<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><GetPassage xmlns="http://relaxng.org/ns/structure/1.0" xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:ti="http://chs.harvard.edu/xmlns/cts"><request><requestName>GetPassage</requestName><requestUrn>urn:cts:pbc:bible.parallel.deu.luther1545:8</requestUrn></request><reply><urn>urn:cts:pbc:bible.parallel.deu.luther1545:8</urn><passage>Zu der Zeit , da die Richter regierten , ward eine Teuerung im Lande . Und ein Mann von Bethlehem-Juda zog wallen in der Moabiter Land mit seinem Weibe und zween Söhnen . Der hieß Elimelech und sein Weib Naemi , und seine zween Söhne Mahlon und Chiljon , die waren Ephrather , von Bethlehem-Juda . Und da sie kamen ins Land der Moabiter , blieben sie daselbst . Und Elimelech , der Naemi Mann , starb , und sie blieb übrig mit ihren zween Söhnen . Die nahmen moabitische Weiber . Eine hieß Arpa , die andere Ruth . Und da sie daselbst gewohnet hatten bei zehn Jahren , starben sie alle beide , Mahlon und Chiljon , daß das Weib überblieb beiden Söhnen und ihrem Manne . Da machte sie sich auf mit ihren zwo Schnüren und zog wieder aus der Moabiter Lande ; denn sie hatte erfahren im Moabiter Lande , daß der HERR sein Volk hatte heimgesucht und ihnen Brot gegeben . Und ging aus von dem Ort , da sie gewesen war , und ihre beiden Schnüre mit ihr . Und da sie ging auf dem Wege , daß sie wiederkäme ins Land Juda , sprach sie zu ihren beiden Schnüren : Gehet hin und kehret um , eine jegliche zu ihrer Mutter Haus ; der HERR tue an euch Barmherzigkeit , wie ihr an den Toten und an mir getan habt ! Der HERR gebe euch , daß ihr Ruhe findet , eine jegliche in ihres Mannes Hause ! Und küssete sie . Da huben sie ihre Stimme auf und weineten . Und sprachen zu ihr : Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen . Aber Naemi sprach : Kehret um , meine Töchter ; warum wollt ihr mit mir gehen ? Wie kann ich fürder Kinder in meinem Leibe haben , die eure Männer sein möchten ? Kehret um , meine Töchter , und gehet hin ; denn ich bin nun zu alt , daß ich einen Mann nehme . Und wenn ich spräche : Es ist zu hoffen , daß ich diese Nacht einen Mann nehme und Kinder gebäre , wie könnet ihr doch harren , bis sie groß würden ? Wie wollt ihr verziehen , daß ihr nicht Männer solltet nehmen ? Nicht , meine Töchter ; denn mich jammert euer sehr , denn des HERRN Hand ist über mich ausgegangen . Da huben sie ihre Stimme auf und weineten noch mehr . Und Arpa küssete ihre Schwieger ; Ruth aber blieb bei ihr . Sie aber sprach : Siehe , deine Schwägerin ist umgewandt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott ; kehre du auch um , deiner Schwägerin nach . Ruth antwortete : Rede mir nicht darein , daß ich dich verlassen sollte und von dir umkehren . Wo du hingehest , da will ich auch hingehen ; wo du bleibest , da bleibe ich auch . Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott . Wo du stirbst , da sterbe ich auch ; da will ich auch begraben werden . Der HERR tue mir dies und das : der Tod muß mich und dich scheiden . Als sie nun sah , daß sie fest im Sinne war , mit ihr zu gehen , ließ sie ab , mit ihr davon zu reden . Also gingen die beiden miteinander bis sie gen Bethlehem kamen . Und da sie zu Bethlehem einkamen , regte sich die ganze Stadt über ihnen und sprach : Ist das die Naemi ? Sie aber sprach zu ihnen : Heißet mich nicht