<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><GetPassage xmlns="http://relaxng.org/ns/structure/1.0" xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:ti="http://chs.harvard.edu/xmlns/cts"><request><requestName>GetPassage</requestName><requestUrn>urn:cts:pbc:bible.parallel.deu.luther1912:21</requestUrn></request><reply><urn>urn:cts:pbc:bible.parallel.deu.luther1912:21</urn><passage>Dies sind die Reden des Predigers , des Sohnes Davids , des Königs zu Jerusalem . Es ist alles ganz eitel , sprach der Prediger , es ist alles ganz eitel . Was hat der Mensch für Gewinn von aller seiner Mühe , die er hat unter der Sonne ? Ein Geschlecht vergeht , das andere kommt ; die Erde aber bleibt ewiglich . Die Sonne geht auf und geht unter und läuft an ihren Ort , daß sie wieder daselbst aufgehe . Der Wind geht gen Mittag und kommt herum zur Mitternacht und wieder herum an den Ort , da er anfing . Alle Wasser laufen ins Meer , doch wird das Meer nicht voller ; an den Ort , da sie her fließen , fließen sie wieder hin . Es sind alle Dinge so voll Mühe , daß es niemand ausreden kann . Das Auge sieht sich nimmer satt , und das Ohr hört sich nimmer satt . Was ist&#039;s , das geschehen ist ? Eben das hernach geschehen wird . Was ist&#039;s , das man getan hat ? Eben das man hernach tun wird ; und geschieht nichts Neues unter der Sonne . Geschieht auch etwas , davon man sagen möchte : Siehe , das ist neu ? Es ist zuvor auch geschehen in den langen Zeiten , die vor uns gewesen sind . Man gedenkt nicht derer , die zuvor gewesen sind ; also auch derer , so hernach kommen , wird man nicht gedenken bei denen , die darnach sein werden . Ich , der Prediger , war König zu Jerusalem und richtete mein Herz zu suchen und zu forschen weislich alles , was man unter dem Himmel tut . Solche unselige Mühe hat Gott den Menschenkindern gegeben , daß sie sich darin müssen quälen . Ich sah an alles Tun , das unter der Sonne geschieht ; und siehe , es war alles eitel und Haschen nach dem Wind . Krumm kann nicht schlicht werden noch , was fehlt , gezählt werden . Ich sprach in meinem Herzen : Siehe , ich bin herrlich geworden und habe mehr Weisheit denn alle , die vor mir gewesen sind zu Jerusalem , und mein Herz hat viel gelernt und erfahren . Und richtete auch mein Herz darauf , daß ich erkennte Weisheit und erkennte Tollheit und Torheit . Ich ward aber gewahr , daß solches auch Mühe um Wind ist . Denn wo viel Weisheit ist , da ist viel Grämens ; und wer viel lernt , der muß viel leiden . Ich sprach in meinem Herzen : Wohlan , ich will wohl leben und gute Tage haben ! Aber siehe , das war auch eitel . Ich sprach zum Lachen : Du bist toll ! und zur Freude : Was machst du ? Da dachte ich in meinem Herzen , meinen Leib mit Wein zu pflegen , doch also , daß mein Herz mich mit Weisheit leitete , und zu ergreifen , was Torheit ist , bis ich lernte , was dem Menschen gut wäre , daß sie tun sollten , solange sie unter dem Himmel leben . Ich tat große Dinge : ich baute Häuser , pflanzte Weinberge ; ich machte mir Gärten und Lustgärten und pflanzte allerlei fruchtbare Bäume darein ; ich machte mir Teiche , daraus zu wässern den Wald der grünenden Bäume ; ich hatte Knechte und Mägde und auch Gesinde , im Hause geboren ; ich hatte eine größere Habe an Rindern und Schafen denn alle , die vor mir zu Jerusalem gewesen waren ; ich sammelte mir auch Silber und Gold und von den Königen und Ländern einen Schatz ; ich schaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonne der Menschen , allerlei Saitenspiel ; und nahm zu über alle , die vor mir zu Jerusalem gewesen waren ; auch blieb meine Weisheit