<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><GetPassage xmlns="http://relaxng.org/ns/structure/1.0" xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:ti="http://chs.harvard.edu/xmlns/cts"><request><requestName>GetPassage</requestName><requestUrn>urn:cts:pbc:bible.parallel.deu.elberfelder1905:18</requestUrn></request><reply><urn>urn:cts:pbc:bible.parallel.deu.elberfelder1905:18</urn><passage>Es war Mann im Lande Uz , sein Name war Hiob ; und selbiger Mann war vollkommen und rechtschaffen und gottesfürchtig und das Böse meidend . Und es wurden ihm sieben Söhne und drei Töchter geboren . Und sein Besitztum bestand in siebentausend Schafen und dreitausend Kamelen und fünfhundert Joch Rindern und fünfhundert Eselinnen , und in sehr vielem Gesinde . Und selbiger Mann war größer als alle Söhne des Ostens . Und seine Söhne gingen hin und machten in dem Hause eines jeden ein Gastmahl an seinem Tage ; und sie sandten hin und luden ihre drei Schwestern ein , um mit ihnen zu essen und zu trinken . Und es geschah , wenn die Tage des Gastmahls herum waren , so sandte Hiob hin und heiligte sie ; und er stand des Morgens früh auf und opferte Brandopfer nach ihrer aller Zahl ; denn Hiob sprach : Vielleicht haben meine Kinder gesündigt und sich in ihrem Herzen von Gott losgesagt . Also tat Hiob allezeit . Und es geschah eines Tages , da kamen die Söhne Gottes , um sich vor Jehova zu stellen ; und auch der Satan kam in ihrer Mitte . Und Jehova sprach zum Satan : Wo kommst du her ? Und der Satan antwortete Jehova und sprach : Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln auf ihr . Und Jehova sprach zum Satan : Hast du achtgehabt auf meinen Knecht Hiob ? Denn seinesgleichen ist kein Mann auf Erden , vollkommen und rechtschaffen , gottesfürchtig und das Böse meidend . Und der Satan antwortete Jehova und sprach : Ist es umsonst , daß Hiob Gott fürchtet ? Hast du nicht selbst ihn und sein Haus und alles , was er hat , ringsum eingezäunt ? Du hast das Werk seiner Hände gesegnet , und sein Besitztum hat sich ausgebreitet im Lande . Aber strecke einmal deine Hand aus und taste alles an , was er hat , ob er sich nicht offen von dir lossagen wird . Da sprach Jehova zum Satan : Siehe , alles , was er hat , ist in deiner Hand ; nur nach ihm strecke deine Hand nicht aus . Und der Satan ging von dem Angesicht Jehovas hinweg . Und es geschah eines Tages , als seine Söhne und seine Töchter im Hause ihres erstgeborenen Bruders aßen und Wein tranken , da kam ein Bote zu Hiob und sprach : Die Rinder pflügten , und die Eselinnen weideten neben ihnen , da fielen Sabäer ein und nahmen sie weg , und die Knechte erschlugen sie mit der Schärfe des Schwertes ; und ich bin entronnen , nur ich allein , um es dir zu berichten . Dieser redete noch , da kam ein anderer und sprach : Feuer Gottes ist vom Himmel gefallen und hat das Kleinvieh und die Knechte verbrannt und sie verzehrt ; und ich bin entronnen , nur ich allein , um es dir zu berichten . Dieser redete noch , da kam ein anderer und sprach : Die Chaldäer haben drei Haufen gebildet und sind über die Kamele hergefallen und haben sie weggenommen , und die Knechte haben sie mit der Schärfe des Schwertes erschlagen ; und ich bin entronnen , nur ich allein , um es dir zu berichten . Während dieser noch redete , da kam ein anderer und sprach : Deine Söhne und deine Töchter aßen und tranken Wein im Hause ihres erstgeborenen Bruders ; und siehe , ein starker Wind kam von jenseit der Wüste her und stieß an die vier Ecken des Hauses , und es fiel auf die jungen Leute , und sie starben ; und ich bin entronnen , nur ich allein , um es dir zu berichten . - Da stand Hiob auf und zerriß sein Gewand und schor sein Haupt ; und er fiel zur Erde nieder und betete an . Und er sprach : Nackt bin ich aus meiner Mutter Leibe gekommen , und nackt werde ich dahin zurückkehren ; Jehova hat gegeben , und Jehova hat genommen , der Name Jehovas sei gepriesen ! Bei diesem allem sündigte Hiob nicht und schrieb Gott nichts Ungereimtes zu . Und es geschah eines Tages , da kamen die Söhne Gottes , um sich vor Jehova zu stellen ; und auch der Satan kam in ihrer Mitte , um sich vor Jehova zu stellen . Und Jehova sprach zum Satan : Von woher kommst du ? Und der Satan antwortete Jehova und sprach : Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln auf ihr . Und Jehova sprach zum Satan : Hast du achtgehabt auf meinen Knecht Hiob ? Denn seinesgleichen ist kein Mann auf Erden , vollkommen und rechtschaffen , gottesfürchtig und das Böse meidend ; und noch hält er fest an seiner Vollkommenheit , wiewohl du mich wider ihn gereizt hast , ihn ohne Ursache zu verschlingen . Und der Satan antwortete Jehova und sprach : Haut um Haut , ja , alles , was der Mensch hat , gibt er um sein Leben . Aber strecke einmal deine Hand aus und taste sein Gebein und sein Fleisch an , ob er sich nicht offen von dir lossagen wird . Und Jehova sprach zum Satan : Siehe , er ist in deiner Hand ; nur schone seines Lebens . Und der Satan ging von dem Angesicht Jehovas hinweg , und er schlug Hiob mit bösen Geschwüren , von seiner Fußsohle bis zu seinem Scheitel . Und er nahm einen Scherben , um sich damit zu schaben ; und er saß mitten in der Asche . Da sprach sein Weib zu ihm : Hältst du noch fest an deiner Vollkommenheit ? Sage dich los von Gott und stirb ! Und er sprach zu ihr : Du redest , wie eine der Törinnen redet . Wir sollten das Gute von Gott annehmen , und das Böse sollten wir nicht auch annehmen ? Bei diesem allem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen . Und die drei Freunde Hiobs hörten all dieses Unglück , das über ihn gekommen war ; und sie kamen , ein jeder aus seinem Orte : Eliphas , der Temaniter , und Bildad , der Schuchiter , und Zophar , der Naamathiter ; und sie verabredeten sich miteinander zu kommen , um ihm ihr Beileid zu bezeugen und ihn zu trösten . Und sie erhoben ihre Augen von ferne und erkannten ihn nicht ; da erhoben sie ihre Stimme und weinten , und sie zerrissen ein jeder sein Gewand und streuten Staub auf ihre Häupter himmelwärts . Und sie saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte lang ; und keiner redete ein Wort zu ihm , denn sie sahen , daß der Schmerz sehr groß war . Danach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag . Und Hiob hob an und sprach : Es verschwinde der Tag , an dem ich geboren wurde , und die Nacht , welche sprach : Ein Knäblein ist empfangen ! Jener Tag sei Finsternis ! Nicht frage Gott nach ihm droben , und nicht erglänze über ihm das Licht ! Finsternis und Todesschatten mögen ihn einlösen , Gewölk lagere sich über ihm , es schrecken ihn Tagesverfinsterungen ! Jene Nacht , Dunkel ergreife sie ; sie freue sich nicht unter den Tagen des Jahres , in die Zahl der Monde komme sie nicht ! Siehe , jene Nacht sei unfruchtbar , es trete kein Jubel in sie ein ! Verwünschen mögen sie die Verflucher des Tages , die fähig sind , den Leviathan aufzureizen ! Verfinstert seien die Sterne ihrer Dämmerung ; sie harre auf Licht , und da sei keines ; und nicht schaue sie die Wimpern der Morgenröte ! Denn sie hat die Pforte meines Mutterschoßes nicht verschlossen und Mühsal nicht verborgen vor meinen Augen . - Warum starb ich nicht von Mutterleibe an , kam aus dem Schoße hervor und verschied ? Weshalb kamen Knie mir entgegen , und wozu Brüste , daß ich sog ? Denn jetzt würde ich liegen und rasten , ich würde schlafen : dann hätte ich Ruhe , mit Königen und Räten der Erde , welche sich verödete Plätze erbauten , oder mit Fürsten , die Gold hatten , die ihre Häuser mit Silber füllten ; oder , gleich einer verborgenen Fehlgeburt , wäre ich nicht da , gleich Kindern , die das Licht nicht erblickt haben . Dort lassen die Bösen ab vom Toben , und dort ruhen die an Kraft Erschöpften , rasten die Gefangenen allesamt , hören nicht die Stimme des Treibers . Der Kleine und der Große , dort sind sie gleich , und der Knecht ist frei von seinem Herrn . Warum gibt er dem Mühseligen Licht , und Leben denen , die bitterer Seele sind ; die auf den Tod harren , und er ist nicht da , und die nach ihm graben , mehr als nach verborgenen Schätzen ; die sich freuen bis zum Jubel , Wonne haben , wenn sie das Grab finden ; - dem Manne , dessen Weg ihm verborgen ist , und den Gott eingeschlossen hat ringsum ? Denn gleich meinem Brote kommt mein Seufzen , und wie Wasser ergießt sich mein Gestöhn . Denn ich fürchtete einen Schrecken , und er traf mich , und vor dem mir bangte , das kam über mich . Ich war nicht ruhig , und ich rastete nicht und ruhte nicht , da kam das Toben . Und Eliphas , der Temaniter , antwortete und sprach : Wenn man ein Wort an dich versucht , wird es dich verdrießen ? Doch die Worte zurückzuhalten , wer vermöchte es ? Siehe , du hast viele unterwiesen , und erschlaffte Hände stärktest du ; den Strauchelnden richteten deine Worte auf , und sinkende Knie hast du befestigt . Doch nun kommt es an dich , und es verdrießt dich ; es erreicht dich , und du bist bestürzt . Ist nicht deine Gottesfurcht deine Zuversicht , die Vollkommenheit deiner Wege deine Hoffnung ? Gedenke doch : Wer ist als Unschuldiger umgekommen , und wo sind Rechtschaffene vertilgt worden ? So wie ich es gesehen habe : die Unheil pflügen und Mühsal säen , ernten es . Durch den Odem Gottes kommen sie um , und durch den Hauch seiner Nase vergehen sie . Das Brüllen des Löwen und des Brüllers Stimme sind verstummt , und die Zähne der jungen Löwen sind ausgebrochen ; der Löwe kommt um aus Mangel an Raub , und die Jungen der Löwin werden zerstreut . Und zu mir gelangte verstohlen ein Wort , und mein Ohr vernahm ein Geflüster davon . In Gedanken , welche Nachtgesichte hervorrufen , wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt , kam Schauer über mich und Beben , und durchschauerte alle meine Gebeine ; und ein Geist zog vor meinem Angesicht vorüber , das Haar meines Leibes starrte empor . Es stand da , und ich erkannte sein Aussehen nicht ; ein Bild war vor meinen Augen , ein Säuseln und eine Stimme hörte ich : Sollte ein Mensch gerechter sein als Gott , oder ein Mann reiner als der ihn gemacht hat ? Siehe , auf seine Knechte vertraut er nicht , und seinen Engeln legt er Irrtum zur Last : wieviel mehr denen , die in Lehmhäusern wohnen , deren Grund im Staube ist ! Wie Motten werden sie zertreten . Von Morgen bis Abend werden sie zerschmettert ; ohne daß man&#039;s beachtet , kommen sie um auf ewig . Ist es nicht so ? Wird ihr Zeltstrick an ihnen weggerissen , so sterben sie , und nicht in Weisheit . Rufe doch , ob einer da ist , der dir antwortet ! Und an welchen der Heiligen willst du dich wenden ? Denn den Narren erwürgt der Gram , und den Einfältigen tötet der Eifer . Ich , ich sah den Narren Wurzel schlagen , und alsbald verwünschte ich seine Wohnung . Fern blieben seine Kinder vom Glück ; und sie wurden im Tore zertreten , und kein Erretter war da . Seine Ernte verzehrte der Hungrige , und bis aus den Dornhecken nahm er sie weg ; und nach ihrem Vermögen schnappte die Schlinge . Denn nicht aus dem Staube geht Unheil hervor , und nicht sproßt Mühsal aus dem Erdboden ; sondern der Mensch ist zur Mühsal geboren , wie die Funken sich erheben im Fluge . Ich jedoch würde Gott suchen und Gott meine Sache darlegen , der Großes und Unerforschliches tut , Wunder bis zur Unzahl ; der Regen gibt auf die Fläche der Erde , und Wasser sendet auf die Fläche der Flur ; um Niedrige in die Höhe zu setzen , und Trauernde steigen empor zum Glück . Der zunichte macht die Anschläge der Listigen , und ihre Hände führen den Plan nicht aus ; der die Weisen erhascht in ihrer List , und der Verschmitzten Rat überstürzt sich . Bei Tage stoßen sie auf Finsternis , und am Mittag tappen sie wie bei der Nacht . Und er rettet vom Schwerte , von ihrem Munde , und aus der Hand des Starken den Dürftigen . So wird dem Armen Hoffnung , und die Ungerechtigkeit verschließt ihren Mund . Siehe , glückselig der Mensch , den Gott straft ! So verwirf denn nicht die Züchtigung des Allmächtigen . Denn er bereitet Schmerz und verbindet , er zerschlägt , und seine Hände heilen . In sechs Drangsalen wird er dich erretten , und in sieben wird dich kein Übel antasten . In Hungersnot erlöst er dich von dem Tode , und im Kriege von der Gewalt des Schwertes . Vor der Zunge Geißel wirst du geborgen sein , und du wirst dich nicht fürchten vor der Verwüstung , wenn sie kommt . Der Verwüstung und des Hungers wirst du lachen , und vor dem Getier der Erde wirst du dich nicht fürchten ; denn dein Bund wird mit den Steinen des Feldes sein , und das Getier des Feldes wird Frieden mit dir haben . Und du wirst erfahren , daß dein Zelt in Frieden ist , und überschaust du deine Wohnung , so wirst du nichts vermissen ; und du wirst erfahren , daß deine Nachkommenschaft zahlreich sein wird , und deine Sprößlinge gleich