Naemi , sondern Mara ; denn der Allmächtige hat mich sehr betrübet . Voll zog ich aus , aber leer hat mich der HERR wieder heimgebracht . Warum heißet ihr mich denn Naemi , so mich doch der HERR gedemütiget und der Allmächtige betrübet hat ? Es war aber um die Zeit , daß die Gerstenernte anging , da Naemi und ihre Schnur Ruth , die Moabitin , wiederkamen vom Moabiter Lande gen Bethlehem . Es war auch ein Mann , der Naemi Mannes Freund , von dem Geschlecht Elimelechs , mit Namen Boas , der war ein weidlicher Mann . Und Ruth , die Moabitin , sprach zu Naemi : Laß mich aufs Feld gehen und Ähren auflesen , dem nach , vor dem ich Gnade finde . Sie aber sprach zu ihr : Gehe hin , meine Tochter ! Sie ging hin , kam und las auf , den Schnittern nach , auf dem Felde . Und es begab sich eben , daß dasselbe Feld war des Boas , der von dem Geschlecht Elimelechs war . Und siehe , Boas kam eben von Bethlehem und sprach zu den Schnittern : Der HERR mit euch ! Sie antworteten : Der HERR segne dich ! Und Boas sprach zu seinem Knaben , der über die Schnitter gestellet war : Wes ist die Dirne ? Der Knabe , der über die Schnitter gestellet war , antwortete und sprach : Es ist die Dirne , die Moabitin , die mit Naemi wiederkommen ist von der Moabiter Lande . Denn sie sprach : Lieber , laß mich auflesen und sammeln unter den Garben , den Schnittern nach ; und ist also kommen und da gestanden von Morgen an bis her und bleibt wenig daheim . Da sprach Boas zu Ruth : Hörest du es , meine Tochter ? Du sollst nicht gehen auf einen andern Acker aufzulesen ; und gehe auch nicht von hinnen , sondern halte dich zu meinen Dirnen ; und siehe , wo sie schneiden im Felde , da gehe ihnen nach . Ich habe meinem Knaben geboten , daß dich niemand antaste . Und so dich dürstet , so gehe hin zu dem Gefäß und trinke , da meine Knaben schöpfen . Da fiel sie auf ihr Angesicht und betete an zur Erde und sprach zu ihm : Womit habe ich die Gnade funden vor deinen Augen , daß du mich erkennest , die ich doch fremd bin ? Boas antwortete und sprach zu ihr : Es ist mir angesagt alles , was du getan hast an deiner Schwieger nach deines Mannes Tode : daß du verlassen hast deinen Vater und deine Mutter und dein Vaterland und bist zu einem Volk gezogen , das du zuvor nicht kanntest . Der HERR vergelte dir deine Tat ; und müsse dein Lohn vollkommen sein bei dem HERRN , dem Gott Israels , zu welchem du kommen bist , daß du unter seinen Flügeln Zuversicht hättest . Sie sprach : Laß mich Gnade vor deinen Augen finden , mein HERR ; denn du hast mich getröstet und deine Magd freundlich angesprochen , so ich doch nicht bin als deiner Mägde eine . Boas sprach zu ihr : Wenn&#039;s Essenszeit ist , so mache dich hie herzu und iß des Brots und tunke deinen Bissen in den Essig . Und sie setzte sich zur Seite der Schnitter . Er aber legte ihr Sangen vor ; und sie aß und ward satt und ließ über . Und da sie sich aufmachte zu lesen , gebot Boas seinen Knaben und sprach : Lasset sie auch zwischen den Garben lesen und beschämet sie nicht ! Auch von den Haufen lasset überbleiben und lasset liegen , daß sie es auflese ; und niemand schelte sie drum . Also las sie auf dem Felde bis zum Abend und schlug es aus , was sie aufgelesen hatte ; und es war bei einem Epha Gerste . Und sie hub es auf und kam in die Stadt . Und ihre Schwieger sah es , was sie gelesen hatte . Da zog sie hervor