bei mir ; und alles , was meine Augen wünschten , das ließ ich ihnen und wehrte meinem Herzen keine Freude , daß es fröhlich war von aller meiner Arbeit ; und das hielt ich für mein Teil von aller meiner Arbeit . Da ich aber ansah alle meine Werke , die meine Hand gemacht hatte , und die Mühe , die ich gehabt hatte , siehe , da war es alles eitel und Haschen nach dem Wind und kein Gewinn unter der Sonne . Da wandte ich mich , zu sehen die Weisheit und die Tollheit und Torheit . Denn wer weiß , was der für ein Mensch werden wird nach dem König , den sie schon bereit gemacht haben ? Da ich aber sah , daß die Weisheit die Torheit übertraf wie das Licht die Finsternis ; daß dem Weisen seine Augen im Haupt stehen , aber die Narren in der Finsternis gehen ; und merkte doch , daß es einem geht wie dem andern . Da dachte ich in meinem Herzen : Weil es denn mir geht wie dem Narren , warum habe ich denn nach Weisheit getrachtet ? Da dachte ich in meinem Herzen , daß solches auch eitel sei . Denn man gedenkt des Weisen nicht immerdar , ebenso wenig wie des Narren , und die künftigen Tage vergessen alles ; und wie der Narr stirbt , also auch der Weise . Darum verdroß mich zu leben ; denn es gefiel mir übel , was unter der Sonne geschieht , daß alles eitel ist und Haschen nach dem Wind . Und mich verdroß alle meine Arbeit , die ich unter der Sonne hatte , daß ich dieselbe einem Menschen lassen müßte , der nach mir sein sollte . Denn wer weiß , ob er weise oder toll sein wird ? und soll doch herrschen in aller meiner Arbeit , die ich weislich getan habe unter der Sonne . Das ist auch eitel . Darum wandte ich mich , daß mein Herz abließe von aller Arbeit , die ich tat unter der Sonne . Denn es muß ein Mensch , der seine Arbeit mit Weisheit , Vernunft und Geschicklichkeit getan hat , sie einem andern zum Erbteil lassen , der nicht daran gearbeitet hat . Das ist auch eitel und ein großes Unglück . Denn was kriegt der Mensch von aller seiner Arbeit und Mühe seines Herzens , die er hat unter der Sonne ? Denn alle seine Lebtage hat er Schmerzen mit Grämen und Leid , daß auch sein Herz des Nachts nicht ruht . Das ist auch eitel . Ist&#039;s nun nicht besser dem Menschen , daß er esse und trinke und seine Seele guter Dinge sei in seiner Arbeit ? Aber solches sah ich auch , daß es von Gottes Hand kommt . Denn wer kann fröhlich essen und sich ergötzen ohne ihn ? Denn dem Menschen , der ihm gefällt , gibt er Weisheit , Vernunft und Freude ; aber dem Sünder gibt er Mühe , daß er sammle und häufe , und es doch dem gegeben werde , der Gott gefällt . Darum ist das auch eitel und Haschen nach dem Wind . Ein jegliches hat seine Zeit , und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde . Geboren werden und sterben , pflanzen und ausrotten , was gepflanzt ist , würgen und heilen , brechen und bauen , weinen und lachen , klagen und tanzen , Stein zerstreuen und Steine sammeln , herzen und ferne sein von Herzen , suchen und verlieren , behalten und wegwerfen , zerreißen und zunähen , schweigen und reden , lieben und hassen , Streit und Friede hat seine Zeit . Man arbeite , wie man will , so hat man doch keinen Gewinn davon . Ich sah die Mühe , die Gott den Menschen gegeben hat , daß sie darin geplagt werden . Er aber tut alles fein zu seiner Zeit und läßt ihr Herz sich ängsten , wie es gehen solle in der Welt ; denn der Mensch kann doch nicht treffen das Werk , das Gott tut , weder Anfang noch Ende . Darum merkte ich , daß nichts Besseres darin ist denn fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben . Denn ein jeglicher Mensch , der da ißt und trinkt und hat guten Mut in aller