dem Kraut der Erde . Du wirst in Rüstigkeit in das Grab kommen , wie der Garbenhaufen eingebracht wird zu seiner Zeit . - Siehe , dieses , wir haben es erforscht , so ist es ; höre es , und du , merke es dir ! Und Hiob antwortete und sprach : O daß mein Gram doch gewogen würde , und man mein Mißgeschick auf die Waagschale legte allzumal ! Denn dann würde es schwerer sein als der Sand der Meere ; darum sind unbesonnen meine Worte . Denn die Pfeile des Allmächtigen sind in mir , ihr Gift trinkt mein Geist ; die Schrecken Gottes stellen sich in Schlachtordnung wider mich auf . Schreit ein Wildesel beim Grase , oder brüllt ein Rind bei seinem Futter ? Wird Fades , Salzloses gegessen ? Oder ist Geschmack im Eiweiß ? Was meine Seele sich weigerte anzurühren , das ist wie meine ekle Speise . O daß doch meine Bitte einträfe , und Gott mein Verlangen gewährte , daß es Gott gefiele , mich zu zermalmen , daß er seine Hand losmachte und mich vernichtete ! So würde noch mein Trost sein , und ich würde frohlocken in schonungsloser Pein , daß ich die Worte des Heiligen nicht verleugnet habe . Was ist meine Kraft , daß ich ausharren , und was mein Ende , daß ich mich gedulden sollte ? Ist Kraft der Steine meine Kraft , oder ist mein Fleisch von Erz ? Ist es nicht also , daß keine Hilfe in mir , und jede Kraft aus mir vertrieben ist ? Dem Verzagten gebührt Milde von seinem Freunde , sonst wird er die Furcht des Allmächtigen verlassen . Meine Brüder haben sich trügerisch erwiesen wie ein Wildbach , wie das Bett der Wildbäche , welche hinschwinden , welche trübe sind von Eis , in die der Schnee sich birgt . Zur Zeit , wenn sie erwärmt werden , versiegen sie ; wenn es heiß wird , sind sie von ihrer Stelle verschwunden . Es schlängeln sich die Pfade ihres Laufes , ziehen hinauf in die Öde und verlieren sich . Es blickten hin die Karawanen Temas , die Reisezüge Schebas hofften auf sie : sie wurden beschämt , weil sie auf sie vertraut hatten , sie kamen hin und wurden zu Schanden . Denn jetzt seid ihr zu nichts geworden ; ihr sehet einen Schrecken und fürchtet euch . Habe ich etwa gesagt : Gebet mir , und machet mir ein Geschenk von eurem Vermögen ; und befreiet mich aus der Hand des Bedrängers , und erlöset mich aus der Hand der Gewalttätigen ? Belehret mich , und ich will schweigen ; und gebet mir zu erkennen , worin ich geirrt habe . Wie eindringlich sind richtige Worte ! Aber was tadelt der Tadel , der von euch kommt ? Gedenket ihr Reden zu tadeln ? Für den Wind sind ja die Worte eines Verzweifelnden ! Sogar den Verwaisten würdet ihr verlosen , und über euren Freund einen Handel abschließen . Und nun , laßt es euch gefallen , auf mich hinzublicken : euch ins Angesicht werde ich doch wahrlich nicht lügen . Kehret doch um , es geschehe kein Unrecht ; ja , kehret noch um , um meine Gerechtigkeit handelt es sich ! Ist Unrecht auf meiner Zunge ? Oder sollte mein Gaumen Frevelhaftes nicht unterscheiden ? Hat der Mensch nicht einen harten Dienst auf Erden , und sind seine Tage nicht wie die Tage eines Tagelöhners ? Wie ein Knecht , der sich nach dem Schatten sehnt , und wie ein Tagelöhner , der seines Lohnes harrt , so sind mir zuteil geworden Monde der Nichtigkeit , und Nächte der Mühsal mir zugezählt . Wenn ich mich niederlege , so spreche ich : Wann werde ich aufstehen ? Und der Abend dehnt sich hin , und ich werde des Umherwerfens satt bis zur Dämmerung . Mein Fleisch ist bekleidet mit Gewürm und Erdkrusten , meine Haut zieht sich zusammen und eitert . Meine Tage gleiten schneller dahin als ein Weberschiffchen , und schwinden ohne Hoffnung . Gedenke , daß mein Leben ein Hauch ist ! Nicht wird mein Auge das Glück wiedersehen . Nicht mehr wird mich schauen das Auge des mich Sehenden ; richtest du deine Augen auf mich , so bin ich nicht mehr . Die Wolke schwindet und fährt dahin ; so steigt , wer in den Scheol hinabfährt , nicht wieder herauf . Nicht mehr kehrt er zurück zu seinem Hause , und seine Stätte erkennt ihn nicht mehr . So will auch ich meinen Mund nicht zurückhalten , will reden in der Bedrängnis meines Geistes , will klagen in der Bitterkeit meiner Seele . Bin ich ein Meer , oder ein Seeungeheuer , daß du eine Wache wider mich aufstellst ? Wenn ich sage : Trösten wird mich mein Bett , mein Lager wird tragen helfen meine Klage , so erschreckst du mich mit Träumen , und durch Gesichte ängstigst du mich , so daß meine Seele Erstickung vorzieht , den Tod lieber wählt als meine Gebeine . Ich bin&#039;s überdrüssig , nicht ewiglich werde ich ja leben : Laß ab von mir ! Denn ein Hauch sind meine Tage . Was ist der Mensch , daß du ihn hochhältst , und daß du dein Herz auf ihn richtest , und alle Morgen ihn heimsuchst , alle Augenblicke ihn prüfst ? Wie lange willst du nicht von mir wegblicken , nicht von mir ablassen , bis ich meinen Speichel verschlucke ? Habe ich gesündigt , was tat ich dir an , du Beobachter der Menschen ? Warum hast du mich dir zum Angriffspunkt gesetzt , daß ich mir selbst zur Last geworden bin ? Und warum vergibst du nicht meine Übertretung und lässest nicht vorübergehen meine Missetat ? Denn nun werde ich in den Staub mich legen , und suchst du nach mir , so bin ich nicht mehr . Und Bildad , der Schuchiter , antwortete und sprach : Wie lange willst du solches reden , und sollen die Worte deines Mundes ungestümer Wind sein ? Wird Gott das Recht beugen , oder wird der Allmächtige beugen die Gerechtigkeit ? Wenn deine Kinder gegen ihn gesündigt haben , so gab er sie ihrer Übertretung preis . Wenn du Gott eifrig suchst und zu dem Allmächtigen um Gnade flehst , wenn du lauter und rechtschaffen bist , ja , dann wird er zu deinen Gunsten aufwachen und Wohlfahrt geben der Wohnung deiner Gerechtigkeit ; und dein Anfang wird gering erscheinen , aber dein Ende sehr groß werden . Denn befrage doch das vorige Geschlecht , und richte deinen Sinn auf das , was ihre Väter erforscht haben . ( Denn wir sind von gestern und wissen nichts , denn ein Schatten sind unsere Tage auf Erden . ) Werden jene dich nicht belehren , dir&#039;s sagen , und Worte aus ihrem Herzen hervorbringen ? Schießt Papierschilf auf , wo kein Sumpf ist ? Wächst Riedgras empor ohne Wasser ? Noch ist es am Grünen , wird nicht ausgerauft , so verdorrt es vor allem Grase . Also sind die Pfade aller , die Gottes vergessen ; und des Ruchlosen Hoffnung geht zu Grunde . Sein Vertrauen wird abgeschnitten , und seine Zuversicht ist ein Spinnengewebe . Er stützt sich auf sein Haus , und es hält nicht stand ; er hält sich daran fest , und es bleibt nicht aufrecht . - Saftvoll ist er vor der Sonne , und seine Schößlinge dehnen sich aus über seinen Garten hin ; über Steinhaufen schlingen sich seine Wurzeln , er schaut die Wohnung der Steine ; wenn er ihn wegreißt von seiner Stätte , so verleugnet sie ihn : &quot; Ich habe dich nie gesehen ! &quot; Siehe , das ist die Freude seines Weges ; und aus dem Staube sprossen andere hervor . Siehe , Gott wird den Vollkommenen nicht verwerfen , und nicht bei der Hand fassen die Übeltäter . Während er deinen Mund mit Lachen füllen wird und deine Lippen mit Jubelschall , werden deine Hasser bekleidet werden mit Scham , und das Zelt der Gesetzlosen wird nicht mehr sein . Und Hiob antwortete und sprach : Wahrlich , ich weiß , daß es also ist ; und wie könnte ein Mensch gerecht sein vor Gott ? Wenn er Lust hat , mit ihm zu rechten , so kann er ihm auf tausend nicht eins antworten . Er ist weise von Herzen und stark an Kraft : wer hat sich wider ihn verhärtet und ist unversehrt geblieben ? Der Berge versetzt , ehe sie es merken , er , der sie umkehrt in seinem Zorn ; der die Erde aufbeben macht von ihrer Stätte , und ihre Säulen erzittern ; der der Sonne befiehlt , und sie geht nicht auf , und der die Sterne versiegelt ; der die Himmel ausspannt , er allein , und einherschreitet auf den Höhen des Meeres ; der den großen Bären gemacht hat , den Orion und das Siebengestirn und die Kammern des Südens ; der Großes tut , daß es nicht zu erforschen , und Wundertaten , daß sie nicht zu zählen sind . Siehe , er geht an mir vorüber , und ich sehe ihn nicht , und er zieht vorbei , und ich bemerke ihn nicht . Siehe , er rafft dahin , und wer will ihm wehren ? Wer zu ihm sagen : Was tust du ? Gott wendet seinen Zorn nicht ab , unter ihn beugen sich Rahabs Helfer . Wieviel weniger könnte ich ihm antworten , meine Worte wählen ihm gegenüber ! Der ich , wenn ich gerecht wäre , nicht antworten könnte , um Gnade würde ich flehen zu meinem Richter . Wenn ich riefe , und er mir antwortete , nicht würde ich glauben , daß er meiner Stimme Gehör schenken würde : Er , der mich zermalmt durch ein Sturmwetter , und meine Wunden mehrt ohne Ursache ; er erlaubt mir nicht , Atem zu holen , denn er sättigt mich mit Bitterkeiten . Wenn es auf Kraft des Starken ankommt , so sagt er : &quot; Siehe hier ! &quot; und wenn auf Recht : &quot; Wer will mich vorladen ? &quot; Wenn ich auch gerecht wäre , so würde mein Mund mich doch verdammen ; wäre ich vollkommen , so würde er mich für verkehrt erklären . Vollkommen bin ich ; nicht kümmert mich meine Seele , ich verachte mein Leben ; es ist eins ! Darum sage ich : Den Vollkommenen und den Gesetzlosen vernichtet er . Wenn die Geißel plötzlich tötet , so spottet er der Prüfung der Unschuldigen . Die Erde ist in die Hand des Gesetzlosen gegeben , das Angesicht ihrer Richter verhüllt er . Wenn er es nun nicht ist , wer anders ? Und meine Tage eilen schneller dahin als ein Läufer , sie entfliehen , schauen das Glück nicht . Sie ziehen vorüber gleich Rohrschiffen , wie ein Adler , der auf Fraß herabstürzt . Wenn ich sage : Ich will meine Klage vergessen , will mein Angesicht glätten und mich erheitern , so bangt mir vor allen meinen Schmerzen ; ich weiß , daß du mich nicht für schuldlos halten wirst . Ich muß schuldig sein ; wozu soll ich mich denn nutzlos abmühen ? Wenn ich mich mit Schnee wüsche und meine Hände mit Lauge reinigte , alsdann würdest du mich in die Grube tauchen , und meinen eigenen Kleidern würde vor mir ekeln . Denn er ist nicht ein Mann wie ich , daß ich ihm antworten dürfte , daß wir miteinander vor Gericht gehen könnten . Es gibt zwischen uns keinen Schiedsmann , daß er seine Hand auf uns beide legte . Er tue seine Rute von mir weg , und sein Schrecken ängstige mich nicht : so will ich reden und ihn nicht fürchten ; denn nicht also steht es bei mir . Meine Seele ist meines Lebens überdrüssig ; ich will meiner Klage in mir freien Lauf lassen , will reden in der Bitterkeit meiner Seele . Ich will zu Gott sagen : Verdamme mich nicht ! laß mich wissen , worüber du mit mir rechtest . Gefällt es dir , daß du bedrückst , daß du die Arbeit deiner Hände verwirfst und über den Rat der Gesetzlosen dein Licht leuchten lässest ? Hast du Augen des Fleisches , oder siehst du , wie ein Mensch sieht ? Sind deine Tage wie die Tage eines Menschen , oder deine Jahre wie die Tage eines Mannes , daß du nach meiner Ungerechtigkeit suchst und nach meiner Sünde forschest , obwohl du weißt , daß ich nicht schuldig bin , und daß niemand ist , der aus deiner Hand errette ? Deine Hände haben mich ganz gebildet und gestaltet um und um , und du verschlingst mich ! Gedenke doch , daß du wie Ton mich gestaltet und zum Staube willst du mich zurückkehren lassen ! Hast du mich nicht hingegossen wie Milch , und wie Käse mich gerinnen lassen ? Mit Haut und Fleisch hast du mich bekleidet , und mit Knochen und Sehnen mich durchflochten . Leben und Huld hast du mir gewährt , und deine Obhut bewahrte meinen Geist . Doch solches bargest du in deinem Herzen ; ich weiß , daß dieses bei dir war : Wenn ich sündigte , so würdest du mich beobachten , und von meiner Missetat mich nicht freisprechen . Wenn ich schuldig wäre , wehe mir ! Und wäre ich gerecht , so dürfte ich mein Haupt nicht erheben , gesättigt von Schande und mein Elend schauend . Und richtete es sich empor , wie ein Löwe würdest du mich jagen , und immer wieder deine Wunderkraft an mir erweisen . Du würdest deine Zeugen mir gegenüber erneuern und deinen Zorn wider mich mehren , stets frische Scharen und ein Heer wider mich entbieten . Warum hast du mich doch aus Mutterleibe hervorgehen lassen ? Ich hätte verscheiden , und kein Auge hätte mich sehen sollen ! Als ob ich nicht gewesen wäre , so hätte ich sein sollen , vom Mutterschoße zu Grabe getragen ! Sind meiner Tage nicht wenige ? Er lasse ab , wende sich von mir , daß ich ein wenig mich erheitere , ehe ich hingehe ( und nicht wiederkomme ) in das Land der Finsternis und des Todesschattens , in das Land , düster wie das Dunkel , das Land des Todesschattens und der Unordnung , und wo das Hellwerden dem Dunkel gleich ist ! Und Zophar , der Naamathiter , antwortete und sprach : Sollte die Menge der Worte nicht beantwortet werden , oder sollte ein Schwätzer recht behalten ? Sollte dein Gerede