und gab ihr , was ihr übriggeblieben war , davon sie satt war worden . Da sprach ihre Schwieger zu ihr : Wo hast du heute gelesen , und wo hast du gearbeitet ? Gesegnet sei , der dich erkannt hat ! Sie aber sagte es ihrer Schwieger , bei wem sie gearbeitet hätte , und sprach : Der Mann , bei dem ich heute gearbeitet habe , heißt Boas . Naemi aber sprach zu ihrer Schnur : Gesegnet sei er dem HERRN , denn er hat seine Barmherzigkeit nicht gelassen , beide an den Lebendigen und an den Toten . Und Naemi sprach zu ihr : Der Mann gehöret uns zu und ist unser Erbe . Ruth , die Moabitin , sprach : Er sprach auch das zu mir : Du sollst dich zu meinen Knaben halten , bis sie mir alles eingeerntet haben . Naemi sprach zu Ruth , ihrer Schnur : Es ist besser , meine Tochter , daß du mit seinen Dirnen ausgehest , auf daß nicht jemand dir dreinrede auf einem andern Acker . Also hielt sie sich zu den Dirnen Boas , daß sie las , bis daß die Gerstenernte und Weizenernte aus war . Und kam wieder zu ihrer Schwieger . Und Naemi , ihre Schwieger , sprach zu ihr : Meine Tochter , ich will dir Ruhe schaffen , daß dir&#039;s wohlgehe . Nun , der Boas , unser Freund , bei des Dirnen du gewesen bist , worfelt diese Nacht Gerste auf seiner Tenne . So bade dich und salbe dich und lege dein Kleid an und gehe hinab auf die Tenne , daß dich niemand kenne , bis man ganz gegessen und getrunken hat . Wenn er sich dann leget , so merke den Ort , da er sich hinlegt ; und komm und decke auf zu seinen Füßen und lege dich , so wird er dir wohl sagen , was du tun sollst . Sie sprach zu ihr : Alles was du mir sagest , will ich tun . Sie ging hinab zur Tenne und tat alles , wie ihre Schwieger geboten hatte . Und da Boas gegessen und getrunken hatte , ward sein Herz guter Dinge ; und kam und legte sich hinter eine Mandel . Und sie kam leise und deckte auf zu seinen Füßen und legte sich . Da es nun Mitternacht ward , erschrak der Mann und erschütterte ; und siehe , ein Weib lag zu seinen Füßen . Und er sprach : Wer bist du ? Sie antwortete : Ich bin Ruth , deine Magd . Breite deinen Flügel über deine Magd , denn du bist der Erbe . Er aber sprach : Gesegnet seiest du dem HERRN , meine Tochter ! Du hast eine bessere Barmherzigkeit hernach getan denn vorhin , daß du nicht bist den Jünglingen nachgegangen , weder reich noch arm . Nun , meine Tochter , fürchte dich nicht ! Alles , was du sagst , will ich dir tun ; denn die ganze Stadt meines Volks weiß , daß du ein tugendsam Weib bist . Nun , es ist wahr , daß ich der Erbe bin ; aber es ist einer näher denn ich . Bleib über Nacht . Morgen , so er dich nimmt , wohl ; gelüstet&#039;s ihn aber nicht , dich zu nehmen , so will ich dich nehmen , so wahr der HERR lebt . Schlaf bis morgen . Und sie schlief bis morgen zu seinen Füßen . Und sie stund auf , ehe denn einer den andern , kennen mochte ; und er gedachte , daß nur niemand inne werde , daß ein Weib in die Tenne kommen sei ! Und sprach : Lange her den Mantel , den du anhast , und halt ihn zu . Und sie hielt ihn zu . Und er maß sechs Maß Gerste und legte es auf sie . Und er kam in die Stadt . Sie aber kam zu ihrer Schwieger , die sprach : Wie steht es mit dir , meine Tochter ? Und sie sagte ihr alles , was ihr der Mann getan hatte , und sprach : Diese sechs Maß Gerste gab er mir , denn er sprach : Du sollst nicht leer zu deiner Schwieger kommen . Sie aber