seiner Arbeit , das ist eine Gabe Gottes . Ich merkte , daß alles , was Gott tut , das besteht immer : man kann nichts dazutun noch abtun ; und solches tut Gott , daß man sich vor ihm fürchten soll . Was geschieht , das ist zuvor geschehen , und was geschehen wird , ist auch zuvor geschehen ; und Gott sucht wieder auf , was vergangen ist . Weiter sah ich unter der Sonne Stätten des Gerichts , da war ein gottlos Wesen , und Stätten der Gerechtigkeit , da waren Gottlose . Da dachte ich in meinem Herzen : Gott muß richten den Gerechten und den Gottlosen ; denn es hat alles Vornehmen seine Zeit und alle Werke . Ich sprach in meinem Herzen : Es geschieht wegen der Menschenkinder , auf daß Gott sie prüfe und sie sehen , daß sie an sich selbst sind wie das Vieh . Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh : wie dies stirbt , so stirbt er auch , und haben alle einerlei Odem , und der Mensch hat nichts mehr als das Vieh ; denn es ist alles eitel . Es fährt alles an einen Ort ; es ist alles von Staub gemacht und wird wieder zu Staub . Wer weiß , ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes abwärts unter die Erde fahre ? So sah ich denn , daß nichts Besseres ist , als daß ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit ; denn das ist sein Teil . Denn wer will ihn dahin bringen , daß er sehe , was nach ihm geschehen wird ? Ich wandte mich um und sah an alles Unrecht , das geschah unter der Sonne ; und siehe , da waren die Tränen derer , so Unrecht litten und hatten keinen Tröster ; und die ihnen Unrecht taten , waren zu mächtig , daß sie keinen Tröster haben konnten . Da lobte ich die Toten , die schon gestorben waren , mehr denn die Lebendigen , die noch das Leben hatten ; und besser als alle beide ist , der noch nicht ist und des Bösen nicht innewird , das unter der Sonne geschieht . Ich sah an Arbeit und Geschicklichkeit in allen Sachen ; da neidet einer den andern . Das ist auch eitel und Haschen nach dem Wind . Ein Narr schlägt die Finger ineinander und verzehrt sich selbst . Es ist besser eine Handvoll mit Ruhe denn beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind . Ich wandte mich um und sah die Eitelkeit unter der Sonne . Es ist ein einzelner , und nicht selbander , und hat weder Kind noch Bruder ; doch ist seines Arbeitens kein Ende , und seine Augen werden Reichtums nicht satt . Wem arbeite ich doch und breche meiner Seele ab ? Das ist auch eitel und eine böse Mühe . So ist&#039;s ja besser zwei als eins ; denn sie genießen doch ihrer Arbeit wohl . Fällt ihrer einer so hilft ihm sein Gesell auf . Weh dem , der allein ist ! Wenn er fällt , so ist keiner da , der ihm aufhelfe . Auch wenn zwei beieinander liegen , wärmen sie sich ; wie kann ein einzelner warm werden ? Einer mag überwältigt werden , aber zwei mögen widerstehen ; und eine dreifältige Schnur reißt nicht leicht entzwei . Ein armes Kind , das weise ist , ist besser denn ein alter König , der ein Narr ist und weiß nicht sich zu hüten . Es kommt einer aus dem Gefängnis zum Königreich ; und einer , der in seinem Königreich geboren ist , verarmt . Und ich sah , daß alle Lebendigen unter der Sonne wandelten bei dem andern , dem Kinde , das an jenes Statt sollte aufkommen . Und des Volks , das vor ihm ging , war kein Ende und des , das ihm nachging ; und wurden sein doch nicht froh . Das ist auch eitel und Mühe um Wind . Bewahre deinen Fuß , wenn du zum Hause Gottes gehst , und komme , daß du hörst . Das ist besser als der Narren Opfer ; denn sie wissen nicht , was sie Böses tun . Sei nicht schnell mit deinem Munde und laß dein Herz nicht eilen , was zu reden vor Gott ; denn