<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><GetPassage xmlns="http://relaxng.org/ns/structure/1.0" xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:ti="http://chs.harvard.edu/xmlns/cts"><request><requestName>GetPassage</requestName><requestUrn>urn:cts:pbc:bible.parallel.deu.luther1545letztehand:69</requestUrn></request><reply><urn>urn:cts:pbc:bible.parallel.deu.luther1545letztehand:69</urn><passage>Der grosse könig Artaxerxes von Jndia bis an Morenland / entbeut den hundert vnd sieben vnd zwenzig Fürsten / sampt den Vnterthanen / seinen Grus . Wjewol ich ein mechtiger König bin / vnd der grössest Herr auff Erden / hab ich doch mich meiner gewalt nicht wöllen vberheben / Sondern mich gevlissen / gnediglich vnd sanfft zu regieren / vnd den lieben Friede / des sich jederman frewet zu halten / Da mit ein jglicher rügiglich leben vnd werben möcht . Demnach hielt ich mit meinen Fürsten rat / wie solchs geschehen möchte . Da zeigt mir an Haman mein klügster / liebster vnd trewester Rat / der nach dem König der höhest ist / Wie ein Volck sey / das in allen Landen zerstrewet / sonderlich Gesetze halte / wider aller Lande vnd Leute weise / vnd stets der Könige gebot verachte / da durch sie Friede vnd einigkeit im Reich verhindern . DA wir nu vernamen / Das sich ein einiges Volck / wider alle Welt sperrete / vnd jr eigen Weise hielte / vnd vnsern Geboten vngehorsam were / Dadurch sie gros schaden theten / vnd Friede vnd einigkeit in vnserm Reich zerstöreten / Befolhen wir / das / welche Haman der öberst Fürst vnd der höhest nach dem Könige / vnser Vater / anzeigen wird / mit Weib vnd Kind / durch jrer Feinde schwert / on alle barmhertzigkeit vmbbracht / vnd niemand verschonet werde / Vnd das auff den vierzehenden tag Adar des zwelfften monden in diesem jare / Auff das die Vngehorsamen alle auff einen tag erschlagen werden / vnd ein bestendiger Friede in vnserm Reich bleiben müge . VND Mardocheus betet zum HERRN Dis stück mag man lesen nach dem ende des 4 . Cap . vor dem 5 . Cap . / vnd erzelet seine Wunderwerck / vnd sprach / HERR Gott / du bist der allmechtige König / Es stehet alles in deiner macht / vnd deinem willen kan niemand widerstehen / wenn du Jsrael helffen wilt . Du hast Himel vnd Erden gemacht / vnd alles was drinnen ist / Du bist aller HERR / vnd niemand kan dir widerstehen . Du weissest alle ding / vnd hasts gesehen / Das ich aus keinem trotz noch hoffart den stoltzen Haman nicht habe anbeten wöllen / Denn ich were bereit / Jsrael zu gut / auch seine füsse williglich zu küssen / Sondern habs gethan aus furcht / das ich nicht die Ehre / so meinem Gotte gebüret / einem Menschen gebe / vnd niemand anders anbetete / denn meinen Gott . VND nu HERR / Du König vnd Gott Abraham / erbarm dich vber dein Volck / Denn vnsere Feinde wöllen vns vertilgen / vnd dein Erbe / das du von anfang gehabt hast / ausrotten . Verachte dein Heufflin nicht / das du aus Egypten erlöset hast . Erhöre mein Gebet vnd sey gnedig deinem Volck / vnd wende vnser trawren in freude / Auff das wir leben / vnd deinen Namen preisen / Vnd las den mund nicht vertilgen / dere / so dich loben . Vnd das gantz Jsrael rieff aus allen krefften zum HERRN / Denn sie waren in todes nöten . VND die Königin Esther keret sich auch zum HERRN / in solchem Todeskampff / vnd leget jre köstliche Kleider ab / vnd zog Trawrkleider an / vnd fur das edle Wasser vnd Balsam / strewet sie asschen vnd staub auff jr Heubt / vnd demütiget jren Leib mit fasten / vnd an allen örtern / da sie zuuor frölich gewest