die Leute zum Schweigen bringen , daß du spotten solltest , und niemand dich beschämen , daß du sagen solltest : Meine Lehre ist lauter , und ich bin rein in deinen Augen ? Aber möchte Gott doch reden und seine Lippen gegen dich öffnen , und dir kundtun die Geheimnisse der Weisheit , daß sie das Doppelte ist an Bestand ! Dann müßtest du erkennen , daß Gott dir viel von deiner Missetat übersieht . Kannst du die Tiefe Gottes erreichen , oder das Wesen des Allmächtigen ergründen ? Himmelhoch sind sie , was kannst du tun ? Tiefer als der Scheol , was kannst du wissen ? Länger als die Erde ist ihr Maß und breiter als das Meer . Wenn er vorüberzieht und in Verhaft nimmt und zum Gericht versammelt , wer will ihm dann wehren ? Denn er kennt die falschen Leute ; und er sieht Frevel , ohne daß er achtgibt . Auch ein Hohlköpfiger gewinnt Verstand , wenn auch der Mensch als ein Wildeselsfüllen geboren wird . Wenn du dein Herz richtest und deine Hände zu ihm ausbreitest , - wenn Frevel in deiner Hand ist , so entferne ihn , und laß Unrecht nicht wohnen in deinen Zelten , ja , dann wirst du dein Angesicht erheben ohne Makel , und wirst unerschütterlich sein und dich nicht fürchten . Denn du wirst die Mühsal vergessen , wirst ihrer gedenken wie vorübergeflossener Wasser ; und heller als der Mittag wird dein Leben erstehen ; mag es finster sein wie der Morgen wird es werden . Und du wirst Vertrauen fassen , weil es Hoffnung gibt ; und du wirst Umschau halten , in Sicherheit dich niederlegen . Und du wirst dich lagern , und niemand wird dich aufschrecken ; und viele werden deine Gunst suchen . Aber die Augen der Gesetzlosen werden verschmachten ; und jede Zuflucht ist ihnen verloren , und ihre Hoffnung ist das Aushauchen der Seele . Und Hiob antwortete und sprach : Fürwahr , ihr seid die Leute , und mit euch wird die Weisheit aussterben ! Auch ich habe Verstand wie ihr ; ich stehe nicht hinter euch zurück ; und wer wüßte nicht dergleichen ? Ich muß einer sein , der seinem Freunde zum Gespött ist , der zu Gott ruft , und er antwortet ihm ; der Gerechte , Vollkommene ist zum Gespött ! Dem Unglück gebührt Verachtung nach den Gedanken des Sorglosen ; sie ist bereit für die , welche mit dem Fuße wanken . Die Zelte der Verwüster sind in Ruhe , und Sicherheit ist für die , welche Gott reizen , für den , welcher Gott in seiner Hand führt . Aber frage doch das Vieh , und es wird&#039;s dich lehren ; und das Gevögel des Himmels , und es wird&#039;s dir kundtun ; oder rede zu der Erde , und sie wird&#039;s dich lehren ; und die Fische des Meeres werden es dir erzählen . Wer erkennte nicht an diesen allen , daß die Hand Jehovas solches gemacht hat , in dessen Hand die Seele alles Lebendigen ist und der Geist alles menschlichen Fleisches ? Soll nicht das Ohr die Worte prüfen , wie der Gaumen für sich die Speise kostet ? Bei Greisen ist Weisheit , und Einsicht bei hohem Alter . Bei ihm ist Weisheit und Macht , sein ist Rat und Einsicht . Siehe , er reißt nieder , und es wird nicht wieder gebaut ; er schließt über jemand zu , und es wird nicht aufgetan . Siehe , er hemmt die Wasser , und sie vertrocknen ; und er läßt sie los , und sie kehren das Land um . Bei ihm ist Kraft und vollkommenes Wissen ; sein ist der Irrende und der Irreführende . Er führt Räte beraubt hinweg , und Richter macht er zu Narren . Die Herrschaft der Könige löst er auf , und schlingt eine Fessel um ihre Lenden . Er führt Priester beraubt hinweg , und Feststehende stürzt er um . Zuverlässigen entzieht er die Sprache , und Alten benimmt er das Urteil . Verachtung schüttet er auf Edle , und den Gürtel der Starken macht er schlaff . Er enthüllt Tiefes aus der Finsternis , und Todesschatten zieht er an das Licht hervor . Er vergrößert Nationen , und er vernichtet sie ; er breitet Nationen aus , und er führt sie hinweg . Er entzieht den Verstand den Häuptern der Völker der Erde , und macht sie umherirren in pfadloser Einöde ; sie tappen in der Finsternis , wo kein Licht ist , und er macht sie umherirren gleich einem Trunkenen . Siehe , das alles hat mein Auge gesehen , mein Ohr gehört und sich gemerkt . So viel ihr wisset , weiß auch ich ; ich stehe nicht hinter euch zurück . Doch zu dem Allmächtigen will ich reden , und vor Gott mich zu rechtfertigen begehre ich ; ihr hingegen seid Lügenschmiede , nichtige Ärzte , ihr alle ! O daß ihr doch stille schwieget ! Das würde euch zur Weisheit gereichen . Höret doch meine Rechtfertigung , und horchet auf die Beweisgründe meiner Lippen ! Wollt ihr für Gott Unrecht reden , und für ihn Trug reden ? Wollt ihr für ihn Partei nehmen ? Oder wollt ihr für Gott rechten ? Ist es gut für euch , daß er euch erforsche ? Oder werdet ihr ihn täuschen , wie man einen Menschen täuscht ? Strafen wird er euch , wenn ihr im Geheimen die Person ansehet . Wird nicht seine Hoheit euch bestürzen , und sein Schrecken auf euch fallen ? Eure Denksprüche sind Sprüche von Asche , eure Schutzwehren erweisen sich als Schutzwehren von Lehm . Schweiget , laßt mich , und ich will reden , was auch über mich ergehen möge . Warum sollte ich mein Fleisch zwischen meine Zähne nehmen , und mein Leben meiner Hand anvertrauen ? Siehe , tötet er mich , ich werde auf ihn warten , nur will ich meine Wege ihm ins Angesicht rechtfertigen . Auch das wird mir zur Rettung sein , daß ein Ruchloser nicht vor sein Angesicht kommen darf . Höret , höret meine Rede , und meine Erklärung dringe in eure Ohren ! Siehe doch , ich habe die Rechtssache gerüstet ! Ich weiß , daß ich Recht behalten werde . Wer ist es , der mit mir rechten könnte ? Denn dann wollte ich schweigen und verscheiden . Nur zweierlei tue mir nicht ; dann werde ich mich nicht vor deinem Angesicht verbergen . Deine Hand entferne von mir , und dein Schrecken ängstige mich nicht . So rufe denn , und ich will antworten , oder ich will reden , und erwidere mir ! Wie viele Missetaten und Sünden habe ich ? Laß mich meine Übertretung und meine Sünde wissen ! Warum verbirgst du dein Angesicht , und hältst mich für deinen Feind ? Willst du ein verwehtes Blatt hinwegschrecken , und die dürre Stoppel verfolgen ? Denn Bitteres verhängst du über mich , und lässest mich erben die Missetaten meiner Jugend ; und meine Füße legst du in den Stock , und beobachtest alle meine Pfade , grenzest dir ein die Sohlen meiner Füße ; da ich doch zerfalle wie Moder , wie ein Kleid , das die Motte zerfressen hat . Der Mensch , vom Weibe geboren , ist kurz an Tagen und mit Unruhe gesättigt . Wie eine Blume kommt er hervor und verwelkt ; und er flieht wie der Schatten und hat keinen Bestand . Dennoch hast du über einen solchen deine Augen geöffnet , und mich führst du ins Gericht mit dir ! Wie könnte ein Reiner aus einem Unreinen kommen ? Nicht ein einziger ! Wenn denn bestimmt sind seine Tage , die Zahl seiner Monde bei dir sind , wenn du ihm Schranken gesetzt hast , die er nicht überschreiten darf , so blicke von ihm weg , daß er Ruhe habe , bis er wie ein Tagelöhner seinen Tag vollende . Denn für den Baum gibt es Hoffnung : wird er abgehauen , so schlägt er wieder aus , und seine Schößlinge hören nicht auf . Wenn seine Wurzel in der Erde altert , und sein Stumpf im Boden erstirbt : vom Dufte des Wassers sproßt er wieder auf und treibt Zweige wie ein Pflänzling . Der Mann aber stirbt und liegt da ; und der Mensch verscheidet , und wo ist er ? Es verrinnen die Wasser aus dem See , und der Fluß trocknet ein und versiegt : so legt der Mensch sich hin und steht nicht wieder auf ; bis die Himmel nicht mehr sind , erwachen sie nicht und werden nicht aufgeweckt aus ihrem Schlafe . O daß du in dem Scheol mich verstecktest , mich verbärgest , bis dein Zorn sich abwendete , mir eine Frist setztest und dann meiner gedächtest ! ( Wenn ein Mann stirbt , wird er wieder leben ? ) Alle Tage meiner Dienstzeit wollte ich harren , bis meine Ablösung käme ! Du würdest rufen , und ich würde dir antworten ; du würdest dich sehnen nach dem Werke deiner Hände . Denn nun zählst du meine Schritte ; wachst du nicht über meine Sünde ? Meine Übertretung ist versiegelt in einem Bündel , und du hast hinzugefügt zu meiner Missetat . Und doch , ein Berg stürzt ein , zerfällt , und ein Fels rückt weg von seiner Stelle ; Wasser zerreiben die Steine , ihre Fluten schwemmen den Staub der Erde hinweg ; aber du machst zunichte die Hoffnung des Menschen . Du überwältigst ihn für immer , und er geht dahin ; sein Angesicht entstellend , sendest du ihn hinweg . Seine Kinder kommen zu Ehren , und er weiß es nicht ; und sie werden gering , und er achtet nicht auf sie . Nur um ihn selbst hat sein Fleisch Schmerz , und nur um ihn selbst empfindet seine Seele Trauer . Und Eliphas , der Temaniter , antwortete und sprach : Wird ein Weiser windige Erkenntnis antworten , und wird er sein Inneres füllen mit Ostwind , streitend mit Reden , die nichts taugen , und mit Worten , womit er nicht nützt ? Ja , du vernichtest die Gottesfurcht und schmälerst die Andacht vor Gott . Denn deine Ungerechtigkeit belehrt deinen Mund , und du wählst die Sprache der Listigen . Dein Mund verdammt dich , und nicht ich ; und deine Lippen zeugen wider dich . Bist du als Erster zum Menschen gezeugt , und vor den Hügeln du geboren ? Hast du im Rate Gottes zugehört , und die Weisheit an dich gerissen ? Was weißt du , das wir nicht wüßten , was verstehst du , das uns nicht bekannt wäre ? Unter uns sind auch Alte , auch Greise , reicher an Tagen als dein Vater . Sind dir zu wenig die Tröstungen Gottes , und ein sanftes Wort an dich zu gering ? Was reißt dein Herz dich hin , und was zwinken deine Augen , daß du gegen Gott dein Schnauben kehrst , und Reden hervorgehen lässest aus deinem Munde ? Was ist der Mensch , daß er rein sein sollte , und der vom Weibe Geborene , daß er gerecht wäre ? Siehe , auf seine Heiligen vertraut er nicht , und die Himmel sind nicht rein in seinen Augen : wieviel weniger der Abscheuliche und Verderbte , der Mann , der Unrecht trinkt wie Wasser ! Ich will dir&#039;s berichten , höre mir zu ; und was ich gesehen , will ich erzählen , was die Weisen verkündigt und nicht verhehlt haben von ihren Vätern her , - ihnen allein war das Land übergeben , und kein Fremder zog durch ihre Mitte ; - Alle seine Tage wird der Gesetzlose gequält , und eine kleine Zahl von Jahren ist dem Gewalttätigen aufgespart . Die Stimme von Schrecknissen ist in seinen Ohren , im Frieden kommt der Verwüster über ihn ; er glaubt nicht an eine Rückkehr aus der Finsternis , und er ist ausersehen für das Schwert . Er schweift umher nach Brot , wo es finden ? Er weiß , daß neben ihm ein Tag der Finsternis bereitet ist . Angst und Bedrängnis schrecken ihn , sie überwältigen ihn wie ein König , gerüstet zum Sturm . Weil er seine Hand wider Gott ausgestreckt hat und wider den Allmächtigen trotzte , wider ihn anrannte mit gerecktem Halse , mit den dichten Buckeln seiner Schilde ; weil er sein Angesicht bedeckt hat mit seinem Fette und Schmer angesetzt an den Lenden ; und zerstörte Städte bewohnte , Häuser , die nicht bewohnt werden sollten , die zu Steinhaufen bestimmt waren : so wird er nicht reich werden , und sein Vermögen wird keinen Bestand haben ; und nicht neigt sich zur Erde , was solche besitzen . Er entweicht nicht der Finsternis ; seine Schößlinge versengt die Flamme ; und er muß weichen durch den Hauch seines Mundes . - Er verlasse sich nicht auf Nichtiges , er wird getäuscht ; denn Nichtiges wird seine Vergeltung sein . Noch ist sein Tag nicht da , so erfüllt es sich ; und sein Palmzweig wird nicht grün . Wie der Weinstock übt er Unbill an seinen unreifen Beeren , und wie der Olivenbaum wirft er seine Blüte ab . Denn der Hausstand des Ruchlosen ist unfruchtbar , und Feuer frißt die Zelte der Bestechung . Sie sind schwanger mit Mühsal und gebären Unheil , und ihr Inneres bereitet Trug . Und Hiob antwortete und sprach : Ich habe vieles dergleichen gehört ; leidige Tröster seid ihr alle ! Hat es ein Ende mit den windigen Worten ? Oder was reizt dich , daß du antwortest ? Auch ich könnte reden wie ihr . Wenn eure Seele an der Stelle meiner Seele wäre , könnte ich Worte wider euch zusammenreihen , und mein Haupt über euch schütteln ; ich wollte euch stärken mit meinem Munde , und das Beileid meiner Lippen würde euch Linderung bringen . Wenn ich rede , so wird mein Schmerz nicht gehemmt ; und unterlasse ich es , nicht weicht er von mir . Ja , bereits hat er mich erschöpft ; du hast meinen ganzen Hausstand verwüstet . Und du hast mich zusammenschrumpfen lassen , zum Zeugen ward es ; und meine Abmagerung tritt wider mich auf , sie zeugt mir ins Angesicht . Sein Zorn hat mich zerfleischt und verfolgt , er hat mit seinen Zähnen wider mich geknirscht ; als mein Feind schärft er seine Augen wider mich . Ihr Maul haben sie wider mich aufgesperrt , mit Hohn meine Backen geschlagen ; allzumal