sprach : Sei stille , meine Tochter , bis du erfährest , wo es hinaus will ; denn der Mann wird nicht ruhen , er bringe es denn heute zu Ende . Boas ging hinauf ins Tor und setzte sich daselbst . Und siehe , da der Erbe vorüberging , redete Boas mit ihm und sprach : Komm und setze dich etwa hie oder da her . Und er kam und setzte sich . Und er nahm zehn Männer von den Ältesten der Stadt und sprach : Setzet euch her ! Und sie setzten sich . Da sprach er zu dem Erben : Naemi , die vom Land der Moabiter wiederkommen ist , beut feil das Stück Feld , das unsers Bruders war , Elimelechs . Darum gedachte ich&#039;s vor deine Ohren zu bringen und zu sagen : Willst du es beerben , so kaufe es vor den Bürgern und vor den Ältesten meines Volks ; willst du es aber nicht beerben , so sage mir&#039;s , daß ich&#039;s wisse ; denn es ist kein Erbe ohne du und ich nach dir . Er sprach : Ich will&#039;s beerben . Boas sprach : Welches Tages du das Feld kaufst von der Hand Naemis , so mußt du auch Ruth , die Moabitin , des Verstorbenen Weib , nehmen , daß du dem Verstorbenen einen Namen erweckest auf sein Erbteil . Da sprach er : Ich mag es nicht beerben , daß ich nicht vielleicht mein Erbteil verderbe . Beerbe du , was ich beerben soll ; denn ich mag es nicht beerben . Es war aber von alters her eine solche Gewohnheit in Israel : Wenn einer ein Gut nicht beerben noch erkaufen wollte , auf daß allerlei Sache bestünde , so zog er seinen Schuh aus und gab ihn dem andern ; das war das Zeugnis in Israel . Und der Erbe sprach zu Boas : Kaufe du es ; und zog seinen Schuh aus . Und Boas sprach zu den Ältesten und zu allem Volk : Ihr seid heute Zeugen , daß ich alles gekauft habe , was Elimelechs gewesen ist , und alles , was Chiljons und Mahlons , von der Hand Naemis . Dazu auch Ruth , die Moabitin , Mahlons Weib , nehme ich zum Weibe , daß ich dem Verstorbenen einen Namen erwecke auf sein Erbteil , und sein Name nicht ausgerottet werde unter seinen Brüdern und aus dem Tor seines Orts ; Zeugen seid ihr des heute . Und alles Volk , das im Tor war , samt den Ältesten sprachen : Wir sind Zeugen . Der HERR mache das Weib , das in dein Haus kommt , wie Rahel und Lea , die beide das Haus Israel gebauet haben ; und wachse sehr in Ephratha und werde gepreiset zu Bethlehem ! Und dein Haus werde wie das Haus Perez , den Thamar Juda gebar , von dem Samen , den dir der HERR geben wird von dieser Dirne . Also nahm Boas die Ruth , daß sie sein Weib ward . Und da er bei ihr lag , gab ihr der HERR , daß sie schwanger ward , und gebar einen Sohn . Da sprachen die Weiber zu Naemi : Gelobet sei der HERR , der dir nicht hat lassen abgehen einen Erben zu dieser Zeit , daß sein Name in Israel bliebe . Der wird dich erquicken und dein Alter versorgen . Denn deine Schnur , die dich geliebet hat , hat ihn geboren , welche dir besser ist denn sieben Söhne . Und Naemi nahm das Kind und legte es auf ihren Schoß und ward seine Wärterin . Und ihre Nachbarinnen gaben ihm einen Namen und sprachen : Naemi ist ein Kind geboren ; und hießen ihn Obed , der ist der Vater Isais , welcher ist Davids Vater . Dies ist das Geschlecht Perez : Perez zeugete Hezron ; Hezron zeugete Ram ; Ram zeugete Amminadab ; Amminadab zeugete Nahesson ; Nahesson zeugete Salma ; Salma zeugete Boas ; Boas zeugete Obed ; Obed zeugete Isai ; Isai zeugete David . </passage></reply></GetPassage>