Gott ist im Himmel , und du auf Erden ; darum laß deiner Worte wenig sein . Denn wo viel Sorgen ist , da kommen Träume ; und wo viel Worte sind , da hört man den Narren . Wenn du Gott ein Gelübde tust , so verzieh nicht , es zu halten ; denn er hat kein Gefallen an den Narren . Was du gelobst , das halte . Es ist besser , du gelobst nichts , denn daß du nicht hältst , was du gelobst . Laß deinem Mund nicht zu , daß er dein Fleisch verführe ; und sprich vor dem Engel nicht : Es ist ein Versehen . Gott möchte erzürnen über deine Stimme und verderben alle Werke deiner Hände . Wo viel Träume sind , da ist Eitelkeit und viel Worte ; aber fürchte du Gott . Siehst du dem Armen Unrecht tun und Recht und Gerechtigkeit im Lande wegreißen , wundere dich des Vornehmens nicht ; denn es ist ein hoher Hüter über den Hohen und sind noch Höhere über die beiden . Und immer ist&#039;s Gewinn für ein Land , wenn ein König da ist für das Feld , das man baut . Wer Geld liebt , wird Geldes nimmer satt ; und wer Reichtum liebt , wird keinen Nutzen davon haben . Das ist auch eitel . Denn wo viel Guts ist , da sind viele , die es essen ; und was genießt davon , der es hat , außer daß er&#039;s mit Augen ansieht ? Wer arbeitet , dem ist der Schaf süß , er habe wenig oder viel gegessen ; aber die Fülle des Reichen läßt ihn nicht schlafen . Es ist ein böses Übel , das ich sah unter der Sonne : Reichtum , behalten zum Schaden dem , der ihn hat . Denn der Reiche kommt um mit großem Jammer ; und so er einen Sohn gezeugt hat , dem bleibt nichts in der Hand . Wie er nackt ist von seine Mutter Leibe gekommen , so fährt er wieder hin , wie er gekommen ist , und nimmt nichts mit sich von seiner Arbeit in seiner Hand , wenn er hinfährt . Das ist ein böses Übel , daß er hinfährt , wie er gekommen ist . Was hilft&#039;s ihm denn , daß er in den Wind gearbeitet hat ? Sein Leben lang hat er im Finstern gegessen und in großem Grämen und Krankheit und Verdruß . So sehe ich nun das für gut an , daß es fein sei , wenn man ißt und trinkt und gutes Muts ist in aller Arbeit , die einer tut unter der Sonne sein Leben lang , das Gott ihm gibt ; denn das ist sein Teil . Denn welchem Menschen Gott Reichtum und Güter gibt und die Gewalt , daß er davon ißt und trinkt für sein Teil und fröhlich ist in seiner Arbeit , das ist eine Gottesgabe . Denn er denkt nicht viel an die Tage seines Lebens , weil Gott sein Herz erfreut . Es ist ein Unglück , das ich sah unter der Sonne , und ist gemein bei den Menschen : einer , dem Gott Reichtum , Güter und Ehre gegeben hat und mangelt ihm keins , das sein Herz begehrt ; und Gott gibt doch ihm nicht Macht , es zu genießen , sondern ein anderer verzehrt es ; das ist eitel und ein böses Übel . Wenn einer gleich hundert Kinder zeugte und hätte langes Leben , daß er viele Jahre überlebte , und seine Seele sättigte sich des Guten nicht und bliebe ohne Grab , von dem spreche ich , daß eine unzeitige Geburt besser sei denn er . Denn in Nichtigkeit kommt sie , und in Finsternis fährt sie dahin , und ihr Name bleibt in Finsternis bedeckt , auch hat sie die Sonne nicht gesehen noch gekannt ; so hat sie mehr Ruhe denn jener . Ob er auch zweitausend Jahre lebte , und genösse keines Guten : kommt&#039;s nicht alles an einen Ort ? Alle Arbeit des Menschen ist für seinen Mund ; aber doch wird die Seele nicht davon satt . Denn was hat ein Weiser mehr als ein Narr ? Was hilft&#039;s den Armen , daß er weiß zu wandeln vor den Lebendigen ? Es ist besser , das gegenwärtige Gut gebrauchen , denn nach anderm gedenken . Das ist auch Eitelkeit und Haschen nach Wind . Was da ist , des Name ist zuvor