verstärken sie sich wider mich . Gott gab mich preis dem Ungerechten , und in die Hände der Gesetzlosen stürzte er mich . Ich war in Ruhe , und er hat mich zerrüttelt , und er packte mich beim Nacken und zerschmetterte mich ; und er stellte mich hin sich zur Zielscheibe . Seine Schützen umringten mich , er spaltete meine Nieren ohne Schonung ; er schüttete meine Galle zur Erde . Er durchbrach mich , Bruch auf Bruch ; er rannte wider mich , wie ein Held . Ich habe Sacktuch über meine Haut genäht , und mit Staub mein Horn besudelt . Mein Angesicht glüht vom Weinen , und auf meinen Wimpern ist der Schatten des Todes , obwohl keine Gewalttat in meinen Händen , und mein Gebet lauter ist . Erde , bedecke nicht mein Blut , und für mein Geschrei sei kein Platz ! Sogar jetzt , siehe , im Himmel ist mein Zeuge , und der mir Zeugnis gibt , in den Höhen . Meine Freunde sind meine Spötter : zu Gott tränt mein Auge , daß er schiedsrichterlich entscheide Gott gegenüber für einen Mann , und für einen Menschensohn hinsichtlich seines Freundes . Denn die zählbaren Jahre gehen vorüber , und ich werde einen Weg dahingehen , auf dem ich nicht wiederkehren werde . Mein Geist ist verstört , meine Tage erlöschen , die Gräber sind für mich . Sind nicht Spöttereien um mich her , und muß nicht mein Auge weilen auf ihren Beleidigungen ? Setze doch ein , leiste Bürgschaft für mich bei dir selbst ! Wer ist es sonst , der in meine Hand einschlagen wird ? Denn ihre Herzen hast du der Einsicht verschlossen ; darum wirst du ihnen nicht die Oberhand geben . Wenn einer die Freunde zur Beute ausbietet , so werden die Augen seiner Kinder verschmachten . Und er hat mich hingestellt zum Sprichwort der Völker , und ich bin zum Anspeien ins Angesicht . Und mein Auge ist trübe geworden vor Gram , und wie der Schatten sind alle meine Glieder . Die Aufrichtigen werden sich hierüber entsetzen , und der Schuldlose wird aufgebracht werden über den Ruchlosen . Doch der Gerechte wird an seinem Wege festhalten , und der an Händen Reine wird an Stärke zunehmen . Aber ihr alle , kommet nur wieder heran ! Und einen Weisen werde ich nicht unter euch finden . Meine Tage sind vorüber , zerrissen sind meine Pläne , das Eigentum meines Herzens . Die Nacht machen sie zum Tage , das Licht nahe vor lauter Finsternis . Wenn ich hoffe , so ist der Scheol mein Haus , in der Finsternis bette ich mein Lager . Zur Verwesung rufe ich : Du bist mein Vater ! zu dem Gewürm : Meine Mutter und meine Schwester ! Wo denn also ist meine Hoffnung ? Ja , meine Hoffnung , wer wird sie schauen ? Sie fährt hinab zu den Riegeln des Scheols , wenn wir miteinander im Staube Ruhe haben . Und Bildad , der Schuchiter , antwortete und sprach : Wie lange wollt ihr auf Worte Jagd machen ? Werdet verständig , und hernach wollen wir reden ! Warum werden wir dem Vieh gleich geachtet , sind dumm in euren Augen ? Du , der sich selbst zerfleischt in seinem Zorn , soll um deinetwillen die Erde verlassen werden , und ein Fels wegrücken von seiner Stelle ? Doch das Licht der Gesetzlosen wird erlöschen , und nicht leuchten wird die Flamme seines Feuers . Das Licht wird finster in seinem Zelte , und seine Lampe erlischt über ihm . Die Schritte seiner Kraft werden eingeengt werden , und sein Ratschlag wird ihn stürzen . Denn durch seine eigenen Füße wird er ins Netz getrieben , und auf Fallgittern wird er einherwandeln . Der Fallstrick wird seine Ferse erfassen , die Schlinge ihn ergreifen . Sein Garn ist verborgen in der Erde , und seine Falle auf dem Pfade . Schrecken ängstigen ihn ringsum und scheuchen ihn auf Schritt und Tritt . Seine Kraft wird aufgezehrt werden durch Hunger , und das Verderben steht bereit an seiner Seite . Der Erstgeborene des Todes wird fressen die Glieder seines Leibes , seine Glieder wird er fressen . Seine Zuversicht wird hinweggerissen werden aus seinem Zelte , und es wird ihn forttreiben zu dem König der Schrecken . Was nicht sein ist , wird in seinem Zelte wohnen , auf seine Wohnstätte wird Schwefel gestreut werden . Unten werden seine Wurzeln verdorren , und oben wird sein Gezweig verwelken . Sein Gedächtnis verschwindet von der Erde , und auf der Fläche des Landes hat er keinen Namen . Man wird ihn aus dem Licht in die Finsternis stoßen , und aus der Welt ihn verjagen . Er wird keinen Sohn und keinen Nachkommen haben unter seinem Volke , noch wird ein Entronnener in seinen Wohnsitzen sein . Über seinen Tag entsetzen sich die im Westen Wohnenden , und die im Osten erfaßt Schauder . - Ja , so sind die Wohnungen des Ungerechten , und so ist die Stätte dessen , der Gott nicht kennt . Und Hiob antwortete und sprach : Wie lange wollt ihr meine Seele plagen und mich mit Worten zermalmen ? Schon zehnmal ist es , daß ihr mich geschmäht habt ; ihr schämet euch nicht , mich zu verletzen . Und habe ich auch wirklich geirrt , so bleibt doch mein Irrtum bei mir . Wenn ihr wirklich wider mich großtun wollt , und wider mich dartun meine Schmach , so wisset denn , daß Gott mich in meinem Rechte gebeugt und mich umstellt hat mit seinem Netze . Siehe , ich schreie über Gewalttat , und werde nicht erhört ; ich rufe um Hilfe , und da ist kein Recht . Er hat meinen Weg verzäunt , daß ich nicht hinüber kann , und auf meine Pfade legte er Finsternis . Meine Ehre hat er mir ausgezogen , und weggenommen die Krone meines Hauptes . Er hat mich niedergerissen ringsum , so daß ich vergehe , und hat meine Hoffnung ausgerissen wie einen Baum . Und seinen Zorn ließ er wider mich entbrennen , und achtete mich seinen Feinden gleich . Allzumal kamen seine Scharen und bahnten ihren Weg wider mich , und lagerten sich rings um mein Zelt . Meine Brüder hat er von mir entfernt , und meine Bekannten sind mir ganz entfremdet . Meine Verwandten bleiben aus , und meine Vertrauten haben mich vergessen . Meine Hausgenossen und meine Mägde achten mich für einen Fremden ; ein Ausländer bin ich in ihren Augen geworden . Meinem Knechte rufe ich , und er antwortet nicht ; mit meinem Munde muß ich zu ihm flehen . Mein Atem ist meinem Weibe zuwider , und mein übler Geruch den Kindern meiner Mutter . Selbst Buben verachten mich ; will ich aufstehen , so reden sie über mich . Alle meine Vertrauten verabscheuen mich , und die ich liebte , haben sich gegen mich gekehrt . Mein Gebein klebt an meiner Haut und an meinem Fleische , und nur mit der Haut meiner Zähne bin ich entronnen . Erbarmet euch meiner , erbarmet euch meiner , ihr meine Freunde ! Denn die Hand Gottes hat mich angetastet . Warum verfolget ihr mich wie Gott , und werdet meines Fleisches nicht satt ? O daß doch meine Worte aufgeschrieben würden ! O daß sie in ein Buch gezeichnet würden , mit eisernem Griffel und Blei in den Felsen eingehauen auf ewig ! Und ich , ich weiß , daß mein Erlöser lebt , und als der Letzte wird er auf der Erde stehen ; und ist nach meiner Haut dieses da zerstört , so werde ich aus meinem Fleische Gott anschauen , welchen ich selbst mir anschauen , und den meine Augen sehen werden , und kein anderer : meine Nieren verschmachten in meinem Innern . - Wenn ihr saget : Wie wollen wir ihn verfolgen ? und daß die Wurzel der Sache in mir sich befinde , so fürchtet euch vor dem Schwerte ! Denn das Schwert ist der Grimm über die Missetaten ; auf daß ihr wisset , daß ein Gericht ist . Und Zophar , der Naamathiter , antwortete und sprach : Darum geben meine Gedanken mir Antwort , und deswegen bin ich innerlich erregt : Eine Zurechtweisung , mir zur Schande , höre ich ; aber mein Geist antwortet mir aus meiner Einsicht . Weißt du dieses , daß von jeher , seitdem der Mensch auf die Erde gesetzt wurde , der Jubel der Gesetzlosen kurz und die Freude des Ruchlosen für einen Augenblick war ? Stiege auch seine Höhe bis zum Himmel hinauf , und rührte sein Haupt an die Wolken : gleich seinem Kote vergeht er auf ewig ; die ihn gesehen haben , sagen : Wo ist er ? Wie ein Traum verfliegt er , und man findet ihn nicht , und er wird hinweggescheucht wie ein Nachtgesicht . Das Auge hat ihn erblickt und sieht ihn nimmer wieder , und seine Stätte gewahrt ihn nicht mehr . Seine Kinder müssen die Armen begütigen , und seine Hände sein Vermögen zurückgeben . Seine Knochen waren voll seiner Jugendkraft , und sie liegt mit ihm in dem Staube . - Wenn das Böse in seinem Munde süß war , und er es verbarg unter seiner Zunge , und es aufsparte und nicht fahren ließ und es zurückhielt unter seinem Gaumen : so ist doch nun seine Speise in seinen Eingeweiden verwandelt ; Natterngalle ist in seinem Innern . Reichtum hat er verschlungen , und er speit ihn aus : aus seinem Bauche treibt Gott ihn heraus . Natterngift sog er ein : es tötet ihn die Zunge der Otter . Nicht darf er sich laben an Bächen , flutenden Strömen von Honig und Milch . Das Errungene gibt er zurück , und er darf es nicht verschlingen ; gemäß dem Vermögen , das er erworben , darf er sich nicht freuen . Denn er hat mißhandelt , verlassen die Armen ; Häuser hat er an sich gerissen und wird sie nicht ausbauen . Denn er kannte keine Ruhe in seinem Innern : mit seinem Teuersten wird er nicht entrinnen . Nichts entging seiner Freßgier ; darum wird sein Wohlstand nicht dauernd sein . In der Fülle seines Überflusses wird er in Bedrängnis sein ; die Hand jedes Notleidenden wird über ihn kommen . Es wird geschehen : um seinen Bauch zu füllen , wird Gott die Glut seines Zornes in ihn entsenden , und sie auf ihn regnen lassen in sein Fleisch hinein . Flieht er vor den eisernen Waffen , so wird der eherne Bogen ihn durchbohren . Er zieht am Pfeile , und er kommt aus dem Leibe hervor , und das glänzende Eisen aus seiner Galle : Schrecken kommen über ihn . Eitel Finsternis ist aufgespart für seine Schätze ; ein Feuer , das nicht angeblasen ist , wird ihn fressen , wird verzehren , was in seinem Zelte übriggeblieben . Der Himmel wird seine Ungerechtigkeit enthüllen , und die Erde sich wider ihn erheben . Der Ertrag seines Hauses wird weggeführt werden , wird zerrinnen am Tage seines Zornes . - Das ist das Teil des gesetzlosen Menschen von Gott und das von Gott ihm zugesprochene Los . Und Hiob antwortete und sprach : Höret , höret meine Rede ! Und dies ersetze eure Tröstungen . Ertraget mich , und ich will reden , und nachdem ich geredet habe , magst du spotten . Richtet sich meine Klage an einen Menschen ? Oder warum sollte ich nicht ungeduldig sein ? Wendet euch zu mir und entsetzet euch , und leget die Hand auf den Mund ! Ja , wenn ich daran denke , so bin ich bestürzt , und Schauder erfaßt mein Fleisch . Warum leben die Gesetzlosen , werden alt , nehmen gar an Macht zu ? Ihr Same steht fest vor ihnen , mit ihnen , und ihre Sprößlinge vor ihren Augen . Ihre Häuser haben Frieden , ohne Furcht , und Gottes Rute ist nicht über ihnen . Sein Stier belegt und befruchtet sicher , seine Kuh kalbt und wirft nicht fehl . Ihre Buben schicken sie aus gleich einer Herde , und ihre Knaben hüpfen umher . Sie erheben die Stimme bei Tamburin und Laute und sind fröhlich beim Klange der Schalmei . In Wohlfahrt verbringen sie ihre Tage , und in einem Augenblick sinken sie in den Scheol hinab . Und doch sprechen sie zu Gott : Weiche von uns ! Und nach der Erkenntnis deiner Wege verlangen wir nicht . Was ist der Allmächtige , daß wir ihm dienen sollten , und was nützt es uns , daß wir ihn angehen ? - Siehe , ihre Wohlfahrt steht nicht in ihrer Hand . Der Rat der Gesetzlosen sei fern von mir ! Wie oft geschieht es , daß die Leuchte der Gesetzlosen erlischt und ihr Verderben über sie kommt , daß er ihnen Schlingen zuteilt in seinem Zorn , daß sie wie Stroh werden vor dem Winde , und wie Spreu , die der Sturmwind entführt ? Gott spart , saget ihr , sein Unheil auf für seine Kinder . Er vergelte ihm , daß er es fühle ! Seine Augen sollen sein Verderben sehen , und von dem Grimme des Allmächtigen trinke er ! Denn was liegt ihm an seinem Hause nach ihm , wenn die Zahl seiner Monde durchschnitten ist ? - Kann man Gott Erkenntnis lehren , da er es ja ist , der die Hohen richtet ? Dieser stirbt in seiner Vollkraft , ganz wohlgemut und sorglos . Seine Gefäße sind voll Milch , und das Mark seiner Gebeine ist getränkt . Und jener stirbt mit bitterer Seele und hat des Guten nicht genossen . Zusammen liegen sie im Staube , und Gewürm bedeckt sie . Siehe , ich kenne eure Gedanken , und die Anschläge , womit ihr mir Gewalt antut . Denn ihr saget : Wo ist das Haus des Edlen , und wo das Wohngezelt der Gesetzlosen ? Habt ihr nicht befragt , die des Weges vorüberziehen ? Und erkennet ihr ihre Merkmale nicht : daß der Böse verschont wird am Tage des Verderbens , daß am Tage der Zornesfluten sie weggeleitet werden ? Wer wird ihm ins Angesicht seinen Weg kundtun ? Und hat er gehandelt , wer wird es ihm vergelten ? Und er wird zu den Gräbern hingebracht , und auf dem Grabhügel wacht er . Süß sind ihm die Schollen des Tales . Und