgen anbrach , stand Jesus am Ufer ; doch wußten die Jünger nicht , daß es Jesus sei . Jesus spricht nun zu ihnen : Kindlein , habt ihr wohl etwas zu essen ? Sie antworteten ihm : Nein . Er aber sprach zu ihnen : Werfet das Netz auf der rechten Seite des Schiffes aus , und ihr werdet finden . Da warfen sie es aus und vermochten es vor der Menge der Fische nicht mehr zu ziehen . Da sagt jener Jünger , welchen Jesus liebte , zu Petrus : Es ist der Herr . Simon Petrus nun , als er hörte , daß es der Herr sei , gürtete das Oberkleid um und warf sich in den See . Die anderen Jünger aber kamen in dem Schifflein , und zogen das Netz mit den Fischen nach . Als sie nun ans Land ausstiegen , sehen sie ein Kohlenfeuer liegen und Fisch darauf liegen und Brot . Jesus spricht zu ihnen : Bringet her von den Fischen , die ihr jetzt gefangen habt . Da ging Simon Petrus hinauf und zog das Netz voll großer Fische , hundertdreiundfünfzig , auf das Land ; und wiewohl ihrer so viele waren , zerriß das Netz nicht . Jesus spricht zu ihnen : Kommt her , frühstücket . Keiner aber von den Jüngern wagte ihn zu fragen : Wer bist du ? da sie wußten , daß es der Herr sei . Jesus kommt und nimmt das Brot und gibt es ihnen , und gleicherweise den Fisch . Dies ist schon das dritte Mal , daß Jesus sich den Jüngern offenbarte , nachdem er aus den Toten auferweckt war . Als sie nun gefrühstückt hatten , spricht Jesus zu Simon Petrus : Simon , Sohn Jonas’ , liebst du mich mehr als diese ? Er spricht zu ihm : Ja , Herr , du weißt , daß ich dich lieb habe . Spricht er zu ihm : Weide meine Lämmlein . Wiederum spricht er zum zweiten Male zu ihm : Simon , Sohn Jonas’ , liebst du mich ? Er spricht zu ihm : Ja , Herr , du weißt , daß ich dich lieb habe . Spricht er zu ihm : Hüte meine Schafe . Er spricht zum dritten Male zu ihm : Simon , Sohn Jonas’ , hast du mich lieb ? Petrus wurde traurig , daß er zum dritten Male zu ihm sagte : Hast du mich lieb ? und sprach zu ihm : Herr , du weißt alles ; du erkennst , daß ich dich lieb habe . Jesus spricht zu ihm : Weide meine Schafe . Wahrlich , wahrlich , ich sage dir : Als du jünger warst , gürtetest du dich selbst und wandeltest , wohin du wolltest ; wenn du aber alt geworden bist , wirst du deine Hände ausstrecken , und ein anderer wird dich gürten und hinbringen , wohin du nicht willst . Dies aber sagte er , andeutend , mit welchem Tode er Gott verherrlichen sollte . Und als er dies gesagt hatte , spricht er zu ihm : Folge mir nach . Petrus wandte sich um und sieht den Jünger nachfolgen , welchen Jesus liebte , der sich auch bei dem Abendessen an seine Brust gelehnt und gesagt hatte : Herr , wer ist es , der dich überliefert ? Als nun Petrus diesen sah , spricht er zu Jesu : Herr , was soll aber dieser ? Jesus spricht zu ihm : Wenn ich will , daß er bleibe , bis ich komme , was geht es dich an ? Folge du mir nach . Es ging nun dieses Wort unter die Brüder aus : Jener Jünger stirbt nicht . Und Jesus sprach nicht zu ihm , daß er nicht sterbe , sondern : wenn ich will , daß er bleibe , bis ich komme , was geht es dich an ? Dieser ist der Jünger , der von diesen Dingen zeugt und der dieses geschrieben hat ; und wir wissen , daß sein Zeugnis wahr ist . Es sind aber auch viele andere Dinge , die Jesus getan hat , und wenn diese alle einzeln niedergeschrieben würden , so würde , dünkt mich , selbst die Welt die geschriebenen Bücher nicht fassen . </passage></reply></GetPassage>