genannt , und es ist bestimmt , was ein Mensch sein wird ; und er kann nicht hadern mit dem , der ihm zu mächtig ist . Denn es ist des eitlen Dinges zuviel ; was hat ein Mensch davon ? - Denn wer weiß , was dem Menschen nütze ist im Leben , solange er lebt in seiner Eitelkeit , welches dahinfährt wie ein Schatten ? Oder wer will dem Menschen sagen , was nach ihm kommen wird unter der Sonne ? Ein guter Ruf ist besser denn gute Salbe , und der Tag des Todes denn der Tag der Geburt . Es ist besser in das Klagehaus gehen , denn in ein Trinkhaus ; in jenem ist das Ende aller Menschen , und der Lebendige nimmt&#039;s zu Herzen . Es ist Trauern besser als Lachen ; denn durch Trauern wird das Herz gebessert . Das Herz der Weisen ist im Klagehause , und das Herz der Narren im Hause der Freude . Es ist besser hören das Schelten der Weisen , denn hören den Gesang der Narren . Denn das Lachen der Narren ist wie das Krachen der Dornen unter den Töpfen ; und das ist auch eitel . Ein Widerspenstiger macht einen Weisen unwillig und verderbt ein mildtätiges Herz . Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang . Ein geduldiger Geist ist besser denn ein hoher Geist . Sei nicht schnellen Gemütes zu zürnen ; denn Zorn ruht im Herzen eines Narren . Sprich nicht : Was ist&#039;s , daß die vorigen Tage besser waren als diese ? denn du fragst solches nicht weislich . Weisheit ist gut mit einem Erbgut und hilft , daß sich einer der Sonne freuen kann . Denn die Weisheit beschirmt , so beschirmt Geld auch ; aber die Weisheit gibt das Leben dem , der sie hat . Siehe an die Werke Gottes ; denn wer kann das schlicht machen , was er krümmt ? Am guten Tage sei guter Dinge , und den bösen Tag nimm auch für gut ; denn diesen schafft Gott neben jenem , daß der Mensch nicht wissen soll , was künftig ist . Allerlei habe ich gesehen in den Tagen meiner Eitelkeit . Da ist ein Gerechter , und geht unter mit seiner Gerechtigkeit ; und ein Gottloser , der lange lebt in seiner Bosheit . Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise , daß du dich nicht verderbest . Sei nicht allzu gottlos und narre nicht , daß du nicht sterbest zur Unzeit . Es ist gut , daß du dies fassest und jenes auch nicht aus deiner Hand lässest ; denn wer Gott fürchtet , der entgeht dem allem . Die Weisheit stärkt den Weisen mehr denn zehn Gewaltige , die in der Stadt sind . Denn es ist kein Mensch so gerecht auf Erden , daß er Gutes tue und nicht sündige . Gib auch nicht acht auf alles , was man sagt , daß du nicht hören müssest deinen Knecht dir fluchen . Denn dein Herz weiß , daß du andern oftmals geflucht hast . Solches alles habe ich versucht mit Weisheit . Ich gedachte , ich will weise sein ; sie blieb aber ferne von mir . Alles , was da ist , das ist ferne und sehr tief ; wer will&#039;s finden ? Ich kehrte mein Herz , zu erfahren und erforschen und zu suchen Weisheit und Kunst , zu erfahren der Gottlosen Torheit und Irrtum der Tollen , und fand , daß bitterer sei denn der Tod ein solches Weib , dessen Herz Netz und Strick ist und deren Hände Bande sind . Wer Gott gefällt , der wird ihr entrinnen ; aber der Sünder wird durch sie gefangen . Schau , das habe ich gefunden , spricht der Prediger , eins nach dem andern , daß ich Erkenntnis fände . Und meine Seele sucht noch und hat&#039;s nicht gefunden : unter tausend habe ich einen Mann gefunden ; aber ein Weib habe ich unter den allen nicht gefunden . Allein schaue das : ich habe gefunden , daß Gott den Menschen hat aufrichtig gemacht ; aber sie suchen viele Künste . Wer ist wie der Weise , und wer kann die Dinge auslegen ? Die Weisheit des Menschen erleuchtet