hinter ihm her ziehen alle Menschen , und vor ihm her gingen sie ohne Zahl . - Wie tröstet ihr mich nun mit Dunst ? Und von euren Antworten bleibt nur Treulosigkeit übrig . Und Eliphas , der Temaniter , antwortete und sprach : Kann ein Mann Gott Nutzen bringen ? Vielmehr sich selbst nützt der Einsichtige . Liegt dem Allmächtigen daran , wenn du gerecht bist , oder ist es ihm ein Gewinn , wenn du deine Wege vollkommen machst ? Ist es wegen deiner Gottesfurcht , daß er dich straft , mit dir ins Gericht geht ? Ist nicht deine Bosheit groß , und deiner Missetaten kein Ende ? Denn du pfändetest deinen Bruder ohne Ursache , und die Kleider der Nackten zogest du aus ; den Lechzenden tränktest du nicht mit Wasser , und dem Hungrigen verweigertest du das Brot . Und dem Manne der Gewalt , ihm gehörte das Land , und der Angesehene wohnte darin . Die Witwe schicktest du leer fort , und die Arme der Waisen wurden zermalmt . Darum sind Schlingen rings um dich her , und ein plötzlicher Schrecken macht dich bestürzt . Oder siehst du nicht die Finsternis und die Wasserflut , die dich bedeckt ? Ist Gott nicht so hoch wie die Himmel ? Sieh doch den Gipfel der Sterne , wie erhaben sie sind ! Und so sprichst du : Was sollte Gott wissen ? Kann er richten durch Wolkendunkel hindurch ? Die Wolken sind ihm eine Hülle , daß er nicht sieht , und er durchwandelt den Kreis des Himmels . Willst du den Pfad der Vorzeit einhalten , welchen die Frevler betraten , die weggerafft wurden vor der Zeit ? Wie ein Strom zerfloß ihr fester Grund ; die zu Gott sprachen : Weiche von uns ! Und was könnte der Allmächtige für uns tun ? Und doch hatte er ihre Häuser mit Wohlstand erfüllt . Aber der Rat der Gesetzlosen sei fern von mir ! - Die Gerechten sehen es und freuen sich , und der Schuldlose spottet ihrer : Sind nicht unsere Gegner vertilgt , und hat nicht Feuer ihren Überfluß gefressen ? Verkehre doch freundlich mit ihm und halte Frieden ; dadurch wird Wohlfahrt über dich kommen . Empfange doch Belehrung aus seinem Munde , und nimm dir seine Worte zu Herzen . Wenn du zu dem Allmächtigen umkehrst , so wirst du wieder aufgebaut werden ; wenn du Unrecht entfernst aus deinen Zelten . Und lege das Golderz in den Staub und das Gold von Ophir unter den Kies der Bäche ; so wird der Allmächtige dein Golderz und dein glänzendes Silber sein . Denn dann wirst du an dem Allmächtigen dich ergötzen und zu Gott dein Angesicht erheben . Du wirst zu ihm beten , und er wird dich erhören ; und deine Gelübde wirst du bezahlen . Beschließest du eine Sache , so wird sie zustande kommen , und Licht wird strahlen über deinen Wegen . Wenn sie abwärts gehen , so wirst du sagen : Empor ! Und den , der mit gesenkten Augen einhergeht , wird er retten . Selbst den Nicht-Schuldlosen wird er befreien : er wird befreit werden durch die Reinheit deiner Hände . Und Hiob antwortete und sprach : Auch heute ist meine Klage trotzig ; seine Hand lastet schwer auf meinem Seufzen . O daß ich ihn zu finden wüßte , daß ich kommen könnte bis zu seiner Wohnstätte ! Ich würde meine Rechtssache vor ihm darlegen , und meinen Mund mit Beweisgründen füllen . Ich würde die Worte wissen , die er mir antworten , und vernehmen , was er mir sagen würde . Würde er in der Größe seiner Kraft mit mir streiten ? Nein ; er würde nur acht auf mich haben . Alsdann würde ein Rechtschaffener mit ihm rechten , und auf ewig würde ich meinem Richter entkommen . Siehe , gehe ich vorwärts , so ist er nicht da ; und rückwärts , so bemerke ich ihn nicht ; zur Linken , während er wirkt , so schaue ich ihn nicht ; er verhüllt sich zur Rechten , und ich sehe ihn nicht . Denn er kennt den Weg , der bei mir ist ; prüfte er mich , wie Gold würde ich hervorgehen . An seinem Schritte hat mein Fuß festgehalten , und seinen Weg habe ich beobachtet und bin nicht abgebogen ; von dem Gebote seiner Lippen bin ich nicht abgewichen , ich habe die Worte seines Mundes verwahrt , mehr als meinen eigenen Vorsatz . Doch er bleibt sich gleich , und wer kann seinen Sinn ändern ? Was seine Seele begehrt , das tut er . Denn er wird vollenden , was über mich bestimmt ist ; und dergleichen ist vieles bei ihm . Darum bin ich bestürzt vor seinem Angesicht ; erwäge ich&#039;s , so erschrecke ich vor ihm . Ja , Gott hat mein Herz verzagt gemacht , und der Allmächtige mich in Bestürzung versetzt . Denn nicht wegen der Finsternis bin ich vernichtet , noch weil Dunkelheit mein Angesicht bedeckt hat . Warum sind nicht Zeiten aufgespart von dem Allmächtigen , und warum sehen die , welche ihn kennen , seine Tage nicht ? Sie verrücken die Grenzen , sie rauben die Herde und weiden sie . Sie treiben den Esel der Waisen weg , nehmen das Rind der Witwe zum Pfande ; sie stoßen aus dem Wege die Dürftigen . Die Elenden des Landes verkriechen sich allesamt : Siehe , wie Wildesel in der Wüste gehen sie aus an ihr Werk , eifrig nach Beute suchend ; die Steppe liefert ihnen Brot für die Kinder . Auf dem Felde schneiden sie sein Futterkorn ab und lesen den Weinberg des Gesetzlosen nach . Nackt übernachten sie , ohne Gewand , und haben keine Bedeckung in der Kälte . Vom Regenguß des Gebirges werden sie durchnäßt , und obdachlos umklammern sie den Felsen . - Sie reißen die Waise von der Brust , und was der Elende anhat , nehmen sie zum Pfande . Nackt gehen sie einher , ohne Gewand , und hungernd tragen sie die Garbe ; zwischen ihren Mauern pressen sie Öl , treten die Kelter und dursten . Von der Stadt her ächzen Sterbende , und die Seele der Erschlagenen schreit . Und Gott rechnet es nicht als Ungebühr an . Jene gehören zu den Feinden des Lichtes , sie kennen seine Wege nicht und weilen nicht auf seinen Pfaden . Mit dem Lichte steht der Mörder auf , tötet den Elenden und den Dürftigen ; und des Nachts ist er dem Diebe gleich . Und das Auge des Ehebrechers lauert auf die Dämmerung , indem er spricht : Kein Auge wird mich erblicken ; und er legt einen Schleier an . In der Finsternis erbricht man die Häuser . Bei Tage schließen sie sich ein , das Licht kennen sie nicht . Denn als Morgen gilt ihnen allesamt der Todesschatten , denn ein jeder von ihnen ist bekannt mit den Schrecken des Todesschattens . Er ist schnell auf der Wasserfläche , verflucht wird ihr Grundbesitz auf Erden ; nicht mehr schlägt er den Weg zu den Weinbergen ein . Dürre und Hitze raffen Schneewasser hinweg : so der Scheol , die gesündigt haben . Der Mutterleib vergißt seiner , das Gewürm labt sich an ihm , nicht mehr wird seiner gedacht : und das Unrecht wird zerbrochen wie ein Baum , er , der die Unfruchtbare beraubt , die nicht gebiert , und der Witwe kein Gutes tut . Und Mächtige rafft er dahin durch seine Kraft ; steht er auf , so getraut man sich nicht des Lebens . Er gibt ihm Sicherheit , und er wird gestützt . Aber seine Augen sind über ihren Wegen . Sie sind hochgestiegen : um ein Kleines , und sie sind nicht mehr ; und sie sinken hin , werden zusammengerafft wie alle anderen ; und wie der Kopf der Ähre werden sie abgeschnitten . Und wenn es nun nicht so ist , wer wird mich Lügen strafen und meine Rede zunichte machen ? Und Bildad , der Schuchiter , antwortete und sprach : Herrschaft und Schrecken sind bei ihm ; er schafft Frieden in seinen Höhen . Sind seine Scharen zu zählen ? Und über wem erhebt sich nicht sein Licht ? Und wie könnte ein Mensch gerecht sein vor Gott , und wie könnte rein sein ein vom Weibe Geborener ? Siehe , sogar der Mond scheint nicht hell , und die Sterne sind nicht rein in seinen Augen : wieviel weniger der Mensch , der Wurm , und das Menschenkind , die Made ! Und Hiob antwortete und sprach : Wie hast du dem Ohnmächtigen geholfen , den kraftlosen Arm gerettet ! Wie hast du den beraten , der keine Weisheit hat , und gründliches Wissen in Fülle kundgetan ! An wen hast du Worte gerichtet , und wessen Odem ist von dir ausgegangen ? Die Schatten beben unter den Wassern und ihren Bewohnern . Der Scheol ist nackt vor ihm , und keine Hülle hat der Abgrund . Er spannt den Norden aus über der Leere , hängt die Erde auf über dem Nichts . Er bindet die Wasser in seine Wolken , und das Gewölk zerreißt nicht unter ihnen . Er verhüllt den Anblick seines Thrones , indem er sein Gewölk darüber ausbreitet . Er rundete eine Schranke ab über der Fläche der Wasser bis zum äußersten Ende , wo Licht und Finsternis zusammentreffen . Die Säulen des Himmels wanken und entsetzen sich vor seinem Schelten . Durch seine Kraft erregt er das Meer , und durch seine Einsicht zerschellt er Rahab . Durch seinen Hauch wird der Himmel heiter , seine Hand durchbohrt den flüchtigen Drachen . Siehe , das sind die Säume seiner Wege ; und wie wenig haben wir von ihm gehört ! Und den Donner seiner Macht , wer versteht ihn ? Und Hiob fuhr fort , seinen Spruch anzuheben , und sprach : So wahr Gott lebt , der mir mein Recht entzogen , und der Allmächtige , der meine Seele bitter gemacht hat , so lange mein Odem in mir ist , und der Hauch Gottes in meiner Nase : wenn meine Lippen Unrecht reden werden , und wenn meine Zunge Trug aussprechen wird ! Fern sei es von mir , daß ich euch recht geben sollte ; bis ich verscheide , werde ich meine Unsträflichkeit nicht von mir weichen lassen . An meiner Gerechtigkeit halte ich fest und werde sie nicht fahren lassen : mein Herz schmäht nicht einen von meinen Tagen . Mein Feind sei wie der Gesetzlose , und der wider mich auftritt wie der Ungerechte . Denn was ist des Ruchlosen Hoffnung , wenn Gott abschneidet , wenn er seine Seele herauszieht ? Wird Gott sein Geschrei hören , wenn Bedrängnis über ihn kommt ? Oder wird er sich an dem Allmächtigen ergötzen , Gott anrufen zu aller Zeit ? Ich will euch belehren über die Hand Gottes ; was bei dem Allmächtigen ist , will ich nicht verhehlen . Siehe , ihr selbst habt es alle erschaut , und warum denn schwatzet ihr so eitel ? Dies ist das Teil des gesetzlosen Menschen bei Gott , und das Erbe der Gewalttätigen , welches sie von dem Allmächtigen empfangen : Wenn seine Kinder sich mehren , so ist er für das Schwert , und seine Sprößlinge , sie haben nicht satt Brot . Seine Übriggebliebenen werden begraben durch den Tod , und seine Witwen weinen nicht . Wenn er Silber aufhäuft wie Staub , und Kleider bereitet wie Lehm : er bereitet sie , aber der Gerechte bekleidet sich damit ; und Schuldlose teilen sich in das Silber . Er hat sein Haus gebaut wie die Motte , und der Hütte gleich , die ein Wächter sich macht . Reich legt er sich ihn , und er tut es nicht wieder ; er schlägt die Augen auf , und ist nicht mehr . Schrecken ereilen ihn wie Wasser , des Nachts entführt ihn ein Sturmwind . Der Ostwind hebt ihn empor , daß er dahinfährt , und stürmt ihn fort von seiner Stätte . Und Gott schleudert auf ihn ohne Schonung ; seiner Hand möchte er flüchtend entfliehen . Man klatscht über ihn in die Hände , und zischt ihm nach von seiner Stätte aus . Denn für das Silber gibt es einen Fundort , und eine Stätte für das Gold , das man läutert . Eisen wird hervorgeholt aus der Erde , und Gestein schmelzt man zu Kupfer . Er hat der Finsternis ein Ende gesetzt , und durchforscht bis zur äußersten Grenze das Gestein der Finsternis und des Todesschattens . Er bricht einen Schacht fern von dem Wohnenden ; die von dem Fuße Vergessenen hangen hinab , fern von den Menschen schweben sie . Die Erde , aus ihr kommt Brot hervor , und ihr Unteres wird zerwühlt wie vom Feuer . Ihr Gestein ist der Sitz des Saphirs , und Goldstufen sind darin . Ein Pfad , den der Raubvogel nicht kennt , und den das Auge des Habichts nicht erblickt hat ; den die wilden Tiere nicht betreten , über den der Löwe nicht hingeschritten ist . Er legt seine Hand an das harte Gestein , wühlt die Berge um von der Wurzel aus . Kanäle haut er durch die Felsen , und allerlei Köstliches sieht sein Auge . Er dämmt Flüsse ein , daß sie nicht durchsickern , und Verborgenes zieht er hervor an das Licht . Aber die Weisheit , wo wird sie erlangt ? Und welches ist die Stätte des Verstandes ? Kein Mensch kennt ihren Wert , und im Lande der Lebendigen wird sie nicht gefunden . Die Tiefe spricht : Sie ist nicht in mir , und das Meer spricht : Sie ist nicht bei mir . Geläutertes Gold kann nicht für sie gegeben , und Silber nicht dargewogen werden als ihr Kaufpreis . Sie wird nicht aufgewogen mit Gold von Ophir , mit kostbarem Onyx und Saphir . Gold und Glas kann man ihr nicht gleichstellen , noch sie eintauschen gegen ein Gerät von gediegenem Golde . Korallen und Kristall kommen neben ihr nicht in Erwähnung ; und der Besitz der Weisheit ist mehr wert als Perlen . Nicht kann man ihr gleichstellen den Topas von Äthiopien ; mit feinem Golde wird sie nicht aufgewogen . Die Weisheit nun , woher kommt sie , und welches ist die Stätte des Verstandes ? Denn sie ist verborgen vor den Augen aller Lebendigen , und vor den Vögeln des Himmels ist sie verhüllt . Der Abgrund und