war / raufft sie jr Har aus / vnd betet zu dem Gott Jsrael / vnd sprach . HERR / Der du allein vnser König bist / hilff mir elenden / Jch hab keinen andern Helffer / denn dich / vnd die not ist fur augen . Jch hab von meinem Vater gehöret / HERR / das du Jsrael aus allen Heiden gesondert / vnd vnser Veter / von alters her / zum ewigen Erbe angenomen / vnd jnen gehalten / was du geredt hast . Wir haben fur dir gesündigt / Darumb hastu vns vbergeben in vnser Feinde hende . HERR / Du bist gerecht / Denn wir haben jre Götter geehret . Aber nu lassen sie jnen nicht dran benügen / das sie vns in grossem zwang halten / Sondern jren Sieg schreiben sie zu der macht jrer Götzen / vnd wöllen deine Verheissung zu nicht machen / vnd dein Erbe ausrotten / vnd den Mund dere / so dich loben / verstopffen / vnd die Ehre deines Tempels vnd Altars vertilgen . Vnd den Heiden das maul auffthun / zu preisen die macht der Götzen / vnd ewiglich zu rhümen einen sterblichen König . HERR gib nicht dein Scepter denen / die nichts sind / das sie nicht vnsers jamers spotten / Sondern wende jr furnemen vber sie vnd zeichne den / der das wider vns anrichtet . Gedenck an vns HERR / vnd erzeige dich in vnser not / Vnd stercke mich HERR / du König aller Götter vnd Herrschafften . Lere mich wie ich reden sol fur dem Lewen / vnd wende sein hertz / das er vnserm Feinde gram werde / Auff das er selbs / sampt seinem Anhang vmbkome . Vnd errette vns durch deine Hand / vnd hilff mir deiner Magd / die kein ander hülffe hat / denn dich HERR alleine / der du alle ding weissest / Vnd erkennest / das ich keine freude habe an der Ehre / die ich bey den Gottlosen habe / auch keine lust an der heidnischen vnd frembden Heyrat . Du weissest das ichs thun mus vnd nicht achte den herrlichen Schmuck / den ich auff meinem Heubte trage / wenn ich prangen mus / Sondern halts wie ein vnrein tuch / vnd trags nicht ausser dem geprenge . Auch hab ich nie mit Haman gessen / noch freude gehabt am königlichen Tissch / noch getruncken vom Opfferwein . Vnd deine Magd hat sich nie gefrewet / sint ich bin hieher gebracht / bis auff diese zeit / On dein allein HERR / du Gott Abraham . Erhöre die stim der verlassenen / du starcker Gott vber alle / Vnd errette vns von der Gottlosen hand / vnd erlöse mich aus meinen nöten . Vnd am dritten tage Dis stück mag eine glosa sein / des anfangs im 5 . cap . / leget sie jre tegliche Kleider ab / vnd zog jren königlichen Schmuck an / vnd war seer schöne / vnd rieff Gott den Heiland an / der alles sihet . Vnd nam zwo Megde mit sich / vnd lehnet sich zierlich auff die eine / Die ander aber folget jr / vnd trug jr den schwantz am Rocke / Vnd jr angesicht war seer schön / lieblich vnd frölich gestalt / Aber jr hertz war vol angst vnd sorge . VND da sie durch alle Thüre hinein kam / trat sie gegen den König da er sas auff seinem königlichen Stuel / in seinen königlichen Kleidern / die von Gold vnd Edelsteinen waren / vnd war schrecklich anzusehen . Da er nu die augen auffhub / vnd sahe sie zorniglich an / Erblasset die Königin / vnd sanck in eine onmacht / vnd legt das Heubt auff die Magd . DA wandelt Gott dem Könige sein hertz zur güte / vnd jm ward bange / fur sie / vnd sprang von seinem Stuel / vnd vmbfieng sie mit seinen armen / bis sie wider zu sich kam / vnd sprach sie freundlich an / Was ist dir Esther ? Jch bin dein bruder / Fürcht dich nicht / Du solt nicht sterben / Denn dis verbot trifft alle ander an / Aber dich nicht / Trit erzu . Vnd er hub den gülden Scepter auff / vnd legt jn auff