sein Angesicht ; aber ein freches Angesicht wird gehaßt . Halte das Wort des Königs und den Eid Gottes . Eile nicht zu gehen von seinem Angesicht , und bleibe nicht in böser Sache ; denn er tut , was er will . In des Königs Wort ist Gewalt ; und wer mag zu ihm sagen : Was machst du ? Wer das Gebot hält , der wird nichts Böses erfahren ; aber eines Weisen Herz weiß Zeit und Weise . Denn ein jeglich Vornehmen hat seine Zeit und Weise ; denn des Unglücks des Menschen ist viel bei ihm . Denn er weiß nicht , was geschehen wird ; und wer soll ihm sagen , wie es werden soll ? Ein Mensch hat nicht Macht über den Geist , den Geist zurückzuhalten , und hat nicht Macht über den Tag des Todes , und keiner wird losgelassen im Streit ; und das gottlose Wesen errettet den Gottlosen nicht . Das habe ich alles gesehen , und richtete mein Herz auf alle Werke , die unter der Sonne geschehen . Ein Mensch herrscht zuzeiten über den andern zu seinem Unglück . Und da sah ich Gottlose , die begraben wurden und zur Ruhe kamen ; aber es wandelten hinweg von heiliger Stätte und wurden vergessen in der Stadt die , so recht getan hatten . Das ist auch eitel . Weil nicht alsbald geschieht ein Urteil über die bösen Werke , dadurch wird das Herz der Menschen voll , Böses zu tun . Ob ein Sünder hundertmal Böses tut und lange lebt , so weiß ich doch , daß es wohl gehen wird denen , die Gott fürchten , die sein Angesicht scheuen . Aber dem Gottlosen wird es nicht wohl gehen ; und wie ein Schatten werden nicht lange leben , die sich vor Gott nicht fürchten . Es ist eine Eitelkeit , die auf Erden geschieht : es sind Gerechte , denen geht es als hätten sie Werke der Gottlosen , und sind Gottlose , denen geht es als hätten sie Werke der Gerechten . Ich sprach : Das ist auch eitel . Darum lobte ich die Freude , daß der Mensch nichts Besseres hat unter der Sonne denn essen und trinken und fröhlich sein ; und solches werde ihm von der Arbeit sein Leben lang , das ihm Gott gibt unter der Sonne . Ich gab mein Herz , zu wissen die Weisheit und zu schauen die Mühe , die auf Erden geschieht , daß auch einer weder Tag noch Nacht den Schlaf sieht mit seinen Augen . Und ich sah alle Werke Gottes , daß ein Mensch das Werk nicht finden kann , das unter der Sonne geschieht ; und je mehr der Mensch arbeitet , zu suchen , je weniger er findet . Wenn er gleich spricht : &quot; Ich bin weise und weiß es &quot; , so kann er&#039;s doch nicht finden . Denn ich habe solches alles zu Herzen genommen , zu forschen das alles , daß Gerechte und Weise und ihre Werke sind in Gottes Hand ; kein Mensch kennt weder die Liebe noch den Haß irgend eines , den er vor sich hat . Es begegnet dasselbe einem wie dem andern : dem Gerechten wie dem Gottlosen , dem Guten und Reinen wie dem Unreinen , dem , der opfert , wie dem , der nicht opfert ; wie es dem Guten geht , so geht&#039;s auch dem Sünder ; wie es dem , der schwört , geht , so geht&#039;s auch dem , der den Eid fürchtet . Das ist ein böses Ding unter allem , was unter der Sonne geschieht , daß es einem geht wie dem andern ; daher auch das Herz der Menschen voll Arges wird , und Torheit ist in ihrem Herzen , dieweil sie leben ; darnach müssen sie sterben . Denn bei allen Lebendigen ist , was man wünscht : Hoffnung ; denn ein lebendiger Hund ist besser denn ein toter Löwe . Denn die Lebendigen wissen , daß sie sterben werden ; die Toten aber wissen nichts , sie haben auch keinen Lohn mehr , denn ihr Gedächtnis ist vergessen , daß man sie nicht mehr liebt noch haßt noch neidet , und haben kein Teil mehr auf dieser Welt an allem , was unter der Sonne geschieht . So gehe hin und