der Tod sagen : Mit unseren Ohren haben wir ein Gerücht von ihr gehört . Gott versteht ihren Weg , und er kennt ihre Stätte . Denn er schaut bis zu den Enden der Erde ; unter dem ganzen Himmel sieht er . Als er dem Winde ein Gewicht bestimmte , und die Wasser mit dem Maße abwog , als er dem Regen ein Gesetz bestimmte und eine Bahn dem Donnerstrahl : da sah er sie und tat sie kund , er setzte sie ein und durchforschte sie auch . Und zu dem Menschen sprach er : Siehe , die Furcht des Herrn ist Weisheit , und vom Bösen weichen ist Verstand . Und Hiob fuhr fort , seinen Spruch anzuheben , und sprach : O daß ich wäre wie in den Monden der Vorzeit , wie in den Tagen , da Gott mich bewahrte , als seine Leuchte über meinem Haupte schien , und ich bei seinem Lichte durch die Finsternis wandelte ; wie ich war in den Tagen meiner Reife , als das Vertrauen Gottes über meinem Zelte waltete , als der Allmächtige noch mit mir war , meine Knaben rings um mich her ; als meine Schritte sich in Milch badeten , und der Fels neben mir Ölbäche ergoß ; als ich durch das Tor in die Stadt hineinging , meinen Sitz auf dem Platze aufstellte : Die Jünglinge sahen mich und verbargen sich , und die Greise erhoben sich , blieben stehen ; die Fürsten hielten die Worte zurück und legten die Hand auf ihren Mund ; die Stimme der Vornehmen verstummte , und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen . Denn wenn das Ohr von mir hörte , so pries es mich glücklich , und wenn das Auge mich sah , so legte es Zeugnis von mir ab . Denn ich befreite den Elenden , der um Hilfe rief , und die Waise , die keinen Helfer hatte . Der Segen des Umkommenden kam über mich , und das Herz der Witwe machte ich jubeln . Ich kleidete mich in Gerechtigkeit , und sie bekleidete mich , wie in Oberkleid und Kopfbund in mein Recht . Auge war ich dem Blinden , und Fuß dem Lahmen ; Vater war ich den Dürftigen , und die Rechtssache dessen , den ich nicht kannte , untersuchte ich ; und ich zerbrach das Gebiß des Ungerechten , und seinen Zähnen entriß ich die Beute . Und ich sprach : In meinem Neste werde ich verscheiden , und meine Tage vermehren wie der Sand ; meine Wurzel wird ausgebreitet sein am Wasser , und der Tau wird übernachten auf meinem Gezweig ; meine Ehre wird frisch bei mir bleiben , und mein Bogen sich in meiner Hand verjüngen . Sie hörten mir zu und harrten , und horchten schweigend auf meinen Rat . Nach meinem Worte sprachen sie nicht wieder , und auf sie träufelte meine Rede . Und sie harrten auf mich wie auf den Regen , und sperrten ihren Mund auf wie nach dem Spätregen . Ich lächelte ihnen zu , wenn sie kein Vertrauen hatten , und das Licht meines Angesichts konnten sie nicht trüben . Ich wählte für sie den Weg aus , und saß als Haupt , und thronte wie ein König unter der Kriegsschar , gleichwie einer , der Trauernde tröstet . Und nun lachen über mich Jüngere als ich an Jahren , deren Väter ich verschmähte , den Hunden meiner Herde beizugesellen . Wozu sollte mir auch die Kraft ihrer Hände nützen ? Die Rüstigkeit ist bei ihnen verschwunden . Durch Mangel und Hunger abgezehrt , nagen sie das dürre Land ab , welches längst öde und verödet ist ; sie pflücken Salzkraut bei den Gesträuchen , und die Wurzel der Ginster ist ihre Speise . Aus der Mitte der Menschen werden sie vertrieben ; man schreit über sie wie über einen Dieb . In grausigen Klüften müssen sie wohnen , in Erdlöchern und Felsenhöhlen . Zwischen Gesträuchen kreischen sie , unter Dorngestrüpp sind sie hingestreckt . Kinder von Verworfenen , ja , Kinder von Ehrlosen , sind sie hinausgepeitscht aus dem Lande ! Und nun bin ich ihr Spottlied geworden , und ward ihnen zum Gerede . Sie verabscheuen mich , treten fern von mir weg , und sie verschonen mein Angesicht nicht mit Speichel . Denn er hat meinen Strick gelöst und mich gebeugt : so lassen sie vor mir den Zügel schießen . Zu meiner Rechten erhebt sich die Brut ; sie stoßen meine Füße hinweg und bahnen wider mich ihre verderblichen Wege . Sie zerstören meinen Pfad , befördern meinen Untergang , sie , die selbst hilflos sind . Sie kommen wie durch einen weiten Riß , unter Gekrach wälzen sie sich heran . - Schrecknisse haben sich gegen mich gekehrt ; sie verfolgen wie der Wind meine Würde , und mein Heil ist vorübergezogen wie eine Wolke . Und nun ergießt sich in mir meine Seele ; Tage des Elends haben mich ergriffen . Die Nacht durchbohrt meine Gebeine und löst sie von mir ab , und die an mir nagenden Schmerzen ruhen nicht . Durch die Größe ihrer Kraft verändert sich mein Gewand , es umschließt mich wie der Halssaum meines Leibrocks . Er hat mich in den Kot geworfen , und ich bin dem Staube und der Asche gleich geworden . Ich schreie zu dir , und du antwortest mir nicht ; ich stehe da , und du starrst mich an . In einen Grausamen verwandelst du dich mir , mit der Stärke deiner Hand befeindest du mich . Du hebst mich empor auf den Wind , du lässest mich dahinfahren und zerrinnen im Sturmgetöse . Denn ich weiß es , du willst mich in den Tod zurückführen und in das Versammlungshaus aller Lebendigen . Doch streckt man beim Sturze nicht die Hand aus , oder erhebt man bei seinem Untergang nicht darob ein Hilfsgeschrei ? Weinte ich denn nicht über den , der harte Tage hatte ? War meine Seele nicht um den Dürftigen bekümmert ? Denn ich erwartete Gutes , und es kam Böses ; und ich harrte auf Licht , und es kam Finsternis . Meine Eingeweide wallen und ruhen nicht ; Tage des Elends sind mir entgegengetreten . Trauernd gehe ich einher , ohne Sonne ; ich stehe auf in der Versammlung und schreie . Ich bin ein Bruder geworden den Schakalen , und ein Genosse den Straußen . Meine Haut ist schwarz geworden und löst sich von mir ab , und mein Gebein ist brennend vor Glut . Und so ist meine Laute zur Trauerklage geworden , und meine Schalmei zur Stimme der Weinenden . Ich habe mit meinen Augen einen Bund gemacht , und wie hätte ich auf eine Jungfrau geblickt ! Denn was wäre das Teil Gottes von oben gewesen , und das Erbe des Allmächtigen aus den Höhen ? Ist nicht Verderben für den Ungerechten , und Mißgeschick für die , welche Frevel tun ? Sieht er nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte ? Wenn ich mit Falschheit umgegangen bin und mein Fuß dem Truge zugeeilt ist , - er wäge mich auf der Waage der Gerechtigkeit , und Gott wird meine Unsträflichkeit erkennen , wenn mein Schritt von dem Wege abgebogen , und mein Herz meinen Augen gefolgt ist , und an meinen Händen ein Makel kleben blieb : so möge ich säen , und ein anderer essen , und meine Sprößlinge mögen entwurzelt werden ! Wenn mein Herz zu einem Weibe verlockt worden ist und ich an der Tür meines Nächsten gelauert habe : so möge mein Weib für einen anderen mahlen , und andere mögen sich über sie beugen ! Denn das ist eine Schandtat , und das eine Missetat für die Richter . Denn ein Feuer ist es , das bis zum Abgrund frißt , und das meinen ganzen Ertrag entwurzeln würde . Wenn ich das Recht meines Knechtes und meiner Magd mißachtete , als sie mit mir stritten : was wollte ich dann tun , wenn Gott sich erhöbe ; und wenn er untersuchte , was ihm erwidern ? Hat nicht er , der mich im Mutterleibe bereitete , auch ihn bereitet , und hat nicht einer im Schoße uns gebildet ? Wenn ich den Armen ihr Begehr versagte , und die Augen der Witwe verschmachten ließ , und aß meinen Bissen allein , so daß der Verwaiste nicht davon gegessen hat- ist er doch von meiner Jugend an bei mir aufgewachsen , wie bei einem Vater , und von meiner Mutter Leibe an habe ich sie geleitet ; - wenn ich jemand umkommen sah aus Mangel an Kleidung , und den Dürftigen ohne Decke , wenn seine Lenden mich nicht gesegnet haben , und er mit der Wolle meiner Lämmer sich nicht erwärmte ; wenn ich meine Hand geschwungen über eine Waise , weil ich im Tore meinen Beistand sah : so falle meine Schulter aus ihrem Blatt , und mein Arm werde abgebrochen von der Röhre ! Denn das Verderben Gottes war mir ein Schrecken , und vor seiner Erhabenheit vermochte ich nichts . Wenn ich das Gold zu meiner Zuversicht gemacht , und zu dem feinen Golde gesagt habe : Mein Vertrauen ! - wenn ich mich freute , daß mein Vermögen groß war , und daß meine Hand Ansehnliches erworben hatte ; wenn ich die Sonne sah , wie sie glänzte , und den Mond in Pracht dahinwandeln , und mein Herz im Geheimen verführt wurde und mein Mund meine Hand geküßt hat : auch das wäre eine gerichtlich zu strafende Missetat ; denn Gott droben würde ich verleugnet haben . Wenn ich mich freute über das Unglück meines Hassers und aufjauchzte , als Böses ihn traf , nie habe ich ja meinem Gaumen erlaubt , zu sündigen , durch einen Fluch seine Seele zu fordern ; - wenn die Leute meines Zeltes nicht gesagt haben : Wer wäre nicht von dem Fleische seines Schlachtviehes satt geworden ! - der Fremdling übernachtete nicht draußen , ich öffnete dem Wanderer meine Tür ; wenn ich , wie Adam , meine Übertretungen zugedeckt habe , verbergend in meinem Busen meine Missetat , weil ich mich fürchtete vor der großen Menge , und die Verachtung der Familien mich erschreckte , so daß ich mich still hielt , nicht zur Türe hinausging . . . O daß ich einen hätte , der auf mich hörte , hier ist meine Unterschrift ; der Allmächtige antworte mir ! und die Klageschrift , welche mein Gegner geschrieben ! Würde ich sie nicht auf meiner Schulter tragen , sie mir umbinden als Krone ? Ich würde ihm kundtun die Zahl meiner Schritte , würde ihm nahen wie ein Fürst . Wenn mein Acker über mich schreit , und seine Furchen allesamt weinen ; wenn ich seinen Ertrag ohne Zahlung verzehrt habe , und die Seele seiner Besitzer aushauchen ließ : so mögen Dornen statt Weizen , und Unkraut statt Gerste hervorkommen ! Die Worte Hiobs sind zu Ende . Und jene drei Männer hörten auf , dem Hiob zu antworten , weil er in seinen Augen gerecht war . Da entbrannte der Zorn Elihus , des Sohnes Barakeels , des Busiters , vom Geschlechte Ram ; sein Zorn entbrannte wider Hiob , weil er sich selbst mehr rechtfertigte als Gott . Und sein Zorn entbrannte wider seine drei Freunde , darum , daß sie keine Antwort fanden und Hiob verdammten . Aber Elihu hatte auf Hiob gewartet mit Reden , weil jene älter an Jahren waren als er . Und als Elihu sah , daß keine Antwort in dem Munde der drei Männer war , da entbrannte sein Zorn . Und Elihu , der Sohn Barakeels , der Busiter , hob an und sprach : Ich bin jung an Jahren , und ihr seid Greise ; darum habe ich mich gescheut und gefürchtet , euch mein Wissen kundzutun . Ich sagte : Mögen die Tage reden , und die Menge der Jahre Weisheit verkünden . Jedoch der Geist ist es in den Menschen , und der Odem des Allmächtigen , der sie verständig macht . Nicht die Bejahrten sind weise , noch verstehen die Alten , was recht ist . Darum sage ich : Höre mir zu , auch ich will mein Wissen kundtun . Siehe , ich harrte auf eure Reden , horchte auf eure Einsichten , bis ihr Worte ausfindig gemacht hättet , und ich richtete meine Aufmerksamkeit auf euch ; und siehe , keiner ist unter euch , der Hiob widerlegt , der seine Reden beantwortet hätte . Daß ihr nur nicht saget : Wir haben Weisheit gefunden . Gott wird ihn aus dem Felde schlagen , nicht ein Mensch ! Er hat ja an mich keine Worte gerichtet , und mit euren Reden werde ich ihm nicht erwidern . - Sie sind bestürzt , sie antworten nicht mehr , die Worte sind ihnen ausgegangen . Und ich sollte warten , weil sie nicht reden , weil sie dastehen , nicht mehr antworten ? Auch ich will mein Teil erwidern , auch ich will mein Wissen kundtun . Denn voll bin ich von Worten ; der Geist meines Innern drängt mich . Siehe , mein Inneres ist wie Wein , der nicht geöffnet ist ; gleich neuen Schläuchen will es bersten . Ich will reden , daß mir Luft werde , will meine Lippen auftun und antworten . Daß ich nur ja für niemand Partei nehme ! Und keinem Menschen werde ich schmeicheln . Denn ich weiß nicht zu schmeicheln : gar bald würde mein Schöpfer mich hinwegnehmen . Nun aber , Hiob , höre doch meine Reden , und nimm zu Ohren alle meine Worte . Siehe doch , ich habe meinen Mund aufgetan , meine Zunge redet in meinem Gaumen . Meine Worte sollen die Geradheit meines Herzens sein , und was meine Lippen wissen , sollen sie rein heraussagen . Der Geist Gottes hat mich gemacht , und der Odem des Allmächtigen belebt mich . Wenn du kannst , so antworte mir ; rüste dich vor mir , stelle dich ! Siehe , ich bin Gottes , wie du ; vom Tone abgekniffen bin auch ich . Siehe , mein Schrecken wird dich nicht ängstigen , und mein Druck wird nicht schwer auf dir lasten . Fürwahr , du hast vor meinen Ohren gesprochen , und ich hörte die Stimme der Worte : Ich bin rein , ohne Übertretung ; ich bin makellos , und keine Ungerechtigkeit ist an mir . Siehe , er erfindet Feindseligkeiten wider mich ; er hält mich für seinen Feind . Er legt meine Füße in den Stock , beobachtet alle meine Pfade . - Siehe , darin hast du nicht recht , antworte ich dir ; denn Gott ist erhabener als ein Mensch . Warum hast du wider ihn gehadert ? Denn über all sein Tun gibt er keine Antwort . Doch in einer Weise redet Gott und in zweien , ohne daß man es beachtet . Im Traume , im Nachtgesicht , wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt , im Schlummer auf dem Lager : dann öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt die Unterweisung , die er ihnen gibt , um den Menschen von seinem Tun abzuwenden , und auf daß er Übermut vor dem Manne verberge ; daß er seine Seele zurückhalte von der Grube , und sein Leben vom Rennen ins Geschoß . Auch wird er gezüchtigt mit Schmerzen auf seinem Lager und mit beständigem Kampf in seinen Gebeinen . Und sein Leben verabscheut das Brot , und seine Seele die Lieblingsspeise ; sein Fleisch zehrt ab , daß man es nicht mehr sieht , und entblößt sind seine Knochen , die nicht gesehen wurden ; und seine Seele nähert sich der Grube , und sein Leben den Würgern . Wenn es nun für ihn einen Gesandten gibt , einen Ausleger , einen aus tausend , um dem Menschen seine Geradheit kundzutun , so wird er sich seiner erbarmen und sprechen : Erlöse ihn , daß er nicht in die Grube hinabfahre ; ich habe eine Sühnung gefunden . Sein Fleisch wird frischer sein als in der Jugend ; er wird zurückkehren zu den Tagen seiner Jünglingskraft . Er wird zu Gott flehen , und Gott wird ihn wohlgefällig annehmen , und er wird sein Angesicht schauen mit Jauchzen ; und Gott wird dem Menschen seine Gerechtigkeit vergelten . Er wird von den Menschen singen und sagen : Ich hatte gesündigt und die Geradheit verkehrt , und es ward mir nicht vergolten ; er hat meine Seele erlöst , daß sie nicht in die Grube fahre , und mein Leben erfreut sich des Lichtes . Siehe , das alles tut Gott zwei- , dreimal mit dem Manne , um seine Seele abzuwenden von der Grube , daß sie erleuchtet werde von dem Lichte der Lebendigen . Merke auf , Hiob , höre mir zu ; schweige , und ich will reden . Wenn du Worte hast , so antworte mir ; rede , denn ich wünsche dich zu rechtfertigen . Wenn nicht , so höre du mir zu ; schweige , und ich werde dich Weisheit lehren . Und Elihu hob wieder an und sprach : Höret , ihr Weisen , meine Worte , und ihr Kundigen , gebet mir Gehör ! Denn das Ohr prüft die Worte , wie der Gaumen die Speise kostet . Erwählen wir für uns , was recht , erkennen wir unter uns , was gut ist ! Denn Hiob hat gesagt : Ich bin gerecht , und Gott hat mir mein Recht entzogen . Trotz meines Rechtes soll ich lügen ; meine Wunde ist unheilbar , ohne daß ich übertreten habe . - Wer ist ein Mann wie Hiob , der Hohn trinkt wie Wasser , und in Gesellschaft geht mit denen , die Frevel tun , und wandelt mit gottlosen Menschen ? Denn er hat gesagt : Keinen Nutzen hat ein Mann davon , daß er Wohlgefallen an Gott hat ! Darum höret mir zu , ihr Männer von Verstand ! Fern sei Gott von Gesetzlosigkeit , und der Allmächtige von Unrecht ! Sondern des Menschen Tun vergilt er ihm , und nach jemandes Wege läßt er es ihn finden . Ja , wahrlich , Gott handelt nicht gesetzlos , und der Allmächtige beugt nicht das Recht . Wer hat ihm die Erde anvertraut ? Und wer den ganzen Erdkreis gegründet ? Wenn er sein Herz nur auf sich selbst richtete , seinen Geist und seinen Odem an sich zurückzöge , so würde alles Fleisch insgesamt verscheiden , und der Mensch zum Staube zurückkehren . Und wenn du doch dieses einsehen und hören , der Stimme meiner Worte Gehör schenken wolltest ! Sollte auch herrschen , wer das Recht haßt ? Oder willst du den Allgerechten verdammen ? Sagt man zu einem Könige : Belial , zu Edlen : Du Gottloser ? - Wieviel weniger zu ihm , der die Person der Fürsten nicht ansieht und den Reichen nicht vor dem Armen berücksichtigt ! Denn sie alle sind das Werk seiner Hände . In einem Augenblick sterben sie ; und in der Mitte der Nacht wird ein Volk erschüttert und vergeht , und Mächtige werden beseitigt ohne Hand . Denn seine Augen sind auf die Wege des Menschen gerichtet , und er sieht alle seine Schritte . Da ist keine Finsternis und kein Todesschatten , daß sich darein verbergen könnten , die Frevel tun . Denn er braucht nicht lange auf einen Menschen acht zu geben , damit er vor Gott ins Gericht komme . Er zerschmettert Gewaltige ohne Untersuchung , und setzt andere an ihre Stelle . Daher kennt er ihre Handlungen , und kehrt sie um über Nacht ; und sie werden zermalmt . Er schlägt sie , wie Übeltäter , auf öffentlichem Platze , darum daß sie von seiner Nachfolge abgewichen sind und alle seine Wege nicht bedacht haben , um zu ihm hinaufdringen zu lassen das Schreien des Armen , und damit er das Schreien der Elenden höre . Schafft er Ruhe , wer will beunruhigen ? Und verbirgt er das Angesicht , wer kann ihn schauen ? So handelt er sowohl gegen ein Volk , als auch gegen einen Menschen zumal , damit der ruchlose Mensch nicht regiere , damit sie nicht Fallstricke des Volkes seien . Denn hat er wohl zu Gott gesagt : Ich trage meine Strafe , ich will nicht mehr verderbt handeln ; was ich nicht sehe , zeige du mir ; wenn ich Unrecht verübt habe , so will ich es nicht mehr tun ? - Soll nach deinem Sinne er es vergelten ? Denn du hast seine Vergeltung verworfen , und so mußt du wählen , und nicht ich ; was du weißt , reden denn ! Männer von Verstand werden zu mir sagen , und ein weiser Mann , der mir zuhört : Hiob redet nicht mit Erkenntnis , und seine Worte sind ohne Einsicht . Ach , daß doch Hiob fort und fort geprüft würde wegen seiner Antworten nach Frevlerart ! Denn er fügt seiner Sünde Übertretung hinzu , klatscht unter uns in die Hände und mehrt seine Worte gegen Gott . Und Elihu hob wieder an und sprach : Hältst du das für recht ? Du hast gesagt : Meine Gerechtigkeit ist größer als diejenige Gottes . Denn du fragst , was sie dir nütze ; was gewinne ich mehr , als wenn ich gesündigt hätte ? - Ich will dir Worte erwidern und deinen Genossen mit dir . Blicke gen Himmel und sieh , und schaue die Wolken an , sie sind höher als du . Wenn du sündigst , was tust du ihm an ? Und mehren sich deine Übertretungen , was fügst du ihm zu ? Wenn du gerecht bist , was gibst du ihm , oder was empfängt er aus deiner Hand ? Für einen Mann wie du gilt deine Gesetzlosigkeit etwas , und für ein Menschenkind deine Gerechtigkeit . Wegen der Menge der Bedrückungen schreit man ; man ruft um Hilfe wegen des Armes der Großen . Aber man spricht nicht : Wo ist Gott , mein Schöpfer , der Gesänge gibt in der Nacht , der uns mehr belehrt als die Tiere der Erde , und uns weiser macht als das Gevögel des Himmels ? Alsdann schreit man , aber er antwortet nicht , wegen des Hochmuts der Bösen . Auf nur Eitles hört Gott nicht , und der Allmächtige schaut es nicht an . Wenn du auch sagst , du schauest ihn nicht , die Rechtssache ist vor ihm ; so harre sein . Und nun , wenn sein Zorn nicht heimgesucht hat , sollte er nicht sehr wohl um den Übermut wissen ? Und so sperrt Hiob eitler Weise seinen Mund auf , häuft Worte ohne Erkenntnis . Und Elihu fuhr fort und sprach : Harre mir ein wenig , und ich will dir berichten ; denn noch sind Worte da für Gott . Ich will mein Wissen von weither holen , und meinem Schöpfer Gerechtigkeit geben . Denn wahrlich , meine Worte sind keine Lüge ; ein an Wissen Vollkommener ist bei dir . Siehe , Gott ist mächtig , und doch verachtet er niemand , mächtig an Kraft des Verstandes . Er erhält den Gesetzlosen nicht am Leben , und das Recht der Elenden gewährt er . Er zieht seine Augen nicht ab von dem Gerechten , und mit Königen auf den Thron , dahin setzt er sie auf immerdar , und sie sind erhöht . Und wenn sie mit Fesseln gebunden sind , in Stricken des Elends gefangen werden , dann macht er ihnen kund ihr Tun und ihre Übertretungen , daß sie sich trotzig gebärdeten ; und er öffnet ihr Ohr der Zucht und spricht , daß sie umkehren sollen vom Frevel . Wenn sie hören und sich unterwerfen , so werden sie ihre Tage in Wohlfahrt verbringen und ihre Jahre in Annehmlichkeiten . Wenn sie aber nicht hören , so rennen sie ins Geschoß und verscheiden ohne Erkenntnis . Aber die ruchlosen Herzens sind , hegen Zorn : sie rufen nicht um Hilfe , wenn er sie gefesselt hat . Ihre Seele stirbt dahin in der Jugend , und ihr Leben unter den Schandbuben . Den Elenden errettet er in seinem Elend , und in der Drangsal öffnet er ihnen das Ohr . So hätte er auch dich aus dem Rachen der Bedrängnis in einen weiten Raum geführt , wo keine Beengung gewesen , und die Besetzung deines Tisches würde voll Fett sein . Aber du bist mit dem Urteil des Gesetzlosen erfüllt : Urteil und Gericht werden dich ergreifen . Denn der Grimm , möge er dich ja nicht verlocken zur Verhöhnung , und die Größe des Lösegeldes verleite dich nicht ! Soll dich dein Schreien außer Bedrängnis stellen und alle Anstrengungen der Kraft ? Sehne dich nicht nach der Nacht , welche Völker plötzlich hinwegheben wird . Hüte dich , wende dich nicht zum Frevel , denn das hast du dem Elend vorgezogen . Siehe , Gott handelt erhaben in seiner Macht ; wer ist ein Lehrer wie er ? Wer hat ihm seinen Weg vorgeschrieben , und wer dürfte sagen : Du hast Unrecht getan ? Gedenke daran , daß du sein Tun erhebest , welches Menschen besingen . Alle Menschen schauen es an , der Sterbliche erblickt es aus der Ferne . Siehe , Gott ist zu erhaben für unsere Erkenntnis ; die Zahl seiner Jahre , sie ist unerforschlich . Denn er zieht Wassertropfen herauf ; von dem Dunst , den er bildet , träufeln sie als Regen , den die Wolken rieseln und tropfen lassen auf viele Menschen . Versteht man gar das Ausbreiten des Gewölks , das Krachen seines Zeltes ? Siehe , er breitet sein Licht um sich aus , und die Gründe des Meeres bedeckt er . Denn durch dieses richtet er Völker , gibt Speise im Überfluß . Seine Hände umhüllt er mit dem Blitz , und er entbietet ihn gegen denjenigen , den er treffen soll . Sein Rollen kündigt ihn an , sogar das Vieh sein Heranziehen . Ja , darüber erzittert mein Herz und bebt auf von seiner Stelle . Höret , höret das Getöse seiner Stimme und das Gemurmel , das aus seinem Munde hervorgeht ! Er sendet es aus unter den ganzen Himmel , und seinen Blitz bis zu den Säumen der Erde . Nach dem Blitze brüllt eine Stimme ; er donnert mit seiner erhabenen Stimme , und hält die Blitze nicht zurück , wenn seine Stimme gehört wird . Gott donnert wunderbar mit seiner Stimme ; er tut große Dinge , die wir nicht begreifen . Denn zum Schnee spricht er : Falle zur Erde ! und zum Regengusse und den Güssen seines gewaltigen Regens . Er lähmt die Hand eines jeden Menschen , damit alle Menschen sein Werk kennen lernen . Und das Wild geht in sein Versteck und bleibt in seinen Höhlen . Aus der Kammer des Südens kommt Sturm , und von den Nordwinden Kälte . Durch den Odem Gottes entsteht Eis , und die Breite der Wasser zieht sich zusammen . Auch beladet er mit Wasserfülle das Gewölk , breitet weithin aus seine Blitzwolken . Und unter seiner Leitung wenden sie sich ringsumher zu ihrem Werke , zu allem , was er ihnen gebietet , über die Fläche des Erdkreises hin , sei es , daß er sie zur Geißel , oder für seine Erde , oder zur Erweisung seiner Gnade sich entladen läßt . Nimm dieses zu Ohren , Hiob ; stehe und betrachte die Wunder Gottes ! Weißt du , wie Gott sie beladet , und leuchten läßt den Blitz seines Gewölks ? Verstehst du dich auf das Schweben der Wolke , auf die Wundertaten des an Wissen Vollkommenen ? Du , dessen Kleider heiß werden , wenn das Land schwül wird von Süden her , kannst du , gleich ihm , das Himmelsgewölbe ausbreiten , fest wie ein gegossener Spiegel ? Tue uns kund , was wir ihm sagen sollen ! Wir können vor Finsternis nichts vorbringen . Soll ihm gemeldet werden , daß ich reden wolle ? Wenn jemand zu ihm spricht , er wird gewiß verschlungen werden . Und jetzt sieht man das Licht nicht , welches leuchtet am Himmelsgewölbe ; aber ein Wind fährt daher und reinigt dasselbe . Aus dem Norden kommt Gold : um Gott ist furchtbare Pracht ; den Allmächtigen , den erreichen wir nicht , den Erhabenen an Kraft ; und das Recht und der Gerechtigkeit Fülle beugt er nicht . Darum fürchten ihn die Menschen ; er sieht keine an , die weisen Herzens sind . Und Jehova antwortete Hiob aus dem Sturme und sprach : Wer ist es , der den Rat verdunkelt mit Worten ohne Erkenntnis ? Gürte doch wie ein Mann deine Lenden ; so will ich dich fragen , und du belehre mich ! Wo warst du , als ich die Erde gründete ? Tue es kund , wenn du Einsicht besitzest ! Wer hat ihre Maße bestimmt , wenn du es weißt ? Oder wer hat über sie die Meßschnur gezogen ? In was wurden ihre Grundfesten eingesenkt ? Oder wer hat ihren Eckstein gelegt , als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne Gottes jauchzten ? Und wer hat das Meer mit Toren verschlossen , als es ausbrach , hervorkam aus dem Mutterschoße , als ich Gewölk zu seinem Gewande und Wolkendunkel zu seiner Windel machte , und ich ihm meine Grenze bestimmte und Riegel und Tore setzte , und sprach : Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter , und hier sei eine Schranke gesetzt dem Trotze deiner Wellen ? - Hast du , seitdem du lebst , einem Morgen geboten ? Hast du die Morgenröte ihre Stätte wissen lassen , daß sie erfasse die Säume der Erde , und die Gesetzlosen von ihr verscheucht werden ? Sie verwandelt sich wie Siegelton , und alles steht da wie in einem Gewande ; und den Gesetzlosen wird ihr Licht entzogen , und der erhobene Arm wird zerbrochen . Bist du gekommen bis zu den Quellen des Meeres , und hast du die Gründe der Tiefe durchwandelt ? Wurden dir die Pforten des Todes enthüllt , und sahest du die Pforten des Todesschattens ? Hast du Einsicht genommen in die Breiten der Erde ? Sage an , wenn du es alles weißt ! Welches ist der Weg zur Wohnung des Lichtes , und die Finsternis , wo ist ihre Stätte ? Daß du sie hinbrächtest zu ihrer Grenze , und daß du der Pfade zu ihrem Hause kundig wärest . Du weißt es ja ; denn damals wurdest du geboren , und die Zahl deiner Tage ist groß ! Bist du zu den Vorräten des Schnees gekommen , und hast du gesehen die Vorräte des Hagels , die ich aufgespart habe für die Zeit der Bedrängnis , für den Tag des Kampfes und der Schlacht ? Welches ist der Weg , auf dem das Licht sich verteilt , der Ostwind sich verbreitet über die Erde ? Wer teilt der Regenflut Kanäle ab und einen Weg dem Donnerstrahle , um regnen zu lassen auf ein Land ohne Menschen , auf die Wüste , in welcher kein Mensch ist , um zu sättigen die Öde und Verödung , und um hervorsprießen zu lassen die Triebe des Grases ? Hat der Regen einen Vater , oder wer zeugt die Tropfen des Taues ? Aus wessen Schoße kommt das Eis hervor , und des Himmels Reif , wer gebiert ihn ? Wie das Gestein verdichten sich die Wasser , und die Fläche der Tiefe schließt sich zusammen . Kannst du knüpfen das Gebinde des Siebengestirns , oder lösen die Fesseln des Orion ? Kannst du die Bilder des Tierkreises hervortreten lassen zu ihrer Zeit , und den großen Bären leiten samt seinen Kindern ? Kennst du die Gesetze des Himmels , oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde ? Kannst du deine Stimme zum Gewölk erheben , daß eine Menge Wassers dich bedecke ? Kannst du Blitze entsenden , daß sie hinfahren , daß sie zu dir sagen : Hier sind wir ? - Wer hat Weisheit in die Nieren gelegt , oder wer hat dem Geiste Verstand gegeben ? Wer zählt die Wolken mit Weisheit , und des Himmels Schläuche , wer gießt sie aus , wenn der Staub zu dichtem Gusse zusammenfließt und die Schollen aneinander kleben ? Erjagst du der Löwin den Raub , und stillst du die Gier der jungen Löwen , wenn sie in den Höhlen kauern , im Dickicht auf der Lauer sitzen ? Wer bereitet dem Raben seine Speise , wenn seine Jungen zu Gott schreien , umherirren ohne Nahrung ? Weißt du die Gebärzeit der Steinböcke ? Beobachtest du das Kreißen der Hindinnen ? Zählst du die Monde , die sie erfüllen , und weißt du die Zeit ihres Gebärens ? Sie krümmen sich , lassen ihre Jungen durchbrechen , entledigen sich ihrer Wehen . Ihre Kinder werden stark , wachsen auf im Freien ; sie gehen aus und kehren nicht zu ihnen zurück . Wer hat den Wildesel frei entsandt , und wer gelöst die Bande des Wildlings , zu dessen Hause ich die Steppe gemacht , und zu seinen Wohnungen das Salzland ? Er lacht des Getümmels der Stadt , das Geschrei des Treibers hört er nicht . Was er auf den Bergen erspäht , ist seine Weide , und allem Grünen spürt er nach . Wird der Wildochs dir dienen wollen , oder wird er an deiner Krippe übernachten ? Wirst du den Wildochs mit seinem Seile an die Furche binden , oder wird er hinter dir her die Talgründe eggen ? Wirst du ihm trauen , weil seine Kraft groß ist , und ihm deine Arbeit überlassen ? Wirst du auf ihn dich verlassen , daß er deine Saat heimbringe , und daß er das Getreide deiner Tenne einscheuere ? Fröhlich schwingt sich der Flügel der Straußin : ist es des Storches Fittich und Gefieder ? Denn sie überläßt ihre Eier der Erde und erwärmt sie auf dem Staube ; und sie vergißt , daß ein Fuß sie zerdrücken und das Getier des Feldes sie zertreten kann . Sie behandelt ihre Kinder hart , als gehörten sie ihr nicht ; ihre Mühe ist umsonst , es kümmert sie nicht . Denn Gott ließ sie der Weisheit vergessen , und keinen Verstand teilte er ihr zu . Zur Zeit , wenn sie sich in die Höhe peitscht , lacht sie des Rosses und seines Reiters . Gibst du dem Rosse Stärke , bekleidest du seinen Hals mit der wallenden Mähne ? Machst du es aufspringen gleich der Heuschrecke ? Sein prächtiges Schnauben ist Schrecken . Es scharrt in der Ebene und freut sich der Kraft , zieht aus , den Waffen entgegen . Es lacht der Furcht und erschrickt nicht , und kehrt vor dem Schwerte nicht um . Auf ihm klirrt der Köcher , der blitzende Speer und Wurfspieß . Mit Ungestüm und Zorn schlürft es den Boden , und läßt sich nicht halten , wenn die Posaune ertönt . Beim Schall der Posaune ruft es : Hui ! und aus der Ferne wittert es die Schlacht , den Donnerruf der Heerführer und das Feldgeschrei . Schwingt sich der Habicht durch deinen Verstand empor , breitet seine Flügel aus gegen Süden ? Oder erhebt sich auf deinen Befehl der Adler , und baut in der Höhe sein Nest ? In den Felsen wohnt und verweilt er , auf Felsenzacken und den Spitzen der Berge . Von dort aus erspäht er Nahrung , in die Ferne blicken seine Augen . Und seine Jungen schlürfen Blut , und wo Erschlagene sind , da ist er . Und Jehova antwortete Hiob und sprach : Will der Tadler rechten mit dem Allmächtigen ? Der da Gott zurechtweist , antworte darauf ! Und Hiob antwortete Jehova und sprach : Siehe , zu gering bin ich , was soll ich dir erwidern ? Ich lege meine Hand auf meinen Mund . Einmal habe ich geredet , und ich will nicht mehr antworten , und zweimal , und ich will es nicht mehr tun . Und Jehova antwortete Hiob aus dem Sturme und sprach : Gürte doch wie ein Mann deine Lenden ; ich will dich fragen , und du belehre mich ! Willst du gar mein Recht zunichte machen , mich verdammen , damit du gerecht seiest ? Oder hast du einen Arm wie Gott , und kannst du donnern mit einer Stimme wie er ? Schmücke dich doch mit Erhabenheit und Hoheit , und kleide dich in Pracht und Majestät ! Gieße aus die Ausbrüche deines Zornes , und sieh an alles Hoffärtige und erniedrige es ! Sieh an alles Hoffärtige , beuge es , und reiße nieder die Gesetzlosen auf ihrer Stelle ! Verbirg sie allesamt in den Staub , schließe ihre Angesichter in Verborgenheit ein ! Dann werde auch ich dich preisen , daß deine Rechte dir Hilfe schafft . Sieh doch den Behemoth , den ich mit dir gemacht habe ; er frißt Gras wie das Rind . Sieh doch , seine Kraft ist in seinen Lenden , und seine Stärke in den Muskeln seines Bauches . Er biegt seinen Schwanz gleich einer Zeder , die Sehnen seiner Schenkel sind verflochten . Seine Knochen sind Röhren von Erz , seine Gebeine gleich Barren von Eisen . Er ist der Erstling der Wege Gottes ; der ihn gemacht , hat ihm sein Schwert beschafft . Denn die Berge tragen ihm Futter , und daselbst spielt alles Getier des Feldes . Unter Lotosbüschen legt er sich nieder , im Versteck von Rohr und Sumpf ; Lotosbüsche bedecken ihn mit ihrem Schatten , es umgeben ihn die Weiden des Baches . Siehe , der Strom schwillt mächtig an , er flieht nicht ängstlich davon ; er bleibt wohlgemut , wenn ein Jordan gegen sein Maul hervorbricht . Fängt man ihn wohl vor seinen Augen , durchbohrt man ihm die Nase mit einem Fangseile ? Ziehst du den Leviathan herbei mit der Angel , und senkst du seine Zunge in die Angelschnur ? Kannst du einen Binsenstrick durch seine Nase ziehen , und seinen Kinnbacken mit einem Ringe durchbohren ? Wird er viel Flehens an dich richten , oder dir sanfte Worte geben ? Wird er einen Bund mit dir machen , daß du ihn zum ewigen Knechte nehmest ? Wirst du mit ihm spielen wie mit einem Vogel , und ihn anbinden für deine Mädchen ? Werden die Fischergenossen ihn verhandeln , ihn verteilen unter Kaufleute ? Kannst du seine Haut mit Spießen füllen , und seinen Kopf mit Fischharpunen ? Lege deine Hand an ihn , gedenke des Kampfes , tue es nicht wieder ! Siehe , eines jeden Hoffnung wird betrogen : wird man nicht schon bei seinem Anblick niedergeworfen ? Niemand ist so kühn , daß er ihn aufreize . Und wer ist es , der sich vor mein Angesicht stellen dürfte ? Wer hat mir zuvor gegeben ? Und ich werde ihm vergelten . Was unter dem ganzen Himmel ist , ist mein . Nicht schweigen will ich von seinen Gliedern und von seiner Kraftfülle und von der Schönheit seines Baues . Wer deckte die Oberfläche seines Gewandes auf ? In sein Doppelgebiß , wer dringt da hinein ? Wer tat die Pforte seines Angesichts auf ? Der Kreis seiner Zähne ist ein Schrecken . Ein Stolz sind seine starken Schilder , jedes einzelne verschlossen mit festem Siegel . Eines fügt sich ans andere , und keine Luft dringt dazwischen ; Stück an Stück hangen sie fest zusammen , greifen ineinander und trennen sich nicht . Sein Niesen strahlt Licht aus , und seine Augen sind gleich den Wimpern der Morgenröte . Aus seinem Rachen gehen Fackeln , sprühen feurige Funken hervor . Aus seinen Nüstern fährt Rauch , wie aus einem siedenden Topfe und Kessel . Sein Hauch entzündet Kohlen , und eine Flamme fährt aus seinem Rachen . In seinem Halse wohnt Stärke , und die Angst hüpft vor ihm her . Die Wampen seines Fleisches schließen an , sind ihm fest angegossen , unbeweglich . Sein Herz ist hart wie Stein , und hart wie ein unterer Mühlstein . Vor seinem Erheben fürchten sich Starke , vor Verzagtheit geraten sie außer sich . Trifft man ihn mit dem Schwerte , es hält nicht stand , noch Speer , noch Wurfspieß , noch Harpune . Das Eisen achtet er für Stroh , das Erz für faules Holz . Der Pfeil jagt ihn nicht in die Flucht , Schleudersteine verwandeln sich ihm in Stoppeln . Wie Stoppeln gilt ihm die Keule , und er verlacht das Sausen des Wurfspießes . Unter ihm sind scharfe Scherben ; einen Dreschschlitten breitet er hin auf den Schlamm . Er macht die Tiefe sieden wie einen Topf , macht das Meer wie einen Salbenkessel . Hinter ihm leuchtet der Pfad , man könnte die Tiefe für graues Haar halten . Auf Erden ist keiner ihm gleich , der geschaffen ist ohne Furcht . Alles Hohe sieht er an ; er ist König über alle wilden Tiere . Und Hiob antwortete Jehova und sprach : Ich weiß , daß du alles vermagst , und kein Vorhaben dir verwehrt werden kann . Wer ist es , der den Rat verhüllt ohne Erkenntnis ? So habe ich denn beurteilt , was ich nicht verstand , Dinge , zu wunderbar für mich , die ich nicht kannte . Höre doch , und ich will reden ; ich will dich fragen , und du belehre mich ! Mit dem Gehör des Ohres hatte ich von dir gehört , aber nun hat mein Auge dich gesehen . Darum verabscheue ich mich und bereue in Staub und Asche . Und es geschah , nachdem Jehova diese Worte zu Hiob geredet hatte , da sprach Jehova zu Eliphas , dem Temaniter : Mein Zorn ist entbrannt wider dich und wider deine beiden Freunde ; denn nicht geziemend habt ihr von mir geredet , wie mein Knecht Hiob . Und nun nehmet euch sieben Farren und sieben Widder , und gehet zu meinem Knechte Hiob und opfert ein Brandopfer für euch . Und Hiob , mein Knecht , möge für euch bitten ; denn ihn will ich annehmen , damit ich nicht an euch tue nach eurer Torheit ; denn nicht geziemend habt ihr von mir geredet , wie mein Knecht Hiob . Da gingen Eliphas , der Temaniter , und Bildad , der Schuchiter , und Zophar , der Naamathiter , und taten , wie Jehova zu ihnen geredet hatte ; und Jehova nahm Hiob an . Und Jehova wendete die Gefangenschaft Hiobs , als er für seine Freunde betete ; und Jehova mehrte alles , was Hiob gehabt hatte , um das Doppelte . Und es kamen zu ihm alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle seine früheren Bekannten ; und sie aßen mit ihm in seinem Hause , und sie bezeugten ihm ihr Beileid und trösteten ihn über all das Unglück , welches Jehova über ihn gebracht hatte ; und sie gaben ihm ein jeder eine Kesita , und ein jeder einen goldenen Ring . Und Jehova segnete das Ende Hiobs mehr als seinen Anfang ; und er bekam vierzehntausend Stück Kleinvieh und sechstausend Kamele und tausend Joch Rinder und tausend Eselinnen . Und es wurden ihm sieben Söhne und drei Töchter geboren . Und er gab der ersten den Namen Jemima , und der zweiten den Namen Kezia , und der dritten den Namen Keren-Happuk . Und so schöne Frauen wie die Töchter Hiobs wurden im ganzen Lande nicht gefunden . Und ihr Vater gab ihnen ein Erbteil inmitten ihrer Brüder . Und Hiob lebte nach diesem hundertvierzig Jahre ; und er sah seine Kinder und seine Kindeskinder , vier Geschlechter . Und Hiob starb , alt und der Tage satt . </passage></reply></GetPassage>