jre Achseln / vnd küsset sie / vnd sprach / Sage her . VND sie antwortet / Da ich dich ansahe / daucht mich / ich sehe einen engel Gottes / Darumb erschrack ich fur deiner grossen Maiestet / Denn du bist seer schrecklich / vnd deine gestalt ist gantz herrlich . Vnd als sie so redet / sanck sie aber mal in eine onmacht / vnd fiel darnider . Der König aber erschrack sampt seinen Dienern / vnd trösteten sie . Jm vierden jar Dis stück mag man lesen nach dem ende des 8 . Cap . vor dem 9 . Cap . brieff der Purim . des königs ptolemei vnd cleopatre / brachten Dositheus ( welcher sich fur einen Priester aus dem stam Leui ausgab ) vnd Ptolemeus sein Son / diesen brieff der Purim / vnd sagten / Das Lysimachus ein Son Ptolemei den selbigen verdolmetscht hette zu Jerusalem . Artaxerxes der grosse König / von Jndia bis in Morenland / Embeut den hundert vnd sieben vnd zwenzig Fürsten / sampt den Vnterthanen seinen Grus . Wjr befinden / das viel sind / welche der Fürsten gnade misbrauchen / vnd von den ehren / so jnen widerferet / stoltz vnd böse werden . Also das sie nicht allein die Vnterthanen pochen / sondern auch gedencken Also hat ein Marggraue zu Meissen gesagt / Ein Fürst dürfft sich nicht so seer fürchten fur denen / so fern von jm weren / als fur denen / so jm auff dem fuss nachgehen . Denn die selben wolten jm gerne auff den kopff tretten . die Herrn selbs / von denen sie erhöret sind / vnter die füsse zu tretten . Vnd thun nicht allein wider natürliche billigkeit / durch vndanckbarkeit / Sondern sind durch hoffart so verblendet / das sie auch meinen / Gott ( der auff die Fromen sihet ) straffe solche vntrewe nicht . Sie betriegen auch frome Fürsten / auff das sie vnschüldig blut vergiessen / Vnd die jnen / so trewlich vnd redlich dienen in alles vnglück bringen möchten . Welcher Exempel man findet / nicht allein in den alten Geschichten / Sondern auch noch teglich erferet / wie viel solch vntrewe Rete vnglück stifften . Weil vns denn gebürt darauff zusehen / Das hinfurt friede im Reich bleibe / Müssen wir nach gelegenheit der sachen / zu weilen / die Gebot endern / wo wirs anders finden / denn wir bericht waren / vnd nicht zugeschwinde faren . Nach dem nu Haman / der son Hamadathi aus Macedonia / vnd nicht der Persen geblüt / auch nicht vnser gütigen art / sondern bey vns ein Gast ist / Dem wir ( wie wir pflegen gegen alle Nation ) alle gnade erzeigt / vnd also erhöhet haben / Das wir jn vnsern Vater nenneten / vnd von jederman / als der Nehest nach dem Könige / geehret ward / Jst er so stoltz worden / Das er sich vnterstanden hat / vns vmb vnser Königreich vnd Leben zu bringen . Denn er hat Mardocheum ( der durch seine trew vnd wolthat vnser leben errettet hat ) vnd vnser vnschüldige Gemalh die königin Esther / sampt jrem gantzen Volck / felschlich vnd böslich verklaget / das sie alle solten vmbbracht werden . Vnd als denn / wenn die hinweg weren / die vns bewaren / hat er gedacht / vns auch zu erwürgen / vnd der Persen reich an die Macedonier zu bringen . Wjr befinden aber / Das die Jüden / welche der veriagte Bube / wolt tödten lassen / vnschüldig sind / gute Gesetz haben / vnd Kinder des höhesten / grössesten vnd ewigen Gottes sind / der vnsern Vorfaren vnd vns dis Reich gegeben hat / vnd noch erhelt . Darumb solt jr euch nicht halten nach dem Brieffe / welchen Haman ausbracht hat / Denn vmb solcher That willen ist er mit alle seinem Geschlecht fur dem thor zu Susan an den Galgen gehengt / Vnd hat jm also Gott bald vergolten / wie ers verdienet hat . Aber dis