iß dein Brot mit Freuden , trink deinen Wein mit gutem Mut ; denn dein Werk gefällt Gott . Laß deine Kleider immer weiß sein und laß deinem Haupt Salbe nicht mangeln . Brauche das Leben mit deinem Weibe , das du liebhast , solange du das eitle Leben hast , das dir Gott unter der Sonne gegeben hat , solange dein eitel Leben währt ; denn das ist dein Teil im Leben und in deiner Arbeit , die du tust unter der Sonne . Alles , was dir vor Handen kommt , zu tun , das tue frisch ; denn bei den Toten , dahin du fährst , ist weder Werk , Kunst , Vernunft noch Weisheit . Ich wandte mich und sah , wie es unter der Sonne zugeht , daß zum Laufen nicht hilft schnell zu sein , zum Streit hilft nicht stark sein , zur Nahrung hilft nicht geschickt sein , zum Reichtum hilft nicht klug sein ; daß einer angenehm sei , dazu hilft nicht , daß er ein Ding wohl kann ; sondern alles liegt an Zeit und Glück . Auch weiß der Mensch seine Zeit nicht ; sondern , wie die Fische gefangen werden mit einem verderblichen Haken , und wie die Vögel mit einem Strick gefangen werden , so werden auch die Menschen berückt zur bösen Zeit , wenn sie plötzlich über sie fällt . Ich habe auch diese Weisheit gesehen unter der Sonne , die mich groß deuchte : daß eine kleine Stadt war und wenig Leute darin , und kam ein großer König und belagerte sie und baute große Bollwerke darum , und ward darin gefunden ein armer , weiser Mann , der errettete dieselbe Stadt durch seine Weisheit ; und kein Mensch gedachte desselben armen Mannes . Da sprach ich : &quot; Weisheit ist ja besser den Stärke ; doch wird des Armen Weisheit verachtet und seinen Worten nicht gehorcht . &quot; Der Weisen Worte , in Stille vernommen , sind besser denn der Herren Schreien unter den Narren . Weisheit ist besser denn Harnisch ; aber eine einziger Bube verderbt viel Gutes . Schädliche Fliegen verderben gute Salben ; also wiegt ein wenig Torheit schwerer denn Weisheit und Ehre . Des Weisen Herz ist zu seiner Rechten ; aber des Narren Herz ist zu seiner Linken . Auch ob der Narr selbst närrisch ist in seinem Tun , doch hält er jedermann für einen Narren . Wenn eines Gewaltigen Zorn wider dich ergeht , so laß dich nicht entrüsten ; denn Nachlassen stillt großes Unglück . Es ist ein Unglück , das ich sah unter der Sonne , gleich einem Versehen , das vom Gewaltigen ausgeht : daß ein Narr sitzt in großer Würde , und die Reichen in Niedrigkeit sitzen . Ich sah Knechte auf Rossen , und Fürsten zu Fuß gehen wie Knechte . Aber wer eine Grube macht , der wird selbst hineinfallen ; und wer den Zaun zerreißt , den wird eine Schlange stechen . Wer Steine wegwälzt , der wird Mühe damit haben ; und wer Holz spaltet , der wird davon verletzt werden . Wenn ein Eisen stumpf wird und an der Schneide ungeschliffen bleibt , muß man&#039;s mit Macht wieder schärfen ; also folgt auch Weisheit dem Fleiß . Ein Schwätzer ist nichts Besseres als eine Schlange , die ohne Beschwörung sticht . Die Worte aus dem Mund eines Weisen sind holdselig ; aber des Narren Lippen verschlingen ihn selbst . Der Anfang seiner Worte ist Narrheit , und das Ende ist schädliche Torheit . Ein Narr macht viele Worte ; aber der Mensch weiß nicht , was gewesen ist , und wer will ihm sagen , was nach ihm werden wird ? Die Arbeit der Narren wird ihnen sauer , weil sie nicht wissen in die Stadt zu gehen . Weh dir , Land , dessen König ein Kind ist , und dessen Fürsten in der Frühe speisen ! Wohl dir , Land , dessen König edel ist , und dessen Fürsten zu rechter Zeit speisen , zur Stärke und nicht zur Lust ! Denn durch Faulheit sinken die Balken , und durch lässige Hände wird das Haus triefend . Das macht , sie halten Mahlzeiten , um zu lachen , und der Wein muß die Lebendigen erfreuen , und das Geld muß ihnen alles zuwege bringen . Fluche dem König nicht in deinem Herzen und fluche dem Reichen nicht in deiner Schlafkammer ; denn die Vögel des Himmels führen die Stimme fort , und die Fittiche haben , sagen&#039;s weiter . Laß dein Brot über das Wasser fahren , so wirst du es finden nach langer Zeit . Teile aus unter sieben und unter acht ; denn du weißt nicht , was für Unglück auf Erden kommen wird . Wenn die Wolken voll sind , so geben sie Regen auf die Erde ; und wenn der Baum fällt , er falle gegen Mittag oder Mitternacht , auf welchen Ort er fällt , da wird er liegen . Wer auf den Wind achtet , der sät nicht ; und wer auf die Wolken sieht , der erntet nicht . Gleichwie du nicht weißt den Weg des Windes und wie die Gebeine in Mutterleibe bereitet werden , also kannst du auch Gottes Werk nicht wissen , das er tut überall . Frühe säe deinen Samen und laß deine Hand des Abends nicht ab ; denn du weißt nicht , ob dies oder das geraten wird ; und ob beides geriete , so wäre es desto besser . Es ist das Licht süß , und den Augen lieblich , die Sonne zu sehen . Wenn ein Mensch viele Jahre lebt , so sei er fröhlich in ihnen allen und gedenke der finstern Tage , daß ihrer viel sein werden ; denn alles , was kommt , ist eitel . So freue dich , Jüngling , in deiner Jugend und laß dein Herz guter Dinge sein in deiner Jugend . Tue , was dein Herz gelüstet und deinen Augen gefällt , und wisse , daß dich Gott um dies alles wird vor Gericht führen . Laß die Traurigkeit in deinem Herzen und tue das Übel von deinem Leibe ; denn Kindheit und Jugend ist eitel . Gedenke an deinen Schöpfer in deiner Jugend , ehe denn die bösen Tage kommen und die Jahre herzutreten , da du wirst sagen : Sie gefallen mir nicht ; ehe denn die Sonne und das Licht , Mond und Sterne finster werden und Wolken wieder kommen nach dem Regen ; zur Zeit , wenn die Hüter im Hause zittern , und sich krümmen die Starken , und müßig stehen die Müller , weil ihrer so wenig geworden sind , und finster werden , die durch die Fenster sehen , und die Türen an der Gasse geschlossen werden , daß die Stimme der Mühle leise wird , und man erwacht , wenn der Vogel singt , und gedämpft sind alle Töchter des Gesangs ; wenn man auch vor Höhen sich fürchtet und sich scheut auf dem Wege ; wenn der Mandelbaum blüht , und die Heuschrecke beladen wird , und alle Lust vergeht ( denn der Mensch fährt hin , da er ewig bleibt , und die Klageleute gehen umher auf der Gasse ) ; ehe denn der silberne Strick wegkomme , und die goldene Schale zerbreche , und der Eimer zerfalle an der Quelle , und das Rad zerbrochen werde am Born . Denn der Staub muß wieder zu der Erde kommen , wie er gewesen ist , und der Geist wieder zu Gott , der ihn gegeben hat . Es ist alles ganz eitel , sprach der Prediger , ganz eitel . Derselbe Prediger war nicht allein weise , sondern lehrte auch das Volk gute Lehre und merkte und forschte und stellte viel Sprüche . Er suchte , daß er fände angenehme Worte , und schrieb recht die Worte der Wahrheit . Die Worte der Weisen sind Stacheln und Nägel ; sie sind geschrieben durch die Meister der Versammlungen und von einem Hirten gegeben . Hüte dich , mein Sohn , vor andern mehr ; denn viel Büchermachens ist kein Ende , und viel studieren macht den Leib müde . Laßt uns die Hauptsumme alle Lehre hören : Fürchte Gott und halte seine Gebote ; denn das gehört allen Menschen zu . Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen , alles , was verborgen ist , es sei gut oder böse . </passage></reply></GetPassage>