Gebot / das wir euch jtzt zuschicken / solt jr in allen Stedten verkündigen / Das die Jüden mögen / jr Gesetze frey halten . Vnd wo man jnen gewalt thun wolt / am dreizehenden tage des zwelfften monden / der da heisset Adar / Da solt jr sie schützen / das sie sich an jenen rechen mögen / Denn den selbigen tag / hat jnen der allmechtige Gott zur freuden gemacht / daran sie / das ausserwelete Volck / solten vmbkomen sein . Darumb solt auch jr / neben andern Feiertagen / diesen tag feiren / in allen freuden / Auff das es vns wolgehe / vnd allen / so den Persen trew sind / Vnd ein Exempel sey / wie vntrew gestrafft werde . Welchs Land aber oder Stad / dis Gebot nicht halten wird / die sol mit schwert vnd fewr vertilget werden / also / das weder Mensch noch Thier / noch Vogel hinfort drinnen wonen könne . Jm andern jar Dis stücke mag man lesen zu erst oder zu letzt / Denn der Trawm ist gewest fur der Geschicht / vnd die deutung der geschicht . des grossen königs artaxerxes / am ersten tage des monden Nisan / hatte Mardocheus einen Trawm / der ein Jüde war / ein son Jairi / des sons Semei / des sons Kis / vom stam BenJamin / vnd wonet in der stad Susan / ein ehrlicher Man / vnd am königlichen Hofe wolgehalten / Er war aber der Gefangener einer / so NebucadNezar der könig zu Babel weggefüret hatte von Jerusalem mit dem könige Jechania dem könige Juda / Vnd das war sein Trawm . ES erhub sich ein geschrey vnd Getümel / Donner vnd Erdbeben / vnd ein schrecken auff Erden . Vnd sihe / da waren zween grosse Drachen / die giengen gegen einander zu streiten . Vnd das geschrey war so gros / das alle Lender sich auffmachten / zu streiten wider ein heilig Volck . Vnd es war ein tag / grosser finsternis / trübsal vnd angst / vnd war ein gros jamer vnd schrecken auff Erden . Vnd das heilige Volck war hoch betrübt / vnd furchten sich fur jrem vnglück / vnd hatten sich jres Lebens erwegen / Vnd sie schrien zu Gott . Vnd nach solchem geschrey / ergos sich ein gros Wasserstrom aus einem kleinen Brun / vnd die Sonne gieng auff / vnd ward helle / vnd die Elenden gewonnen / vnd brachten vmb die Stoltzen . Als nu Mardocheus erwacht / nach dem Trawm / dacht er / was Gott damit meinet / vnd behielt den Trawm in seinem hertzen / vnd dacht jm nach / bis in die nacht / vnd hette gern gewust / was er bedeutet . Vnd Mardocheus sprach / Gott hat alles geschickt / Jch dencke an meinen Trawm / vnd es ist eben ergangen wie mir getrewmet hat . DER kleine Brun / der ein gros Wasserstrom ward / da die Sonne schein vnd helle ward / das ist Esther / welche der König zum Gemahl genomen / vnd zur Königin gemacht hat . Die zween Drachen sind / Jch vnd Haman / Der eine bedeut die Heiden / so zusamen kamen / vnd den namen der Jüden austilgen wolten . Der ander bedeut mein volck Jsrael / welchs zum HERRN rieff / vnd der HERR halff seinem Volck / vnd erlöset vns von diesem vnglück . Er thut grosse Zeichen vnd Wunder vnter den Heiden / Denn er hat allezeit vnterscheid gehalten / zwisschen seinem Volck vnd den Heiden . Vnd wenn das stündlin komen ist / das die Heiden am stöltzesten / vnd wir am schwechsten gewesen sind / vnd das Gott hat richten sollen / So hat er an sein Volck gedacht / vnd seinem Erbe den Sieg gegeben . VND diese tage sol man halten im monden Adar / auff den vierzehenden vnd funffzehenden tag / desselben monden / in allen freuden / vnd mit hohem vleis / wenn das Volck zusamen kompt / Vnd sol ewiglich also gehalten werden im volck Jsrael . - Ende der Stücke in Esther . </passage></reply></GetPassage>